Das Überlebenshandbuch für Erzieher - Ralf Schulte - E-Book

Das Überlebenshandbuch für Erzieher E-Book

Ralf Schulte

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Beschreibung

Willkommen zum Überlebenshandbuch für Erzieherinnen und Erzieher! Erzieherinnen und Erzieher sind Tröster, Entdecker, Geschichtenerzähler, Konfliktlöser, Animateure, Zuhörer - und oft alles gleichzeitig. Dieser Beruf ist erfüllend, sinnstiftend und voller schöner Momente, aber er kann auch anstrengend, fordernd und manchmal schlicht überwältigend sein. Dieses Handbuch begleitet Dich durch den turbulenten Kita-Alltag: mit praktischen Tipps für herausfordernde Situationen, mit Strategien für eine gelungene Zusammenarbeit mit Kindern, Eltern und Kollegen, mit ehrlichen Einblicken, Humor und Mutmachern für zwischendurch. Und weil manchmal ein Schmunzeln die beste Antwort ist, betrachten wir vieles bewusst auch mit einem Augenzwinkern. Denn Humor hilft, gelassen zu bleiben - gerade dann, wenn es wieder einmal drunter und drüber geht. Ob Berufsstart oder langjährige Erfahrung - hier findest Du wertvolle Werkzeuge, um mit Freude, Gelassenheit und einem Lächeln im Gesicht in jeden Tag zu starten.

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Seitenzahl: 244

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Willkommen zum Überlebenshandbuch für Erzieherinnen und Erzieher!

Wenn Du dieses Buch in den Händen hältst, gehörst Du zu den Menschen, die sich tagtäglich mit Herzblut und Engagement der Arbeit mit Kindern widmen oder dies vielleicht in Zukunft planen.

Erzieher sind Tröster, Entdecker, Geschichtenerzähler, Konfliktlöser, Animateure, Zuhörer und so vieles mehr – und das oft gleichzeitig. Die Arbeit als Erzieherin oder Erzieher ist bereichernd, sinnstiftend und wunderschön, aber auch fordernd und manchmal einfach überwältigend.

Warum überhaupt ein Überlebenshandbuch, wirst Du Dich vielleicht fragen. So schwer kann es doch nicht sein?

Dieses Handbuch soll Dir dabei helfen, Dich im Beruf zurechtzufinden und auch mit Freude und Gelassenheit die größten Herausforderungen zu bestehen. Hier findest Du praktische Tipps, bewährte Strategien und ehrliche Einblicke in den turbulenten Kita-Alltag. Ob es um den Umgang mit herausfordernden Kindern, die Zusammenarbeit mit Eltern oder den eigenen Stressabbau geht – dieses Buch bietet Dir wertvolle Werkzeuge, um jeden Tag aufs Neue motiviert und gut vorbereitet in den Beruf zu starten.

Unser Ziel ist es, Dir Mut zu machen, Dich zum Lachen zu bringen und Dir hilfreiche Ratschläge an die Hand zu geben. Denn eines ist sicher: In diesem Beruf lernt man nie aus – aber mit den richtigen Tipps und einer Portion Humor kann man fast jede Herausforderung meistern.

Manche Themen und Artikel mögen Dir vielleicht bekannt vorkommen. Kein Wunder, schließlich haben wir auf unserer Seite kita-jobs.com schon über vieles berichtet. Also, wenn Du von dem Buch nicht genug bekommst, einfach mal bei kita-jobs.com vorbeischauen.

Übrigens: Auch wenn wir manchmal von der Erzieherin oder dem Erzieher sprechen, sind natürlich immer alle gemeint.

So, jetzt können wir Dir nur noch viel Spaß und Freude beim Lesen wünschen. Und natürlich beim Anwenden in der Kita!

Dein kita-jobs.com Team!

Inhaltsverzeichnis

Willkommen zum Überlebenshandbuch für Erzieherinnen und Erzieher!

1. Der Erzieher-Beruf – eine lange Reise

1.1 Erzieherin werden, lohnt sich das überhaupt noch?

1.2 Als Praktikantin in der Kita – darauf solltest Du Dich vorbereiten

1.3 Rechte und Aufgaben von Praktikanten im Praktikum

1.4 Die Ausbildung zum Erzieher

1.5 Quereinstieg in die Kita – eine Antwort auf die Krise?

1.6 Fortbildungen für Erzieher

1.7 Welche Kita passt zu mir?

1.8 Gärtner oder Bildhauer? Welches pädagogische Konzept passt zu Dir?

1.9 Integrative Erzieher

1.10 Der große Test: Bin ich eine gute Erzieherin bzw. ein guter Erzieher?

1.11 Aus dem Ausland oder ins Ausland

1.12 Im Ausland studiert, in Deutschland arbeiten

1.13 Als Erzieherin im Ausland arbeiten

2. Eine sichere Unterkunft finden

2.1 Die größten Todsünden bei der Bewerbung

2.2 Stellenangebote richtig lesen und verstehen

2.3 Schluss mit dem Erzieher-Job – diese Alternativen gibt es

3. Tipps für den täglichen Überlebenskampf

3.1 Die Grundregeln des Überlebens

3.2 Dinge, die Du anderen Erzieherinnen niemals sagen solltest

3.3 Sätze, die eine Erzieherin denkt, … aber niemals sagen sollte

3.4 Dinge, die Ihr niemals den Eltern sagen solltet

3.5 Tipps für Erzieher: Wenn Du das machst, lieben Dich die Eltern

3.6 Softskills: Empathie – die Schlüsselkompetenz im Erzieherberuf

3.7 Konflikte zwischen Erziehern – was tun?

3.8 Wir bilden einen Stuhlkreis in der Kita, oder?

4 Eingewöhnung der kleinen Monster an die neue Umgebung

4.1 Die Eingewöhnung – 5 Tipps, damit es besser klappt!

4.2 Berliner Eingewöhnungsmodell vs. Münchener Eingewöhnungsmodell

4.3 Der Transport der Monster – bringen und abholen

5. Konflikte – der tägliche Überlebenskampf

5.1 Die 10 häufigsten Gründe, warum Kita-Kids ausrasten

5.2 Wut: Wie Bewegung hilft, Konflikte zu lösen

5.3 Beschwerde-Management deluxe: Klassiker aus dem Kita-Alltag

6. Vorsicht vor Eltern!

6.1 Von Typ „Fördersüchtig“ über „alles egal“ bis zu „unsicher“ – typische Elterntypen auf die man in der Kita stößt

6.2 „Rasenmähereltern“ – was ist das? Und wie geht man mit ihnen um?

6.3 Hausverbot für Eltern

6.4 10 ätzende Elternsprüche in der Kita – und wie Du humorvoll konterst

6.5 So meisterst Du Entwicklungsgespräche in der Kita

6.6 Entwicklungsgespräche nachbereiten: Methoden fürs effektive Follow-up

7. Ruhe und Schlafen

7.1 Ruhe in der Kita: Einschlafrituale für den Mittagsschlaf

8. Bewegung

8.1 Musik und Tanz in der Kita

9. Aktionen und Expeditionen planen

9.1 Flohmarkt in der Kita – so klappt‘s

9.2 Verkehrserziehung im Kindergarten: Augen auf im Straßenverkehr!

10. Kinder und ihre Emotionen

10.1 Trösten mit Sätzen, die besser sind als „Hör auf zu heulen!“

10.2 Sätze, um weinende Kinder zu trösten

10.3 Von Labertaschen und Schreihälsen – wenn Kita- Kinder nerven

10.4 Hochsensible Kinder in der Kita – wie gehe ich als Erzieher damit um?

10.5 Kinder stark machen — was ist Resilienz?

10.6 Förderung von Kommunikation und Sprachentwicklung in der Kita

11. Noch mehr Wissenswertes zum Überleben

11.1 Erziehungstricks, die bei Kindern und Hunden gleichermaßen funktionieren

11.2 Tiere in der Kita – tiergestützte Pädagogik und ihre Vor- und Nachteile

11.3 Hochbegabte Kinder in der Kita – ist Hochbegabung ein Segen oder Fluch?

11.4 Tipps fürs Töpfchentraining: Trockenwerden in der Kita

12. Vorschulkinder: Das Auswildern der Monster beginnt

Die Rettung naht

1. Der Erzieher-Beruf – eine lange Reise

1.1 Erzieherin werden, lohnt sich das überhaupt noch?

Eine gute Frage. Die Entscheidung, eine Erzieherin oder ein Erzieher zu werden, sollte nicht nur auf den guten Berufsaussichten basieren. Viel wichtiger ist es, zu prüfen, ob die Arbeit Deinen Interessen entspricht und ob Du die notwendigen Voraussetzungen überhaupt mitbringst.

Besonders wichtig ist die Freude am Umgang mit Menschen aller Altersgruppen – nicht nur mit Kindern! Zudem solltest Du neugierig sein und die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen haben.

Warum Erzieher sozial engagiert sein sollten

Eine ausgeprägte „soziale Ader“ ist für den Beruf des Erziehers unerlässlich, da der Alltag von intensiven zwischenmenschlichen Begegnungen geprägt ist.

Oder anders ausgedrückt: Du hast verdammt viel mit anderen Menschen zu tun – vor allem kleinen Menschen. Und das kann die Nerven schon mal strapazieren.

Und Kinder brauchen bekanntlich Betreuung, emotionale Unterstützung, Verständnis und Geduld. Als Erzieherin bist Du Vertrauensperson, Vorbild und Bezugsperson zugleich – Du begleitest Kinder in ihrer Entwicklung, hilfst ihnen bei Herausforderungen und stärkst ihr Selbstbewusstsein. Dabei ist es wichtig, sich in ihre Gedanken- und Gefühlswelt hineinzuversetzen, um individuell auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können.

Auch im Umgang mit Eltern und Kollegen sind Einfühlungsvermögen und Kommunikationsgeschick gefragt. Denn nur durch eine wertschätzende Zusammenarbeit entsteht ein Umfeld, in dem sich Kinder bestmöglich entfalten können. Also, Vorbild sein!

Welche Interessen solltest Du mitbringen?

Wenn Du Dich in der Erzieher-Ausbildung und später im Beruf in der Kita beweisen möchtest, solltest Du bereits in der Schule Spaß an den Fächern Deutsch, Kunst und Musik gehabt haben. Gute Noten in diesen Bereichen können Vorteile bei der Jobsuche bringen. Warum? Weil unter anderem diese Aspekte im Kita-Alltag eine große Rolle spielen:

Sprachförderung: Erzieher unterstützen Kinder beim Erlernen der Sprache und bei ersten Lese- und Schreibversuchen.

Kreativität: Beim Basteln, Malen oder der Organisation von Festen ist Dein Ideenreichtum gefragt.

Musikalische Fähigkeiten: Singen und Musizieren gehören oft zum Alltag eines Erziehers. Falls du ein Instrument spielst, ist das ein großer Vorteil. Aber denke bloß nicht daran, mit der Posaune spielend durch die Kita zu laufen.

Welche Inhalte kommen in der Erzieher-Ausbildung vor?

Die Ausbildung zum Erzieher ist vielseitig, anspruchsvoll und umfasst eine breite Palette an Fächern. Der Lehrplan, der von den jeweiligen Kultusministerien festgelegt wird, bestimmt die Inhalte, die während der Ausbildung vermittelt werden. Du lernst, wie Du pädagogische Angebote planst, durchführst und evaluierst und wie Du Bildungsprozesse dokumentierst. Außerdem wirst Du in Bereichen wie Elternarbeit, Projektarbeit, Gruppendynamik, naturwissenschaftlicher Bildung und Inklusion geschult. In manchen Fachschulen werden auch Englisch, Religionspädagogik und Musikunterricht angeboten.

Hier geht’s zur Sache

Der Beruf des Erziehers ist körperlich anstrengend. Du wirst häufig Kinder heben, tragen, wickeln, waschen und „auf Augenhöhe“ mit ihnen spielen.

Das geht in die Knochen, in den Rücken und sorgt für Muskelkater. Und denk daran, dass Du bis zur Rente belastbar bleiben musst. Aber mit dem nötigen Wissen und entsprechender Prävention ist das in der Regel gut zu schaffen.

Auch psychische Stabilität ist notwendig: Erzieher werden oft mit schwierigen Schicksalen konfrontiert, müssen Konflikte lösen und mit Stress umgehen können. In vielen Fällen klärt eine ärztliche Untersuchung vor Dienstantritt die Eignung für den Beruf.

Das wird von Dir gefordert

Als Erzieherin wirst Du eine große Verantwortung tragen. Eine kleine Unachtsamkeit kann beispielsweise dazu führen, dass ein Kind sich verletzt. Verantwortungsbewusstsein ist daher eine wichtige Fähigkeit, die Du mitbringen und in der Erzieher-Ausbildung ausbauen solltest. Weitere wichtige Punkte: selbstständig zu arbeiten, eigene Entscheidungen zu treffen, selbstbewusst aufzutreten, im Team arbeiten zu können, sich an Absprachen zu halten und auch in stressigen Zeiten stets auf Augenhöhe zu kommunizieren.

Wichtige Eigenschaften eines guten Erziehers sind deshalb:

Leistungsbereitschaft

Durchsetzungsvermögen

Einfühlungsvermögen

Gefahrenbewusstsein

Verschwiegenheit

Kommunikationsfähigkeit

Konfliktfähigkeit

Kontaktfreude

Selbstkontrolle

Selbstbewusstsein

Zielstrebigkeit

Aufmerksamkeit

Ausdauer

Warum lohnt es sich, Erzieher zu werden?

Der Beruf des Erziehers ist nicht immer einfach. Es gibt stressige Zeiten, Herausforderungen vieler Art und leider nicht immer die entsprechende Anerkennung. Wenn Du diesen Beruf wählst, dann aus Leidenschaft. Die Arbeit mit Kindern kann sehr erfüllend sein und gibt Dir die Möglichkeit, ihre Entwicklung aktiv zu begleiten.

Gehalt und Aufstiegsmöglichkeiten

Das Gehalt eines Erziehers variiert je nach Bundesland, Träger und Berufserfahrung. In der Regel beginnt das Einstiegsgehalt bei etwa 2.500 bis 2.900 Euro brutto monatlich und kann mit Erfahrung und zusätzlichen Qualifikationen auf bis zu 4.000 Euro steigen.

Weiterbildungen ermöglichen Aufstiegschancen, beispielsweise:

Weiterbildung zur Kita-Leitung

Spezialisierung in Heilpädagogik oder Sozialmanagement

Studium in Sozialpädagogik oder Kindheitspädagogik

Ok, aber wie läuft die Erzieher-Ausbildung ab?

Um eine Ausbildung zum Erzieher oder zur pädagogischen Fachkraft in einer Kita zu absolvieren, gibt es verschiedene Wege:

1. Bildungsvoraussetzungen: In der Regel ist ein Realschulabschluss erforderlich, manchmal auch eine vorherige Ausbildung im sozialen Bereich.

2. Ausbildungsplatz finden: Möglich sind Ausbildungen in Kindergärten, Kindertagesstätten oder anderen Bildungseinrichtungen. Staatlich anerkannte Erzieher müssen eine Fachschule besuchen.

3. Ausbildung absolvieren: Die Erzieher-Ausbildung dauert zwei bis drei Jahre und beinhaltet theoretische und praktische Anteile.

Die Anforderungen und Abschlussprüfungen können je nach Bundesland variieren. Es lohnt sich daher, sich rechtzeitig zu informieren.

Wo kann ich eine Ausbildung zum Erzieher machen?

Wer Erzieher werden möchte, kann zwischen mehreren Ausbildungswegen wählen. Der klassische Pfad führt über eine Fachschule für Sozialpädagogik, doch auch staatliche und private Berufsfachschulen sowie Berufskollegs bieten entsprechende Ausbildungsgänge an. Die meisten Programme sind in Vollzeit, doch einige Schulen ermöglichen auch Teilzeit- oder Abendkurse, insbesondere für pädagogische Ergänzungskräfte mit Berufserfahrung im sozialpädagogischen Bereich.

Eine weitere Möglichkeit ist ein elementarpädagogisches Studium an Fachhochschulen, das nicht nur auf die Arbeit in sozialpädagogischen Einrichtungen vorbereitet, sondern auch Qualifikationen für Führungspositionen vermitteln kann. Alternativ besteht die Option, die staatliche Anerkennung durch eine Nichtschüler- oder Externenprüfung zu erlangen, was jedoch nur für wenige geeignet ist.

Je nach Bundesland kann die Ausbildung an verschiedenen Bildungseinrichtungen erfolgen:

Fachschulen für Sozialpädagogik bieten eine fundierte theoretische und praktische Ausbildung.

Berufliche Schulen ermöglichen in einigen Bundesländern ebenfalls eine Erzieherausbildung.

Fachakademien für Sozialpädagogik stellen eine weitere Alternative dar.

Da die Anforderungen und Abschlussprüfungen je nach Bundesland variieren, ist es wichtig, sich frühzeitig über die spezifischen Voraussetzungen am gewünschten Ausbildungsort zu informieren.

Quereinstieg oder Umschulung?

Auch für Personen, die bereits in einem anderen Beruf tätig waren, gibt es Möglichkeiten, in den Erzieherberuf zu wechseln. Viele Bundesländer haben spezielle Programme für Quereinsteiger und Umschüler, die den Einstieg erleichtern und bereits erworbene berufliche Vorerfahrungen anrechnen. So kann die Ausbildungszeit verkürzt oder der Zugang zu bestimmten Qualifizierungsmaßnahmen erleichtert werden. Wer also eine neue berufliche Perspektive im pädagogischen Bereich sucht, hat durchaus Chancen, sich später für diesen sinnstiftenden Beruf zu qualifizieren.

Wichtig: praktische Erfahrungen während der Ausbildung Während der Ausbildung müssen angehende Erzieher mehrere Praktika absolvieren. Diese geben wertvolle Einblicke in den Berufsalltag und helfen, theoretisches Wissen praktisch anzuwenden. Letztendlich wirst Du dadurch auch verschiedene Konzepte und Träger kennenlernen, um zu entscheiden, welche Art von Einrichtung besonders gut zu Dir passt.

Das Anerkennungsjahr ist besonders wichtig, da es als Abschluss der Ausbildung dient und die letzte Voraussetzung für die staatliche Anerkennung ist.

Über Work-Life-Balance und Arbeitszeiten

Die Arbeitszeiten von Erziehern sind oft durch Schichtsysteme geregelt, die je nach Einrichtung variieren können. In vielen Kindertagesstätten beginnt der Arbeitstag früh am Morgen und kann bis in den späten Nachmittag oder Abend dauern, um die Betreuungszeiten abzudecken. Nachtschichten sind normalerweise nicht vorgesehen, es sei denn, Du arbeitest in einer der wenigen 24-Stunden-Kitas.

Haupt-Einsatzorte für Erzieherinnen und Erzieher

Als Erzieher kannst Du Babys und Kleinkinder (meist bis drei Jahre) in einer Kinderkrippe betreuen. Du bist verantwortlich für das Füttern, Wickeln, den Mittagsschlaf und natürlich die Beschäftigung der Kleinen. In Kindergarten-Gruppen erwarten Dich dann Kids von drei bis sechs Jahren. Neben freiem Spiel und pädagogischen Anregungen bereitest Du die Älteren, also die Vorschulkinder, auf ihre Schulzeit vor. Für die außerschulische Betreuung von Schulkindern ist beispielsweise ein Hort zuständig, dort sind zum Beispiel auch Erzieher in der Hausaufgabenbetreuung gefragt.

Weitere Job-Optionen für Erzieher:

Ganztagsschule, Internat und Tagesstätte

Erholungs- oder Ferienheim

Kinder-, Jugendwohn- oder Erziehungsheim

Familienberatungs- oder Suchtberatungsstelle

Jugendorganisationen und Verbände

Erzieher – ein Beruf mit vielen Bezeichnungen

Es kann recht verwirrend werden: Da die Aus- und Weiterbildung in Deutschland durch die jeweiligen Bundesländer geregelt ist, heißt ein Erzieher in Niedersachsen anders als in Bayern. Hier haben wir eine Übersicht mit den Erzieher-Abschlussbezeichnungen für Euch:

Staatlich anerkannter Erzieher bist Du in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Fachkraft für Kindertageseinrichtungen in Bayern

Staatlich geprüfter Erzieher in Berlin

Staatlich anerkannter Erzieher für 0- bis 10-Jährige bist Du in Meck lenburg-Vorpommern.

Staatlich geprüfte Fachkraft für Kindertageseinrichtungen bist Du in Sachsen-Anhalt.

Und wenn es Dich beruflich in andere Länder verschlägt, solltest Du diese Berufsbezeichnungen kennen:

Fachmann/-frau Betreuung – Kinderbetreuung (Schweiz)

Educator/Kindergarten Teacher (Englischsprachiges Ausland)

Éducateur/Éducatrice (Frankreich)

Möglichkeit zur internationalen Arbeit

Eine Ausbildung als Erzieher eröffnet nicht nur Karrierechancen in Deutschland, sondern kann auch der Schlüssel zu einer Tätigkeit im Ausland sein. Viele Länder suchen qualifizierte Fachkräfte im pädagogischen Bereich, insbesondere in internationalen Schulen, Kindergärten oder Einrichtungen mit bilingualem Schwerpunkt.

Auch Sprachkenntnisse spielen eine entscheidende Rolle – je besser Du die Landessprache beherrschst, desto leichter wird der Einstieg in das neue Arbeitsumfeld. Besonders gefragt sind deutsche Erzieher in Regionen mit deutschen Auslandsschulen oder Kindergärten, in denen die pädagogische Arbeit nach deutschen Standards erfolgt.

Und jetzt? Ist die Erzieher-Ausbildung das Richtige für Dich?

Wir hoffen, dass Du eine gute Vorstellung von der Erzieher-Ausbildung und den Anforderungen der Berufspraxis bekommen hast. Falls Du Dich bereits entschieden hast, diesen Weg einzuschlagen, dann herzlichen Glückwunsch zu einer sinnstiftenden und erfüllenden Berufswahl!

1.2 Als Praktikantin in der Kita – darauf solltest Du Dich vorbereiten

In kaum einem Berufszweig ist das Ableisten von Praktika so beliebt, wie im sozialen Bereich. Und hier insbesondere in der Arbeit mit Kindern. Dort punkten Krippe und Kindergarten gleichermaßen, wohingegen die Arbeit im Kinderheim oder generell Jugendhilfeeinrichtungen eher unbeliebt zu sein scheint.

Zunächst einmal ist es wichtig zu trennen, um welche Art von Praktikum es sich handelt. Geht es um das zwei- oder vierwöchige Praktikum im Rahmen der Regelschule? Befindet sich die Praktikantin oder der Praktikant in der Ausbildung zur Kinderpflegerin, zur Tagespflegeperson, zur Sozialassistentin oder zur Erzieherin? Handelt es sich um ein Anerkennungsjahr? Auch möglich wäre ein Jahrespraktikum oder ein Praktikum als Bufdi (Bundesfreiwilligendienst).

Ja, die Möglichkeiten sind vielfältig und doch ist es natürlich wichtig, um was für eine Art von Praktikum es sich handelt. Denn natürlich wird von einer Person in der Ausbildung mehr erwartet als von einem Schülerpraktikanten.

Nicht egal ist jedoch, dass sich die Praktikantin vorab gut über die Art und Weise der Ausbildung in dem jeweiligen Bundesland, in dem sich die Kita befindet, informiert. Jedes Bundesland hat eine andere Regelung. Daher ist es ratsam sich vorab genau zu informieren.

Hast Du dann das Praktikum begonnen, gibt es ein paar Dinge, die Du wissen und auf die Du achten solltest:

Klappe halten! Oder: Darüber redet man nicht

Als Praktikantin bekommst Du allerhand Dinge mit. Und stellt Euch nur mal vor: Da ist plötzlich in der Kita der Nachbarsjunge, der offensichtlich zu Hause nicht gut behandelt wird. Hier heißt es: Schweigen! Man ist nicht befugt, irgendwelche Informationen der Kita nach außen zu tragen. Achte stets darauf, dass das eingehalten wird. Schon das Nennen der Namen der Kinder außerhalb der Kita kann Folgen nach sich ziehen. Deswegen lässt Dich jede Kita zu Beginn eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben. Achte darauf, dass Du Dich auch daran hältst.

Dies gilt übrigens auch für die Kita bzw. den Träger. Dir drohen rechtliche Schritte, wenn sie glauben, dass Deine Äußerungen das Ansehen oder den Ruf der Einrichtung schädigen. Das gilt besonders bei Aussagen, die als „üble Nachrede“ oder Verleumdung ausgelegt werden könnten, auch wenn es aus Deiner Sicht „nur die Wahrheit“ oder nicht so gemeint ist. Wichtig ist das vor allem, wenn Du kündigst. Also, auch danach noch die Klappe halten.

Keine Fotos bitte!

Na klar, in der heutigen Zeit ist unser Smartphone immer in der Nähe. Und gäbe es nicht ein süßes Bild ab, wenn man jetzt ein Foto von den drei Kita-Mä-dels machen würde, wie sie nebeneinandersitzend vergnügt ein Eis schlecken?

Am liebsten würde man jeden dieser Momente festhalten. Doch das ist verboten! Also, bitte merken! Denn hierbei geht es um Datenschutz und Persönlichkeitsrechte. Und die meisten Eltern möchten nicht, dass Fotos ihrer Kinder irgendwann im Internet auftauchen.

Übrigens: Wenn Du ein Praktikum in der Kita machst, erhältst Du in der Regel eine Anleitung. Halte Dich daran! Stell am besten Fragen, lass Dir die Regeln und Absprachen der Einrichtung genaustens erklären.

Du bist keine Spielkameradin!

Der häufigste Fehler von Praktikanten: Sie spielen mit den Kindern so, als ob sie ihre Spielkameraden wären. Die Kinder finden das großartig, weil sie eine neue, ältere, Spielpartnerin haben. Die Erzieher jedoch finden das absolut nicht gut. So kommt es nicht selten vor, dass die Praktikanten sich so sehr in der Rolle des Kindes verlieren, dass sie ermahnt werden müssen … nicht von der Fensterbank zu springen oder über den Flur zu rennen.

Deswegen nicht vergessen: Spielen kannst Du, aber Du bist auch Aufsichtsperson und hilfst bei der Erziehung.

Dieser Punkt ist auch tatsächlich der Grund, warum einige (insbesondere Schülerpraktikanten) nach ihrem Praktikum immer noch denken: Erzieher sein ist der leichteste Job der Welt. Man muss nur mit den Kindern spielen (haha).

Jede Einrichtung hat zudem ein Konzept. Lass es Dir am ersten Tag mitgeben und lese es ausführlich durch.

Oft meinen Praktikanten nach ein paar Tagen, dass sie den Job sofort verstanden haben. Sie geben den Eltern Tipps oder entscheiden eigenmächtig über Tagesabläufe. Das geht natürlich gar nicht. Ihr seid noch keine Erzieher!

Das solltest Du bedenken:

Ein Praktikum wird nicht vergütet. Es gibt kein Gehalt für die geleistete Arbeit. Du solltest nur in den Job hineinschnuppern und im Rahmen Deiner Möglichkeiten unterstützend tätig sein.

Die häufigsten Fehler von Praktikanten

Der Praktikant bekommt einen „Follower“ Man kennt sie: Die kleinen anstrengenden Kinder, die einem den ganzen Tag hinterherlaufen. Praktikanten finden mit so einem Kind schnell eine Aufgabe, die sie dankend annehmen. Doch das kann schnell zum Verhängnis werden, wenn diese Kinder denken, Du wärst ihre neue Freundin oder Freund.

Der Praktikant setzt keine Grenzen

Praktikantinnen und Praktikanten sind sehr beliebt bei den Kleinen, weil sie wie große Teddys sind. Doch wenn man den kleinen Biestern keine Grenzen setzt, machen sie mit Dir, was sie wollen. Sie schlagen Dich, bewerfen Dich mit Sachen und hören schon gar nicht auf Dich. Deswegen nicht vergessen: Du bist kein Spielzeug und auch keine Spielkameradin!

Die falsche Sprache

In der Kita kannst Du nicht so reden, wie mit Deinen Freundinnen oder mit Deiner Familie. Achte auf Deine Ausdrucksweise. Vor allem, wenn Du fluchst, weil Dir etwas Blödes passiert ist. Du willst doch nicht, dass die Kleinen ihren Eltern abends erzählen, dass sie von Dir ein ganz tolles neues Wort gelernt haben?

Kein Smartphone bei der Arbeit!

Eine kurze Nachricht an eine Freundin oder schauen, wer einem geschrieben hat? Das geht gar nicht. Erstens lenkt ein Smartphone Dich von Deiner verantwortungsvollen Aufgabe ab – Du sollst schließlich auf die Kleinen aufpassen.

Und zweitens werden die Kinder dann neugierig und wollen auch mal schauen und spielen.

1.3 Rechte und Aufgaben von Praktikanten im Praktikum

Aufgaben, Rechte und Pflichten werden zuerst festgelegt In der Anfangsphase ist es in den meisten Kitas so geregelt, dass die Praktikanten erstmal die Abläufe sowie die Kinder kennenlernen sollen. Nach Absprache dürfen Praktikanten auch Aktivitäten begleiten und ggf. selbstständig mit den Kindern durchführen. Hauswirtschaftliche Tätigkeiten gehören ebenso zum Praktikum, darunter zählen zum Beispiel das Decken des Mittagstischs und das Reinigen des Gruppenraumes. In den dritten Bereich der pflegerischen Tätigkeiten fallen zum Beispiel das Zähneputzen, Anziehen oder der Toilettengang, die der Praktikant ebenfalls nach und nach übernehmen kann. Aufsichtspflicht – ja, aber nur gaaanz kurz.

Generell gilt: Praktikanten dürfen vorübergehend die Aufsichtspflicht übernehmen, wenn sie bereits Erfahrung im Umgang mit Kleinkindern haben und über eine entsprechende persönliche Reife verfügen. Je besser Du eingearbeitet bist, desto mehr Verantwortung kannst Du auch übernehmen.

Dürfen Praktikanten Kleinkinder wickeln?

Das Wickeln im Praktikum ist rechtlich gesehen nicht verboten. Allerdings gibt es Einrichtungen, die bei kurzen Praktika lieber darauf verzichten. Langzeitpraktikanten werden meist nach einer Weile darin unterwiesen, sodass sie irgendwann alle Wickel-Aufgaben übernehmen können.

Für Erzieher: Gut eingearbeitete Praktikanten sind eine Bereicherung für die Kita. Ein Praktikum ist deshalb eine gute Unterstützung. Wichtig ist deshalb eine gute Einarbeitung sowie das Heranführen an die Aufgaben durch einen Erzieher oder Erzieherin. Je besser ein Praktikant in den Kita-Alltag integriert ist, desto mehr Aufgaben kann dieser auch übernehmen.

1.4 Die Ausbildung zum Erzieher

Wo wird die Ausbildung zur Erzieherin stattfinden?

Azubis lernen an Fachschulen, Fachakademien, Berufsfachschulen oder Berufskollegs. Der Unterricht findet in Klassen statt. Du musst Arbeiten schreiben, Hausaufgaben machen und andere Leistungsnachweise erbringen. Am Ende bereitest Du Dich mit Deiner Klasse auf die Abschlussprüfung vor. Dazu kommt der Praxis-Teil der Ausbildung: In Praktika, die oft in den Schulferien absolviert werden, betreust Du Kinder unter fachkundiger Anleitung eines anderen Pädagogen bzw. Erziehers. Um einen Praktikumsplatz musst Du Dich meist selbst kümmern, so kannst Du Dir aber die Einrichtungen aussuchen, die Dich am meisten interessieren und zu denen Du vielleicht später wechseln möchtest. Also, treffe eine gute Entscheidung!

Das lernst Du als Erzieher

Während der Ausbildung zum Erzieher lernst Du, welche pädagogischen Grundprinzipien es gibt, wie Du bei Kindern Frühförderung leisten kannst, was Vorschularbeit ausmacht, wie Du mit Kindergruppen und Eltern arbeitest u. v. m.

Mit diesen Themen befasst Du Dich in der Ausbildung:

Sozialpädagogik

Bewegungspädagogik

Erlebnispädagogik

Integrationspädagogik

Sexualpädagogik

Pädagogik im Bereich Ökologie und Umwelt

Medienkompetenz

Didaktisch-methodische Planung

Aggressionstheorien

Sprach-Erziehung

Gesprächsführung

Gesetze und Verordnungen

Infos über Kinderkrankheiten

Dazu kommen noch die klassischen Schulfächer Deutsch, eine Fremdsprache, Sozialkunde/Politik und Religion/Ethik. Klingt nach viel? Das ist es zwar, aber auch unglaublich spannend.

Gibt es Geld für die Ausbildung zur Erzieherin?

Die Ausbildung oder Weiterbildung zum Erzieher wurden bisher nicht vergütet und kosteten meistens Geld – an öffentlichen Schulen musst Du eventuell zusätzlich für Aufnahme- und Prüfungen zahlen. Auszubildende in Gesundheitsberufen sollen künftig generell kein Schulgeld mehr zahlen müssen, so damals die Bundesfamilienministerin Giffey. Nordrhein-Westfalen war eines der ersten Bundesländer, das die Schulgeldfreiheit umsetzte. Beim praxisintegrierten Ausbildungsweg (PiA) in Baden-Württemberg erhältst Du vom ersten Tag an ein Ausbildungsgehalt. In der klassischen Erzieherinnen- und Erzieherausbildung dagegen können Schüler in den ersten beiden Jahren eine Förderung über BAföG oder Aufstiegs-BAföG (AFBG) erhalten.

Auch andere Bundesländer sind bereits mitgegangen oder auf dem Weg dorthin. In der Übergangsphase kann es aber noch zu unterschiedlichen Auffassungen kommen. Private Schulen erheben aber Lehrgangsgebühren. Deshalb am besten vorher immer fragen.

Weiterbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher

Noch kein Erzieher, aber Lust darauf? Wie wäre es dann mit einer Weiterbildung zur Erzieherin?

Es gibt spezielle Programme, um mehr Menschen, die bereits Berufserfahrung gesammelt haben, für die Arbeit in Kitas zu begeistern. Basierend auf dem Bundesmodellprogramm „Quereinstieg - Männer und Frauen in Kitas“ folgte das Bundesprogramm „Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher“, das aber nun abgeschlossen ist. Eine Möglichkeit ist die praxisintegrierte Ausbildungsform (PiA), die aber je nach Bundesland auch anders heißen kann; zum Beispiel in Hessen „Praxisintegrierte vergütete Ausbildung (PivA)“.

Willkommen im Ausbildungs-Labyrinth Deutschland!

Die Fragen solltest Du Dir auf jeden Fall vor der Weiterbildung stellen:

Möchte ich wirklich in diesen Beruf wechseln? Was spricht dafür? Was dagegen?Konnte ich schon ausreichend Erfahrung mit Kindern sammeln?Macht mir die Arbeit mit Kindern wirklich Spaß?Bin ich körperlich und psychisch belastbar?

Noch mehr Möglichkeiten der Weiterbildung

Auch praktisch: Angehende Erzieher können an einigen Schulen ihre Ausbildung in Teilzeit absolvieren – interessant, wenn Du nebenbei noch in Deinem alten Job arbeiten willst oder Kinder zu versorgen hast.

Als Kinderpfleger in der Kita arbeiten

Nicht nur fachfremde Quereinsteiger werden als Angestellte für den Kita-Bereich herangezogen. Kinderpfleger und Sozialassistenten können ebenso Erzieher, Pädagogen und Krankenpfleger unterstützen. Der Vorteil ist vor allem die zweijährige Ausbildung. Durch Weiterbildungen können sie ebenso den Abschluss als Erzieher machen – nur dann gibt es auch das höhere Gehalt für die gleiche Leistung.

Als studierter Pädagoge Kita-Leitung werden Auch studierte Sozialpädagogen, Erziehungswissenschaftler oder Absolventen mit einem Bachelor der Kindheitspädagogik können als Erzieher in Kitas arbeiten. Dabei stehen die Chancen nicht schlecht, schneller eine Festanstellung und nach einiger Zeit auch eine Leitungsfunktion zu übernehmen.

Finanzielle Förderung mit BAföG und Co.

Wenn Du den klassischen Weg der Erzieherausbildung wählst, kannst Du Dich auch über BAföG finanzieren. Wenn Du älter als 30 Jahre bist und eine berufliche Weiterbildung anstrebst, gibt es die Möglichkeit des Aufstieg-BAföGs. 50 Prozent des Geldes erhältst Du als Kredit, die andere Hälfte wird Dir geschenkt.

1.5 Quereinstieg in die Kita – eine Antwort auf die Krise?

In den letzten Jahren sehen wir uns immer häufiger mit einem Fachkräftemangel im Bereich der frühkindlichen Bildung konfrontiert. Unsere Kindertagesstätten stehen unter enormem Druck, denn sie sollen qualitativ hochwertige Betreuung gewährleisten, während sie gleichzeitig mit einem eklatanten Mangel an pädagogischem Personal zu kämpfen haben. Eine der Lösungen, die in diesem Zusammenhang immer wieder diskutiert wird, ist der Quereinstieg in den Erzieherberuf.

Quereinstieg: Was genau meinen wir damit?

Wenn wir von „Quereinstieg in die Kita“ sprechen, was genau haben wir dann im Sinn? Dieser Begriff wird oft verwendet, doch die genaue Bedeutung kann variieren und hängt häufig von regionalen Richtlinien und persönlichen Interpretationen ab.

Quereinsteiger sind Personen, die ursprünglich keine Ausbildung im Bereich der Frühpädagogik absolviert haben, aber durch verschiedene Wege und Qualifikationsmaßnahmen in eine berufliche Position innerhalb von Kindertagesstätten gelangen. Die Spannbreite reicht von Menschen mit völlig fachfremden Berufen bis hin zu denen, die vielleicht in verwandten sozialen oder bildungsorientierten Bereichen Erfahrungen gesammelt haben.

Der Quereinstieg in die Kita ist nicht einheitlich geregelt

In manchen Bundesländern gibt es spezifische Programme und Qualifizierungen für Quereinsteiger, die darauf abzielen, diese Personen auf ihre neuen Aufgaben in der Kita vorzubereiten. Diese Programme können bzgl. Umfang und Inhalt stark variieren und reichen von kurzen Kursen bis hin zu umfangreichen Fortbildungen.

Es ist wichtig, dass wir uns bewusst machen, dass die Anforderungen und Voraussetzungen für Quereinsteiger nicht einheitlich geregelt sind. Jedes Bundesland hat eigene Richtlinien.

Wir stehen an einem Wendepunkt, an dem wir gemeinsam entscheiden können, wie wir die Zukunft der frühkindlichen Bildung gestalten möchten. Der Quereinstieg sollte als Teil einer breiteren Strategie betrachtet werden, die darauf abzielt, den Beruf der Erzieherin und des Erziehers aufzuwerten, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und eine hochwertige Bildung und Betreuung für alle Kinder zu sichern.

Der Quereinstieg kann eine Chance sein, wenn wir ihn richtig nutzen – zum Wohl unserer Kinder, unserer Fachkräfte und unserer Gesellschaft.

1.6 Fortbildungen für Erzieher

Du bist Erzieherin oder Erzieher und möchtest Dich beruflich weiterbilden?

Als Erzieher hast Du verschiedenste Möglichkeiten, was Weiterbildungen und Fortbildungen betrifft.

Du kannst zum einen Weiterbildungen besuchen, die Dich für besondere Arbeitsbereiche, wie etwa die Sprachentwicklung, qualifizieren. Andererseits gibt es auch spezialisierte Fortbildungen, die Dir dabei helfen können, Deine Kenntnisse in einem bestimmten Themengebiet zu vertiefen und Dir spezifische Kompetenzen vermitteln – da wären beispielsweise der Bereich der Frühförderung oder der Inklusion von Kindern mit besonderen Bedürfnissen.

So viel ist sicher: Als Erzieherin oder Erzieher kannst Du Dich mithilfe von Fort- und Weiterbildungen für die verschiedensten Arbeitsbereiche qualifizieren und hast so die Chance, Dich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln, neue Fähigkeiten zu erlernen und Dein eigenes Fachwissen zu erweitern.

Natürlich können solche Qualifikationen auch dazu beitragen, Deine Karrierechancen zu verbessern!

Berufsinterne Weiterbildungen für ErzieherInnen

Viele Einrichtungen bieten einmal jährlich Weiterbildungen für Erzieher an. Gehört Deine auch dazu? Dann solltest Du die Möglichkeit auf jeden Fall nutzen.

Zum einen, weil Du nach dem Bildungsurlaubsgesetz (BFQG) den Anspruch auf fünf Bildungsurlaubstage im Jahr hast. Diese zu nehmen, ist Dein gutes Recht. Zum anderen schlagen die Einrichtungsleitungen nicht selten Weiterbildungen vor, die sie selbst als hilfreich für Eure Einrichtung erachten. Eine Anmeldung zeigt, dass Du motiviert bist und Lust hast, Dich als Erzieherin weiterzubilden, um so neue Aufgaben übernehmen zu können. Andere Fortbildungen - in manchen Einrichtungen „pädagogische Tage“ genannt – sind obligatorisch für das ganze Team, so dass die Kita an diesen Terminen geschlossen bleibt.

Meistens finden diese Weiterbildungen für Erzieher innerhalb der eigenen Einrichtung oder in Schulungszentren statt.

Einige Beispiele für Fortbildungen für Erzieher innerhalb einer Einrichtung können sein:

Umgang mit WickelkindernAufmerksamkeitsdefizite erkennenUmgang mit ADHSUmgang mit AutismusGesunde Ernährung im KindergartenSpielideen und Kreativitätsförderung

Weitere Zusatzqualifikationen

Auch in diesem Bereich gibt es viele Möglichkeiten, die für Erzieher relevant sein können. Meistens finden diese Zusatzqualifikationen in Form von Seminaren und Kursen statt; viele davon bereits online. Hierzu zählen beispielsweise:

Weiterbildung: Integration und Inklusion