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Eine junge Germanistikstudentin verliebt sich in einen Sportstudenten, der ihr unerreichbar scheint. Sie geht einen Vertrag ein mit einem mephistoähnlichen Kommilitonen, der ihr das Erreichen ihrer Wünsche zusichert. Nun vermischt sich Reales mit Fiktivem, das aber als real erzählt wird. Die Geschichte ist eben ein Kunstmärchen, bei dem genau dieses passiert. Die Grenze zwischen beiden zu finden, muss der Leser unternehmen. Auch der Stil ist vermischt: Einerseits ist die Sprache lapidar, einer jungen Studentin angemessen, und es herrscht manchmal ein Erzählstil vor, wie er im Groschenroman nicht schlechter sein könnte. Andererseits ist die Sprache zuweilen poetisch, gedichtartig und Hölderlinzitate sind in den fließenden Text eingearbeitet, die das Empfinden des Ich ausdrücken.
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Seitenzahl: 141
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Jasmin Holder
Ich, stumm
Ein Kunstmärchen
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
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Impressum neobooks
Heute ist der erste Tag des neuen Semesters. Ich habe die Seminare Kunstmärchen, Mythenrezeption in der Literatur des 17. Jahrhunderts und locus ameonus in der mittelhochdeutschen Literatur gewählt. Mal sehen, ob jemand kommt, den ich kenne. Denn in der Germanistik sind so ungeheuer viele Studenten, dass es echt selten vorkommt, dass mal welche in einem Seminar auftauchen, die ich schon kenne. Nina ist dieses Mal in keinem Seminar, das auch ich belegt habe. Nina ist meine beste Freundin. Und auch meine einzige. Wir haben uns im ersten Semester kennengelernt. Damals hatten wir eine recht resolute Dozentin, die immer rasche Gedankengänge hervorzauberte. Über die Nina und ich uns während dem Seminar zugrinsten, weil wir sie so lustig fanden. So lernten wir uns kennen. Wir verstehen uns prima. Zusammen belegten wir bisher im Studium ein paar Seminare. Dieses Semester machen wir aber kein Seminar zusammen; Nina hat sich für andere Seminare entschieden. Sie studiert auch noch Linguistik, ich nicht, ich dafür Mediävistik, so kommen wir nur in Literaturwissenschaft zusammen. Aber dieses Semester hat es eben nicht geklappt. Ich muss mich jetzt schon fast beeilen, wie immer trödle ich herum. Mir fällt halt noch dieses ein und jenes, ich denke noch über dieses und jenes nach, und ich überlege mir, welche Kunstmärchen ich für das Seminar schon gelesen habe. Sie sind schön, ich liebe sie, ich liebe Kunstmärchen, es gefällt mir, wie immer so die Realität mit dem Fantastischen verschmilzt, wenn man nicht genau weiß, was ist jetzt wahr und was nicht, ich liebe es, und ich bewundere es und ich bin begeistert davon! Jetzt schnell noch die Haare machen. Vorher habe ich sie gewaschen. Jeden Tag wasche ich die Haare. Das ist viel Arbeit, denn sie sind ganz schön lang. Sobald die Haare immer geföhnt sind, schlinge ich sie in zwei Knoten nach oben. Ich habe viele Haare und sie sind wellig, das ist ganz schön viel Masse, da brauche ich zwei Spangen. Ich klipse die Haare fest in einem wildromantischen Knoten. Sieht süß aus, finde ich. Noch schnell einen Spritzer Parfum auf die Haare und fertig. Dann schnappe ich mir meinen Rucksack, schaue in den Spiegel im Flur, ja, gefällt mir, und gehe. Mama jammert immer rum, dass ich mich nicht schminke. Na ja, manchmal schminke ich mich schon. Manchmal. Heute nicht. Zur Uni fahre ich heute mit dem Fahrrad. Das verbilligte Semesterticket für den Bus habe ich nämlich noch nicht geholt. An der Uni ist viel los. Bei mir steht heute erst Mythenrezeption in der Literatur des 17. Jahrhunderts an. Es findet in Raum 025 statt. Ich gehe hin. Viele Leute stehen schon da. Ich schaue sie an. Ich kenne niemanden. .Und natürlich kennen die anderen sich schon wieder alle. Wie die das nur machen, denn sie reden eifrig miteinander und bilden Ringburgen, in die ich von außen nicht hineinkomme. Da kommt Professor Schindler. Er nickt mir freundlich zu. Ihn kenne ich und er kennt mich. Er schließt die Tür auf und wir gehen hinein. Ich setze mich ganz vorne hin. Ich will ja alles gut sehen und mitbekommen. Ich weiß, nur Streber setzen sich vorne hin, zumindest in der Schule war das so. Ja, in der Schule. Aber jetzt sind wir ja erwachsen. Vorne will ich sitzen. Sollen doch die anderen hinten sitzen. Das tun sie längst auch. Als ob man sich hier zurückziehen müsste. Man studiert doch sein Traumgenre, sein Traumfach, seine Lieblingsbeschäftigung. Mir unbegreiflich, wie man dann hinten sitzen will. Jetzt geht es los. Herr Schindler stellt sich vor. Dann bittet er uns, uns auch vorzustellen. Weil ich vorne sitze, bin ich die Erste. „Ich bin Lena, studiere jetzt im achten Semester und bin hier in diesem Seminar, weil mich Intertextualität interessiert.“ Naja, nicht ganz genau unser Thema. Aber doch so ein bisschen. Jetzt kommt die neben mir dran. Britta heißt sie. Und dann die nächsten. Dann kommt der einzige männliche Teilnehmer an die Reihe. „Mein Name ist Albert Stumm. Ich habe mein Studium schon beendet, aber studiere Germanistik weiter aus Leidenschaft.“ Dann ist er wieder stumm. Wie sein Name. Mehr sagt er nicht. Komischer Typ. Komische Ansage. Leidenschaftlich sieht der auch nicht gerade aus. Eher verwahrlost. Egal. Jetzt kommt eine, die kenne ich vom Sehen. Sie stellt sich als „Margitta“ vor. Blond ist sie und nette blaue Augen hat sie. Eine angenehme Person. Die muss ich mal ansprechen, wenn es um den Teampartner fürs Referat geht. Bald haben sich alle vorgestellt und Herr Schindler beginnt mit der Einführung. Es stellt sich heraus, dass jeder selber ein Referat halten muss, keine Teams. Muss ich halt alleine ran. Alleine. Einsam unter dem Himmel, wie immer, bin ich, fällt mir da ein. Das ist meine Intertextualität. Ich spreche in geliebten Worten, die meine sein könnten, ja, die meine SIND.
*
Ich habe schon seit einiger Zeit eine Tutoriumsstelle. Das bedeutet, ich bringe den Erstsemestern bei, wie man z.B. eine Hausarbeit schreibt oder seine Seminare am besten organisiert. Nina hat auch eine Tutoriumsstelle. Der Professor im Seminar „Dramen der Klassik“, das ich zusammen mit Nina besuchte, verkündete in der letzten Seminarsitzung, es wären ein paar Tutoriumsstellen im Deutschen Seminar zu vergeben. Ich bewarb mich sofort um eine Stelle, ebenso Nina, und wir bekamen sie auch. Denn wir waren die Ersten, die sich beworben hatten. Es kam nicht auf die Note im Seminar an, denn Nina hatte eine 3,5 und ich eine 1,5 .Als ich von der freudigen Überraschung erfuhr, rief ich sofort Nina an, und sie hatte dieselbe freudige Nachricht bekommen .Wir trafen uns im Heimatgarten und stießen auf unsere Errungenschaft an. Nina ist überaus nett. Im Gegensatz zu mir ist sie wenig schüchtern. Trotzdem kommen wir super miteinander aus. Vielleicht gerade deshalb. Gegensätze ziehen sich an. Beziehungsweise ergänzen sich. Stets aber sagen wir im Seminar doch immer dieselben Sachen zu einem Problem. Also denken wir trotz Unterschied in der Art doch ähnlich. Und das verbindet uns. Wenn wir zusammen irgendwo hingehen, klammert sie sich immer an mir fest. Aufs Klo muss ich auch immer mitkommen. Aber was tut man für seine beste Freundin nicht alles. Ich selbst bin wahrscheinlich nicht ihre beste Freundin. Sie hat noch ein paar andere Freundinnen. Aber ich bin auch ihre Freundin; und das reicht mir. Die Tutoren haben ein eigenes Zimmer, wo sie ihre Tutorien abhalten können. Da war neulich ein Zettel an der Tür angebracht: „Für das Sprachseminar-Fest suchen wir noch Helfer für den Auf- und Abbau und den Getränkeverkauf. Helfen Sie uns als Tutor und machen Sie Freiwillige ausfindig!“ Normal ignoriert man solche Zettel ja. Aber ich habe mich dafür bereit erklärt. Nicht, weil es mir besonders Spaß macht, fremde Leute, wenn es auch nur Studenten sind, anzuquatschen. Im Gegenteil. Das gefällt mir überhaupt nicht. Aber gerade deshalb will ich es tun. Damit ich mutiger werde. Als ich Nina davon erzähle, und auch davon, dass ich das eigentlich gar nicht gerne mache, sagt sie: „Kein Problem, Lena, mach nur welche ausfindig, ich rufe sie dann an und erkläre ihnen das Prozedere und wann sie wohin kommen sollen.„Danke Nina, du bist eine wahre Freundin.“ Beim nächsten Tutoriumstreffen frage ich meine Studentinnen – denn es sind nur Mädchen –, ob sie beim Sprachseminar-Fest etwas helfen würden. Zwei sagen sofort zu. Germanistinnen sind eben nett. Ich teile sie für den Getränkeverkauf ein. Dann bliebe noch der Auf- und Abbau der Tische und Bierbänke. Im Fach Germanistik gibt es fast keine Jungen. Mal verirrt sich ein einzelner her, ansonsten studieren Mädchen Literaturwissenschaft. Ich muss also anderswo Jungs ausfindig machen. Aber ich weiß schon wo. Ich gehe zum Foyer. Das ist der Ort vor den Hörsälen und Seminarräumen. Dort stehen immer viele Studenten und unterhalten sich. Ich muss nun Studenten ausfindig machen, die beim Sprachseminar-Fest aufbauen helfen. Da sind zwei Anglisten, die kenne ich vom Sehen. Auf die gehe ich zu. „Hi Jungs! Geht ihr auch auf das Sprachseminarfest am 10. Juni?“„Vielleicht. Mal sehen.“ „Wir brauchen da noch starke Kerls, die Bierbänke aufbauen können. Wär das was für euch? Ihr bekommt dann auch Freikarten für Getränke.“ „Auch für Bier? Oder nur für Cola?“ „Nein, auch für Bier!“, sage ich und lächle ihm zu. „Ist auch schnell erledigt, einmal aufbauen, und wenn ihr am Ende auch wieder abbaut, könnt ihr so lange umsonst trinken, bis das Fest vorbei ist.“ „Mache ich“, sagt der eine. „Na gut“, sagt der andere, „dann mache ich auch mit.“ „Prima! Dann notiere ich eure Namen und Telefonnummern.“ So gehe ich noch weiter umher, um Freiwillige zu finden. Da sehe ich drei Typen, der eine davon ist die Wucht. So braunes Haar hat er, so braun, und groß gelockt. Er ist so groß und stark. Mann, süß. Ich habe ihn schon öfters gesehen im Foyer. Er redet mit zwei anderen, Unscheinbaren. Ich gehe zu ihnen rüber. Ich lächle den Schönen an. „Hallo! Ich suche Leute, die beim Sprachseminar-Fest etwas helfen können. Hättest du Lust, etwas zu machen? Wir brauchen noch Leute für den Getränkeverkauf. Oder auch zum Aufbauen. Ja, Männer lieber zum Aufbauen.“ Mann, ich stehe direkt neben ihm. Er ist groß, ach, so groß, ich spüre seine Größe direkt, es ist, wie wenn seine Größe eine wahnsinns Wärme ausstrahlt, die auf mich, wie ich so neben ihm stehe, direkt überspringt. Au, ich vergehe. Er schaut mir in die Augen. Seine Augen – braun wie ein Reh, und so klar, so eine Farbe, eine reine Farbe und sonst nichts, nein, ich halte es nicht aus, sofort schaue ich auf den Boden. „Wir studieren Sport.“ Autsch. „Ach so.“ Ganz betreten schaue ich weg. „Und englisch.“ Ach so. Meine Miene erhellt sich und ich schaue wieder erwartungsvoll den Hübschen an. „Aber ich habe keine Lust aufzubauen“, sagt der Schöne zu mir. Ich erschrecke. Was jetzt? Ich will unbedingt, dass er mitmacht, dann kann ich ihn am Fest beobachten. Ich will ihn sehen, er ist so hübsch. „Ach bitte, bitte, wenn du aufbauen hilfst, kannst du danach auch so viele Getränke trinken, wie du willst!“ Er schaut mich skeptisch an. „Und deine Kumpels können auch Getränketickets bekommen“, sage ich schnell und schaue seine Kumpels an, dann muss ich nicht in seine Augen sehen, die mich umbringen. „Also gut, dann kommen wir; wir haben da sonst eh nichts zu tun“, sagt der Schöne und schaut mir wieder in die Augen und bevor es mir das Herz zerreißt, schaue ich schnell auf den Boden und lächle dabei leicht und wahnsinnig verlegen. Der Schöne bestimmt, was sie machen, er bestimmt über die anderen, er ist das Alphamännchen. Es schaudert mich vor Erregung. „Sagt mir noch bitte eure Namen und Telefonnummern“, sage ich und schaue den Bürstenschnittblondie an. Er nennt mir die Daten. Dann nehme ich die Daten von Straßenköterblondschopf auf. Und dann schaue ich wieder den Dunklen an, der mir in die Augen schaut. Ich ertrage diesen Blick nicht. Er sieht so warm aus, so liebevoll. Und so sexuell. Es schaudert mich, wie er mich anschaut. So gierig auch. So sexuell. Ich weiß sofort nur eins: Ich will mit ihm vögeln. Während ich so nachdenke, ruht mein Blick länger in seinen Augen und mir ist, wie wenn er leicht mit den Augen zwinkert. Schnell schaue ich auf den Boden. Ich kann es nicht ertragen. Aber ich schaue ihn wieder an, denn ich muss ja meine Mission erfüllen, muss Daten aufnehmen. Der Schöne nimmt mir den Zettel aus der Hand und kritzelt etwas darauf. Dann reicht er mir den Zettel wieder. Beim Bürstenschnittblondie bedanke ich mich für die Hilfe, dann drehe ich mich um und gehe. Mann, das ist ein Mann. Schon öfters habe ich ihn im Foyer gesehen und nun habe ich tatsächlich mit ihm gesprochen. Seine Augen, nein, ich kann es nicht aushalten, dieser Blick, nein, er ist so schön, so erregend, puh, es schüttelt mich ganz. Schnell verlasse ich die Uni; für heute habe ich genug gesehen, das muss ich erst mal verdauen. Immer noch halte ich den Zettel in meiner Hand und schaue, was der Schöne draufgeschrieben hat: „Basti“ und dann seine Handynummer. Basti heißt er also. Basti. Ich trete auf dem Gehweg zur Seite und drücke mir das Papier aufs Gesicht. Das hat er gehalten, der Schöne, der Basti heißt, dieser unglaubliche Typ, der wahnsinnig Hübsche, mit dem ich sofort vögeln will. Das hat er gehalten und darauf geschrieben und seine Schrift ist sehr maskulin, nämlich zackig und mit steilen Ober- und Unterlängen.Meine Ausbeute anrufen macht ja Nina. Ich rufe sie heute Nachmittag an und gebe ihr die Namen und Nummern durch. Jetzt gehe ich erst mal heim und denke an Basti.
Wie kann ich nur an Basti rankommen? Er ist so süß. Noch nie sah ich einen Mann, der so schön ist. Seine Haare so wunderschön, so gelockt, so lieblich gelockt, und braun wie ein Reh und warm warm warm, wie er wohl riecht, nach Wärme, nach Hitze, nach Erregung, nach Trieb; ich weiß nur eins: Ich will ihn. Aber wie soll ich das anstellen. Ich muss zur Uni und mit ihm reden. Ich muss ihn anmachen. Anmachen. Was soll das sein. Weiß nicht, wie das geht. Heute ist das locus-amoenus-Seminar. Ich gehe hin und schaue, ob ich ihn finde. An der Uni herrscht viel Betrieb. Ich muss nicht lange schauen und schon sehe ich Basti in der Menge stehen. Er ist groß und überragt die meisten. Da sind noch Straßenköterblondschopf und Bürstenschnittblondie, seine Untergebenen. Hm, soll ich da jetzt hingehen und etwas sagen? Aber was? Ach, ich weiß nicht, ich schaue mal lieber nur. Wie er den Kopf hin- und herwirft im Gespräch. Und wie er dabei manchmal lächelt. Nein, nicht zum Aushalten! Wie lieb er aussieht! Du bist wie der erwachende Morgen! Komm in meine Arme, ich halte dich! Wie ich ihn so anblicke und mein Blick wandert dabei immer mal wieder zur Seite, sehe ich, wie ein Typ mich anglotzt. Ich kenne ihn, er ist in meinem Seminar „Mythenrezeption in der Literatur des 17. Jahrhunderts“. Es ist Albert. Der sich so komisch vorgestellt hat. Und bisher hat er im Seminar noch nie etwas gesagt. Kann der überhaupt reden? Er heißt ja Albert Stumm. Vielleicht ist er ja auch stumm. Jedenfalls schaut er mich an und ich muss sagen, er stiert mich an. Was soll das. Wäre ich ein kleines Mädchen, würde ich ihm die Zunge rausstrecken. Dann aber – man siehe an! – wendet er den Kopf ab und geht. Na gottseidank! Ich schaue wieder meinen Hübschen an, nein, meinen Schönen, er ist so schön, der schönste Mann, den es gibt. Ich kann ihn nicht anmachen, ich weiß nicht, wie das geht, ich komme mir blöd vor bei dem Gedanken. Dann schaue ich halt nur und hoffe, dass er mich sieht. Denn dann könnte ich ihn anlächeln. Das kann ich nämlich. Aber er schaut nicht zu mir rüber. Er schaut überall hin, nur nicht zu mir. Dann geht er. Ich bleibe zurück.
*
Dieser Typ da, Albert Stumm, ist ein unangenehmer Zeitgenosse.Wie er schon aussieht. Längere Haare, ganz glatt, ganz blond, ganz fettig. Bäh, was für ein Typ. Sein Aussehen scheint ihn allerdings nicht zu stören in Bezug auf Frauen. Hässlich grinst er die Mädels an im Seminar, dabei werden lange, parodontale Zähne sichtbar. Hässlich der Typ, echt. Er hat auch eine große Nase. Normal gefallen mir große Nasen bei Männern. Bei ihm aber nicht. Sie ist einfach hässlich. Professor Schindler kommt und schließt den Seminarraum auf und wir gehen rein. Hässlichalbert geht vor mir. Was für eine Fahne der zieht! Als ob er sich hundert Jahre nicht gewaschen hat. Und was sehe ich da?? Er greift Britta an den Hintern und zwickt sie hinein! Sie haut ihm sofort auf die Hand. Widerlicher Kerl. Von dem will garantiert nie eine etwas wissen. Zum Glück setzt er sich weit weg von mir ans andere Ende des Stuhl-Us. Allerdings kann er mich von dort aus bestens beobachten. Und das macht er auch. Immer wieder. Nicht nur, wenn ich was sage. Auch sonst. Er fixiert mich quasi richtig. Depp, der blöde.
