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Endloses Hoffen macht das Herz krank; ein erfüllter Wunsch schenkt neue Lebensfreude. Die Bibel (Sprüche 13,12) Es gibt nur ein Mittel gegen den Verlust der Hoffnung Der Bruder von Dutch Sheets konnte miterleben, wie die Ärzte während eines Eingriffs am offenen Herzen den Herzschlag eines Patienten stoppten. Am Ende der Operation gelang ihnen jedoch nicht, das Herz wieder zum Schlagen zu bringen. Obwohl der Patient offensichtlich nicht bei Bewusstsein war, lehnte sich der Chirurg über ihn und flüsterte ihm ins Ohr: „Wir brauchen Ihre Hilfe. Wir können Ihr Herz nicht zum Schlagen bringen. Befehlen Sie Ihrem Herzen, wieder zu schlagen.“ So unglaublich es klingt, aber das Herz des Patienten fing daraufhin sofort zu schlagen an. Enttäuschungen, also unerfüllte oder zerstörte Hoffnungen und Wünsche, können nach der Bibel unser Herz emotional oder geistlich genauso krank machen wie physische Herzkrankheiten. Ja, sie haben die Macht, unsere emotionalen Herzen auszuschalten und unsere Fähigkeit, die Zukunft im Glauben und voller Zuversicht anzugehen, zu zerstören. Als Folge davon werden wir unserer Träume beraubt und können nicht mehr unserer Bestimmung gemäß leben. Das Leben wird steril. Wenn wir davon geheilt werden wollen, erläutert Dutch Sheets, müssen wir uns Gott aussetzen, damit er unsere Herzen erneuern und unseren Glauben wiederherstellen kann.
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Seitenzahl: 149
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Dutch Sheets
Dein Herz soll wieder schlagen
Wie Gott neue Hoffnung in unser Leben haucht
GLORYWORLD-MEDIEN
1. E-Book- Auflage 2022
Die Originalausgabe erschien unter dem Titel „Tell Your Heart To Beat Again“ bei Gospel Light, CA, USA
© 2002 Dutch Sheets
© der deutschen Ausgabe 2003 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany, www.gloryworld.de
Alle Rechte vorbehalten
Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 1985, entnommen.Weitere Bibelübersetzungen:[LU]: Luther Bibel, Revidierte Fassung von 1984[HFA]: Hoffnung für alle, 1983[GN]: Die Gute Nachricht 1982[EÜ]: Einheitsübersetzung, 1980
Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform.Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst.
Übersetzung und Satz: Manfred MayerCover: Oliver Häberlin, www.oha-werbeagentur.ch
ISBN (epub): 978-3-95578-106-4
ISBN (Druck): 978-3-936322-06-4
Vorwort
Prolog: Kummer gegen Freude eintauschen
Kapitel 1: Fangen Sie an zu leben!
Kapitel 2: Laufen Sie mit Hoffnung!
Kapitel 3: In Ihnen steckt immer noch Musik
Kapitel 4: Auch Ihr Herz soll wieder schlagen
Kapitel 5: Horeb wird nicht schrecklich bleiben
Kapitel 6: Horeb, der heilige Ort
Kapitel 7: Erwarten Sie!
Als Dutch Sheets mir auf einer Tagung sein neustes Buch schenkte, ahnte ich noch nicht, wie hilfreich es mir und vielen anderen Menschen werden würde.
Ich merkte an mir und vielen Leitern, mit denen ich verbunden bin, dass wir alle intensive geistliche Hygiene brauchen, um nicht an der einen oder anderen Stelle Enttäuschungen mit uns herumzutragen. Wir neigen dazu, unsere Hoffnung auf uns selbst, andere Menschen, Ereignisse, Projekte und Bewegungen zu setzen und dadurch tief enttäuscht zu werden. Haben wir nicht alle schon erlebt, dass Gottes Verheißungen verlässlich sind, und unser Leben und unseren Dienst deshalb auf dies gute Fundament gebaut? Dieses Buch zeigt auf, dass langes Warten auf die Einlösung von Verheißungen eventuell nicht spurlos an uns vorübergegangen ist.
Unser Vertrauen, unsere Kühnheit haben Schaden genommen. Vielleicht haben wir resigniert oder sind bitter geworden. Dutch Sheets zeigt in seinem Buch Auswege aus solchen Sackgassen.
Hingezogene Hoffnung macht das Herz krank, aber ein eingetroffener Wunsch ist ein Baum des Lebens.
Sprüche 13,12
In den Jahren als Pastor und Seelsorger habe ich viele Menschen kennen gelernt, die durch bestimmte Umstände so zerbrochen und verletzt sind, dass sie alle Hoffnung verloren haben. Auch für solche hat der Autor geschrieben, und sie werden hoffentlich den Lebensmut zurückgewinnen und mit einem „dennoch“ auf Gott zugehen.
Wir alle brauchen, dass Gott neue Hoffnung in unser Leben haucht.
Michael Schiffmann
Gründer von „Touch the Nations“, einem dynamischen Dienst, der Christen helfen will, in ihre Berufung zu kommen. Sein Dienst führte ihn bisher in über 20 Nationen.
Michael und Andrea Schiffmann haben fünf Kinder und leben in der Nähe von Hannover.
Das Folgende ist ein zeugnishafter Bericht meiner Sekretärin. Was sie erlebte, mag sich von Ihrer oder meiner Erfahrung unterscheiden, doch wird sich jeder in ihrer „hingezogenen Hoffnung“ wiedererkennen, der einmal mit Leid, Desillusion und Hoffnungsverlust zu tun gehabt hat. Sie können Joys Geschichte, wenn Sie so wollen, als eine Art Modellfall betrachten, wie Gott sich über unsere Dunkelheit erheben und uns in das herrliche Licht seiner Gegenwart hinein zu einem Leben voller Hoffnung befreien kann. – DS
Am Abend des 11. Januar 2002 war der Autor und Bibellehrer Chuck Pierce in unserer Gemeinde zu Gast. Während er an diesem Abend diente, sprach der Herr plötzlich zu meinem Herzen, es seien nun – auf die Minute genau – sieben Jahre, dass meine Tochter mir die schrecklichen Details über das unmoralische und verwerfliche Tun meines Ex-Ehemannes erzählt hatte. Diese Erinnerung traf mich völlig unvorbereitet. Beim Nachdenken über all das, was damals geschehen war, erkannte ich, dass sich jener denkwürdige Tag tatsächlich zum siebten Mal jährte.
Während dieses Gottesdienstes teilte mir Gott dann noch weitere Einzelheiten mit, wie zum Beispiel: „Sieben symbolisiert Vollendung – Abschluss. Das Durcheinander, die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit der letzten Jahre kommen nun zu einem Ende. Du wirst eine vollständige Heilung erleben. Sie ist schon beinahe abgeschlossen. Ich möchte, dass du weißt, dass du noch in diesem Jahr wiederhergestellt sein wirst. Hoffnung, Freude und Leben werden sehr bald in dein Leben kommen. Du wirst den Sieg über hingezogene Hoffnung davontragen. Dies wird ein Jahr der Neuanfänge sein.“
Dieses Wort und andere Dinge, die der Herr an jenem Wochenende an mir tat, waren für mich eine große Ermutigung, und ich spürte eine Erwartung – ja, sogar eine Hoffnung – in mir. Während der nächsten paar Wochen merkte ich, dass mein Glaube wuchs, insbesondere, wenn ich mich mit dem Wort Gottes beschäftigte. Dann jedoch begannen mich die Sorgen und Probleme des Alltags wieder zu übermannen. Ich hatte so viel zu tun, dass ich vergaß, was der Herr mir eben erst geschenkt hatte.
Mitten in all dem entschloss sich Pastor Dutch, statt eines vorgesehenen Buches über Synergie ein Buch über hingezogene Hoffnung zu schreiben. Während ich dieses Manuskript eintippte, konnte ich vor lauter Tränen zeitweise kaum meinen Computerbildschirm sehen. So viel von dem, wovon er geschrieben hatte, hatte ich durchlebt. Weshalb war ich dann aber immer noch am Kämpfen? Wie konnte es sein, dass ich mich noch immer in diesem schrecklichen Zustand hingezogener Hoffnung befand? Ich hatte ihn über dieses Thema lehren hören, hatte versucht, die vorgeschlagenen Schritte in Richtung Heilung zu befolgen, und nun arbeitete ich sogar für ihn, während er darüber schrieb. Aber trotz all dem hatte ich in diesem Bereich immer noch keine Freiheit erlebt. Weshalb wohl? Was ich an Frustration, Scham, Verzweiflung und Glaubenskämpfen durchmachte, war an der Grenze dessen, was ich aushalten konnte.
Der Februar des Jahres 2002 schien voll schrecklicher Zeiten hingezogener Hoffnung zu sein. Ich wusste nicht warum, aber statt besser zu werden, schien sich mein Gefühlszustand noch zu verschlechtern. Manchmal hatte ich den Eindruck, es gäbe überhaupt keine Hoffnung mehr – Hoffnungslosigkeit schien mein gesamtes Leben zu durchdringen, wie sehr ich mich auch daran erinnern mochte, wie gesegnet ich doch in Wirklichkeit war. Ich wollte nicht in diesem Zustand der Verzweiflung sein und versuchte, mich da herauszukämpfen, konnte aber einfach keine Hoffnung finden.
Als ich dann dieses Manuskript eintippte, kam ich zu der Stelle, in der Pastor Dutch über Abraham schrieb und dabei aus Römer 4,18 zitierte: „Er hat geglaubt auf Hoffnung, wo nichts zu hoffen war [LU].“ Ich entschloss mich, dasselbe zu tun – zu hoffen, ob ich nun Hoffnung hatte oder nicht. Dieser Satz kam mir während der nächsten Tage oft in den Sinn, und ich sagte zu mir selbst: „Du wirst hoffen, ob du nun Hoffnung hast oder nicht!“ Etwas anderes, das mich richtig traf, war die Aufforderung von Pastor Dutch, Lobpreis und Anbetung als Therapie anzuwenden. Obwohl ich mich mit dem Wort Gottes beschäftigt hatte, war ich doch immer noch auf mich selbst fixiert. Mir wurde klar, dass ich Lobpreis und Anbetung in meinem Kampf gegen hingezogene Hoffnung zu einem Schwerpunkt machen musste. Das tat ich dann auch.
Der 28. Februar hätte in meinem Leben eigentlich ein Freudentag sein sollen, da meine zweite Enkeltochter geboren wurde. Als ich sie Minuten nach ihrer Geburt im Arm hielt, staunte ich über die unvergleichlichen Wunder unseres Schöpfergottes. Gleichzeitig hatte ich aber Mühe, meine Tränen zurückzuhalten. Die Last und der Schmerz des Alleinerziehens – selbst des Alleinerziehens als Großmutter – schienen irgendwie einfach zu viel zu sein. Als ich das Krankenhauszimmer verließ, schaffte ich es gerade noch zu vermeiden, in lautes Weinen auszubrechen, während ich unauffällig meine Tränen abzuwischen versuchte. Sobald ich dann mein Auto erreichte, fing ich hemmungslos zu weinen an, und noch Stunden nachdem ich wieder zu Hause war, konnte ich nicht damit aufhören. Ich schrie zu Gott, er möge mir gegen alle Hoffnungslosigkeit helfen und mich irgendwie zu einem Überwinder machen.
Am nächsten Tag kämpfte ich mich durch die Arbeit und versuchte, die schrecklichen Kopfschmerzen als Folge des stundenlangen Weinens irgendwie auszuhalten. Da mir klar war, dass ich den speziellen Gottesdienst, der für diesen Abend geplant war, ohne Erholungspause nicht durchhalten würde, ging ich nach Hause, um mich auszuruhen. Dort erinnerte ich mich daran, dass Lobpreis und Anbetung Waffen gegen hingezogene Hoffnung sind, und legte deshalb eine Anbetungs-CD ein, bevor ich mich hinlegte. Während ich der Musik zuhörte und mich entspannte, versuchte ich mich darauf zu konzentrieren, Gott anzubeten. Es waren mehrere Minuten vergangen, als – etwa beim vierten Lied der CD – der Herr plötzlich anfing, zu mir zu reden:
„Ich werde dich heute von hingezogener Hoffnung heilen. Heute sind es sieben Wochen seit jenem Gottesdienst mit Chuck Pierce am 11. Januar, als ich dir sagte, deine Heilung sei beinahe vollendet. Und heute ist es auch genau sieben Jahre her, dass die Gemeinde erfuhr, was dein ehemaliger Ehemann getan hatte. Die Heilung ist nun vollständig – abgeschlossen. Was du an Zerstörung, Verzweiflung, Scham und Hoffnungslosigkeit erlebt hast, wird verschwinden. Ich werde dich heilen und dir Neuanfänge schenken. Die hingezogene Hoffnung wird dich heute Abend verlassen müssen, und Hoffnung, Freude und Friede werden dir zurückgegeben werden. Dein Leben wird nie mehr dasselbe sein.“
Da ich ja eine solche Glaubensheldin bin, kroch ich aus dem Bett und stolperte zu einem Kalender, während ich dachte: „Es können doch noch keine sieben Wochen sein, seit Chuck hier war.“ Ich zählte die Wochen vom 11. Januar bis zum 1. März – genau sieben Wochen. Mir gingen die Augen auf. „Nun ja, aber es können bestimmt nicht auch noch auf den Tag genau sieben Jahre sein, dass den Leuten in der Gemeinde mitgeteilt wurde, was mein Ex-Mann getan hatte.“ Ich versuchte ein paar alte Aufzeichnungen zu finden. Tatsächlich, seit dem 1. März 1995, als seine Sünde zu Recht öffentlich bekannt gemacht worden war – dies war nötig, da er die Position eines stellvertretenden Pastors innehatte und da von seiner Sünde Minderjährige der Gemeinde betroffen waren –, waren genau sieben Jahre vergangen.
Mein Geist in mir begann wieder lebendig zu werden, während meine Erwartungen an das, was Gott an diesem Abend mit mir vorhatte, immer größer wurden: Er würde sein Werk der Heilung abschließen. Ich würde Ganzheit und Vollständigkeit erleben! Ich würde „Freude“ (engl.: Joy) werden – nicht nur dem Namen nach, sondern in meinem ganzen Sein.
Als ich an diesem Abend den Gottesdienstraum betrat, wuchs die Spannung in meinem Geist immer mehr. Während der Anbetungszeit war es plötzlich so, als würde einfach ein riesiger Schwall Hoffnung, Freude und Leben auf mich niedergehen und mich buchstäblich umwerfen. Pastor Sam Brassfield, der an diesem Abend diente, brachte ein starkes Wort von Gott über Erweckung. Er bezog sich dabei oft auf die Zahl sieben – es sei eine Zeit der Vollendung und der Neuanfänge!
Während ich in der Heilungskraft Gottes schwelgte, erkannte ich auch, dass sich am vorherigen Tag, am 28. Februar, zum siebten Mal gejährt hatte, dass mein Ex-Mann unsere Familie für immer verlassen hatte. Kein Wunder, dass mich der Schmerz und die Last des Alleinerziehens überwältigt hatte! Wie wunderbar ist dagegen doch die Barmherzigkeit und Gnade unseres Vater-Gottes!
Als ich heranwuchs, hatte ich das Ziel, eine Ehefrau und Mutter zu werden. Ich plante damals sogar schon meine Familie. Ich wollte sieben Kinder haben: zwei Mädchen, ein Junge, Zwillingsmädchen, wieder ein Junge und dann noch ein weiteres Mädchen. Ja, ich hatte sogar feste Pläne, wie alt ich bei der Geburt jedes meiner Kinder sein wollte. Der Herr war treu darin, mir meine Wünsche zu erfüllen – und ich war unglaublich und unwahrscheinlich gesegnet, sechs Kinder, einschließlich Zwillingstöchtern, zu haben, und zwar genau in der von mir gewünschten Reihenfolge und Zeit. Welch ein erstaunlicher Gott! Das siebte Kind hatte ich allerdings nie bekommen.
Bis ich mich vor einigen Jahren auf den Weg meiner Heilung machte, konnte ich mir nicht vorstellen, jemand die wirklichen Gründe zu nennen, weshalb ich kein siebtes Kind – möglicherweise eine fünfte Tochter – mehr wollte. Und auch meiner Familie sagte ich nie, dass ich mich aufgrund der Hoffnungslosigkeit in meinem Leben so entschieden hatte. Ich wollte sie nicht wissen lassen, wie sehr ich unter hingezogener Hoffnung litt. Weil aber Gott mich inzwischen geheilt und mir Hoffnung gegeben hat, bin ich jetzt fähig, seine Güte und Gnade zu bezeugen. Wissen Sie, meine vier Töchter haben die folgenden zweiten Vornamen: Joy (Freude), Faith (Glaube), Grace (Gnade) und Charity (Liebe). Ich wusste also, dass der zweite Vorname einer weiteren Tochter „Hope“ (Hoffnung) sein würde – aber das war ja unmöglich. Mein Leben war so voller hingezogener Hoffnung, dass es absolut keine Möglichkeit gab, ein Kind mit dem Namen Hoffnung zu haben. Es wäre die größte Lüge gewesen. So entschied ich mich, kein siebtes Kind zu bekommen.
Erinnern Sie sich, dass ich sagte, meine Enkelin sei am 28. Februar 2002 geboren worden, als sich zum siebten Mal jährte, dass hingezogene Hoffnung sich mit voller Wucht in mein Leben hineinkatapultiert hatte? Raten Sie mal, welchen Namen mein Sohn und meine Schwiegertochter ihrem neuen Baby gaben, ohne zu ahnen, wie wichtig dies für mich war? Katlyn Hope Anderson! So ist Gott!
ES WAR 1965, WÄHREND EINES FAMILIENTREFFENS IN FLORIDA, ALS EINE GROSSMUTTER UM 2 UHR NACHTS ALLE ANWESENDEN AUFWECKTE UND DIE ANWEISUNG AUSGAB, LEERE COLAFLASCHEN, KORKEN UND PAPIER ZU HOLEN. „ICH HABE VON GOTT EINE BOTSCHAFT ERHALTEN“, SAGTE SIE. „DIE MENSCHEN MÜSSEN SEIN WORT HÖREN.“ SIE SCHRIEB VERSE AUF DAS PAPIER, DIE DIE ENKELKINDER IN FLASCHEN STECKTEN, DIE SIE DANN VERKORKTEN. DANN DEPONIERTEN SIE ÜBER ZWEIHUNDERT DIESER FLASCHEN IN DER BRANDUNG VON COCOA BEACH.
WÄHREND DER NÄCHSTEN JAHRE MELDETEN SICH BEI IHR IMMER WIEDER MENSCHEN UND DANKTEN IHR FÜR DIE BIBELVERSE. SIE STARB IM NOVEMBER 1974. IM DARAUFFOLGENDEN MONAT TRAF DER LETZTE BRIEF EIN:
Liebe Frau Gause,
diesen Brief schreibe ich bei Kerzenschein. Wir haben auf unserer Farm keinen Strom mehr. Mein Ehemann wurde im Herbst getötet, als sich der Traktor überschlug. Er hinterließ elf kleine Kinder und mich. Die Bank hat uns den Kredit gekündigt, wir haben nur noch einen Laib Brot übrig. Es liegt Schnee, und in zwei Wochen ist Weihnachten. Ich bat Gott um Vergebung, bevor ich mich auf den Weg machte, um mich zu ertränken. Der Fluss ist schon seit Wochen gefroren, so dass ich dachte, es würde schnell gehen. Als ich das Eis aufbrach, trieb eine Colaflasche nach oben. Ich öffnete sie, und unter Tränen und mit zitternden Händen las ich etwas über Hoffnung. Prediger 9,4: „Ja, wer noch all den Lebenden zugesellt ist, [für den] gibt es Hoffnung.“ Hebräer 7,19 und 6,18 sowie Johannes 3,3 waren ebenfalls angegeben. Ich ging nach Hause, las meine Bibel und danke nun Gott. Bitte beten Sie für uns, aber wir werden es jetzt schaffen.
Gott segne Sie und die Ihren.
Eine Farm in Ohio1
Wie kam diese lebensrettende Colaflasche von Cocoa Beach in Florida neun Jahre später in einen Fluss in Ohio? Sie dürfen nicht vergessen, dass es ja kein beliebiger, sondern der richtige Fluss neben der richtigen Farm zur richtigen Zeit war!
Ich kann mir vorstellen, wie die „Engelspatrouille für die Colaflaschen von Frau Gause“ einen Seufzer der Erleichterung ausstieß, als neun Jahre nachdem sie abgesandt worden war, die letzte Botschaft der Hoffnung abgeliefert worden war. Und beinahe kann ich auch schon Gottes Erläuterung für die Engel hören: „Diese letzte wird ein Weihnachtsgeschenk sein, ganz ähnlich der ersten, die ich vor 2000 Jahren hoffnungslosen Menschen überbrachte.“
Colaflaschen wurden in Hoffnungsflaschen verwandelt – drei der vier Verse in der Flasche handelten von Hoffnung. Stellen Sie sich das vor! Es waren weder Worte über Gottes Macht noch über seine Wunder, ja, noch nicht einmal darüber, dass er uns versorgt, was für diese Frau sicherlich sehr wichtig gewesen wäre. Nein, diese Dinge kamen nach der Hoffnung.
Ein großer Künstler wurde einmal gefragt: „Was ist das beste Bild, das Sie jemals gemalt haben?“
„Das nächste“, erwiderte er zuversichtlich.
Aber einen anderen Künstler hörte man, obwohl er am Zenit seiner Verehrung stand, lamentieren: „Leider habe ich versagt.“
„Warum sagst du das?“, fragte ihn ein Freund voller Verwunderung.
„Weil ich jede Hoffnung verloren habe, mich zu verbessern“, sagte er. Er hatte Recht. Für jeden, der aufgehört hat zu hoffen, ist Versagen unvermeidlich.2
Hoffnung ist für das Leben, was Samen für die Erde sind. Ohne sie können wir nicht fruchtbar sein. Ohne Hoffnung ist das Leben steril: Wir sind dann unfähig zu träumen und werden unsere Bestimmung nicht erreichen. Alles Gute, was im Leben erzeugt wird, wird aus Hoffnung geboren. Deshalb beginnt Gott an diesem Punkt. Auch Glaube ist „eine Verwirklichung dessen, was man hofft“ (Hebräer 11,1; Betonung hinzugefügt). Jemand sagte einmal: „Wo es keinen Glauben an die Zukunft gibt, gibt es in der Gegenwart keine Kraft.“3
In dem Film „The Shawshank Redemption“ müssen sowohl Andy (gespielt von Tim Robbins) als auch Red (gespielt von Morgan Freeman) lebenslange Haftstrafen wegen Mordes absitzen.4 Red war schuldig, Andy nicht. Es ist ein Film über Ungerechtigkeit, Verzweiflung, Freundschaft, Hoffnung – insbesondere Hoffnung – und schließlich über Rehabilitation. In einer Szene, in der er über die aufbauende Kraft der Musik spricht, erklärt Andy, wenn man die Musik im Herzen lebendig halte, zeige dies, dass „es etwas in einem gibt, wo sie nicht hinkommen, was sie nicht anrühren können“.
„Wovon redest du?“, fragte Red.
„Hoffnung.“
Auf dem Hintergrund, fast fünfzig Jahre im Gefängnis verbracht zu haben, sagt Red: „Hoffnung ist eine gefährliche Sache. Sie kann einen verrückt machen. In einem Gefängnis macht sie keinen Sinn. Du solltest dich besser an diesen Gedanken gewöhnen.“
Später in diesem Film, als er wieder über die Hoffnung auf Freiheit zu sprechen kommt, fasst Andy in einer gewichtigen Aussage alles zusammen: „Ich glaube, letztlich geht es um eine einzige Entscheidung: Entweder, man fängt an zu leben oder man fängt an zu sterben.“
Andy hatte Recht. Ohne Hoffnung zu sein heißt buchstäblich, den Sterbeprozess zu beginnen.
1997 berichtete das Magazin der Amerikanischen Herzgesellschaft (American Heart Association) über einige interessante Forschungsergebnisse. Nach der Zeitung Chicago Tribune
