Die Schäufele-Verschwörung (eBook) - Jan Beinßen - E-Book

Die Schäufele-Verschwörung (eBook) E-Book

Jan Beinßen

3,9

Beschreibung

Am Weinmarkt, mitten im Herzen der fränkischen Metropole Nürnberg, geschieht das Unglaubliche: Der gerade eröffnete Ableger eines Münchner Weißwurstlokals ködert Touristen gleich hundertfach. Während Altstadtwirt Jan-Patrick mit dem weltbesten Schäufele dagegenhalten will, hat der Fotograf und Hobbyermittler Paul Flemming ganz andere Sorgen: In der Wohnung einer Bekannten wurde die Leiche des Korsen Santini aufgefunden. Wie sich herausstellt, handelt es sich um einen Exterroristen, der seinen Ruhestand offenbar mit der Beratung anderer aufmüpfiger Volksstämme vergoldet. So vermutet Paul, dass Santini von separatistischen Hitzköpfen engagiert wurde. Deren erklärtes Ziel: die Abspaltung Frankens von Bayern!

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Seitenzahl: 244

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Jan Beinßen

 

Die Schäufele-­

Verschwörung

 

Paul Flemmings neunter Fall

 

Kriminalroman

 

 

 

 

ars vivendi

 

Vollständige eBook-Ausgabe der im ars vivendi verlag erschienenen Originalausgabe (Erste Auflage Oktober 2014)

© 2014 by ars vivendi verlag GmbH & Co. KG, Cadolzburg

Alle Rechte vorbehalten

www.arsvivendi.com

 

Lektorat: Dr. Hanna Stegbauer

Umschlaggestaltung: ars vivendi verlag unter Verwendung eines Fotos von © Stephan Bär

Datenkonvertierung eBook: ars vivendi verlag

 

eISBN 978-3-86913-482-6

 

»Angsthasen erleben keine Abenteuer.«

Anonymus

 

 

1

Das Telefon klingelte. Paul, schon mit einem Fuß im Flur, überlegte, ob er drangehen oder den Anruf ignorieren sollte. Denn er war sowieso spät dran. Katinka wartete zu Hause auf ihn. Sie wollten heute Abend ausgehen. Er hätte sein Atelier längst verlassen haben müssen.

Darauf nahm das Telefon keine Rücksicht. Es drängte sich ihm mit penetrantem Ton weiter auf, sodass er nicht anders konnte, als doch noch abzunehmen.

»Ja?«, fragte er kurz angebunden.

Eine Frau meldete sich mit heller Stimme: »Hallo? Spreche ich mit Paul Flemming?«

Wen erwartete sie denn sonst, wenn sie seine Nummer wählte? Paul war versucht, ihr genau diese Frage zu stellen, blieb aber höflich: »Ja, am Apparat. Wer ist dran?«

»Die Vivi.«

Er konnte den Namen nicht gleich unterbringen. »Vivi … – und wie weiter?« Er schielte auf seine Armbanduhr.

»Wir haben uns AufAEG kennengelernt. Bei der Vernissage vom Ralf.«

Auf AEG? Paul war öfter zu Gast bei Veranstaltungen in den vorwiegend von freischaffenden Künstlern genutzten ehemaligen Werkhallen an der Fürther Straße, hatte aber noch immer keinen blassen Schimmer, mit wem er sprach. Er dachte an die Karten, die an der Kinokasse des Admiral auf Katinka und ihn warteten, und drückte aufs Tempo: »Sorry, Vivi, aber im Moment stehe ich auf dem Schlauch. Was denn für eine Vernissage und von welchem Ralf?«

»Ästhetischer Akt in Schwarz-Weiß. Weißt du nicht mehr? Na ja, ist auch egal. Wir haben eine gemeinsame Freundin: Heike Bach.«

Diesmal klickte es bei Paul. Heike Bach war ihm ein Begriff. Ihre Wege hatten sich immer wieder gekreuzt. Anfangs hatte er sie nicht besonders gemocht und für extrovertiert, aufdringlich und geltungssüchtig gehalten. Bald stellte er aber fest, dass vieles davon nur aufgesetzt war, um ihren weichen Kern und die ihr eigene Wankelmütigkeit zu verbergen. Als er ihr das auf den Kopf zusagte, war das Eis gebrochen und der Weg für eine lose Freundschaft geebnet. Seit seiner Heirat mit Katinka hatte er Heike allerdings aus den Augen verloren.

»Ich bin heute zu Heike gefahren«, redete Vivi weiter. »Also, spontan. Zum Prosecco-Trinken und Ratschen.«

Paul fragte sich, warum er sich das anhören musste und damit den Verfall seiner Kinoreservierung riskierte. »Schön, schön. Ich hoffe, ihr hattet euren Spaß.«

»Eben nicht!«, kam es nervös zurück.

»Warum denn nicht?«

»Weil Heike nicht daheim war, als ich ankam.«

»Wie jetzt?« Paul wusste nicht, worauf dieses wirre Telefonat hinauslaufen sollte.

»Ich stehe gerade in ihrer Wohnung. Weil, die Tür war nur angelehnt. Und da dachte ich, ich schau einfach mal rein. Ich habe überall nachgesehen, aber Heike nicht gefunden.«

Paul beschloss, diese fruchtlose Konversation abzubrechen. »’tschuldigung, aber ich habe es echt eilig. Können wir wann anders weiterreden?«

»Ja, schon. Aber ich stecke hier echt in der Klemme.« Sie klang jetzt ein wenig panisch. »Ich dachte, ich bin bei dir richtig. Weil, du hast Auf AEG ja gesagt, dass du nicht nur fotografierst, sondern auch als Detektiv arbeitest.«

»Arbeiten wäre zu viel behauptet. Das ist mehr ein Hobby, wenn man es so nennen will.«

»Jedenfalls könnte das hier etwas für einen Detektiv sein. Denn Heike ist nicht hier. Keine Spur von ihr. Da ist nur dieser Typ.«

»Was für ein Typ?«, fragte Paul zunehmend genervt.

»Ich kenne ihn nicht. Der Kleidung nach ein Bayer. Also Ober- oder Niederbayer. Jedenfalls kein Franke.«

»Woran machst du das fest?«

»Er hat solche Sachen an: Lederhosen und Trachtenjanker«, sagte sie verstört.

»Auch einen Seppelhut mit Gamsbart?« Paul seufzte. »Du brauchst keinen Detektiv. Frag ihn einfach, wo Heike steckt. Er sollte es ja wissen, wenn er in ihrer Wohnung hockt. War’s das? Ich muss jetzt nämlich wirklich los!«

»Ich soll ihn fragen?« Auch Vivi seufzte. »Das geht nicht.«

»Weshalb nicht?«

»Weil der nicht mehr reden kann.«

Paul zögerte einen Moment. Dann stellte er die naheliegende Frage: »Warum?«

»Mmm«, druckste Vivi herum. »Ich glaube, der Typ ist tot.«

»Was?« Machte sie etwa einen schlechten Scherz? Ihre Stimme hörte sich nicht so an.

Paul war alarmiert. Die Kinoverabredung war in ihrer Relevanz soeben ein ganzes Stück nach hinten gerutscht.

»Wie kommst du da drauf?«, erkundigte er sich behutsam.

»Er liegt so komisch auf dem Sessel. Irgendwie verdreht. Und er atmet nicht mehr. Ich habe ihm gerade auf die Stirn gelangt: ganz kalt.«

»Vivi!«, rief Paul durch den Hörer und redete beschwörend auf sie ein: »Lass seine Stirn in Ruhe und fass auch sonst nichts an!« Er holte tief Luft und befahl: »Leg auf und wähl sofort den Notruf!«

»Für einen Arzt ist es wohl zu spät.«

»Das kannst du nicht beurteilen. Wähl den Notruf und alarmier auch die Polizei!«

Am anderen Ende der Leitung blieb es seltsam still.

»Hast du mich verstanden?«, hakte Paul energisch nach.

»Ja, schon. Aber das mit der Polizei finde ich nicht gut. Ich möchte keinen Ärger. Habe mit der Sache ja nichts zu tun. Deshalb habe ich dich angerufen statt der Bullen. Kannst du nicht mal schnell vorbeischauen? Du weißt doch, wo Heike wohnt.«

»Weiß ich, ja, aber ich halte das für keine gute Idee. Entweder du rufst jetzt beim Notdienst an oder ich übernehme das.«

Vivi schien nicht überzeugt. »Ich glaube, Heike steckt in Schwierigkeiten«, gab sie endlich den Grund für ihr Zaudern preis und appellierte an Paul: »Tu es ihr zuliebe. Schau dir den Toten wenigstens mal an, bevor du die Polizei holst. Du brauchst doch nicht lang bis hierher.«

Paul wog das Für und Wider ab. Wenn der Mann tatsächlich tot war – und Vivis Beschreibung sprach dafür –, kam es auf ein paar Minuten mehr oder weniger nicht an. Er rang sich eine Zusage ab: »Meinetwegen. Aber denk dran, bloß nichts mehr anrühren, sonst kommst du in Teufels Küche!«

Als er das Haus verließ, blies ihm ein kalter Wind entgegen. Typisch April, dachte er. Heute Morgen hatte noch die Sonne geschienen, und jetzt sah es so aus, als würde der Winter zurückkehren. Er zog die Enden seines Kragens zusammen und sprang in seinen Renault. Dabei fiel ihm ein, dass er nicht einmal Vivis Nachnamen kannte, geschweige denn sonst etwas über sie wusste, außer dass sie gelegentlich Vernissagen besuchte.

2

Keine Viertelstunde später traf Paul in der Parkstraße ein. Der Straßenzug selbst hatte nichts Ungewöhnliches an sich: Die Fronten der drei- bis viergeschossigen Mehrfamilienhäuser waren in freundlichen Tönen gestrichen oder trugen den pastellroten Ton fränkischer Sandsteinfassaden. Die grünen Inseln um die Straßenbäume machten im Licht der Straßenbeleuchtung einen sorgsam gepflegten Eindruck. Mülltonnen standen gerade und brav am Gehsteigrand Spalier. Alles wirkte aufgeräumt und wohlgeordnet. Selbst die kopierten Zettel mit dem Aufruf »Beagle entlaufen! Hört auf den Namen Fritzi. Hinweise bitte an Familie Leinenweber!« waren penibel gerade an die Laternenmasten geklebt. Eine Mustersiedlung, dachte Paul.

Heike Bach besaß eine Eigentumswohnung in einer Mehrparteienanlage, die Paul wegen ihrer schlichten Siebzigerjahrearchitektur in Erinnerung geblieben war. Inmitten des alten Baubestandes fiel sie etwas aus dem Rahmen. Zwar hatte es ihn bisher nur einmal hierher verschlagen, weil Heike eines seiner Bilder gekauft und er den großformatigen Abzug bei ihr abgegeben hatte, doch er fand den Wohnblock auf Anhieb wieder.

Zu seiner Verwunderung standen mehrere Einsatzwagen kreuz und quer vor dem Haus und parkten den Gehweg zu. Sie sagten ihm, dass Vivi es sich anders überlegt und die Polizei doch noch verständigt hatte. Kurz dachte er daran, einfach wieder umzukehren und die Sache auf sich beruhen zu lassen. Doch dafür war seine Neugierde mittlerweile zu groß.

Er betrat den Hausflur, ging gleich bis hinauf ins Obergeschoss und näherte sich der weit offen stehenden Tür von Heike Bachs Wohnung. Im Inneren wuselten Uniformierte und einige Männer in Zivil durcheinander. Aber wo war Vivi?

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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