Der Himmelsläufer - Donald Freeman Jaskolla - E-Book

Der Himmelsläufer E-Book

Donald Freeman Jaskolla

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Beschreibung

Das Buch "Der Himmelsläufer" ist ein spiritueller Erfahrungsbericht, der die Themen Erdheilung und Segenskräfte miteinander verbindet. Gehen wir wirklich einen heiligen Weg, und sind wir ein Segen für die Welt? Initiationen im Kontakt zu Mutter Erde, Engelbegegnungen, sowie die Übungen der Himmelsläufer, führen den Leser tief hinein in spirituelle Welten. Es sind Erfahrungen, die berühren und letztlich ein Ruf an uns alle, Mutter Erde zu heilen und einen heiligen Weg zu gehen.

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Seitenzahl: 115

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Wir sind alle heilige leuchtende Wesen, auf einer spirituellen Reise, die sich Leben nennt.

Der Schamane

Inhaltsverzeichnis

Die Begegnung

Der Himmel unter den Füßen

Übungswege

Laufen lernen

Die Rückkehr zu Mutter Erde

Die Zeit anhalten

Mutter Erde liebkosen

Helfer und Verbündete

Engel

Der Engel des Wassers

Baumbrüder

Das Geschenk

Die Birke

Sternenwege

Das Meer der Lichter

Heilige Pfade

Herzensräume

Engelsegen

Der heilige Tag

Die goldene Feder

Der Hüter

Im Leib von Mutter Erde

Ein neuer Name

Die Frage

Der leblose Felsen

Sehnsucht

Uma

Das kleine Volk

Neue Wege

Die Bitte

Der Himmelsläufer ein Epilog

Feenzauber

Himmelsläufer Ausbildung

Die Begegnung

Es war an einem milden sonnigen Tag im Stadtpark, als ich ihm das erste Mal begegnete. Ich sah ihn auf der anderen Seite des kleinen Sees den Weg entlanggehen, der ihn über kurz oder lang direkt an mir vorbeiführen würde. Zunächst war es mir nicht klar, was mir so Besonderes an ihm auffiel, schließlich waren da ja noch eine Menge anderer Leute im Park unterwegs, aber da war etwas.

Vieleicht war es sein aufrechter Gang, oder aber die Art wie er ging? Es war da irgendetwas an ihm, was meine Aufmerksamkeit erregte und mich schließlich wie magisch anzog. Als er nur noch etwa fünfzig Meter von mir entfernt war, begann mein Herz auf einmal schneller zu schlagen, und mein ganzer Körper schien irgendwie auf diesen mir völlig unbekannten Menschen zu reagieren. Dabei sah er eher unscheinbar aus, so zwischen vierzig und fünfzig Jahre alt, schätzte ich, mittlere Größe, grau meliertes Haar und eher drahtig gebaut. Aber da war so viel mehr, und ich wusste nicht, was es war, nur die immer stärker werdende Gewissheit einer schicksalshaften Begegnung, die mich erwartete. Eine Gewissheit nicht in meinem Kopf, sondern in meinem Herz und in meinem Geist.

Als er noch etwa zwanzig Meter entfernt war, erhob ich mich von der Bank, auf der ich saß und blickte ihm direkt entgegen. Unsere Blicke begegneten sich, und ein leichtes Lächeln erschien auf seinem Gesicht, worauf ich mich, obwohl es gar nicht meine Art war, leicht in japanischer Art verbeugte.

Er war es, der als erster sprach, „wollen wir ein Stück des Wegs gemeinsam gehen?“ fragte er mich und ich antwortete kurz und knapp „ja gerne doch“, und so begann etwas, dessen Auswirkung in meinem Leben bis heute letztlich unabsehbar geblieben ist.

„Irgendetwas an Ihnen, an Ihrer Art zu gehen, ist mir aufgefallen,“ sagte ich zu Ihm, „so dass ich neugierig bin, Sie kennenzulernen“.

„Oh meine Art zu gehen, das ist interessant, dass es Ihnen aufgefallen ist, nicht jeder bemerkt es“.

„Bemerkt was?“ wollte ich von ihm wissen. „Dass ich ein Himmelsläufer bin“, sagte er mit einem feinen Lächeln auf den Lippen.

„Was bitteschön ist denn ein Himmelsläufer?“ fragte ich ihn.

„Nun, ein Himmelsläufer ist jemand, der den Himmel auf die Erde bringt“antwortete er.

Sein Lächeln wurde breiter, und in mir purzelten alle möglichen Gedanken und auch Assoziationen durcheinander.

„Bitte erklären Sie mir, was Sie damit meinen“, forderte ich ihn auf.

„Erklären? Ich glaube, ich werde Ihnen wohl lieber eine kleine Geschichte erzählen“.

„In der alten Zeit, als die Menschen noch im Einklang mit der Natur lebten, gab es sie überall auf der Welt. Sie waren unter vielen verschiedenen Namen bekannt, aber die meisten Menschen nannten sie Himmelsläufer. Sie wanderten oft von Ort zu Ort und lehrten die Menschen den Weg des Einklangs von Himmel und Erde und den Weg des Segnens. Denn ein Himmelsläufer ist jemand der weiß, wo der Himmel beginnt und jemand, der weiß wie man die Erde segnet. Ja, ein Himmelsläufer bringt den Himmel auf die Erde und pflanzt ihn dort ein.“ Er lächelte.

„Den Himmel einpflanzen?“ fragte ich ihn. „Mir sind Ihre Worte sehr rätselhaft, schließlich weiß doch jeder, wo der Himmel beginnt, bzw. wo er ist.“

Er blieb für einen Moment stehen und blickte mich durchdringend an. „Ach ja und wo bitteschön beginnt der Himmel Ihrer Meinung nach?“ fragte er mich.

Ich streckte meinen Arm nach oben. „Nun, der Himmel ist über uns, das weiß doch jeder, war meine Antwort.“

„Genau das unterscheidet einen Himmelsläufer von anderen Menschen,“ sagte er. „Ein Himmelsläufer weiß, dass der Himmel unter seinen Fußsohlen beginnt, wenn er auf der Erde läuft, und weil er es weiß, bringt er den Himmel auf die Erde.“

„Aber wie bitteschön pflanzt man denn den Himmel in die Erde?“ fragte ich ihn? „Nun das ist eine andere Geschichte,“ antwortete er, „aber bevor man pflanzt, muss man erst mal lernen zu laufen.“

Irgendetwas in mir wusste einfach, dass dies eine besondere Begegnung war, und obwohl mir seine Worte nicht wirklich Sinn machten, wollte ich mehr wissen. Ja, ich wollte etwas von ihm, ohne genau sagen zu können, was.

Ich erinnerte mich an die Geschichten von alten weisen Leuten und geistigen Lehrern, die geheimnisvoll in unser Leben treten, und von denen man wirklich etwas lernen kann. Ich hatte das deutliche Gefühl, dass genau diese Begegnung so etwas sein könnte. Unglaublich, dass mir das passieren sollte. Also fragte ich diesen mir völlig fremden Menschen, „könnten Sie es mir beibringen?“ „Beibringen was?“ „Na, wie man ein Himmelsläufer wird.“

Er hielt inne und schaute etwas seitlich an mir vorbei. Sein Blick schien in die Ferne gerichtet. Dann sprach er zu mir: „Nun, Sie sind der Erste seit Langem, dem etwas an meiner Art zu laufen aufgefallen ist, es könnte also einen Versuch wert sein, wenngleich es nicht leicht wird, Sie werden sehen. Ein Himmelsläufer wird man nicht an einem Tag, es braucht bei vielen ein ganzes Leben, und auch das reicht nicht immer aus. Aber es gibt nur noch so wenige von uns, dass wenn Sie wirklich lernen wollen, es einen Versuch wert ist.“ Er hielt nochmals inne, „na ja, wir werden sehen.“

Der grauhaarige Mann betrachtete mich lange und eingehend, aber schließlich lächelte er wieder und lud mich mit einer leichten Kopfbewegung ein, den Weg mit ihm fortzusetzen. So begannen die Unterweisungen und mein eigener Weg als Himmelsläufer.

Der Himmel unter den Füßen

„Beginne den Himmel ab jetzt unter deinen Fußsohlen zu spüren, beim Laufen, beim Stehen, beim Sitzen und wenn du liegst, unter deinem ganzen Körper. Immer wieder, so oft du kannst, lenke deine Aufmerksamkeit zwischen deine Fußsohlen und die Erde. Dort beginnt von nun an für dich der Himmel.

Spüre den Himmelsraum überall um dich herum. Aber spüre ihn besonders unter deinen Fußsohlen, so beginnt jeder Himmelsläufer seinen Weg, und auf diese Weise wird er zum Segen für die Erde.“

Ich bemerkte, dass er vom Sie zum Du gewechselt war und fühlte mich von ihm angenommen.

„Dies ist der erste Schritt und mehr kann ich dir heute nicht zeigen. Aber komm wieder, wenn du den Himmel unter deinen Füßen halten kannst.“

„Den Himmel halten?“„Ja, wenn der Himmel unter deinen Füßen für dich zur Wirklichkeit geworden ist, wenn er dir nicht mehr abhanden kommt, dann komm wieder zu mir.“

„Aber wie werde ich Sie finden? Ich kenne Sie doch gar nicht, und weiß nicht, wo ich Sie finden kann.“

„Der Himmel wird dich führen, und ich werde hier sein, denn er führt auch mich.“

„Aber ich habe noch so viele Fragen an Sie. Warum gibt es nur noch so wenige Himmelsläufer, und was bedeutet das Ganze eigentlich?“

Ich spürte eine Art von Aufregung in mir, eine leichte Angst, dass diese Begegnung vielleicht die Einzige gewesen sein könnte, und ich diesen merkwürdigen Kauz niemals mehr wieder sehen würde.

Da war es wieder, sein leichtes Lächeln, als er sagte: „Wir sind so wenige, weil es Geduld braucht, und die ist rar heutzutage.“ „Und was es bedeutet, das Ganze,“ - er machte eine weit ausholende Geste, als würde er die ganze Welt umfassen. „Was es bedeutet, das weiß nur der Himmel.“ Dies waren seine letzten Worte zu mir, und er entfernte sich mit leichten federnden Schritten.

Die ganze Begegnung hatte nur etwa eine halbe Stunde gedauert, doch in mir war etwas aufgeweckt worden, ich könnte nicht sagen, was es war, aber eine merkwürdige Art von Zuversicht, ja fast Euphorie erfüllten mich, und ich begann sogleich zu üben, den Himmel unter meinen Füßen zu spüren.

Es sollte fast drei Wochen dauern, bis wir uns wieder sahen, aber was in diesen drei Wochen in meinem Leben geschah, war so unglaublich, dass ich bis heute nur staunen kann, wie eine einzige Begegnung und diese eine Übung mein ganzes Leben veränderten.

Übungswege

Ich begann also meine Aufmerksamkeit auf die Fußsohlen zu lenken, genauer gesagt, auf die Berührungszone zwischen den Fußsohlen und der Erde. Ich versuchte ein Gewahrsein dafür zu entwickeln, dass genau dort der Himmel beginnt.

Bei dieser Übung kam mir durchaus zugute, dass ich mit verschiedenen Meditationstechniken vertraut war. Doch es war alles andere als leicht, das Gewahrsein unter den Fußsohlen zu halten, und gleichzeitig den Himmelsraum wahrzunehmen, der uns umgibt, und direkt über der Erde beginnt.

Wieder und wieder lenkte ich meine Aufmerksamkeit dort hin, wieder und wieder verlor ich nach einiger Zeit den Fokus darauf. Jeder, der schon mal versucht hat zu meditieren, kennt das. Gedanke um Gedanke, Ablenkung um Ablenkung schiebt sich dazwischen.

Ja, es fällt unglaublich schwer, die Aufmerksamkeit bei nur einer einzigen Sache zu halten, zumal die Wahrnehmung des Himmels unter den Füßen so ungewohnt für mich war. Aber mein innerer Wunsch, diesen alten Kauz wiederzusehen, und die Herausforderung, die erste Lektion zu meistern, waren so stark, dass ich nicht aufgab.

Nach drei Tagen des immer wiederkehrenden Übens, gelang es mir plötzlich leichter, dieses Gewahrsein des Himmels unter den Fußsohlen für eine längere Zeit zu halten. Ob beim Laufen, beim Sitzen, oder beim Stehen, in allen möglichen Situationen lenkte ich meine Aufmerksamkeit unter die Füße und versuchte, den Himmel genau dort zu spüren.

Nach drei weiteren Tagen jedoch, waren meine Füße irgendwie überenergetisiert und begannen, mehr und mehr zu kribbeln, sodass eine immer größer werdende Unruhe sich in mir ausbreitete.

Da musste ich plötzlich an den alten Kauz denken und an seine Worte: „ich bin ein Himmelsläufer“, und da begann ich zu laufen.

Je mehr ich lief, und die Aufmerksamkeit dabei unter den Fußsohlen hielt, umso mehr ließ das Kribbeln nach, und die aufgestaute Energie floss ab in die Erde.

Nach etwa einer Woche war mir das Üben keine Anstrengung mehr, sondern irgendwie Freude. Ich bemerkte, dass sich mein ganzer Körper mehr und mehr aufzurichten begann, und eine Kraft und Energie mich durchflossen, die ich in dieser Form schon seit Jahren nicht mehr gespürt hatte.

Aber das war erst der Anfang. Ab einem bestimmten Punkt konnte ich die Aufmerksamkeit bei den Füßen halten und gleichzeitig andere Tätigkeiten verrichten, ohne dass meine Aufmerksamkeit dabei geteilt war. Die Fußsohlen blieben einfach irgendwie in meiner geistigen Präsenz.

Dann geschah etwas sehr Entscheidendes. Das Gewahrsein in mir dehnte sich für Momente so aus, dass es zu einer Art Raumgewahrsein wurde.

Ich spürte jetzt nicht nur die Empfindung der Berührung zwischen Füßen und Erde, sondern auch die Idee, dass genau dort der Himmel beginnt, wurde zu einem wahren Erleben.

Dieses Empfinden des Himmelsraumes nahm beim Üben nun Tag für Tag zu. Es gelang mir, diese Art von Raumgewahrsein für immer längere Zeitperioden zu halten. Ja, je mehr ich den Himmelsraum um mich herum spürte, umso stärker wurde auch die gefühlte Verbindung zur Erde. Nie zuvor in meinem Leben waren mir Himmel und Erde so nah gewesen. Nie zuvor empfand ich eine so starke Erfüllung dabei, körperlich präsent zu sein.

Es gab gewiss Tage, die waren nach wie vor wie ein zähes Ringen im Sammeln der Aufmerksamkeit, aber zu keinem Zeitpunkt verlor ich das Interesse und den Wunsch, diese Übung zu meistern.

So trug es mich durch die schwierigsten Phasen. Die Belohnung wurde mir in all den Momenten zuteil, die mich Himmel und Erde ganz bewusst fühlen ließen.

Nach etwa drei Wochen war mir die Raumerfahrung des Himmels so vertraut geworden, dass mein Gehen auf der Erde einer Art von Dahinschreiten glich, was mir wahrhaft engelhafte Momente beschied.

Ohne dass ich es gleich bemerkte, lenkten meine Schritte mich auf einmal in den Stadtpark, und es kam zu der zweiten Begegnung mit dem Himmelsläufer.

Laufen lernen

Er schritt barfuß auf einer Wiese unter Bäumen dahin, und sein Lächeln war wie eine Einladung, näher zu kommen.

„Ich grüße Sie,“ rief ich ihm zu und verbeugte mich. „Wollen wir ein Stück des Weges gemeinsam gehen?“ Fragte er mich wie bei unserer ersten Begegnung vor drei Wochen.„Ja, sehr gerne,“ antwortete ich ihm. „Dann ziehe deine Schuhe aus und befreie deine Füße, damit sie atmen und die Kraft der Erde empfangen können.“

„Es waren drei interessante Wochen für mich, in denen ich viel lernen durfte, und ich würde Ihnen gerne davon berichten.“

„Ich sehe es, du bist auf dem Weg, laufen zu lernen, aber noch bist du zu schnell. Ein Himmelsläufer muss Geduld haben.“ „Oh, ich gehe doch ganz langsam,“ wandte ich ein. „Nicht im Außen, im Inneren gehst du zu schnell. Du blickst auf ein fernes Ziel, und deshalb bist du zu schnell.“

„Wie meinen Sie das?“ fragte ich Ihn.

„Nun, ein Himmelsläufer verweilt bei jedem Schritt, er geht nicht langsam oder schnell, er verweilt im Schreiten. Hast du den kleinen Kiesel bemerkt, über den du eben gegangen bist, oder die kleine Blume, die du gerade berührt hast? Bevor du nicht das Lied der Erde mit deinen Füßen hören kannst, bist du noch nicht bereit.“

Ich runzelte leicht die Stirn und sah ihn fragend an. Er aber sprach weiter