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Ein Arzt soll Leben retten. Doch was, wenn er entscheidet, wer sterben darf? Als Kommissarin Lena Berger den Tod ihrer Großmutter untersucht, stößt sie auf ein Muster aus rätselhaften Herzstillständen, verschwundenen Patienten und gestohlenen Medikamenten. Alle Spuren führen zu einem angesehenen Arzt – Dr. Anton Holler. Doch hinter der makellosen Fassade verbirgt sich eine Wahrheit, die grausamer ist als jeder Albtraum. Ein Mann, der gelernt hat zu töten, ohne Spuren zu hinterlassen. Ein Spiel, das längst begonnen hat. Und eine Jagd, bei der Vertrauen zur tödlichsten Waffe wird. Während Lena tiefer gräbt, erkennt sie: Der Täter kennt sie bereits. Und er hat sie längst in sein nächstes Experiment verwandelt. Ein nervenzerreißender Psychothriller über Manipulation, Kontrolle und die dunkelsten Seiten der Medizin. Wenn du glaubst, du kannst Ärzten vertrauen – lies dieses Buch.
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Seitenzahl: 65
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Titel:
Der gute Doktor
Autoren: Alexander Schwarz
B.F. Schwarz
Erstveröffentlichung: 2025
Urheberrecht: © 2025 Alexander Schwarz , B.F. Schwarz
Alle Rechte vorbehalten.
Dieses Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich
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Gestaltung/Illustrationen: KI generiert und bearbeitet
Imprint: Independently published Haftungsausschluss: Die Inhalte
dieses Buches wurden sorgfältig erstellt. Dennoch übernehmen die
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Aktualität der bereitgestellten Informationen.
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1 – Der erste Faden
Ein rätselhafter Todesfall weckt in Lena den Verdacht, dass hinter der scheinbar natürlichen Ursache ein präzise geplanter Mord steckt.
Kapitel 2 – Das Erbe der Großmutter
Lena findet im Tagebuch ihrer Großmutter beunruhigende Hinweise und stößt auf eine Spur, die zu einem Arzt mit einer gefährlichen Vergangenheit führt.
Kapitel 3 – Exit Strategy
Viktor Lanz plant und vollzieht eine perfide Flucht aus der Psychiatrie – mit chirurgischer Präzision und einem neuen Ziel.
Kapitel 4 – Doppelgänger
Viktor nimmt die Identität eines Arztes an und beginnt, sein mörderisches Spiel fortzusetzen – während Lena ihm gefährlich nahekommt.
Kapitel 5 – Erstkonsultation
Die erste tödliche „Sprechstunde“ bringt Lena auf Viktors Spur, doch er scheint immer einen Schritt voraus zu sein.
Kapitel 6 – Fernsteuerung
Viktor überwacht Lena aus der Ferne und beginnt, sie gezielt zu manipulieren – bis zu einem gefährlichen Zwischenfall.
Kapitel 7 – Fragmente der Wahrheit
Zwischen Halluzinationen und gefährlichen Entdeckungen findet Lena Beweise für Viktors wahres Wesen.
Kapitel 8 – Tod im Reagenzglas
In einem verlassenen Labor stößt Lena auf eine tödliche Falle – und entkommt nur knapp.
Kapitel 9 – Eiskalte Phantome
Unterkühlt und verfolgt, kämpft Lena gegen ihre eigenen Sinne – und Viktors perfide Manipulation.
Kapitel 10 – Live-Demontage
Ein öffentlicher Schlagabtausch zwischen Lena und Viktor eskaliert zu einem psychologischen Duell vor laufender Kamera.
Kapitel 11 – Ofen 5
Ein Wettlauf gegen die Zeit, um Marek aus einer tödlichen Falle zu retten.
Kapitel 12 – Generalprobe
Viktor bereitet sein „Finale“ wie ein Theaterstück vor – und lockt Lena in eine neue Entscheidungssituation.
Kapitel 13 – Premiere
Das makabere Stück beginnt: Zwei Leben stehen auf dem Spiel, und Lena muss unter Zeitdruck handeln.
Kapitel 14 – 72 Stunden
Viktor setzt Lena einen neuen Countdown und zwingt sie in ein tödliches Suchspiel.
Kapitel 15 – Endspiel
Die Jagd zwischen Lena und Viktor kulminiert in einer direkten Konfrontation.
Kapitel 16 – Letzter Vorhang
Das Finale – Lena dreht Viktors Spiel um und beendet seine Inszenierung.
Epilog – Nachklang
Wochen später – der Fall scheint abgeschlossen, doch ein letztes Detail deutet an, dass Viktors Schatten noch nicht ganz verschwunden ist.
"Für die Unvorsichtigen.
Für die, die ihren Ärzten vertrauten.
Für die, die heute Nacht ihr Teewasser zweimal überprüfen werden.
Schlaf gut."
Kapitel 1 – Klinische Präzision
Das erste Licht kroch träge wie müde Pupillen über den rostigen Stacheldraht, der die
Anstalt „Am Steinhof“ umgab. Viktor Lanz stand regungslos am vergitterten Fenster,
den Blick auf den Horizont gerichtet, und zählte den Herzschlag des Hauses. Für
Außenstehende war es eine Klinik. Für ihn – ein lebendiges Tier, dessen Atem er
inzwischen besser kannte als den eigenen.
05:47 Uhr: Pfleger Kraus Stiefel klapperten über den Linoleumflur. Drei Sekunden
schneller als gestern. Hatte er verschlafen?
06:02 Uhr: Das erste Würgen aus Zimmer 12 – Patient Müller, Magersucht.
06:15 Uhr: Der unvermeidliche Geruch von angebranntem Haferbrei, zu lange in der
Mikrowelle vergessen. Eine Tradition.
Seine Finger strichen über die raue Fensterbank, fanden eine Ameise, die sich verirrt hatte. Knack – ein kleiner, präziser Druck. Das Geräusch erinnerte ihn an den Moment,
als Schwester Beates Halswirbel brachen, damals, als sie unglücklich gestürzt war.
Unfälle konnten so … praktisch sein.
Hinter ihm knarrte das Schloss. Die Tür öffnete sich.
Schwester Klara trat ein, das Licht ihrer Taschenlampe glitt wie ein Skalpell über den
Raum. Ihr Kittel raschelte wie ein Leichentuch, jedes Rascheln ein kleiner Vorhang vor
der Wahrheit. In der Hand: eine flache Plastikschale, gefüllt mit den farbigen Pillen, die
das Personal für Medizin hielt.
„Risperidon, zwei Milligramm“, sagte sie mechanisch.
Viktor setzte sein gefälligstes Gesicht auf. Die Hand, die er ihr entgegenstreckte, war makellos: kühl, die Pulsadern kaum sichtbar, die Fingernägel sauber und rund. Die rote Pille landete auf seiner Zunge. Bitter. Ein Geschmack, den er gut kannte – Muttermilch
war nicht bitter gewesen, aber sie hatte sich genauso invasiv in ihn gedrängt.
Er nickte, lächelte, wartete, bis sie sich umgedreht hatte. Dann spuckte er die Tablette
lautlos in die hohle Hand und ließ sie im Waschbecken verschwinden.
Er hatte es schon unzählige Male getan. Siebenunddreißig Sekunden – genau so lange
hatte es gedauert, bis seine Großmutter Elsa ihren letzten Atemzug getan hatte. Er
vergaß nie Zahlen.
Der Speisesaal war wie jeden Morgen erfüllt von dumpfem Gemurmel und dem
metallischen Klirren von Besteck auf Billigporzellan. Die Luft schmeckte nach
abgestandenem Kaffee und dem Schweiß zu vieler Menschen in zu wenig Raum. Viktor
beobachtete. Immer. Heute galt sein Blick dem Neuen: Pfleger Felix.
Felix war jung – vielleicht 23. Zu glatt rasiert, um hier länger als ein paar Tage zu
arbeiten, zu freundlich, um zu überleben. Frisch von der Pflegeschule, vermutlich noch
überzeugt, etwas Gutes zu tun.
„Salz, bitte“, sagte Viktor und hob den Blick, als Felix vorbeiging.
Felix reichte ihm den Salzstreuer. Ihre Finger berührten sich flüchtig. 0,8 Sekunden –
lang genug, dass es auffiel, aber zu kurz, um Abwehr auszulösen.
„Felix“, wiederholte Viktor, schmeckte das Wort. „Lateinisch für ‚der Glückliche‘.
Wussten Sie, dass Glück hormonabhängig ist? Serotonin. Dopamin. Ein kleiner Cocktail
– und die Welt sieht anders aus.“
Felix errötete. Das war der erste Riss.
22:07 Uhr. Die Nacht lag schwer auf der Anstalt. Schwester Klara schnarchte im
Schwesternzimmer, der Fernseher summte leise. Viktor glitt durch den Flur wie ein
Schatten, jede Bewegung im Rhythmus seiner eigenen Atemzüge.
Die Kamera über dem Medikamentenschrank hing leicht schief. Schon in der dritten
Woche hatte er die Kabel durchtrennt. Niemand hatte es repariert.
Er öffnete den Schrank mit einem der Dietriche, die er aus einem Metalllöffel gefeilt
hatte. Die Auswahl war reichlich. Sein Blick blieb an einer schmalen Ampulle hängen:
Kaliumchlorid – 20 ml.
Wirkung: Herzstillstand in vier bis zwölf Minuten.
Daneben griff er nach Zuckerwürfeln. Ein altes Rezept – Zucker beschleunigte die
Aufnahme im Körper. Seine Großmutter hatte ihren Tee immer gesüßt. Die Erinnerung
ließ ein flüchtiges Lächeln auf seine Lippen treten.
Felix’ Teetasse stand noch im Aufenthaltsraum. Drei unaufgelöste Würfel klebten am
Boden. Perfekt. Das Knacken der Ampulle war kaum lauter als das Atemholen.
23:26 Uhr: Erste Zuckungen im linken Augenlid von Felix.
23:29 Uhr: Schweißperlen auf der Oberlippe, ein Zittern in den Händen.
23:31 Uhr: „H–Hilf … mir …“ Die Stimme war schon gebrochen.
Viktor beugte sich vor, die Lippen dicht an Felix’ Ohr.
„Shhh … gleich ist es vorbei.“
23:42 Uhr: Der Monitor, den Viktor im Augenwinkel sah, zeigte Asystolie – keine
Herzaktivität. Ein präziser, stiller Tod.
Er wartete 90 Sekunden. Dann schlug er die Hand an den Alarmknopf. „HILFE!
HERZSTILLSTAND!“ Seine Stimme zitterte perfekt – die Mischung aus Panik und
Pflichtbewusstsein, die Helden von Zuschauern unterscheidet.
Als das Team hereinstürzte, war Viktor schon in der Hocke, drückte mit rhythmischen
Bewegungen auf Felix’ Brustbein. Niemand beachtete die leere Ampulle, die tief in
seinem Ärmel steckte.
Zurück in seinem Zimmer öffnete Viktor das schwarze Notizbuch. Seine Schrift war
fein, fast kalligraphisch.
Versuch Nr. 14:
Substanz: KCl + Saccharose
Wirkungseintritt: 5 Minuten
Todeskampf: 11 Minuten
Notiz: Nächstes Mal Honig testen – höhere Viskosität, süßerer Abgang.
Er strich mit dem Daumen über den nächsten Eintrag:
Felix’ Schlüsselbund: Außentor, Medikamentenschrank, Zimmer 12.
Schlüssel bedeuteten Türen. Türen bedeuteten Möglichkeiten.
Durch den schmalen Fensterspalt sah Viktor, wie zwei Sanitäter Felix’ Leiche
abtransportierten. Einer aß dabei ein Butterbrot, der andere tippte auf seinem Handy.
Das Leben ging weiter, selbst mit einer Leiche zwischen den Fingern.
