Der Sohn Gottes - Karl Hartenstein - E-Book

Der Sohn Gottes E-Book

Karl Hartenstein

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Beschreibung

Karl Hartenstein betrachtet die besonderen Aussagen des Johannesevangeliums über den Sohn Gottes, den Vater und was der Gottessohn der Welt geschenkt hat. Betrachtungen, die die Einzigartigkeit, das Wesen und die Herrlichkeit Jesu, des Sohnes Gottes, groß machen und vor Augen stellen. Karl Hartenstein fühlte sich von den Aposteln und Propheten dem Apostel Johannes am nächsten und innerlich verwandt. So entstanden die Be­trachtungen des vorliegenden Büchleins über das geheimnisvollste und tiefste Evangelium, das Johannesevangelium. In diesem Evangelium findet er wie nirgends sonst das Geheimnis des Gottessohnes geoffenbart, das gleichzeitig das Wesen Gottes enthüllt. In Ehr­furcht und Anbetung denkt Hartenstein den Ge­danken und Bildern des Johannesevangeliums nach und zeigt darin das Wunder des menschgewordenen Gottessohnes und des Vaters, der die Welt erschaffen hat und erlösen will. Was von den drei anderen Evangelien als geschichtliche Ereignisse berichtet und beschrieben wird, das wird vom Jo­hannes­evangelium von der Ewigkeit her beleuchtet und gedeutet. Wie die anderen Evangelien das Wunder des Kommens und Wirkens Jesu in der Welt beschreiben, so zeigt das Johannesevangelium wie und wer der Gottessohn Jesus Christus ist.

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Seitenzahl: 87

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Karl Hartenstein

Der Sohn Gottes

Betrachtungen zum Johannesevangelium

1. Auflage

© 2015 Verlag Linea, Bad Wildbad

Umschlaggestaltung: David Gärtner

© Foto Kreuz mit Krone: manaemedia / 123rf.com

Gesetzt aus der Adobe Garamond Pro

Herstellung: CPI – Ebner & Spiegel, Ulm

ISBN 978-3-939075-64-6

ISBN 978-3-939075-65-3 eBook (epub)

Weise mir

Herr, Deinen Weg,

dass ich wandle in Deiner Wahrheit,

erhalte mein Herz bei dem einen,

dass ich Deinen Namen fürchte.

Inhalt

Vorwort

Das Geheimnis des Apostels Johannes

Das Geheimnis der Gottessohnschaft

Der Vater

Der Sohn

Die Gaben des Gottessohnes an die Welt

Das Wort

Das Licht

Die Wahrheit

Die Herrlichkeit

Das Leben

Die Gabe des Kreuzes

Schluss

Vorwort

Karl Hartenstein (1894–1952) wurde in Stutt­gart-Bad Cannstatt geboren. Er stammte aus einer altein­gesessenen Kaufmannsfamilie, die seit drei Ge­nera­tionen eine Privatbank betrieb. Bis zu seinem Schulabschluss war es für seine Familie selbstverständlich, dass Karl als der älteste Sohn das Bankgeschäft weiterführen würde. Zur Über­raschung seiner Familie entschloss sich Karl, Theo­logie zu studieren. Trotzdem haben sich seine Eltern über die Entscheidung gefreut und seinen Weg unterstützt. Der Erste Weltkrieg unterbrach sein Theologiestudium. Als Offizier erlebte er an der Front in Nordfrankreich und in Flandern die Schlachten des Ersten Weltkriegs. Nach der bewahrten Rück­kehr aus dem Krieg konnte er sein Studium fortsetzen. In Bad Urach hatte er seine erste ständige Pfarrstelle. Nach nur drei Jahren wurde er von der Basler Mission als Direktor berufen. Dieses Amt bei der weltweit tätigen Missionsgesellschaft konnte er 13 Jahre lang bis 1939 ausüben. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs trat er zurück, um die Missionsarbeit nicht durch eine deutsche Leitung zu gefährden. Mit nicht mehr als einem kleinen Köfferchen verließ er die Schweiz in Richtung Stuttgart in eine ungewisse Zukunft. Seine Familie musste er vorerst in Basel zurücklassen. Seine Frau und die Kinder konnten ihm erst ein halbes Jahr später folgen.

1941 bat ihn Landesbischof Wurm, die Prä­la­tur in Stuttgart und die Frühpredigten in der Stifts­kirche zu übernehmen. Während des Zwei­ten Welt­kriegs verließen der Bischof und die Kir­chen­lei­tung Stuttgart. Karl Hartenstein, als Ver­tre­ter des Bischofs, und viele der Pfarrer blieben trotz Ge­fahr und immer wiederkehrenden Bom­ben­an­grif­fen in der Stadt und kümmerten sich um die Men­schen. Die Stuttgarter Innenstadt und die Stifts­kir­che brannten nieder und große Not bedrückte und zeichnete die Menschen. Auch an Karl Har­ten­stein gingen die Not und die Überarbeitung nicht spurlos vorüber. Nach dem Krieg lehnte er die Übernahme des Bischofsamtes ab, um sich neben der Prälatur noch für den deutschen Zweig der Basler Mission und die Mission im Allgemeinen einsetzen zu können. Viel Arbeit, vielleicht zu viel, und verschiedene Krankheitszeiten folgten nach Ende des Krieges in der Phase des äußerlichen und innerlichen Wiederaufbaus. Zu­sätzlich zu seinen bisherigen Ämtern wurde er in den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland berufen. Sie­ben Jahre nach Kriegsende starb er unerwartet mit 58 Jahren.

Nach einer Zeit voller Arbeit und Reisen als Direktor der Basler Mission erlebte Karl Harten­stein eine zunächst einsame Zeit der Stille und Neuorientierung in Stutt­gart. Die Not der Men­schen in den folgenden Jahren des Krieges, die Verantwortung seiner Ämter und manche Zeit der Krankheit machten ihn mehr und mehr zu einem verinnerlichten Menschen.

Von den Aposteln und Propheten fühlte er sich dem Apostel Johannes am nächsten und innerlich verwandt. So entstanden die Be­trachtungen des vorliegenden Büchleins über das geheimnisvollste und tiefste Evangelium, das Johannesevangelium.

In diesem Evangelium findet er wie nirgends sonst das Geheimnis des Gottessohnes geoffenbart, das gleichzeitig das Wesen Gottes enthüllt. In Ehr­furcht und Anbetung denkt Hartenstein den Ge­danken und Bildern des Johannesevangeliums nach und zeigt darin das Wunder des menschgewordenen Gottessohnes und des Vaters, der die Welt erschaffen hat und erlösen will. Was von den drei anderen Evangelien als geschichtliche Ereignisse berichtet und beschrieben wird, das wird vom Jo­hannes­evangelium von der Ewigkeit her beleuchtet und gedeutet. Wie die anderen Evangelien das Wunder des Kommens und Wirkens Jesu in der Welt beschreiben, so zeigt das Johannesevangelium wie und wer der Gottessohn Jesus Christus ist.

Karl Hartenstein betrachtet im Folgenden die besonderen Aussagen des Johannesevangeliums über den Sohn Gottes, den Vater und was der Gottes­sohn der Welt geschenkt hat. Mit diesen Be­trachtungen macht er die Einzigartigkeit, das We­sen und die Herrlichkeit Jesu, des Sohnes Gottes, groß und stellt sie den Lesern neu vor Augen.

Wir hoffen, dass dies mit der neuen Auflage des Büchleins in sprachlich leicht überarbeiteter Form von Neuem geschehen darf.

Im Sommer 2015, Verlag Linea

Das Geheimnis des Apostels Johannes

Neben den drei großen Evangelien steht mit ganz eigener Bedeutung das vierte Evangelium, das uns Johannes, der Apostel, übergeben hat. Es sind ganz besondere Worte, umgeben von heiligen Ge­heim­nissen, geprägt durch einen wundersamen Zeu­gen, dem es durch Gottes Geist geschenkt wurde, die Herrlichkeit von Christus in einzigartiger Wei­se zu bezeugen.

Die Väter der Kirche von Origenes bis Augustinus haben Johannes aufs Höchste gerühmt. Er ist auch der eigentliche Apostel der östlichen, besonders der russischen Kirche geworden. Auch unsere Re­for­ma­toren haben das vierte Evangelium über alles gestellt. Luther hat das schöne Wort gesagt: „Das ist das einige, zarte, rechte Hauptevangelium, den anderen drei weit vorzuziehen und höher zu heben.“ Und Calvin schreibt: „Bei Johannes tritt die Lehre, die uns Kraft und Frucht des Kommens Christi darlegt, weit klarer hervor als bei den anderen. Die ersten Drei bringen den Leib, Johannes aber die Seele. Dieses Evangelium ist der Schlüssel für die drei anderen.“

Aber nun ist es mit der Auslegung dieses wunderbaren Evangeliums des Johannes in der Kirche seltsam zugegangen. Obwohl so hoch gepriesen von den Kirchenvätern und den Reformatoren, ist dieses Evan­gelium in den letzten Jahrhunderten doch sehr im Hintergrund gestanden. Die Geheimnisse um dieses heilige Wort und die Geheimnisse um seinen Verfasser sind trotz allem Ringen noch nicht enthüllt worden. Luther hat uns den Römerbrief neu erschlossen, die letzten Generationen haben uns die drei großen Evangelien neu sehen gelehrt, aber über dem vierten Evangelium liegt immer noch ein heiliges Geheimnis und wartet auf einen geist­erfüllten Ausleger. Auch wir können darum nur einige wenige Züge an diesem wunderbaren Bild der Herrlichkeit des Sohnes Gottes hervorheben, den dieses Evangelium in so einzigartiger Wei­se bezeugt.

Was wissen wir über Johannes, den Apostel? Es ist der Glaube der Urkirche, des Mittelalters, der Re­for­matoren und aller schriftgebundenen Theo­lo­gen, dass Johannes der Jünger Jesu ist. Der Apostel des Herrn, der sich selbst in diesem Evangelium in aller Verborgenheit, und ohne seinen Namen zu nennen, bezeugt als „der Jünger, den er lieb hatte“ (19, 26), „der das gesehen hat, der hat es bezeugt und sein Zeugnis ist wahr“ (19, 35), der „an der Brust Jesu lag“ (13, 25), der Jünger, dem Gottes Geist in besonderer Weise gab, das Geheimnis des Herrn zu erkennen. Er kommt aus der Schule Johannes des Täufers. Denn unter den Männern, die bei dem Täufer am See stehen, und denen Jesus begegnet, sind auch Johannes und sein Bruder Jakobus (1, 36-39). Er hat die Stunde nicht vergessen, als er Jesus zum ersten Mal sah, „es war um die zehnte Stunde“ (1, 39). Er war ein Fischer wie die anderen (Luk. 5, 10), den der Herr zum Menschenfischer berief. Sein Bruder, Märtyrer unter Herodes (Apg. 12, 2) war Jakobus, Zebedäus der Vater, Salome die Mut­ter. Jesus selbst hat, wie Mk. 3, 17 berichtet, die beiden Brüder „Donnersöhne“ genannt. Ein Zeu­gnis dafür, dass dieser Johannes eine Stimme bekommen wird, wie der Donner Zeugnis abzu­legen von dem Sohn Gottes. Er geht mit dem Herrn durch die Jahre der heiligen Offenbarung. Er steht als einziger unter dem Kreuz. Er ist der Ers­te, der am leeren Grab zum Glauben an den Auf­erstandenen kommt (20, 8), und über ihm spricht der Herr in geheimnisvollen Worten „wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was geht es dich an“ (21, 22).

Schon in der Urkirche geht über ihn das geheimnisvolle Wort, dass dieser Jünger nicht sterbe. Wir dürfen annehmen, dass er in hohem Alter als Bischof der Gemeinde zu Ephesus, nachdem er auf Patmos die Schau der „Offenbarung“ empfangen hat, den Märtyrertod gestorben ist. Dieser Mann, am Galiläischen Meer berufen, durch den Geist erleuchtet, der Zeuge des Sohnes Gottes und der Seher des kommenden Reiches Gottes, das ist der Mann, der das vierte Evangelium geschrieben hat.

Die Urkirche nennt ihn den „Priester mit dem Stirnblatt“, ein Wort, das auf 2. Mose 28, 36 ff. hindeutet. So wie der erste Priester des Alten Bundes ein Blatt mit der Aufschrift „Geheiligt dem Herrn“ auf der Stirn trägt, so trägt, sagt die Urgemeinde, Johannes auf seiner Stirn das Zeichen priesterlichen Geheimnisses. Es liegt über diesem Evangelium das Geheimnis einer großen Stille. Das ganze Evangelium ist eigentlich eine große Liturgie. Man kann es nur betend lesen, wenn man es verstehen will. Es ist ein großer Lobgesang auf den, in dem sich Gott selbst uns geoffenbart hat. Man könnte alle Hauptstücke des Gottesdienstes der Christenheit aus dem Johannesevangelium ablesen. Er sieht das Leben Jesu selbst als den Dienst Gottes an dieser Welt, als den Dienst der ewigen Liebe zur Rettung der Menschheit. Jesus selbst ist der Gottesdienst Gottes, der gekommen ist, uns zu dienen, Licht, Leben und Wahrheit zu schenken. Keiner hat Jesus, den Hohepriester, tiefer geschaut und gedeutet als Johannes im 17. Kapitel seines Evangeliums.

Die Urkirche hat Johannes „den Theologen“ genannt, den Gottweisen. Sie wollte damit sagen, dass er ein einzigartiger Denker gewesen ist, wie ihn die Kir­chen­geschichte nie mehr gesehen hat. Damit meint die Urkirche, dass dieses Evangelium nicht nur ein Bericht vom Leben Jesu ist, wie es Matthäus, Markus und Lukas bezeugten. Offenbar stand Johannes, ehe er zur Donnerstimme wurde, in tiefer Stille und Verborgenheit, bis ihn der Geist Gottes erleuchtete, um das tiefste Geheimnis Jesu zu erkennen. Johannes führt uns von dem, was man von Jesus sah und hörte, in das tiefste Geheimnis seines Wesens ein – in das Geheimnis der Einheit des Vaters mit dem Sohn. Dieses Geheimnis wird in jedem Kapitel enthüllt. Das Johannesevangelium ist die große Antwort auf die Frage der Kirche aller Zeiten: Wer bist du, Christus? Ich bin das Brot, das Licht, das Leben, die Wahrheit, der Weg, der Weinstock, „damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes“. Johannes ist der Theologe, der Gottweise, den der heilige Geist erleuchtet hat, das Geheimnis Jesu Christi zu erkennen.

Das ganze Evangelium des Johannes kreist darum um das eine, wer Jesus ist