Die drei ??? Kids, 69, Die Rätselfalle (drei Fragezeichen Kids) - Boris Pfeiffer - E-Book

Die drei ??? Kids, 69, Die Rätselfalle (drei Fragezeichen Kids) E-Book

Boris Pfeiffer

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Beschreibung

Ein Hilferuf – versteckt in einem Kreuzworträtsel! Das haben die drei ??? Kids noch nie erlebt. Wer braucht ihre Hilfe? Die Spur führt in ein geheimnisvolles Seniorenheim. Dort geht die spannnende Rätseljagd für Justus, Peter und Bob weiter.

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Seitenzahl: 83

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Die drei ???® Kids

Band 69

Die Rätselfalle

Erzählt von Boris Pfeiffer

Mit Illustrationen von Harald Juch

KOSMOS

Umschlagillustration von Harald Juch, Berlin

Innenillustrationen von Harald Juch und Udo Smialkowski, Berlin

Umschlaggestaltung: Walter Typografie und Grafik, Würzburg

Grundlayout: Friedhelm Steinen-Broo, eStudio Calamar

Unser gesamtes lieferbares Programm und viele

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Aktivitäten findest du unter kosmos.de

© 2016, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-440-15213-3

eBook-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

Klapperkasten

Laut dröhnend rumpelte Onkel Titus’ Pick-up auf das Gelände des Titus Jonas’ Gebrauchtwarencenters und blieb schließlich mit einem schrillen Quietschen stehen. Einen Augenblick später sprang Justus Jonas, der Anführer der drei ???, mit seinen Freunden Bob Andrews und Peter Shaw vom Beifahrersitz der Fahrerkabine. »Wir haben den Wagen eindeutig überladen, so quietscht er sonst nie«, grinste er.

Peter und Bob betrachteten die vollgepackte Ladefläche. »Und das müssen wir jetzt alles wieder abladen«, jammerte Peter. »Dabei wird es bald dunkel.«

»Du wirst dich ja wohl nicht vor ein paar alten Möbeln fürchten!« Bob knuffte Peter in die Seite.

Peter Shaw war der vorsichtigste der drei Detektive und scheute vor gefährlich wirkenden Aufgaben eher zurück als die beiden anderen. »Natürlich fürchte ich mich nicht vor alten Möbeln«, rief er jetzt empört. »Aber vor der vielen Arbeit! Ich würde lieber ein Stück Kirschkuchen essen. Das haben wir uns mehr als verdient.«

»Das habt ihr allerdings, Jungs!«, ertönte da Onkel Titus’ Stimme. »Ihr habt mir bei der Versteigerung im Altenheim großartig geholfen. Ohne euch hätte ich nicht so viele schöne Dinge kaufen können, weil ich sie gar nicht alleine auf den Wagen bekommen hätte.« Der Schrotthändler stieg ebenfalls aus und blickte zufrieden auf die volle Ladefläche. »Wisst ihr was? Ihr hebt jetzt nur noch den Schreibtisch herunter, den schaffe ich nämlich nicht alleine. Alles andere kann über Nacht auf dem Wagen bleiben. Ich kümmere mich dann morgen darum. Wir haben heute ein paar sehr schöne alte Wertstoffe bekommen, die ich mir noch einmal einzeln bei Tageslicht besehen will.« Wertstoffe nannte Onkel Titus alles, was er auf seinem Schrottplatz feilbot. »Kein Ding ist so alt oder abgenutzt, dass es nicht noch einen Menschen gäbe, der es brauchen könnte«, pflegte er zu sagen.

»Eine super Idee, Mr Jonas!«, jubelte Bob. »Los, Freunde, ran an den Speck – oder vielmehr an den Kirschkuchen. Sobald wir fertig sind, gibt es den mit Sicherheit.«

Onkel Titus lachte. »Danke, Jungs! Ich gehe gleich und sage Mathilda Bescheid. Kommt in die Küche, wenn ihr fertig seid.«

Der Schrotthändler stapfte hinüber zum Wohngebäude. Justus sah ihm einen Augenblick nach. Der Anführer der drei ??? lebte bei seinem Onkel und seiner Tante, seit er fünf Jahre alt war. Damals waren seine Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen, aber Onkel Titus und Tante Mathilda hatten ihn bei sich aufgenommen und ihm damit ein neues, glückliches Zuhause gegeben.

»Oh, ich kann den Kirschkuchen fast schon riechen«, seufzte Bob. »Er ist einfach der beste Kuchen der Welt.«

»Das ist er in der Tat«, nickte Justus und trat an die Ladefläche des Pick-ups.

»He, Justus! Wir sollen den Schreibtisch abladen«, erklärte Peter. »Und abladen heißt: von oben nach unten heben. Da musst du deinen Körper schon bewegen. Los, rauf auf die Ladefläche!«

Doch Justus schüttelte den Kopf. »Nein, Peter, diese Aufgabe obliegt dir. Mindestens einer muss beim Abladen nämlich unten stehen und die Dinge entgegennehmen. Und das werden in diesem Fall Bob und ich machen. Du hingegen bist der Sportlichste und Gewandteste von uns dreien. Dir fällt es am leichtesten, dich auf dem vollen Wagen hinter den Schreibtisch zu quetschen und ihn uns zuzuschieben. Genauer gesagt: uns beiden – und einem weiteren Helfer.«

»Einem weiteren Helfer?« Peter sah sich verblüfft um. »Wer soll denn das sein?«

Justus lächelte. Er lief in eine Ecke des Schrottplatzes und holte hinter einem verrosteten Klettergerüst einen Hubtischwagen hervor. »Dieses wunderbare Werk menschlicher Erfindungsgabe«, rief er Peter zu. »Bob und ich werden aufpassen, dass der Schreibtisch sicher darauf landet und dabei keine Kratzer bekommt. Dann kletterst du zu uns herunter und ziehst die Karre mit uns zu den anderen alten Möbeln auf dem Platz.«

Peter verzog das Gesicht. »Ich hätte wirklich nichts dagegen, wenn du dich auch mal irgendwo hinquetschen würdest, Just«, murrte er. »Aber dafür bist du einfach zu dick.«

»Ich bin nicht dick«, antwortete Justus würdevoll. »Nur ein bisschen stämmig.«

»Jaja«, grinste Peter. »Du bist aber der Stämmigste aller etwas Stämmigen, die ich kenne!« Dann sprang er geschickt auf die Ladefläche und schlängelte sich vorsichtig hinter den Schreibtisch.

Bei diesem handelte es sich wirklich um ein monströses Möbelstück. Wie viele alte amerikanische Schreibtische hatte er nicht nur rechts und links große Schubladen unter der Schreibfläche, sondern trug darüber hinaus am hinteren Rand der Tischplatte einen hohen Aufbau mit vielen kleinen Schubfächern, gedrechselten Schmucksäulen und Ablageplätzen. Peter ging in die Knie und begann, das schwere Möbel vorsichtig auf Justus und Bob zuzuschieben. »Uff«, stöhnte er. »Der wiegt ja so viel wie ein Kleinwagen. Nur hat er leider keine Räder.«

»Weiter, weiter und gaaaaanz langsam!« Justus hob eine Hand. »Vorsicht!« Der Schreibtisch stand jetzt direkt an der Kante der Ladefläche. »Los, Bob, annehmen!«

Justus und Bob traten unter den Schreibtisch, fassten ihn an zwei Ecken und hielten ihn so, dass er ganz langsam auf den Hubtischwagen rutschte. Gleichzeitig hielt Peter oben fest und sorgte dafür, dass das Monstrum nicht zu schnell wurde. »Uff«, ächzten jetzt auch Justus und Bob. Dann aber setzte der Schreibtisch sicher auf der Karre auf. »Geschafft!« Zufrieden blickte Justus auf ihr Werk.

Peter sprang von der Ladefläche. Zu dritt schoben die Freunde das Möbelstück nun ganz auf die Stellfläche, bis es sicher stand. In diesem Moment hielt Justus inne. »He! Was war das denn?«

»Was?«, fragte Bob.

Justus lehnte sich gegen den Schreibtisch und stieß ihn mit der Schulter an, sodass er leicht schwankte. Und diesmal hörten es auch Bob und Peter. Im Schreibtisch klapperte etwas.

»Da ist was lose«, sagte Bob.

»Da ist was drin«, nickte Peter. »Vielleicht ein Schlüssel, der abgezogen wurde, damit er beim Transport nicht verloren geht?«

»Ja«, sagte Justus, »das wäre denkbar, ist aber in diesem Fall auszuschließen. Ich habe nämlich gesehen, wie Onkel Titus die Schlüssel des Schreibtischs ins Handschuhfach des Pick-ups gelegt hat. Los, Freunde, wir holen sie und untersuchen das Ding. Ich möchte wissen, was da klappert. Vielleicht finden wir ja etwas Spannendes.«

Geisterkralle

Geheimnisse aller Art zogen Justus Jonas an. Sobald er auch nur auf den Hauch eines Rätsels stieß, war der Anführer der drei ??? nicht mehr zu halten. Ja, für ein Geheimnis ließ er sogar Tante Mathildas Kirschkuchen und andere Leckereien links liegen.

Peter Shaw dagegen fand es mitunter besser, einen gruseligen Fall aus sicherer Entfernung zu betrachten. Aber diesmal stimmte er sofort zu. »Unbedingt! Vielleicht hat jemand von den alten Leuten etwas Wichtiges im Schreibtisch vergessen. Dann müssen wir dafür sorgen, dass es zurück ins Altenheim kommt.« Wenn es um Gerechtigkeit ging, kannte auch Peter kein Halten.

»Stimmt, Peter«, bestätigte Bob. »Alte Leute sind ja oft etwas zerstreut.«

Justus nickte. »Dann stellt den Schreibtisch schon mal richtig hin! Ich hole die Schlüssel.«

Während Bob und Peter das schwere Möbelstück von der Karre auf den Boden schoben, lief Justus zum Pick-up. Mit drei verschiedenen Schlüsseln kam er zurück. »Für jeden von uns einer«, lachte er. »Wahrscheinlich gehört einer zum rechten und einer zum linken Schubladenschrank. Und der dritte ist vermutlich für die kleinen Fächer im Aufsatz.«

Damit lag Justus genau richtig. Die drei ??? probierten die Schlüssel aus und schlossen dann die verschiedenen Schubladen und Türen auf. Nacheinander sahen sie alle Kästen und Fächer durch. Doch zu ihrem Erstaunen waren sie komplett leer.

»Da ist nichts.« Bob schüttelte den Kopf. »Alles ist sauber ausgewischt. Jemand hat den Schreibtisch ordentlich ausgeräumt.«

»Und woher kam dann das Klappern?« Peter musterte das Möbel neugierig.

Justus’ Augen leuchteten auf. »Vielleicht hat der Schreibtisch ein Geheimfach?«

»Das wäre möglich«, nickte Bob eifrig. »Aber wo?«

»Eine Schublade könnte mit einer falschen Hinterwand in zwei geteilt sein«, überlegte Justus. »Wir müssen alles untersuchen.«

Das taten die Freunde. Nacheinander zogen die drei Detektive alle Schubladen heraus und prüften diese auf ein verborgenes Fach und doppelte Böden. »Nichts«, sagte Peter enttäuscht, als er die letzte Lade umgedreht und gründlich abgeklopft hatte. »Das war leider eine Sackgasse.«

»Gut, dann suchen wir jetzt nach verborgenen Türen«, schlug Bob vor. »Und wir sollten uns beeilen, es wird immer dunkler. Bald kann man nicht mehr viel erkennen.«

Wand für Wand tasteten die Freunde den Schreibtisch ab. Doch es war kein noch so feiner Ritz oder Spalt zu entdecken, der auf eine Geheimtür hingewiesen hätte. Und sosehr sie auch an alle Seiten des Tischs klopften, es war auch kein hohler Klang zu vernehmen. Ratlos sah Bob seine Freunde an. »Wo kann denn hier noch ein Geheimfach sein?«

Justus legte Daumen und Zeigefinger an seine Unterlippe und begann, sie langsam zu kneten. Das tat er immer, wenn er scharf nachdachte. »Nicht in den Schubladen, nicht in den Wänden …« Er musterte den Tisch. Dann ließ er seine Unterlippe wieder los. »Freunde, es gibt einen Teil, den wir noch nicht untersucht haben. Überlegt mal!«

Peter starrte den Schreibtisch an wie ein fremdes Objekt aus dem Weltall. »Keine Ahnung!« Er stützte sich auf die schwere Tischplatte. »Also meiner Ansicht nach haben wir jeden Teil untersucht, in dem sich irgendwo ein Hohlraum verbergen könnte.«

»Nicht jeden«, lächelte Justus. »Obwohl du den fehlenden Teil gerade erkundest, wenn auch eher zufällig.«

Peter sah auf seine Hände. Dann leuchteten seine Augen auf. »Natürlich, die Tischplatte! Aber da ist keine Öffnung.« Er fuhr mit der Hand über das glatte Holz.

»Es ist ja der Sinn eines Geheimfachs, dass man es nicht sieht oder zumindest übersieht.« Justus kniff die Augen zusammen und besah sich die Tischplatte genauer. »Da ist nichts, wo man drücken könnte. Aber wenn hier eine verborgene Klappe ist, muss man sie irgendwie öffnen können.«