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Nach Jahren als Hausmeister und Portier an einer Bundesbehörde in Berlin freut sich Manfred Gundelach genannt Manni, auf ein ruhiges Rentnerleben in Bobbin auf Rügen. Aber er wird unversehens in die dubiosen Machenschaften des windigen Immobilien-Agenten Jupiter von Schmutzke hineingezogen. So wird Mannis neues Leben auf Rügen aufregender und verzwickter als es sein altes in Berlin je war. Nur der ominöse Abt von Bobbin sobitiert immer wieder die kriminelen Aktivitäten des Jupiter. Dieses scheinbare Phantom erweist sich sogar im entscheidenden Augenblick gewitzter als die Ostmafia.
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Seitenzahl: 118
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Fig. 1: Luftbild von Bobbin
(Quelle: Wikipedia;Klugschnacker)
Für Gitti!
1. Ruhe finden?
2. Eine neue Pflicht!
3. Manni fährt sich fest
4. Leon wird fündig
5. Im Fadenkreuz
6. Seltsamer Liegeplatz
7. Kraniche beobachten
8. Die ach so liebe Verwandtschaft
9. Viel Schnee kann wirken
10. Die blutige Konsequenz von „Quid pro quo“
11. Anhang
11. a) Dinosaurier
11. b) Bobbin
11. c) Glowe
11. d) Spyker
11. e) Sagard, Brunnenaue
12. Bisherige Publikationen des Autors (Pseudonym)
Es war für Manfred Gundelach nicht leicht, sich zurechtzufinden; nach fast 50 Jahren als Hausmeister an einer Bundesbehörde in Berlin-Dahlem saß er nun schon den zweiten Tag auf einer Bank im Oberdorf von Bobbin auf dem Tempelberg und „genoß“ die Aussicht: was blieb ihm auch anderes übrig; selbst die Ortsansässigen hatten ihm gesagt, daß man von hier aus die Leuchttürme von Kap Arkona und den auf dem Dornbusch von Hiddense sehen könne, und das offensichtlich für eine bemerkenswerte Besonderheit von Bobbin gehalten. An seiner ehemaligen Dienststelle war er sozusagen eine „Institution“ der besonderen Art gewesen; an seiner Loge im Entre des Bundesamtes war niemand ohne seine Kontrolle vorbeigekommen. Nun fühlte er sich wie ein nach Luft schnappender Fisch, den man per Angel aus dem Wasser gezogen und, vom Haken befreit, liegen gelassen hatte. So hatte er sich seinen Ruhestand nicht vorgestellt; wenn er an „Alterskollegen“ dachte und wie die ihren „wohlverdienten Ruhestand“ mit Nichtigkeiten wie stundenlanges Lösen von Kreuzworträtseln verplemperten, überkam ihn der innige Wunsch, nicht aus eigener Nachlässigkeit in solch eine präsenile Lebensweise zu verfallen. Aber was bot ihm Bobbin, um diesem Schicksal zu entgehen.
Aus seinem melancholischem Sinnieren wurde Manfred Gundelach durch einen rüstigen Mann in seinem Alter erlöst, der den Hügel heraufkam und sich ohne Zögern zu ihm auf die Bank setzte; damit machte er unmißverständlich klar, daß diese Bank sein angestammter Sitzplatz als Rüganer1 war. Er hatte ein wettergegerbtes Gesicht und einen 5-Tage-Stoppelbart. Trotz des warmen Wetters trug er die ortsübliche, enganliegende, dunkelblaue Strickmütze. Nach einer Anstandspause, in der Manfred Gundelach wortkarg mit einem Stock Phantasiegebilde in den Sand zu seinen Füßen malte, stellte sich der Neue als Hinnes Zillmer vor, womit er automatisch seinen neuen Sitznachbarn ebenfalls zum Vorstellen nötigte. Als Manfred Gundelach dabei wohl einen etwas verwunderten Gesichtsausdruck zeigte, erklärte Hinnes Zillner spitzbübisch, daß er keineswegs neugierig sei – er wolle nur Alles wissen! Und ob sie sich nicht Duzen könnten? Normalerweise hätte Manfred Gundelach diesen aufdringlichen Einheimischen ab sofort geschnitten, aber in seiner momentanen Stimmung und dem ungewohnten Gefühl des Alleinseins ohne Aussicht auf Veränderung keimte in ihm sogar Dankbarkeit über den unverhofften Gast an seiner Seite auf; endlich hatte er ein Gegenüber, an dem er sich „reiben“ konnte. So nahm er es auch gelassen hin, daß er für diesen Hinnes von jetzt an der „Manni“ war.
Und der erzählfreudige Hinnes machte es ihm leicht, ins Gespräch zu kommen. Der nutzte die Gelegenheit, den seltenen Fall eines frisch Zugezogenen über die „Feinheiten“ der örtlichen Gemeinschaft aus seiner Sicht zu informieren. Dabei hatte es Manni, in Unkenntnis der verwandtschaftlichen Verflechtungen in der Gemeinde Bobbin, nicht leicht, Klarheit über die örtliche Genealogie2 zu gewinnen, da Hinnes die verwirrende Eigenschaft hatte, die Personen, von denen er sprach, mit dem Familiennamen und den daran gehängten Vornamen zu benennen, wobei er aber nicht konsequent bei dieser Nomenklatur blieb; aus nicht nachvollziehbaren Gründen gebrauchte er gelegentlich an Stelle des Familiennamens die Berufsbezeichnung und dies auch dann, wenn derjenige zur vergangenen Generation gehörte und schon längst auf dem Friedhof seine letzte Ruhe gefunden hatte. Für Manni war es als Ortsfremder dementsprechend schwierig, die Orientierung bei den diversen Schoster Fitti und Müller Erik zu behalten. Da aber Hinnes geradezu darin aufging, ihn mit den Ortsinterna von Bobbin und Umgebung zu versorgen, - solch einen geduldigen Zuhörer hatte er schon lange nicht mehr gehabt – blieb Manni genügend Zeit, zu überlegen, was opportun sein würde, Hinnes über seine eigenen Befindlichkeiten zu erzählen. Und er hatte sich nicht geirrt; unvermittelt war Hinnes mit seinen „Histörchen“ über das bobbiner Sozialgefüge fertig und sah Manni fordernd an.
Manni holte theatralisch tief Luft, räusperte sich, fand es noch nötig, irgendwelche imaginären Stäubchen von seiner Hose zu schnippen und legte dann los; er habe – wie man so schön sagt – ein erfülltes Berufsleben hinter sich; eigentlich habe er in dem Bundesamt als Hausmeister angefangen, sei aber wohl durch seine Genauigkeit und Umsicht der Leitung aufgefallen und habe dadurch, als die Stelle in der Empfangsloge vakant wurde, diesen Job zusätzlich übernehmen dürfen. Und diesen Posten habe er bis zur Altersgrenze behalten; er wäre gerne noch auf seinem Posten geblieben, die Personalabteilung sah aber keine rechtliche Handhabe für eine Verlängerung. Typisch für Manni erwachte in dieser Situation sein Widerspruchsgeist; wenige Tage nach seiner „Zwangsverrentung“ saß er wieder in seiner Loge, diesmal aber in der Amtskleidung einer Wach- und Schließgesellschaft. Manni hatte sich wieder einmal durchgesetzt und alle waren es zufrieden.
Hinnes war stark beeindruckt von Mannis Erzählung und fragte Manni umso mehr verwundert, warum es ihn ausgerechnet nach Bobbin verschlagen hätte. „Das ist der größte Fehler, der mir passieren konnte“ seufzte Manni und starrte gedankenschwer den vorbeihuschenden Autos unten auf der Straße in Richtung Sagard nach. Hinnes Neugier war geweckt.
Manni seufzte tief und klagte dann, daß er durch die unlückliche Verquickung von Ereignissen, auf die er keinen Einfluß hatte, auf die Insel Rügen geraten sei und daß Bobbin sozusagen die letzte Rettung für ihn gewesen sei. Seine ältere Schwester, eine ehemalige Lehrerin, sei nach ihrer Pensionierung von Tribsee nach Lohme umgezogen und habe dann dort wohl festgestellt, daß ihr der Ruhestand auf die Dauer auf die Nerven ging. Da sei sie – mit sich selbst unzufrieden – auf die für ihn unselige Manie verfallen, sich verstärkt um ihren jüngeren Bruder zu kümmern. Bei ihrer übergriffigen3 Art und mit Aufopferung verbrämten Selbstherrlichkeit drohte ihrem Bruder, Manfred Gundelach, ein ungemütlicher Lebensabschnitt, als sie ihn mit dem ultimativen Angebot zu überzeugen versuchte, doch auch nach Lohme umzuziehen: dann könnten sie im Alter gegenseitig für einander sorgen. Dieser Mesalliance4 konnte Manni knapp entgehen, als er eine günstige Wohnung im Oberdorf von Bobbin ergatterte; damit hatte er faktisch der Quengelei seiner Schwester Genüge getan, hatte aber gleichzeitig noch genügend Abstand von ihr, um nicht dauernd unter ihrer Kontrolle zu stehen. Der ärgerliche Nebeneffekt war allerdings, daß er dem Irrtum aufsaß, in Bobbin könne er Ruhe finden und sonst nichts. Die Diskrepanz zu seinen hektischen Jahren in Berlin war zu groß; meinte er, aber die Geschehnisse der vor ihm liegenden Monate sollten ihn bald eines Besseren belehren. Davon noch nichts ahnend nölte Manni dem Hinnes neben ihm auf der Bank die Ohren voll von der quälenden Langeweile und dem nervtötenden Nichtstun und fügte als Trumpf noch an, daß er dringend einen „fahrbaren Untersatz“ benötige, um wenigstens die Umgebung kennen zu lernen. Hinnes blickte ihn ungläubigerstaunt an, als habe Manni etwas völlig Abstruses geäußert. Das bestärkte Manni mit Nachdruck, um beinahe schon ein wenig „pampig“ nachzusetzen, daß sein zukünftiges Leben sich nicht darauf beschränken sollte, nur auf der mit Feldsteinen gepflasterten Straße des Oberdorfs herum zu stolpern und auf dieser Bank am Friedhof der Kirche den Rest seiner Tage abzusitzen – sozusagen im Wartesaal auf das Ableben. Das kann es doch nicht gewesen sein!
Hinnes tätschelte beruhigend Mannis rechten Arm und meinte, daß er da helfen könne. Eigentlich verabscheute Manni solche körperlichen Annäherungen, zumal von Menschen, die er erst seid einer Stunde kannte; doch in seiner augenblicklich desolaten Stimmung tat sie ihm gut.
So begann Hinnes weitschweifig von seinem verwirrend großen Verwandten- und Bekanntenkreis zu erzählen, und zählte mehrere Ortsvereine wie Faschingverein, Schützenverein oder Feuerwehrverein auf, wo Manni Geselligkeit finden könne; er selbst sei als ehemaliger Scharfschütze der NVA Ehrenmitglied im Schützenverein und könne ein entscheidendes Wort für ihn einlegen, wenn er Mitglied werden wolle; für Manni schälte sich allmählich ein Schwippschwager5 Torsten als für seine Belange wichtige Person heraus. Dieser Torsten, den Hinnes gern mit dem Beiwort „Schrauber“ titulierte, hatte wohl ein spezielles Faible für motorisierte Zweiräder jeglicher Art. Hinnes erklärte Manni, daß er Torsten seine „Schwalbe“6 vor einiger Zeit zum Überholen vorbeigebracht habe; er selbst brauche sie nicht mehr und möchte sie – hier neigte er sich fast konspirativ Manni zu – ihm für seine Zwecke gern überlassen. Manni war gerührt von soviel unverhoffter Zuwendung; aber ehe er noch in eine wortreiche Dankesrederei verfallen konnte, hatte es Hinnes hinbekommen, daß sie beide gemeinsam die holprige Straße von der Kirche hinunter zur Heidbergstraße in der Ortsmitte von Bobbin gingen. Als sie unten gegenüber vom Aparthotel „Leuchtfeuer“ am Straßenrand standen und ungeduldig auf eine Lücke im schier endlosen Durchgangsverkehr warteten, um die Straße zu überqueren, bog gegenüber ein Nissan X-Trail auf den Parkplatz des Hotels ein. Manni wurde auf diesen grünen Geländewagen aufmerksam, weil er das Berliner Kennzeichen BNO 0815 trug; das konnte kein Zufall sein. Der Eigentümer war bestimmt so ein abgehobener Pinkel aus Dahlem oder Frohnau; das sagte ihm seine jahrelange Erfahrung aus dem Logendienst im Bundesamt. Manni konnte ja durchaus Recht haben mit seiner Vermutung, der Fahrer aber, der aus dem Geländewagen umständlich ausstieg, machte von Statur und Aussehen nicht viel her: es war (mit Verlaub!) ein mickriges Männchen (vermutlich über 70), das in einem englischen, maßgeschneiderten Tweedanzug steckte und eine Brille auf seiner Nase soweit herunter geschoben hatte, daß er oben über die Gläser hätte hinwegsehen können, wenn er nicht die dunkel gefärbten Gläser einer Sonnenbrille nach oben gegen die Stirn geklappt hätte; das gab seinem Gesicht das skurrile Aussehen, als ob dort ein ungetümer Maikäfer in der Startphase hocke. Wenn Manni gewußt hätte, daß es sich bei diesem Männchen um Prof. Nüsken aus Berlin-Karlshorst – einer Koryphäe der Radiologie – handelte, wäre Manni mächtig stolz auf seine Menschenkenntnis gewesen. Aber ehe er sich damit vor Hinnes brüsten konnte, zerrte ihn der in einer Verkehrslücke über die Heidbergstraße vorbei an dem Aparthotel „Leuchtfeuer“ auf einen schmalen Trampelpfad hinter das Anwesen.
Manni glaubte seinen Augen nicht: Das mußte das Eldorado7 des Schrauber-Torsten sein; Die beiden Schiebetüren eines ehemaligen Trecker-Schuppens aus Wellblech standen weit offen und zeigten ungeniert sein faszinierendes Innenleben; eine solche Menge an teilweise zerlegten Zweirädern – ordentlich in mannshohen Regalen sortiert – hatte Manni noch nie auf einem Fleck gesehen. Das ganze Ambiente rührte offensichtlich aus LPG-Zeiten her; dafür sprachen auch die beiden verrosteten Peitschenlampen mit den typischen schwarzen Lampengehäusen rechts und links vor der Eingangstür. Hinnes rief nach Torsten und ließ sich auf einen ausgebauten Fahrersitz von zweifelhaftem Aussehen plumpsen. Nach geraumer Zeit tauchte ein freundlicher Hüne im ölverschmierten Blaumann auf; das mußte wohl besagter Torsten sein.
Er überragte Hinnes und Manni um Haupteslänge und schien von sonnigem Gemüt zu sein. Von Statur und Gesichtsform war er unverkennbar ein Rüganer und als solcher nicht besonders redefreudig gegenüber Fremden. Das hatte zur Folge, daß dieser Torsten vorrangig mit Hinnes redete und – was Manni wohl bemerkte – ihn dabei prüfend musterte. Manni ließ sich nichts anmerken und sah sich in Torstens Halle um. Wo ein unkundiger Fremder nur ein großes Tohuwabohu8 aus verbogenen Blechteilen, rostigen Chassis von Motorrädern ohne Räder und wirren Kabelhaufen wahrnahm, kannte sich dieser Torsten als genialer Schrauber sicher aus, wo er nach welchem Ersatzteil mit traumhafter Sicherheit suchen mußte. Wie nicht anders zu erwarten, waren die noch freien Wandflächen zwischen aufgetürmten Reifen und Schrott „verziert“ mit Bildern von drallen Schönen aus Pirelli-Kalendern; Mannis Interesse galt nicht dieser deplazierten „Fleischbeschau“, als er seine Brille zückte und die aushängenden Zettel auf einer Pinnwand durchsah: es war ein buntes Gemisch von Gesuchen und Angeboten; ein Stellenangebot weckte sein besonderes Interesse; der nahe gelegene Dinosaurierpark suchte einen rüstigen Rentner als Nachtwächter. Manni war entzückt und auf der Stelle überzeugt, daß dieser Job das Richtige für ihn sein würde. Hinnes wunderte sich, warum sein neuer Freund plötzlich so aufgedreht herumsprang; Manni wollte oder konnte nicht reden, sondern tippte nur wortlos auf das Stellenangebot im Dinosaurierpark. Hinnes stieß nur ein gelangweiltes „Ach so!“ aus und fügte warnend hinzu, daß Manni bei dem Job unbedingt „mückenfest“ sein müsse, sonst halte er da nicht lange durch. Als Manni ihn etwas verständnislos anblickte, fügte Hinnes hämisch grienend hinzu, daß diese gewaltigen Dino-Plastiken in einem total überwuchertem, ehemaligen NVA-Gelände aufgestellt seien; seine Nichte Tamara habe dort den Kassendienst übernommen und würde sich jeden Morgen vor ihrem Dienstbeginn vorsorglich mit Anti-Mückenspray „eindieseln“.
Die beiden alten Männer wurden in ihrem Zwiegespräch abrupt unterbrochen: der schweigsame Torsten hatte aus den unergründbaren Tiefen seines Montageschuppens eine knallgelb gespritzte Schwalbe9 hervorgezaubert; Torsten schwelgte zu Recht im Stolz darüber, wie toll er das Kleinod seines Onkels restauriert hatte. Offensichtlich wollte er ihm auch noch demonstrieren, daß er sich nicht nur um das Äußere der Schwalbe gekümmert, sondern auch ihrem Innenleben eine intensive Überholung angedeihen lassen habe. Um das zu demonstrieren, setzte er sich auf die Schwalbe, startete ihren Motor, bis genügend blauer Dunst des Zweitakters sie umnebelte, und ließ dann die Kupplung so schnell kommen, daß es das Vorderrad der Schwalbe aufgrund der abrupten Beschleunigung in die Luft hochriss und Torsten auf der sich aufbäumenden Schwalbe aus der Halle schoß. Das ganze Geschehen war ein Ereignis von wenigen Sekunden, erschreckte aber Manni in einer Weise, auf die er nicht vorbereitet war: Der Gesichtsausdruck dieses Torsten und seine gesamte Gestik strahlten eine geradezu animalische Aggressivität aus, die im seltsamen Widerspruch zu seinem bisherigen Auftreten als sanfter Riese stand.
Sein Onkel Hinnes hatte davon nichts mitbekommen und war mächtig stolz auf seinen talentierten Neffen. Nachdem er sich noch in einigen Lobesreden über ihn ergötzt hatte, kam er unvermittelt auf sein eigentliches Anliegen zurück und fragte Manni, ob er einen Führerschein für motorisierte Zweiräder besäße. Da mußte Manni herzlich lachen, erinnerte ihn die Frage von Hinnes doch an seine lange zurückliegende, wenig „ruhmreiche“ Zeit bei der Bundeswehr als Kradmelder; zu seinem Leidwesen „durfte“ er bei Ausfahrten seiner Kompanie die Lastwagenkolonne der 10-Tonner auf seinem 250iger Krad-Maico wie ein Hütehut seine Schafherde „begleiten“, Ihm grauste noch heute vor diesem unsinnigen Job; die Option aber, mit der quittegelben Schwalbe auf Rügen „herumbrummen“ zu können, stimmte ihn ungemein optimistisch.
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