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Gegle, ein kleines Teddybärchen, hört, dass es toll ist, wenn man ein Lieblingsbär ist. Es möchte auch Lieblingsbär werden. Wird ihm das gelingen? Und ist es auch wirklich so schön, ein Lieblingsbär zu sein? Komme mit Gegle auf seine kleine abenteuerliche Reise. Alle Kinder, die einen Lieblingsbär haben, werden sich und ihren Bär in dieser Geschichte wiederfinden. Achtung: Gegle spricht schwäbische Kleinkindsprache!
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Seitenzahl: 55
Veröffentlichungsjahr: 2014
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für Stefan
Der Lieblingsbär
Wilde Spiele
Der Name
`s Reckle
Besuch beim alten Bär
Gegle lernt sprechen
Auf nach Portugal!
Die Nase
Die Waschmaschine
Mame wird zu Mimi
Das Lied
Besondere Fähigkeiten
Andere Tiere
Der Rundflug
Gegles Kosenamen
Und zum Schluss…
Geschichten über die Mimi und das Gegle
Fahrten ins Grüne
Mutter und Kind
Die Mimi und das Gegle in der UB
Das Gegle im Paket
Die Schiedsrichterpfeife
Das Theaterstück
Der Bär und die Blätter
Der Bär und das Mostfass
Gegles neues Häuschen
Cosimos Geschichte
In einem Spielzeugladen gab es ein Regal mit Stofftieren. Darunter gab es auch eine ganze Menge Stoffbären. Ein mittelgroßes Bärchen saß auch dabei. Es hatte hellbraunes Fell, weiße Tatzen, eine weiße Schnut und leuchtete schon von Weitem. Im Gegensatz zu seinem hellen Fell waren die schwarzen Äuglein, die ganz groß und ganz rund das Geschehen aufmerksam beobachteten.
Es saß da und beobachtete das Geschehen und sagte zu dem Bär, der neben ihm saß:
„Du, wo sind wir gerade?“
Der Bär neben ihm, ein großer, stattlicher und zotteliger Geselle, antwortete: „Wir sind in einem Laden. Man hat uns hereingebracht und wir warten jetzt hier, dass uns jemand kauft.“
„Wer kauft uns denn?“
„Alle möglichen Leute: Mamas, Tanten, Omas, immer jemand, der ein Kind zuhause hat. Dem bringt er dann den Bär mit.“
„Und was machen wir dann da?“
Der große Bär lachte über so viel Unverständnis. „Na, da sind wir dann zuständig für den kleinen Menschen. Wir spielen mit ihm, schmusen mit ihm, und wenn wir ganz besonderes Glück haben, werden wir Lieblingsbär und der kleine Mensch betüttelt uns ganz besonders und hat uns ganz besonders lieb.“
Das gefiel dem kleinen Bär: „Ganz besonders lieb hat er uns. Das gefällt mir! Ich will Lieblingsbär werden!“
Aber der große Bär schüttelte bedächtig den Kopf. „Stell dir das mal nicht zu leicht vor, Lieblingsbär zu werden. Von allen Stoffbären kann nur einer der Lieblingsbär werden. Dann wird man gedrückt vor Liebe, man wird abgeküsst und abgeleckt, man verändert sein Aussehen, man wird überhaupt ganz anders, als man war.“
Aber den kleineren, etwas frechen und besonders neugierigen Bär störte das nicht. „Lieblingsbär zu werden ist bestimmt gut, ich will Lieblingsbär werden.“
Dann kam eines Tages eine Frau in den Laden und ging zu dem Regal der Bären. Es war eine Omi und sie wollte ihrer kleinen Enkeltochter, die gerade geboren war, einen Bär kaufen. Sie schaute sich alle an und dann griff sie nach dem kleineren hellen Bär. Er hatte ihr gefallen, wie er da mit seinen großen schwarzen Äuglein aufmerksam umhergeblickt hatte. Auch sein helles Fell gefiel ihr sehr gut.
„Viel Glück, kleiner Bär!“, sagte der große, zottelige Bär, als die Frau mit dem Bärchen davonging.
Was geschah nun mit dem Bär? Er war sehr neugierig auf sein Leben, das nun begann.
Es tauchte ein Kinderbettchen auf und man legte den Bär hinein. Was war denn in dem Kinderbettchen drin? Der Bär schaute und sah ein ganz kleines Mädchen, ein Baby. Oh super! Bären lieben Kinder, und je kleiner sie sind, umso mehr lieben sie sie. Und dieses hier war wirklich noch ganz klein. Das gefiel dem kleinen Bär schon mal sehr gut. Das kleine Mädchen, das ihn geschenkt bekommen hatte, hieß Jasmin.
Das Baby konnte noch gar nicht viel machen. Aber es konnte gucken. Und so schaute es den Bär an. Und der Bär schaute sie an. So schauten sie einander an und schauten sich lange an. Weil die beiden sonst nichts zu tun hatten, wurde es ihnen zur Gewohnheit, einander anzuschauen. Und als das Baby greifen konnte, griff es nach dem Bär, und als es umarmen konnte, umarmte es ihn. Und fortan war es nicht mehr alleine, es hatte ja jetzt immer den Bär bei sich. Der Bär spürte, dass er gemocht wurde.
Wie Jasmin nun älter wurde, spielte sie immer am liebsten mit dem Bär. Er gefiel ihr und sie mochte ihn sehr. Sie nahm ihn auch in den Kindergarten mit, denn sie hatte am Anfang Angst und wenn sie den Bär dabeihatte, hatte sie keine Angst mehr.
Sie hatte auch einen Bruder, der schon im Kindergarten war. Er hieß Stefan. Wenn der Bruder und der Bär da waren, dann war alles ok. Der Bär freute sich, dass er mit in den Kindergarten durfte und er erkannte sofort seine Aufgabe: Jasmin trösten und immer bei ihr sein, wenn sie Angst hatte. Das war eine schöne Aufgabe und mittlerweile liebte der Bär sein ihm anvertrautes Kind. Er fühlte sich schon als Lieblingsbär, aber es sollten noch einige Gefahren auftauchen.
Zuhause spielten Jasmin und Stefan mit dem Bär. Stefan hatte schnell gemerkt, dass Jasmin den Bär ganz besonders liebte. Und weil er, wie Brüder nun einmal sind, seine Schwester ärgern wollte, nahm er den Bär und machte dumme Sachen mit ihm, weil er ganz genau wusste, dass seine Schwester sich dann ärgerte oder sogar weinte, weil sie und der Bär mittlerweile ganz eng zusammen waren.
Dem Bär gefiel das natürlich nicht. Bären sind zum Liebhaben gemacht, das können sie und dafür sind sie geboren.
Einmal kam es besonders schlimm. Stefan nahm den Bär, warf ihn auf den Boden und hopste auf ihm herum. Der Bär bekam Angst: Was war denn nun? Aber er konnte sich ja nicht wehren, er war hilflos, wie alle Stofftiere hilflos sind und sich nicht wehren können. Da ging auf einmal der Kopf ab vom Bär! Jasmin weinte und schrie und dachte: Jetzt ist der Bär gestorben und tot!
Stefan war jetzt aber auch erschrocken. So weit hatte er auch nicht gehen wollen. Er drückte den Kopf auf den Körper – umsonst. Es war ein schlimmer, schlimmer Augenblick für Jasmin – ihr liebes Tierchen war tot. Was der Bär in dem Augenblick dachte, kann man nicht sagen, denn das Köpfchen war ja abgetrennt vom Körper.
Die Mama nähte schnell den Kopf wieder auf den Körper und alles wurde wieder gut. Der Bär lebte wieder und Jasmin nahm den Bär und schloss ihn fest in die Arme und niemals wieder durfte man ihm so etwas Hässliches antun. Freilich konnte der Bär seit diesem schlimmen Ereignis den Kopf nicht mehr drehen. Aber seine Äuglein blickten munter wie immer und erkundeten neugierig die Welt. Bären sind ja so gutmütig und sie verzeihen so viel.
D
