Die Apokalypse - Hermann Lichtenberger - E-Book

Die Apokalypse E-Book

Hermann Lichtenberger

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Beschreibung

Für ein gegenwärtiges Verständnis der Johannesapokalypse gibt der Text selbst die hermeneutischen Vorgaben: Die Herrschaft Gottes und Christi kommt entgegen allem Augenschein und geschichtlicher Erfahrbarkeit; das Potential des Textes und seiner Bilder liegt gerade in ihrer bisherigen Nichterfüllung. Text und Bilder halten eine Zukunft offen, die nicht von der Herrschaft durch Menschen bestimmt ist; sie werfen Licht aus einer Welt, in der Gottes Wille geschieht, auf diese Welt, in der der Wille Gottes geschehen wird. Die Adressaten der Apokalypse sind bedrängte Christen in Kleinasien um 100 n. Chr., denen die Herrschaft Christi und das Kommen der neuen Welt verkündet wird, in der es "kein Leid noch Geschrei noch Schmerz mehr geben wird".

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Seitenzahl: 560

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Für ein gegenwärtiges Verständnis der Johannesapokalypse gibt der Text selbst die hermeneutischen Vorgaben: Die Herrschaft Gottes und Christi kommt entgegen allem Augenschein und geschichtlicher Erfahrbarkeit; das Potential des Textes und seiner Bilder liegt gerade in ihrer bisherigen Nichterfüllung. Text und Bilder halten eine Zukunft offen, die nicht von der Herrschaft durch Menschen bestimmt ist; sie werfen Licht aus einer Welt, in der Gottes Wille geschieht, auf diese Welt, in der der Wille Gottes geschehen wird. Die Adressaten der Apokalypse sind bedrängte Christen in Kleinasien um 100 n. Chr., denen die Herrschaft Christi und das Kommen der neuen Welt verkündet wird, in der es 'kein Leid noch Geschrei noch Schmerz mehr geben wird'.

Prof. em. Dr. Hermann Lichtenberger lehrte Neues Testament und Antikes Judentum an der Universität Tübingen.

Theologischer Kommentar zum Neuen Testament

Herausgegeben von Ekkehard W. Stegemann Luise Schottroff Angelika Strotmann Klaus Wengst Band 23

Hermann Lichtenberger

Die Apokalypse

Umschlagbild entnommen aus „Nestle-Aland – Novum Testamentum Graece“, S. 666 27. revidierte Auflage © 1898, 1993 Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten © 2014 W. Kohlhammer GmbH Stuttgart Umschlag: Gestaltungskonzept Peter Horlacher Satz: michon, Wickener Weg 19, 65719 Hofheim/Ts Gesamtherstellung: W. Kohlhammer Druckerei GmbH + Co. KG, Stuttgart Printed in Germany

ISBN 978-3-17-016828-2

E-Book-Formate

pdf:

epub:

978-3-17-027058-9

mobi:

978-3-17-027059-6

Dem Andenken an Jürgen Kalms Frances Back Friedrich Avemarie Marion Sieker-Greb Apk 14,13

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Bibliographie

Einleitung

1. Hermeneutischer Zugang

2. Zur Wirkungsgeschichte

3. Zur Forschungsgeschichte

a) Die jüdische Apokalyptik

b) Die Wiederentdeckung der Apokalyptik

4. Jüdisch-apokalyptisches Denken

5. Jüdische Apokalypsen

6. Zur Frage nach dem Verfasser der Apk

7. Zu Zeit und Ort der Apk

a) Die traditionelle Datierung

b) Zur späteren Datierung der Apk

Übersetzung und Auslegung

ERSTER TEIL

Die einleitenden Kapitel 1–3

I. 1,1–3 Das Zeugnis des Johannes

1. Der Titel des Buches

2. Der Begriff des Zeugen

3. Die editorische Rahmung

II. 1,4–8 Briefeingang

Exkurs: Der Brief in der apokalyptischen Literatur

III. 1,9–20 Die sogenannte Berufungsvision

1. Johannes auf Patmos

2. Der bzw. die Gemeindeengel

IV. 2,1–3,22 Die sieben Sendschreiben

1. 2,1–7 Ephesus

2. 2,8–11: Smyrna

3. 2,12–17 Pergamon

a) Zum Kaiserkult

b) Unzucht und Götzenopferfleisch

4.2,18–29 Thyatira

5.3,1–6 Sardes

6. 3,7–13 Philadelphia

7.3,14–22 Laodizea

ZWEITER TEIL

4,1–19,10 Der apokalyptische Hauptteil

I. 4,1–11 Der Aufstieg in den himmlischen „Thronsaal“

Zur Hekhalot-Literatur

II. 5,1–14 Das Lamm und die versiegelte Buchrolle

1. Die Buchrolle

2. Das Lamm

3. Exkurs: Zum Kompositionsprinzip der Apk

III. 6,1–8,1 Die erste große Gerichtsreihe: Die Sieben-Siegel-Visionen

1.6,1–8 Das Öffnen der ersten vier Siegel: Die apokalyptischen Reiter

2. 6,9–11 Das fünfte Siegel

3.6,12–17 Das sechste Siegel

4. 7,1–17 Die 144.000 und das Volk, das niemand zählen kann

Exkurs: Das Zeichen

5.8,1 Das siebente Siegel

IV. 8,2–11,19 Die sieben Trompeten-(Schofar-)Visionen

1.8,2–6 Der Auftakt zur Visionsreihe

2. 8,7–13 Die vier Trompeten (bzw. Schofarot)

3. 9,1–12 Die fünfte Trompete (bzw. der fünfte Schofar)

4. 9,13–21 Die sechste Trompete (bzw. der sechste Schofar)

5. 10,1–11,14 Unterbrechung der Trompeten- (bzw. Schofar-)gerichte

a) 10,1–11 Das Wesen der Prophetie und das Essen der kleinen Buchrolle

b) 11,1–14 Das Vermessen des Tempels419 und die beiden Zeugen

6. 11,15–19 Die siebte Trompete (bzw. der siebte Schofar)

V. 12,1–14,20 Der Drache, die Gemeinde und das Lamm

1.12,1–18 Die Frau, der Drache und der Knabe

Exkurs: Zur Frage des Mythos in Apk

2.13,1–18 Zwei Tiere: Aus dem Meer und vom Land

Exkurs: Antike Zahlenspekulationen und Zahlen-Namensberechnungen

3. 14,1–5 Das neue Lied, das Lamm und die 144.000 auf dem Zion

4. 14,6–20 Das Gericht

VI. 15,1–16,21 Die sieben Schalen

1. 15,1–8 Die Vorbereitung

2. 16,1–21 Die sieben Schalen werden ausgegossen

VII. 17,1–19,10 Die Hure Babylon und das Gericht an ihr

1.17,1–18 Die Hure Babylon und das Tier

2.18,1–24 „Gefallen, gefallen ist Babylon“

3.19,1–10 Der Jubel im Himmel

DRITTER TEIL

19,11–22,5 Das Ziel der Geschichte: Die Wiederkunft Christi und das Neue Jerusalem

I. 19,11–21 Die Wiederkunft Christi mit blutgetränktem Mantel

II. 20,1–10 Das tausendjährige Reich

III. 20,11–15 Weltende und Weltgericht

IV. 21,1–8 Die neue Schöpfung

V. 21,9–22,5 Das Neue Jerusalem

VIERTER TEIL

22,6–21 Der Buchschluss

Register

Stellen

Namen un Sachen

Vorwort

Die Liebe zur Johannes-Apokalypse reicht zurück in meine Kindheit. Der Merkvers der biblischen Bücher endet mit „Endlich schließt die Offenbarung das gesamte Bibelbuch. Mensch, gebrauche, was du liesest, dir zum Segen, nicht zum Fluch“ und hat das kindliche Interesse auf sich gezogen. Die Gespräche im Elternhaus zeigten mir früh die theologische Brisanz der Johannesoffenbarung auf.

Als Student besuchte ich seit dem Wintersemester 1965/66 mehrere Seminare zur Johannes-Apokalypse bei K.G. Kuhn in Heidelberg und wurde vom damaligen Assistenten Gert Jeremias zu eigenen Versuchen des Verstehens angeleitet. Als Hochschullehrer wurden dann in Münster (1988–93) und Tübingen (1993–2010) die Studierenden meine wichtigsten Gesprächspartner. Ihrem Interesse und dem Drängen Jürgen Schneiders vom Verlag ist schließlich zu verdanken, dass daraus ein Buch geworden ist.

Am Manuskript haben in Münster Karina Müller-Lehnardt und Erika Reimann mitgeschrieben, in Tübingen Britta Hekermans, Monika Merkle und Marietta Hämmerle. Ihnen allen sei Dank für stetige Hilfe und Ermutigung gesagt. Klaus Wengst hat eine frühere und diese Fassung sorgfältig durchgearbeitet, mir viele Hinweise gegeben und mich vor manchem Fehler bewahrt. Dafür möchte ich ihm von Herzen danken.

In den Jahrzehnten der Beschäftigung mit der Johannes-Apokalypse haben vielfältige methodologische Innovationen die Auslegung bereichert. Grundlegend ist für diese Interpretation jedoch die zeitgeschichtliche geblieben, die die Johannes-Apokalypse aus ihrem historischen Zusammenhang zu verstehen sucht.

Gewidmet ist das Buch dem Andenken meiner früh verstorbenen Schülerinnen und Schüler Jürgen Kalms, Frances Back, Friedrich Avemarie und Marion Sieker-Greb (Apk 14,13).

Tübingen, 25. Mai 2013

Hermann Lichtenberger

Bibliographie

TEXTE

I.Frühjüdische Texte
1.Septuaginta

Septuaginta: id est Vetus Testamentum graece iuxta LXX1 interpretes, ed. AlfredRahlfs. – Ed altera / quam recognovit et emendavit RobertHanhart, Stuttgart 2006.

Septuaginta Deutsch: Das griechische Alte Testament in deutscher Übersetzung, hg. von WolfgangKraus u.a., Stuttgart 2009 (LXX.D).

2.Apokryphen und Pseudepigraphen

Jüdische Schriften aus hellenistisch-römischer Zeit, hg. von Kümmel, WernerGeorg und Lichtenberger, Hermann, Gütersloh 1973ff. (JSHRZ).

Charlesworth, James H. (Hg.), The Old Testament Pseudepigrapha, Bd. 1 Apocalyptic Literature and Testaments, New York 1983; Bd. 2 Expansions of the „Old Testament“ and Legends, Wisdom, and Philosophical Literature, Prayers, Psalms, and Odes, Fragments of Lost Judeo-Hellenistic Works, New York 1985.

Sibyllinische Weissagungen. Griechisch-deutsch. Auf der Grundlage der Ausgabe von AlfonsKurfess neu übersetzt und herausgegeben von Jörg-DieterGauger, München 1998.

Pietersma, Albert, The Apokryphon of Jannes and Jambres the Magicians, Religions in the Graeco-Roman World 119, Leiden/New York/Köln 1994.

3.Texte vom Toten Meer

DJD 1–40, Oxford 1950–2010.

Tov, Emanuel, Revised Lists of the Texts from the Judean Desert, Leiden/Boston 2010.

Beyer, Klaus, Die aramäischen Texte vom Toten Meer. Samt den Inschriften aus Palästina, dem Testament Levis aus der Kairoer Genisa, der Fastenrolle und den alten talmudischen Zitaten, Göttingen 1984.

Lohse, Eduard, Die Texte aus Qumran. Hebräisch und Deutsch, Darmstadt 41986.

Newsom, Carol (Hg.), Songs of the Sabbath Sacrifice. A Critical Edition, Harvard Semitic Studies 27, New York 1985.

4.Josephus

Michel, Otto/Bauernfeind, Otto, Flavius Josephus De bello judaico – Der jüdische Krieg, 4 Bde., München/Darmstadt 1959–1969.

5.Papyri und Inschriften

Tcherikover, Victor A./Fuks, Alexander, Corpus Papyrorum Judaicarum, II, Cambridge, MA 1960.

Inscriptiones Judaicae Orientis II, Kleinasien, hg. von WalterAmeling, Texts and Studies in Ancient Judaism 99, Tübingen 2004.

Fränkel, Max, Die Inschriften von Pergamon, Berlin I 1890 und II 1895.

II.Rabbinische Texte

Shisha sidre mishna, Albeck, Chaim (Hg.), 6 Bände, Jerusalem 1952–1958.

Mishnajot. Die sechs Ordnungen der Mischna. Hebräischer Text mit Punktation, deutscher Übersetzung und Erklärung, hg. von Hofmann, David, 6 Bände, Nachdruck Basel 1968.

Tosephta based on the Erfurt and Vienna codices, with parallels and variants by Zuckermandel, MosheShmuel, Jerusalem 1970.

Talmud Yerushalmi, Krotoschin 1866, Nachdruck Jerusalem 1969.

Übersetzung des Talmud Yerushalmi, Tübingen 1975ff.

Talmud Bavli, ed. Romm, Wilna 1880–86, Nachdrucke Jerusalem.

Der babylonische Talmud. Nach der ersten zensurfreien Ausgabe unter Berücksichtigung der neueren Ausgaben und handschriftlichen Materials neu übertragen von Goldschmidt, Lazarus, 12 Bände, Berlin 1929–1935, Nachdruck Königstein 1983.

Lauterbach , Jacob Z., Mekilta de-Rabbi Ishmael 2, Philadelphia 1933, Nachdruck 1976.

Übersetzung der Hekhalot-Literatur II, §§ 81–334, hg. von Schäfer, Peter, Tübingen 1987.

III.Frühchristliche Texte (außer NT)

Die Apostolischen Väter. Griechisch-deutsche Parallelausgabe, neu übersetzt und herausgegeben von Lindemann, Andreas und Paulsen, Henning, Tübingen 1992.

Wengst, Klaus, Didache (Apostellehre). Barnabasbrief. Zweiter Klemensbrief. Schrift an Diognet, SUC 2, Nachdruck Darmstadt 2006.

Papiasfragmente. Hirt des Hermas, eingeleitet, herausgegeben, übertragen und erläutert von Körtner, Ulrich H.J. und Leutzsch, Martin, SUC 3, Darmstadt 1998.

Neutestamentliche Apokryphen in deutscher Übersetzung, herausgegeben von Schneemelcher, Wilhelm, Bd. I Evangelien, Tübingen 1987; Bd. II Apostolisches, Apokryphes und Verwandtes, Tübingen 1989.

Des Heiligen Irenäus fünf Bücher gegen die Häresien, übersetzt von Kleba, E., Bibliothek der Kirchenväter, Kempten 1912.

Eusebius von Caesarea. Herausgegeben und eingeleitet von Kraft, Heinrich, München 1967.

Aurelius Augustinus, Vom Gottesstaat, Bd. 1 München 1977, Bd. 2 München 1978.

IV.Pagane Literatur
1.Griechische Literatur

Die Romrede des Aelius Aristides, herausgegeben, übersetzt und mit Erläuterungen versehen von Klein, Richard, TzF 45, Darmstadt 1983.

Pausanias Beschreibung Griechenlands, 2 Bde., übersetzt und mit einer Einleitung und Anmerkungen versehen von Meyer, Ernst, Zürich 1972.

2.Lateinische Literatur

Gaius Suetonius Tranquillus, Leben der Caesaren. Übersetzt und herausgegeben von Lambert, André, München 1972.

C. Plini Caecili Secundi Epistularum libri decem, Lateinisch-deutsch, hg. von Kasten, Helmut, München 1968.

P. Cornelius Tacitus, Historiae – Historien, Lateinisch-deutsch, hg. von Borst, Joseph unter Mitarbeit von Hoss, Helmut und Borst, Helmut, München 1959.

P. Cornelius Tacitus, Annalen, Lateinisch und deutsch, hg. von Heller, Erich, München/Zürich 1982.

V.Sekundärliteratur
1.Der Text der Apk

Der Text der JohApk ist ungleich schlechter überliefert als die Mehrzahl der sonstigen neutestamentlichen kanonischen Schriften. Das hängt mit der umstrittenen Stellung des Buches im Osten und im Westen zusammen, aber noch mehr mit der Nichtpflege des Buches im Gottesdienst; so fehlen Lektionare für ApkJoh. Ein Projekt zu einer Neuedition wird unter der Leitung von Martin Karrer durchgeführt.

Grundlegend zum Text:

Schmid, Josef, Studien zur Geschichte des griechischen Apokalypse-Textes, 1. Teil Der Apokalypse-Kommentar des Andreas von Kaisareia. Text, München 1955; Einleitung, München 1956; 2. Teil Die alten Stämme, München 1955.

2.Kommentare zur Apk

Aune, David, Revelation, World Biblical Commentary 52, Dallas, TX I 1997, Nashville, TN II 1998, Nashville, TN III 1998.

Beale, Gregory K., The Book of Revelation. A Commentary on the Greek Text, Grand Rapids, MI/Cambridge 1999.

(Strack, HermannLeberecht/)Billerbeck, Paul, Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch, München 1965.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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