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Die Sammlung "Die großen Klassiker der Antike" lädt den Leser auf eine facettenreiche Reise durch die literarische Welt der Antike ein. Die Werke hierin reichen von Dramen und Epen über philosophische Abhandlungen bis hin zu historischen Schilderungen und Fabeln. Diese Anthologie vereint bedeutende Stücke unterschiedlichster literarischer Genres, die sowohl die Vielfalt der antiken Literatur als auch ihre zeitlose Relevanz betonen. Indem sie Perspektiven von Dramatikern wie Aristophanes und Sophokles mit den erzählerischen Künsten von Homer und Vergil kombiniert, bietet sie ein Kaleidoskop antiker Gedankenwelten. Die hinter dieser Zusammenstellung stehenden Autoren sind sowohl Gelehrte als auch Pioniere ihrer Zeit, die mit ihren Arbeiten fundamentale kulturelle und philosophische Diskurse beeinflussten. Von den tiefgründigen Einsichten des Konfuzius und den strategischen Betrachtungen des Xenophon bis zu den ethischen Überlegungen von Platon und Aristoteles - jedes Werk trägt zum kollektiven Narrativ bei, das den Leser zu einem vertieften Verständnis der antiken Kulturen einlädt. Ihre Werke spiegeln nicht nur die intellektuellen Höhen der alten Zivilisationen wider, sondern auch deren Fragen, die bis heute nachklingen. Für den modernen Leser bietet "Die großen Klassiker der Antike" eine einzigartige Gelegenheit, sich mit den Schöpfungen eines vergangenen, aber immer noch einflussreichen Zeitalters auseinanderzusetzen. Diese Sammlung ist nicht nur eine intellektuelle Erkundung, sondern auch ein zum Nachdenken anregendes Mosaik aus unterschiedlichen Sichtweisen, das den intertextuellen Dialog innerhalb der antiken Literatur fördert. Diese Anthologie ist ein Muss für jeden, der die Wurzeln westlicher und östlicher Zivilisationen verstehen und dabei die reiche Vielfalt der antiken Gedankenwelt schätzen lernen möchte. In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen: - Eine Einführung verknüpft die verschiedenen Stränge, indem sie erörtert, warum diese unterschiedlichen Autoren und Texte gemeinsam in einer Sammlung Platz finden. - Der Abschnitt zum historischen Kontext beleuchtet die kulturellen und intellektuellen Strömungen, die diese Werke geprägt haben, und bietet Einblicke in die gemeinsamen (oder gegensätzlichen) Epochen, die jeden Autor beeinflusst haben. - Eine kombinierte Synopsis (Auswahl) umreißt kurz die wichtigsten Handlungen oder Argumente der enthaltenen Texte, damit die Leser den Gesamtumfang der Anthologie erfassen können, ohne wesentliche Wendungen vorwegzunehmen. - Eine kollektive Analyse hebt gemeinsame Themen, stilistische Variationen und bedeutsame Überschneidungen in Ton und Technik hervor, um Autoren aus verschiedenen Hintergründen miteinander zu verbinden. - Reflexionsfragen ermutigen die Leser, die verschiedenen Stimmen und Perspektiven innerhalb der Sammlung zu vergleichen, und fördern so ein tieferes Verständnis des übergreifenden Gesprächs.
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Veröffentlichungsjahr: 2023
Diese Sammlung versammelt Stimmen aus Mesopotamien, Ägypten, Griechenland, Rom, Indien und China und führt sie zu einem Gespräch über Ursprung, Ordnung und Menschsein zusammen. Von Das Gilgamesch-Epos und Die Lehre für König Merikare über Ilias und Odyssee bis zu Aeneis, Metamorphosen und Die Bekenntnisse entfaltet sich ein weiter Horizont. In Epen, Tragödien, Komödien, Geschichtswerken, philosophischen Untersuchungen, Lehrreden und Romanen stehen Grundfragen im Zentrum: Maß und Tugend, Macht und Gesetz, Liebe und Begehren, Wahrheit und Schein, Freiheit und Schicksal, Selbstpflege und Gemeinschaft. Der Leitgedanke ist die beharrliche Suche nach tragfähigen Lebensformen angesichts von Wandel, Kontingenz und Endlichkeit.
In den politischen und rechtlichen Fragen treten Epos, Tragödie, Komödie, Geschichtsschreibung und Theorie deutlich miteinander in Dialog. Ilias, Odyssee und Aeneis verhandeln Führung und Gefolgschaft, während Antigone und König Ödipus die Spannung zwischen Gesetz, Verwandtschaft und religiöser Bindung zuspitzen. Medea und Hippolytus zeigen, wie Macht und Affekt einander bedrängen; Lysistrate und Die Vögel arbeiten dieselben Konflikte komisch um. Platons Der Staat denkt Ordnung und Gerechtigkeit grundlegend, Xenophons Anabasis und Titus Livius’ Ab urbe condita libri prüfen Handlungsräume in Krisen, Tacitus’ Die Germania beobachtet den Blick über Grenzen. Die Lehre für König Merikare und Lukians Der Tyrannenmörder spiegeln Gefahren und Pflichten der Herrschaft.
Eine starke Achse dieser Auswahl bildet die Reflexion ethischer Lebensführung und geistiger Übung. Die Sokratischen Gespräche eröffnen das prüfende Fragen; Platons Der Staat und Das Gastmahl ordnen Liebe, Erkenntnis und Gemeinsinn; Aristoteles’ Metaphysik und Nikomachische Ethik loten Gründe und Ziele menschlichen Handelns aus. Gespräche von Konfuzius, Reden des Buddha und das Tao Te King setzen andere Akzente der Selbstkultivierung, in denen Maß, Mitgefühl und Gelassenheit vermittelt werden. Selbstbetrachtungen führt die Übung in die tägliche Praxis. Vom Redner erinnert daran, dass Urteilskraft ohne Sprache blind bleibt. So entstehen korrespondierende Wege zu Tugend, Einsicht und Verantwortung innerhalb des Einzelnen und der Gemeinschaft.
Begehren, Liebe und ihre sozialen Folgen werden in vielen Gattungen erprobt. Das Gastmahl denkt Eros philosophisch, Das-Kamasutram untersucht Regeln und Kunst der Erotik, Daphnis und Chloe formt eine poetische Schule der Zuneigung. Satyricon und Der goldene Esel lassen das Spielerische, Groteske und Initiatorische des Begehrens aufblitzen, während Metamorphosen den Wandel als Grundfigur der Leidenschaft gestaltet. Medea, Hippolytus und die Komödien von Aristophanes zeigen, wie persönliche Antriebe mit Recht, Ritual und Macht verschränkt sind. So entstehen kontrastreiche Tonlagen von ernst bis heiter, in denen das Intime zur Probe für Institutionen, Werte und Erzählformen wird.
Erkenntnis und Erfindung begegnen sich in wechselnden Formen. Herodots Historien und Thukydides’ Geschichte des peloponnesischen Kriegs prüfen Ursachen, Stimmen und Belege; Vom Redner reflektiert, wie Sprache Wahrnehmung formt. Aesops Fabeln, Mythen und Märchen destillieren Erfahrung in pointierte Gleichnisse. Göttergespräche und Der Lügenfreund oder der Ungläubige testen Glauben, Skepsis und Spott, Wahre Geschichten spielt mit der Grenzziehung von Reisebericht und Fantasie. Metamorphosen und Der goldene Esel entfalten Wahrheit als Verwandlung, während Sokratische Gespräche das klärende Gegenüber suchen. So entsteht ein Spektrum zwischen Beweis und Bild, in dem Erzählkunst und Kritik einander gegenseitig schärfen.
Reisen, Heimkehr und Gründung bilden eine zweite durchlaufende Linie. Odyssee, Anabasis und Aeneis verdichten Wege durch Gefahr, Entscheidung und Bündnis. Satyricon und Daphnis und Chloe spiegeln das Unterwegssein als Bildung, Irritation und Reifung; Das Gilgamesch-Epos macht aus der Suche den Prüfstein von Freundschaft und Sterblichkeit. Ab urbe condita libri denkt Geschichte als Aufbau von Ordnung, während Die Germania das Eigene am Fremden spiegelt und Historien die Vielfalt der Welt erschließen. So zeigen die Texte, wie Bewegung Räume des Rechts, der Erinnerung und der Erneuerung schafft, und wie aus Wegen Geschichten werden, die Gemeinschaften stiften.
Die heutige Relevanz liegt im offenen Vorrat an Formen, Maßstäben und Bildern. Antigone, Platons Der Staat und Ciceros Vom Redner schärfen Gewissen, Urteil und Öffentlichkeit; Thukydides und Xenophon lehren, Konflikte ohne Illusionen zu lesen. Tao Te King und Konfuzius’ Gespräche bieten Maß für ein Leben im Einklang mit Natur und Gemeinschaft, Reden des Buddha und Mark Aurels Selbstbetrachtungen für Achtsamkeit und Verantwortung. Aesops Fabeln, Ovids Metamorphosen und Lukians Spiele mit Wahrheit nähren künstlerische Fantasie; Aurelius Augustinus’ Die Bekenntnisse öffnen Räume der Innerlichkeit. Diese Texte wirken als Schule der Freiheit, weil sie Unterschiede hörbar machen und Maßstäbe im Streit erproben.
Die Ilias und die Odyssee verhandeln aristokratische Ehrenordnung, Charisma von Basileis und fragile Koalitionen, die in der Frühphase der Polis-Welt wirken. Sophokles’ Antigone und König Ödipus dramatisieren die Kollision zwischen göttlichem Gesetz, Familienpflicht und städtischer Rechtsprechung, während Euripides’ Medea und Hippolytus soziale Grenzziehungen entlang Geschlecht und Kult exponieren. Aristophanes’ Lysistrate und Die Vögel kommentieren demokratische Entscheidungsprozesse, Militarismus und utopische Ausweichphantasien der Athener. Äsops Fabeln übersetzen Machtverhältnisse zwischen Starken und Schwachen in knappe Exempla. In Summe spiegeln diese Texte die politischen Spannungen einer imperialen, doch zerrissenen Polis zwischen Bürgerpflicht, Kriegslust und normativen Institutionen.
Herodots Historien kartieren konkurrierende Ordnungen vom Perserreich bis zu griechischen Stadtstaaten und zeigen, wie Orakel, Ritual und Rede in Machtumsetzung wirken. Thukydides’ Geschichte des peloponnesischen Kriegs analysiert Imperialismus, Bündnispolitik und Diskursmacht innerhalb der Demokratie, exemplarisch in Debatten und Feldzügen. Xenophons Anabasis dokumentiert Söldnerökonomie, persische Herrschaftslogistik und das Krisenmanagement einer Führungsgruppe fern der Polis. Die Sokratischen Gespräche sowie Platons Der Staat und Das Gastmahl verschränken Politik mit Ethik, Erziehung und Rhetorik; sie verhandeln die Legitimierung von Herrschaft, die Gefährdung durch Demagogie und die Frage, wie das Gemeinwesen tugendhaft organisiert werden kann.
Das Gilgamesch-Epos stellt Königtum als Gratwanderung zwischen heroischer Selbstbehauptung und städtischer Fürsorge dar; Die Lehre für König Merikare kodifiziert ägyptische Verwaltungsethik unter Bedingungen dynastischer Fragilität. In Rom markieren Ab urbe condita libri, Vom Redner und Aeneis den Übergang von republikanischer Konkurrenz zur augustäischen Zentralmacht: Titus Livius legitimiert Tradition, Marcus Tullius Cicero diskutiert rhetorische Führung im Senat, Vergil bietet mythische Genealogie für imperiale Ordnung. Tacitus’ Germania definiert römische Identität durch den Blick auf Nachbarn. Ovids Metamorphosen reflektieren Macht, indem sie göttliche Willkür und menschliche Anpassung im Wechselspiel von Gesetz, Gewalt und Fiktion zeigen.
Die Sokratischen Gespräche etablieren den prüfenden Dialog als Erkenntnispraxis, in der ethische Selbstprüfung politisches Urteilsvermögen begründet. Platons Das Gastmahl verbindet Mythos, Logos und dramatischen Rahmen, um Liebe als pädagogische Kraft zu entwickeln; Der Staat modelliert philosophische Argumentation in Form von Gleichnis, Mythos und Definition. Aristoteles’ Metaphysik systematisiert Ursachenlehre und Substanzbegriff, während die Nikomachische Ethik Tugend, Habitus und praktische Klugheit als methodische Achsen entfaltet. Zusammen markieren diese Werke den Übergang von lyrisch-epischer Wissensspeicherung zu begrifflicher Architektur, die normatives, ontologisches und politisches Denken in kohärente, lehrbare Schemata übersetzt. Die Formstrenge schafft zugleich eine Schule interpretativer Disziplin.
Homerische Ilias und Odyssee perfektionieren formelhafte Epos-Technik und mündliche Komposition. Sophokles’ Antigone, König Ödipus sowie Euripides’ Medea und Hippolytus entwickeln dichte Tragödienarchitektur mit Chor, agonaler Rede und psychologischer Zuspitzung; Aristophanes’ Lysistrate und Die Vögel kultivieren politische Komödie mit parabatischen Selbstkommentaren. Äsops Fabeln bieten minimale, paradigmatische Dramaturgie. Vergils Aeneis erneuert das Nationalepos; Ovids Metamorphosen erfinden serielle Verwandlung als Erzählimpuls. Petronius’ Satyricon und Apuleius’ Der goldene Esel experimentieren mit prosaischem Roman und ineinander verschachtelten Geschichten. Longos Daphnis und Chloe begründet zarte Hirtenerzählung. Lukians Göttergespräche und Wahre Geschichten verbinden satirischen Dialog mit phantastischer Reise.
Das Tao Te King kondensiert Weltverständnis in paradoxen Lehrsprüchen, die Handlung durch Nicht-Handeln kontrastieren. Konfuzius’ Gespräche formen sittliche Kultur über ritualisierte Praxis, Familienethik und exemplarische Rede; Reden des Siddhartha Gautama Buddha entfalten dialogisch Leidensdiagnose und kontemplative Disziplin. Das-Kamasutram systematisiert Liebeskunst, Haushaltsführung und soziale Etikette in einem technisch-normativen Kompendium. Mark Aurels Selbstbetrachtungen verwandeln philosophische Übung in tägliche Schreibpraxis, die Affekte ordnet und Verantwortung im Amt prüft. Aurelius Augustinus’ Die Bekenntnisse gestalten das Ich als theologisch interpretierbare Geschichte, wobei Erinnerung, Schrift und Gebet eine innovative geistige Ästhetik der Innerlichkeit und Bekehrung erzeugen.
Die Ilias und die Odyssee wurden in antiken Schulen kanonisiert und später nach Handschriftenfamilien gesichtet; Debatten kreisten um Autorschaftseinheit und Mündlichkeit. Antigone, König Ödipus, Medea und Hippolytus dienten Juristen, Theologen und Regisseuren als Prüfsteine für Gesetz, Schuld und Geschlechterordnung; Lysistrate und Die Vögel befeuerten pazifistische und utopische Bühnenadaptionen. Herodots Historien galten lange als anekdotisch, wurden jedoch angesichts interkultureller Perspektiven rehabilitiert; Thukydides’ Geschichte des peloponnesischen Kriegs blieb Maßstab analytischer Historiografie. Platons Der Staat und Das Gastmahl sowie Aristoteles’ Metaphysik und Nikomachische Ethik erfuhren zyklische Neuübersetzungen, die Interpretation und Lehrtradition jeweils neu ausrichteten.
Vergils Aeneis diente als Imperiumsmythos und wurde zugleich von Lesarten betont, die innere Ambivalenzen herausarbeiten; Ovids Metamorphosen prägten Bildkünste und boten allegorische Reservoirs. Tacitus’ Germania wurde politisch instrumentalisiert und später kritisch rehistorisiert; Titus Livius und Marcus Tullius Cicero blieben Referenztexte für Staats- und Redekunst. Lukians Wahre Geschichten gewannen Rang als Vorläufer phantastischer Prosa, Petronius’ Satyricon als Fragment ein editorisches Problem. Apuleius’ Der goldene Esel und Longos Daphnis und Chloe befruchteten Roman- und Liebeserzählung. Mark Aurels Selbstbetrachtungen und Aurelius Augustinus’ Die Bekenntnisse prägten Selbstschreibweisen; Tao Te King, Gespräche, Reden und Das-Kamasutram wurden in Übersetzung kontrovers gedeutet.
Mythisches Königs- und Freundschaftsepos über Ruhm, Sterblichkeit und die Suche nach Sinn im Angesicht des Endlichen, getragen von heroischer Wucht und elegischer Nachdenklichkeit.
Resoniert mit den homerischen Epen in der Frage nach Ruhm und mit den stoischen und christlichen Selbstbefragungen bei Mark Aurel und Augustinus in der Annahme der Endlichkeit.
Ägyptische Unterweisungsliteratur über kluge Herrschaft, Gerechtigkeit und Maß, mit nüchternem, pragmatischem Ton.
Steht im Dialog mit Platons Staatsdenken und mit den römischen Geschichtsschreibern über Staatskunst und Tugend, und kontrastiert die griechische Tragik politischer Konflikte.
Zwei Gründungsepen über Zorn, Ehre und Krieg sowie über Heimkehr und List, pathetisch-kriegerisch und abenteuerlich-meditativ zugleich.
Geben den Maßstab für Vergils Aeneis und werden ethisch von den Tragikern befragt, während Philosophie und Ethik die in ihnen verhandelten Werte theoretisch zuspitzen.
Kurze, pointierte Tier- und Menschengeschichten mit praktischer Moral, heiter-ironisch und lehrhaft.
Bietet einen populären Gegenakzent zu Epos und Systemphilosophie und bereitet mit seiner satirischen Schärfe Lukians Spott und Petronius' Gesellschaftskritik vor.
Enzyklopädische Erkundung der Ursachen der Kriege und der Vielfalt der Sitten, mit neugieriger, erzählerischer Offenheit.
Kontrastiert Thukydides' Strenge und findet historische Fortsetzungen bei Livius und Tacitus, während Tragödie und Komödie die geschilderten Konflikte emotional zuspitzen.
Analytische Darstellung von Macht, Furcht und Nutzen als Triebkräften der Politik, nüchtern, präzise und illusionslos.
Legt ein Fundament für politisches Denken, das Platon und Aristoteles theoretisieren und das Xenophon erzählerisch erdet.
Abenteuerliche Rückkehrsgeschichte einer Söldnerarmee, die Führung, Disziplin und praktische Klugheit im Feld erprobt, klar und sachlich erzählt.
Spiegelt thukydideische Realpolitik im Kleinen und steht in leiser Resonanz zu stoischer Selbstlenkung und den späteren moralischen Selbsterforschungen.
Dialogische Prüfungen von Tugend, Wissen und Lebensführung, geprägt von Ironie, begrifflicher Schärfe und ethischer Dringlichkeit.
Sie bilden den Nährboden für Platons große Entwürfe und setzen einen Maßstab, an dem Rhetorik bei Cicero und praktische Klugheit bei Xenophon sich messen.
Ein Reigen von Reden über Eros als Spannkraft vom Körperlichen zum Schönen selbst, spielerisch und zugleich aufsteigend-kontemplativ.
Korrespondiert mit dem Kamasutram in der Vielfalt der Liebe, mit Ovids Wandlungen von Begehren und mit Aristoteles' ethischem Maß.
Entwurf der gerechten Polis und der seelischen Ordnung mit Erkenntnislehre und Herrschaft der Philosophie, normativ und dialektisch.
Verhandelt Regierungsprinzipien, die von Merikare bis Tacitus historisch gespiegelt und von Tragödie und Komödie auf ihre menschliche Zumutbarkeit geprüft werden.
Systematische Untersuchung von Sein und Ursache sowie Bestimmung des guten Lebens als Tugendpraxis und Maß, nüchtern-analytisch.
Bietet den Gegenpol zu Platons Idealismus und liefert eine ethische Grammatik, die in römischer Moral, stoischer Selbstdisziplin und christlicher Innerlichkeit weiterklingt.
Tragödien über Gesetz und Gewissen sowie über Selbstwissen und Schicksal, streng, konzentriert und erschütternd.
Prüfen die politischen und ethischen Programme der Philosophen auf menschliche Tragfähigkeit und setzen Kontrapunkte zu homerischer Heldenhaftigkeit.
Psychologisch zugespitzte Tragödien über Begehren, Ausgrenzung und göttliche Willkür, provokativ und verstörend.
Dekonstruieren heroische Ideale aus Epos und Geschichte und bereiten die Ambivalenzen römischer Satire und des antiken Romans vor.
Politische Komödien, die mit Fantasie und Obszönität Kriegsmüdigkeit und Machtkritik artikulieren, verspielt und beißend zugleich.
Ihre Satire resoniert mit Lukians Spott und Petronius' Groteske und balanciert die düsteren Töne der Tragödie und der Geschichtsschreibung.
Aphoristische Weisheitslehre über Nicht-Handeln, Bescheidenheit und den Weg, paradox, still und lakonisch.
Setzt einen östlichen Kontrapunkt zur westlichen Kontrollutopie bei Platon und ergänzt Konfuzius' Sozialethik und buddhistische Befreiungswege.
Kurze Lehrsätze über Ritual, Bildung, Hierarchie und Tugend als soziale Praxis, gelassen und pragmatisch.
Korrespondiert mit Merikare und Aristoteles' Ethik im Tugendbegriff und kontrastiert Laotses Rückzug in die Spontaneität.
Lehren über Leiden, Vergänglichkeit und den Pfad der Befreiung, diagnostisch, mitfühlend und präzise.
Bietet eine spirituelle Alternative zu stoischer Selbstführung und christlicher Beichte und relativiert heroische Ruhmsuche in Epos und Geschichte.
Handbuch der Liebe, des Begehrens und der sozialen Rollen, sachlich, detailreich und weltzugewandt.
Spiegelt und kontrastiert Platons Eros-Lehre, Ovids Spiel mit Verwandlungen und buddhistische Askese.
Römische Nationalgeschichte als moralische Galerie von Vorbildern und Warnungen, würdevoll und didaktisch.
Dialogisiert mit Vergils Aeneis im Gründungsnarrativ und wird von Tacitus' schärferem Blick und Petronius' Satire geerdet.
Knappe Ethnographie, die Fremde als Spiegel römischer Laster und Tugenden zeigt, pointiert und kritisch.
Ergänzt Livius' Rom-Zentrierung und stellt Platons Idealstaat eine ernüchternde Beobachtung realer Sitten gegenüber.
Dialog über Redekunst als Einheit von Weisheit, Ethos und Stil, elegant und schulbildend.
Vermittelt zwischen philosophischer Theorie und politischer Praxis und klärt die sprachliche Dimension in Geschichte, Tragödie und Satire.
Römisches Epos über Pflicht, Pietas und göttliche Führung, feierlich und teleologisch.
Relektüre Homers aus römischer Perspektive und Spiegel für Livius' Historie, mit Gegenakzenten von Ovids spielerischer Mythenkunst.
Kaskade von Verwandlungsgeschichten über Begehren, Macht und Kunst, leichtfüßig, ironisch und elegisch.
Konterkariert Vergils Staatsmythos und inspiriert Apuleius' Prosa-Metamorphose sowie Platons Eros-Diskurs aus poetischer Sicht.
Satirische Dialoge und Erzählungen, die Götter, Macht und Leichtgläubigkeit entzaubern, witzig, skeptisch und experimentell.
Knüpft an Aristophanes' Spott an, beleuchtet die dunklen Seiten römischer Gesellschaft wie Petronius und relativiert heroische und philosophische Ernsthaftigkeit.
Pikaresker Roman über Exzesse, Täuschungen und soziale Groteske, fragmentarisch, derb und stilverspielt.
Kontrastiert die erhabene Aeneis und moralische Ernsthaftigkeit bei Philosophen und öffnet den Weg zum metamorphischen Spiel bei Apuleius.
Abenteuerliche Metamorphose-Geschichte zwischen Komik, Magie und Erleuchtung, üppig und vielstimmig.
Verbindet Ovids Wandlungsfantasie mit romaneskem Erzählen und spiegelt zwischen Heiterkeit und Innerlichkeit den Weg zu Augustinus' Bekenntnissen.
Pastorale Liebesgeschichte über Erwachen, Bildung des Gefühls und soziale Einbindung, zart und idyllisch.
Ein sanfter Widerhall homerischer Irrfahrten und ovidischer Liebeskunst, der den harten Tönen von Tragödie und Satire ein Gegenbild bietet.
Persönliche Notizen über Vergänglichkeit, Pflicht und innere Haltung, streng, tröstlich und lakonisch.
Antwortet auf epische Schicksalsfragen mit Selbstregierung und bildet eine Brücke zu buddhistischer Einsicht und augustinischer Innerlichkeit.
Spirituelle Autobiographie über Erinnerung, Fehl und Gnade, introspektiv, suchend und rhetorisch kunstvoll.
Transformation klassischer Ethik in christliche Innerlichkeit, im Gespräch mit Platonischer Metaphysik und stoischer Selbstprüfung.
Der alles gesehn hat überall, das Land regierte, Der die Ferne kannte, Jegliches erfaßt hatte, . . . er gleichermaßen; Alles an Kenntnis der Dinge allzumal hatte Anu ihm bestimmt. Verwahrtes auch sah er, Verborgenes erblickte er; Hat Kunde gebracht von vor der Sintflut, Fernen Weg befahren, war dabei matt einmal und wieder frisch, Auf einen Denkstein hat er die ganze Mühsal gemeißelt. Die Mauer um Uruk-Gart ließ er bauen, Um das heil‘ge Eanna, den strahlenden Hort.
Sieh an seine Mauer, deren Friese wie Bronzeschalen scheinen! Ihren Sockel beschau, dem niemands Werk gleicht! Auch den Blendstein faß an — der seit Urzeiten da ist! — Nahe dich Eanna, dem Wohnsitz Ischtars — Das kein späterer König, kein Mensch ebenso machen kann! Auch steig auf die Mauer von Uruk, geh fürbaß, Prüfe die Gründung, besieh das Ziegelwerk! Ob ihr Ziegelwerk nicht aus Backsteinen ist, Ihren Grund nicht legten die sieben Weisen! Ein Sar die Stadt, ein Sar die Palmgärten, ein Sar die Flußniederung, dazu der (heilige) Bereich des Ischtartempels: Drei Sar und den (heiligen) Bereich von Uruk umschließt sie.
Sieh dir an die Urkundenkapsel aus Kupfer, Nimm ab davon das Schloß aus Bronze! Öffne die Tür vor seinem verborgenen Schatz, Komm und lies gründlich die Lapislazuli-Tafel, Die erzählt, wie er, Gilgamesch, durch alle Beschwernisse zog! Überragend ist er weit voran den Königen, der Ruhmreiche von schöner Gestalt, Der heldenhafte Abkömmling von Uruk, der stößige Stier. Er geht voran, ist der Allererste; Er geht hinterher, ist die Stütze seiner Brüder, Ein starkes Kampfnetz, der Schirm seines Heerbanns; Eine wilde Wasserflut, die Steinmauern zerstört, Sproß des Lugalbanda, Gilgamesch, der an Kräften Vollkommene, Kind der erhabenen Kuh Rimat-Ninßun.
Der Wildstier Gilgamesch, der Vollkommene, Ehrfurchtgebietende, Der da fand die Eingänge in das Gebirge, Der dürstete nach den Zisternen am Rand des Steppenlandes. Der die See überfuhr, das weite, zum Sonnenaufgang hin liegende Meer. Der die Weltränder ins Auge faßte, überall das Leben suchend, Der in seiner Stärke gelangte bis hin zum fernen Utnapischtim. Der die Städte wiederherstellte, die die Sintflut vernichtet hatte. Nicht ... für die umwölkten Menschen, Der mit ihm verglichen werden könnte für das Königtum, Der wie Gilgamesch sprechen könnte: »Ich bin der König!«
Gilgamesch, seit dem Tage, an dem er geboren wurde, ist sein Name herrlich. Zwei Drittel an ihm sind Gott, ein Drittel nur Mensch. Das Bild seines Leibes hat ihm die Mach ... Sie bereitete seine Gestalt ... . . . ist prächtig
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In den Hürden von Uruk geht er einher, Wilde Kraft setzt er ein gleich dem Wildstier, erhabenen Schrittes! Keinen Nebenbuhler hat seiner Waffen Aufbruch! Durch seine Trommel sind dauernd im Gang seine Gesellen. Immer neu regten sich auf die Mannen von Uruk über willkürliches Tun. »Nicht läßt Gilgamesch den Sohn zum Vater. Am lichten Tag und bei Nacht bäumt er sich wild auf. Gilgamesch ist der Hirte von Uruk-Gart, Übermächtig, stattlich, kundig und weise!
Nicht läßt Gilgamesch die Jungfrau zum Geliebten,¶ Die Tochter des Helden, die Gemahlin des Mannen.« Ihre Klage hörten so oft die großen Götter, Die Götter des Himmels riefen Uruks Herrscher Anu: »Schufest nicht du den trotzigen Wildstier? Keinen Nebenbuhler hat seiner Waffen Aufbruch. Durch die Trommel sind aufgestört seine Gesellen;
Nicht läßt Gilgamesch den Sohn zum Vater, Am lichten Tag und bei Nacht trotzt er ganz wild! Und er ist nun der Hirte von Uruk-Gart, Er, ihr Hirte — und dennoch bedrückt er sie! Übermächtig, stattlich, kundig und weise!
Nicht läßt Gilgamesch die Jungfrau zum Geliebten, Die Tochter des Helden, die Gemahlin des Mannen. «Ihre Klage hörte immer neu der erhabene Anu; Aruru rief man, die große: »Du, Aruru, hast geschaffen, was Anu befahl! Nun erschaffe, was er befiehlt! Dem des andern sei gleich dessen Herzensungestüm! Wettstreiten sollen sie — Uruk erhole sich!«
Kaum daß Aruru dieses hörte, Schuf sie sich im Herzen, was Anu befahl; Aruru wusch sich die Hände, Kniff sich Lehm ab, warf ihn draußen hin. Enkidu, den gewaltigen, schuf sie, einen Helden, Einen Sprößling der Nachtstille, mit Kraft beschenkt von Ninurta Mit Haaren bepelzt am ganzen Leibe; Mit Haupthaar versehen wie ein Weib: Das wallende Haupthaar, ihm wächst‘s wie der Nisaba! Auch kennt er nicht Land noch Leute: Bekleidet ist er wie Sumukan! So verzehrt er auch mit den Gazellen das Gras, Drängt er hin mit dem Wilde zur Tränke, Ward wohl seinem Herzen am Wasser mit dem Getier.
Auf ihn nun stieß gegenüber der Tränke Ein Jäger, ein gewalttät‘ger Mensch: Einen ersten Tag, einen zweiten und dritten Stieß er auf ihn gegenüber der Tränke. Da ihn sah der Jäger, ward reglos sein Antlitz; Er trat mit seinen Tieren in sein Haus, Geriet in Erregung, wurde starr und stumm, Verstört war sein Herz, sein Antlitz umwölkt; In seinem Gemüt hielt Einzug der Harm, Einem Wandrer ferner Wege war gleich sein Antlitz.
Der Jäger tat zum Reden den Mund auf Und sprach zu seinem Vater: »Mein Vater, ein Mann, der vom Steppenland gekommen — Der Stärkste im Land ist er, Kraft hat er, Gleich der Feste des Anu gewaltig ist seine Stärke — Er streift im Steppenland beständig umher, Beständig frißt mit dem Wild er das Gras, Beständig weilt sein Fuß gegenüber der Tränke; Ich vermochte ihm nicht zu nahen vor Furcht. Die ich auswarf, die Gruben, er füllte sie an! Die Flügelnetze, die ich spannte, riß er heraus, Ließ entrinnen meinen Händen das Wild, der Steppe Getier! Nicht gibt er zu mein Tun in der Steppe!«
Sein Vater tat zum Reden den Mund auf Und sprach zum Jäger: »Wisse, mein Sohn, in Uruk wohnt Gilgamesch, Niemand gibt es, der ihn übermochte, Gleich der Feste des Anu gewaltig ist seine Stärke. Auf ihn, den König, richte dein Antlitz, Ihm bring die Kunde vom Gewalt-Menschen! Eine Schamkat leih‘ er dir! Führ sie zur Steppe! Mag das Weib dort bewält’gen den Mann wie ein Starker! Wann denn das Wild herankommt zur Tränke, Dann werfe sie ab ihr Kleid, er schwelge in ihrer Lust! Sieht er sie erst, so wird er ihr nahn: Doch sein Wild wird ihm untreu, das aufwuchs mit ihm in der Steppe.«
Auf den Rat seines Vaters brach er auf, Ging der Jäger fürbaß zu Gilgamesch, Nahm den Weg, stand still inmitten von Uruk: »Höre mich, Gilgamesch, rate mir auch! Ein Mann, der vom Steppenland gekommen — Der Stärkste im Land ist er, Kraft hat er, Gleich der Feste des Anu gewaltig ist seine Stärke — Er streift im Steppenland beständig umher, Beständig frißt mit dem Wild er das Gras, Beständig weilt sein Fuß gegenüber der Tränke; Ich vermochte ihm nicht zu nahen vor Furcht. Die ich auswarf, die Gruben, er füllte sie an! Die Flügelnetze, die ich spannte, riß er heraus, Ließ entrinnen meinen Händen das Wild, der Steppe Getier! Nicht gibt er zu mein Tun in der Steppe!«
Gilgamesch sprach zu ihm, zum Jäger: »Geh, führ, o Jäger, mit dir Die Priesterin nun, die Schamkat! Wann denn das Wild herankommt zur Tränke, Dann werfe sie ab ihr Kleid, sie enthüll‘ ihre Wollust! Sieht er sie erst, so wird er ihr nahn: Doch sein Wild wird ihm untreu, das aufwuchs mit ihm in der Steppe.«
Es ging der Jäger, führend Die Priesterin mit sich, die Schamkat; Sie nahmen den Weg, wählten die rechte Straße. Am dritten Tag langten sie an am Ort der Bestimmung. In ihr Versteck setzten der Jäger sich und die Schamkat. Den ersten Tag, den zweiten Tag setzten sie sich gegenüber der Tränke. Es kam das Wild und trank an der Tränke, Es kam das Getier, fand sein Wohlsein am Wasser. Aber Enkidu, der dem Steppenland entsprossen ist, Er verzehrt auch mit den Gazellen das Gras, Trinkt mit dem Wild an der Tränke, Ward wohl seinem Herzen am Wasser mit dem Getier. Ihn sah die Schamkat, den Wildmenschen, Den würgerischen Menschen aus dem Innern der Steppe.
»Dies ist er, Schamkat! mach frei deine Brust, Deinen Schoß tu auf, daß deine Fülle er nehme! Scheue dich nicht, nimm hin seinen Atemstoß! Sieht er dich erst, so wird er dir nahn. Dein Gewand entbreite, daß auf dir er sich bette, Schaff ihm, dem Wildmenschen, das Werk des Weibes: Dann wird sein Wild ihm untreu, das aufwuchs mit ihm in der Steppe; Sein Liebesspiel wird er über dir raunen!«
Ihren Busen machte die Schamkat frei, Tat auf ihren Schoß, er nahm ihre Fülle, Sie scheute sich nicht, nahm hin seinen Atemstoß, Entbreitet‘ ihr Gewand, daß auf ihr er sich bettete, Schaffte ihm, dem Wildmenschen, das Werk des Weibes — Sein Liebesspiel raunte er über ihr.
Sechs Tage und sieben Nächte war Enkidu auf, Daß er die Schamkat beschlief. Als er von ihrem Genusse satt war, Richtet‘ er sein Antlitz hin auf sein Wild: Da sie ihn, Enkidu, sahen, Sprangen auf und davon die Gazellen, Wich von seinem Leibe das Wild der Steppe. Anspringen ließ Enkidu seinen gereinigten Leib, Doch ihm versagten die Knie, da hinwegging sein Wild. Gehemmt wurde Enkidu, seines Laufens ist nicht wie zuvor.
Er aber wuchs, ward weiten Sinnes, Kehrte um und setzte sich zu Füßen der Schamkat, Ihr ins Antlitz schauend, der Schamkat; Der Priesterin, wie sie redet, hören zu seine Ohren.
Die Schamkat sprach zu ihm, zu Enkidu: »Weise bist du, Enkidu, bist wie ein Gott! Warum läufst du in die Steppe mit dem Getier? Komm, ich führ dich hinein nach Uruk-Gart, Zum strahlenden Tempel, dem Wohnsitz von Anu und Ischtar! Wo Gilgamesch ist, vollkommen an Stärke, Und wie ein Wildstier seine überragende Kraft erprobt an den Mannen!«
Da zu ihm sie gesprochen, fand Beifall ihre Rede: Der Kluggesinnte sucht einen Freund. Enkidu sprach zu ihr, zur : »Komm, Schamkat, lade du mich ein! Zum strahlenden Tempel, dem Wohnsitz von Anu und Ischtar, Wo Gilgamesch ist, vollkommen an Stärke, Und wie ein Wildstier seine überragende Kraft erprobt an den Mannen! Ich, ja ich will ihm die Fehde ansagen, heftig tobe der Kampf! Rühmen will ich mich in Uruk: „Der Starke bin ich!“ Zieh ich ein, so ändre ich die Geschicke! Der geboren in der Steppe — er hat ja Kräfte!« —
»Komm, laß uns gehn, mag er sehen dein Antlitz; Ich zeig Gilgamesch dir! Wo er ist, weiß ich wohl: Schau hin inmitten von Uruk-Gart, Enkidu, Zu den Männern, herrlich mit Gürteln angetan! Täglich wird dort ein Fest gefeiert Wo erdröhnen man läßt die Trommeln, Und Schamkats da sind, geschaffen, wie‘s ihnen ansteht, Überreich an Fülle, sind sie voll Jauchzens. Aufs Nachtlager sind gebreitet die großen Decken. Enkidu, dir, der du das Leben nicht kennst, Will ich Gilgamesch zeigen, den so ungleich Gestimmten ! Sieh ihn, schau auf sein Angesicht: An Männlichkeit schön ist er, Würde hat er, An Fülle überreich an seinem ganzen Leibe; Stärke, gewalt‘gere, hat er denn du, Ohne Ruhe bei Tag und bei Nacht.
Enkidu, gib deine Unart auf! Gilgamesch — Schamasch hat Lieb‘ ihm erzeigt, Anu, Enlil und Ea den Sinn ihm geweitet: Ehe aus der Steppe du gekommen, Sah Gilgamesch Träume von dir in Uruk: Auf stand Gilgamesch, erzählt‘ den Traum, Und sprach zu seiner Mutter: „O Mutter, im Traum meiner letzten Nacht Ging ich kraftgeschwellt fürbaß unter den Mannen; Da sammelten sich um mich die Sterne des Himmels — Die Waffe des Anu stürzte auf mich herab; Heben wollt‘ ich‘s, da war sie mir zu schwer, Bewegen wollt‘ ich‘s und konnt‘s nicht bewegen! Uruk-Land sammelte sich herzu, Die Mannen küßten die Füße ihm; Da lehnt‘ ich mich dagegen, sie standen mir bei, Ich hob sie auf und trug‘s hin zu dir.“
Gilgameschs Mutter, der alles kund ist, sprach zu Gilgamesch: „Vielleicht, Gilgamesch, wurde einer wie du In der Steppe geboren, Heranwachsen ließ ihn das Steppenland — Siehst du ihn, so wirst du Freude haben; Die Mannen küssen die Füße ihm! Du wirst ihn umarmen, ihn zu mir führen! Der starke Enkidu ist‘s, Ein Gesell, der dem Freund aus der Not hilft! Der Stärkste im Land ist er, Kraft hat er, Gleich der Feste des Anu gewaltig ist seine Stärke! Wie über einem Weib hast du über ihm geraunt, ... er aber wird dich immer wieder erretten.“
Er legte sich schlafen und sah einen anderen Traum; Stand dann auf, sprach zu seiner Mutter: „O Mutter, ich sah einen anderen Traum; Ich schaute ein ... auf der Straße von Uruk-Markt. Eine Axt lag plötzlich da Versammelt war man über ihr. Diese Axt sah unheimlich aus! Da nun ich sie erblickte, wurde ich froh, Gewann sie lieb; wie über einem Weib Raune ich über ihr. Ich nahm sie und legte an meine Seite sie an.“
Die Mutter Gilgameschs, die weise, alles Wissens kundig, Sprach zu ihrem Sohn, Rimat-Ninßun, die weise, alles Wissens kundig, Sprach zu Gilgamesch: „Die Axt, die du sahst, ist ein Mann! Du gewannst ihn lieb, wie über einem Weib wirst du über ihm raunen, Und ich werde ihn mit dir gleichstellen. Er wird zu dir kommen, Der Gesell, der dem Freund aus der Not hilft! Im Lande ist er stark, übt Gewalt, Gleich der Feste des Anu gewaltig ist seine Stärke!“ Nochmals sprach Gilgamesch zu seiner Mutter: „Auf Befehl des großen Beraters Enlil möge es eintreffen: Möcht‘ einen Freund ich gewinnen, einen Berater. Gewinnen möcht‘ einen Freund ich als Berater! Du deutetest mir die Träume von ihm!“«
Enkidu saß vor der Schamkat; Es umschmeichelten einander die beiden. Die Steppe vergaß nun Enkidu, wo er geboren ward.
Er hörte ihr Wort, stimmte zu ihrer Rede, Des Weibes Rat fiel in sein Herz. Ein Gewand zog sie aus: Ihn bekleidete sie mit dem einen, Das andere Gewand behielt sie selbst an. Sie nahm ihn an die Hand, ihn wie ein Gott Zu führen zu des Hirten Tisch, zur Stätte des Hofes. Um ihn scharten die Hirten sich. Aber Enkidu, der im Gebirge daheim ist — Verzehrte auch mit den Gazellen das Gras,
[drei Verse fehlen]
Pflegt‘ er die Milch des Getiers zu saugen. Sie setzten ihm Speise vor, er sah genau hin, Er schaut und guckt Nicht weiß Enkidu Brot zu essen. Rauschtrank zu trinken ward er nicht gelehrt! Die Schamkat tat den Mund auf und sprach zu Enkidu: »Iß das Brot, Enkidu, das gehört zum Leben! Trink den Rauschtrank, wie‘s Brauch ist im Lande!« Brot aß Enkidu, bis er gesättigt war, Trank den Rauschtrank — der Krüge sieben! Frei ward sein Inneres und heiter, Es frohlockte sein Herz, und sein Antlitz erstrahlte! — Mit Wasser wusch er ab seinen haarigen Leib: Er salbte sich mit Öl und wurde dadurch ein Mensch. Ein Gewand zog er an, wie die Männer ist er nun. Seine Waffe nahm er, gegen die Löwen anzugehen; Es legten sich nachts schlafen die Hirten ! Er erschlug die Wölfe, verjagte die Löwen. Es ruhten die alten
Hüter: Enkidu ist ihr Wächter, Der wache Mensch, der eine Mann.
[Lücke von 14 Versen. Enkidu ist mit der Schamkat zusammen:]
Der Wollust ergibt er sich. Da er aufhob die Augen, erblickt‘ er einen Menschen! Zur Schamkat sprach er: »Schamkat, laß den Menschen fortgehen! Weswegen kam er? Seinen Namen will ich rufen!« Die Schamkat rief den Menschen an, Trat zu ihm hin und sprach zu ihm: »Mann, wohin eilst du? Worum geht dein Mühen?« Der Mann tat den Mund auf und sprach zu Enkidu: »Zum Hochzeitshause lud man mich ein. Das Schicksal der. Leute ist die Erstwahl zur Brautschaft! [Gilgamesch nahm das jus primae noctis für sich in Anspruch; die Männer in Uruk mussten ihm dann ihre Häuser offen halten. Das „Netz der Leute“ trennt den Schlafraum vom Wohnraum ab.]
Auf den Tisch häufte ich die Festspeisen, Die köstlichen Gerichte des Hochzeitshauses. Für den König von Uruk-Markt als Erstwerber Ist geöffnet das Netz der Leute! Für Gilgamesch, den König von Uruk-Markt, als Erstwerber, Ist geöffnet das Netz der Leute! Die, so zu Ehefraun bestimmt sind, beschläft er, -Er zuvor, danach erst der Ehemann: Nach göttlichem Rat ist‘s geboten, Schon als man ihm abschnitt die Nabelschnur, Ward‘s ihm bestimmt. « Auf des Mannes Wort Wurde bleich sein Antlitz.
[Lücke von 9 Versen]
Voran geht Enkidu, und die Schamkat ihm nach, Da er hineingekommen nach Uruk-Markt, Scharte um ihn sich die Bürgerschaft; Da er stehn bleibt auf der Straße von Uruk-Markt, Sind geschart auch die Leute und sprechen von ihm: »Er gleicht an Gestalt dem Gilgamesch, Ist jedoch kleiner an Wuchs, aber überaus stark. Vielleicht, wo er geboren wurde, aß er die Kräuter des Frühlings,. Saugte immer wieder ein die Milch des Getiers. Dauernd fanden in Uruk Opfer statt, Die Mannen reinigten sich, Wie schwache Kindlein küssen sie seine Füße: Hingestellt ist eine Leier für den Mann, dessen Gesicht gleichmütig ist; Für Gilgamesch ist wie für einen Gott eine Opfergabe hingestellt.. Der Ischchara ist schon das Lager gerüstet, Gilgamesch war mit der jungen Frau in der Nacht zusammengekommen.
[Ischchara ist eine Göttin, der Ischtar verwandt. Es ist hier von der „heiligen Hochzeit“ die Rede, die der Stadtfürst von Zeit zu Zeit mit einer Priesterin oder einer noch unberührten Frau als Vertreterin der Göttin feierte, um dem Land die Fruchtbarkeit zu erhalten.]
Als er herankam, trat ein Mann hin auf der Straße, Versperrte den Weg dem Gilgamesch,
[Lücke von 9 Versen]
Gilgamesch ... Über ihm ... zürnt er ... Er machte sich auf und ging auf ihn zu, Sie stießen zusammen auf dem Markte des Landes. Enkidu sperrte das Tor mit dem Fuß, Dal Gilgamesch eintrat, gab er nicht zu. Da packten sie sich, gingen in die Knie wie Stiere, Zerschmetterten den Türpfosten, es erbebte die Wand! — Gilgamesch und Enkidu — Ja, sie packten sich, gingen in die Knie wie Stiere, Zerschmetterten den Türpfosten, es erbebte die Wand! — Als Gilgamesch ins Knie sank, am Boden den Fuß — Da verrauchte sein Zorn, er wandte seine Brust. Sobald er gewandt seine Brust, Sprach Enkidu zu ihm, zu Gilgamesch: »Wie so einzig gebar deine Mutter dich, Des Geheges4 Wildkuh, Rimat-Ninßun! [Für die jüngere Fassung des Epos war diese Frau die Mutter des Gilgamesch]
Erhöht ist über die Männer dein Haupt, Dir bestimmte der Leute Königtum Enlil! Die Fürsten der Welt überragt deine Kraft..
[Lücke von etwa 10 Versen]
Sie küßten einander und schlossen Freundschaft...
»Der Stärkste im Land ist er, Kraft hat er! Wie die Feste des Anu gewaltig ist seine Stärke! Stand hält ihm niemand! — Erweis du ihm Gnade!« Die Mutter des Gilgamesch sprach zu ihrem Sohn, Rimat-Ninßun sprach zu Gilgamesch: »Mein Sohn, ... Bitterlich . . . «
[drei Verse fehlen]
»Bitterlich klagt er... Nicht hat Enkidu Vater und Mutter; Sein loses Haupthaar wurde niemals geschnitten, In der Steppe ist er geboren, so erzog ihn niemand.« Es stand Enkidu da, er vernahm seine Rede, Seine Augen füllten mit Tränen sich, Weh ward ihm zumute, ... mühte er sich ab; Enkidus Augen füllten mit Tränen sich, Weh ward ihm zumute, ... mühte er sich ab. Sie faßten einander, zusammen sich setzend, Die Hände verschrankend wie Liebende — Gilgamesch neigte sein Antlitz herab — Und sprach zu Enkidu: »Mein Freund, warum sind gefüllt deine Augen mit Tränen, Ward weh dir zumute, mühtest... du dich ab?« Enkidu tat den Mund auf und ,sprach zu Gilgamesch: »Die Klagen, mein Freund, machten meinen Nacken starr; Meine Arme sind erschlafft, meine Kraft ward geschwächt. Gilgamesch tat den Mund auf und sprach zu Enkidu:
[vier Verse fehlen]
»Im Wald wohnt der reckenhafte Chumbaba, Ich und du, wir wollen ihn töten, Aus dem Lande tilgen jegliches Böse! Laß uns fällen den Zederbaum !«
[drei Verse fehlen]
Enkidu tat den Mund auf und sprach zu Gilgamesch:. »Ich erfuhr es, mein Freund, im Steppenland Da umher ich streift‘ mit dem Wild: Auf sechzig Doppelstunden liegt unberührt der Wald1 Wer ist‘s, der hinab in sein Inneres steige? Chumbaba — sein Brüllen ist Sintflut, Ja, Feuer sein Rachen, sein Hauch der Tod!.
Weswegen begehrtest du, solches zu tun? Man besteht nicht im Kampf um Chumbabas Wohnsitz.« Gilgamesch tat seinen Mund auf und sprach zu Enkidu: »Des Waldes Berg will ich ersteigen.
[ein Vers fehlt]
Zum Wald will ich ziehen, der Wohnstatt Chumbabas, Eine Axt und ein Schwert sollen mir Helfer sein! Du bleibe nur hier, ich werde hinziehn.« Enkidu tat den Mund auf und sprach zu Gilgamesch: »Wie sollen wir hinziehn ... zum Walde der Zeder? Sein Wächter ist Wer [oder „Werwer“ eine Wettergottgestalt] . . . Stark ist er und schlummert nimmer. Chumbaba..., Wer ist mit ihm, Adad... Zu bewahren die Zeder hat Enlil ihn Als Schrecknis bestimmt für die Leute! Und wer hinab in den Wald steigt — Lähmung packt ihn!«
Gilgamesch tat den Mund auf und sprach zu Enkidu »Wer, mein Freund, könnte zum Himmel aufsteigen? Götter nur thronen ewig mit Schamasch; Der Menschheit Tage aber, sie sind gezählt, Eitel Wind ist, was immer sie wirken mag! Du hier aberscheuest den Tod! Was ist‘s mit der Kraft deines Heldensinns? So will ich denn ziehen, dir voran — Dein Mund mag dann rufen: „Geh ,ran! Sei nicht bang!“ Fiele ich selbst —
meinen Namen richtet‘ ich auf: “Gilgamesch hat wider den reckenhaften Chumbaba den Kampf gewagt“, wird es heißen. Du wurdest geboren und wuchsest auf in der Steppe, Ein Löwe sprang dich an, du weißt alles!
[fünf Verse fehlen]
Ich will Hand anlegen, die Zeder abhaun, Einen Namen, der dauert — mir will ich ihn setzen! Jetzt, mein Freund, will ich zum Waffenschmied mich aufmachen! Beile soll man gießen vor uns.«
Die Ältesten von Uruk-Markt sprachen hinwiederum zu Gilgamesch: »Weil du jung bist, Gilgamesch, trägt dein Herz dich davon: Du weißt nicht, was immer du tun sollst. Wie wir hören, sieht Chumbaba gar unheimlich aus — Wer ist es, der seinen Waffen begegnet? Auf sechzig Doppelstunden liegt unberührt der Wald — Wer ist‘s, der hinab in sein Inneres steige? Chumbaba — sein Brüllen ist Sintflut, Ja, Feuer sein Rachen, sein Hauch der Tod! — Weswegen begehrtest du, solches zu tun? Man besteht nicht im Kampf um Chumbabas Wohnsitz. « Da Gilgamesch das Wort seiner Ratgeber angehört, Heftet‘ er lächelnd den Blick auf seinen Freund: »Jetzt, mein Freund, sage ich s Mag ich ihn auch fürchten ...,
[acht Verse fehlen]
»Dein Schutzgott möge dich bewahren, Dich den Weg gesund vollenden lassen Her zum Staden von Uruk-Markt.« Da Gilgamesch hingekniet, hob er die Hand empor: »Was sie gesprochen, möge geschehen. Nun zieh ich, Schamasch! ... Auch fürderhin mög‘ ich heil am Leben bleiben! Heim laß mich kehren zum Walle in Frieden! Breite du über mich deinen Schirm!« Nun rief Gilgamesch seinen Freund, Sein Vorzeichen schaute er an mit ihm.
[sechs Verse fehlen]
Aus Gilgameschs Augen rannen die Tränen: .... einen Weg, den ich nimmer befahren. Auch kenne ich gar nicht seinen Wandel, o mein Gott! Soll ich da heil am Leben bleiben, So will ich dir dienen nach Herzenslust, Will mich sättigen am Haus in deiner Wonne Will dich sitzen lassen auf Thronen.» Nun brachten die Knechte herbei sein Gewaff: Große Schwerter, Bogen und Köcher waren es. ... händigten sie ein. Er nahm sich Beile, Hing um seinen Köcher, den Bogen von Anschan, An seinen Gürtel legt‘ er das Schwert. Die Mannen gehn fürbaß, ... bringen sie heran: »Gilgamesch, Wann wirst du ihn zurückbringen können zur Stadt?«
(Das für die 2.Tafel sehr schlecht erhaltene jüngere Epos erzählt einiges etwas anders. Nach einem kürzlich gefundenen Tafelbruchstück antwortet Gilgamesch auf die Warnung der Ältesten, daß er (gegen Chumbaba) ziehen werde und dann nach der Rückkehr in Uruk das Neujahrsfest (des Frühjahrs) feiern wolle. Freudengesange sollen ertönen und »elluri» [»elluri‘«, »jilurt« oder »allari«, »alliri« ist als Ruf bei Festen auch in anderen Tezten bezeugt] solle man immer wieder rufen. Darauf spricht Enkidu zu den Ältesten:)
»Sprecht zu ihm, daß er nicht ziehe zum Zedernwald! Den Weg dahin kann man nicht gehen!» [Danach Textlücke.]
1Statt dessen folgt in der jüngeren Fassung hier: [Er hört auf 60 Doppelstunden das Rauschen seines Waldes. Wer wagte da, in seinenWald hinabzusteigen?]
Die Ältesten segneten ihn, Für den Weg berieten sie Gilgamesch: »Nicht solltest du, Gilgamesch, traun deiner Kraft! Deine Augen seien erleuchtet, behüte dich selbst!
Der da kennt den Steg, behütet den Freund: Es gehe Enkidu vor dir her, Gesehn hat er den Weg, befahren die Straße, Er kennt des Waldes Zugänge, All die bösen Anschläge Chumbabas! Schon früher hat er bewahrt den Gefährten; Seine Augen sind erleuchtet, er wird dich beschützen!
Deinen Wunsch erlangen lasse dich Schamasch, Lasse sehn dein Auge, was kundtat dein Mund! Er tue dir auf den versperrten Pfad! Die Straße erschließe er deinem Schritt, Den Berg erschließe er deinem Fuß! Die Nacht heut bringe dir, was dich erfreut,1 Lugalbanda steh‘ zum Erfolge dir bei! Komm recht bald zu deinem Erfolg! Im Flusse Chumbabas, zu dem du strebst, Wasch dir die Füße! Bei deiner Abendrast grab einen Brunnen, Sei stets reines Wasser in deinem Schlauch! Kühles Wasser bringe dem Schamasch dar! Lugalbandas sollst du immer gedenken! Enkidu möge den Freund behüten, den Gefährten bewahren, Bis zu den Gattinnen bring‘ er seinen Leib! In unsrer Versammlung übergeben wir dir [Enkidu] den König, Du wirst heimführend den König uns übergeben!«
Enkidu tat den Mund auf und sprach zu Gilgamesch: »Bis du den Weg zurückgelegt hast, reise unverdrossen! Dein Herz sei furchtlos — schau nur auf mich! Dahin, wo er aufschlug seine Wohnung, Zum Weg, den Chumbaba zu wandeln pflegt, Unsern Aufbruch befiehl — wende die Ältesten von hinnen!« Gilgamesch tat den Mund auf und sprach zu den Ältesten von Uruk-Markt:
[drei Verse fehlen]
..... mögen mit mir ziehen! Tun will ich, was ich euch gesagt hab, Mögen freudig folgen die Mannen!« Da sie diese seine Rede vernahmen, Da flehten ihn an die Männer: »Zieh hin, Gilgamesch, glücklich sei dein Beginnen! Es gehe dein Schutzgott zur Seite dir, Er lasse dich kommen zu deinem Erfolg!«
Gilgamesch tat zum Reden den Mund auf und sprach zu Enkidu: »Komm, Freund, gehn wir zum Großpalast, Vor Ninsun, die große Königin! Ninsun, die kluge, alles Wissens kundig, Sie erteilt unsern Füßen bedachtsamen Schritt.« Da faßten einander sie, Hand in Hand, Gilgamesch und Enkidu gingen zum Großpalast Vor Ninsun, die große Königin. Es erhob sich Gilgamesch und trat bei ihr ein: »Ninsun, ich bin nun erstarkt ... Einen fernen Pfad, wo Chumbaba ist, zieh ich, Einen Kampf besteh ich, den ich nicht kenne, Einen Weg befahr ich, den ich nicht kenne! Über die Zeit, daß ich gehe und rückkehr, Daß ich gelange zum Zedernwald, Daß ich erschlage den Recken Chumbaba Und jegliches Böse, das Schamasch verhaßt ist, tilg aus dem Lande — Fleh du zu Schamasch um meinetwillen. Wenn ich ihn getötet, gefällt seine Zeder, Mag Friede im Lande sein oben und unten, Des Sieges Zeichen erricht ich vor dir. «
Die Rede ihres Sohnes Gilgamesch Vernahm bekümmert die Königin Ninsun.
[vierzehn Verse fehlen]
Ninsun tritt in ihr Gemach ein, Für ihren Leib nahm sie Laugenkraut. Sie legt ein Gewand an, wie s ziemt ihrem Leib, Ein Geschmeide auch, wie‘s ziemt ihrer Brust, Sie hat angetan Gürtel und Königsmütze, Sprengt Wasser aus Schalen auf Erde und Staub. Die Stiege betrat sie, erklomm den Söller, Erstieg das Dach, brachte Weihrauch dar vor Schamasch, Sie vollzog das Opfer, vor Schamasch hob sie die Arme empor: »Warum verliehst du zum Sohn mir Gilgamesch, Erteiltest du ihm ein Herz ohne Ruh‘? Und nun hast du ihn angerührt, daß er hinzieht Einen fernen Pfad, wo Chumbaba ist, Er will einen Kampf bestehn, den er nicht kennt, Einen Weg befahren, den er nicht kennt! Uber die Zeit, daß er geht und rückkehrt, Daß er gelangt zum Zedernwald, Daß er erschlägt den Recken Chumbaba, Und jegliches Böse, das dir verhaßt ist, tilgt aus dem Lande: Am Tage, da du auf Gilgameschs Weg schaust, Möge sie keine Scheu vor dir haben, Aja, die Braut, dich erinnern! Auch den Wächtern der Nacht befiehl ihn an, Den Sternen, und abends dem Sin, deinem Vater. «
[Nach einer Lücke von etwa 92 Versen folgen die nachstehenden, vorläufig schwer verständlichen Worte:]
Rimat-Ninsun häufte den Weihrauch und sprach die Beschwörung. Enkidu rief sie, Bescheid zu erteilen: »Enkidu, starker, nicht meinem Schoß entsprossest du! Jetzt sprach ich zudir mit den Tempeloblaten des Gilgamesch, Den Gottesbräuten, Geweihten, Tempeldienerinnen ! «Ein Kleinod legte sie um Enkidus Hals, Die Gottesbräute nahmen..., Und die Gottestöchter wollten ihn auferziehn.
[84 Verse fehlen]
Zweite Rede der Ältesten an Enkidu:
»Enkidu möge den Freund behüten, den Gefährten bewahren, Bis zu den Gattinnen bring‘ er seinen Leib! In unsrer Versammlung übergeben wir den König, Du wirst heimführend den König uns übergeben!«
[Der Rest der Tafel ist zerstört; die fehlenden 20 bis 30 Verse müssen den Aufbruch der beiden Freunde zum Zedernberg geschildert haben.]
Nach zwanzig Doppelstunden nahmen sie einen Imbiss ein, Nach dreißig Doppelstunden schickten sie sich zur Abendrast, Fünfzig Doppelstunden zogensie den ganzen Tag, Eine Strecke von einem Monat und fünfzehn Tagen. Am dritten Tage näherten sie sich dem Libanon. Im Blick auf die (sinkende) Sonne gruben sie einen Brunnen.
[um dem Sonnengott Wasser zu spenden ]
[In die nun folgende Textlücke oder eine der folgenden Textlücken könnte der Traum Gilgameschs gehören, den die altbabylonische Fassung wie folgt erzählt:]
«Steig hinauf auf den Felsen des Berges, schau an . . . ! Des Schlafes der Götter bin ich beraubt! Mein Freund, ich sah einen Traum: Wie ist er schlecht, wie . . . , wie wirr! Ich packte eben Wildstiere der Steppe; Bei seinem Rufen . . . t den Erdboden seine Staubwolke beim Weichen des Regens. Bei seinem Anblick verging ich schier. Es packt. . . , die meinen Arm umfasst. Die Zunge zog mir heraus Meine Schläfe schwoll mir an . . . Mit Wasser aus seinem Schlauch tränkte er mich. «
»Der Gott, mein Freund, zu dem wir hinziehen, Ist nicht der Wildstier! Fremdartig ist alles an ihm! Der Wildstier, den du sahst, ist Schamasch, der Beschützer! In der Not wird er unsere Hand ergreifen. Der mit Wasser aus seinem Schlauch dich tränkte, Ist dein Gott, der dir Ehre erweist, ist Lugalbanda! Wir wollen uns zusammentun und das eine verrichten, Ein Werk, das nicht zuschanden wird im Tode. «
[vier Verse fehlen]
»Den zweiten Traum, den ich sah, will ich dir erzählen: In tiefen Gebirgsgründen standen wir, Da stürzte der Berg, . . . Wir waren vor ihm wie Röhrichtfliegen . . . « Der in der Steppe geboren ward und . . . , Zu seinem Freunde sprach er, den Traum zu deuten: »Mein Freund, schön ist dein Traum, Der Traum ist überaus kostbar, . . . Freund, der Berg, den du sahst, ist Chumbaba! Wir werden Chumbaba packen, ihn töten, Und hinaus ins Gefild‘ seinen Leichnam werfen, Und am Morgen . . . « Nach zwanzig Doppelstunden nahmen sie einen Imbiss ein, Nach dreißig Doppelstunden schickten sie sich zur Abendrast. Im Blick auf die (sinkende) Sonne gruben sie einen Brunnen.
Es stieg Gilgamesch auf einen Berg, Brachte ein Mehlopfer dar für . . . und sprach: »Berg, bring mir einen Traum, eine gute Botschaft!« Es bereitete ihm Endiku für die Nacht das Lager.
[In der folgenden großen Textlücke wurden zwei weitere Traume Gilgameschs mit ihrer Deutung durch Enkidu erzählt.]
Nach zwanzig Doppelstunden nahmen sie einen Imbiss ein, Nach dreißig Doppelstunden schickten sie sich zur Abendrast. Im Blick auf die (sinkende) Sonne gruben sie einen Brunnen. Es stieg Gilgamesch auf einen Berg, Brachte ein Mehlopfer dar für . .. und sprach: »Berg, bring mir einen Traum, eine gute Botschaft!« Es bereitete ihm Enkidu für die Nacht das Lager, Ein Regensturm zog vorüber, da befestigt‘ er ein Dach. Er ließ ihn sich legen, und an einem Ring . . . Sie . . . ten wie Korn des Gebirges . . .
Während Gilgamesch dasitzt, das Kinn an sein Bein gelegt, Befiel ihn der Schlaf, der auf die Menschen herabquillt, In der mittleren Wache brach er den Schlaf ab, Fuhr empor und sagte zum Freunde: »Freund, riefst du mich etwa? Warum denn bin ich erwacht? Stießest du mich etwa an? Warum denn bin ich entsetzt? Ging etwa ein Gott hier vorbei? Warum denn schaudert‘s mich an den Gliedern? Freund, ich sah einen dritten Traum, Und der Traum, den ich sah, war ganz entsetzlich: Auf schrien die Himmel, das Erdreich dröhnte — ! Der Tag erstarrte, die Finsternis kam heraus, Auf blitzte ein Blitz, es entlodert‘ ein Feuer, wurden immer dichter,es regnete Tod. Dann wurde rot das weißglühende Feuer und verlosch; Alles aber, was da herabfiel, ward zu Asche. Komm hinab, im Gefild‘ können Rats wir pflegen.« Da Enkidu seinen Traum, den er ihm vorgebracht, hörte, Sprach er zu Gilgamesch:
[Die nun folgende Textlücke von 30 bis 40 Versen enthielt die Deutung dieses Traumes. Danach wurde ein weiterer Traum erzählt, von dessen Deutung nur Reste erhalten sind. Enkidu deutet auch diesen Traum auf den Sieg über Chumbaba, dessen Name zweimal genannt zu sein scheint.]
»Sein . . ., wir werden stehen auf . . . . . . das gute Wort des Schamasch . . . « Nach zwanzig Doppelstunden nahmen sie einen Imbiss ein, Nach dreißig Doppelstunden schickten sie sich zur Abendrast. Fünfzig Doppelstunden zogensie den ganzen Tag. Im Blick auf die (sinkende) Sonne gruben sie einen Brunnen.
[ein Vers fehlt]
Es stieg Gilgamesch auf einen Berg, Brachte ein Mehlopfer dar für . . . und sprach: »Berg, bring mir einen Traum, eine gute Botschaft!« Es bereitete ihm Enkidu für die Nacht das Lager. Ein Regensturm zog vorüber, da befestigt‘ er ein Dach. Er ließ ihn sich legen, und an einem Ring . . .
[Es folgt wieder eine große Textlücke von 50 bis 60 Versen. In ihr wurden vermutlich zunächst wieder zwei Träume Gilgameschs mit ihrer Deutungdurch Enkidu erzählt. Vermutlich war die Deutung nicht so positiv wie die für die früheren Träume gegebene; denn Enkidu selbst wollte, wie es scheint, vor Erreichung des Zieles umkehren, als er des riesigen Zedernwaldwächters ansichtig wurde. Nach der Lücke spricht wohl Gilgamesch:]
»Was du in Uruk gesagt hast und . . . , Bedenke, tritt herzu und . . . !« Des Gilgamesch, der in Uruk-Gart geboren ward, Bittworte hörte Schamasch. Plötzlich ruft er ihm zu ein Alarmsignal aus dem Himmel: »Tritt eilends hinzu, dass der Wächter nicht hineingehe in den Wald, Nicht hinabsteige in den Forst, nicht sich verberge! Hat er doch noch nicht angelegt seine sieben Panzermäntel; Einen nur hat er an, abgelegt jedoch die sechs!« Sie nun machten daraufhin sich bereit Einem trotzigen Wildstier gleich aufeinander zu stoßen . . . Da mit einem Mal schrie Enkidu und ward des Schreckens voll, Denn es schreit der Wächter der Wälder, Chumbaba wie . . .
[Kurze Lücke. Wohl durch den Schrei des Wächters des Waldes geriet Enkidu erneut in Angst, so dass Gilgamesch ihm mit dem Hinweis auf das, was zwei zusammen leisten können, Mut zusprechen muss:]
»Eine schlüpfrige Wegstelle gefährdet nicht zwei, die einander helfen; Zwei dreifache . . . Ein dreifach geflochtenes Seil wird nicht . . . Des gewaltigen Löwen zwei Junge können ihn fortstoßen.
[Etwa 10 bis 15 Verse fehlen. Enkidu ließ sich von Gilgamesch überreden, nicht umzukehren. Den schlecht erhaltenen Schluss der Tafel darf man vielleicht so herstellen:]
Enkidu tat zum Reden den Mund auf und sprach zu Gilgamesch: »Sobald wir hinabgestiegen sein werden in den Zedernwald. Wollen wir den Baum spalten und abreißen sein Astwerk!« Gilgamesch tat zum Reden den Mund auf und sprach zu Enkidu: »Warum, mein Freund, haben wir bisher so kümmerlich. . . ? Gemeinsam kamen wir hinweg über all die Gebirge.
[ein Vers fehlt]
Mein Freund, der du mit dem Kampf so vertraut bist, Der die Schlacht . . . . . . schlugst du so oft, daher fürchtest du nicht den Tod. . . . wie ein Buhlknabe . . . Wie eine Kesselpauke ertöne laut deine Stimme! Es gehe fort der lähmende Schmerz aus deinen Armen Und es hebe sich weg die Entzündung in deinen Knien! fass an, mein Freund, dass vereint wir weiterziehen, Dein Herz soll den Kampf fordern, Vergiss den Tod, erlahme nicht! Der an der Seite wacht, der umsichtige Mann, Der vorangeht, hat sich selbst geschützt, er bewahre nunauch den Gefährten, Sobald durch ihren Kampf sie sich einen Namen gemacht haben!« Zum allzeit grünenden Wald gelangten die beiden; Sie unterbrachen ihr Reden und standen still.
[Ninive-Fassung:]
Still standen sie am Rande des Waldes, Staunen immer wieder an die Höhe der Zedern, Staunen zugleich an den Eingang des Waldes. Wo Chumbaba zu gehen pflegte, war eine Fußspur, Die Wege sind gerichtet, schön gemacht ist die Bahn. Sie sehen den Zedernberg, die Wohnstatt der Götter, Irninis Weihesitz. Angesichts dieses Berges trägt die Zeder ihre Fülle, Ist ihr Schatten so wonnig, reich an Erquickung. Ineinander verschlungen war das Dornbuschwerk, verfilzt das Gehölz. ... die Zeder, der Styraxbaum ... Von einem Graben, eine Meile lang, war umschlossen der Wald,
[mind. 35 Verse fehlen]
Plötzlich die Schwerter... Und nachdem die Scheiden abgezogen waren ... Die Äxte waren bestrichen mit Gift ... Kurze und lange Schwerter...
[2 Verse fehlen]
Chumbaba ... Er kommt aber nicht ...
[9 Verse fehlen]
Enkidu tat seinen Mund auf und sprach zu Gilgamesch: »... Chumbaba ... ... einzeln ...
[1 Vers fehlt]
Eine schlüpfrige Wegstelle gefährdet nicht zwei, die einander helfen; Zwei dreifache ... Ein dreifach geflochtenes Seil wird nicht ... Des gewaltigen Löwen zwei Junge können ihn fortstoßen.
[Spätbabylonische Uruk-Fassung:]
[Die Freunde sind nun in den Wald eingedrungen und stehen zum ersten Mal Chumbaba gegenüber.]
Chumbaba tat seinen Mund auf zu reden und sprach zu Gilgamesch: »Beraten sollen sich da doch, Gilgamesch, der Tölpel (und) der Dummkopf: Warum lieft ihr bis zu mir? Gib den Rat doch, Enkidu, du Fischsohn, der seinen Vater nicht kennt, Den Schildkröten, klein groß, die nicht einsaugen konnten die Milch ihrer Mutter! Schon, als du noch klein warst, blickte ich dich an, trat aber nicht heran an dich; ... in meinem Inneren. ... den Gilgamesch du gelangen ließest bis vor mich. Bevor du ... mit einem Feind, einem Fremden hintratest, Hätte ich ..., Gilgamesch, Kehle und Nacken, Hätte dein Fleisch fressen lassen sollen den Schlangenvogel, den Adler und Geier!«
Gilgamesch tat seinen Mund auf zu reden und sprach zu Enkidu: »Mein Freund, Chumbabas Gesicht änderte jetzt sein Aussehen, Er reckte hoch seine Gestalt; wie sollen wir da zu ihm gelangen?
[2 Verse fehlen]
Enkidu tat seinen Mund auf zu reden und sprach zu Gilgamesch: Warum, mein Freund, klagst du so gar kümmerlich, Wurde ganz schlaff dein Mund und verstecktest du dich? Jetzt aber, mein Freund, ist eines ... : In der Gußrinne des Schmiedes Kupfer ... Die Aschenglut über eine Meile hin anfachen, das Angefachte über eine Meile hin! Den Flutsturm zu schicken, die Peitsche fest anfassen! Zieh nicht weg deine Füße, wende dich nicht rückwärts! ... mach stark deinen Schlag!»
[20-25 Verse fehlen]
... sie seien vertrieben! ... den fernen. Er schlug den Kopf, ... trat ihm gegenüber hin. Mit ihren Fußsohlen stampfen sie auf der Erde, Durch ihr Herumspringen bersten Sirara und Libanon. Da wurde schwarz das weiß‘ Gewölk, Der Tod regnet wie Nebel auf sie herab. Schamasch erweckte gegen Chumbaba große Sturmwinde, Den Süd(ost)wind, den Nord(west)wind, den (Nord-) Ostwind, den (Süd-) Westwind, den Böenwind, Den Sturm, den Wildsturm, den bösen Wind, den Simurru-Wind, Den Asakku-Dämon, den Schüttelfrost, den Sturmwind, den Sandsturm: Dreizehn Winde erhoben sich gegen ihn und verfinsterten Chumbabas Gesicht. Er kann nicht nach vorn stoßen, er kann nicht nach hinten laufen. Auch konnten die Waffen des Gilgamesch den Chumbaba erreichen. Chumbaba sucht sein Leben (zu retten) und spricht zu Gilgamesch: »Klein noch warst du, deine Mutter hatte dich geboren, Und du bist doch der Sprößling des ..., Auf den Befehl des Schamasch, des Herrn des Gebirges, erhobst du dich, Du, der aus Uruk Entsprossene, der König Gilgamesch!
[3 Verse fehlen]
Ich will mich für dich hinsetzen, in ... Bäume, so viele du mir sagen wirst ... Ich will für dich bewahren den Myrtenbaum ... Die Hölzer für die würdige Ausstattung deines Palastes!« Enkidu tat seinen Mund auf zu reden und sprach zu Gilgamesch: mein Freund, hör nicht auf das, was Chumbaba dir sagt!
[20 Verse fehlen]
»Du weißt Bescheid mit meinem Wald, dem Bescheid ... Auch kennst du die Anordnungen alle! Ich hätte dich hochheben sollen, dich töten am Eingang zum Gezweig meines Waldes; Hätte dein Fleisch fressen lassen sollen den Schlangenvogel, den Adler und Geier! Jetzt nun, Enkidu, liegt bei dir das Freigeben! Sprich zu Gilgamesch, daß er das Leben schone!« Enkidu tat seinen Mund auf zu reden und sprach zu Gilgamesch: »Mein Freund, Chumbaba ist der Wächter des Zedernwaldes. Zermalme ihn, töte ihn, zermahle ihn und ...! Chumbaba, den Wächter des Waldes, zermalme ihn, töte ihn, zermahle ihn und ...! Bevor es hört der Allererste (der Götter), Enlil ..., Werden des Zornes gegen uns voll werden die Götter .. .! Enlil in Nippur, Schamasch in Sippar ... Errichte einen dauernden ..., Daß Gilgamesch den Chumbaba erschlug ... !« Als Chumbaba das hörte, ...
[60 Verse fehlen]
»Auch wurden veranlaßt Anschwärzungen ... Du sitzest da wie ein Hirt ... Und wie ein Mietling seines Mundes ... Jetzt nun, Enkidu, liegt bei dir das Freigeben! Sprich zu Gilgamesch, daß er das Leben schone!« Enkidu tat seinen Mund auf zum Reden und sprach zu Gilgamesch: Mein Freund, Chumbaba ist der Wächter des Zedernwaldes; töte ihn und dann...! Bevor es hört der Allererste (der Götter), Enlil..., Werden des Zornes gegen uns voll werden die Götter Enlil in Nippur, Schamasch in Sippar ... Daß Gilgamesch den Chumbaba erschlug ...!« Als Chumbaba das hörte, ...
[25-30 Verse fehlen, in denen Chumbaba die beiden Freunde zu verfluchen beginnt]
»Nicht soll ...! Nicht gewähre er ein hohes Alter den beiden. Über seinen Freund Gilgamesch hinaus soll Enkidu kein >Ufer< finden!« Enkidu tat seinen Mund auf zu reden und sprach zu Gilgamesch: »Mein Freund, ich rede zu dir, aber du hörst nicht auf mich!
[4 Verse fehlen]
... das Innere bis zur Lunge rissen sie heraus ... springt er. läßt er plätschern den Kessel. ... der Fülle fiel auf den Berg ... der Fülle fiel auf den Berg.
[30 Verse fehlen]
... die Zeder fällten sie ... >Schlag< ihres Abfallholzes. Gilgamesch fällt die Bäume, Enkidu durchsucht das Wurzelwerk. Enkidu tat zum Reden den Mund auf und sprach zu Gilgamesch: »Mein Freund, gefällt haben wir nun die hochragende Zeder, Deren Wipfel den Himmel durchstieß! Zimmere daraus eine Tür, deren Höhe sechs Doppelruten beträgt, der Breite zwei Doppelruten, Deren Dicke eine Elle; ihre Türstange, ihre untere und obere Türangel werden aus einem Stück (gefertigt). Nach Nippur bringe man sie, der Euphrat trage sie hinab, Nippur freue sich ihrer!
[1 Vers fehlt]
Sie fügten zusammen ein Floß ... Enkidu fährt darauf ... Gilgamesch aber trägt das Haupt des Chumbaba ...
[Altbabylonische Fassung, soweit verständlich:]
Enkidu sprach zu ihm, zu Gilgamesch: »Erschlage den Chumbaba, ...deinen Göttern!
[1 Vers fehlt]
... wirst du Vergeltung an ihm üben!« Gilgamesch sprach zu ihm, zu Enkidu: Jetzt werden wir ... veranstalten,
