Der Pathologe und seine Bibel - Otto Dworak - E-Book

Der Pathologe und seine Bibel E-Book

Otto Dworak

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Beschreibung

Das zweite Büchlein eines Pathologen mit bekannten biblischen Geschichten. Eine "pathologische" Interpretation gewürzt mit Humor und Sarkasmus und mit Bezug auf die Gegenwart. Auch für Leser ohne Kenntnisse der Bibel. Am Ende einige Rezepte mit wohlschmeckenden Speisen für bibelmüde Mägen.

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Seitenzahl: 112

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Otto Dworak

Der Pathologe und seine Bibel

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Einleitung

Der göttliche Big Bang

Unerfahrene Ehepartner

Die erste menschenverursachte Klimakatastrophe

Nach der Flutkatastrophe

Fehlgelungene Völkerverständigung

Eine Sklavenkarriere

Die Migranten kehren zurück

Gebrauchsanweisung für das Leben

Der ungleiche Kampf

Der Bodybuilder und die listige Frisörin

Jona/Jonas und der große Fisch

Der Influencer aus Nazareth, geboren in Bethlehem

Dinner for Twelve

Das Kochbuch

Vorspeisen

Suppen

Hauptgerichte

Nudelgerichte

Ein Beispiel

Literatur

Impressum neobooks

Einleitung

Trägt man bei einem großen Online-Buchversandhandel das Suchwort „Bibel“ ein, erscheint die unglaubliche Zahl von 60.000 Treffern. Bei einer konventionellen Buchhandlung erhält man immer noch über 1.000 Ergebnisse. Offensichtlich bin ich nicht der Einzige, der auf die Idee kam, biblische Texte zu bearbeiten und zu interpretieren. Somit ist der Gedanke, mit diesem Buch Millionär zu werden, vermutlich tot geboren. Schade. Meine Schreibmotivation finde ich anderswo.

Seit mehr als 70 Jahren verbrauche und zerstöre ich die Ressourcen dieses Planeten, zurzeit als Rentner. Ein gefährlicher, tödlicher Beruf, zumindest kenne ich niemanden, der die Rentner-Beschäftigung überlebt hätte. Mein Ziel, mit dem Schreiben als Pseudobeschäftigung das ewige Leben zu erlangen, werde ich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erreichen. Versuchen kann ich es aber.

Eine weitere Erklärung für das Schreiben ist meine Haltung zur Religion und zum Buch der Bücher. In dem sozialistischen Land, wo ich aufwuchs, war die Religionsausübung staatlich nicht besonders gefördert. Dies hinderte meine Großmutter nicht daran, mir privaten Religionsunterricht zu ermöglichen. Dazu gehörte ein regelmäßiger Kirchgang, wobei ich sogar als Ministrant in der nahen Kapelle auftreten konnte. Die Beschaffung der ersten Glocke wurde von meinem Großvater organisiert. Später als Gymnasiast bevorzugte ich den Besuch der sonntäglichen Messe in einer Kirche, in der wunderschöne, klassische Messen mit Orchester und Chor – zum Beispiel von Liszt, Haydn und Mozart – aufgeführt wurden. Anfänge meiner Zuneigung zur klassischen Musik. Ein kleiner Widerstand gegen die Machthaber, der in unserer Familie üblich war und der auch nicht ohne Folgen, die ich hier nicht erläutern möchte, blieb. So kannte ich Geschichten aus dem Alten Testament durch die Erzählungen meiner Oma und Geschichten aus dem Neuen Testament aus der Kirche.

Aber die Bibel habe ich nie gelesen. Das Buch war auch schwer zu bekommen. Später besaß ich verschiedene Ausgaben, die für mich trotzdem unlesbar blieben. Die alten Ausgaben mit der antiquierten Sprache waren kaum zu verstehen. Auch die neuen Fassungen sind kein sprachlich-geistiges Zuckerschlecken. Die vielen und kaum aussprechbaren Namen von Menschen, Völkern und Orten, die Wiederholungen, Aufzählungen und komplizierten Formulierungen machten und machen die Bibel für mich langweilig und kräfteverzehrend. Vielleicht eine Schande, aber das kann ich nicht ändern.

Ob meine persönliche geistige Entwicklung oder die Geschichte meines Landes zusammen mit den stark eingeschränkten Reisemöglichkeiten der Grund waren, kann ich nicht sagen – plötzlich aber entwickelte ich Interesse an der orientalischen Kultur. Das taten nicht wenige meiner Landsmänner und schrieben faszinierende Bücher über ihre Reisen nach Arabien, Persien, Indien und Tibet, die ich mit Genuss und Interesse las. So konnte es passieren, dass ich die Ramayana und Mahabharata früher als die Bibel kennenlernte. Leider konnte ich meinen jugendlichen Wunsch, nach Indien zu reisen, bis heute nicht verwirklichen. Nun könnte man sagen, dass auch die indischen epischen Werke sprachlich nicht besonders einfach sind. Anscheinend waren diese Barrieren aber durch die exotischen Geschichten überwindbar. Nicht nur die Exotik, sondern auch einige philosophische Gedanken fand und finde ich spannend. Nur ein Beispiel: Ohne die Details hinsichtlich der Unsterblichkeit der Seele, der Seelenwanderung und der körperlichen Auferstehung war der Gedanke der Reinkarnation der hinduistischen und buddhistischen Religion mir sympathischer und „naturnaher“ als die christliche Auferstehung bei ohrenbetäubender Blasmusik. Schließlich bin ich Naturwissenschaftler und Arzt. Die Wiedergeburt in verschiedenen Formen ist für mich eine Art des materiellen Kreislaufs in dem fast geschlossenen System der Erde.

Nun könnte der geneigte Leser fragen: Was sollen diese Ausführungen? Nichts. Ich muss die Seiten füllen, damit dieses dünne Buch dicker wird. Das ist aber schwierig für mich. Mein erster deutscher Lehrer in der Pathologie sagte immer, als wir die pathohistologischen Befunde schrieben: In der Kürze liegt die Würze und der vielbeschäftigte Kliniker hat keine Zeit, lange Befunde zu lesen, geschweige, dass er unsere Fachbegriffe gar versteht. Meinen Recherchen nach muss ein Buch mindestens 20.000 Wörter enthalten, damit es sich Buch nennen darf. In diesem Sinne bemühe ich mich. Hochnäsig könnte man auch sagen, dass ich in dieser Einleitung meine geistige Entwicklung, bis zum das Schreiben dieses Buches, darstellen wollte, damit zumindest ich verstehe, warum ich schreibe.

Jetzt bin Rentner und habe Zeit. So fand ich meine Bibeln, vier an der Zahl, wieder. Ich erinnerte mich an einige Geschichten und auch an meine Oma. Ich las die Texte, die nicht leichter geworden sind. Es entstanden nicht zu qualifizierende Gedanken und Vergleiche mit der heutigen Zeit (wie ich diese wahrnehme). Die Gedanken wurden zu viel und ich schrieb sie mit meinem neuen Laptop (eventuell kann ich diesen von der Steuer absetzen, wenn viele dieses Buch lesen) nieder. Das hat mir Spaß gemacht. Vielleicht haben Sie diesen auch – beim Lesen. Das ist, was ich mir wünsche.

Der göttliche Big Bang

Was war vor dem Big Bang (oder Urknall), was war vor der Schöpfung? Diese Frage beschäftigt viele Wissenschaftler, sogar Philosophen. Trotzdem gibt es keine akzeptable Antwort. Da manche denken, dass vor dem Urknall keine Zeit existierte, ist die gestellte Frage unsinnig und auch schwer begreiflich. So erlaube ich mir, eine einfache und verständliche Theorie zu unterbreiten: Mehr als falsch kann auch sie nicht sein. Dazu nehme ich die bildlichen Darstellungen von GOTT zur Hilfe. Leider sind diese Bilder keine Fotos - insbesondere keine Selfies, sodass die Authentizität bezweifelt werden kann. Doch alle Bilder, die ich kenne, stellen einen alten grauhaarigen und langbärtigen Mann dar. Er lebte offenbar in totalem Zölibat, da es keine weiblichen Wesen gab. Das brachte natürliche Vor- und Nachteile – auf der einen Seite gab es keine Streitigkeiten, andererseits musste er seine schmutzige Wäsche selbst waschen. Igitt. Diesen Zustand galt es, zu ändern (auch wenn ihm diese Idee sehr spät gekommen war): In diesem Augenblick wurde der Schöpfungsgedanke geboren. Dieser war keine Kleinigkeit und bedurfte einer sorgfältigen Planung. Die Kosten aber konnte man vernachlässigen: Bei der Größe des Vorhabens wäre eine Schätzung wahrscheinlich erstmal zu niedrig gewesen und eine Finanzbehörde existierte sowieso nicht. Es gab auch keine Genehmigungsbehörde, die die Schöpfung durch sinnfreie Vorschriften hätte verhindern können. Die Grundstruktur ergab sich aus der damals alleinig existierenden sogenannten dunklen Energie und dunklen Materie, auch Energie des Nichts. Bis heute verstehen wir nicht, was diese ist. GOTT wusste es. Er meinte, einen gewissen Anteil dieser Energie und Materie könnte man bzw. er in eine „sichtbare“ nutzbare Energie und Materie umwandeln: Zunächst plante GOTT, nur ein Universum zu schaffen, wofür er etwa 27 % der dunklen Energie und Materie brauchte. Die restlichen 73 % können für die Schöpfung weiterer besseren Universen in Reserve gehalten werden. So entstanden das Licht und die Himmelskörper, die ein schönes, beruhigendes und auch unterhaltsames Spiel boten. Auch die Zeit wurde geboren. Nach einer sehr langen Zeit entdeckte ein gelangweilter Finanzbeamter eines Bergvolkes, dass zwischen Zeit, Raum und Bewegung besondere Zusammenhänge existieren. Vermutlich aus persönlichen Erfahrungen (obwohl nicht dokumentiert) wusste er, dass manche Angaben über Zeit und Ort nicht präzise sind und er entwickelte eine Theorie über die Relativität dieser Dinge. Ein Stein wurde ins Rollen gebracht: Die Kräfte der Atomkerne wurden entfesselt, aber es entstand eine Diskussion über die Nützlichkeit der so freigemachten Energie, die GOTT schon seit Jahrmilliarden für die Heizung der Sterne benötigte. Aber es scheint so, dass das, was in GOTTES Händen nützlich ist, von Menschenhänden missbraucht werden kann.

Als GOTT sich dann in dieser kalten Welt umsah, fühlte er sich einsam und gelangweilt. Er ahnte (es gab noch kein Internet, um nachzuschauen), dass zu einer Unterhaltung mehrere Lebewesen gehören. Während er im Weltall hin und her düste und seine Arbeit verrichtete, erschien ihm plötzlich ein Himmelskörper, der um einen relativ kleinen gelben Stern kreiste und schön blau schimmerte. Um diese Zeit war GOTT schon einige Milliarden Jahre alt und vergesslich. Somit ist es nicht erstaunlich, dass er nicht mehr wusste, dieses Objekt kreiert zu haben.

Es war am 5. Tag nach dem Big Bang. Wegen der damals noch nichtexistenten Reifenherstellung durch namhafte italienische Firmen – der Große und der Kleine Wagen des Himmels kamen auch ohne Reifen aus – gab damals noch keinen Kalender vom berühmten Reifenhersteller (mit Nackedeis bzw. ohne diesen auch nicht). Somit wurden die göttlichen Tag-Einheiten willkürlich bestimmt. Manchmal konnten die Tage Millionen oder Milliarden der heutigen Tage entsprechen. An diesem Tag hat er bemerkt, dass dieser niedliche Himmelskörper, später Erde genannt, keine grüne Farbe zeigte, obwohl diese Farbe die Nachhaltigkeit symbolisierte. GOTT als Schöpfer der Ewigkeit war immer schon ein Nachhaltigkeitsfanatiker und somit fiel es ihm nicht schwer, sich Lebewesen auszudenken und zu formen, die überwiegend grün waren: Er nannte sie Pflanzen.

Und er sah, dass es gut war. Nur wurde diese Tat in der Schöpfungsgeschichte weitgehend verschwiegen. Schließlich war GOTT kein Vegetarier, geschweige Veganer und wenn er es gewesen wäre, hätte er diese Peinlichkeit wahrscheinlich nicht geoutet. Für einen Einzelgänger wäre sowas auch damals karrierevernichtend gewesen, obwohl er keine ernsthafte Konkurrenz fürchten musste: Die zahlreichen anderen Götter waren in anderen Erdteilen aktiv und eine Götterwanderung fand aufgrund fehlenden sozialen und finanziellen Anreizes nicht statt. Dieser Tag war jedenfalls sehr lang und die Pflanzen überwucherten alles – Kohlendioxid aus früheren Zeiten war reichlich vorhanden. Es war auch warm und feucht, ideal für sämtliche Gewächse. Man muss wissen, dass zwar der 5. Tag ein Freitag war, aber der Friday for Future noch nicht erfunden war. Es gab auch noch keine Menschen, somit auch keine Klimaaktivisten/innen, die das Klima auf die vorschöpfungszeitlichen Zustände hätten zurücksetzen wollen. So konnten die Pflanzen - GOTT sei Dank (wem sonst?) - immer mehr Sauerstoff produzieren und GOTT merkte, dass die Zeit gekommen sei, Lebewesen zu entwerfen, die Sauerstoff zum Atmen benötigten, aber auch die Klimaneutralität achteten. Schwuppdiwupp hat er die Tierwelt kreiert und die Gewässer und Länder waren voll mit kleinen und großen, schönen und hässlichen Tieren, die in vollem Einklang mit der Natur lebten.

Und er sah, dass es gut war. Dann kam der 6. Tag. Eigentlich war nichts zu tun und GOTT war zufrieden. Aber er war auch eitel und wollte sein Werk mit einer noch größeren Leistung vollenden. Es fehlte ein Wesen, das seine Arbeit lobpreisen kann und ihm ähnlich ist. Hätte er geahnt, dass diese Kreatur sich einmal in seine schöpferische Tätigkeit einmischt, sich in sein Territorium (Weltall) vorwagt und sich sogar an das Klima heranmacht, wäre er wahrscheinlich vorsichtiger gewesen.

Nun musste er das Handwerkliche erledigen. Als bestes Ausgangsmaterial baten sich Erde und Wasser an. So entstand der erste Mensch, der wegen der dortigen Erde dunkelhäutig wurde. Das Werk war vollendet und GOTT war zufrieden. Leider war GOTT geschlechtslos (darüber später ausführlicher), einsam und Genderprobleme waren ihm unbekannt. So musste er mit unverblümter Überraschung hören, dass der erste Mensch, der durch einen Produktionsfehler ein Mann geworden ist, über Langweile klagte. So musste ein Gegenstück her und GOTT entnahm, unter Vollnarkose, eine Rippe des Mannes. Warum die Rippe gewählt wurde, wissen wir nicht. Man könnte vermuten, dass die Rippen wichtige Orte der Blutbildung sind, viele Stammzellen enthalten und unterschwellig auf die wichtige Aufgabe der zukünftigen Frau, auf die Reproduktion, hindeuteten. Jedenfalls wurde die Frau geschaffen und die Langweile war vorbei. Später wird der Mann diesen voreiligen Wunsch nach Unterhaltung noch bedauern. Wie wir sehen, die Erschaffung dieser beiden Wesen erfolgte hastig und planlos. Es gab auch keine Qualitätskontrolle, wodurch die Mangelerscheinungen, die z. B. bei menschlichen Verhalten auftreten, erklärbar sind. Jahrtausende später ist ein weiteres Defizit der geschlechtsbestimmten Schöpfung sichtbar geworden: GOTT hat die Diversität der Geschlechter außer Acht gelassen. So musste der Mensch diese Aufgabe übernehmen. Dabei wurden zum Teil drastische Methoden angewendet, wobei ich unter anderem an die Eunuchen denke. Auch selbstgewollte Geschlechtsänderungen wurden und werden praktiziert.

Und GOTT dachte trotzdem, dass es gut war, auch wenn er sich diesmal keineswegs so sicher war. Dann überlegte er, was er am nächsten Tag, dem 7., machen könnte. Plötzlich hörte er eine Stimme, die Stimme der eben gegründeten Gewerkschaft (er war Mitglied und Chef in einer Person), die darauf hinwies, dass nach so viel harter Arbeit entsprechend dem Arbeitszeitregulierungsgesetz ein Ruhetag einzurichten ist. Man muss bemerken, dass Götter anderer Weltregionen dieses Gesetz nur zögernd anwenden wollten, was dort zu einer Ausbeutung der menschlichen Kräfte führte. Diese Regulierung passte auch zu GOTTES inzwischen größer gewordenen Faulheit und Erschöpfung. Später wird er sich weitgehend vom Einwirken auf seine Schöpfung zurückziehen: Er hatte die Sinnlosigkeit seiner Bemühungen, den Mensch besser zu machen, erkannt. Als Letztes ordnete er an, dass der Mensch diesen Tag für seine Huldigung in für diesen Zweck errichteten Gebäuden, Tempeln, nutzen musste. Eine Gegenleistung darf man von ihm nicht erwarten.

So ist es auch geschehen und geschieht es bis heute. Und auch wenn viele sogenannte Atheisten den Besuch von protzigen Huldigungsorten meiden, freuen sie sich auf den gottgegebenen freien Tag.

Unerfahrene Ehepartner