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Wer die Sprüche Salomos liest, folgt den Spuren eines Weisen. Der damalige König Israels verfasste sie ca. 1000 v. Chr., um die Jugend seiner Zeit zu lehren. Aber auch heute, mehr als 3000 Jahre später, haben sie nichts von ihrer Faszination verloren. Es sind kurze Gedanken in griffigen Worten, die tief in den Geist des Lesers dringen. Egal, ob es um Gott und die Welt, um Reden und Schweigen, um Geiz und Großzügigkeit, oder um irgendetwas anderes geht, wir spüren, dass Salomos Sprüche zeitlos, weil göttlich sind.
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Seitenzahl: 130
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Und über dem,
dass der Prediger weise war,
lehrte er noch das Volk Erkenntnis
und erwog und forschte,
verfasste viele Sprüche.
Der Prediger suchte angenehme Worte zu finden;
und das Geschriebene ist richtig,
Worte der Wahrheit.
Die Worte der Weisen sind wie Treibstacheln,
und wie eingeschlagene Nägel
die gesammelten Sprüche;
sie sind gegeben von einem Hirten.“
Prediger 12:9-11
INHALT
Der Weisheit Anfang
An Gottes Segen ist alles gelegen
Lassen wir es gut sein!
Ein Freund, ein guter Freund
Stehaufmännchen
Die Entfesselung des Wassers
Die Tarnkappe der Narren
Angriffslustige Rückzügler
Der sichere Ort
Erst hören, dann reden!
Hochmut kommt vor dem Fall
Betrogene Menschen
Die Macht der Worte
Die große Unbekannte
Der Richter auf der Anklagebank
Einsicht zeigen
Wem Gott will rechte Gunst erweisen
Lass dir raten!
Der Reflex der Rache
Gott lenkt unser
Gott lenkt unsere Gegner
Gott lenkt unser Reden
Gewöhnung
Erziehung
Beziehung
Widerstandskraft
Auferstehungskraft
Urteilskraft
Knochenbrecher
Wolfsgruben
Krokodilstränen
Save!
Auf dem Schleifstein
Heilsame Verletzungen
Passende Worte
Führungslosigkeit
Außen hui und innen pfui
Der Segen des Segnens
Gelassenheit
Touche!
Wo gehobelt wird
Schlechter Umgang
Es gibt Nichts Gutes
Tanz auf dem Vulkan
Wer die Sprüche Salomos liest, folgt den Spuren eines Weisen. Der damalige König Israels verfasste sie ca. 1000 v. Chr. Er wollte durch sie die Jugend seiner Zeit belehren. Aber auch heute, mehr als 3000 Jahre später, haben sie nichts von ihrer Faszination verloren. Es sind kurze Gedanken in griffigen Worten, die tief in den Geist des Lesers dringen.
Der Verfasser war nicht irgendjemand. Salomo schien in seinem Wesen und Denken, aber auch in seinen schriftstellerischen und rhetorischen Fähigkeiten, eine Ausnahmeerscheinung gewesen zu sein. Denn die Heiligen Schriften selbst beschreiben sein Schaffen und seinen Einfluss auf die damalige Welt mit Worten der Superlative:
Und Gott gab Salomo Weisheit und sehr große Einsicht, und Weite des Herzens, wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist. Und die Weisheit Salomos war größer als die Weisheit aller Söhne des Ostens und als alle Weisheit Ägyptens. Und er war weiser als alle Menschen, als Ethan, der Esrachiter, und Heman und Kalkol und Darda, die Söhne Machols. Und sein Name war unter allen Nationen ringsum. Und er redete dreitausend Sprüche, und seiner Lieder waren tausendundfünf. Und er redete über die Bäume, von der Zeder, die auf dem Libanon ist, bis zum Ysop, der an der Mauer herauswächst; und er redete über das Vieh und über die Vögel und über das Gewürm und über die Fische. Und man kam aus allen Völkern, um die Weisheit Salomos zu hören, von allen Königen der Erde her, die von seiner Weisheit gehört hatten.
1.Kö 4:29-34
Damals war es ein Privileg, Salomo zuhören zu dürfen. Menschen nahmen dafür weite Wege auf sich. Aus aller Herren Länder kamen sie, um die Worte der Weisheit zu hören. Uns liegen seine Sprüche heute als Sammlung vor. Wir finden sie in der Weisheitsliteratur des Alten Testaments.
Wir brauchen nicht weit zu reisen. Es reicht das „Buch der Bücher“ aufzuschlagen. Ungefähr in der Mitte der Bibel finden wir das Buch der Sprüche. Eine Auswahl von ihnen werden in diesem Büchlein erklärt und ausgelegt. Sie werden, wenn man so will, übersetzt in die Sprache des modernen Menschen.
Wir wünschen dem geneigten Leser unterhaltsames Nachdenken bei der Lektüre der Sprüche. Die Auswahl der behandelten Verse erfolgte willkürlich. Der Autor des Büchleins pickte einfach die heraus, die ihm gefielen. So entstand eine kleine Auswahl der persönlichen Art. Wer weitere Sprüche lesen will, kann die Bibel selbst aufschlagen.
Siegen, im Oktober 2025
Die Furcht des Herrn ist der Erkenntnis Anfang; die Narren verachten Weisheit und Unterweisung.
Spr 1:7
Dieser Spruch gilt als Leitvers zum Verständnis der Sprüche. Er prangt gleichsam als Portal über den weitverzweigten Wegen in den Gärten der Weisheit. So, als ob Salomo sagen wollte: es gibt keine wirkliche Erkenntnis ohne Gott. Er erteilt dem Leser recht früh und offen eine Absage für eine “gottlose” Suche nach Erkenntnis. Wir sollten also die Rechnung nicht ohne den Wirt machen, wenn wir uns auf die Suche nach Weisheit begeben.
Das ist das Problem der Philosophie. Sie möchte Weisheit erwerben, ohne sich dabei unbedingt mit dem allein Weisen Gott beschäftigen zu müssen. Sie macht die Rechnung ohne den Wirt. Die Philosophie ist mittlerweile zum Ersatz für Theologie geworden. Man kann ihren Vertretern zwar eine gewisse “Liebe zur Wahrheit” nicht absprechen, aber die Liebe zu Gott ist ihnen abhandengekommen. Und damit fehlt ihnen auch der Schlüssel zum Verständnis der Dinge.
Paulus brandmarkt den Irrtum der Philosophen recht deutlich in Röm 1:21. Er spricht davon, dass die Menschen seiner Zeit “in Torheit verfielen und ihr unverständiges Herz verfinstert wurde. Indem sie sich für Weise ausgaben, sind sie zu Narren geworden” Und warum? “Weil sie die Herrlichkeit des unverweslichen Gottes in das Bild von sterblichen Menschen und Tieren verwandelt hatten.” Sie hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
Wer Licht über den Dingen bekommen will, muss den Schalter umlegen. Wer am Abend einen Reiseführer für den nächsten Urlaub lesen möchte, der muss die Stehlampe hinter seinem Relaxsessel einschalten. Erst dann wird er sich informieren können. Erst dann wird er die Bilder der Sehenswürdigkeiten im Farbdruck bewundern können. Erst dann wird er den kulinarischen Köstlichkeiten des Landes einen “antipasto” abringen können.
Ähnlich ist es mit den Wegen der Weisheit. Du wirst sie nicht verstehen, wenn du nicht von Gott erleuchtet bist. Im Dunkeln deines Geistes wirst du dich an ihnen stoßen. Du wirst vom Weg abkommen, wenn du nicht dem “Licht der Welt” folgst. Jesus sagt über sich selbst. “Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.” (Joh 8:12). Deshalb: Suche Jesus und sein Licht, alles andere hilft dir nicht!
Die Narren aber verachten Weisheit und Unterweisung. So lautet der zweite Teil unseres Verses. Demzufolge gibt es zwei Gründe für eine irregehende Menschheit: erstens, die Ablehnung Gottes selbst als dem Licht im Dunkeln, und zweitens die Ablehnung jeder Form von Belehrung und Unterweisung. Ein Mensch, der sich von Gott nichts sagen lässt ist meist auch einer, der sich von Menschen ebenso wenig sagen lässt. Ein solcher Mensch ist sich selbst das Maß aller Dinge.
Ein persischer Gelehrter wurde gefragt, wie er denn so viel Weisheit erworben hätte. Seine Antwort war: indem ich die Menschen beobachtet habe und infolge versucht habe, ihre Fehler nicht zu wiederholen. Tatsächlich kann man sich so viel Leid ersparen. Der Mensch ohne Gott aber lehnt selbst das ab. Er will die Dinge ausprobieren. Er will das Rad täglich von neuem erfinden. Und so probiert er die Drogen, den Ehebruch, das Spekulantentum und vieles mehr.
Wir sollten die Rechnung nicht ohne den Wirt machen. Am Ende des Tages werden wir die Rechnung unseres Lebens bei ihm bezahlen müssen. Dann wird er uns fragen, warum wir denn nicht auf seinen Rat gehört haben. Und noch vielmehr: warum wir denn so gar nichts mit ihm zu schaffen haben wollten. Aber heute, jetzt und hier haben wir die Möglichkeit uns zu korrigieren, indem wir ihn mit einbeziehen und uns von ihm was sagen lassen.
Der Segen des Herrn, er macht reich, und Anstrengung fügt neben ihm nichts hinzu.
Spr 10:22
An Gottes Segen ist alles gelegen. So lautet das alte Sprichwort der Pietisten. Vielleicht wurde es durch den vorher zitierten Spruch Salomos inspiriert. Auf jeden Fall scheint die Erfahrung der Gläubigen das Wort des weisen Königs Israels zu bestätigen. Was, zugegeben, nicht unbedingt so sein muss, aber doch nützlich ist, wenn es so ist. Denn so ganz ohne ist dieser „Sager“ aus dem 10. Kapitel des Buches der Sprüche nicht.
Abraham hätte Salomo recht gegeben. Der Segen des Herrn hatte ihn reich gemacht. Er wuchs von einem kleinen Auswanderer zu einem mächtigen Fürsten in Kanaan heran. Der HERR segnete ihn selbst dann, wenn er auf Abwegen ging. Es lag also nicht an der Anstrengung des Patriarchen, sondern an dem Segen seines Gottes, dass seine Herden sich mehrten, sein Hausstand sich vergrößerte und sein Ansehen beachtlich war.
Da ich von dem souveränen Handeln Gottes zutiefst überzeugt bin, kommt mir der Spruch Salomos sehr zu Passe. Aber das spielt bei der Diskussion seines Inhalts nun wahrlich keine Rolle. Schließlich urteilt die Schrift über uns und nicht wir über sie. Und selbst wenn uns ein Wort in die Karten spielt, müssen wir doch eine gewisse Unvoreingenommenheit walten lassen, wenn wir es auslegen oder gar auf das Leben mit Gott anwenden. Ansonsten wird es unausgewogen.
Falsch verstanden könnte uns der Spruch vom Segen Gottes dazu verleiten, die Hände in den Schoß zu legen. Denn wenn alles am Segen Gottes gelegen ist, dann brauchen wir uns ja nicht mehr anzustrengen. Diese Interpretation würde der Faulenzerei und der Passivität das Wort reden. Das wiederum wäre aber nicht in Einklang zu bringen, mit vielen anders lautenden Aussagen der Heiligen Schrift über das tägliche Leben.
Wie so oft im Leben muss man genau hinschauen. Denn Salomo sagt nicht, dass Anstrengung unnütz ist, sondern vielmehr, dass sie unfähig ist dem Maß des Segens, den Gott schenkt noch irgendetwas hinzuzufügen. Es wäre der typisch menschliche Irrtum, dass wir dem 100-prozentigen Segen Gottes noch 10 oder 20 Prozent menschlichen Zuschlag geben könnten. So wie mein alter, schon längst verstorbener, Freund Rolf immer augenzwinkernd zu sagen pflegte: „Es geschah durch des HERRN gnädiges Wirken und meine gnädige Mithilfe!“
Bitterer als diese amüsante Selbstironie ist allerdings das Entstehen sektiererischer Gedanken in dieser Beziehung. Denn Sekten entstehen dann, wenn man den anerkannten Gnadenmitteln der Gemeinde Gottes noch besondere Alleinstellungsmerkmale hinzufügt. Dann braucht der rettende Glaube noch zusätzlich gute Werke und die unfehlbare Schrift noch zusätzlich die Aufsätze der Väter, und, und, und.
Derselbe Salomo der den Spruch verfasste, liefert dann auch im 127. Psalm ein sehr anschauliches Bild für das richtige Verständnis des Verses: „Wenn der Herr das Haus nicht baut, vergeblich arbeiten daran die Bauleute; wenn der Herr die Stadt nicht bewacht, vergeblich wacht der Wächter. Vergeblich ist es für euch, dass ihr früh aufstehet, spät aufbleibet, das Brot der Mühsal esset; also gibt er seinem Geliebten im Schlaf.“ (Ps 127:12)
Nein, die Bibel ist nichts für Faulenzer. Die alte Mönchsregel gilt nach wie vor: „Ora et labora!“ Bete und arbeite. Und zwar genau in dieser Reihenfolge. Wir sollen kräftig anpacken, nachdem wir ausgiebig gebetet haben. Aber wir sollten nicht weiter gehen wollen, als Gott es uns zulässt. Auch sollten wir keine „besonderen Erfahrungen“ suchen, die Gott uns nicht zugedacht hat. Denn: „Der Segen des Herrn, er macht reich, und Anstrengung fügt neben ihm nichts hinzu.“
Wer Zank liebt, liebt Übertretung; wer seine Tür hoch macht, sucht Einsturz.
Spr 17:19
Dieser Spruch stellt uns vor die Frage, ob wir es gut sein lassen können, oder ob wir eine bestimmte Sache immer wieder zur Sprache bringen müssen. Salomo hatte beobachtet, dass das Aufkochen von ewig gleichen Streitthemen selbst vertraute Menschen auseinanderbringen konnte. Die Liebe hingegen konnte den Mantel des Schweigens, vielleicht auch den des Vergessens, wohlwollend über eine Sache breiten.
Es gehört zur Liebe Gottes, dass er Sünde bedeckt. Dies ist eine der ersten Lektionen der Heiligen Schrift. Denn Gott machte Adam und Eva Felle, als diese im Garten Eden gesündigt hatten. So sehr schämten sie sich, dass sie selbst sich vorher Schürzen aus Feigenblättern angefertigt hatten. Die aber waren wohl zu luftig, um die Scham zu verbergen. Gottes Kleider der Liebe waren es, die die Übertreter wärmten und schützten. (1. Mo. 3:7 und 21)
Die Liebe Gottes treibt seine Kinder. Gerade und auch im Umgang mit den Blößen der anderen. Wir sollten sie mit Entschluss zudecken. Wir sollten kein Wort über sie verlieren. Wir sollten sie unter dem Deckmantel der Liebe verbergen. Gerade dann, wenn wir merken, dass der andere nicht einsichtig reagiert. Auch Anspielungen und Andeutungen hierüber sollten wir vermeiden. Sie kämen den Feigenblättern nur menschlicher Diskretion gleich.
Dem Apostel Petrus war die Bedeutung der bedeckenden Liebe sehr wichtig. Er wollte nicht, dass sich die Geschwister untereinander zerfleischten. Vor allem darum nicht, weil sich die Gemeinden der Verfolgung durch das Imperium Romanum ausgesetzt sahen. Er ermahnt die Gemeinde mit den uns bekannten Worten: “Vor allen Dingen aber habt untereinander eine inbrünstige Liebe, denn die Liebe bedeckt eine Menge von Sünden.” (1.Pet 4:8)
Die Corona – Krise hat uns ohne Zweifel auf den Prüfstand gestellt. Nicht nur als Gesellschaft, sondern auch als Gemeinde Gottes. Die Frage, wie weit man denn nun den staatlichen Anordnungen folgen sollte, wurde sehr kontrovers diskutiert. Dabei ging manche Beziehung und auch manche Gemeinschaft zu Bruch. Nicht nur, dass man verschiedener Meinung war, nein auch die Liebe der Kinder Gottes brannte auf “Sparflamme”.
Da hatte der damalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit seiner Prognose schon recht. Er sagte voraus, dass man sich am Ende dieser Krise viel zu vergeben hätte. Leider geschah das nur sehr halbherzig bis gar nicht, sowohl in der Gesellschaft als auch in der Gemeinde. Die Wunden, die damals geschlagen wurden, bluten teilweise noch heute. Die Krise soll jetzt aufgearbeitet werden. Aber wer hat dazu Zeit und Kraft?
Vielleicht ist es tatsächlich besser zu vergeben und zu vergessen, als aufzuarbeiten und aufzuwühlen. Vielleicht sollten wir den Deckmantel des Schweigens über so manchem kühnen Vorstoß ausbreiten. Vielleicht sollten wir es gut sein lassen und es nicht immer wieder schlecht reden. Die Kunst besteht tatsächlich darin, die Verbündeten nicht zu verlieren. Doch manch ein Erbsenzähler spuckt so lange in die Suppe, bis man letztlich nur noch Speichel sieht.
Irgendwann muss es dann aber auch einmal gut sein. Es ist ein Akt der Liebe, wenn wir eine Sache ad acta legen können auch wenn sie nicht zu unserer Zufriedenheit geklärt ist. Manche Menschen werden wir nicht ändern können und manche Schuld werden sie uns nicht erstatten können. Aber es ist besser, die Beziehung zu einem Menschen zu halten, als ihm gegenüber unbedingt recht zu behalten. Deswegen: lassen wir es besser gut sein!
Der Freund liebt zu aller Zeit, und als Bruder für die Drangsal wird er geboren.
Spr 17:17
Ein Spruch über den Freund. Bezeichnenderweise in der Einzahl gehalten, denn bekanntlich braucht man nicht viele Freunde, sondern gute. Ein guter Freund kann sogar zu einer Art Bruder werden, dann nämlich, wenn schwere Zeiten uns ereilen. Es scheint so, als ob es Menschen gibt, die geradezu als Beistand für schwere Zeiten geboren wurden. Der heutige Spruch lässt sich gut merken, denn er befindet sich in Kapitel 17 Vers 17.
Die Comedian Harmonists dichteten das Lied vom guten Freund. Dessen Refrain geht so: „Ein Freund, ein guter Freund / das ist das Beste, was es gibt auf der Welt! / Ein Freund bleibt immer Freund / Und wenn die ganze Welt zusammenfällt.“ Mit diesem fröhlichen Reim haben die Meister des „A-cappella-Gesangs“ das Wesentliche festgehalten, was über einen guten Freund zu sagen ist: Er bleibt immer Freund, auch dann, wenn die ganze Welt zusammenfällt.
Tatsächlich trennt sich hier die Spreu vom Weizen. Wie viele Freunde du wirklich hast, zeigt sich nämlich erst dann, wenn es dir einmal schlecht geht. Nicht selten haben wir erlebt, dass Ehemänner ihre Frauen verließen, als diese Brustkrebs bekamen. Nicht weniger selten auch, dass Frauen ihre Männer im Stich ließen, als diese einen Schlaganfall erlitten. Wahr scheint das Lied John Lennons zu sein: „Nobody loves you, when you’re down and out“
