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Die Anwendung psychoanalytischer Einsichten auf das Gebiet der Strafjustiz hat Fromm nicht sehr lange beschäftigt, dafür jedoch umso intensiver. Der Beitrag "Der Staat als Erzieher. Zur Psychologie der Strafjustiz" dokumentiert das Interesse des dreißigjährigen Fromm – der eben seine psychoanalytische Ausbildung in Berlin abgeschlossen hatte – nach der sozialpsychologischen Bedeutung zu fragen, die das Strafen im Bereich der Justiz hat. Dass Fromm die Strafjustiz als nicht zweckmäßig beurteilt, hat in erster Linie mit ihrer gesellschaftlichen Funktion zu tun, autoritäre Verhältnisse aufrecht zu erhalten.
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Seitenzahl: 14
Veröffentlichungsjahr: 2016
Erich Fromm(1930b)
Als E-Book herausgegeben und kommentiert von Rainer Funk[1]
Erstveröffentlichung unter dem Titel Der Staat als Erzieher. Zur Psychologie der Strafjustiz, in: Zeitschrift für Psychoanalytische Pädagogik, Wien, 4 (1930) S. 5-9. Wiederabgedruckt in der Erich Fromm Gesamtausgabe in zwölf Bänden, München (Deutsche Verlags-Anstalt und Deutscher Taschenbuch Verlag) 1999, Band I, S. 7-10.
Die E-Book-Ausgabe orientiert sich an der von Rainer Funk herausgegebenen und kommentierten Textfassung in der Erich Fromm Gesamtausgabe in zwölf Bänden, München (Deutsche Verlags-Anstalt und Deutscher Taschenbuch Verlag) 1999, GA I, S. 7-10.
Die Zahlen in [eckigen Klammern] geben die Seitenwechsel in der Erich Fromm Gesamtausgabe in zwölf Bänden wieder.
Copyright © 1930 und 1980 by Erich Fromm; Copyright © als E-Book 2016 by The Estate of Erich Fromm. Copyright © Edition Erich Fromm 2016 by Rainer Funk.
Es ist in letzter Zeit ein gesteigertes Interesse für das Problem der Psychologie des Verbrechers, des Richters, der Strafrechtsprechung und des Strafvollzugs festzustellen. Das mag wesentlich drei Gründe haben. Einmal den der wachsenden Ausbreitung psychoanalytischer Einsichten und speziell des Erscheinens der das Problem der Psychologie des Verbrechers und Richters behandelnden Publikationen von F. Wittels (1928) und Alexander-Staub (1928). Zum anderen wird das gesteigerte Interesse wohl in der Tatsache liegen, dass sich eine Reihe von großen Kriminalprozessen aneinanderreihten (es sei nur an die Fälle Friedländer, Halsmann[2]
