Der Anfang - Eva Völler - kostenlos E-Book

Der Anfang E-Book

Eva Völler

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Beschreibung

Anna und Sebastiano sind zurück! Das Traumpaar der Zeitenzauber-Trilogie hat einen kühnen Plan: eine eigene Zeitreise-Akademie in Venedig, dem Ort, wo das Abenteuer ihrer Liebe begann. Doch das Rekrutieren neuer Schüler stellt sich als unerwartet gefährlich heraus. Ihr erster Novize heißt Ole und ist ein waschechter und ziemlich rücksichtsloser Wikinger, der völlig andere Pläne verfolgt als Anna und Sebastiano. Ehe die beiden sich versehen, stecken sie bis zum Hals in Schwierigkeiten und müssen nicht nur um Oles Leben kämpfen, sondern auch um ihr eigenes. Kurzroman als Auftakt zur neuen Jugendbuch-Reihe Time School von Eva Völler (mit Leseprobe aus dem 1. Band "Auf ewig dein"

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EPUB

Seitenzahl: 123

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Inhalt

Über dieses BuchÜber den AutorTitelImpressumNorwegen, 986 Leseprobe

Über dieses Buch

Anna und Sebastiano sind zurück! Das Traumpaar der Zeitenzauber-Trilogie hat einen kühnen Plan: eine eigene Zeitreise-Akademie in Venedig, dem Ort, wo das Abenteuer ihrer Liebe begann.

Doch das Rekrutieren neuer Schüler stellt sich als unerwartet gefährlich heraus. Ihr erster Novize heißt Ole und ist ein waschechter und ziemlich rücksichtsloser Wikinger, der völlig andere Pläne verfolgt als Anna und Sebastiano. Ehe die beiden sich versehen, stecken sie bis zum Hals in Schwierigkeiten und müssen nicht nur um Oles Leben kämpfen, sondern auch um ihr eigenes.

Kurzroman als Auftakt zur neuen Jugendbuch-Reihe Time School von Eva Völler (mit Leseprobe aus dem 1. Band »Auf ewig dein«).

Über den Autor

Eva Völler war zuerst Richterin und Rechtsanwältin, bevor sie die Juristerei an den Nagel hängte und sich ganz für das Schreiben entschied. Nach zahlreichen Romanen in der Belletristik erschien 2011 ihr Jugendbuchdebüt Zeitenzauber. Die Trilogie, die 2014 abgeschlossen wurde, hat bis heute zahlreiche Fans. Mit Time School schließt die Autorin an diese Geschichte an.

EVA VÖLLER

Der Anfang

Time School

BASTEI ENTERTAINMENT

Digitale Deutsche Erstausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

Für die Originalausgabe:

Copyright © 2017 by Bastei Lübbe AG, Köln

Textredaktion: Anna Hahn, Trier

Covergestaltung: U1berlin, Patrizia Di Stefano unter Verwendung von © Anna Gorin/getty-images, © Michael Rosskothen / 123RF.com und nach einer Vorlage von Sandra Taufer, München

eBook-Erstellung: Greiner & Reichel, Köln

ISBN 978-3-7325-5251-1

Dieses eBook enthält eine Leseprobe des in der Bastei Lübbe AG erschienenen Werkes »Auf ewig dein« von Eva Völler.

Für die Originalausgabe:

Copyright © 2017 by Bastei Lübbe AG, Köln

Redaktion: Anna Hahn, Trier

Covergestaltung: Sandra Taufer, München, unter Verwendung von © Collaboration JS/Arcangel Images sowie einer Collage aus Motiven von shutterstock.com: © Irena Kofman; Gl0ck; Shukaylova Zinaida; Gwoeii; anna42f; Eisfrei; fractal-an

www.be-ebooks.de / www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

Norwegen, 986

Vor Kälte schlotternd betrachtete ich aus unserem Versteck heraus das unübersichtliche Schlachtengetümmel. Ich kam mir vor wie in einem alten Historienfilm, nur dass hier niemand Regie führte. Es gab keine Kameraleute, keine Schauspieler und keine Beleuchter. Die Männer, die sich dort unten auf den Schiffen gegenseitig die Köpfe einschlugen, waren keine Komparsen, sondern echte Wikinger.

Obwohl das Ganze aussah wie eine große Ansammlung schwankender, schäbiger Kähne, um die sich ein paar Hundert Männer zankten, beobachteten Sebastiano und ich hier eine bedeutsame Auseinandersetzung um die Vorherrschaft im historischen Norwegen. Den Überlieferungen zufolge handelte es sich um die Schlacht von Hjørungavåg, ein unaussprechlicher Name für einen dünn besiedelten Landstrich. Eine Minderheit unter den Historikern war zwar der Ansicht, es hätte diese Schlacht nie gegeben, da es sich nur um eine Sage handle, aber wir hockten hier hinter einem Felsen und konnten mit eigenen Augen verfolgen, wie sich Horden wilder Nordmänner einen blutigen Kampf lieferten.

Sebastiano und ich waren über tausend Jahre in der Zeit zurückgereist, um einen jungen Mann aus der Vergangenheit in die Zukunft zu bringen. Allerdings ahnte der noch nichts von seinem Glück, deshalb würden wir ihm erst einmal alles erklären müssen. Bis jetzt hatten wir ihn noch nicht entdeckt, doch nach allem, was wir wussten, konnte es nicht mehr lange dauern, bis er in Erscheinung trat – es würde kurz vor dem Ende dieser Schlacht geschehen.

Wüstes Kampfgebrüll hallte über den felsigen Küstenabschnitt zu uns herüber. Etliche Boote dümpelten in Strandnähe – Wikingerschiffe besaßen kaum Tiefgang. Auf den meisten hatte man die gestreiften Segel eingeholt und die Masten umgelegt.

Die Wikinger kämpften auf äußerst archaische Weise – sie enterten die jeweils feindlichen Schiffe mithilfe von großen Haken, und dann droschen sie unermüdlich mit Streitäxten und Schwertern aufeinander ein. Teilweise wurden auch Bogenschützen eingesetzt, die dafür sorgten, dass ein todbringender Regen aus Pfeilen auf die weiter entfernten Gegner niederging.

Die Angreifer waren Dänen. Ihre Flotte segelte unter dem Befehl eines Königs namens Harald Blauzahn; die Invasoren hatten den Auftrag, den hier regierenden Jarl – das war so eine Art Oberhäuptling der in dieser Gegend ansässigen Siedler und gleichzeitig ein abtrünniger Statthalter von Harald Blauzahn – zu entmachten und die Herrschaft über Land und Leute an sich zu reißen. Einer der jungen Wikinger, die an dieser Schlacht teilnahmen, war unsere Zielperson. Sein Name war Ole, er war der Sohn ebenjenen Jarls. Hoffentlich tauchte er bald auf.

»Es ist wahnsinnig kalt«, sagte ich mit klappernden Zähnen zu Sebastiano. Es war zwar erst September, aber in diesen nordischen Breiten fühlte es sich wie Dezember an, vor allem im Vergleich zu Venedig, wo wir heute Morgen noch draußen auf der Loggia gefrühstückt hatten. Der Wind peitschte mit unerbittlicher Schärfe über uns hinweg, und ich fror bis auf die Knochen. Und an anderen Stellen, wo es schmerzhafte Folgen nach sich ziehen konnte. »Wenn wir hier noch lange hocken müssen, kriege ich eine Blasenentzündung.« Meine Zähne klapperten lauter.

»Du hättest den Pelzumhang anziehen sollen«, antwortete Sebastiano. »Dann würdest du jetzt nicht so frieren.«

»Pelz finde ich nur an Tieren gut. Außerdem hat José gesagt, es würde nicht lange dauern. Wir warten hier aber jetzt schon bestimmt seit einer Stunde.«

»Das kommt dir nur so vor. Es sind höchstens zwanzig Minuten.« Sebastiano legte den Arm um mich und zog mich zu sich heran. »Komm her, wärm dich ein bisschen an mir. Mir ist nicht kalt.«

Ihm war fast nie kalt, denn es entsprach seinem Naturell, nur sehr selten zu frieren. Vielleicht lag das an all den Muskeln, die seinem Körper eine Art zusätzliche Isolationsschicht verliehen. Und natürlich trug er einen fellgefütterten Umhang, während ich mich für die tierschutzfreundlichere Wollvariante entschieden hatte.

»Schau«, sagte er. Vorsichtig lugte er über den Rand unserer Deckung. »Jetzt scheint Bewegung in die ganze Sache zu kommen!«

Die Anzahl der kämpfenden Männer hatte stark abgenommen, lange konnte die Schlacht nicht mehr dauern. An zwei oder drei Schiffen brannten die Segel; die jeweilige Besatzung versuchte hektisch, mit Kübeln voller Seewasser die Flammen zu löschen, während um sie herum die Schlacht weitertobte. Scharenweise sprangen Männer über Bord und retteten sich an Land.

Genau diesen Szenenausschnitt hatten wir in unserem magischen Spiegel gesehen. Dieser zeigte uns in einer Art Vorausschau Bilder aus der Zukunft. Zusätzlich hatte José uns eingeschärft, besonders auf der Hut zu sein, sobald der Mann, den wir retten sollten, unseren Weg kreuzte. José war der Chef unserer kleinen Zeitreisetruppe. Seine neueste Idee war die Eröffnung einer Zeitreise-Schule. Erst vor Kurzem hatte er uns damit überrascht, dass er extra zu diesem Zweck einen alten Palazzo in Venedig angemietet hatte, in den wir mit Sack und Pack umgezogen waren. Uns fiel nun die Aufgabe zu, Schüler für die frisch eröffnete Akademie zu rekrutieren, und zwar in unterschiedlichen Epochen der Vergangenheit. Dass wir ihnen anschließend auch noch alles beibringen sollten, was es über das Thema Zeitreisen zu wissen gab, war eine andere Sache, aber José hatte behauptet, es würde uns garantiert eine Menge Spaß machen. Ich persönlich fand die ganze Sache gar nicht so übel. Vielleicht bekamen wir dadurch Gelegenheit, eine etwas ruhigere Kugel zu schieben als bisher. Der Job als Zeitwächter konnte nämlich ziemlich aufreibend sein. Von den vielen Gefahren ganz zu schweigen.

»Das muss dieser Ole sein«, sagte Sebastiano. Angespannt beugte er sich vor. »Der große Blonde da.«

»Welcher von denen?«, fragte ich. Beunruhigt sah ich, wie ein ganzer Trupp Männer sich näherte. Sie waren sehr groß und sehr blond, bis auf einen, der rote Haare hatte, und einen weiteren, dessen Schädel kahl rasiert war. Mindestens die Hälfte der Typen war im passenden Alter, nämlich ungefähr zwanzig.

Dann wurde mir klar, wen Sebastiano meinte. Einer der Typen wurde von den anderen verfolgt – er rannte vor ihnen weg und sah aus wie der Ole in unserem Weissagungsspiegel. Er hatte ein enormes Tempo drauf, aber die anderen waren auch nicht viel langsamer. Ich zählte sie rasch – es waren fünf Männer, vor denen er davonrannte, und es sah ganz danach aus, als hätte er allen Grund dazu. Er war verletzt. Blut strömte über seine Stirn und sein Gesicht, und obwohl er wahrscheinlich eine Reihe von Geschwindigkeitsrekorden gebrochen hätte, wenn jemand seine Zeit gestoppt hätte, entging mir nicht, dass er ab und zu stolperte. Ob es daran lag, dass das Blut seine Sicht behinderte oder daran, dass die Wunde ihn benommen machte, war in dem Fall egal – wenn die Kerle ihn schnappten, wäre unser Rekrutierungsversuch bereits zu Ende, ehe er überhaupt beginnen konnte.

Ich hörte Sebastiano fluchen und fragte mich ängstlich, was er vorhatte. Er konnte es unmöglich mit fünf Männern gleichzeitig aufnehmen. Schon gar nicht mit solchen von diesem Kaliber. Keiner von ihnen war kleiner als eins achtzig, und alle waren sie gebaut wie Kleiderschränke – und machten einen äußerst gewalttätigen Eindruck. Ihre Oberkörper waren in schartige Lederharnische gehüllt, und in ihren Fäusten schwangen sie mörderisch aussehende Waffen. Der Älteste der Gruppe – jedenfalls sah er für mich aus wie der Älteste, es war der mit den roten Haaren – schleuderte aus vollem Lauf eine enorme Wurfaxt auf den fliehenden Ole und verfehlte ihn höchstens um fünf Zentimeter. Ein lautes Aufbrüllen begleitete den Beinahe-Treffer. Es war ein Schrei des Triumphs, denn die Waffe hatte Ole zwar verfehlt, doch die Axt war nur ein paar Schritte vor ihm im Geröll gelandet und geriet ihm auf seiner Flucht zwischen die Füße. Er stolperte und stürzte der Länge nach hin, kaum zwanzig Meter von unserem Versteck entfernt. Im nächsten Moment hatten seine Verfolger ihn umringt. Keine Chance, ihn auf die Schnelle einzusammeln und zur Zeitmaschine zu bringen, mit der José hinter dem nächsten Hügel auf uns wartete.

»Was machen wir denn jetzt?«, flüsterte ich.

»Nichts«, gab Sebastiano ebenso leise zurück. »Den Mund halten und warten.«

Nach Lage der Dinge blieb uns auch gar nichts anderes übrig. Immerhin brachten die anderen ihr am Boden liegendes Opfer nicht sofort um, sondern beschränkten sich darauf, es wütend anzubrüllen. Meine Zähne schlugen abermals aufeinander, diesmal nicht nur wegen der Kälte, sondern vor Furcht. Zwischen uns und diesen angriffslustigen Wikingern befanden sich nur ein paar Felsen, die mir auf einmal sehr niedrig vorkamen. Hastig schob ich mir einen Zipfel meines Umhangs zwischen die Zähne, um mich nicht durch das laute Klacken zu verraten. Sobald die Typen ein paar Schritte nach rechts oder links machten, würden sie uns entdecken. Sebastiano war natürlich bewaffnet – er würde nie ohne entsprechende Ausrüstung zu so einem Einsatz aufbrechen – aber das Schwert und der Dolch an seinem Gürtel kamen mir im Vergleich zu den riesigen Äxten dieser Männer auf einmal sehr winzig vor, fast wie Kinderspielzeug.

Ole hatte sich aufgesetzt und rieb sich das Blut aus den Augen. »Warum wollt ihr mich töten?«, fragte er. »Seid ihr zum Feind übergelaufen?«

»Hüte deine Zunge!«, rief der Glatzkopf sichtlich entrüstet. »Ich bin der treueste Gefolgsmann des Jarls und wünsche mir nichts sehnlicher, als das Meer mit dem Blut dieser Dänen zu tränken! Ich würde alles für unseren Sieg tun!«

»Aber auch ich will den Sieg des Jarls, denn er ist mein Vater!«, schrie Ole ebenso empört zurück. Er wandte sich an den Rothaarigen. »Wieso hast du versucht, mich zu töten?«

»Weil dein Vater es befahl. Die Götter verlangen dieses Opfer von ihm, damit das Kriegsglück ihm hold ist.«

Ole sah vollkommen entgeistert aus. »Er befahl meinen Tod, weil er mich den Göttern opfern will?«

»Ja, denn dein Tod wird Odin gnädig stimmen, und der Sieg wird Håkon zum obersten Herrscher des Landes machen. Er wird die Angreifer hinwegfegen.«

Die übrigen stimmten ein wüstes Zustimmungsgeschrei an. Der Glatzkopf hatte einen Schild dabei, auf den er zur Untermalung seiner Meinung mit seinem Schwert einhämmerte. Für diese Burschen schien es völlig selbstverständlich zu sein, dass Ole geopfert werden musste, um die Chancen auf einen Sieg seines Vaters gegen die Dänen zu verbessern.

Sebastiano und ich konnten jedes Wort klar und deutlich verstehen, denn die Unterhaltung wurde sehr laut geführt, fast brüllend – zum einen, weil sie von Aggressionen aufgeladen war, zum anderen aber auch, um den brausenden Wind zu übertönen. Der Himmel hatte sich noch stärker zugezogen als bei unserer Ankunft, die Wolken über uns waren fast schwarz.

Natürlich sprachen die Männer Altnordisch, aber wir hatten trotzdem keine Probleme, sie zu verstehen – das war ein äußerst nützlicher Nebeneffekt bei den Zeitreisen. Es wurde automatisch alles in eine für uns verständliche Sprache übersetzt. Dasselbe galt auch umgekehrt, wenn wir uns mit den Einheimischen der betreffenden Epoche unterhalten mussten. Manchmal kamen komische Wendungen und altertümlich klingende Worte heraus, wenn man versuchte, moderne Begriffe zu verwenden, aber im Großen und Ganzen funktionierte es sehr gut.

»Wenn du in deinem Vater den wahren Herrscher unseres Landes siehst, solltest du dein Schicksal annehmen. Zum Ruhme von Håkon Ladejarl!«

»Zum Ruhme von Håkon Ladejarl!«, wiederholten die anderen Männer brüllend die Worte des Glatzkopfs.

Ole rappelte sich hoch. Er hatte sein Schwert gezogen und machte keinen besonders opferbereiten Eindruck. »Wir werden die Schlacht so oder so gewinnen!«, schrie er den Glatzkopf an.

»Das wissen allein die Götter.«

»Dazu muss man nur Augen im Kopf haben!« Zornig deutete Ole hinaus auf die sturmgepeitschte Bucht. »Sieh doch – sie fliehen bereits! Das Hauptschiff segelt davon, und den Flottenführer Búi habe ich selbst vorhin an den Strand waten sehen, mit zwei Kisten, die sicher bis obenhin voll mit Gold sind, dem Verräterlohn von Harald Blauzahn!«

Der Glatzkopf hielt das anscheinend für einen Trick. Er drehte sich nicht zu den Schiffen um, sondern starrte Ole unverwandt an. »Nimm Vernunft an, und lass uns unsere Aufgabe erfüllen, damit wir deinem Vater Ehre bereiten können.«

»Ich töte mindestens drei von euch, ehe ihr mich besiegt«, kündigte Ole an. »Vielleicht auch vier oder sogar euch alle. Dann sterbt ihr mit mir zusammen, was Odin sicher noch besser gefallen wird als der Tod eines einzigen Mannes.«

»Dann wäre es kein Opfer«, gab der Glatzkopf zu bedenken.

»Für euch schon, weil ihr damit auch euer Leben hingebt. Ihr wisst, dass ich niemals anders sterben werde als im ehrlichen Kampf, und sei es auch allein gegen viele. So wird mein Tod im Gegensatz zu dem euren ein ruhmreicher sein, der mich in die ewigen Gefilde Walhalls bringen wird.«

Die Männer wechselten unschlüssige Blicke.

»Håkon hat Oles Tod befohlen, also muss er sterben«, sagte der Rothaarige barsch, und damit war die Entscheidung offensichtlich gefallen. Ole war erledigt.

Und unsere Mission gescheitert.

*

Sebastiano schien meine Einschätzung der Lage nicht zu teilen, denn ohne jede Vorwarnung erhob er sich hinter unserem Felsen, sodass die Männer ihn sehen konnten.

»Bleib unten, und rühr dich nicht«, sagte er zwischen den Zähnen zu mir. »Ich regle das.«

Den konsterniert dreinblickenden Wikingern teilte er mit hallender Stimme mit: »Wisset, ihr Männer Håkon Ladejarls, ich bin ein Seher! Ich bin an diese Gestade gekommen, um euch den wahren Willen der Götter kundzutun. Haltet inne, und hört mich an.«