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Der Ort Stoney River wird verlassen. Nur der Sheriff und eine kleine Gruppe seiner Freunde hält bis zuletzt die Stellung.
Doch als ein verletzter Mann hilflos in den Saloon kommt, ändert sich die Situation. Eine Gruppe abtrünniger Südstaatensoldaten fällt über den einsamen Ort her. Für Vernunft sind sie nicht zugänglich. Sie wollen nur eins: Töten!
Eingeschlossen in das Sheriff's Office kämpfen die letzten Stadtbewohner gegen eine grausame Übermacht.
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Veröffentlichungsjahr: 2025
Michael Harte
Der letzte Tag
Western-Edition
Copyright © by Author/Bärenklau Exklusiv
Cover: © by Steve Mayer mit Firuz Askin nach Motiven mit Bärenklau Exklusiv, 2025
Korrektorat: Thomas Albert
Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau (OT), Gemeinde Oberkrämer. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang
www.baerenklauexklusiv.de / [email protected]
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Inhaltsverzeichnis
Impressum
Das Buch
Der letzte Tag
Der Angriff
Die Geisterarmee
Der Ausbruch
Der Ort Stoney River wird verlassen. Nur der Sheriff und eine kleine Gruppe seiner Freunde hält bis zuletzt die Stellung.
Doch als ein verletzter Mann hilflos in den Saloon kommt, ändert sich die Situation. Eine Gruppe abtrünniger Südstaatensoldaten fällt über den einsamen Ort her. Für Vernunft sind sie nicht zugänglich. Sie wollen nur eins: Töten!
Eingeschlossen in das Sheriff's Office kämpfen die letzten Stadtbewohner gegen eine grausame Übermacht.
***
Western von Michael Harte
»lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit«
(»Ein Wolf ist der Mensch dem Menschen, kein Mensch, solange er nicht weiß, welcher Art der andere ist.«)
(Titus Maccius Plautus [254-184 v. C.] »Asinaria«)
Der Apache lag am Boden festgebunden der glühenden Sonne ausgeliefert. Seine Arme und Beine waren weit auseinandergezogen und an Pflöcke gefesselt. Das Leder war nass gemacht worden und dann so fest wie möglich gezogen. Jetzt trocknete es und schnitt sich dabei immer tiefer in seine Hand- und Fußgelenke. Er machte sich keine Illusionen über seine Lage. Er würde hier und heute sterben, die Frage war nur, wie lange es noch dauern würde. Die Weißaugen hatten ihn stundenlang gequält. Zuerst hatten sie Nadeln unter seine Fingernägel geschoben. Später hatten sie ihm die Nägel mit glühenden Zangen herausgerissen. Sie hatten ihn gepeitscht, geschlagen, glühende Holzscheite auf seine Haut gelegt, mit ihren großen Messern in sein Fleisch geschnitten und seine Rippen mit Tritten gebrochen. Sie hatten seine Füße mit einem Hammer zerschlagen und waren mit ihren schweren Militärstiefeln über seine Kniescheiben gelaufen. All diese Foltermethoden hatte er ertragen ohne einen Laut von sich zu geben, Doch die Sonne tat ihr übriges. Die Soldaten standen einfach daneben und sahen zu, wie das Leben ihn langsam verließ. Darunter waren sogar zwei indianische Kundschafter. Wahrscheinlich gehörten sie sogar zu seinem Stamm. In ihren Uniformen konnte er sie nicht genau erkennen. Sie sahen selbst fast wie die verhassten Bleichgesichter aus.
Er dachte daran, wie er in diese Lage geraten war. Das Feuerwasser war schuld. Nein, denn das wäre feige gewesen. Wenn er ehrlich zu sich selbst war, war er selbst schuld daran. Er hatte der Versuchung nicht widerstehen können und sich in diesen Saloon begeben, wo das tückische Getränk auf ihn wartete. Und unter der berauschenden Wirkung hatte er von dem verbotenen Geheimnis gesprochen. Jemand hatte den Weißaugen bereits davon erzählt und sie hatten nur auf jemanden gelauert, der ihnen sagen konnte, wo sie es fanden. Und er hatte sich selbst ausgeliefert.
»Hast du Durst?«, fragte ihn ein Offizier.
»Ja, bitte, gebt mir Wasser«, brachte er mit kratziger Stimme über die Lippen.
»Du sollst etwas zu trinken haben!«
Es war kein Wasser, womit sie seinen Mund benetzten, was sie ihm in die Kehle schütteten. Es war Whiskey.
»Ihr weißen Teufel!«, lallte er »Ihr glaubt, ich kenne das Geheimnis nicht. Ich kenne das Geheimnis. Ich werde Euch beweisen, dass ich es kenne.«
Der Offizier beugte sich über ihn »Ja? Wo finden wir es?«
Und dann verriet der Apache ihnen das geheime Versteck. Zufrieden drehte der Offizier sich zu seinen Männern um.
»Ich weiß Bescheid. In einer halben Stunde reiten wir los!«
»Zu Befehl, Captain. Was sollen wir mit dem Indianer tun?«
»Was wohl? Skalpieren Sie ihn und dann lassen Sie ihn in der Sonne liegen. Die Maden werden sich schon um ihn kümmern.«
»Zu Befehl, Sir!«
Als die Weißaugen endlich fortgeritten waren, begann der Indianer trotz seiner unmenschlichen Schmerzen zu lachen. Er hatte sich furchtbar gerächt für das, was sie ihm und seinem Volk angetan hatten. Sie hatten von ihm das verbotene Geheimnis haben wollen und er hatte es ihnen gegeben.
Ein Geheimnis, das große Schande über ihre Ahnen und ein böses Schicksal über ihre Kinder und Kindeskinder bringen konnte. Eine grausamere Rache gab es nicht.
Und so starb er mit einem schrecklichen Lachen.
*
Als der alte Schamane seine Höhle betrat, beschlich ihn ein schlechtes Gefühl. Eine Ahnung, als wäre jemand hier gewesen, der hier nichts zu suchen hatte. Es gab keine Spuren, die auf Eindringlinge hinwiesen, eher eine aufziehende Vorahnung von Unheil. Das böse Kribbeln in der Wirbelsäule, das sagte, dass etwas Böses im Gange war, obwohl die Sonne schien und die Welt in Ordnung war, solange niemand genau hinschaute.
Nicht umsonst lebte der Schamane in der Einsamkeit abseits seines Stammes. Er hütete Wissen, das nicht in die falschen Hände gegeben werden sollte. Es hätte längst in Vergessenheit geraten sollen, doch die Brutalität der Weißaugen machte es nötig, es zu erhalten und im Kampf darauf zurück zu greifen. Doch das, was seinen Stamm beschützen sollte, entfernte den alten Mann gleichzeitig von allen Menschen, die er liebte. Er hatte sich vor langer Zeit freiwillig für dieses Leben entschieden. Um das zu tun, was getan werden musste. Doch wenn seine schlimmsten Befürchtungen hier und jetzt zutrafen, wäre alles umsonst gewesen.
Mit diesem flauen Gefühl betrat er die Höhle, die in all den Jahren ebenso zu seiner Wohnstätte wie zu seinem Gefängnis geworden war. Und mit Entsetzen stellte er fest, dass sich seine schlimmsten Ängste bewahrheitet hatten. Das schreckliche Geheimnis, das er hütete, war gestohlen worden. Die verbotenen Kräuter hingen nicht mehr an der Stelle der Wand, wo er sie aufbewahrte. Wer immer sich Zugang zu diesem Versteck verschafft hatte, hatte genau gewusst, was ihn hier erwartete. Verzweifelt sank der Schamane auf die Knie und weinte hemmungslos. Ihm blieb nur noch, zu beten. Zu den alten Göttern seines Volkes und zu dem neuen Gott, den die Weißen mitgebracht hatten. Es war egal, er konnte nur hoffen, dass er erhört wurde. Denn das Grauen war in die Welt gekommen.
*
Die Jagdgruppe fand die Lagerstatt der Räuber sehr schnell. Der Rauch war weit zu sehen und hatte das Versteck verraten. Das Feuer brannte zwischen einer kleinen Felsengruppe. Die Krieger lachten über die Dummheit der Weißen. Wie konnte man Rauch nur so deutlich am Himmel aufsteigen lassen, sodass jeder Feind sehen konnte, wo man lagerte. Der Schamane war vor wenigen Stunden in das Dorf gekommen und hatte um Hilfe gebeten. Und die Krieger hatten sich beeilt, die Spur aufzunehmen. Jeden von ihnen war bewusst, welche Gefahr von Weißaugen ausging, die um das verbotene Geheimnis wussten. Die Diebe waren gerade dabei, die Kräuter in einem Topf zu kochen. Gut, sie hatten noch keine Zeit gehabt, sie zu sich zu nehmen. Die jungen Apachen schwangen sich von ihren sattellosen Ponys, legten sich zu Boden und krochen unerkannt zu der Feuerstelle. Die Kräuterdiebe würden erst erfahren, wer sich ihnen näherte, wenn es zu spät für sie war. Drei weiße Soldaten waren es, die um das Feuer saßen. Eine Erleichterung erfasste die Indianer. Die Gefahr war nicht so groß, wie sie befürchtet hatten. Mit drei Weißaugen konnten sie ohne größere Probleme fertig werden. Sie griffen nach ihren Tomahawks und schlichen näher. Doch die Überraschung gelang ihnen nicht, Denn als sie sich auf die drei Männer stürzen wollten, brach die Hölle los. Hinter den Felsen tauchten plötzlich weitere Soldaten auf. Es war zu spät, um umzukehren. Der kleine Trupp fand sich im Kugelhagel wieder. Ein Krieger wurde direkt in den Kopf getroffen, ein zweiter, der aufgesprungen war um zu kämpfen, erhielt mehrere Treffer in den Bauch. Einem der Indianer gelang es sogar, bis zu einem der drei Männer, die als Köder am Feuer gesessen hatten, durch zu kommen. Er schlug ihm den Schädel mit seinem Tomahawk ein. Der Soldat fiel ohne einen Schrei um. Keiner seiner Kameraden kümmerte sich darum. Es war ihnen egal. Die Kräuter hatten bereits gewirkt. Die Krieger starben umsonst, sie waren zu spät gekommen.
*
James Carpenter sah sich zufrieden um. Er hatte es endlich geschafft. Sein ganzes Leben lang hatte er von seiner eigenen Farm geträumt. Es war für ihn und Carry nicht immer leicht gewesen. Im Osten hatten sie unter ärmlichsten Verhältnissen gelebt. Doch Carry hatte immer zu ihm gehalten. Auch, als er die Idee hatte, in den Westen zu ziehen und einen Neubeginn zu versuchen. Mit nichts waren sie gekommen. Nur ein klappriger Wagen und ein halbverhungertes Maultier hatte sie den ganzen Weg getragen. Sie hatten alle Entbehrungen der Reise auf sich genommen. Hatten dem Hunger, dem Durst, der Hitze und dem Eis getrotzt, hatten Indianerüberfälle und den Krieg überstanden. Zwei Kinder waren an Krankheiten gestorben. Doch sie hatten immer weiter gemacht, hatten sich immer die Hoffnung bewahrt. Und nun zahlte es sich endlich aus. Das bescheidene Stück Land, das sie zugewiesen bekommen hatten, brachte endlich genug Erträge, um sie zu ernähren und sogar ein kleines Einkommen zu erwirtschaften. Mehr hatten sie nie verlangt. Laury, ihre Tochter, war inzwischen acht Jahre alt und machte ihre Eltern so stolz.
»Essen ist fertig!«, rief Carry. Ein Lächeln lief über James' Gesicht. Heute sollte es sogar einmal Steak geben. Nicht das derbe Fleisch, wenn er ab und zu ein Stück Wild schoss und nach Hause brachte. Nein, sie hatten sich ein zartes Stück Rindfleisch geleistet.
James war glücklich. Es gab endlich so etwas wie Hoffnung für die Zukunft für sie. Mit diesem Gedanken wischte er sich den Schweiß aus dem Gesicht und streckte sich. Die Arbeit auf dem Acker machte sich schmerzhaft in seinem Rücken bemerkbar. Doch er hielt durch. Weil er gar keine andere Wahl hatte. Hungrig ging er auf ihre ärmliche Hütte zu. Doch bevor er da war, sich an den gedeckten Tisch setzen konnte, hörte er Hufgetrappel. Er blickte sich um, konnte jedoch nichts erkennen. Gegen die Sonne konnte er nur die Schemen einer Gruppe Reiter ausmachen, die sich im Galopp zu nähern schienen. Er hielt seine Hand vor die Stirn, um seine Augen ein wenig abzuschirmen und vielleicht etwas mehr zu erkennen. Die Reiter schienen die grauen Uniformen der Konföderierten zu tragen, doch ganz sicher war er sich nicht. Der Krieg war schon einige Jahre vorbei und es gab nur noch selten versprengte Gruppen, die den Weg in das Leben nicht zurückgefunden hatten. Noch immer zogen sie durchs Land. Ohne Mission, ohne Auftrag und ohne Aussicht auf etwas Anderes lebten sie als Gesetzlose, die sich durch Diebstahl und Raub ernährten. Bei ihnen gab es nichts zu holen, also sah James ihnen gelassen entgegen. Sie würden sich ein paar Maiskolben nehmen und wieder weiter reiten. Im schlimmsten Fall würde er auf sein Steak verzichten müssen. Für offene Feindseligkeiten allerdings gab es keinen Grund. Also wartete er geduldig ab. Doch seine Einschätzung war falsch. Grausam falsch. Er hörte einen Schuss, dann spürte er einen harten Schlag gegen seine Brust, dann wurde es dunkel.
*
Nur langsam kam er wieder zu sich. Das Atmen fiel ihm schwer. Er hustete, wobei er den Geschmack von Blut auf der Zunge schmeckte, Der Kugel, die ihn getroffen hatte, war an seinem Rücken wieder ausgetreten, ohne lebenswichtige Organe verletzt zu haben. Die Wunde brannte wie Feuer. Doch er lebte noch. Unter schweren Schmerzen kämpfte er sich auf die Beine. Der beißende Geruch von Rauch stieg ihm in die Lunge und verstärkte den Schmerz.
Doch all diese Leiden waren nichts, verglichen mit dem, was er vor sich sah. Seine kleine Hütte war niedergebrannt. Nach seiner Frau und seiner Tochter brauchte er nicht zu suchen. Ihre verkohlten Leichen lagen dem wilden Getier ausgeliefert auf dem Erdboden. Die ersten Krähen hatten sich bereits zu ihrem makabren Mahl eingefunden. Er griff nach Steinen und warf sie mit bösen Schreien nach den Vögeln. Erschrocken flatterten sie davon. Mit aller Kraft, die er noch aufbringen konnte, humpelte er zu dem, was einst seine Familie gewesen war. Verzweifelt sank er in die Knie. All die Hoffnung, die er gehegt hatte, war dahin. Ihm blieb nichts mehr. Er konnte nicht einmal wirklich Trauer empfinden. In ihm war nur eine schreckliche, tiefe Leere. Nicht einmal die Gnade einer Ohnmacht war ihm vergönnt. Mit schrecklicher Klarheit nahm er das Grauen um sich herum wahr.
Er hatte kein Gefühl für sich selbst mehr übrig. Für ihn gab es nur noch ein Ziel: Rache!
Er nahm sich nicht einmal die Zeit, die Überreste seiner Familie zu bestatten. Damit hätte er ihnen und sich selbst keinen Frieden bringen können. Er griff nach seiner Gewehr, erhob sich und ging in die Richtung, in der er die teuflischen Angreifer vermutete.
