Der Abstieg - Eine Geschichte über Fall und Auferstehung - Constanze Julie - E-Book

Der Abstieg - Eine Geschichte über Fall und Auferstehung E-Book

Constanze Julie

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Beschreibung

Der Abstieg – Eine Geschichte über Fall und Auferstehung erzählt die Geschichte von Nina Valens, einer gefeierten Skirennläuferin, deren Karriere nach einem schweren Sturz abrupt endet. Was folgt, ist kein klassischer Sportroman, sondern eine intensive Reise durch körperliche Verletzung, psychische Dunkelheit und den schmerzhaften Verlust einer Identität, die sich ausschließlich über Leistung definiert hat. Zwischen Reha, medialem Druck und inneren Stimmen, die sie an den Rand der Selbstaufgabe treiben, beginnt Nina langsam zu begreifen, dass der wahre Kampf nicht auf der Piste stattfindet. An ihrer Seite steht Lena Marchetti – Rivalin, Vertraute und schließlich Liebe –, deren stille Präsenz zu einem Anker wird. Der Roman erzählt mit großer Sensibilität von mentaler Gesundheit, von queerer Liebe im Verborgenen und von der Frage, wer wir sind, wenn das wegbricht, was uns bisher definiert hat. Der Abstieg ist eine eindringliche, ehrliche Geschichte über Scheitern, Neubeginn und den Mut, sich selbst jenseits von Erwartungen neu zu entdecken.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 44

Veröffentlichungsjahr: 2026

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DER ABSTIEG

Eine Geschichte über Fall und Auferstehung

Constanze & Amelie Julie

Widmung

Für alle, die einmal so hoch gestiegen sind,dass der Fall sich wie der Ende der Welt anfühlte —

und für diejenigen, die in der Dunkelheitwieder aufgestanden sind.

Für diejenigen, die wissen, dass Liebesich manchmal wie eine Klinge anfühlt,die gleichzeitig verletzt und befreit.

Diese Geschichte ist eine Widmungan jeden, der nie aufgegeben hat —self, auch wenn niemand zugeschaut hat.

Vorwort

Diese Geschichte wurde nicht geplant. Sie kam eines Nachts, während es draußen schniente, und ließ sich nicht mehr zurückdrängend. Nina Valens war plötzlich da – als ob sie immer gewartet hätte, endlich erzählt zu werden.

Der Abstieg ist keine Biographie. Es ist eine Fiktion, die sich aus der Realität nährt – aus den Geschichten unzählbarer Sportlerinnen, die alles gegeben haben und am Ende nichts mehr übrig hatten. Aus den stillen Kämpfen, die die Öffentlichkeit nie sieht. Aus den Beziehungen, die im Verborgenen blühten, weil die Welt draußen noch nicht bereit war, sie zu akzeptieren.

Nina und Lena sind keine realen Menschen. Aber ihre Schmerzen sind real. Ihre Kämpfe sind real. Und die Frage, die diese Geschichte stellt – ob man aus dem Absturz heraus aufstehen kann – ist eine Frage, die wir alle uns eines Tages stellen werden.

Wir haben diese Geschichte mit Respekt geschrieben – für den Sport, für die Athleten, und vor allem für die Menschen, die im Verborgenen kämpfen.

Möge diese Geschichte für jeden eine Einladung sein, selbst in der dunkelsten Stunde noch aufzustehen.

— Constanze & Amelie Julie

Einleitung

"Der Berg gibt dir alles – aber er nimmt auch alles zurück."

Nina Valens wurde am 14. März in einem winzigen Bergdorf geboren, das aus einer Handvoll Häusern, einem Laden und einer Kirche bestand, die im Winter so oft von Schnee bedeckt war, dass man den Glockenturm nur an klaren Tagen sehen konnte. Sie war das zweite Kind ihrer Familie – ihre Mutter arbeitet in der dörflichen Schule, ihr Vater war Bergführer, der im Sommer Wanderer führte und im Winter fast unsichtbar wurde.

Schon mit vier Jahren stand Nina auf Skis. Nicht weil die Familie viel Geld hatte – die ersten Skier waren gebraucht, zu lang, und die Stiefel passten nicht richtig. Aber Nina kümmerte sich nicht. Sie rutschte auf den kleinen Hügeln hinter dem Dorf hinunter wie jemand, der nicht nur Schnee suchte, sondern etwas Größeres – etwas, das sich wie Freiheit anfühlte, bevor sie das Wort überhaupt kannte.

Im Alter von sechs Jahren fuhr sie erstmals auf einem echten Hang. Ihr Vater brachte sie mit an einen kleinen Skihangs, der locals für die Kinder des Dorfs bestimmt war. Während die anderen Kinder vorsichtig die Anfängerroute wählten, stand Nina am Rand der mittleren Strecke und schaute hinunter. Ohne Zögern drückte sie sich ab.

Sie fiel dreimal. Aber sie stand dreimal wieder auf.

Mit acht Jahren war Nina bereits eine Figur im lokalen Skisport. Der Trainer des kleinen Vereins – ein pensionierter Bergführer namens Karl – erkannte in ihr etwas, das man nicht trainieren konnte: einen Instinkt. Einen absoluten Drang nach vorne. Keine Angst vor dem Hang, keine Zögerlichkeit vor der Kurve. Nina fuhr, als gehöre der Berg ihr.

Karl sprach mit Ninas Eltern. Die Finanzierung für eine bessere Ausbildung war ein Problem – aber Karl kannte leute. Ein kleines Stipendium wurde aufgetrieben. Nina wurde auf einem größeren Skiverein angemeldet, dreißig Kilometer entfernt. Jeden Morgen um fünf Uhr morgens stand sie auf, fuhr mit dem ersten Bus und trainierte, bevor die Sonne vollständig aufgegangen war.

Mit zehn Jahren gewann Nina ihren ersten regionalen Wettkampf. Es war ein kleiner Veranstaltung – kaum Zuschauer, eine improvisiierte Strecke, eine Plastiktrophäe. Aber wenn sie an den Ziellinie ankam und der Zeiger auf der Tafel ihre Zeit zeigte, fühlte es sich an wie der erste Atemzug nach einer langen Tauchphase.

Die Jahre danach gingen schneller als Nina hätte erwarten können. Mit zwölf war sie die beste im Bezirk. Mit vierzehn wurde sie zu einem nationalen Nachwuchsturnier eingeladen. Dort, zum ersten Mal, sah sie Mädchen, die auf einem anderen Level waren – die mit einem selbstverständlichen Eleganz down dem Hang gleiteten, als wäre der Schnee eigens für sie bereitet worden.

Eines dieser Mädchen war Lena Marchetti.

Nina erinnert sich später an diesen ersten Blick wie an einen Moment, der die Zeit anhalten konnte. Lena stand am Rand der Strecke, Skier in der Hand, Haar im Wind – und lächelte. Es war kein Lächeln, das an Nina gerichtet war. Es war einfach da, wie Licht, das aus einem Raum strömt, ohne zu fragen, ob es willkommen ist.

Nina gewann das Nachwuchsturnier nicht. Lena gewann es. Aber Nina wurde dritte – und das war genug, um die Aufmerksamkeit der nationalen Förderstruktur zu erhalten.

* * *

Mit sechzehn Jahren wurde Nina zur Jugend-Weltmeisterin. Der Wettkampf stattfand in einem kleinen Ort in den Alpen, das Wetter war perfekt – kalte, klare Luft, harter Schnee, eine Strecke, die für Mut geschrieben war. Nina fuhr die Runde ihres Lebens. Jede Kurve was präzise, jeder Hang ein Dialog zwischen Körper und Schwerkraft, den sie gewann.

Als sie die Ziellinie überquerte, war die Menge so laut, dass die Vibrationen sich durch die Skier in ihre Beine spürten. Sie sank auf die Knie, Atemzüge wie Wolken vor dem Gesicht, und für einen Moment – nur einen Moment – war die Welt perfekt.