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Die Bewohner des Herrenhauses von Schloss Monkshall nennen ihn den »Terror«, den Schrecken, der in Gestalt eines schwarz vermummten Mönchs durch die dunklen Korridore und Parkanlagen des Schlosses schleicht. Doch wer ist der unheimliche Mönch und was treibt ihn um? Hat er es auf Mary Redmayne, die schöne Tochter des Hausbesitzers, abgesehen? Woher kommen die Schreie und die seltsamen Töne einer Kirchenorgel, die in manchen Nächten durch das Gebäude hallen? Das unweit von London gelegene Schloss scheint ein mysteriöses Geheimnis zu bergen. Inspektor Hallick von Scotland Yard vermutetet einen Zusammenhang mit einem Goldraub, der sich vor mehr als zehn Jahren ereignete. Ist irgendwo in den Kellergewöben von Monkshall der Goldschatz verborgen, nach dem die Polizei so lange schon vergeblich sucht?
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Seitenzahl: 133
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Die Bewohner des Herrenhauses von Monkshall nennen ihn den »Terror«, den Schrecken, der in Gestalt eines schwarz vermummten Mönchs durch die dunklen Korridore und Parkanlagen des Schlosses schleicht. Doch wer ist der unheimliche Mönch und was treibt ihn um? Hat er es auf Mary Redmayne, die schöne Tochter des Hausbesitzers abgesehen? Woher kommen die Schreie und die seltsamen Töne einer Kirchenorgel, die in manchen Nächten durch das Gebäude hallen? Das unweit von London gelegene Schloss scheint ein mysteriöses Geheimnis zu bergen. Inspektor Hallick von Scotland Yard vermutet einen Zusammenhang mit einem Goldraub, der sich vor mehr als zehn Jahren ereignete. Ist irgendwo in den Kellergewölben von Monkshall der Goldschatz verborgen, nach dem die Polizei schon so lange vergeblich sucht?
»Der unheimliche Mönch« (Original »The Terror«) ist ein Kriminalroman im charakteristischen Stil von Edgar Wallace (1875–1932) und gilt als einer seiner besten Krimis. Die englische Originalausgabe von »The Terror« wurde 1929 durch Hodder und Stoughton, London, veröffentlicht. Der Roman war Gegenstand eines erfolgreichen Londoner Theaterstücks und wurde auch im Hamburger Krimitheater und auf vielen anderen Bühnen aufgeführt. Der Roman wurde mehrfach verfilmt. Eine deutsche Filmfassung nach Motiven des Romans wurde 1965 von der Rialto Film produziert. Regie führte Harald Reinl. Die Hauptdarsteller waren Karin Dor, Harald Leipnitz und Siegfried Lowitz.
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
O'Shea war die ganze Nacht über in seiner verrückten Stimmung. Er schlich den grasbewachsenen Hang auf und ab, murmelte vor sich hin, fuchtelte mit den Händen vor einem unsichtbaren Publikum herum und lachte kichernd über seine eigenen geheimnisvollen Witze. Im Morgengrauen fiel er über den kleinen Lipski her, der es gewagt hatte, sich entgegen seinen Anweisungen eine Zigarette anzuzünden, und schlug mit wilder Brutalität auf ihn ein, ohne dass die beiden anderen Männer es gewagt hatten, einzugreifen.
Joe Connor lag ausgestreckt auf dem Boden, kaute auf einem Grashalm herum und beobachtete die unruhige Gestalt mit ernstem Blick. Soapy Marks, der im Schneidersitz neben ihm saß, beobachtete ihn ebenfalls, doch auf seinen schmalen Lippen lag ein schiefes, höhnisches Lächeln.
»Ich bin total verrückt«, sagte Joe Connor leise. »Wenn er das schafft, ohne dass wir für den Rest unseres Lebens ins Gefängnis wandern, können wir von Glück reden.«
Soapy Marks leckte sich über die trockenen Lippen.
»Am cleversten ist er, wenn er verrückt ist.« Er sprach wie ein Mann von Kultur. Manche sagten, Soapy sei für die Kirche bestimmt gewesen, bevor ihn der Wunsch nach einem einfacheren und illegaleren Leben zu einem der geschicktesten und gefährlichsten Gangster Englands gemacht hatte.
»Wahnsinn, mein Lieber, heißt nicht Dummheit. Kannst du den Kerl nicht zum Schweigen bringen?«
Joe Connor stand nicht auf; er richtete seinen Blick auf die am Boden liegende Gestalt Lipskis, der stöhnte und schluchzend fluchte.
»Der wird schon wieder zu sich kommen«, erwiderte Connor gleichgültig. »Je mehr Prügel er kriegt, desto mehr Respekt hat er vor O'Shea.«
Er rückte ein wenig näher zu seinem Kameraden heran und fragte leise: »Hast du jemals O'Shea deutlich gesehen? Ich meine – sein Gesicht? Ich sah es nie, und dabei habe ich schon dreimal mit ihm zusammengearbeitet. Immer hatte er diesen Mantel an, den er auch heute Abend trägt, den Kragen hochgeschlagen und den breitkrempigen schwarzen Hut tief ins Gesicht gezogen. Ich hätte nie geglaubt, dass es einen solchen Verbrecher gibt – ich dachte, so etwas könnte man nur auf der Bühne sehen. Das erste Mal habe ich von ihm gehört, als er mich rufen ließ – ich traf ihn damals in der St. Alban's Road nachts um zwölf Uhr. Sein Gesicht bekam ich nicht zu sehen, aber er wusste alles über mich; er erzählte mir, wie oft ich vorbestraft war und für welche Arbeit er mich brauchte –«
»Und er hat dich gut bezahlt«, sagte Marks träge, als der andere innehielt. »Er zahlt immer gut; er sucht sich seine ›Mitarbeiter‹ immer auf die gleiche Weise zusammen.«
Er schürzte die Lippen, als wolle er pfeifen, und betrachtete nachdenklich die unruhige Gestalt des Meisters.
»Er ist verrückt – und er zahlt gut. Diesmal wird er noch besser zahlen.«
Connor blickte scharf auf.
»Zweihundertfünfzig Pfund und fünfzig Pfund Fluchtgeld – das ist fair, oder?«
»Er wird besser bezahlen«, sagte Marks höflich. »Dieser kleine Job ist es wert. Soll ich einen Lastwagen mit drei Tonnen australischer Sovereigns durch die Straßen Londons fahren und dabei möglicherweise riskieren, gehängt zu werden, für zweihundertfünfzig Pfund – und Fluchtgeld? Ich glaube nicht.«
Er stand auf und klopfte sich vorsichtig den Staub von den Knien. O'Shea war über dem Hügelkamm verschwunden, war möglicherweise hinter der Heckenlinie, die sich halbkreisförmig um ihn herumzog und bis auf wenige Meter an die Stelle heranreichte, wo die Männer über ihn sprachen.
»Drei Tonnen Gold, fast eine halbe Million Pfund. Ich glaube, wir haben zumindest Anspruch auf zehn Prozent.«
Connor grinste und deutete mit dem Kopf auf den wimmernden Lipski.
»Und er? Willst du den auch ins Vertrauen ziehen?«
Marks biss sich auf die Lippen. »Ich glaube, das ist überflüssig, den brauchen wir nicht.«
Er schaute sich um, ob etwas von O'Shea zu sehen sei, dann ließ er sich wieder neben seinem Kameraden nieder.
»Wir haben die ganze Sache in der Hand«, flüsterte er. »Morgen wird O'Shea wieder bei Vernunft sein. Diese Anfälle hat er nur selten, und wenn er wieder bei klarem Verstand ist, hört er sich auch an, was ich ihm zu sagen habe. Also, wir halten diesen Goldtransport an – das ist ein alter Trick von O'Shea –, indem wir die Talmulde vergasen, durch die der Weg hier führt. Ich wundere mich nur, dass O'Shea den Mut hat, den Plan zu wiederholen. Ich werde das Lastauto mit dem Gold zur Stadt fahren und an einer sicheren Stelle abstellen. Meinst du, O'Shea würde uns nicht unseren Teil geben, wenn er vor die Wahl gestellt wird, uns unseren Anteil auszubezahlen oder Inspektor Bradley in die Hände zu fallen?«
Connor brach einen Grashalm ab und kaute daran. »Er ist verteufelt schlau –«
Marks verzog spöttisch die Lippen.
»Sitzen in Dartmoor nicht lauter schlaue Leute? Inspektor Hallick macht sich doch einen Scherz daraus, dass er die Gefangenen nur Akademiker nennt. Nein, mein Lieber, glaube mir, Schlauheit ist ein relativer Begriff –«
»Was bedeutet dieses Fremdwort nun schon wieder?«, brummte Connor und runzelte die Stirn. »Versuch bloß nicht, mich mit diesen gebildeten Worten besoffen zu machen! Rede nicht immer so gelehrt, sprich wie ein gewöhnlicher Mensch, damit jeder dich verstehen kann.«
Er sah sich wieder ein wenig ängstlich um. Die Tatsache, dass O'Shea nicht zu sehen war, beunruhigte ihn. Das Auto O'Sheas stand hinter dem Hügel auf einem kleinen Nebenweg. O'Shea würde sich, nachdem der Überfall gelungen war, damit sofort in Sicherheit bringen. Seine Leute konnten dann zusehen, wie sie durch all die Gefahren hindurchkamen. Sie hatten den schwierigeren Teil zu bewältigen, aber sie mussten zugeben, dass der ganze Plan genial ausgedacht und organisiert worden war.
In einiger Entfernung lagen links an einem steilen Abhang vier große Gaszylinder in einer Reihe. Connor und Marks konnten von ihrem Platz die lange hellgraue Landstraße sehen, die durch die tiefe Mulde führte. Binnen kürzester Zeit mussten die Lichter des Lastautos mit dem Goldtransport auftauchen. Connor hielt seine Gasmaske in der Hand; Marks hatte seine in die Tasche gesteckt.
»Der muss eine Unmenge Geld haben«, meinte Connor.
»Wer – O'Shea?« Marks zuckte die Schultern. »Das weiß ich nicht, er gibt aber auch das Geld aus wie kein anderer. Man sollte eigentlich meinen, dass er wieder pleite ist. Es ist nahezu zwölf Monate her, dass er seinen letzten großen Fang gemacht hat.«
»Was macht der bloß mit all dem vielen Geld?«, fragte Connor neugierig.
»Er gibt es aus wie wir auch. Als ich ihn das letzte Mal danach fragte, sagte er: ›Ich muss ein großes Landhaus kaufen.‹ Dort wollte er sich niederlassen und ein bequemes, ruhiges Leben führen. Als ich ihn gestern Abend wiedersah, sagte er, dass er die Hälfte des Goldes brauche, um seine Schulden zu bezahlen.«
Marks rieb sich mit dem Taschentuch die Fingerspitzen ab. »Unter anderem kann er lügen wie gedruckt«, bemerkte er leichthin. Er blickte auf. »Was war das?«
Er sah argwöhnisch auf die Hecke, die sich nur ein paar Meter von ihnen entfernt befand, denn er hatte ein Rascheln im Laub gehört. Schnell sprang er auf, eilte zu den Sträuchern und sah sich nach allen Seiten um, aber er konnte niemanden entdecken. Nachdenklich kehrte er zu seinem Kameraden zurück.
»Ich möchte nur wissen, ob der Teufel gelauscht und wie lang er unsere Unterredung mit angehört hat!«
»Wen meinst du? Doch nicht etwa O'Shea?«, fragte Connor bestürzt.
Marks antwortete nicht, er holte nur tief Luft. Allem Anschein nach fühlte er sich nicht sicher.
»Wenn er etwas gehört hätte, wäre er zu uns gekommen. Er ist in einer so verteufelt schlechten Stimmung, dass er sofort losgeplatzt wäre.«
Connor stand auf und streckte sich.
»Ich möchte nur wissen, was für ein Leben er führt. Beinahe möchte ich wetten, dass er eine Frau und eine Familie irgendwo im Land unterhält. Solche Leute machen so etwas. Da kommt er übrigens!«
Sie sahen die Gestalt O'Sheas, der von der Höhe des Hügels auf sie zukam.
»Haben Sie die Masken bereit?«, fragte er. »Sie wissen, was Sie zu tun haben, – Marks?«
Die Stimme klang durch den hochgeschlagenen Kragen etwas gedämpft und undeutlich, aber trotzdem war der Ton freundlich und liebenswürdig.
»Holen Sie einmal den Kerl her«, sagte O'Shea und zeigte auf Lipski.
Die beiden gehorchten und kamen gleich darauf mit dem noch etwas benommenen Lipski wieder zu O'Shea.
»Sie gehen an das Ende der Straße«, sagte er zu Lipski. »Stecken Sie die rote Laterne an. Es ist nicht notwendig, dass die Kerle anhalten, sie brauchen nur langsamer zu fahren. Unter keinen Umständen gehen Sie aus der Deckung heraus. Es sind wahrscheinlich zehn schwerbewaffnete Polizisten auf dem Lastauto.«
O'Shea ging zu den Gasbehältern hinüber. An der Öffnung jeder Flasche war ein dicker Gummischlauch befestigt, der in die Mulde hinabführte. Mit einem Schraubenschlüssel drehte er die Ventile auf. Unter leisem Zischen entwich das Gas durch die Schläuche.
»Das Gas ist schwer und bleibt unten im tiefsten Teil der Mulde. Sie brauchen Ihre Gasmaske erst im letzten Moment aufzusetzen.«
Er folgte Lipski bis zum Ende der Senke und kontrollierte, dass der Mann die rote Laterne anzündete. Dann zeigte er ihm die Stelle, wo er sich verstecken sollte, und ging zu Marks zurück. Nicht im mindesten ließ er sich anmerken, dass er die Unterhaltung der beiden gehört hatte. Jetzt war es auch nicht an der Zeit, mit ihnen abzurechnen oder einen Streit vom Zaun zu brechen.
Gleich darauf hörten sie von Ferne das Geräusch des Lastautos, das sich auf der Straße näherte, lange bevor die Scheinwerfer aufblitzten. Der Transport musste den Wald von Felsted passieren, bevor er an dieser Stelle vorbeikam.
»Jetzt!«, rief O'Shea scharf.
Er selbst setzte keine Gasmaske auf.
»Schießen Sie nicht, wenn es nicht durchaus nötig ist, aber halten Sie die Waffen bereit, falls etwas schiefgehen sollte. Und denken Sie daran, dass die Begleitmannschaften sofort feuern, wenn sich jemand blicken lässt. Warten Sie, bis die Leute von dem Gas betäubt sind. Sie wissen doch, wo Sie mich morgen treffen sollen?«
Marks nickte. Das Lastauto näherte sich in verhältnismäßig langsamem Tempo. Allem Anschein nach hatte der Chauffeur die rote Laterne entdeckt, denn jetzt hörten sie das durchdringende Heulen einer Sirene.
O'Shea konnte von seinem Platz aus die ganze Straße deutlich überblicken.
Der Lastwagen war bis auf fünfzig Meter an die vergaste Stelle herangekommen und fuhr jetzt nur noch langsam. Plötzlich sprang Lipski aus den Büschen, aber nicht an der Stelle, wo O'Shea ihn postiert hatte, sondern etwa zehn bis fünfzehn Meter weiter entfernt. Mit erhobenen Händen lief er auf das Lastauto zu.
Im nächsten Moment knallte ein Schuss. Lipski feuerte, um die Aufmerksamkeit der Leute im Auto auf sich zu lenken.
O'Shea ballte die Fäuste. Lipski wollte ihn verraten.
»Achtung!«, rief er Marks und Connor zu. »Wenn die Sache schiefgeht, laufen Sie querfeldein nach verschiedenen Richtungen auseinander!«
Und dann geschah das Wunder. Von dem Lastauto fielen zwei Schüsse. Lipski stürzte getroffen am Rand der Straße nieder, und der Wagen fuhr langsam und vorsichtig weiter. Die Begleitmannschaft hatte Lipskis Absicht nicht verstanden, sondern geglaubt, dass er den Goldtransport anhalten wollte.
»Glänzend!«, sagte O'Shea mit heiserer Stimme, denn Augenblicke später fuhr das Lastauto in die vergaste Senke.
In einer Sekunde war alles vorüber. Der Chauffeur sank bewusstlos auf sein Steuerrad, und bald darauf fuhr der Wagen gegen die hohe Böschung und blieb stehen. O'Shea hatte an alles gedacht. Wenn Lipski nicht das rote Licht gezeigt hätte, wäre der Lastwagen mit unverminderter Geschwindigkeit weitergerollt und dann so schwer beschädigt worden, dass er nicht hätte weiterfahren können. So aber brauchte Marks nur auf den Führersitz zu steigen und den Rückwärtsgang einzulegen, um wieder freizukommen.
Ein paar Minuten später war das Auto mit dem Goldtransport aus der Senke herausgefahren. Die bewusstlosen Polizisten und der Chauffeur lagen gefesselt am Straßenrand. Innerhalb von fünf Minuten war alles erledigt worden. Marks nahm seine Maske ab und setzte seine Uniformmütze auf, während Connor ins Innere des Wagens kroch, wo die kleinen, versiegelten Kisten mit dem Gold standen.
»Vorwärts!«, befahl O'Shea.
Das Lastauto setzte sich in Bewegung, und zehn Minuten später war es außer Sicht.
O'Shea ging zu seinem Wagen zurück und fuhr in der entgegengesetzten Richtung davon.
Es war eine regnerische Nacht in London, und das war Connor recht. Das Wetter begünstigte sein Vorhaben. Er trat durch die Seitentür eines kleinen Restaurants in Soho, stieg eine enge Treppe hinauf und klopfte an eine Tür. Er hörte einen Stuhl rücken und das Schloss schnappen, als die Tür geöffnet wurde.
Soapy Marks war alleine dort.
»Hast du ihn gesehen?«, fragte Connor eifrig.
»O'Shea? Ja, ich habe ihn an der Uferpromenade getroffen. Hast du die Zeitungen gelesen?«
Connor grinste. »Ich bin nur froh, dass die Kerle nicht krepiert sind.«
Marks spottete: »Ihre Menschlichkeit ist sehr lobenswert, mein lieber Freund.«
Auf dem Tisch lag eine Zeitung, und die großen Schlagzeilen sprangen sie an und schrien ihre Begeisterung geradezu heraus.
»›Der größte Goldraub unserer Zeit. Drei Tonnen Gold zwischen Southampton und London erbeutet. Einer der Räuber tot am Straßenrand gefunden. Transportauto spurlos verschwunden.‹
In den frühen Morgenstunden wurde gestern ein kühner Handstreich ausgeführt, der den Tod von sechs Beamten von Scotland Yard hätte herbeiführen können. Es wurde ein Transport im Wert von einer halben Million Pfund erbeutet, der für die Bank von England bestimmt war.
Der Dampfer ›Aritania‹, der gestern Abend in Southampton ankam, hatte eine Goldsendung aus Australien an Bord. Um möglichst wenig Aufsehen zu erregen, wurde das Gold um drei Uhr morgens in einem Lastauto von Southampton aus auf den Weg gebracht, damit es vor Beginn des regen Verkehrs in London ankommen sollte. In der Nähe des Waldes von Felsted führt die Straße durch eine Senke, die von der Räuberbande vergast wurde. Dass ein Überfall geplant war, merkten die Begleitmannschaften, bevor sie die gefährliche Stelle passierten. Ein Mann sprang aus einer Hecke und schoss auf das Lastauto. Die Beamten erwiderten das Feuer sofort, und der Betreffende wurde später sterbend am Straßenrand aufgefunden. Einen zusammenhängenden Bericht konnte er nicht geben, er nannte nur einen Namen, wahrscheinlich den des Bandenführers. Die Inspektoren Bradley und Hallick sind mit der Aufklärung des Falles betraut worden ...«
Dann folgte noch ein eingehender Bericht und die offizielle Bekanntmachung der Polizei, die sich auf die Aussagen eines der Beamten stützten.
»Die Nachricht scheint in London großes Aufsehen erregt zu haben«, sagte Marks, als er die Zeitung zusammenfaltete.
»Und was ist aus O'Shea geworden?«, fragte Connor ungeduldig. »Hat er unseren Vorschlag angenommen? Will er uns tatsächlich zehn Prozent auszahlen?«