De Monarchia - Dante Alighieri - E-Book
Beschreibung

De Monarchia ist das politiktheoretische Hauptwerk Dante Alighieris. Das Werk ist wahrscheinlich nach dem Tod Kaiser Heinrichs VII. verfasst worden (vielleicht 1316), muss aber noch als Reaktion auf dessen Politik einer Restauratio imperii gesehen werden. Kernpunkt ist Dantes Ansicht, dass der Kaiser die Weltherrschaft ausüben müsse, damit die göttliche Ordnung verwirklicht werden kann. Die Monarchia, die in drei Bücher eingeteilt ist, verfasste Dante nach aristotelischen Gesichtspunkten und wandte sich mit dem Inhalt gegen den päpstlichen Herrschaftsanspruch (siehe auch Bonifaz VIII. und Unam Sanctam). Oft als Anachronismus und naive Phantasterei gebrandmarkt, reflektierte das Werk doch die mittelalterlichen Vorstellungen von der Universalmacht des Imperiums. (aus wikipedia.de)

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Seitenzahl:148

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De Monarchia

Dante Alighieri

Inhalt:

Dante Alighieri – Biografie und Bibliografie

De Monarchia

Erstes Buch - Ueber die Nothwendigkeit der Monarchie.

Zweites Buch - Wie das römische Volk das Amt der Monarchie oder des Kaiserthums mit Recht übernommen habe.

Drittes Buch - Auf welche Weise das Amt eines Alleinherrschers oder Kaisers von Gott unmittelbar abhängt.

De Monarchia, Dante Alighieri

Jazzybee Verlag Jürgen Beck

Loschberg 9

86450 Altenmünster

ISBN:9783849608989

www.jazzybee-verlag.de

admin@jazzybee-verlag.de

Frontcover: © Vladislav Gansovsky - Fotolia.com

Dante Alighieri– Biografie und Bibliografie

Der größte Dichter Italiens und einer der tiefsinnigsten Dichter aller Zeiten und Völker, wurde 1265, wahrscheinlich 30. Mai, in Florenz geboren und starb 14. Sept. 1321 in Ravenna. Er erhielt den Namen Durante, der in Dante abgekürzt wurde. Seine Familie gehörte zu den ältesten florentinischen Geschlechtern und stand auf seiten der Guelfen. D. selbst nennt als seinen Stammvater Cacciaguida (geb. um 1090, gefallen 1147 im Kreuzzug), der eine Alighieri zur Frau hatte. Einer ihrer Söhne (gest. um 1200) nahm den Namen der Mutter an und ward so Stifter des Geschlechts der Alighieri zu Florenz. Von dem Leben des Dichters ist nur wenig bekannt. Erst durch die gründlichen Forschungen der Neuzeit ist eine ganze Reihe unbegründeter Überlieferungen beseitigt worden. Von den Eltern Alighieris wissen wir nur, daß sein Vater, der zweimal vermählt war, gegen 1280 starb, und daß seine Mutter Bella, die erste Frau Alighieris, noch jung war, als sie den Ihrigen durch den Tod geraubt wurde. Auf Dantes geistige Entwickelung übte bedeutenden Einfluß der gelehrte Staatssekretär der Republik, Brunetto Latino, der ihm ein väterlicher Freund war. Der Studiengang des Dichters läßt sich nicht genauer verfolgen, doch zeigt sein Jugendwerk, das 1292 beendete »Neue Leben«, schon eine Menge Kenntnisse, z. B. eingehende Belesenheit in den provenzalischen Trobadors. D. beschäftigte sich auch mit den heitern Künsten; er war Freund des Sängers Casella, der Maler Giotto und Oderisi und zeichnete selbst. Sein erstes erhaltenes Sonett dichtete er mit 18 Jahren. Es war an alle Dichter gerichtet und wurde von Guido Cavalcanti (gest. 1300) freundlich beantwortet, der dadurch Dantes innigster Freund wurde, dagegen höhnisch von Dante da Majano. Dantes erste Lyrik hat ihre Quelle in der idealen Liebe zu der Tochter des angesehenen Florentiner Bürgers Folco Portinari, Beatrice, über die er selbst in seinem Erstlingswerk: »La vita nuova«, berichtet. Von dieser Jugendliebe blieb ihm der tiefste Eindruck, der sich allmählich zur völligen Verklärung Beatrices in seinem großen Gedicht gestaltete; sie war rein ideal, sie erstrebte nicht den Besitz der Geliebten und wurde auch nicht durch Beatrices Verheiratung beeinträchtigt. Da eine solche Neigung vielfach nicht verstanden wurde, suchte man Beatrice als bloße Allegorie oder Abstraktion zu fassen (vgl. dagegen D'Ancona, La Beatrice di D., in der »Vita nuova«, Pisa 1884, und Del Lungo, Beatrice nella vita e nella poesia del sec. XIII, Mail. 1891). In seiner Jugend nahm D. an den Kriegszügen seiner Vaterstadt teil, 1289 beteiligte er sich an der Schlacht bei Campaldino, in der die Florentiner Guelfen die Aretiner Ghibellinen besiegten. Bald darauf war er im Kriege gegen die Pisaner bei der Übergabe der Burg Caprona zugegen. Nach dem Tode Beatrices (19. Juni 1291) suchte D. in der Philosophie Trost und legte die poetischen Reflexe dieser Studien in seiner allegorischen und moralischen Lyrik nieder. Etwa um 1295 vermählte er sich mit Gemma dei Donati, die noch 1333 lebte. Dieser Che entstammten drei Kinder: Pietro, Jacopo und Antonia; Beatrice, die Nonne war, wird mit Antonia identisch sein. Fortan nahm der Dichter, der in die Zunft der Ärzte und Apotheker eintrat, eifrig am öffentlichen Leben seiner Vaterstadt teil. So saß er 1300 vom 15. Juni bis 15. Aug. im Kollegium der sechs Prioren, welches Amt für ihn die Quelle alles spätern Unglücks wurde. Florenz war in zwei, seit 1301 die »Weißen« und die »Schwarzen« genannten, Parteien geteilt, von denen die erstern mehr ghibellinisch gesinnt, die letztern dagegen unbedingte Anhänger des Papstes waren. Als die erbetene Vermittelung des Papstes scheiterte und die Haltung der Parteien bedrohlich wurde, wurden ihre angesehensten Mitglieder verbannt (24. Juni), aber bald darauf zurückberufen. Nach der Entdeckung einer Verschwörung der Schwarzen wurden deren Häupter im Juni 1301 aufs neue verbannt. Während dieser stürmischen Zeit (1301) trat D. noch mehrfach öffentlich auf. Von den Schwarzen gedrängt, schickte der Papst einen neuen »paciere« in der Person Karls von Valois, des Bruders Philipps des Schönen von Frankreich, nach Florenz. Dieser zog 1. Nov. in die Stadt ein und begünstigte die Schwarzen so sehr, daß sie in kurzer Zeit zur Herrschaft gelangten und die Gegenpartei schonungslos unterdrückten. Nach dem Scheitern eines abermaligen Versöhnungsversuches wurden 1302 über 600Weiße meist wegen erdichteter Vergehen zum Tod oder zur Verbannung verurteilt. Unter letztern befand sich D. Am 27. Jan. wurde ihm ein Dekret zugestellt, das seine Verbrechen aufzählte und ihn zur Zahlung von 5000 Fiorini piccioli, zum Schadenersatz für begangene Unterschlagungen etc., zu 2 Jahren Verbannung aus der Toskana und zum Ausschluß von allen Ämtern für immer verurteilte. Wenn er nicht nach 3 Tagen bezahle, verliere er sämtliche Güter. Am 10. März verdammte ihn ein neues Dekret zum Feuertode, wenn er in die Hände der Gemeinde falle. Die Fassung der Urteile setzt voraus, daß D. zurzeit der Katastrophe in Florenz anwesend war. Noch weniger als von Dantes Leben in Florenz wissen wir aus der Zeit seiner Verbannung. Die vertriebenen Weißen vereinigten sich mit den seit langem verbannten Ghibellinen und suchten sich der Stadt Florenz mit Waffengewalt zu bemächtigen. Am 8. Juni 1302 kam eine Anzahl hervorragender Familien im Chor der Kirche San Godenzo im Mugello zusammen, wobei auch D. zugegen war. Als Zwietracht innerhalb der Partei ausbrach, trennte sich D. von ihr, wahrscheinlich 1303, nach der Niederlage der Verbannten bei Castel Pulicciano (März). Zunächst wendete er sich nach Verona, wo ihm Bartolomeo della Scala Schutz gewährte (wohl schon 1303). Nach dessen Tode (8. März 1304) irrte D. in Italien umher, und die bitterste Not zwang ihn oft zum Betteln. Am 6. Okt. 1306 ist er urkundlich in Sarzana in der Lunigiana nachzuweisen, von wo er sich nach dem Casentino begab. Zwischen 1307 und 1310 scheint er sich in Lucca aufgehalten zu haben. Villani, Boccaccio u. a. sprechen auch von einer Reise nach Paris, die manche 1308 ansetzen; doch diese Reise ist zweifelhaft. Unsinnig ist die Annahme eines Aufenthalts in Oxford. Die Kunde von dem Römerzuge König Heinrichs VII. (Oktober 1310) erweckte neue Hoffnungen in D. Er eilte ihm entgegen und schrieb einen lateinischen Brief an die Fürsten und Völker Italiens, sich dem Kaiser zu unterwerfen. Aber gerade Florenz wurde der Herd der Widersacher des Kaisers. Da schleuderte D. 31. März 1311 von den Arnoquellen aus einen furchtbaren Brief gegen seine Vaterstadt und schrieb an Heinrich 18. April einen Brief, der ihn aufforderte, ungesäumt die Axt an die Wurzel alles Übels, Florenz, zu legen. Die Florentiner antworteten auf Dantes Brief damit, daß sie ihn nebst etwas über 1000 Guelfen ausdrücklich von einer Amnestie vom 2. Sept. 1311 ausschlossen. Die Belagerung ihrer Stadt im Sommer 1313 hatte keinen Erfolg, und schon 24. Aug. 1313 ereilte den Kaiser bei Siena der Tod. D. war nicht im Lager von Florenz. Nach ihrer Niederlage durch die Pisaner bei Montecatini 29. Aug. 1315 erneuerten die Florentiner 6. Nov. das Verbannungsdekret gegen D., seine Söhne und die andern Verbannten und schlossen sie 1316 auch von einer Amnestie aus. Die Siege der Ghibellinen in der Toskana waren aber nur vorübergehend. Die letzten Lebensjahre, sicher mehrere Jahre, verbrachte D. in Ravenna bei seinem Freunde Guido Novello da Polenta, dem Neffen der Francesca da Rimini, der seit seines Onkels Lamberto Tode (22. Juni 1316) Herr der Stadt war. Der Verkehr mit Can Grande della Scala, dem Herrn von Verona, um diese Zeit bestand in kürzern Besuchen. D. dachte sehr hoch von ihm und widmete ihm das »Paradies«, noch ehe es vollendet war (Brief vor 1318). Über den Zeitpunkt der Niederlassung Dantes in Ravenna fehlen genaue Angaben. Seine Söhne zogen mit ihm, und Pietro erhielt dort zwei Pfründen. Im Sommer 1321 ging D. in einer diplomatischen Mission seines Gastfreundes nach Venedig, erkrankte dort und wurde, dem Tode nahe, nach Ravenna zurückgebracht. Dort starb er 14. Sept. 1321 (vgl. Ricci, L'ultimo rifugio di D., Mail. 1891) und ward in der Marienkapelle der Kirche San Pietro Maggiore (jetzt San Francesco) in einem steinernen Sarge feierlich bestattet. Der Fürst selbst hielt ihm eine Leichenrede, und nur seine eigne Vertreibung im folgenden Jahre vereitelte seine Absicht, ihm ein prächtiges Denkmal zu errichten. 1329 wollte der Kardinallegat Bertrand du Poyet Dantes Gebeine als ketzerisch verbrennen lassen. Erst nach 1353 wurden bei einer Ausbesserung zwei Inschriften angebracht, die eine von Menghino Mezzano, die andre von Bernardo Canaccio. 1483 ließ Bernardo Bembo, Vater des Kardinals, die Grabstätte mit dem noch vorhandenen Relief von Pietro Lombardi schmücken. Als Leo X. die Gebeine 1519 nach Florenz überführen lassen wollte, fand man den Sarg schon leer. Durch den Kardinallegaten Domenico Maria Corsi ward 1692 die verfallene Grabstätte umfassend wiederhergestellt; 1780 erfuhr sie durch Luigi V. Gonzaga eine gründliche Umwandlung nach den Plänen Morigias. 1813 stellte Canova Dantes Marmorbüste im Pantheon zu Rom auf. Florenz forderte die Gebeine des Dichters, der in seinem letzten Willen ausdrücklich verlangt hatte, daß sie unter keinen Umständen an seine undankbare Vaterstadt ausgeliefert werden sollten, wiederholt (zuletzt noch 1864) zurück, aber immer vergeblich, und hat erst 1829 in Santa Croce ein Kenotaph von der Hand Riccis aufstellen lassen. 1373 errichtete Florenz einen besondern Lehrstuhl zur Erläuterung der Göttlichen Komödie, auf den Boccaccio berufen ward, und andre Städte, wie Pisa, Bologna, Mailand, folgten dem Beispiel nach. Raffael hat Dantes Bild im Vatikan in der Disputa und im Parnaß angebracht. Ein Freskobildnis des jugendlichen Dichters (wie man annimmt, von Giotto) wurde 1840 an einer Wand der Cappella del Podesta zu Florenz wieder aufgefunden. Vgl. zu den Dantebildern das Werk von F. X. Kraus und I. Krauß, Das Porträt Dantes (Berl. 1901).

Dantes Tochter Antonia ist in einer Urkunde von 1332 erwähnt, Beatrice in einer von 1371. Von seinen Söhnen war der jüngere, Jacopo di D., bei dem Tode des Vaters in Ravenna und lebte noch 1342 in Florenz. Er verfaßte unter anderm einen unbedeutenden Kommentar zum »Inferno« (hrsg. Flor. 1848), eine Inhaltsangabe der »Commedia« in Terzinen und ein Lehrgedicht »Dottrinale« (kritische Ausg., Città di Castello 1895). Pietro lebte zuletzt als Richter in Verona und machte 1364 sein Testament. Er schrieb einen wichtigen lateinischen Kommentar zur »Komödie« (1340 gedruckt, Flor. 1845). Mit seiner Urenkelin Ginevra, die 1549 den Grafen Marcantonio Serego in Verona heiratete, ist Dantes direkte Nachkommenschaft erloschen.

Die kleinern Schriften Dantes

Wie über Dantes Leben genaue Nachrichten fehlen, so auch über die Abfassungszeit der einzelnen Werke. 1) Die früheste Schrift ist »Das neue Leben« (»La vita nuova«), eine zarte, innige Schilderung der Jugendliebe des Dichters. Eine Anzahl ihr entsprungener Gedichte sind durch einen Kommentar in Prosa verbunden, der teils über Anlaß und Bedeutung jedes einzelnen Gedichtes in schwungvoller, ergreifender Sprache Auskunft gibt, teils in trocken scholastischer Weise die Gedichte zergliedert. Die Verbindung der im Laufe der Jahre entstandenen Gedichte durch Prosatext fällt ins Jahr 1292. Die zum erstenmal Florenz 1576 gedruckte »Vita nuova« erlebte viele Ausgaben. Die besten sind die von d'Ancona (Pisa 1872, 2. Aufl. 1884), von Witte (Leipz. 1876) und von Casini (Flor. 1885, 2. Aufl. 1891). Becks kritische Ausgabe (Münch. 1896) ist völlig unzureichend. Deutsche Übersetzungen sind vorhanden von v. Oeynhausen (Wien 1824), Förster (das. 1841), Jacobson (Halle 1877), Wege (Leipz. 1879), Federn (Halle 1897). 2) »Das Gastmahl« (»Il convivio«) ist zwischen 1306 und 1309 verfaßt. Es wäre eine Enzyklopädie des Gesamtwissens der damaligen Zeit geworden, wäre es vollendet. Es sollte 14 philosophische und didaktische Kanzonen Dantes erklären und 15 Bücher enthalten, aber nur das einleitende Buch und drei weitere Traktate sind geschrieben. Die Darstellungsweise ist die schwerfällige und umständliche der Scholastik. Den Namen »Gastmahl« gab D. dem Buch, dem ersten Beispiel wissenschaftlicher italienischer Prosa, weil er die Erklärung gleichsam als Brot zu den Gerichten der Kanzonen auftischen wollte. Es ward zum erstenmal gedruckt Florenz 1490, am besten von Fraticelli (»Opere minori di D.«, s. unten) und mit reichhaltigem Kommentar von Giuliani (Flor. 1874, 2 Bde.); eine deutsche Übersetzung verfaßte Kannegießer (»Dantes prosaische Schriften«, Leipz. 1845). 3) Die lyrischen Gedichte Dantes (»Il Canzoniere«). Unter diesem Titel sind die Gedichte der »Vita nuova« und des »Convivio« und die dort nicht verwendeten gesammelt. Die Untersuchungen, ob alle D. zugeschriebenen Gedichte ihm angehören, sind noch nicht abgeschlossen. Die erste, ziemlich vollständige Ausgabe dieser lyrischen Gedichte bilden die vier ersten Bücher der »Sonetti e canzoni di diversi autori toscani« (Flor. 1527 u. ö.); neuere Ausgaben besorgten Fraticelli (das. 1861), Giuliani (das. 1863 u. 1868). Als Anhang zu den »Rime« und auch gesondert findet man »Rime spirituali« gedruckt, die jedoch unecht sind. Deutsche Übersetzungen der »Rime« veröffentlichten Kannegießer (»Dantes lyrische Gedichte«, mit einer Abhandlung von Witte, worin Echtes und Unechtes zu unterscheiden versucht wird; 2. Aufl., Leipz. 1842), Krafft (»Dantes lyrische Gedichte und poetischer Briefwechsel«, Regensb. 1859) und Wege (Leipz. 1879).

In lateinischer Sprache verfaßte D.: 4) »De vulgari eloquentia« (»Über die Volkssprache«). Dies Werk sollte in mindestens vier Büchern von der Poetik und der Vulgärsprache handeln. Mitten im 14. Kapitel des zweiten Buches bricht die Schrift ab. Das Geschriebene handelt von der italienischen Schriftsprache, von den Stilarten und vom Bau der Kanzone. Das unvollendet gebliebene Werk entstand wohl in den ersten Jahren der Verbannung und erschien zuerst in einer italienischen Übersetzung von Trissino (Vicenza 1529 u. ö.), das Original mit Noten von Corbinelli (Par. 1577). Kritische Ausgabe von Rajna (Flor. 1896; kleine Ausg., das. 1897), deutsche Übersetzung von Kannegießer (Leipz. 1865). 5) Die bis jetzt aufgefundenen Briefe Dantes sammelten Witte (»Dantis epistolae quae exstant cum notis«, Padua 1827), Torri (Livorno 1842), Fraticelli (Flor. 1862), Giuliani (1882). Die vielumstrittene Frage nach der

 Echtheit der Briefe ist noch nicht abgeschlossen. Deutsche Übersetzung ist von Kannegießer (Leipz. 1845). 6) Auch zwei lateinische »Eklogen« hinterließ D. Zuerst vollständig, aber fehlerhaft in »Carmina illustrium poetarum italorum« (Flor. 1718); besser nebst den beiden dazu gehörigen Gedichten des Giovanni del Virgilio bei Fraticelli (das. 1836 u. ö.), Giuliani (das. 1882), Pasqualigo (Lonigo 1887) und Wicksteed u. Gardner (Lond. 1901); deutsch von Kannegießer (Leipz. 1842) und Krafft (Regensb. 1859). Sie fallen frühestens in das Jahr 1318. 7) »De monarchia« (»Über die Monarchie«), Dantes politisches Glaubensbekenntnis, worin er das Kaisertum der Kirche ebenbürtig gegenüberstellt und eine weltliche Universalmonarchie fordert. Die Abfassung des Werkes fällt wohl sicher in Dantes letzte Lebensjahre (zuerst gedruckt Basel 1559). Die beste Ausgabe ist die Wittes (2. Aufl., Wien 1874); Übersetzungen von Heroldt (Basel 1559), Kannegießer (Leipz. 1845) und Hubatsch (Berl. 1872). Vgl. Hegel, Dante über Staat und Kirche (Rostock 1842); Böhmer, Über Dantes Monarchie (Halle 1866), und Buscaino Campo, D. e il potere temporale de' papi (Trapani 1893). 8) Die Abhandlung »Quaestio de aqua et terra« (»Über Wasser und Land«) ist wohl eine Fälschung des ersten Herausgebers, Moncetti. Zum jetzigen Stand der Frage vgl. Moore, Studies in Dante II (Oxf. 1899), und Boffito, Intorno alla »Quaestio de aqua et terra« (Turin 1902); zuerst gedruckt Venedig 1508; neu herausgegeben von Fraticelli (Flor. 1861) und von Giuliani (das. 1882). Eine Gesamtausgabe der »Opere minori« Dantes lieferte Fraticelli (Flor. 1861–62, 3 Bde.), der lateinischen Schriften Giuliani (das. 1878–82, 2 Bde.). Alle Werke Dantes (auch die zweifelhaften und unechten) in einem dünnen Bande von Moore (Oxf. 1894).

Die »Divina Commedia«

Das Werk, das Dantes Namen unsterblich gemacht hat, ist die »Divina Commedia«. D. nennt es Komödie, »weil es furchtbar und häßlich beginnt und mit dem Schönen und Wünschenswerten endet« und in niedrigerm, anspruchsloserm Stil (in italienischer Sprache) verfaßt ist. Der Zusatz »divina« entstand erst nach des Dichters Tod und findet sich zuerst in Boccaccios »Vita di D.«; die erste Ausgabe mit der Bezeichnung »Divina Commedia« ist die von Venedig 1555.Vgl. Zenatti, La »divina« Commedia e il »divino« poeta (Bologna 1895).Das Gedicht ist eine Vision, die den Zustand und das Leben der Seelen nach dem Tod in den drei Reichen des Jenseits schildert, Hölle (Inferno), Fegefeuer (Purgatorio) und Paradies (Paradiso). Jede »Cantica« oder »Canzone« besteht aus 33 canti. Das Ganze umfaßt mit dem einleitenden Gesange 100 Gesänge in Terzinen, eine Form, die D. aus dem Serventese schuf. Die »Commedia« hat einen bis ins einzelnste ausgeführten architektonischen Bau. Das »Inferno« enthält (außer dem Vorhof) neun Höllenkreise, desgleichen das »Purgatorio« neun Räume: den Vorhof, sieben Büßerterrassen und das irdische Paradies auf dem Gipfel des Läuterungsberges. Das »Paradiso