Die drei ??? Kids, Feuerwehrhelden (drei Fragezeichen Kids) - Boris Pfeiffer - E-Book

Die drei ??? Kids, Feuerwehrhelden (drei Fragezeichen Kids) E-Book

Boris Pfeiffer

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Beschreibung

Justus, Peter und Bob sind beste Freunde und Detektive! Zusammen haben die drei ??? schon viele knifflige Fälle gelöst. Zwei spannende Fälle in einem Band – von den drei ??? Kids ist heldenhafter Einsatz gefordert. Feuer in Rocky Beach: Eine Serie von Bränden erschüttert Rocky Beach. Zufall oder Brandstiftung? Als auch Onkel Titus' Schuppen brennt, beginnt für die drei ??? Kids ein gefährliches Spiel mit dem Feuer. Diamantenjagd: Diamanten in Rocky Beach? Die drei ??? Kids können es kaum glauben. Was ist dran an der alten Legende von Fred Fireman?

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Seitenzahl: 149

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Die drei ???® Kids

Feuerwehrhelden

Erzählt von Ulf Blanck und Boris Pfeiffer

Mit Illustrationen von Stefanie Wegner, Jens R. Nielsen und Kim Schmidt

KOSMOS

Umschlagillustrationen von Stefani Kampmann, Osterwieck

Innenillustrationen von Kim Schmidt, Dollerup

Skizzen der Innenillustrationen von Stefanie Wegner, Hamburg

Reinzeichnungen von Jens R. Nielsen, Hamburg

Umschlaggestaltung: Walter Typografie und Grafik GmbH, Würzburg

Unser gesamtes lieferbares Programm und viele

weitere Informationen zu unseren Büchern,

Spielen, Experimentierkästen, Autoren und

Aktivitäten findest du unter kosmos.de

© 2021, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart

Alle Rechte vorbehalten

ISBN 978-3-440-50304-1

eBook-Konvertierung: le-tex publishing services GmbH, Leipzig

Feuer in Rocky Beach

Erzählt von Ulf Blanck

Mit Illustrationen von Stefanie Wegner und Jens R. Nielsen

Funkenflug

Über Rocky Beach funkelten die hellen Sterne am wolkenlosen Nachthimmel. Alles war still, und ein leichter Wind bewegte die Zweige der blühenden Oleanderbüsche leicht hin und her. Nur ganz leise vernahm man aus der Ferne das Rauschen des Pazifik.

Justus Jonas schlief tief und fest in seinem Bett und hatte die Decke von sich gestrampelt. Noch immer war es sehr heiß in der kalifornischen Kleinstadt. Justus träumte, dass er es sich mit seinen beiden Freunden am Strand vor einem Lagerfeuer gemütlich gemacht hatte. An langen Stöcken hielten sie Grillwürstchen über die Glut. Die Flammen loderten empor und ließen Funken sprühen. Feine Rauchschwaden wehten ihnen entgegen, und Justus musste husten. Doch der Qualm wurde stärker, biss ihn in den Augen und nahm ihm die Luft zum Atmen.

Plötzlich griff das Feuer auf den Sand über. Sekundenschnell breitete es sich aus, und schon bald stand der gesamte Strand in Flammen.

Entsetzt schmissen die drei ihre Grillstöcke von sich, sprangen auf und rannten panisch davon. Aber die Feuersbrunst folgte ihnen bis ins Wasser. Der Ozean kochte, und alles war eingehüllt in dichten Rauch. Laut schreiend stürzten sie sich in die Fluten.

In diesem Moment prallte Justus mit dem Kopf auf den Holzfußboden. Endlich war er aufgewacht – neben seinem Bett.

»Oh, Mann! Was für ein Traum!«, stöhnte er. Durch das offene Fenster schien der Mond direkt ins Zimmer. Justus holte tief Luft und wischte sich mit seinem Kopfkissen den Schweiß aus dem Gesicht.

Doch es war seltsam. Noch immer roch es beißend nach Rauch. Irritiert stand Justus auf und beugte sich über die Fensterbank. Eine kleine schwarze Katze nahm erschrocken Reißaus, sprang von einem alten Ölfass und versteckte sich auf dem Gelände des Schrottplatzes. Genau unter dem Fenster von Justus lag der Schuppen, in dem Onkel Titus seinen Lieblingsschrott aufbewahrte.

Jetzt erst entdeckte er die Ursache des Qualms: Vom Dach der kleinen Holzhütte stieg eine Rauchwolke auf.

Justus wich entsetzt zurück, stolperte über seine Hausschuhe und rannte aus dem Zimmer.

»Feuer! Alles aufstehen! Feueralarm, es brennt!«

Panisch hastete er die steile Treppe nach unten ins Erdgeschoss. Sekunden später sprang die Schlafzimmertür auf. Mit wirren Haaren stand Tante Mathilda vor ihm. »Es brennt?«

»Ja, draußen. Schnell! Wo ist Onkel Titus?« Der stand mittlerweile hinter seiner Frau. »Feuer? Wo?«

»Aus deinem Schuppen kommt Rauch. Wir müssen uns beeilen!«

Jetzt waren alle hellwach und liefen auf die Veranda. Onkel Titus schlug sich die Hände vors Gesicht. »Oh nein! Mein Schuppen! Mathilda, ruf die Feuerwehr! Schnell – wir brauchen Wasser!« Ohne nachzudenken, schnappte sich Justus eine halb volle Gießkanne und sprang die Stufen der Veranda herunter. Sein Onkel versuchte währenddessen, den Gartenschlauch abzuwickeln. »So ein Mist!«, fluchte er. »Wer zum Teufel hat den verknotet?«

Justus hatte mit seinen Löschversuchen genauso wenig Glück. Fassungslos stand er vor dem brennenden Schuppen. Flammen schlugen aus dem Dach, und mit der Gießkanne konnte er nichts ausrichten. Plötzlich explodierte etwas im Innern und riss die Fensterscheibe auseinander. Glas klirrte, und eine fauchende Feuerzunge schoss Justus entgegen. Im letzten Moment packte ihn sein Onkel und riss ihn zu Boden. »Weg hier! Das ist zu gefährlich!«, brüllte er, und beide brachten sich hinter einem rostigen Kühlschrank in Sicherheit.

Justus war verzweifelt. »Onkel Titus, wir können doch nicht einfach den Schuppen abbrennen lassen!«

»Die Hütte ist mir egal. Hauptsache, uns passiert nichts. Mathilda, komm aus dem Haus raus! Das Feuer greift bald auf das Wohngebäude über. Was ist mit der Feuerwehr?«

Völlig aufgelöst rannte seine Frau die Stufen der Veranda herunter. »Die muss gleich kommen. Wo ist Justus?«

»Keine Angst, er ist bei mir. Wir sind hier.«

Mittlerweile war die Luft voller Rauch und Qualm. Glutrot hob sich der Schein der Flammen gegen den Nachthimmel ab.

In diesem Moment vernahmen sie erleichtert die Sirenen der nahenden Feuerwehr. Onkel Titus blickte auf die Uhr. »Dem Himmel sei Dank! Das waren gerade mal vier Minuten.«

Feueralarm

Jetzt ging alles sehr schnell. Mehrere Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr rasten auf das Grundstück. Ein Feuerwehrmann mit einem goldenen Helm rannte auf die drei zu. »Jemand verletzt? Befinden sich noch Personen im Haus?« Onkel Titus brachte vor Aufregung kein Wort mehr heraus und schüttelte nur mit dem Kopf.

»Gut. Halten Sie Abstand zum Feuer! Wir kümmern uns ab jetzt um alles.« Dann nahm er ein Megafon in die Hand und gab seinen Kollegen Anweisungen. »Zug eins mit Atemgerät an den Brandherd. Zur Sicherheit C-Schlauch bereithalten und Hydranten besetzen. Die zweite Mannschaft kümmert sich um die Strahler.« Innerhalb kürzester Zeit war das gesamte Gelände in gleißendes Licht getaucht. Helle Scheinwerfer standen rings um das Gebäude.

»Wird unser Haus auch abbrennen?«, flüsterte Tante Mathilda mit tränenerstickter Stimme. Ihr Mann nahm sie in den Arm. »Keine Angst, die wissen, was zu tun ist.«

Justus beobachtete, wie einige Männer einen dicken Schlauch ausrollten und ihn am Hydranten auf der Straße anschlossen. »Das muss der C-Schlauch sein«, vermutete er. Sein Onkel nickte. »Ja, der wird nur im Notfall eingesetzt. Da kommt so viel Wasser raus, der pustet uns glatt den ganzen Schuppen weg. Meistens sind danach die Schäden durch das Wasser größer als die durch den eigentlichen Brand.«

»Woher weißt du das alles?«, fragte Justus.

»Ich war früher einige Jahre bei der freiwilligen Jugendfeuerwehr von Rocky Beach.«

Plötzlich standen zwei Männer in feuerfesten silberfarbenen Anzügen hinter ihnen. Auf dem Rücken trugen sie Geräte, die aussahen wie Taucherflaschen. »Lagern in dem Schuppen explosive Stoffe?«, fragte der eine. Seine Stimme war durch den Helm fast nicht zu verstehen.

»Nein, nein. Da ist nichts Explosives«, stotterte Onkel Titus. »Nur lauter wertvolle Sammlerstücke.«

»Gut. Wir gehen jetzt rein und versuchen, den Brand mit Löschschaum unter Kontrolle zu bringen. Bleiben Sie in Deckung!«

Anschließend liefen die beiden Männer auf den Schuppen zu und schlugen mit einer Axt die brennende Tür ein. Eine Feuerwalze umhüllte sie. Doch davon ließen sie sich nicht aufhalten. Unnachgiebig sprühten sie Schaum in den Brandherd.

Das Feuer schien sich zu wehren, und ein meterhoher Funkenregen schoss aus dem Dach. Es zischte laut und qualmte fürchterlich, doch schließlich zogen sich die Flammen zurück.

Justus ballte die Faust. »Ja, weiter so!« In dieser Nacht wurde das Feuer sein Feind.

Vom Schuppen sah man jetzt nicht mehr viel. Weißer Dampf hüllte alles vollständig ein. Aber der Brand war gelöscht, und die beiden Feuerwehrmänner kamen rußgeschwärzt zurück. »Da haben Sie noch mal Glück gehabt«, keuchte der eine und nahm seinen Helm ab. »Ein paar Minuten mehr und das Feuer hätte sich bis zum Haus durchgefressen.« Tante Mathilda atmete erleichtert auf. »Ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen danken soll, meine Herren.«

Nun kam der Feuerwehrmann mit dem goldenen Helm zu ihnen. »So, das war’s schon fast. Den Brand haben wir unter Kontrolle bekommen. Wir müssen uns nur noch um einige Glutnester kümmern. Mein Name ist übrigens Gordon Flanders. Ich bin der Einsatzleiter. Bitte kommen Sie gleich morgen früh in die Feuerwehrzentrale, damit wir Ihre Aussage aufnehmen können.«

Onkel Titus wischte sich die Brille an seinem Schlafanzug ab. »Was für eine Aussage?«

»Bei jedem derartigen Vorfall muss die Brandursache ermittelt werden. So will es das Gesetz«, erklärte Gordon Flanders. »Gab es brüchige Stromkabel, oder haben Sie eine Kerze brennen lassen? Solche Fragen müssen wir Ihnen stellen.«

»Moment, das klingt ja so, als ob ich Schuld an dem Brand wäre«, empörte sich Onkel Titus. Seine Frau versuchte, ihn zu beruhigen. »Nun reg dich nicht auf! Das sind doch alles nur Routinefragen.«

»Ja ja, ist schon gut, Mathilda.« Der Einsatzleiter gab ihm zum Abschied die Hand. »Genauso ist es, Mr Jonas. Alles Routine. Sie können jetzt unbesorgt ins Haus zurückkehren, es sind keine giftigen Dämpfe eingedrungen. Einer meiner Beamten wird noch ein paar Stunden Brandwache halten. Sicher ist sicher. Schon oft hat sich ein scheinbar gelöschtes Feuer unbemerkt wieder selbst entfacht. Gute Nacht und bis morgen.«

Tante Mathilda setzte in der Küche eine Kanne Tee auf. »Was für ein Schreck. Gut, dass Justus so eine feine Nase hat. Ich mag mir gar nicht ausdenken, was alles hätte passieren können.«

Noch lange stand Justus mit einer Tasse Tee am Küchenfenster und blickte über den Schrottplatz. Nachdenklich knetete er seine Unterlippe. »Ein Feuer bricht nicht plötzlich von alleine aus«, murmelte er vor sich hin.

Kalter Rauch

Am nächsten Morgen wurde Justus von Tante Mathilda geweckt. Den Rest der Nacht hatte er sich unruhig im Bett hin und her gewälzt und öffnete nun müde seine Augen. »Beeil dich, Justus, wir müssen zur Feuerwache. Je schneller wir das hinter uns bringen, desto besser.« In seinem Zimmer roch es immer noch ein wenig nach Rauch.

Auf der Veranda saß Onkel Titus und las die Morgenzeitung. »Nun seht euch das an! Der Brand ist gerade mal ein paar Stunden her, und schon steht es in der Zeitung. Hier: ›Schon wieder Feuer in Rocky Beach. Einsatzkräfte waren sofort zur Stelle. Nur geringer Sachschaden.‹«

Justus biss in ein Brötchen. »Ich habe gar nicht bemerkt, dass gestern ein Reporter dabei war.« Sein Onkel warf wütend die Zeitung auf den Tisch. »Das mit dem Reporter ist mir egal. Aber wie kommen die dazu zu schreiben, dass es sich nur um einen geringen Sachschaden handelt? Da waren Stücke von unschätzbarem Wert in meinem Schuppen. Allein der Rasierapparat von Alfred Hitchcock oder der Original-Klodeckel vom ersten bemannten Raumflug. Und die kanadische Kuckucksuhr, die jeden Tag bei Sonnenuntergang einmal laut Kuckuck sagt. Geringer Sachschaden – ha! Einen Dachschaden haben die von der Zeitung.« In diesem Moment kamen Peter Shaw und Bob Andrews auf das Grundstück gefahren. Justus hatte ganz vergessen, dass er sich mit seinen beiden Freunden zum Baden verabredet hatte.

»Just, was geht bei euch ab?«, rief ihm Bob entgegen. »Wir haben das heute Morgen in der Zeitung gelesen. Ich dachte schon, euer Haus wäre abgebrannt. Da habt ihr aber noch mal Glück gehabt.« Onkel Titus stand auf und ging zur Küche. »Ja ja, Glück gehabt ... Nur geringer Sachschaden«, murmelte er.

Dann musste Justus die ganze Geschichte erzählen. Sprachlos hörten ihm seine Freunde zu.

»Wie ist das Feuer denn überhaupt entstanden?«, fragte Peter nach dem Bericht.

»Ich hab keine Ahnung. Wir sollen gleich alle zur Feuerwache kommen und eine Aussage machen. Aus dem Baden wird also erst mal nichts.«

Doch Bob fand diese Sache sowieso viel spannender. »Ach was, baden gehen können wir jeden Tag. Der Pazifik wird ja wohl nicht über Nacht verschwinden. Sag mal, können wir nicht mitkommen? Ich war noch nie auf einer Feuerwache.«

Die letzten Sätze hatte Onkel Titus vom offenen Küchenfenster aus mit angehört. »Von mir aus, kein Problem. Ihr könnt ruhig mit. Vielleicht wisst ihr es nicht, aber ich war früher bei der Jugendfeuerwehr und kenne mich dort gut aus. Ich kann euch sogar zeigen, in welchem Schrank meine Ausrüstung hing. Damals ereignete sich eine Geschichte, über die noch lange …« Tante Mathilda unterbrach ihn. »Titus, das kannst du uns alles auf der Fahrt erzählen. Los, Beeilung. Mr Flanders wartet auf uns.«

Die drei ??? nahmen auf der Rückbank Platz, Onkel Titus setzte sich ans Steuer und startete den Motor. »Los geht’s. Die Wache liegt ja nur ein paar Kilometer entfernt. Also, ich war gerade mal zehn Jahre alt. Da hatten wir plötzlich einen Einsatz. Die Sirenen gingen los, und ich sprang in meine feuerfesten Schuhe. Es war in diesem Jahr ein furchtbar heißer Sommer. Ich glaube, es war sogar der heißeste Sommer, den ich je erlebt habe ...«

Onkel Titus wurde jedoch wieder nicht mit seiner Geschichte fertig, denn schon nach wenigen Minuten hatten sie die Feuerwache erreicht.

Es war ein altes Gebäude mit zwei großen Garagentoren. Vor einem stand ein Löschfahrzeug, das gerade von einigen Männern gereinigt wurde.

Wenig später traten sie in das Büro von Gordon Flanders. »Ah, guten Morgen. Schön, dass Sie da sind. Gehören die Kinder alle zu Ihrer Familie?«

Tante Mathilda blickte auf Peter und Bob. »Nun ja. Eigentlich schon. Es vergeht kein Tag, an dem ich die beiden nicht sehe.«

»Gut. Ich habe auch nur ein paar Fragen. Mr Jonas, waren Sie am Tag vor dem Brand in dem Schuppen?«

»Natürlich, da bin ich jeden Tag. Wissen Sie, dort lagern, besser gesagt, lagerten meine wertvollsten Stücke. Zum Beispiel …«

»Ja ja, schon gut. Das klären Sie bitte mit Ihrer Versicherung. Was haben Sie an diesem Tag dort gemacht?«

»Ich habe eine alte Petroleumlampe repariert und wieder instand gesetzt. Wissen Sie, diese Lampe gehörte wahrscheinlich zur Ausstattung der Santa Maria. Kolumbus höchstpersönlich soll sie …«

Wieder unterbrach ihn der Einsatzleiter. »Verstehe. Eine Petroleumlampe. Die ist nicht ganz ungefährlich. Kann es sein, dass sie das Feuer ausgelöst hat?« Onkel Titus stand wütend auf. »Moment, wollen Sie etwa behaupten, dass ich meinen Schuppen selbst abgefackelt habe?«

»Nein, natürlich nicht, Mr Jonas. Wir müssen einfach jeder Spur nachgehen. Verstehen Sie?«

Plötzlich mischte sich Justus in das Gespräch ein. »Kann es auch Brandstiftung gewesen sein? In der Zeitung stand doch, dass es zur Zeit eine ganze Feuerserie in Rocky Beach gibt.«

Für einen Moment war es still im Raum. Tante Mathilda rutschte nervös auf dem Stuhl herum. »Natürlich nicht. Wer sollte so etwas machen?«

Doch der Einsatzleiter ging auf die Frage ein. »Alles ist möglich. Wir werden es herausbekommen.« Dann stellte der Beamte noch einige Fragen, die Onkel Titus ungeduldig beantwortete. Schließlich legte Gordon Flanders seinen Stift beiseite. »Okay, ich denke, das war’s. Gleich wird noch ein Spezialist zu Ihnen raus kommen und nach der Brandursache forschen.«

Anschließend wurden sie durch eine große Halle wieder nach draußen begleitet, in der mehrere kleine Löschfahrzeuge und andere Gerätschaften herumstanden. Onkel Titus’ Laune besserte sich schlagartig. »Ich werd verrückt. Seht mal, da vorne, der Schrank. Das war meiner!«

Ursachenforschung

Aufgeregt rannte Onkel Titus zu einem verbeulten Blechschrank und wollte die Tür öffnen. In diesem Moment kam ein junger Feuerwehrmann angelaufen. »Moment, mein Herr, nach Paragraf zweiundsechzig ist es nicht gestattet, dass Zivilpersonen …«

»Lassen Sie’s gut sein, Blomburt!«, unterbrach ihn der Einsatzleiter. »Mr Jonas sagte mir, er hätte früher einmal bei der Jugendfeuerwehr seinen Dienst getan. Also ist er eigentlich ein Kollege.«

»Aber … die Vorschriften, Mr Flanders?«

»Ja ja, Sie haben recht. Aber jetzt gehen Sie zu den anderen und säubern das Fahrzeug.«

»Jawohl, Mr Flanders.« Im Laufschritt verschwand der junge Feuerwehrmann wieder.

»Tja, der Kollege ist neu bei uns. Ein guter Mann, dieser Blomburt, aber mit den Vorschriften nimmt er es manchmal zu genau. Er kennt sie alle auswendig – das macht ihm hier niemand nach.«

Kurz darauf erreichten sie alle wieder den Schrottplatz. Wenig später traf auch der angekündigte Spezialist, Mr Doyle, ein. Er begann sofort mit den Untersuchungen.

Die drei ??? blickten ihm neugierig über die Schulter. »Worauf achten Sie nach so einem Brand, Mr Doyle?«, fragte Bob interessiert.

»Spuren, Hinweise, Brandauslöser.«

»Und was könnte so einen Brand auslösen?«

»Stromkabel, Funkenflug, entzündliche Flüssigkeiten.«

Die drei wandten sich ab. »Der ist ja gesprächig wie ein alter Kaktus«, flüsterte Peter. »Ich wette, der hat noch nie mehr als vier Worte hintereinander gesprochen.«

Nach einer halben Stunde hatte der Mann seine Arbeit beendet. Onkel Titus verabschiedete sich von ihm. »Und, Mr Doyle, haben Sie die Ursache herausgefunden?«

»Negativ. Keine Spuren. Alles verkohlt. Sie erhalten einen Bericht. Guten Tag!«

Onkel Titus sah ihm hinterher, wie er in seinem kleinen Auto den Hof verließ. »Also früher, da gab es nicht so komische Leute bei der Feuerwehr. Der eine kann alle Paragrafen auswendig, und der hier ist so freundlich wie ein Eiswürfel. Damals, in diesem heißen Sommer, da bin ich zu einem Einsatz gefahren, und stellt euch vor …«

Justus, Peter und Bob hörten den Rest der Geschichte nicht mehr, denn sie untersuchten jetzt selbst den Schuppen. Justus fand die rußgeschwärzte Petroleumlampe. »Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass dieses Ding den Brand ausgelöst haben soll. Onkel Titus würde garantiert nie im Leben vergessen, sie auszudrehen. Dafür ist er viel zu gewissenhaft.«

»Vielleicht war er müde?«, überlegte Bob. »Auszuschließen ist das nicht. Meine Mutter hat sogar mal das Bügeleisen angelassen.«

Peter hingegen hob die Überreste der verkohlten Tür auf. »Und was ist mit Brandstiftung? Immerhin hat doch dein Onkel noch nie die Tür abgeschlossen, oder, Just?«

»Das stimmt. Es gab nicht mal ein Schloss. Aber wer sollte Interesse daran haben, den Schuppen abzubrennen? Ich versteh das nicht. Zum Glück war die Feuerwehr so schnell bei uns. Gerade mal vier Minuten haben die gebraucht.« Bob stellte die Petroleumlampe beiseite. »Moment, vier Minuten? Das ist aber ungewöhnlich. Die Feuerwehr ist zwar schnell, aber wie soll das in der kurzen Zeit funktionieren? Erst mussten die doch den Anruf von deiner Tante entgegennehmen und dann noch in die Einsatzfahrzeuge steigen. Allein der Weg hierher dauert schon gute vier Minuten.« Justus knetete seine Unterlippe. »Das stimmt allerdings. Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht.«

»Und was machen wir jetzt?«, fragte ihn Peter.

»Ich sage dir, was wir machen. Wir werden uns um den Fall kümmern. Als Erstes fahren wir noch mal zur Feuerwache und stellen Mr Flanders genau diese Fragen.« Entschlossen liefen sie zu ihren Fahrrädern.

»Justus, wo wollt ihr denn hin?«, rief ihnen Tante Mathilda aus dem Küchenfenster nach.

»Wir suchen Antworten«, grinste Justus und schwang sich auf den Sattel.

Selbst mit den Rädern benötigten sie für die Strecke zur Feuerwache nicht mehr als zehn Minuten. Als sie ankamen, standen die beiden großen Löschfahrzeuge voll besetzt vor der Wache.