Die neue Praxis Dr. Norden 14 – Arztserie - Carmen von Lindenau - E-Book

Die neue Praxis Dr. Norden 14 – Arztserie E-Book

Carmen von Lindenau

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Beschreibung

Während der Umbauarbeiten in Dr. Danny Nordens Haus fällt Danny auf, dass Dominik, ein junger Architekt, an Atembeschwerden leidet. Daniels Untersuchungen geben keinen Hinweis auf einen Atemwegsinfekt. Tonia, Dominiks Exfreundin, streut böswillig das Gerücht, Verena, Dominiks frischgebackene Ehefrau, würde ihn langsam vergiften, um sich sein Vermögen unter den Nagel zu reißen. Verena ist entsetzt, und Dominik versucht, sie zu beruhigen und fährt übers Wochenende mit ihr in die Berge, wo sich sein Zustand schlagartig bessert. Doch zurück zu Hause erlebt Dominik nicht nur einen bösen Rückfall, sondern steht auch einer von Tonia initiierten polizeilichen Untersuchung gegenüber. Als es ihm immer schlechter geht, ruft Verena Danny zur Hilfe. Danny macht eine Entdeckung, die, so banal sie ist, vielleicht des Rätsels Lösung birgt … "Das sieht schon fast fertig aus", staunte Ophelia, als sie mit ihrer Mutter das Dachgeschoss in Daniels Haus besichtigte, in dem sie in Zukunft wohnen würde. "Alles ist so geworden, wie ich es mir vor­gestellt habe", sagte sie, während sie durch den Raum mit den gro­ßen­ Fenstern in Richtung Westen schritt, so als wollte sie ihn erneut vermessen. Aus dem Dachboden, der bisher nur als Aufbewahrungsort für einige Kisten mit Krimskrams, wie Daniel es nannte, gedient hatte, war ein Appartement mit Badezimmer und Balkon geworden. Die Wände waren bereits in dem zarten Grünton gestrichen, den Ophelia ausgewählt hatte, im Bad waren die modernen rechteckigen Sanitärobjekte installiert, die sie allein ausgesucht hatte. In den nächsten Tagen würde der Parkettboden verlegt, danach konnte sie einziehen. "Deine erste kleine Wohnung", sagte Olivia und betrachtete ihre Tochter, die mit ihren vierzehn Jahren schon eher einer jungen Frau glich als einem Kind, das sie so gern noch in ihr sehen wollte. Ophelia war schon fast so groß wie sie, und sie hatte ihr rotes Haar und die hellen blauen Augen geerbt, wie sie zuvor schon von ihrer Mutter. "Was ist, Mama?", fragte Ophelia, als sie Olivias Blick bemerkte. "Es ist alles in Ordnung, Schatz. Ich bin froh, dass du dich für den Umzug entschieden hast." Daniel und sie hatten es Ophelia freigestellt, ob sie in ihrem bisherigen Zimmer im Haus ihrer Großmutter bleiben oder zu Daniel ziehen wollte. "Ich bereue meine Entscheidung nicht", versicherte ihr das Mädchen. "Wir sind jetzt eine Familie, wir gehören zusammen. Stimmt's, Geschwisterchen?", sagte Ophelia lächelnd und legte ihre Hand auf den Bauch ihrer Mutter.

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Die neue Praxis Dr. Norden – 14 –

Aus der Luft gegriffen?

Dr. Danny Norden will ein Gerücht widerlegen

Carmen von Lindenau

»Das sieht schon fast fertig aus«, staunte Ophelia, als sie mit ihrer Mutter das Dachgeschoss in Daniels Haus besichtigte, in dem sie in Zukunft wohnen würde. »Alles ist so geworden, wie ich es mir vor­gestellt habe«, sagte sie, während sie durch den Raum mit den gro­ßen­ Fenstern in Richtung Westen schritt, so als wollte sie ihn erneut vermessen.

Aus dem Dachboden, der bisher nur als Aufbewahrungsort für einige Kisten mit Krimskrams, wie Daniel es nannte, gedient hatte, war ein Appartement mit Badezimmer und Balkon geworden. Die Wände waren bereits in dem zarten Grünton gestrichen, den Ophelia ausgewählt hatte, im Bad waren die modernen rechteckigen Sanitärobjekte installiert, die sie allein ausgesucht hatte. In den nächsten Tagen würde der Parkettboden verlegt, danach konnte sie einziehen.

»Deine erste kleine Wohnung«, sagte Olivia und betrachtete ihre Tochter, die mit ihren vierzehn Jahren schon eher einer jungen Frau glich als einem Kind, das sie so gern noch in ihr sehen wollte. Ophelia war schon fast so groß wie sie, und sie hatte ihr rotes Haar und die hellen blauen Augen geerbt, wie sie zuvor schon von ihrer Mutter.

»Was ist, Mama?«, fragte Ophelia, als sie Olivias Blick bemerkte.

»Es ist alles in Ordnung, Schatz. Ich bin froh, dass du dich für den Umzug entschieden hast.« Daniel und sie hatten es Ophelia freigestellt, ob sie in ihrem bisherigen Zimmer im Haus ihrer Großmutter bleiben oder zu Daniel ziehen wollte.

»Ich bereue meine Entscheidung nicht«, versicherte ihr das Mädchen. »Wir sind jetzt eine Familie, wir gehören zusammen. Stimmt’s, Geschwisterchen?«, sagte Ophelia lächelnd und legte ihre Hand auf den Bauch ihrer Mutter. »Apropos Geschwisterchen, müssen wir nicht los?«, fragte sie.

»Ja, es wird Zeit«, gab Olivia ihr recht, nachdem sie auf ihre Armbanduhr geschaut hatte. Sie hatte Ophelia vorgeschlagen, Daniel und sie zum nächsten Ultraschalltermin zu Madeleine, ihrer Gynäkologin und Freundin, zu begleiten, und Ophelia hatte diesen Vorschlag sofort angenommen.

»Okay, dann komm, ich möchte endlich mein Geschwisterchen kennenlernen«, sagte Ophelia und nahm ihre Mutter an die Hand.

»Ist es schon so weit?«, fragte Daniel überrascht, als die beiden in den ersten Stock hinunterkamen.

»Ja, wir sollten uns auf den Weg machen. Wie an jedem Freitag werden auch heute wieder einige Kurzurlauber für ein Wochenende in die Berge fahren. Wir könnten in einen Stau geraten«, sagte Olivia.

»Du hast recht, wir sollten aufbrechen«, stimmte Daniel ihr zu. »Ich denke, wir haben auch erst einmal alles besprochen«, wandte sich Daniel an Dominik, einen schlanken jungen Mann mit dunklem Haar und grünbraunen Augen.

»Das haben wir«, sagte Dominik.

»Bleiben wir im Zeitplan?«, fragte Olivia.

»Bisher sieht alles gut aus«, versicherte ihr Dominik.

»Es liegt aber noch viel Arbeit vor uns«, stellte Olivia fest. Sie sah sich in dem großen Raum um, der entstanden war, nachdem die von Dominik beauftragten Handwerker die Trennwände zwischen den etwa drei gleich großen Zimmern entfernt hatten.

Das Kinderzimmer sollte in Zukunft den größten Teil dieses Stockwerkes einnehmen, das Schlafzimmer und das Arbeitszimmer würden dafür kleiner ausfallen. Daniel hatte seinen ehemaligen Schulfreund Dominik, der ihn bereits bei seinem Einzug in sein Haus als Innenarchitekt beraten hatte, mit der Planung und der Ausführung der Umbauarbeiten betraut. Bis sie beendet waren, wohnten sie alle erst einmal nebenan bei Ottilie.

»Ich fahre dann auch nach Hause. Verena wartet sicher schon auf mich. Wir wollten noch für das Wochenende einkaufen gehen«, sagte Dominik und räumte das alte Daunenkissen zur Seite, das in der Mitte der Diele lag. Einer der Handwerker hatte Probleme mit den Knien. Er nutzte es als Unterlage, während er die Unebenheiten im Boden ausglich, damit sie das Parkett später problemlos verlegen konnten.

»Grüße Verena von mir«, bat Daniel ihn, und Olivia schloss sich ihm an.

Olivia mochte Dominiks Frau und freute sich jedes Mal, wenn sie sich trafen. Verena hatte Betriebswissenschaften studiert, hatte schon für einige Architekten gearbeitet und war inzwischen Dominiks Geschäftspartnerin. Sie kümmerte sich um die Finanzen und die Organisation des Büros.

»Ich hole noch meine Handtasche, wir sehen uns am Auto«, sagte Olivia.

»Ich komme mit dir«, schloss sich Ophelia ihrer Mutter an. Sie hielt ihr die Haustür auf und erinnerte sie an die drei Steinstufen im Eingang.

»Danke, mein Schatz«, sagte Olivia lächelnd. Seitdem Ophelia von der Schwangerschaft wusste, war sie rührend besorgt um sie.

»Wie lange hast du diesen Husten schon?«, fragte Daniel, als Dominik plötzlich husten musste und dabei offensichtlich schwer Luft bekam.

»Seit etwa drei Wochen. Mein Hausarzt meint, es sei nur eine hartnäckige Erkältung. Es geht schon wieder, alles gut«, versicherte er Daniel.

»Du hast Atemprobleme, das spricht nicht unbedingt für eine Erkältung. Du solltest dir eine zweite Meinung holen«, schlug Daniel vor.

»Sollte ich nächste Woche immer noch husten, werde ich das auch ganz bestimmt tun. Ich denke ohnehin daran, meinen Hausarzt zu wechseln. Nimmst du noch neue Patienten an?«

»Wir vergeben in der Regel keine Termine. Zu uns kann jeder kommen, der das möchte.«

»Aber dann ist das Wartezimmer sicher immer voll.«

»Ein bisschen Zeit muss man schon mitbringen. Aber wir sind eine hausärztliche Praxis, wer zu uns kommt, hat ein aktuelles Problem, das sich nicht nach einem Terminkalender richtet. Für planbare Untersuchungen halten wir uns den Mittwoch frei, dann gibt es auch Termine.«

»Das klingt nach einem guten System. Ich denke, ich habe meinen neuen Hausarzt gefunden«, sagte Dominik lächelnd. »Ich wünsche euch viel Spaß bei eurem Termin. Es ist bestimmt aufregend, das eigene Kind schon vor der Geburt auf einem Bildschirm sehen zu können.«

»Obwohl Ultraschalluntersuchungen für mich etwas ganz Alltägliches sind, ist es in diesem Fall auch für mich etwas ganz Besonderes«, gab Daniel zu.

Gleich darauf verließen die beiden das Haus, verabschiedeten sich voneinander, und Daniel ging durch den Garten hinüber zum Haus der Mais. Dort stand auch sein Auto. Er hatte es in der Einfahrt geparkt. Sogar jetzt im Winter mit den kahlen Ästen der Bäume und Rosenstöcke wirkte das Haus mit der türkisfarbenen Tür und den türkisfarbenen Fensterläden geheimnisvoll. Im nächsten Frühjahr, sobald die Bäume ihre ersten Knospen zeigten, der Garten voller farbenprächtiger Blüten war, würden die Leute, die durch diese Straße kamen, wieder vor dem Grundstück stehen bleiben und das Haus und den Garten bewundern.

Das Haus, das er von Fanny Moosinger, seiner mütterlichen Freundin, geerbt hatte, war mit seiner hellen Fassade und den hellen Fensterläden nicht ganz so farbenprächtig, aber das würde sich vermutlich bald ändern. Olivia und Ophelia hatten so etwas angedeutet. Nicht nur das Haus, sein ganzes Leben würde bald noch aufregender und farbenprächtiger werden, dachte er, und das war etwas, worauf er sich freute.

»Hallo, Daniel«, begrüßte ihn Ottilie, die mit Olivia und Ophelia aus dem Haus kam, als er die Einfahrt erreichte.

»Hallo, Ottilie, wie geht es dir?«, fragte er seine Schwiegermutter, die auf ihn zukam und ihn liebevoll umarmte.

»Ich habe eine wundervolle Familie, und ich bin verliebt. Mir könnte es nicht besser gehen«, antwortete sie lächelnd. »Bringt mir ein Foto meines Enkelkindes mit«, bat sie Daniel, als er Olivia die Beifahrertür seines Wagens aufhielt, während Ophelia es sich auf dem Rücksitz der dunklen Limousine bequem machte.

»Das machen wir, Oma!«, rief Ophelia.

»Alles klar, mein Schatz. Hannes und ich gehen heute ins Theater und danach noch etwas trinken. Ich werde bei ihm übernachten. Wir sehen uns morgen Nachmittag«, verabschiedete sich Ottilie von ihrer Familie. Mit meinem Schwiegersohn hätte ich es nicht besser treffen können, flüsterte sie, strich sich eine Strähne ihres roten Haares aus der Stirn und sah dem Auto mit Daniel am Steuer nach, bis es aus ihrem Blick verschwunden war.

Auch ihr Leben würde sich bald grundlegend verändern. Sie und Hannes planten zusammenzuziehen. Auch wenn sie sich noch nicht so lange kannten, sie liebten sich, und jedes Zögern wäre in ihrem Alter Zeitverschwendung. »Die anderen werden das auch so sehen, nicht wahr, Ortrud«, sagte sie und sah die rotgetigerte Katze an, die hinter der Hecke hervorgekommen war, die die beiden Grundstücke voneinander trennte.

»Miau«, machte Ortrud und strich um Ottilies Beine.

»Ich wusste, dass du mich verstehst«, sagte Ottilie zufrieden lächelnd, nahm die Katze auf ihre Arme und ging mit ihr ins Haus.

*

Madeleine hatte ihre Praxis in der verkehrsberuhigten Altstadt von Freising. Sie stellten das Auto auf einem Parkplatz am Stadtrand ab und machten sich zu Fuß auf den Weg.

Es war zwar recht kühl, aber die Sonne schien, und der Himmel war strahlend blau.

»Hier ist ziemlich viel los«, stellte Ophelia fest, als sie mit ihrer Mutter und Daniel durch die historische Altstadt mit den schmalen Gassen und den pittoresken Häusern mit den farbenprächtigen Fassaden lief.

Neben den Einheimischen begegneten ihnen mehrere Touristengruppen, die von Stadtführern begleitet durch die Gassen spazierten. Auch die Cafés und Restaurants, an denen sie vorbeikamen, waren gut besucht.

»In Freising gibt es nicht nur schöne Häuser und Gärten und den Domberg mit seinem Dom, es gibt auch zwei bedeutende Brauereien und eine Universität mit einer Forschungseinrichtung, die sich mit der Tradition des Bierbrauens beschäftigt.«

»Du kennst dich gut aus. Du könntest hier glatt Stadtführungen machen«, sagte Ophelia und klopfte Daniel anerkennend auf die Schulter.

»Ich weiß, ich habe das schon gemacht.«

»Echt jetzt?«, wunderte sich das Mädchen.

»Ja, während meines Studiums. Ein Studienkollege hatte mir diesen Job vermittelt. Das Grundgehalt war nicht besonders hoch, aber das Trinkgeld, das die Touristen mir zusteckten, war ganz ordentlich.«

»Das glaube ich gern«, sagte Olivia lächelnd.

»Hättest du mir auch Trinkgeld zugesteckt?«

»Ja, natürlich hätte sie das. Du warst sicher auch als Student schon total süß«, kam Ophelia ihrer Mutter mit einer Antwort zuvor.

»Süß?«, fragte Daniel und hob verwundert die Augenbrauen.

»Klar, auf süß darfst du dir etwas einbilden. Dieses Wort mag dir simpel erscheinen, aber wenn eine Frau einen Mann süß findet, dann ist das ein Riesenkompliment«, erklärte Ophelia ihm.

»Ich stimme ihr zu«, sagte Olivia und küsste Daniel zärtlich auf die Wange.

»Dann werde ich das mal so hinnehmen«, erklärte Daniel schmunzelnd.

»Wir sind da«, sagte Olivia, nachdem sie den Marktplatz überquert hatten, in eine Gasse eingebogen waren und sie vor einem schmalen Haus mit einer hellgrünen Fassade stehen blieb.

»Also dann, nichts wie hinein«, forderte Ophelia ihre Mutter und Daniel auf. Sie war die vier Steinstufen hinaufgelaufen und hielt den beiden die weiße Eingangstür auf. Sie wollte jetzt endlich das neue Leben sehen, auf das sie sich schon so sehr freute.

»Schön, dass ihr da seid«, begrüßte Madeleine Olivia und ihre Familie, als sie ihnen gleich darauf die Tür ihrer Praxis öffnete.

»Hallo, Madeleine«, sagte Olivia und umarmte die große schlanke Frau mit dem hellbraunen schulterlangen Haar.

»Dort entlang«, bat Madeleine und deutete auf den Raum mit der Aufschrift ›Ultraschallraum‹, nachdem sie auch Daniel und Ophelia begrüßt hatte. Ihre offizielle Sprechstunde war bereits vorüber, ihre Sprechstundenhilfen waren schon gegangen. Olivias Besuch war für sie auch ein privater Besuch, und sie wollte sich viel Zeit für sie nehmen.

»Schöne Praxis«, stellte Ophelia fest, während sie sich in dem hellen Raum mit den großen Rundbogenfenstern umsah. Mit dem Empfangstresen aus Kirschbaumholz und den mit weißem Kunstleder bezogenen Stühlen war er gleichzeitig Wartezimmer und Empfang.

Auch der Ultraschallraum war hell und freundlich eingerichtet. An den Wänden hingen gerahmte Kinderzeichnungen, die alle Familien darstellten. Einige mit Eltern und einem Kind, andere mit mehreren Kindern, und oft auch mit Katzen und Hunden. Olivia legte sich auf die mit weißem Leder bezogene Liege und schob ihren Pullover hoch.

»Du weißt ja, das fühlt sich gleich ein bisschen kühl an«, sagte Madeleine, als sie das Gel für die Untersuchung auf Olivias Bauch auftrug.

»Jetzt ist es gleich so weit«, flüsterte Ophelia, die zusammen mit Daniel hinter Madeleine stand und auf den Bildschirm schaute.

»Da bist du ja«, sagte Madeleine auch schon, als sie mit dem Untersuchungskopf des Ultraschallgerätes behutsam über Olivias Bauch fuhr. »Seht euch das kleine Herz an, wie perfekt es schlägt, überhaupt ist alles an diesem Kind genau richtig, so wie es in diesem Stadium sein sollte«, stellte sie zufrieden fest.

»Aber es ist noch so winzig, kaum vorstellbar, dass es in einem halben Jahr auf die Welt kommen wird«, wunderte sich Ophelia.

»Wir alle fangen so klein an. Moment mal, was ist das denn?«

»Stimmt etwas nicht?«, wollte Daniel wissen, als Madeleine mit dem Untersuchungskopf auf der Stelle verharrte und angestrengt auf den Bildschirm schaute.

»Ja, was ist los?«, fragte Ophelia und umfasste die Hand ihrer Mutter.

»Was stimmt nicht, Madeleine?« Olivia sah ihre Freundin voller Angst an. Ohne Zweifel hatte sie etwas gesehen, was nicht der Norm entsprach.

»Es gibt keinen Grund zur Sorge«, sagte Madeleine und wandte sich Olivia zu.

»Aber es ist doch etwas?«, hakte Olivia nach.

»Stimmt, ich habe eine Überraschung für euch«, sagte Madeleine.

»Das ist allerdings eine Überraschung«, pflichtete Daniel ihr bei. Auch er hatte inzwischen etwas auf dem Bildschirm entdeckt, etwas, was sein Herz zutiefst berührte.

»Leute, nun sagt schon. Mama und ich wollen es auch wissen«, meldete sich Ophelia wieder zu Wort, nachdem auch sie auf den Bildschirm geschaut hatte, aber nichts Ungewöhnliches entdecken konnte.

»Ihr bekommt Zwillinge«, klärte Madeleine die beiden darüber auf, was Daniel und sie bereits erkannt hatten.

»Zwillinge? Damit habe ich nicht im Traum gerechnet«, flüsterte Olivia und schaute auf den Bildschirm.

»Das ist eine wundervolle Neuigkeit«, sagte Daniel und betrachtete Olivia mit einem zärtlichen Blick.

»Wirklich? Wir bekommen Zwillinge?«, fragte Ophelia ungläubig.

»Richtig, Süße, du bekommst gleich zwei kleine Geschwisterchen.«

»Wow, das ist wirklich eine Überraschung. Kannst du schon sehen, ob es Mädchen oder Jungen sind?«, fragte Ophelia.