Diagnose Angst - Patricia Vandenberg - E-Book

Diagnose Angst E-Book

Patricia Vandenberg

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Beschreibung

Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Die Serie von Patricia Vandenberg befindet sich inzwischen in der zweiten Autoren- und auch Arztgeneration. »Zum Geburtstag viel Glück! Zum Geburtstag, zum Geburtstag, zum Geburtstag viel Glück!«, schallten die Stimmen mehr oder weniger falsch, aber dafür umso leidenschaftlicher durcheinander. Zutiefst gerührt stand Jenny Behnisch inmitten ihrer engsten Mitarbeiter und wusste nicht, wo sie vor Verlegenheit hinsehen sollte. Bescheiden, wie die Klinikchefin war, stand sie nicht gern im Mittelpunkt des Geschehens. »Vielen Dank! Das war doch wirklich nicht nötig!«, bedankte sie sich, als der Chor verstummt war. Doch ihre Mitarbeiter hatten noch eine weitere Überraschung zu bieten. »Da wir wissen, wie schwer es Ihnen fällt, die Klinik heute Nachmittag uns zu überlassen, haben wir uns etwas ganz Besonderes einfallen lassen«, erklärte Schwester Elena augenzwinkernd und winkte ihren Kollegen Dr. Weigand und Dr. Cornelius. Die beiden setzten sich in Bewegung, und alle anderen wichen zur Seite, um ihnen Platz zu machen. Als Jenny sah, welche Idee ihre Kollegen gehabt hatten, schlug sie die Hände über dem Kopf zusammen. »Kinder, ihr seid ja völlig verrückt geworden!« Ihre Augen strahlten wie die eines Kindes an Weihnachten und Ostern zugleich, als sie die Torte betrachtete, die eine exakte Nachbildung ihrer Klinik war. »Die ist ja atemberaubend schön! Sogar den Park habt ihr nicht vergessen!« Sie beugte sich über das Kunstwerk und studierte jedes einzelne, liebevoll gestaltete Detail aus Zuckerguss, Marzipan und Buttercreme.

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Seitenzahl: 112

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Dr. Norden Bestseller – 393 –Diagnose Angst

Patricia Vandenberg

»Zum Geburtstag viel Glück! Zum Geburtstag, zum Geburtstag, zum Geburtstag viel Glück!«, schallten die Stimmen mehr oder weniger falsch, aber dafür umso leidenschaftlicher durcheinander.

Zutiefst gerührt stand Jenny Behnisch inmitten ihrer engsten Mitarbeiter und wusste nicht, wo sie vor Verlegenheit hinsehen sollte. Bescheiden, wie die Klinikchefin war, stand sie nicht gern im Mittelpunkt des Geschehens.

»Vielen Dank! Das war doch wirklich nicht nötig!«, bedankte sie sich, als der Chor verstummt war.

Doch ihre Mitarbeiter hatten noch eine weitere Überraschung zu bieten.

»Da wir wissen, wie schwer es Ihnen fällt, die Klinik heute Nachmittag uns zu überlassen, haben wir uns etwas ganz Besonderes einfallen lassen«, erklärte Schwester Elena augenzwinkernd und winkte ihren Kollegen Dr. Weigand und Dr. Cornelius. Die beiden setzten sich in Bewegung, und alle anderen wichen zur Seite, um ihnen Platz zu machen. Als Jenny sah, welche Idee ihre Kollegen gehabt hatten, schlug sie die Hände über dem Kopf zusammen.

»Kinder, ihr seid ja völlig verrückt geworden!« Ihre Augen strahlten wie die eines Kindes an Weihnachten und Ostern zugleich, als sie die Torte betrachtete, die eine exakte Nachbildung ihrer Klinik war. »Die ist ja atemberaubend schön! Sogar den Park habt ihr nicht vergessen!« Sie beugte sich über das Kunstwerk und studierte jedes einzelne, liebevoll gestaltete Detail aus Zuckerguss, Marzipan und Buttercreme.

Dr. Daniel Norden, der es sich nicht hatte nehmen lassen, beim Geburtstag seiner langjährigen Freundin und Kollegin ebenfalls anwesend zu sein, stupste seine Frau sanft in die Seite.

»Hab ich’s nicht gesagt, dass so eine Torte aus Tatjanas Backstube die beste Idee ist?«, raunte er Fee zu, die seit einiger Zeit in der Pädiatrie der Behnisch-Klinik arbeitete.

»Das war wirklich ein toller Gedanke«, gab sie zufrieden zurück, ohne die Klinikchefin aus den Augen zu lassen, die sich höchstpersönlich mit Handschlag bei jedem der anwesenden Mitarbeiter bedankte.

»Gut, dass Marianne die Torte gemacht hat, bevor auch sie das Virus erwischt hat.« Mitfühlend dachte Dr. Norden an die Mitarbeiterin seiner Schwiegertochter in spe.

»Hoffentlich wird sie bald wieder gesund«, tat auch Fee ihre Hoffnung kund, als Jenny bei ihnen ankam.

»Du liebe Zeit, ich wusste gar nicht, dass ich so viele engste Mitarbeiter habe«, erklärte sie, nachdem sie sich auch bei ihren Freunden herzlich bedankt hatte.

Die Klinikchefin drehte sich noch einmal um und warf einen Blick in die Runde der strahlenden Gesichter.

»Und wir haben wirklich nur den allerengsten Kreis eingeladen«, bestätigte Daniel belustigt.

Während Jenny beobachtete, wie Schwester Elena die bereitstehenden Sektgläser mit Schaumwein füllte, dachte sie kurz nach.

»Auch das ist eine schöne Bestätigung für mich«, erklärte sie schließlich innig. »Dass nicht nur die Patienten gern herkommen, sondern die Klinik auch ein attraktiver Arbeitgeber ist. Meine hochqualifizierten Mitarbeiter kommen aus der ganzen Welt, und wir sind mehr als gut besetzt.« Sie dankte Mario Cornelius, der die Verteilung der Sektgläser übernommen hatte.

Dabei bemerkte er nicht, dass er unter ständiger Beobachtung stand. Die junge, bildschöne Lernschwester Carina ließ ihn nicht aus den Augen. Eine Weile hatte auch Mario Cornelius Interesse an der schönen Schwester gehabt und heiß mit ihr geflirtet. Nachdem sie aber quasi in letzter Sekunde und ohne erkennbaren Grund eine Verabredung abgesagt hatte, war für ihn die Sache erledigt. Für Carina offenbar nicht, aber das spielte im Augenblick keine Rolle für den smarten Kinderarzt, der seine Chefin vergnügt anlachte.

»Ein Glück, dass wir schon einen Job in dieser begehrten Klinik ergattert haben«, sagte er. »Ich möchte nicht auf der Warteliste stehen.«

»Das kannst du auch gar nicht, weil es keine gibt.« Jenny hob ihr Glas und prostete der fröhlichen Runde zu.

Nachdem viele Fotos geschossen worden waren, folgte sie der vielstimmigen Aufforderung und setzte das Messer an der Torte an.

»Dieses Kunstwerk ist eigentlich viel zu schade, um es zu essen«, seufzte sie bedauernd.

Über diesen Kommentar lachte Fee herzlich.

»Hast du ein Glück, dass Tatjana das nicht hört.« Dankend nahm sie den Teller entgegen, den Schwester Elena ihr reichte. »Wenn alle Kunden so denken würden, wäre die Bäckerei bald pleite. Alle Sachen, die Tatjana verkauft, sind viel zu schade zum Essen.«

»Gott sei Dank sind sie aber mindestens genauso lecker, wie sie aussehen«, schwärmte Daniel und verdrehte genüsslich die Augen.

Im Gegensatz zu den Damen hatte er sich schon eine große Gabel der süßen Sünde gegönnt und wusste, dass nicht das kleinste Krümelchen übrig bleiben würde. Schnell wurde es still im Raum und alle versanken in Verzückung. Doch das Glück sollte nicht lange währen, und trotz ihres Geburtstags kehrte Jenny Behnisch bald wieder zur gewohnten Disziplin und damit zur Arbeit zurück. Und auch Dr. Norden machte sich schließlich auf den Weg in die Praxis.

»Schließlich wollen wir morgen ins Kino gehen«, erinnerte er seine Frau an die ehrgeizigen Pläne. »Davor gibt’s noch einiges zu tun.«

»An mir soll’s nicht liegen«, lächelte Fee und verabschiedete sich mit einem zärtlichen Kuss von ihrem Mann, ehe auch sie das Büro der Chefin verließ.

*

»Es geschehen noch Zeichen und Wunder!«, frohlockte Fee, als ihr Mann ihr an diesem Samstagnachmittag in die Jacke half. »Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass wir es wirklich noch schaffen, den Film im Kino zu sehen.«

Nach einem herrlichen Spätsommer hatte der Herbst endgültig Einzug gehalten. Ein unangenehmer Wind fegte um die Häuser und trieb sein Spiel mit allem, was nicht niet- und nagelfest war. Staub, trockenes Laub und Papier trieb er vor sich her und zerrte an den schutzlosen Ästen.

»Deshalb hab ich auch richtiges Kinowetter für uns bestellt«, schmunzelte Daniel und zog den Reißverschluss seiner Jacke zu. Am Abend zuvor war es spät geworden in der Praxis. Doch dafür hatte er das gute Gefühl, sich die Freizeit wirklich gönnen zu können.

Er öffnete die Tür und nahm Fee an der Hand, wie um zu verhindern, dass der Wind auch sie von ihm fort trieb. Seite an Seite machten sie sich auf den Weg zum Wagen, der am Straßenrand parkte. Sie waren so auf sich konzentriert, dass sie den Mann nicht bemerkten, der sich in der Nähe des Hauses hinter einem Busch verbarg.

»Puh, im Sommer kann man sich gar nicht vorstellen, dass es jemals wieder so kalt wird. Und ehe man es sich versieht, ist es wieder so weit«, bemerkte Felicitas unwillig und zog den Kragen enger um sich.

»Wir sollten darüber nachdenken auszuwandern, wenn die Kinder aus dem Haus sind.« Daniel hielt seiner Frau die Tür auf. Sie setzte sich auf den Beifahrersitz und beobachtete ihn, wie er um den Wagen herumging. Dabei entging ihr das vergnügte Kräuseln um seine Augen nicht.

»Du ohne deine Patienten … Das möchte ich sehen!«, lachte sie belustigt auf, als er hinter dem Steuer Platz genommen hatte.

»Wir könnten eine Buschklinik aufmachen. Oder eine Ambulanz am Strand«, machte Daniel einen Vorschlag und reihte sich in den locker dahinfließenden Verkehr ein.

Auch der Fremde hatte sich in Bewegung gesetzt und sein Fahrrad hinter dem Busch hervor geholt. Unbemerkt vom Ehepaar Norden schwang er sich auf den Sattel und nahm die Verfolgung auf.

»Wenn wir die Kinder mitnehmen, bin ich einverstanden«, spielte Fee die Gedankenspiele ihres Mannes belustigt mit, wohlwissend, dass sie ins Reich der Fantasie und nirgendwo sonst hingehörten. Dazu liebten beide ihre Arbeit und das Umfeld zu sehr, das sie sich in all den Jahren geschaffen hatten.

Auch Daniel lachte.

»Kein Problem. Personal können wir immer gut brauchen«, erwiderte er und warf einen Blick in den Rückspiegel, ehe er den Blinker setzte.

Um nicht erkannt zu werden, hielt der Fahrradfahrer einen Sicherheitsabstand. Die Autos hinter Dr. Norden hatten die Schweinwerfer eingeschaltet, sodass es nicht verwunderlich war, dass der Arzt seinen Verfolger nicht bemerkte.

»Da sind wir ja schon«, freute sich Fee, als die Reklameschilder des Kinos in Sichtweite kamen. Eine Schlange Menschen hatte sich bereits vor dem Eingang gebildet. »Gut, dass ich Karten reserviert habe.«

»Du bist eben eine kluge Frau«, lobte Daniel und machte am Straßenrand Halt. »Ich lass dich hier raus. Dann kannst du die Tickets schon mal holen, während ich einen Parkplatz suche.«

»Und du bist ein kluger Mann!«, gab Fee das eben erhaltene Kompliment umgehend zurück und beugte sich zu ihrem Mann, um ihm einen raschen Kuss auf die Wange zu geben.

»Wir ergänzen uns eben perfekt. Vielleicht sollten wir heiraten!« Der Übermut sprang ihm förmlich aus dem Gesicht, und Felicitas lachte laut heraus.

»Ich werde darüber nachdenken, während ich für Popcorn und Bier anstehe«, versprach sie und stieg aus, ehe die Autofahrer hinter ihnen ungeduldig wurden.

Die Ärztin schlängelte sich an der Reihe parkender Autos vorbei und trat auf den Gehweg, als sie aus den Augenwinkeln den Fahrradfahrer sah, der ihr entgegenkam. Um nicht mit ihm zusammen zu stoßen, machte sie ein paar schnelle Schritte Richtung Kinoeingang. Trotzdem ertönte gleich darauf ein Krachen und Klirren. Ein Schrei hallte durch die Luft und erschrocken fuhr Fee herum. Aus unersichtlichen Gründen war der Fahrradfahrer gestürzt und krümmte sich vor Schmerz auf dem Boden.

Sofort waren die Kinokarten vergessen, und Fee Norden eilte dem Verunglückten zu Hilfe. Ungeachtet der neuen Hose, die sie zur Feier des Tages angezogen hatte, kniete sie neben ihm nieder.

»Hallo! Können Sie mich hören?«, machte sie den Mann mit ruhiger Stimme auf sich aufmerksam. »Ich bin Ärztin und werde Ihnen helfen.«

Ihre Worte erreichten den Fremden, und er drehte den Kopf zu ihr. Als er ihr in die Augen sah, traute Fee ihren Sinnen nicht mehr.

»Fritz?«, fragte sie ungläubig. »Fritz Schuler? Bist du das wirklich?«

»Mensch, Felicitas Cornelius! Ja, ist denn das die Möglichkeit?« Trotz seiner Schmerzen strahlte der Mann plötzlich übers ganze Gesicht.

»Komm, ich helf dir!«, wiederholte Fee, als sie bemerkte, wie er sich vom Asphalt aufrappeln wollte.

Ein paar Passanten kamen ihnen zu Hilfe, und schließlich stand der Mann in voller Größe vor ihr. Aus einer Wunde am Kopf tröpfelte Blut, und er hielt sich den linken Arm.

Professionell, wie sie war, wollte sich Fee zuerst um die Verletzungen kümmern, als sich Daniel zu ihnen gesellte. Aus der Ferne hatte er zwar die Menschenansammlung bemerkt, den Grund dafür aber nicht erkennen können.

»Dan, darf ich dir meinen Jugendfreund Fritz vorstellen? Wir haben uns während des Studiums bei einem Praktikum an der Städtischen Frauenklinik kennengelernt«, machte Felicitas die beiden bekannt und betupfte die Wunde am Kopf vorsichtig mit einem sauberen Papiertuch. »Ich kann es immer noch nicht glauben«, wandte sie sich wieder dem Verletzten zu. »Was machst du denn hier?«

Lächelnd nahm Fritz Schuler ihr das Taschentuch aus der Hand.

»Stell dir vor, ich hatte Sehnsucht nach dir, konnte aber deine Adresse nirgendwo finden.«

»Andere Leute rufen da die Auskunft an«, schmunzelte Daniel. Auch wenn er ein paar Fragen an seine Frau hatte, schüttelte er dem Kollegen freundlich die unverletzte Hand.

Wieder lachte Fritz, als hätte er keine Schmerzen, und Felicitas wandte sich an ihren Mann.

»Da kennst du Fritz nicht. Das wäre ihm zu einfach gewesen«, erklärte sie, ehe sie sich auf seine Verletzungen konzentrierte. »Die Wunde an der Stirn muss unbedingt geklammert werden. Und was ist mit deinem Arm?«

»Ich bin auf die Schulter gefallen. Aber bestimmt ist die nur geprellt«, winkte Fritz, selbst studierter Arzt, ab.

Doch von so einer oberflächlichen Diagnose wollte Daniel Norden nichts wissen.

»Am liebsten würde ich Sie in die Klinik bringen. Der Arm muss geröntgt werden. Außerdem besteht die Gefahr einer Gehirnerschütterung.« Missbilligend wanderte sein Blick hinauf zu Fritz Schulers ungeschütztem Kopf.

»Ein Fahrradhelm war wohl nicht mehr im Budget drin«, lächelte Fee scherzhaft.

Mit Kennerblick hatte sie das Mountainbike als sündhaft teuer identifiziert und konnte sich diesen frechen Kommentar nicht verkneifen. Wenn Fritz sich nicht geändert hatte, würde er ihre Worte mit einem dröhnenden Lachen quittieren.

Sie irrte sich nicht.

»Immer noch derselbe Frechdachs wie früher«, amüsierte er sich blendend. »Aber um die Wahrheit zu sagen: Ich finde, ich sehe mit so einer Schüssel auf dem Kopf einfach dämlich aus. Deshalb hab ich darauf verzichtet.«

Schon öffnete Dr. Norden den Mund, um seine Meinung zu diesem unvernünftigen Verhalten kundzutun, als seine Frau seine Absicht durchschaute und ihm kurzerhand zuvorkam.

»Ich finde, wir sollten jetzt in die Klinik fahren, bevor du mitten auf der Straße im Beisein von zwei weiteren Medizinern verblutest«, machte sie einen durchaus sinnvollen Vorschlag.

»Das gäbe wenigstens eine tolle Schlagzeile«, bemerkte Fritz überraschend gut gelaunt, kam dann aber Fees Aufforderung nach. Mit dem Schloss befestigte er das Fahrrad an einem Laternenpfahl und begleitete das Ehepaar Norden zum Wagen, um sich in der Behnisch-Klinik untersuchen zu lassen.

*

»Fragen Sie mich lieber nicht!«, warnte Dr. Mario Cornelius, Chef der Pädiatrie der Behnisch-Klinik die Schwester, die im Aufenthaltsraum saß, als er hereinkam, um seinen Dienst anzutreten. Übellaunig nahm er den weißen Kittel vom Haken und schlüpfte hinein.

»Ich wünsche Ihnen auch einen schönen Nachmittag«, grüßte Schwester Elena belustigt.

Sie arbeitete schon eine ganze Weile auf der Kinderstation der Behnisch-Klinik und inzwischen verband sie mit dem Chef eine gute Freundschaft. Wie ein Teil der Klinik auch hatte sie seinen unglücklichen Flirt mit der jungen Lernschwester Carina mitbekommen. Sie hatte mit gefiebert, als er sich endlich mit ihr verabredet hatte, und war ebenso enttäuscht gewesen wie er, als sie ihm in letzter Sekunde ohne Grund abgesagt hatte. Daraufhin war er der jungen Schwester eine Weile aus dem Weg gegangen, bis sich Mario dazu entschlossen hatte, wieder Normalität einkehren zu lassen.