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Von den beiden zentralen Symbolen des heutigen Judentums, dem Davidstern und der Menora, ist die Menora das deutlich ältere. Sie kommt bereits im Buch Exodus als einer der Gegenstände, die am Berg Sinai auf Anweisung Gottes eigens hergestellt wurden, vor. Was aber, wenn sie kein eigens angefertigtes Artefakt war? Wenn man nachweisen kann, dass sie vielmehr auf ein damals bereits existierendes, noch dazu ägyptisches Objekt zurückgeht? Die Antwort darauf finden Sie nur einen Klick entfernt in diesem kostenfreien Büchlein.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 21
Veröffentlichungsjahr: 2018
Der folgende Text über die Menora wird Bestandteil eines demnächst erscheinenden Buches mit dem Titel Neue Erkenntnisse zum Alten Testament sein.
In diesem Buch werden die in Mose – Stab und Schlange (abgekürzt MoSuS; vierte, erweiterte Auflage 2015) gewonnenen neuen Erkenntnisse zu Mose und dem Exodus durch weiterführende thematische Einzelabhandlungen zusätzlich untermauert. Im Unterschied zu MoSuS steht dabei nicht der historische Aspekt im Vordergrund, sondern der systematische.
Hier nun aber als kostenloses E-Book ein Text aus dem historischen Bereich.
Dass das im Buch Exodus 25,31-40 als Leuchter (menora) beschriebene plastische Objekt seinem Ursprung nach ein ägyptisches Semataui-Zeichen ist, haben wir bereits in MoSuS detailliert nachgewiesen.
Um diesen Nachweis zu erhärten, stellen wir hier die Abbildung eines Objektes vor, das heutzutage jeder auf den ersten Blick als Menora identifizieren würde. Es wäre damit die bei weitem älteste bisher bekannte Darstellung einer Menora – nur eben, es ist keine Menora, sondern ein Semataui-Zeichen:
Abbildung 1
Ein Semataui-Zeichen der Spätzeit
Das Semataui-Zeichen ist nichts Geringeres als eines der Hoheitszeichen des altägyptischen Staates und heißt übersetzt »Vereinigung der beiden Länder« (sema=vereinigen, taui=die beiden Länder) und meint die Verknüpfung der beiden eigenständigen Länder Ober- und Unterägypten zu einem Staat im Namen des (jeweiligen) Königs. Dieses Hoheitszeichen war über 3000 Jahre in Gebrauch: vom Alten Reich bis zum Ende der römischen Herrschaft über Ägypten.
Aufgrund der langen Zeit und des Themas gibt es unzählige Darstellungen davon auf Tempeln und Statuen, nur beachtet man sie kaum. Die Art der Darstellung fällt dabei sehr variantenreich aus, ist jedoch immer durch das Grundschema definiert, das aus der Sema-Hieroglyphe besteht, die den zentralen Schaft bildet, sowie den Wappenpflanzen Ober- und Unterägyptens (Lilie und Papyrus), die symmetrisch von links und rechts an diesem zentralen Schaft miteinander verknüpft werden.
Damit ist aber erst der untere Teil dieses Hoheitszeichens beschrieben, denn die zentrale Sema-Hieroglyphe endigt oben in einer Art Querbalken, der hier als Stellfläche für den Namen oder die Figur
