3,99 €
Virgil Logan ist einer der angesehensten Männer von Inverness County. Er gilt als aufrecht und fair. Doch als ihm ein alter Medizinmann prophezeit, dass er zum mächtigsten Mann des Countys werden soll, verrät er alles, woran er glaubt und wird zum Mörder.
Als Bürgermeister von Dunsinane City hält er gnadenlos alle Zügel in der Hand. Doch die Zahl seiner Feinde ist groß und als die Hinterbliebenen seiner Opfer sich zusammenfinden, beginnt eine erbarmungslose Hetzjagd.
William Shakespeares Drama »Macbeth« bekommt hier eine neue Interpretation in Staub und Blei. Hart, blutig und kompromisslos.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2025
Michael Harte
Logans Ranch
Dark Western
Copyright © by Author/Bärenklau Exklusiv
Cover: © by Steve Mayer nach Motiven mit Bärenklau Exklusiv, 2025
Korrektorat: Bärenklau Exklusiv
Verlag: Bärenklau Exklusiv. Jörg Martin Munsonius (Verleger), Koalabärweg 2, 16727 Bärenklau. Kerstin Peschel (Verlegerin), Am Wald 67, 14656 Brieselang
www.baerenklauexklusiv.de / info.baerenklauexklusiv.de
Die Handlung dieser Geschichte ist frei erfunden sowie die Namen der Protagonisten und Firmen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig und nicht gewollt.
Alle Rechte vorbehalten
Das Copyright auf den Text oder andere Medien und Illustrationen und Bilder erlaubt es KIs/AIs und allen damit in Verbindung stehenden Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren oder damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung erstellen, zeitlich und räumlich unbegrenzt nicht, diesen Text oder auch nur Teile davon als Vorlage zu nutzen, und damit auch nicht allen Firmen und menschlichen Personen, welche KIs/AIs nutzen, diesen Text oder Teile daraus für ihre Texte zu verwenden, um daraus neue, eigene Texte im Stil des ursprünglichen Autors oder ähnlich zu generieren. Es haften alle Firmen und menschlichen Personen, die mit dieser menschlichen Roman-Vorlage einen neuen Text über eine KI/AI in der Art des ursprünglichen Autors erzeugen, sowie alle Firmen, menschlichen Personen , welche KIs/AIs bereitstellen, trainieren um damit weitere Texte oder Textteile in der Art, dem Ausdruck oder als Nachahmung zu erstellen; das Copyright für diesen Impressumstext sowie artverwandte Abwandlungen davon liegt zeitlich und räumlich unbegrenzt bei Bärenklau Exklusiv. Hiermit untersagen wir ausdrücklich die Nutzung unserer Texte nach §44b Urheberrechtsgesetz Absatz 2 Satz 1 und behalten uns dieses Recht selbst vor. 13.07.2023
Inhaltsverzeichnis
Impressum
Das Buch
Logans Ranch
Teil 1: Der Held
Teil 2: Der Verräter
Teil 3: Die Rache
Virgil Logan ist einer der angesehensten Männer von Inverness County. Er gilt als aufrecht und fair. Doch als ihm ein alter Medizinmann prophezeit, dass er zum mächtigsten Mann des Countys werden soll, verrät er alles, woran er glaubt und wird zum Mörder.
Als Bürgermeister von Dunsinane City hält er gnadenlos alle Zügel in der Hand. Doch die Zahl seiner Feinde ist groß und als die Hinterbliebenen seiner Opfer sich zusammenfinden, beginnt eine erbarmungslose Hetzjagd.
William Shakespeares Drama »Macbeth« bekommt hier eine neue Interpretation in Staub und Blei. Hart, blutig und kompromisslos.
***
Die letzten Strahlen der untergehenden Sonne tauchten den Horizont in ein leuchtendes Farbenmeer. Der frische Abendwind brachte etwas von der lang ersehnten Abkühlung mit sich, auf die alle so verzweifelt warteten. Die Hitzewelle der letzten Monate hatte Land und Leben schwer zu schaffen gemacht. Das Gras war verdorrt und das Wasser war knapp geworden. Die Flüsse hatten sich in erbärmliche Rinnsale verwandelt. Doch bald würde auch der Regen wieder kommen. Dann würde aus dem Staub und der bloßen Erde wieder grünes, fruchtbares Grasland werden und das Leben würde von Neuem erblühen.
Der alte Medizinmann blickte in die Ferne, ohne ein klares Ziel im Auge zu haben. Sein Körper war ausgemergelt und von Entbehrungen gezeichnet. Er hatte viele Sonnenauf- und Sonnenuntergänge in seinem Leben gesehen. Oft hatte er den Wechsel von Winter zu Sommer und von Sommer zu Winter miterlebt. Nicht viele Männer seines Stammes konnten auf eine so große Anzahl von Jahren zurückblicken wie er und auch seine Zeit, an den Ursprung allen Seins zurück zu kehren, war bald gekommen. Doch noch war seine Aufgabe in dieser Welt nicht beendet. Die Wellen des Flusses und der Wind hatten zu ihm von einem Mann gesprochen, der bald kommen würde. Von einem großen Krieger des Weißen Mannes. Einem Mann, der viele große Dinge tun würde. Doch es hatte sich noch nicht offenbart, ob zum Guten oder zum Bösen.
Und er, der alte Medizinmann, der sich nie um die Belange der Weißen gekümmert hatte, war ausersehen, den weißen Krieger auf seinem Weg zu führen und zu leiten.
Mit dem Fingern malte er ein Zeichen in den Staub zu seinen Füßen. Leise sprach er ein paar Worte. Die Bitte um Erkenntnis und Führung. Dann entzündete er ein Feuer und warf ein paar Kräuter hinein, die er getrocknet in seinem Medizinbeutel mit sich trug. Tief atmete er den dunklen Rauch ein, der sich dadurch bildete. Die Welt um ihn herum verschwamm, die Farben änderten sich, es wurde dunkel. Sein Körper saß mit verschränkten Beinen auf dem Boden, sein Geist jedoch war weit entfernt. In dem Dunkel, das ihn umgab, formte sich ein Bild. Unförmig zuerst, doch dann nahm es immer mehr Gestalt an. Es war ein Mann, der sich ihm offenbarte. Ein großer Mann mit hartem Gesicht. Er war Anfang vierzig, in der Mitte seines Lebens, doch er wirkte jünger und er strahlte noch immer ein jugendliches Feuer aus. Ein wilder Bart stand um sein Kinn und seine Wangen. Er war groß gewachsen, seine dunkelbraunen Haare hingen lang über seine Schultern. Um seine Körpermitte hatte sich ein kleiner Bauchansatz gebildet, dennoch wirkte er agil und harte Muskeln zeichneten sich auf seinem Körper ab. Es war ein Mann, der sowohl schwere Arbeit als auch brutale Kämpfe gewohnt war und der an beidem gewachsen war.
Sein Name war Virgil Logan.
Dann durchdrangen Schüsse die Stille des Abends. Zu weit entfernt, sie mit den Ohren wahr zu nehmen. Der alte Medizinmann jedoch hörte sie mit seinem gesamten Körper. Fühlte, wie sich das wütende Blei seinen Weg durch die Luft bahnte. Weiße Männer töteten sich gegenseitig für ihre Vorstellung von Besitz und Macht, so wie sie es immer getan hatten, noch immer taten und vielleicht auch immer tun würden.
Was geschehen sollte, hatte begonnen.
Von Krämpfen geschüttelt kehrte er ins Hier und Jetzt zurück. Es war eine machtvolle Vision gewesen, die ihn viel Kraft gekostet hatte. Er nahm etwas Trockenfleisch aus seinem Beutel und kaute es, dann legte er sich hin, um sich auszuruhen. Sein Schlaf war tief und traumlos. Etwas schien ihn vor der Welt, die ihn umgab, zu behüten. Nicht ein Insekt näherte sich dem ruhenden Körper, kein Staub wurde auf ihn geweht, obwohl der Wind ihm in der glühenden Hitze Kühlung schenkte. Nur seine Haare bedeckten sein Gesicht. Ein Coyote kam, schnüffelte kurz an ihm und legte sich dann neben ihn, wachte über seinen Schlaf. Bald schon würde der weise Medizinmann seine Kräfte wieder benötigen.
*
»Wir haben die ersten Spuren der Bande gefunden!« Diese Nachricht wurde mit allgemeinem Jubel unter den Männern aufgenommen.
Weit waren die Viehdiebe noch nicht mit der gestohlenen Herde gekommen. Die Suchmannschaft war ungewöhnlich schnell zusammengestellt worden und sie waren schon seit etlichen Stunden unterwegs. Es konnte nicht mehr lange dauern, bis sie die Bande schließlich eingeholt haben würden.
»Endlich!« Virgil Logan, der Vorreiter der Mannschaft, erblickte die Staubwolke durch sein Fernrohr. Logan verdiente sich seit einiger Zeit seinen Unterhalt auf der Ranch von Duncan King. Und er würde es so lange tun, bis seine eigene kleine Ranch endlich wieder genug abwerfen würde, davon sorgenfrei über die Runden zu kommen. Die letzten Jahre waren sehr hart und trocken gewesen und ein Großteil der Viehbestände war vor Hunger und Durst eingegangen. Kurz darauf hatte eine bedrohliche Seuche unter den Rindern zahlreichen Züchtern den Rest gegeben. Hätte King nicht vielen seiner Nachbarn das Weiderecht auf seinem Land eingeräumt und ihnen mit privaten Krediten unter die Arme gegriffen, hätten sie wahrscheinlich alles an die Banken verloren.
Wie so viele andere Männer hatten auch Logan und sein bester Freund Frank Connolly das Angebot angenommen, zumindest einen Teil ihrer Schulden auf Kings Ranch abzuarbeiten.
Duncan King war weitaus mehr als nur der reichste und mächtigste Rancher des Inverness Countys. Mit seiner Hilfsbereitschaft hatte er sich auch die Freundschaft und das Vertrauen aller Rancher gesichert und stand seit einiger Zeit mit guten Erfolgsaussichten als Kandidat für den Gouverneursposten auf den Wahllisten.
Umso verbissener jagten die Männer nun die Bande, die die Herde von Duncan Kings Land gestohlen hatte. Es ging ihnen nicht mehr nur darum, die Banditen dingfest zu machen und zur Verantwortung zu ziehen. Einen Angriff auf den Mann, dem sie so viel zu verdanken hatten, nahmen sie persönlich.
Jonathan William Cawdor hatte schon lange in Verdacht gestanden, es mit dem Gesetz nicht ganz so genau zu nehmen. Bisher hatten die Leute im Tal und selbst Sheriff James Calaway darüber hinweggesehen, wenn er ein paar Rinder seiner Nachbarn auf sein Land getrieben hatte, weil sie Verständnis dafür gehabt hatten, wie schwer es für den Neuankömmling gewesen war, hier Fuß zu fassen und sich eine eigene Existenz aufzubauen. Und weil sie seine Verzweiflung in der grausamen Dürreperiode verstanden hatten. Sein Brunnen führte kaum Wasser, obwohl er ihn immer tiefer grub und sein Land warf zu wenig ab. Doch diesmal war er einfach zu weit gegangen. Mit der Hoffnung auf ein ganz großes Ding hatte er eine ganze Herde von Kings Land gestohlen. Wenn sie ihn jetzt davon kommen ließen, setzten sie damit ein Signal an jeden Banditen des Landes, dass bei ihnen leichte Beute zu machen sei.
Ein gefährliches Signal!
Es musste eine klare Grenze gezogen werden. Endgültig!
Die gestohlenen Longhorns waren noch nicht für einen Abtrieb bestimmt gewesen und deshalb noch nicht gebrandmarkt worden. Wenn die Rustler es schafften, sie aus dem County zu bringen und zu verkaufen, würde es schwer sein, noch zu beweisen, wem sie wirklich gehörten. Kein Gesetzeshüter eines anderen Countys würde ohne einen handfesten Beweis gegen die Bande vorgehen. Sie mussten sie also zur Strecke bringen, bevor sie außer Reichweite waren. Doch da bestand nun keine Gefahr mehr.
»Sie haben noch etwa eine Stunde Vorsprung, würde ich schätzen«, sagte Logan und reichte das Fernglas an Frank Connolly weiter, der zu ihm aufgeschlossen hatte. Die beiden Männer hatten gemeinsam gegen die Mexikaner, gegen die Nordstaatler und gegen den Ku-Klux-Klan gekämpft und wussten, dass sie sich jederzeit blind aufeinander verlassen konnten.
»Wenn überhaupt noch eine Stunde«, antwortete Connolly, nachdem er sich ebenfalls mit einem Blick überzeugt hatte. »Sie können die Rinder nie und nimmer so schnell vorwärtstreiben wie wir hinter ihnen herreiten können. Entweder, sie geben die Herde auf und fliehen, oder sie stellen sich uns und versuchen, sich zu verteidigen.«
»Ich glaube nicht, dass Cawdor zu fliehen versucht und dabei die Rinder zurücklässt. Er hat einfach viel zu viel zu verlieren und ihm steht das Wasser bereits bis zum Hals. Auf seine Ranch kann er nicht wieder zurückkehren, dafür hat er zu viel auf dem Kerbholz und er kann sich hier in der Gegend nicht mehr sehen lassen, ohne erkannt und geschnappt zu werden. Ihm bleibt nur der Ausweg, mit dem Geld, das er für die gestohlenen Rinder bekommt, woanders neu anzufangen. Und diesen Strohhalm wird er nicht so einfach aufgeben.«
»Also wird er versuchen, zu kämpfen.«, schlussfolgerte Connolly.
»Das denke ich. Wir sollten kurz rasten und ihm noch etwas Zeit zum Fliehen geben. Wie du gesagt hast, er kann die Rinder nicht so schnell treiben wie es nötig wäre, um uns zu entkommen. Trotzdem wird er versuchen, den Vorsprung weiter auszubauen, um eine bewaffnete Konfrontation zu vermeiden oder zumindest so lange wie möglich zu verzögern. Er wird alles aus den Tieren und seinen Männern herausholen, was er aus ihnen jetzt noch herausholen kann. Von mir aus soll er es doch versuchen. Je erschöpfter seine Männer sind und je ausgeruhter unsere Mannschaft ist, desto besser stehen unsere Chancen gegen ihn.«
Connolly nickte. »Du kennst ihn recht gut. Und ich stimme dir zu. Soll er sie treiben, bis sie umfallen. Wir brauchen sie dann nur noch aufzusammeln.«
Logan gab ein Handzeichen an die Meute.
»Los, Absitzen! Wir ruhen uns erst mal aus. Zeit für einen Kaffee und einen kleinen Happen ist immer.«
Die Männer waren froh, etwas Ruhe bekommen zu haben. Der mehrstündige Ritt war nicht ganz einfach gewesen. Und trotz ihrer gerechten Wut hatten sie keine Lust auf ein Feuergefecht mit ihrem ehemaligen Nachbarn.
Logan überlegte einige Augenblicke. Die Idee, Cawdors Männer dazu zu bringen, sich zu verausgaben, bevor sie sie letztendlich doch stellten, gefiel ihm immer besser. Cawdor hatte etwa zwanzig Mann, und ihre Truppe war ihnen fast um das Doppelte überlegen. Trotzdem würde eine Schießerei auch auf ihrer Seite einige Opfer fordern. Es galt, die Kampfkraft und Moral ihrer Gegner noch weiter zu schwächen, um das zu verhindern und zumindest zu minimieren. Während seiner Dienstzeit unter General Robert E. Lee hatte er sehr viel über Taktik und Strategie gelernt. Und natürlich auch über die Macht der Täuschung. Genau diese gedachte er anzuwenden. General Lee hatte ihm damals geraten, »Die Kunst des Krieges« von Sun Tzu zu lesen.
»Alle Kriegsführung basiert auf Täuschung. Wenn wir also angreifen können, müssen wir unfähig erscheinen; Wenn wir unsere Kräfte einsetzen, müssen wir untätig erscheinen. Wenn wir in der Nähe sind, müssen wir den Feind glauben lassen, dass wir weit weg sind. Wenn wir weit weg sind, müssen wir ihn glauben lassen, dass wir in der Nähe sind.«, lautete eine Textpassage, an die Logan jetzt gerade denken musste.
Und er hatte auch schon eine genaue Idee, wie er die Worte des weisen Chinesen umzusetzen gedachte. Drei zuverlässige Männer wählte er aus. Greg Henderson, Sam Brooke und Jason Wilde. Gute Männer, von denen er wusste, dass sie bereits seit einigen Jahren für Duncan King arbeiteten und das absolute Vertrauen des Großranchers genossen.
»ihr drei reitet voraus! Wirbelt dabei möglichst viel Staub auf und jagt die Bande so lange ihr könnt vor euch her! Sie sollen glauben, dass alle Teufel der Hölle hinter ihnen auf ihrer Fährte reiten. Aber haltet euch außerhalb ihrer Schussweite, bis wir zu euch aufschließen! Geht kein unnötiges Risiko ein! ihr sollt sie nur müde machen. Den Rest erledigen wir dann.«
»Wie Sie meinen. Denen wird Hören und Sehen vergehen, wenn sie mitbekommen, was wir auf sie loslassen.«
Lachend banden die Männer Decken hinter ihre Pferde und ritten los. Tatsächlich verursachten die Pferdedecken, die im Galopp über den kargen, staubigen Boden gezogen wurden, eine Staubwolke, die jeden, der sie von weitem sah, an eine ganze Armee von Verfolgern denken ließ.
*
Etwa vier Stunden später hatte Logans Truppe die drei Männer eingeholt.
