Die schönsten Gleichnisse Ramakrishnas - Sri Ramakrishna - E-Book

Die schönsten Gleichnisse Ramakrishnas E-Book

Sri Ramakrishna

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Beschreibung

Ramakrishna (1836-1886) gehört zu den großen Heiligen Indiens mit einem weiten Schülerkreis. Seine spirituelle Lehre umfasst alle Lebensbereiche des Menschen. Er gebrauchte oft Beispiele aus dem Alltag oder Gleichnisse, um sie seinen Schülern und Besuchern zu veranschaulichen. Diese kleine Auswahl der schönsten Gleichnisse lädt zum Nachdenken ein und dient zugleich als Einführung in seine Lehre. Wer sich ausführlicher mit Ramakrishnas Gleichnissen befassen möchte, der sei auf die umfangreichere Sammlung Ramakrishnas Lehre in Gleichnissen verwiesen.

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Seitenzahl: 139

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Leben in der Welt

Der spirituelle Lehrer

Göttliche Inkarnationen

Wie Gott oder Brahman ist

Die spirituelle Übung

Vom menschlichen Geist

Hindernisse und Gefahren

Jnana, der Weg der Erkenntnis

Bhakti, der Weg der Hingabe

Das Ziel von Jnana und Bhakti

Alle Religionen führen zum selben Ziel

Leben nach dem Tod

Glossar

Literaturverzeichnis

Einleitung

Ramakrishnas Lehre umfasst alle Lebensbereiche des Menschen. Er gebrauchte oft Beispiele aus dem Alltag und Gleichnisse, um sie seinen Schülern und Besuchern zu veranschaulichen. Manchmal griff er auch auf bereits bekannte Gleichnisse zurück, wie auf das von den vier Blinden.

Wir halten mit dieser kleinen Sammlung einen wertvollen Schatz in Händen, der in vielem an die Gleichnisse Jesu erinnern mag. Je mehr man sich damit befasst, desto mehr Aspekte und Nuancen entdeckt man darin.

Wer sich ausführlicher mit Ramakrishnas Gleichnissen befassen möchte, der sei auf das Buch Ramakrishnas Lehre in Gleichnissen verwiesen.

Gabriele Ebert

Leben in der Welt

Ramakrishna unterteilte seine Schüler in zwei Gruppen: die Familienväter und die unverheirateten jungen Männer. Beide unterwies er getrennt.

Er riet den Familienvätern, gelegentlich in die Einsamkeit zu gehen, um Sehnsucht nach Gott zu entwickeln. Sie sollten mit ehrlicher Arbeit für den Familienunterhalt sorgen und ihre Pflichten erfüllen, wie sie sich ergaben, aber sich nicht mehr Arbeit aufladen als nötig. Sie sollten einen Teil ihres Geistes der Familie und Arbeit widmen, aber den größeren Teil Gott. Bevor man in die Welt eintritt, sollte man sich um die Erkenntnis Gottes bemühen. „Erst Gott – dann die Welt“, lautete sein Grundsatz. Arbeit sah er nicht als einen Wert an sich oder ein Ziel, sondern vielmehr als ein Mittel, das auch an Bedeutung verlieren konnte. Das Ziel im Leben galt seiner Meinung nach einzig der Erkenntnis Gottes, wobei das Leben als Verheirateter durchaus von Vorteil sein konnte, da es sich leichter von der „Festung“ aus kämpfen lässt als auf freiem Feld, wie er es formulierte. Er bezeichnete die Haupthindernisse auf dem spirituellen Pfad mit „Frauen und Gold“ (Kamini-Kanchana), womit er sexuelle Begierde und Reichtum bzw. den Wunsch nach Besitz meinte.

Ramakrishna war mit Sarada Devi verheiratet, wobei er keine sexuelle Beziehung mit seiner Frau führte. Er selbst betrachtete alle Frauen als die Göttliche Mutter und riet das auch seinen Schülern.

Die Schildkröte denkt nur an ihre Eier

Die Schildkröte bewegt sich im Wasser. Aber kannst du dir vorstellen, wo ihre Gedanken sind? Dort am Ufer, wo ihre Eier liegen. Erfülle all deine Pflichten in der Welt, aber halte deinen Geist auf Gott gerichtet. GI 121

Ein junger Baum muss umzäunt sein

Wenn der Peepalbaum jung ist, wird er umzäunt, um ihn vor dem Vieh zu schützen. Aber der Zaun ist nicht mehr nötig, wenn der Stamm dick und stark geworden ist. Dann geschieht dem Baum kein Schaden, auch wenn ein Elefant an ihn gebunden wird. „Frauen und Gold“ werden dir nicht im Geringsten schaden können, wenn du nach Hause gehst und das Leben eines Familienvaters führst, nachdem du deine spirituelle Kraft gesteigert und durch spirituelle Übungen in der Einsamkeit Liebe für die Füße Gottes entwickelt hast. GII 148

Vom Steuermann

Der Steuermann steht auf und packt fest das Ruder, solange das Boot durch Wellen, Sturm, starken Wind oder um die Windungen eines Flusses fährt. Aber nachdem er durch sie hindurchgesteuert ist, entspannt er sich. Sobald das Boot die Kurven passiert hat und der Steuermann günstigen Wind spürt, setzt er sich bequem hin und berührt nur noch das Ruder. Als Nächstes bereitet er das Setzen der Segel vor und macht sich bereit für eine Zigarette. Ebenso genießt der Übende Frieden und Stille, nachdem er die Wellen und Stürme von „Frauen und Gold“ passiert hat. GI 158

Die Pflicht erfüllen wie eine Magd

Ebenso wie eine Amme in einer reichen Familie das Kind ihres Herrn aufzieht und es liebt, als wäre es ihr eigenes, obwohl sie genau weiß, dass sie keinen Anspruch auf es hat, sollt auch ihr denken, dass ihr nur Treuhänder und Hüter eurer Kinder seid, deren wirklicher Vater der Herr selbst ist. Say 286

Von den Dorfmädchen mit Wasserkrügen auf dem Kopf

Ebenso wie die Dorfmädchen in Indien vier oder fünf Töpfe mit Wasser übereinander auf dem Kopf tragen, auf dem ganzen Weg über ihre Freuden und Leiden miteinander sprechen und dabei keinen einzigen Tropfen Wasser verschütten, muss der Reisende auf dem Pfad der Tugend seinen Weg gehen. In welcher Lage er sich auch befinden mag, er sollte immer darauf achten, dass sein Herz nicht vom rechten Weg abweicht. Say 284

Von der Festung aus kämpfen

Diejenigen, die in der Welt leben und dennoch versuchen, Erlösung zu erlangen, sind wie die Soldaten, die hinter den Wällen einer Festung kämpfen, während die Asketen, die der Welt auf der Suche nach Gott entsagen, wie die Soldaten sind, die auf dem offenen Feld kämpfen. Den Feind von der Festung aus zu bekämpfen, ist bequemer und viel sicherer als auf offenem Feld. Say 291

Von der Eins und von den Nullen

Wenn du das eine kennst, kennst du alles. Wenn du fünfzig Nullen an die Eins anhängst, bekommst du eine große Summe. Beseitige aber die Eins, und nichts bleibt übrig. Es ist das Eine, das die Vielen ausmacht. Zuerst eins, dann viele. Zuerst Gott, dann Seine Geschöpfe und die Welt. GII 206

Vom Loch im Krug

Wenn sich am Boden eines Wasserkruges ein kleines Loch befindet, läuft das ganze Wasser aus. Ebenso sind alle Anstrengungen des Suchers umsonst, wenn er auch nur den kleinsten Hauch von Weltlichkeit in sich trägt. Say 78

Eine Tasse, in der Knoblauch oder geronnene Milch war

Die Tasse, in der Knoblauchsaft aufbewahrt wird, behält den Geruch, auch wenn sie mehrmals gewaschen wird. Der Egoismus ist ein solch hartnäckiger Aspekt der Unwissenheit, dass er nie ganz verschwindet, wie sehr man auch versuchen mag, ihn loszuwerden. Say 111

Kuchen mit verschiedenen Füllungen

Die äußere Schicht des Kuchens besteht aus Reismehl, aber innen ist er mit verschiedenen Zutaten gefüllt. Der Kuchen ist gut oder schlecht, je nach der Qualität seiner Füllung. Ebenso sind alle menschlichen Körper aus ein und demselben Material gemacht, aber die Menschen sind von unterschiedlicher Qualität, je nach der Reinheit ihrer Herzen. Say 38

Verstrickt wie die Seidenraupe

Die Raupe ist in ihrem eigenen Kokon gefangen. Genauso ist die weltliche Seele im Netz ihrer eigenen Begierden gefangen. Aber wenn sich die Raupe zu einem hellen und schönen Schmetterling entwickelt, sprengt sie den Kokon und fliegt frei hinaus, um Licht und Luft zu genießen. Ebenso kann auch die weltliche Seele mit den Flügeln der Unterscheidung und der Leidenschaftslosigkeit für weltliche Dinge aus den Netzen der Maya herausfliegen. Say 554

Vom diebischen Fischer, der vorgab, ein Heiliger zu sein

Eines Nachts ging ein Fischer in einen Garten und warf sein Netz in den See, um Fische zu stehlen. Der Eigentümer hörte ihn und umringte ihn mit seinen Dienern. Sie brachten brennende Fackeln mit und begannen, ihn zu suchen. In der Zwischenzeit beschmierte der Fischer seinen Körper mit Asche, setzte sich unter einen Baum und gab vor, ein Heiliger zu sein. Der Eigentümer und seine Männer suchten überall, konnten aber den Dieb nicht finden. Alles, was sie sahen, war ein heiliger Mann, der mit Asche beschmiert war und unter einem Baum meditierte.

Am nächsten Tag verbreitete sich die Nachricht in der Nachbarschaft, dass ein großer Weiser im Garten weilte. Die Leute versammelten sich dort und ehrten ihn mit Opfergaben von Obst, Blumen und Süßigkeiten. Viele boten ihm auch Silber- und Kupfermünzen an. „Wie seltsam“, dachte der Fischer. „Ich bin kein echter Heiliger, aber trotzdem zeigen die Leute mir solche Hingabe. Ich werde Gott gewiss erkennen, wenn ich ein wahrer Sadhu werde. Darüber besteht kein Zweifel.“

Wenn die bloße Vortäuschung eines religiösen Lebens eine solche spirituelle Erweckung bringen kann, dann kannst du dir vorstellen, wie erst echtes Sadhana wirkt. In diesem Zustand wirst du sicherlich erkennen, was wirklich und was unwirklich ist. Gott allein ist wirklich, und die Welt ist eine Täuschung. GI 305 f.

Vom Glühwürmchen

Es gibt keinen Grund, auf Geld stolz zu sein. Wenn du sagst, dass du reich bist, gibt es noch reichere Menschen als dich, verglichen mit denen du nur ein Bettler bist.

Wenn die Glühwürmchen in der Dämmerung in Erscheinung treten, denken sie: „Wir bringen Licht in die Welt.“ Aber wenn die Sterne zu funkeln beginnen, wird der Stolz der Glühwürmchen gedämpft. Jetzt denken die Sterne: „Wir erhellen das Universum.“ Aber nach einer Weile geht der Mond am Himmel auf. Sein silbernes Licht demütigt die Sterne, und sie verblassen vor Traurigkeit. Nun wird der Mond stolz und denkt, dass durch sein Licht die Welt erhellt und in Schönheit gebadet wird. Doch schon bald verkündet die Morgendämmerung das Aufgehen der Sonne am östlichen Horizont. Und wo ist nun der Mond?

Wenn diejenigen, die sich für reich halten, über diese Tatsachen der Natur nachdenken würden, würden sie sich nie mit ihrem Reichtum und ihrer Macht brüsten. Say 96

Vom Haus mit Lehmwänden und vom Glashaus

Der Unwissende, der ein weltliches Leben führt, ohne Gott zu erkennen, ist wie die Leute, die in einem Haus mit Lehmwänden wohnen. Mit dem dämmrigen Licht können sie das Innere des Hauses sehen, aber nicht mehr. Doch jene, die in der Welt leben, nachdem sie Wissen erlangt und Gott erkannt haben, sind wie die Leute, die in einem Glashaus leben. Sie sehen, was im Zimmer ist, aber auch alles, was draußen ist. Das Licht der Sonne der Erkenntnis tritt ins Zimmer. Sie sehen alles im Zimmer sehr deutlich. Sie wissen, was gut und böse ist, was beständig und unbeständig ist. GII 359

Vom Kamel, das Dornbüsche frisst

Das Kamel liebt es, Dornbüsche zu fressen. Je mehr Dornen es frisst, desto mehr Blut strömt aus seinem Maul. Trotzdem muss es dornige Pflanzen fressen und lässt nie davon ab. Der weltliche Mensch hat so viele Sorgen und so viel Leid, aber er vergisst das alles in wenigen Tagen und nimmt sein altes Leben wieder auf. GI 222

Vom Mann, der im Zimmer eingesperrt ist

Nimm einmal an, ein Mann ist in einem Zimmer eingesperrt. Alle Türen und Fenster sind verschlossen. Durch ein Loch an der Decke kommt nur etwas Licht herein. Kann er mit diesem Dach über seinem Kopf die Sonne sehen? Und was kann er mit nur einem Lichtstrahl tun? „Frauen und Gold“ sind das Dach. Kann er die Sonne sehen, solange er das Dach nicht beseitigt? Weltliche Leute sind sozusagen in einem Zimmer eingeschlossen. GII 317

Vom Ruß im Zimmer

Man kann nicht in einem verrußten Zimmer leben, ohne, trotz aller Vorsicht, etwas schwarz zu werden. Ebenso wird auch ein Mann, der in der Gesellschaft von Frauen lebt, zwangsläufig eine gewisse Fleischeslust entwickeln, und sei sie noch so klein, auch wenn er sehr umsichtig ist und seine Sinne unter Kontrolle hat. Say 70

Die Versuchung des Fieberkranken

Wenn man Krüge mit eiskaltem Wasser und Flaschen mit schmackhaften Soßen in die Nähe eines Mannes stellt, der an sehr hohem Fieber leidet und halb im Delirium ist, glaubst du, dass er, durstig und unruhig wie er ist, der Versuchung widerstehen kann, das Wasser zu trinken oder die Soßen zu kosten? Ebenso kann der weltliche Mensch, der unter dem hohen Fieber der Lust leidet und nach sinnlichen Vergnügungen dürstet, den Versuchungen nicht widerstehen, wenn er sich zwischen den Reizen der Schönheit und denen des Reichtums befindet. Er wird mit Sicherheit vom Pfad der Hingabe abkommen. Say 71

Die Zuschauer beim Schachspiel

Beim Schachspiel können die Zuschauer besser als die Spieler selbst beurteilen, was der richtige Zug ist. Die Menschen der Welt denken, dass sie sehr klug sind, aber sie hängen an den Dingen der Welt – Geld, Ehre, Sinnesfreuden usw. Da sie mit dem Spiel befasst sind, ist es für sie schwer, den richtigen Zug zu finden.

Heilige Menschen, die die Welt aufgegeben haben, hängen nicht an weltlichen Dingen. Sie sind wie die Zuschauer bei einer Schachpartie. Sie sehen die Dinge in ihrem wahren Licht und können besser urteilen als weltliche Menschen. Wenn man also ein heiliges Leben führen will, darf man nur den Worten derjenigen vertrauen, die über Gott meditieren und Ihn erkannt haben. Wenn du einen Rechtsbeistand suchst, wirst du dich dann nicht an einen Anwalt wenden, der in diesem Beruf tätig ist? Sicherlich wirst du nicht den Rat eines Mannes von der Straße annehmen. Say 694

Von den dreierlei Puppen

Es gibt dreierlei Puppen: die erste ist aus Salz, die zweite aus Stoff und die dritte aus Stein. Wenn diese Puppen in Wasser getaucht werden, löst sich die erste auf und verliert ihre Form, die zweite nimmt eine große Menge Wasser auf, behält aber ihre Form, und die dritte bleibt für Wasser undurchlässig. Die erste Puppe stellt den Menschen dar, der mit dem universellen und alles durchdringenden Selbst verschmilzt und eins mit Ihm wird. Er ist der befreite Mensch. Die zweite stellt den Bhakta oder den wahren Gottliebenden dar, der voller göttlicher Glückseligkeit und Wissen ist. Und der dritte steht für den weltlichen Menschen, der nicht einmal ein Teilchen des wahren Wissens in sein Herz lässt. Say 36

Wasser kann in keinen Stein eindringen

Wie Wasser niemals in einen Stein eindringen kann, so können religiöse Lehren keinen Eindruck auf eine gebundene Seele machen. Say 201

Von den Kissenbezügen

Menschen sind wie Kissenbezüge. Die Farbe des einen mag rot sein, die des anderen blau und die des dritten schwarz. Aber alle enthalten dieselbe Baumwolle. Genauso ist es auch mit den Menschen. Der eine ist schön, der andere schmutzig, der dritte heilig, der vierte böse. Aber in allen wohnt das göttliche Wesen. Say 37

Wie eine Jakote

Alles ist flüchtig. Was gibt es in „Frauen und Gold“? Sie sind wie eine Jakote – nur Stein und Haut. Wenn man sie isst, bekommt man eine Kolik. Oder wie eine Süßigkeit. Wenn du sie einmal geschluckt hast, ist sie weg. GII 390

Wie krauses Haar

Das Herz eines sündigen Menschen ist wie krauses Haar. Man kann es nicht glätten, wie sehr man es auch versuchen mag. Ebenso kann auch das Herz des Bösen nicht leicht aufrecht und rein gemacht werden. Say 198

Vom gebrannten und ungebrannten Ton

Der Töpfer modelliert verschiedene Formen aus ungebranntem Ton, aber er kann den Ton, der einmal gebrannt wurde, nicht mehr bearbeiten. Ebenso kann das Herz, das im Feuer der weltlichen Begierden gebrannt wurde, nicht von einem höheren Gefühl beeinflusst und in eine schöne Form gebracht werden. Say 200

Wenn alle Freude verschwindet

Das neugeborene Kalb sieht sehr lebhaft und fröhlich aus. Es rennt und tobt den ganzen Tag umher und hält nur gelegentlich inne, um die süße Milch von seiner Mutter zu saugen. Doch kaum ist der Strick um seinen Hals gebunden, beginnt es allmählich zu verkümmern, und statt fröhlich zu sein, sieht es niedergeschlagen und traurig aus und magert ab.

Genauso ist ein Junge, solange er sich nicht um die Angelegenheiten der Welt kümmert, recht fröhlich und munter. Aber wenn er einmal mit dem starken Band der Ehe an die Welt gebunden ist und mit der Verantwortung des Familienlebens angeschirrt ist, verschwindet all seine Freude. Sein Blick drückt Niedergeschlagenheit, Sorge und Angst aus. Auf seinen Wangen liegt nicht mehr das Glühen der Gesundheit, und tiefe Falten furchen allmählich seine Stirn. Wohl dem, der sein Leben lang ein Junge bleibt, frei wie die Morgenluft, frisch wie eine neu geöffnete Blüte und rein wie ein Tautropfen. Say 192

Vom Wassertropfen auf einer rotglühenden Bratpfanne

Die Sehnsucht der weltlich Gesinnten nach Gott ist nur flüchtig, wie ein Wassertropfen auf einer rotglühenden Bratpfanne. Das Wasser zischt und verflüchtigt sich sofort. Die Aufmerksamkeit der weltlich Gesinnten ist auf den Genuss von weltlichen Freuden gerichtet. Deshalb empfinden sie keine Sehnsucht und Unruhe nach Gott. GI 511

Vom Wurm, der sich im Schmutz wohlfühlt

Das Herz des weltlichen Menschen ist wie der Wurm in einem Misthaufen. Der Wurm lebt immer im Mist und liebt es, darin zu leben. Wenn jemand ihn zufällig aus dieser schmutzigen Behausung herausnimmt und auf eine Lotusblume setzt, wird er bald am Duft der Blume sterben. Ebenso kann der weltliche Mensch nicht einmal für einen Moment außerhalb der schmutzigen Atmosphäre weltlicher Gedanken und Wünsche leben. Say 214

Der weltliche Mensch ist manchmal wie eine Schlange, die einen Maulwurf erwischt hat, den sie weder verschlucken noch ausspucken kann. Vielleicht hat er erkannt, dass es in der Welt nichts Substanzielles gibt, dass sie nur Haut und Stein ist wie die Jakote, und doch kann er die Welt nicht vergessen und sein Herz auf Gott richten. Wenn man ihn aus einer weltlichen Umgebung herausnimmt und in eine heilige Umgebung bringt, wird es ihm das Herz brechen, und er verschmachtet, genauso wie ein Wurm, der von Dreck lebt und gedeiht, stirbt, wenn er in einem Topf mit Reis gehalten wird. Say 207

Vom Mungo