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Ein Praxisbuch mit 60 Tagesaufgaben für die Fülle des Lebens “Alles auf Erden ist gemischten Charakters, wie eine Mischung aus Sand und Zucker. Sei wie die kluge Ameise, die nur den Zucker ergreift, und den Sand unberührt lässt.” Mahavatar Babaji, Meister des Himalaja “Dieses Buch ist eine kleine Kostbarkeit. Es enthält Erfahrungen und Anschauungen, die uns alle betreffen, und bietet uns im Jetzt einen erreichbaren Augenblick der Entfaltung und Freude, den wir häufig nicht einmal anvisieren. Jayadev ist ein außergewöhnlicher Yogalehrer. Er bietet in diesem Buch eine Abfolge von ‘Haltungen’ für Geist und Herz an, die uns dazu ermuntern – an seiner Seite – den höchsten Gipfel zu besteigen: unser Bewusstsein.” Giovanna Melandri, italienische Ministerin, Autorin, Yogi.
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Seitenzahl: 217
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Gewidmet
Swami Kriyananda,
meinem Lehrer, der mein Verständnis
bis zum heutigen Tage schult.
Sahaja, meiner Frau,
die mir geholfen hat,
Selbstbewusstsein und Stärke
aufzubauen.
und meinem Bruder
Philip Jaerschky, Elitebergsteiger,
der den Höhen des Himalajas getrotzt hat.
siebtes Plateau: Tag 60
sechstes Plateau: Tag 58 – Tag 59
fünftes Plateau: Tag 46 – Tag 57
viertes Plateau: Tag 41 – Tag 45
drittes Plateau: Tag 23 – Tag 40
zweites Plateau: Tag 1 – Tag 22
erstes Plateau: Vorbereitung
Basislager
„Alles auf Erden ist gemischten Charakters,
wie eine Mischung aus Sand und Zucker.
Sei wie die kluge Ameise, die nur den Zucker ergreift,
und den Sand unberührt lässt.“
Mahavatar Babaji, Meister des Himalaja
„Durch meine Anstrengung und meine Kenntnis des Gesetzes lasst mich die kostbare Leiter der Erkenntnis hochsteigen – um schließlich auf dem glänzenden Gipfel der Verwirklichung zu stehen von Angesicht zu Angesicht zum einzigen Göttlichen!“
Paramhansa Yogananda
Der Himalaja übt eine unermessliche Faszination aus. Abgesehen von seiner majestätischen Schönheit ist er auch eine wichtige Kraftquelle unseres Planeten, von dem ein kontinuierlicher Fluss der Segnungen und Weisheit ausgeht. Diese Segnungen wurden von einer langen Abfolge von Yogis erzeugt, die dort bereits seit Jahrtausenden meditieren. Wandert man auf den gesegneten Pfaden des Himalaja, dann öffnet sich das eigene Bewusstsein leicht für Inspiration, erhebt sich und weitet sich aus. Höhere Wirklichkeiten sind plötzlich ganz nahe, greifbarer, als ob der Schleier zwischen Himmel und Erde dünner geworden wäre. Man spürt tatsächlich, dass man „über das Dach der Welt“ wandelt.
Über viele Jahre hinweg habe ich Pilger an die heiligsten Plätze des Himalaja geführt, zu seinen Heiligen und zu seiner natürlichen Schönheit. Dort in einer Höhe über 3000 und manchmal 4000 m (10.000-14000 Fuß) habe ich spannende Einsichten erlangt. Ich kritzelte sie auf kleine Stücke Papier, erfüllt von Aufregung und Dankbarkeit. Später strukturierte ich diese Notizen und weitete sie zu diesem Buch aus, das nun Botschaften aus den hohen Weiten des Himalaja anbietet.
Und dennoch … das Dach der Welt ist eigentlich in uns. Wir haben alle buchstäblich einen Berg zum Besteigen in uns: unser persönlicher Weg nach oben zur Weisheit, Selbstverwirklichung und wachsendem Bewusstsein. Auf diesen inneren Berg sind alle großen Seelen geklettert und derselbe Berggipfel wartet jetzt auf jeden von uns. Je weiter unten wir auf diesem inneren Berg sind, desto geringer ist unser Bewusstsein. Je höher wir gekommen sind, desto besser haben wir unsere Wahrnehmung ausgebildet. Über diesen inneren Berg schrieb der christliche Mystiker Johannes vom Kreuz vor ungefähr 500 Jahren in seinem Buch „Besteigung des Berges Karmel“. Diesen Berg beschreibt auch die Hindumythologie als den heiligen Mount Meru, der das Zuhause des Gottes Brahma ist, sich in der Mitte der Welt befindet und von dem gesagt wird, dass er zwischen 500.000 und 1.000.000 km hoch sei: Es handelt sich um Symbole für eine Größe und Herrlichkeit, die im Äußeren niemals erzielt, sondern nur im Inneren erreicht werden können.
Hier befindet sich der erste Wegweiser für unsere innere Himalajawanderung: Der Weg zur Weisheit ist kein weiterer Weg, sondern ein Pfad der Vertiefung dessen, was wir bereits haben. Betrachten wir das Beispiel der Yogahaltungen: Ein wahres Verständnis dieses Systems kommt nicht durch das Lernen von immer neuen Positionen, sondern dadurch, dass man anhand von einigen wenigen tiefer und tiefer in die innere Erfahrung eintritt. Dasselbe trifft auf das Verständnis für die Heilige Schriften zu. Die Weisheit wird nicht größer, indem man viele heilige Bücher liest. Man sollte nur einige wenige Passagen betrachten und mit jeder von diesen in die Tiefe gehen. Gleiches gilt dafür, wenn es um uns selbst geht. Wir werden uns selbst nicht verstehen, wenn wir uns mit allen unseren versteckten Merkmalen, unterbewussten Komplexen, Ängsten und Kindheitserfahrungen konfrontieren. Wahres Verständnis erreichen wir, wenn wir in der einfachen Wahrnehmung des Ich tiefer und tiefer gehen.
Dieses Prinzips gilt auch, wenn wir zum Jetzt, zum gegenwärtigen Augenblick kommen. Wir wissen dies alle auf einer bestimmten Ebene, denn wir leben in ihr. Aber wer hat es wirklich verstanden? Wer versteht, dass darin die tiefsten Geheimnisse unserer Existenz liegen, versteckt wie die goldenen Schätze in unserem eigenen Garten? Wenige. Warum? Weil das wahre Verstehen des Jetzt eine Entwicklung ist, ein ständiges Aufsteigen im Bewusstsein, bis wir das erreicht haben, was ich Himalajabewusstsein nenne. Ohne diese Entwicklung haben wir wenig verstanden und blicken auf das Jetzt mit dem eingeschränkten Blick, den man vom Tal aus hat, anstelle der horizontlosen Sicht, den die Gipfel uns liefern.
Dieses Buch ist eine Klettertour durch den inneren Himalaja. Jetzt gerade sind wir im Basislager. Die Reise wird uns von einer Höhenstufe zur nächsten bringen. Sie beginnt am ersten Plateau, das uns für größere Höhen vorbereiten wird. Auf dem zweiten Plateau werden wir ein Verständnis dafür entwickeln, wie wir den jetzigen Augenblick hier und jetzt weise und vollständig leben können, hier und jetzt. Von dort aus wird uns die Besteigung zu einem höheren Plateau führen, das uns einen atemberaubenden Blick auf das geheime EWIGE JETZT bietet. Von dort führt der Pfad zum nächsten Plateau, an dem Yogapraktiken angeboten werden, die zum Zweck haben, unser Verständnis zu verwurzeln, um es zu einer persönlichen Erfahrung zu machen. Von dort aus gehen wir weiter aufwärts zu einem Plateau mit Heiligen und Yogis, die uns wertvollen Rat geben. Auf dem nächsten, einem Hochplateau im Himalaja, treffen wir Paramhansa Yogananda und Swami Kriyananda, die uns die Möglichkeit für ein tief greifenderes Verständnis des scheinbar geringfügigen Jetzt bieten, das in Wahrheit den Schlüssel zur Ewigkeit bereithält. Das letzte Plateau wird – hoffentlich – der Beginn eines neuen Lebens für uns sein.
Dieses Himalajabuch ist nicht dazu gedacht, wie ein normales Buch heute oder morgen zu Ende gelesen zu werden. Es ist eher ein Arbeitsbuch, das uns durch viele wichtige Schritte führt. Jeder Schritt soll einen ganzen Tag dauern, manchmal auch länger, so wie beschrieben. Jeder Schritt liefert eine nützliche Lektion zur Erlangung des Himalajabewusstseins und wird im Laufe eines ganzen Tages angewandt. Auf diese Weise dauert unsere „Wanderung“ genau 60 Tage.
Widerstehe der Versuchung, dieses Buch schnell durchzuarbeiten. Du würdest außer Atem geraten und keine tiefe innere Transformation erleben. Erlaubt dir dein Temperament jedoch nicht, langsam zu gehen (wir sind alle verschieden), dann wähle einfach dein eigenes Tempo.
Eine praktische Anmerkung: Du wirst ein Notizbuch und einen Bleistift benötigen (moderne technische Versionen sind in Ordnung), um bestimmte Aufgaben durchzuführen, die du für jeden Tag vorfinden wirst. Bitte besorge dir diese Dinge, bevor du mit diesem Buch fortfährst.
Du wirst merken, dass eine Vielzahl von Gedichten, Wortspielen und Geschichten in den Text eingearbeitet wurden. Damit sollen beide Hemisphären, die Linke/Rationale und die Rechte/Künstlerisch-Kreative angeregt werden, damit die Botschaft des Buches eine nachhaltigere Wirkung hat. Außerdem vermitteln sie einen Sinn fürs Verspielte denn, um das „ewige Jetzt“ zu erreichen, braucht man die Leichtigkeit eines Kindes.
Hier kommt das erste Plateau.
„Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf der Erde, Horatio, als deine Schulweisheit dich träumen lässt.“
Shakespeare
Dies wird ein kurzer Stopp, der zur Vorbereitung für höhere Einsichten gilt: Man sollte sich die Schuhe richtig zubinden, bevor man beginnt, zu wandern.
Im Leben ist nicht nur wichtig, was du tust, sondern wie du es tust. Derzeit ist das Wie häufig wichtiger als das Was, denn es bestimmt, was du wirst. Beim Lesen dieses Buches ist das Wie auch der Schlüssel, wenn man so viel wie möglich davon profitieren möchte.
Daher folgt eine logische Visualisierung:
Sitz für einige Sekunden still
und spüre diesen Augenblick intensiv
(Pause)
Dann sag zu dir selbst:
„Da ist mehr in diesem Augenblick, als ich jetzt gerade sehe.
Lass mich offen sein.“
Spüre jetzt deinen Atem für einige Sekunden.
Beobachte ihn intensiv.
(Pause)
Dann sag zu dir selbst:
„Da ist mehr in meinem Atem, als ich jetzt gerade sehe.
Lass mich offen sein.“
An letzter Stelle spüre dich selbst
für einige Augenblicke konzentriert.
(Pause)
„Da ist mehr in mir, als ich jetzt gerade sehe.
Lass mich offen sein.“
Die Pilgerschaft zum Himalajabewusstsein hat gerade begonnen. Kein guter Schritt wird vergeblich sein. Die Schätze des Himalaja warten. Das Motto unserer Bergwanderung wird sein: Warum bis morgen warten, um den Berg unserer Träume zu besteigen? Unser Augenblick ist jetzt!
Das kleine Wort „Jetzt“ bringt uns zu einem großen Plateau.
„Da ist Freude überall um uns. Warum bis morgen warten?
Wir haben nur diesen Augenblick zu leben.
Ein Himmel in uns bietet sich uns dar,
um in uns eine Freiheit zu finden,
die wir durch Wohlstand nicht erreichen können.“
Swami Kriyananda
Eine der wichtigsten, seit Jahrtausenden bekannten Lehren ist, im Hier und Jetzt zu leben. Carpe diem, sagte der griechische Philosoph Horaz: „Packe den Tag an.“ Weise Männer aller Kulturen haben ihren Mitmenschen gesagt: „Lerne jetzt in vollem Umfang zu leben, in diesem jetzigen Augenblick! Sei bewusst, lebendig, in der Fülle des Hier und Jetzt! Wo sonst kann man das Glück finden? Sieh dir die Torheit des Menschen an: Er verlegt sein Glück ständig in die Zukunft und hofft auf die großartige letzte Erfüllung, wartet darauf, dass diese eines Tages eintritt. Er projiziert sich katapultartig aus dem Leben hinaus an einen weit entfernten Ort, an dem er vermeint, die Perle des Glücks finden zu können. Nur derjenige, der lernt, im Jetzt vollständig zu leben, kann das Glück, welches das Leben uns verspricht, finden. Jenes Glück, an das wir uns alle erinnern und das niemand je vergessen kann. Unser ewiges „Ich freue mich auf …“ muss sich ändern in „What a wonderful world“ (um das Lied von Louis Armstrong zu zitieren), was bedeutet: „Was für ein wundervoller Augenblick, was für ein wundervolles Jetzt!“ Praktizieren wir diese Haltung, brechen wir mit unserem ständigen Wegstreben aus dem Hier und Jetzt aus.
Hier ist die erste Übung. Frage dich selbst: „Was aus der Zukunft zieht mich aus diesem Jetzt?“ Sobald du diesen Sklaventreiber gefunden hast, visualiere, wie er dich mit seinen Seilen aus dem Leben, aus diesem Leben zieht. Setze dich entschieden zu Wehr. Visualisiere, wie du ein Messer nimmst und seine Seile durchschneidest. Und dann, … für einen glücklichen Augenblick … existiere einfach und sei frei!
Der Weg der Weisheit ist immer im Gleichgewicht: Auf der einen Seite müssen wir natürlich Ziele und eine Aufgabe im Leben haben, aber ohne das Jetzt auf der anderen Waagschale zu opfern wie ein Lamm. Unsere moderne Gesellschaft ist unausgewogen und lehnt sich schwer auf die Erfolgsseite. Eine östliche Weisheit balanciert es aus: „Der Weg ist das Ziel!“ In anderen Worten: Das Ziel besteht aus diesem Augenblick, der alleine die wahre Fülle des Lebens darbietet. Aber unsere Wünsche machen uns ruhelos, lassen uns nach vorne schauen, weg von ihm und lassen uns Dinge tun, die ... ahhh .... uns sicher glücklich machen, sobald wir dort sind, sobald wir sie erreicht haben, sobald wir unseren Plan erfüllt haben, sobald wir gewinnen, sobald wir ankommen. Aber mit dieser Lebensart wird niemand jemals dort ankommen. Wir machen, machen, machen ständig nur, während das Glück aber nur kommt, wenn wir die Kunst des Seins, Seins, Seins lernen: Gerade hier und genau jetzt.
Das Jetzt leben, frei von der doppelten Ablenkung der Vergangenheit und Zukunft ist eine Kunst und eine Wissenschaft, die man erlernen kann. Wie kann man sie erlernen?
Wie wir gesagt haben: Lass uns versuchen, nichts zu übereilen. Jeder Schritt, Gedanke und Impuls ist wichtig und braucht Zeit für die Anpassung. Setzedich für einen Augenblick ruhig hin, entspanne. Wir sind bei unserer Zeit für das Notizbuch angekommen (und an jedem Tag wird es genauso sein) und nehmen uns eine kreative Pause, um innere Klarheit zu entwickeln, zu denken, zu schreiben und anzuwenden:
» Wiederhole die Botschaft dieses Tages in deinen eigenen Worten, so klar, wie du kannst.
» Nimm dir einen Augenblick, um darüber nachzudenken, was sie für einen Bezug zu dir und deinem Leben hat.
» Wie könntest du sie auf eine praktische Weise anwenden, um die Qualität deines Alltags zu verbessern?
» Nimm dein Notizbuch und schreibe das auf.
Für diesen Tag (oder für morgen, wenn es Abend ist) nimmst du die folgende Affirmation und Einstellung mit dir, wohin auch immer du gehst, was auch immer du tust:
„Mein einziges Leben ist JETZT.
Mein Leben ist gut.“
Die Freude an einfachen und schönen Dingen ist ein wichtiges Hilfsmittel. Warum den ganzen Tag an den GROSSEN Erfolg denken? Eine schöne Blume, ein Lächeln, ein Vogel: Sie alle können unser Leben jetzt gleich bereichern. Das ist eine Eigenschaft, die sich Kinder und Heilige teilen: Die Eigenschaft im Hier und Jetzt voll und glücklich zu leben, weil einfache kleine Dinge ganz besonders für dich sind und diesen Augenblick reich, interessant und einzigartig machen.
Andererseits (lies es mehrmals, denn es ist lustig):
Diejenigen, die schlichtweg nicht dazu in der Lage sind,
die simplen Dinge des Lebens zu erkennen,
sind die größten Simpel des Lebens!
„Der dumme Mann sucht das Glück in der Ferne, der Weise zieht es unter seinen Füßen heran.“1 Swami Kriyanda lief durch den Garten und ein Freund fragte ihn: „Wenn du irgendwo in der Welt sein könntest, wo ist dein Lieblingsplatz?“ Er antwortete: „Dieser Garten“. In anderen Worten: Genau hier und genau jetzt!2
Hier ist eine zweite Übung: Schaue dich um und finde etwas Kleines und Schönes. Freue dich an ihm, bleibe eine Weile bei ihm, sei dankbar für es und ruhe in dir selbst. Ist das schwierig? Dann musst du das definitiv üben und, während du das tust, hast du einen wichtigen Schritt hinauf auf deinen inneren Berg getan.
» Wiederhole die Botschaft dieses Tages mit deinen eigenen Worten so klar, wie du kannst.
» Nimm dir einen Augenblick, um darüber nachzudenken, wie sie auf dich und dein Leben zutrifft.
» Wie kannst du sie praktisch so anwenden, dass du die Qualität deines täglichen Lebens verbesserst?
» Nimm dein Notizbuch und schreibe das auf.
Für diesen Tag (oder morgen, falls es Abend ist) nimm diese Affirmation und dieses Verhalten mit dir, ganz gleich, wohin du gehst und was du tust:
„Ich freue mich bewusst
an den einfachen Dingen des Lebens
und bin dankbar.“
Die rationale Fähigkeit spielt eine wichtige Rolle in unserem Leben, aber sie sollte uns sicher nicht bis zu dem Punkt beherrschen, dass wir dabei alles vergessen über Sein, Freuen, Lieben. Alles hat sein richtiges Größenverhältnis, seinen Ort und seinen Augenblick. Warum den Baum, den man sieht, oder die Musik die man hört, analysieren? Lebt man zu sehr im Intellekt, quetscht man das Leben aus dem Leben. Shakespeare machte einen guten Punkt:3 „Hier zu erörtern … Warum Tag Tag, Nacht Nacht, die Zeit die Zeit: Das hieße, Nacht und Tag und Zeit verschwenden“.
So, und jetzt habe auch Spaß damit:
Willst du kein
rationell rationiertes Leben leben,
dann rationiere die Ratio!
» Wiederhole die Botschaft des Tages in deinen eigenen Worten so klar, wie du kannst.
» Nimm dir einen Augenblick Zeit, um darüber nachzudenken, wie es auf dich und dein Leben zutrifft.
» Wie kannst du es praktisch so anwenden, dass du die Qualität deines täglichen Lebens verbesserst?
» Nimm dein Notizbuch und schreibe es auf.
Nimm diese Affirmation und dieses Verhalten für diesen Tag (oder morgen, falls es Abend ist) mit dir, ganz gleich, wohin du gehst und was du tust:
„Mein Herz freut sich,
ohne zu definieren.
Ich koste den Augenblick voll aus.“
Manchmal haben wir keine Chance, als im Leben zu eilen, um unsere Dinge fertig zu kriegen. Wird Eile jedoch zur Gewohnheit, zu unserer zweiten Natur, dann hat uns unsere moderne Gesellschaft zum Narren gehalten. Widerstehe der allgemeinen Tendenz, durch das Leben zu eilen. Häufig könnten wir für eine Weile halt machen, wenn wir es nur beschließen würden, könnten ruhig sein und uns an der einzigartigen Schönheit des Lebens freuen. Ohne diese Haltung und ohne diese Augenblicke der Pause werden wir das Leben nur unzureichend erfahren. Deswegen denke daran: Haste nicht! Festina lente war das weise Motto des römischen Kaisers: „Eile mit Weile!“ So sagte auch der alte Chinese: „Wenn du es eilig hast, dann mache einen Umweg!“ Sonst wirst du die Diamanten, die dir das Leben bietet, verpassen: kostbar, selten aber unbemerkt.
Es folgt eine wahre und aussagekräftige Geschichte über ein von der Washington Post durchgeführtes Experiment. Am Freitagvormittag des 12. Januar 2007 trat ein berühmter Virtuose, der Violinist Joshua Bell, der als einer der größten Musiker weltweit erachtet wird, inkognito an der Metrostation L’Enfant Plaza in Washington D.C. auf und spielte auf einer 3,5 Millionen Dollar teuren Violine. Er spielte Bachs Chaconne, eines der schönsten Stücke, die jemals geschrieben wurden. Über tausend Menschen gingen vorüber. Jeder von ihnen hatte die Chance, in diesem unglaublichen Augenblick hinzuhören. Überraschenderweise stieß dieser Auftritt auf wenig Interesse von allen. Jeder eilte vorbei und verpasste diesen seltenen Diamanten des Lebens? Wer schenkte die meiste Aufmerksamkeit? ... Raten Sie für einen Augenblick ... Ja, es handelte sich um ein Kind, um einen drei Jahre alten Jungen. Seine Mutter zerrte ihn eilig hinter sich her, aber der Junge stoppte und wollte den Violinisten ansehen. Zuguterletzt stieß die Mutter ihn grob voran und das Kind begann zu laufen, während es sich wieder und wieder zu Joshua Bell umdrehte. Die gleiche Szene wiederholte sich mit verschiedenen anderen Kindern. Ausnahmslos alle Eltern zwangen ihre kleinen Söhne und Töchter weiterzugehen. Was für eine tolle Erziehung wir unseren Kindern geben! Wir lehren Sie, dumm zu sein, sich selbst um das Leben zu betrügen wegen der (häufig imaginären) Notwendigkeit, zu eilen, zu eilen, zu eilen. Auf diese Weise lehren wir sie, das Leben zu meiden, das auf diesen wertvollen Augenblick, die man das Jetzt nennt, besteht.
» Wiederhole die Botschaft dieses Tages mit deinen eigenen Worten so klar, wie du kannst.
» Nimm dir einen Augenblick Zeit, um darüber nachzudenken, wie es auf dich und dein Leben zutrifft.
» Wie kannst du es praktisch so anwenden, dass du die Qualität deines täglichen Lebens verbesserst?
» Nimm dein Notizbuch und schreibe es auf.
Nimm diese Affirmation und dieses Verhalten für diesen Tag (oder morgen, falls es Abend ist) mit dir, ganz gleich, wohin du gehst und was du tust:
„Ich ruhe besonnen in mir selbst,
um für die vielen Geschenke des Lebens offen zu sein.“
Es folgt eine weitere Lektion aus der obigen Geschichte von Joshua Bell: Folge niemals der Masse. Die Masse liegt immer falsch, wenn es um ein tieferes Verständnis für das Leben geht. Sie hetzt einfach geradeaus, verfehlt stolz das Ziel, während sie nowhere - nirgendwo - ankommt. Die Masse konzentriert sich auf Unwesentliches, hetzt an der großen Melodie des Lebens vorbei, die auf einer unbezahlbaren Violine gespielt wird. Nur eine bestimmte Minderheit, die mit eigenem Schritt und Rhythmus geht, hört diese Melodie: Das können einige Kinder sein, vielleicht „Verrückte“ oder eine kleine Gruppe, die den Mysterien des Lebens Beachtung schenkt. Warum nicht die Masse verlassen und sich dieser Minderheit von Menschen anschließen, bei denen es sich um die wahrhaftig Normalen handelt: die Wenigen, welche die Wahrheit suchen und den inneren Berg besteigen? Ein altes aber immer noch gültiges chinesisches Sprichwort ermutigt uns: „Um die Quelle zu erreichen, schwimme gegen die Strömung.“
Das folgende kleine Gedicht sagt dies auf unterhaltsame Weise:
Verrückt & Normal
Die meisten Leute sind normal verrückt,
da sie auf verrückt normale Weise
nicht wissen, aber:
sie können nicht sehen.
Manche Leute sind auf verrückte Weise verrückt,
anders als die normal Verrückten,
aber wie die meisten Leute:
Sehen sie nicht.
Manche Leute sind wirklich normal,
weit entfernt von auf normale Weise normal,
erscheinen den meisten verrückt, aber:
Sie sehen wirklich.
» Wiederhole die Botschaft dieses Tages mit deinen eigenen Worten so klar, wie du kannst.
» Nimm dir einen Augenblick Zeit, um darüber nachzudenken, wie es auf dich und dein Leben zutrifft.
» Wie kannst du es praktisch so anwenden, dass du die Qualität deines täglichen Lebens verbesserst?
» Nimm dein Notizbuch und schreibe es auf.
Nimm diese Affirmation und dieses Verhalten für diesen Tag (oder morgen, falls es Abend ist) mit dir, ganz gleich, wohin du gehst und was du tust:
„Ich denke selbst,
und ich bin ich selbst.“
Denke über den folgenden Lehrsatz nach:
So wie die Begierde ein volles Jetzt begräbt,
wird es von der Genügsamkeit geboren.
Yogis bezeichnen die Genügsamkeit als oberste Tugend, da sie das Gegenmittel ist gegen Begierde, Ruhelosigkeit, Unzufriedenheit. Genügsamkeit hilft uns, in diesem Augenblick zu atmen und das beste daraus zu machen. Es folgt ein wahres Himalajatraining: „Fülle genau diesen Augenblick mit Zufriedenheit ... und jetzt noch diesen Augenblick ... und diesen.“ Freue dich daran, lerne davon. Der gegenwärtige Augenblick hinterlässt in uns einen inneren Eindruck, als ob wir ständig Farbe in ein inneres Bild geben würden. Sind wir genügsam, während die Jahre vergehen, wird ein farbiges inneres Bild in uns lebendig bleiben, unser Innenleben füllen und das Gefühl tiefer Zufriedenheit entstehen lassen.
Zufriedenheit muss geübt werden. Es handelt sich dabei um eine Philosophie des Lebens, die man jeden Tag üben kann. Im Sanskrit heißt sie Santosha, und sie ist eines der wesentlichen Yogaprinzipien, die Pantajali (der Vater des Yogas) in seinen zehn berühmten Yamas & Niyamas beschreibt. Santosha bringt in der Perfektion „die Verwirklichung von Glück in jedem Atom der Schöpfung und über die Schöpfung hinaus.“ Es handelt sich um ein großes Prinzip, das in anderen Worten kosmische Ergebnisse mit sich bringt.
Sokrates lehrte uns weise: „Genügsamkeit ist natürlicher Reichtum, Luxus künstliche Armut“. Denke darüber nach. Zufriedenheit bringt das Glück dieses Augenblicks, während Luxus künstliche Freude ist, die in jedem Augenblick zusammenbrechen kann. Yogananda riet daher zu „einem einfachen Leben und hohem Denken, das zu der größten Freude führt.“
Ein anderer großer Geist fügte hinzu: „Wahre Zufriedenheit hängt nicht davon ab, was wir haben, eine Tonne war groß genug für Diogenes, aber eine Welt war zu klein für Alexander den Großen“. Die ganze Welt läuft Amok, um mehr und mehr Dinge zu besitzen, wobei es sich bei den meisten um unnötige Bedürfnisse handelt. Leben Menschen, die so leben, jedoch ihr wertvolles Jetzt? Kaum und deswegen sind sie, ohne es zu wissen, die Dummen des Lebens. Es gibt, es ist unnötig zu erwähnen, reiche Menschen, die verstehen, ihr Leben weise und mit Freude zu leben. Das Geheimnis ihrer Freude liegt im Inneren, in ihrem Herzen, ihrer Denkweise und ihrem Bewusstsein. Das gleiche trifft auf arme Menschen zu: Manche sind glücklich und manche nicht. Der Unterschied liegt im Inneren. Es gibt nur einige wenige Bedürfnisse, die jeder hat, die gestillt werden müssen: Nahrung, Schutz, Wärme sowie ein wenig Liebe. Darüber hinaus ist ein glückliches Jetzt das Ergebnis innerer Mechanismen. Ein berühmtes Lied aus Porgy and Bess bringt es perfekt auf den Punkt: „I got plenty of nothing, and nothing’s plenty for me!“ - „Ich habe genügend nichts. Und nichts ist genug für mich!“.
Genügsamkeit ist die goldene Mitte zwischen Abneigung und Festhalten: Diese zwei Unruhestifter machen unser Jetzt immer unvollkommener. Genügsamkeit verleiht Ausgeglichenheit, Entspannung, Freiheit, ein inneres Lächeln. Bildet man Genügsamkeit im Herzen, ist es auch eine heilende Medizin für unkontrollierte Emotionen, die sonst häufig das menschliche „Haushaltsdrama“ nach sich ziehen:
Brennender Haushalt
Die Dramakönigin schreit hinaus
und der Dramakönig verachtet laut,
hin und her schlagen heiße Flammen aus dem Gemüt
das Haus, es brennt und glüht.
Bald jedoch flaut die Hitze des Dramas ab
und Herzen schlagen in langsamerem Trab.
Das Feuer jedoch weiß schon aus erster Hand
dass, sobald die Dinge falsch laufen, es wieder aufflammt.
Die Dramakönigin schreit hinaus
und der Dramakönig verachtet laut, ...
(das Gedicht hat nie ein Ende!)
» Wiederhole die Botschaft dieses Tages mit deinen eigenen Worten so klar, wie du kannst.
» Nimm dir einen Augenblick Zeit, um darüber nachzudenken, wie es auf dich und dein Leben zutrifft.
» Wie kannst du es praktisch so anwenden, dass du die Qualität deines täglichen Lebens verbesserst?
» Nimm dein Notizbuch und schreibe es auf.
AFFIRMATION UND ÜBUNG DES TAGES
Nimm diese Affirmation und dieses Verhalten für diesen Tag (oder morgen, falls es Abend ist) mit dir, ganz gleich, wohin du gehst und was du tust:
„Ich bin zufrieden
unter allen Umständen des Lebens“
Genügsamkeit wird schnell durch das Wort wenn zerstört. Lass uns den Tatsachen ins Gesicht schauen, einmal und für immer: Das Leben ist niemals perfekt und es wird auch niemals und für niemanden perfekt sein: „Not one party has it all right.“4 Etwas Milch wird immer aus unserer Erwartungstasse verschüttet. Wie leicht es ist wegen dieser verschütteten Milch zu weinen und zu denken: „Ich wünschte, alles wäre anders.“ Hüte dich ganz besonders vor dem folgenden Gedanken: „Wenn dies nur nicht passiert wäre!“ „Wenn wir nur rechtzeitig dort gewesen wären!“ „Alles wäre anders gewesen, wenn ...“.
Wenn nur und wäre und was wir damit tun sind nichts als ein riesige Energieverschwendung. Was wir damit tun, ist uns das unvermeidliche Jetzt wegzuwünschen. Es ist viel besser, mit einem Lächeln zu sagen, wenn wir können:
Was ist, ist einfach,
und es ist, was es ist.
