Der Bund der Rothaarigen und andere Detektivgeschichten - Arthur Conan Doyle - E-Book

Der Bund der Rothaarigen und andere Detektivgeschichten E-Book

Arthur Conan Doyle

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Beschreibung

Sherlock Holmes ist eine vom britischen Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle geschaffene Kunstfigur, die in seinen zur Zeit des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts spielenden Romanen als Detektiv tätig ist.Besondere Bedeutung für die Kriminalliteratur erlangte Holmes durch seine neuartige forensische Arbeitsmethode, die ausschließlich auf detailgenauer Beobachtung und nüchterner Schlussfolgerung beruht. Er gilt bis heute weithin als Symbol des erfolgreichen analytisch-rationalen Denkens und als Stereotyp des Privatdetektivs.

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Arthur Conan Doyle

Der Bund der Rothaarigen und andere Detektivgeschichten

*

Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart

*

In dem großen, dunkel getäfelten Wohnzimmer Doktor Watsons saßen die Gäste um den Kamin. Die Türen zum Garten standen offen, man hörte das feine gleichmäßige Rieseln des Regens auf den schon herbstgelben Blättern. Ein würziger Erdgeruch strömte herein. Das Feuer im Kamin gab dem halbdunkeln Raum wohlige Wärme. Die Schatten der Flammen tanzten an den Wänden, es war wie ein Spiel flüchtiger Gestalten, die sich immer wieder trennen, um sich immer aufs neue wieder zu vereinen.

Die Gespräche, die während des Abendessens so lebhaft geführt wurden, waren verstummt. Jedes überließ sich für eine Weile der Stille und Geborgenheit dieser Abendstunde, die noch erhöht wurde durch den leise fallenden Regen draußen und den eigenen Gedanken, die wie die Schatten an der Wand kamen und gingen, ohne Spuren zu hinterlassen.

»Es ist seltsam, Doktor«, nahm eine junge Frau das Wort und rückte ihren Sessel näher zum Feuer, »es ist seltsam, daß man Ihren Freund, Herrn Holmes, eigentlich nie bei Ihnen antrifft. Liebt er keine Gesellschaften oder hat er tatsächlich keine Zeit dafür?«

Die Frau des Arztes lächelte. »Beides mag wohl in gewissem Sinn zutreffen«, sagte sie. »Wenn Herr Holmes bei uns ist, hat er es auch meist sehr eilig, wieder wegzukommen. Und nicht selten entführt er mir bei dieser Gelegenheit auch meinen Mann«, setzte sie scherzend hinzu.

»Ich habe Herrn Holmes stark im Verdacht, daß er sich gern über uns Frauen lustig macht«, warf eine lebhafte dunkelhaarige Frau ein.

Doktor Watson blies mit leichtem Lächeln den Rauch seiner Zigarette in die Luft. »Es ist nicht ganz so, wie Sie denken«, sagte er. »Freilich hat mein Freund im Laufe seiner Tätigkeit schon allerlei Erfahrungen über weiblichen Scharfsinn gemacht, die – entschuldigen Sie, wenn ich es so offen bekenne – ihn nicht gerade von der überragenden Denkweise der Frau überzeugten, sondern ihn eher belustigten und seinen Spott hervorriefen. Doch einmal hat ihm die Schlauheit einer Frau auch tatsächlich Achtung abgerungen, ja, sie hat ihm dadurch sogar das Spotten abgewöhnt.«

»Wirklich, Doktor?« fragte die lebhafte kleine Frau. Und Kapitän Erswell bat: »Erzählen Sie, Doktor!«

»Ja, bitte, erzählen Sie!« fielen die übrigen Gäste mit ein.

»Schön«, sagte Doktor Watson. Er streckte sich behaglich in seinem Sessel aus, zündete sich eine neue Zigarette an und begann.

Skandalgeschichte im Fürstentum O. . . .

Ich war damals erst kurz verheiratet und hatte darum eine Zeitlang nur wenig von meinem Freunde Sherlock Holmes gesehen. Mein eigenes Glück und meine häuslichen Interessen nahmen mich völlig gefangen, wie es wohl jedem Mann ergehen wird, der sich ein eigenes Heim gegründet hat, während Holmes, seiner Zigeunernatur entsprechend, jeder Art von Geselligkeit aus dem Wege ging. Er wohnte noch immer in unserem alten Logis in der Bakerstraße, begrub sich unter seinen alten Büchern und wechselte zwischen Kokain und Ehrgeiz, zwischen künstlicher Erschlaffung und der aufflammenden Energie seiner scharfsinnigen Natur. Noch immer wandte er dem Verbrecherstudium sein ganzes Interesse zu, und seine bedeutenden Fähigkeiten, sowie seine ungewöhnliche Beobachtungsgabe ließen ihn den Schlüssel zu Geheimnissen finden, welche die Polizei längst als hoffnungslos aufgegeben hatte. Von Zeit zu Zeit drang irgend ein unbestimmtes Gerücht über seine Tätigkeit zu mir. Ich hörte von seiner Berufung nach Odessa wegen der Mordaffäre Trepoff, von seiner Aufklärung der einzig dastehenden Tragödie der Gebrüder Atkinson in Trimonale und schließlich von der Mission, die er im Auftrage des holländischen Herrscherhauses so taktvoll und erfolgreich zu Ende geführt hatte. Sonst wußte ich von meinem alten Freund und Gefährten wenig mehr als alle Leser der täglichen Zeitungen.

Eines Abends, es war im März, führte mich mein Weg durch die Bakerstraße; ich kam gerade von einer Konsultation her, da ich wieder meine Privatpraxis aufgenommen hatte. Als ich mich der wohlbekannten Tür näherte, ergriff mich der unwiderstehliche Drang, Holmes aufzusuchen, um zu erfahren, welcher Angelegenheit er augenblicklich sein außergewöhnliches Talent widmete. Seine Zimmer waren glänzend erleuchtet, und beim Hinaufsehen gewahrte ich den Schatten seiner großen, mageren Gestalt. Den Kopf auf die Brust gesenkt und die Hände auf dem Rücken, durchmaß er schnell und eifrig das Zimmer. Ich kannte seine Stimmungen und Angewohnheiten viel zu genau, um nicht sofort zu wissen, daß er wieder in voller Tätigkeit war. Er hatte sich aus seinen künstlich erzeugten Träumen emporgerafft und war nun einem neuen Rätsel auf der Spur. Ich läutete sofort und wurde in das Zimmer geführt, das ich früher mit ihm geteilt hatte.

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