Die große Stunde eines Arztes - Carmen von Lindenau - E-Book

Die große Stunde eines Arztes E-Book

Carmen von Lindenau

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Beschreibung

Die neue Praxis Dr. Norden - So war es nicht geplant, doch Dr. Danny Norden betrachtet es als Chance. Äußere Umstände zwingen ihn zu einem Neustart. Und diesen nimmt Danny tatkräftig in Angriff, auch, wenn er mit Abschied, Trennung, Wehmut verbunden ist. Dr. Danny Norden praktiziert jetzt in seiner neuen, modernen, bestens ausgestatteten Praxis. Mit Kompetenz, Feingefühl und Empathie geht er auf seine Patienten zu und schafft ein Klima, das die Genesung fördert: eben Dr. Danny Norden, wie er leibt und lebt, und er wird immer besser! »Mama, was ist denn passiert?«, fragte Lydia erschrocken, als ihre Mutter mit einer blutenden Wunde an der Stirn am Ende der Sprechstunde in die Praxis Norden kam. Das Wartezimmer war bereits leer und die letzte Patientin des Tages, eine junge Frau mit einer Sehnenscheidenentzündung, war gerade bei Daniel im Sprechzimmer. »Nur ein kleines Missgeschick«, sagte Thea Seeger, die ein Papiertaschentuch gegen die Wunde presste. »Komm, ich sehe mir das gleich an. Sophia, würdest du bitte den Empfang noch kurz übernehmen«, bat Lydia ihre Freundin und Kollegin, die aus dem Ultraschallraum kam, den sie nach dem letzten Patienten desinfiziert hatte. »Ja, sicher, hallo, Frau Seeger, hatten Sie einen Unfall?«, fragte sie Lydias Mutter, als sie die Wunde an ihrer Stirn sah. »Halb so schlimm. Da ich aber gerade in der Nähe war, dachte ich, ich schaue mal kurz rein und lasse mich professionell versorgen.« »Eine gute Entscheidung, Mama«, sagte Lydia, hakte sich bei ihrer Mutter unter und führte sie zum Laborraum. Wie ähnlich sie sich sehen, dachte Sophia, nachdem die beiden gegangen waren und sie sich hinter den weißen Tresen in der hellen Empfangsdiele stellte. Beide hatten schmale Gesichter mit hohen Wangenknochen, die gleichen hellbraunen Augen und dunkelblondes Haar, wobei sich bei Thea bereits einige graue Strähnen zeigten, zu denen sie aber stand und ihr Haar deshalb auch nicht färbte. Mutter und Tochter waren beide sportlich durchtrainiert, was für Thea als leitende Kommissarin bei der Polizei und für Lydia als Sanitäterin bei der Freiwilligen Feuerwehr überlebenswichtig war. Meistens fiel ihr die Ähnlichkeit der beiden gar nicht mehr auf, da Thea aber nur selten in die Praxis kam, war das eine besondere Situation, und sie hatte in diesem Moment einen anderen Blick auf die beiden. »So nachdenklich, Frau von Arnsberg?«, fragte der ältere Mann, der in diesem Moment in die Praxis kam.

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Seitenzahl: 109

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Die neue Praxis Dr. Norden – 46 –Die große Stunde eines Arztes

Unveröffentlichter Roman

Carmen von Lindenau

»Mama, was ist denn passiert?«, fragte Lydia erschrocken, als ihre Mutter mit einer blutenden Wunde an der Stirn am Ende der Sprechstunde in die Praxis Norden kam.

Das Wartezimmer war bereits leer und die letzte Patientin des Tages, eine junge Frau mit einer Sehnenscheidenentzündung, war gerade bei Daniel im Sprechzimmer.

»Nur ein kleines Missgeschick«, sagte Thea Seeger, die ein Papiertaschentuch gegen die Wunde presste.

»Komm, ich sehe mir das gleich an. Sophia, würdest du bitte den Empfang noch kurz übernehmen«, bat Lydia ihre Freundin und Kollegin, die aus dem Ultraschallraum kam, den sie nach dem letzten Patienten desinfiziert hatte.

»Ja, sicher, hallo, Frau Seeger, hatten Sie einen Unfall?«, fragte sie Lydias Mutter, als sie die Wunde an ihrer Stirn sah.

»Halb so schlimm. Da ich aber gerade in der Nähe war, dachte ich, ich schaue mal kurz rein und lasse mich professionell versorgen.«

»Eine gute Entscheidung, Mama«, sagte Lydia, hakte sich bei ihrer Mutter unter und führte sie zum Laborraum.

Wie ähnlich sie sich sehen, dachte Sophia, nachdem die beiden gegangen waren und sie sich hinter den weißen Tresen in der hellen Empfangsdiele stellte. Beide hatten schmale Gesichter mit hohen Wangenknochen, die gleichen hellbraunen Augen und dunkelblondes Haar, wobei sich bei Thea bereits einige graue Strähnen zeigten, zu denen sie aber stand und ihr Haar deshalb auch nicht färbte. Mutter und Tochter waren beide sportlich durchtrainiert, was für Thea als leitende Kommissarin bei der Polizei und für Lydia als Sanitäterin bei der Freiwilligen Feuerwehr überlebenswichtig war. Meistens fiel ihr die Ähnlichkeit der beiden gar nicht mehr auf, da Thea aber nur selten in die Praxis kam, war das eine besondere Situation, und sie hatte in diesem Moment einen anderen Blick auf die beiden.

»So nachdenklich, Frau von Arnsberg?«, fragte der ältere Mann, der in diesem Moment in die Praxis kam.

»Nur eine kleine Beobachtung, Herr Schneider. Was kann ich für Sie tun?«, wandte Sophia sich dem Mann mit einem freundlichen Lächeln zu.

»Ich brauche ein neues Rezept für meine Rheumatabletten.«

»Sehr gern, Herr Schneider«, sagte Sophia, warf ihr langes blondes Haar in den Nacken und schaute auf den Computermonitor, der auf dem Tresen stand, um nachzusehen, welche Tabletten, Herr Schneider regelmäßig einnahm.

»Willst du mir nicht sagen, wie genau das passiert ist?«, fragte Lydia ihre Mutter, die auf der Liege im Laborraum saß, während sie ihre Wunde desinfizierte und mit einem Pflaster versorgte.

»Wir waren gerade bei einem Einsatz. Wir haben einen Verdächtigen verhaftet, einen jungen Mann, der mehrere Kaufhausdiebstähle begangen hat.«

»Dann war das ein Dienstunfall? Oder hat dich der Verdächtige angegriffen?«

»Nein, ich habe mich an einer Tür gestoßen«, sagte Thea und wich Lydias Blick aus.

»Dann war es ein Unfall im Dienst, den du melden musst.«

»Nein, ich werde ihn nicht melden, deshalb bin ich hier bei dir und nicht bei unserem Polizeiarzt.«

»Aber du solltest es schon allein wegen der Versicherung melden.«

»Diese kleine Wunde wird ja wohl kaum einen bleibenden Schaden hinterlassen.«

»Nein, vermutlich nicht.«

»Gut, dann sprechen wir nicht weiter darüber.«

»Mama, was ist los?«, fragte Lydia erneut nach.

»Robert hat nicht aufgepasst.«

»Und das heißt genau?«

»Der Verdächtige wohnt im zweiten Stock, wir sind die Treppe nach oben gelaufen, Robert kam plötzlich nicht mehr mit und war nicht hinter mir, als ich oben ankam. Der Verdächtige hatte gerade seine Wohnungstür aufgerissen und wollte auf den Dachboden verschwinden. Da er glaubte, ich sei allein, hat er mich gegen die Tür geschleudert, hat ihm aber nichts gebracht, ich habe ihn trotzdem verhaftet.«

»Robert ist dein Partner, und er ist zwanzig Jahre jünger als du, er sollte nicht hinter dir zurückbleiben.«

»Ich weiß, er hat zwar behauptet, er sei nur gestolpert, aber ich denke, er hat Schmerzen im Bein, deshalb muss er öfter mal stehen bleiben und verliert den Anschluss.«

»Dann sollte er zum Arzt gehen.«

»Ich habe ihn schon mehrfach darauf angesprochen, aber er hat immer abgewinkt und erklärt, dass es ihm gut geht.«

»Dann warst du schon öfter in Gefahr, weil du dich nicht auf ihn verlassen kannst?«

»Bis heute hatten seine Ausfälle keinen wirklichen Einfluss auf unsere Arbeit.«

»Aber jetzt schon. Ich kann mir denken, dass du ihn nicht in Schwierigkeiten bringen willst, deshalb warst du nicht bei eurem Arzt, weil du keinen Bericht über den Unfall schreiben willst.«

»Richtig, ich will Robert nicht in Schwierigkeiten bringen. Er muss das selbst regeln.«

»Du musst ihm trotzdem klarmachen, dass er dich und auch sich in Gefahr bringt.«

»Das hat er heute hoffentlich begriffen.«

»Kann ich mich darauf verlassen, dass du mit Robert sprichst?«

»Aber ja, schon in meinem eigenen Interesse. Es könnte allerdings sein, dass er sich einem Polizeiarzt nicht anvertrauen will.«

»Weil er an etwas leidet, dass seine Diensttauglichkeit gefährdet und der Arzt es weitergeben müsste.«

»Richtig.«

»Dann schicke ihn zu seinem Hausarzt oder zu uns, wenn er keinen hat.«

»Ich werde es ihm vorschlagen.«

»Nein, nicht nur vorschlagen, er muss sich untersuchen lassen. Ich will nicht, dass dir etwas passiert.«

»Keine Sorge, mein Schatz, so etwas, wie heute, passiert mir nicht noch einmal.«

»Du weißt nie, in welche Lage du während eines Einsatzes gerätst, du musst dich auf deinen Partner verlassen können.«

»Ich kümmere mich darum, Kleines«, versicherte Thea ihrer Tochter. »Danke, für deine Hilfe.«

»Jederzeit, Mama. Wir sehen uns dann am Samstag zum Essen bei uns.«

»Keine Sorge, das habe ich nicht vergessen«, entgegnete Thea lächelnd und verabschiedete sich von ihrer Tochter.

»Alles gut?«, fragte Sophia, als Lydia aus dem Laborraum kam, nachdem ihre Mutter die Praxis verlassen hatte.

»Ich bin mir nicht sicher«, sagte Lydia, blieb vor dem Tresen stehen und sah Sophia an.

»Brauchst du Hilfe?«, fragte Sophia besorgt.

»Ich nicht, aber meine Mutter.«

»Auf Wiedersehen, einen schönen Feierabend wünsche ich«, sagte die junge Frau in dem hellen Kostüm, die aus Daniels Sprechzimmer gekommen war.

»Ihnen auch einen schönen Abend, Frau Süder«, entgegneten Lydia und Sophia.

»Also, was ist mit deiner Mutter?«, fragte Sophia, nachdem Frau Süder die Praxis verlassen hatte.

»Ich mache mir Sorgen um sie.«

»Ist sie krank?«, fragte Sophia erschrocken.

»Nein, aber in Gefahr.«

»Wer ist in Gefahr?«, wollte Daniel wissen, der aus seinem Sprechzimmer kam und gehört hatte, was Lydia gerade gesagt hatte.

»Meine Mutter kann sich im Moment nicht auf Robert, ihren Partner bei der Polizei, verlassen. Er scheint krank zu sein, will es sich aber nicht eingestehen«, sagte Lydia und erzählte Sophia und Daniel, was ihrer Mutter passiert war.

»Hoffentlich bringt sie ihn dazu, etwas zu unternehmen«, stellte Daniel nachdenklich fest.

»Falls nicht?«, fragte Sophia.

»Dann wird sie wohl seine Suspendierung in die Wege leiten müssen, so schwer ihr das auch fallen wird. Sie hat kein Interesse daran, die Karriere eines jungen Kollegen zu beenden.«

»Eine Suspendierung bedeutet nicht, dass seine Karriere beendet ist«, entgegnete Daniel.

»Nein, nicht zwangsläufig, aber durch sein Verhalten seine Kollegen zu gefährden, macht sich nicht gut in seiner Akte«, sagte Lydia.

»Deine Mutter wird das Richtige tun, du kannst ihr vertrauen«, versicherte ihr Daniel.

»Das sehe ich auch so, du musst dir keine Sorgen machen«, schloss sich Sophia ihm an und legte ihre Hand mitfühlend auf die von Lydia.

*

Thea war bewusst, dass Lydia recht hatte. Sie musste Robert unbedingt dazu bewegen, sich dieser Schwäche zu stellen, die ihn daran hinderte, seinen Dienst so auszuüben, dass er weder sich noch seine Kollegen in Gefahr brachte. Nachdem sie die Praxis Norden verlassen hatte, dachte sie kurz daran, ihn zu Hause aufzusuchen, entschied sich dann aber dagegen, da sie nicht wusste, ob Robert seiner Frau bereits von seinen Beschwerden erzählt hatte. Während der Arbeitszeit mit ihm über seine Probleme zu sprechen, erschien ihr auch nicht richtig. Sie wollte ihn nicht vor den Kollegen bloßstellen. Ein neutraler Ort wie ein Café erschien ihr passender. Sie beschloss, Robert anzurufen.

»Hallo, Thea, was gibt es? Haben wir einen Sondereinsatz?«, wollte Robert wissen, als er ihren Anruf annahm.

»Nein, kein Sondereinsatz. Ich würde mich nur gern mit dir auf einen Kaffee treffen. Hättest du eine Stunde Zeit?«

»Ruth kommt erst um sieben aus der Bibliothek, bis dahin hätte ich Zeit. Wo wollen wir uns treffen?«

»Im Café an der Isar?«

»Klingt gut, ich könnte in zehn Minuten dort sein.«

»Dann bis gleich«, sagte Thea und beendete das Gespräch. Sie kannte Ruth, Roberts Frau, eine junge Bibliothekarin, die die Leitung der Bibliothek in ihrem Stadtteil übernommen hatte, inzwischen recht gut. Sie und Robert waren seit zwei Jahren verheiratet, und soweit sie das beurteilen konnte, waren sie glücklich miteinander. Sie hoffte, dass Robert nicht ernsthaft krank war und die beiden sich um ihre Zukunft Sorgen machen mussten.

Von der Praxis Norden aus waren es etwa zehn Minuten zu Fuß hinunter zum Flussufer. Thea ließ ihr Auto stehen, ein kleiner Spaziergang sollte ihr jetzt guttun. Das Gespräch mit Robert würde sicher nicht einfach werden. Sie musste ihn dazu bringen, etwas zuzugeben, was er sich bisher noch nicht eingestehen wollte.

Das Café lag nur durch den Wanderweg getrennt am Ufer der Isar. Auf der weißen Kiesbank inmitten des smaragdgrünen Wassers stolzierten ein paar Graugänse herum und suchten im Wasser nach Nahrung. Thea setzte sich an einen der runden Tische auf der sonnigen Terrasse. Die Stühle mit den dicken grünen Polstern hatten hohe Lehnen und luden zum längeren Verweilen ein. Sie bestellte einen Cappuccino, schloss die Augen und reckte ihr Gesicht in die Sonne. Die Stimmen der anderen Gäste, die an den Tischen auf der Terrasse saßen, nahm sie nach einer Weile nur noch wie ein leises Gemurmel wahr. Sie war auf einmal schrecklich müde.

»Thea«, hörte sie plötzlich Robert sagen und öffnete die Augen.

»Alles gut?«, fragte der junge Mann, der sie mit seinen tiefblauen Augen besorgt anschaute und das hellblonde Haar, das ihm ins Gesicht fiel, mit der Hand aus der Stirn strich.

»Alles bestens, ich war wohl nur eingeschlafen«, sagte Thea.

»Und deine Wunde? Tut sie noch weh?«, fragte er und sah auf das Pflaster an Theas Stirn, als er sich auf den Stuhl ihr gegenübersetzte.

»Nein, es tut nicht mehr weh«, versicherte ihm Thea.

»Es tut mir ehrlich leid, wie das passiert ist.«

»Ich weiß, Robert. Was möchtest du trinken?«, fragte sie ihn, als die junge Kellnerin in der grünen Bluse und dem weißen Faltenrock zu ihnen an den Tisch kam.

»Einen Cappuccino, bitte«, wandte Robert sich der Kellnerin zu.

»Wie wäre es mit einem Stück Kirschkuchen?«, fragte Thea.

»Klingt gut.«

»Dann bitte noch zwei Kirschstreusel mit Sahne«, bat Thea die Kellnerin.

»Sehr gern«, antwortete die junge Frau mit einem freundlichen Lächeln.

»Du hast mich doch nicht einfach so in ein Café eingeladen. Du hast doch sicher etwas auf dem Herzen«, stellte Robert fest, nachdem sie wieder allein waren.

»Ich wollte mit dir über den Zwischenfall von heute sprechen.«

»Ja, ich weiß, das ist dumm gelaufen. Es kommt nicht wieder vor. Ich war unaufmerksam und bin gestolpert, dass du deshalb verletzt wurdest, tut mir, wie gesagt, sehr leid.«

»Es war heute nicht das erste Mal, dass du Probleme beim Laufen hattest. Es war nur das erste Mal, dass diese Probleme Folgen hatten«, sagte Thea und hielt Roberts Blick fest.

»Was genau, willst du mir sagen?«

»Ich bitte dich, zu einem Arzt zu gehen, um dich durchchecken zu lassen.«

»Du meinst, zum Polizeiarzt?«, fragte Robert erschrocken.

»Du könntest auch erst einmal zu deinem Hausarzt gehen. Vielleicht ist es ja etwas ganz Harmloses, dann muss die Dienststelle es nicht erfahren.«

»Mein Hausarzt ist vor Kurzem in Rente gegangen. Mit seinem Nachfolger komme ich nicht so gut klar, und Ruth geht immer zu ihrer Gynäkologin, mit der sie befreundet ist, wenn sie ein kleines Problem hat. Glücklicherweise waren wir beide bisher nie ernsthaft krank.«

»Du könntest in die Praxis Norden gehen.«

»Lydia arbeitet dort, richtig?«

»Ja, das stimmt. Ich kann dir diese Praxis wirklich nur empfehlen.«

»Gut, ich werde darüber nachdenken.«

»Nein, Robert, nicht nachdenken, du musst dich um dich kümmern. Kann ich mich darauf verlassen?«

»Ja, in Ordnung, ich lasse mich untersuchen.«

»Dann beenden wir dieses Thema erst einmal. Lass uns den Kuchen genießen und du erzählst mir von euren Umzugsplänen. Habt ihr denn inzwischen schon eine Wohnung gefunden, die euch zusagt?«, wechselte Thea das Thema. Robert und Ruth suchten schon seit einiger Zeit nach einer größeren Wohnung. Sie wollten irgendwann Kinder haben und da war ihnen das Zweizimmerappartement, das sie im Moment bewohnten, zu klein.

»Wir haben am letzten Wochenende noch einmal ausführlich unsere Möglichkeiten durchgesprochen. Wir denken darüber nach, uns eine Wohnung zu kaufen, statt zu mieten. Vielleicht auch ein Haus, obwohl das bei den augenblicklichen Preisen ziemlich illusorisch erscheint.«

»Du bist Beamter, da sind Banken recht großzügig, wenn es um einen Kredit geht.«

»Ja, schon, aber wir wollen uns nicht überschulden. Es soll schon in einem überschaubaren Rahmen bleiben.«

»Falls ich etwas höre, sage ich dir Bescheid. Manchmal verbreiten sich die Angebote einfach nur durch Mundpropaganda.«

»Wir sind für jeden Hinweis dankbar. Hm, schmeckt echt lecker«, lobte Robert den noch warmen nach Kirschen duftenden Kuchen, den die Kellnerin ihnen inzwischen gebracht hatte.

»Es ist das Geheimnis eines glücklichen Lebens, sich jeden Tag an einer kleinen Köstlichkeit zu erfreuen«, sagte Thea.