Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Das Ehepaar Dr. Daniel Norden und Fee sehen den Beruf nicht als Job, sondern als wirkliche Berufung an. Aber ihr wahres Glück finden sie in der Familie. Fünf Kinder erblicken das Licht der Welt. Die Familie bleibt für Daniel Norden der wichtige Hintergrund, aus dem er Kraft schöpft für seinen verantwortungsvollen Beruf und der ihm immer Halt gibt. So ist es ihm möglich, Nöte, Sorgen und Ängste der Patienten zu erkennen und darauf einfühlsam einzugehen. Familie Dr. Norden ist der Schlüssel dieser erfolgreichsten Arztserie Deutschlands und Europas. Die Nachmittagssprechstunde hatte sich bis neunzehn Uhr hingezogen, als Dr. Daniel Norden den letzten Patienten verabschieden wollte, der sich mal wieder beklagt hatte, daß ihm kein Medikament helfen würde. Allerdings wußte der Arzt, daß er nur die Beipackzettel studierte und dann bestimmt bei den Gegenanzeigen etwas fand, was möglicherweise auf ihn zutreffen könnte, um das Medikament dann gar nicht erst zu nehmen. Manchmal verlor auch Dr. Norden die Geduld. »Ich kann Ihnen nur empfehlen, einen anderen Arzt aufzusuchen, Herr Pohl«, sagte Dr. Norden mit erzwungener Ruhe, da rief Wendy, daß er dringend Dr. Behnisch anrufen möge. »Ich will aber keinen anderen Arzt«, sagte Herr Pohl beleidigt und machte gleich Anstalten, Wendy seine eingebildeten Leiden zu klagen. Da kam er aber erst recht an die falsche Adresse. Daniel Norden hatte gleich zum Telefon gegriffen. Dieter Behnisch rief selten bei ihm an, das überließ er meist seiner Frau Jenny. Hoffentlich ist nichts mit Jenny, dachte Daniel deshalb auch sogleich. Dr. Behnisch hatte ein anderes Anliegen. »Ich brauche deine Hilfe, Daniel«, sagte er ohne lange Einleitung. »Ich habe hier eine Patientin, die mir Rätsel aufgibt.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 116
Veröffentlichungsjahr: 2023
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Die Nachmittagssprechstunde hatte sich bis neunzehn Uhr hingezogen, als Dr. Daniel Norden den letzten Patienten verabschieden wollte, der sich mal wieder beklagt hatte, daß ihm kein Medikament helfen würde. Allerdings wußte der Arzt, daß er nur die Beipackzettel studierte und dann bestimmt bei den Gegenanzeigen etwas fand, was möglicherweise auf ihn zutreffen könnte, um das Medikament dann gar nicht erst zu nehmen.
Manchmal verlor auch Dr. Norden die Geduld. »Ich kann Ihnen nur empfehlen, einen anderen Arzt aufzusuchen, Herr Pohl«, sagte Dr. Norden mit erzwungener Ruhe, da rief Wendy, daß er dringend Dr. Behnisch anrufen möge.
»Ich will aber keinen anderen Arzt«, sagte Herr Pohl beleidigt und machte gleich Anstalten, Wendy seine eingebildeten Leiden zu klagen. Da kam er aber erst recht an die falsche Adresse.
Daniel Norden hatte gleich zum Telefon gegriffen. Dieter Behnisch rief selten bei ihm an, das überließ er meist seiner Frau Jenny. Hoffentlich ist nichts mit Jenny, dachte Daniel deshalb auch sogleich.
Dr. Behnisch hatte ein anderes Anliegen.
»Ich brauche deine Hilfe, Daniel«, sagte er ohne lange Einleitung. »Ich habe hier eine Patientin, die mir Rätsel aufgibt. Sie ist vor ein paar Stunden eingeliefert worden, wurde ziemlich schwer verletzt im Birkenwäldchen gefunden. Da das in eurer Gegend ist, kennst du sie vielleicht.«
»Wie heißt sie?«
»Das weiß ich noch nicht, aber sie phantasiert dauernd und sagte merkwürdige Dinge, die mir zu denken geben. Bitte, komm, so schnell du kannst, du bist der bessere Psychologe.«
»Ich komme sofort, Dieter.« Er war schon an der Tür, als Wendy ihm noch nachrief, daß Herr Pohl ein Hypochonder sei.
»Das weiß ich«, gab er zurück.
*
Dr. Dieter Behnisch und seine Frau Jenny waren beide Chirurgen und hatten die eigene Klinik zu großem Ansehen gebracht. Jenny war zudem auch eine sehr gute Diagnostikerin und Internistin, und sie waren schon sehr lange mit dem Ehepaar Norden befreundet. Bei jedem besonders schwierigen Fall holten sie Daniels Meinung ein, wie jetzt bei dieser jungen Frau, die sich in ihrem Bett hin und her wälzte und zusammenhanglose Worte murmelte.
Sie hatte ein sehr schmales Gesicht, in dem sich tiefstes Leid abzeichnete und ein gewiß nicht leichtes Leben seine Spuren hinterlassen hatten, obgleich sie noch jung sein mußte.
»Ich kenne sie nicht«, sagte Daniel, »was hast du an Verletzungen festgestellt, Dieter?«
»Zwei Rippenbrüche, schwere und mittelschwere Prellungen und entsprechende Hämatome, sie ist untergewichtig und feingliedrig und Jenny meinte, daß sie möglicherweise ein Kind haben oder gehabt haben könnte. Wir schätzen sie nicht älter als dreißig. Sie trug keinerlei Schmuck und...«
Dr. Behnisch verstummte, denn die Patientin stöhnte auf und sagte laut, voller Angst und Abwehr: »Er kann es nicht sein, er ist tot, er kann nicht leben! Papa, hilf mir doch, er hat Timmy geholt!« Dann wurde ihre Stimme ganz leise, aber Daniel Norden beugte sich dicht über sie und konnte sie verstehen.
»Genau wie damals – geh nicht wieder fort, Papa.« Wieder folgte ein Stöhnen, dann öffnete sie plötzlich die Augen, die groß und blau waren und starr wie die einer Porzellanpuppe.
»Wer sind Sie?« frage sie monoton mit einem Ausdruck der Furcht.
»Ich bin Arzt, Dr. Daniel Norden«, erwiderte er langsam und betont, so daß sie es auch verstehen konnte. »Und wie heißen Sie?«
Er war schon darauf gefaßt, daß sie den Kopf schütteln und sagen würde, sie könnte sich nicht erinnern, aber nichts dergleichen geschah. Ihr Blick wurde nachdenklich.
»Den Namen habe ich schon gehört. Norden… Fee Norden. Ich heiße…«, dann ein kurzes Zögern, ein schneller Atemzug, »ich heiße Trebnitz, Rebecca Trebnitz.«
»Wo wohnen Sie?« fragte Daniel.
»Nirgends. Wo bin ich überhaupt? In welcher Stadt?«
Daniel tauschte mit Dieter einen Blick. Der zuckte mit den Schultern.
»In München sind Sie, in der Behnisch-Klinik, und das ist Dr. Dieter Behnisch. Seine Frau werden Sie auch kennenlernen.«
»Wie bin ich hergekommen?« fragte sie verwirrt.
»Das wird man Ihnen noch genau erklären. An was können Sie sich erinnern?«
Sie schloß die Augen. »Es ist alles so verschwommen, im Nebel, das Meer, das Haus. Ich finde mich nicht zurecht.«
»Wer sind Ihre Angehörigen? Wo sind sie zu erreichen?«
»Ich kenne niemand mehr. Es ist so lange her.«
»Sie haben nach ihrem Vater gerufen.«
»Papa ist tot«, sagte sie tonlos. »Er hat es gesagt.«
»Wer hat es gesagt?«
Sie stieß einen spitzen Schrei aus und deutete auf die Tür, dann verlor sie das Bewußtsein.
»Es war niemand an der Tür, ich habe mich gleich umgedreht«, sagte Dieter. »Das ist wohl doch ein Fall für den Psychiater.«
»Warten wir es noch ab. Sie hat sicher etwas Schreckliches durchgemacht, aber ich denke, sie wird sich erinnern können. Benno Heinze soll sich mit ihr befassen. Er ist Psychologe und könnte sie hypnotisieren.«
»Es käme auf einen Versuch an«, sagte Dieter, »zu Jennys Beruhigung. Sie hat einen Narren an dieser Frau gefressen. Es sind aber noch viele Rätsel zu lösen, wie es scheint.«
»Kein leichter Fall, das gebe ich zu«, nickte Daniel. »Wer ist Timmy? Wer der tote Mann, den sie gesehen hat?«
»Sicher in ihren Träumen. Ich träume auch manchmal von Toten und sehe sie lebend.«
»Ein Wunder, daß du überhaupt träumst, wo du doch kaum zum Schlafen kommst.«
»Jenny behauptet, daß ich schnarche, also muß ich wohl auch schlafen, aber ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt mit meiner Frau geschlafen habe. Da bist du wohl besser dran.«
»Du mußt dir auch Privatleben gönnen.«
»Sag den Patienten, daß sie mich mal in Ruhe lassen sollen. In letzter Zeit haben wir Unfälle wie nie zuvor. Woran mag das liegen?«
»Sollten wir es auch auf die Sonnenfinsternis schieben?«
»Die ist doch längst vorbei.«
»Aber sie soll ihre Nachwirkungen haben.«
»Auf etwas muß man es ja schieben, wenn kein Föhn ist«, brummte Dieter Behnisch.
Da kam Jenny.
»Ich habe etwas erfahren«, sagte sie hastig. »Ein Auto mit italienischem Kennzeichen hat eine ganze Zeit im Halteverbot am Birkenwäldchen gestanden. Vielleicht kann man dadurch etwas in Erfahrung bringen.«
»Wir haben inzwischen mit ihr gesprochen, nicht viel, aber wenigstens was«, erklärte Daniel. »Sie heißt Rebecca Trebnitz.«
»Sagt sie jedenfalls«, warf Dieter ein.
»Er ist immer skeptisch«, meinte Jenny nachsichtig. »Lieb, daß du gekommen bist, Daniel.«
»Ist doch selbstverständlich. Ich werde mich auch um die Patientin kümmern. Ihr ist nämlich der Name Fee Norden bekannt. Mal sehen, was wir da erfahren.«
»Nichts Gutes, wie ich annehme«, sagte Jenny ernst. »Aber fahr jetzt heim, sonst kündigt Fee uns die Freundschaft.«
»Sie ist immer schnell versöhnt, wenn ich etwas Interessantes zu berichten habe. Wenn man es recht bedenkt, ist unser Leben doch recht eintönig.«
»Jetzt hör aber auf, bei eurer Kinderschar kann es doch gar nicht eintönig sein.«
»Soviel Neues gibt es da auch nicht, und Fee hat sie ja den ganzen Tag um sich. Haltet mich bitte auf dem laufenden, wenn es etwas Neues von Rebecca Trebnitz gibt.«
Darauf brauchte er nicht lange zu warten, und Fee war nun auch sehr gespannt, wie es weitergehen würde, nachdem Daniel ihr die Geschichte abends erzählt hatte. Sie fuhr gleich am nächsten Vormittag zur Behnisch-Klinik. Sie konnte sich nicht erinnern, den Namen Trebnitz schon mal gehört zu haben und wollte sich überzeugen, ob sie die Patientin früher mal gesehen hätte. Sie hatte ein gutes Namens- und auch Personengedächtnis, und wenn ihr etwas im Kopf herumspukte, mußte sie sich Gewißheit verschaffen.
Jenny freute sich, sie zu sehen. »Es muß doch immer erst mal was passieren, damit du den Weg zu uns findest«, meinte sie mit sanftem Vorwurf.
»Ich weiß doch, wieviel ihr zu tun habt, da will ich lieber nicht stören, nur um zu plaudern, aber ab und zu sollten wir schon mal wieder Zeit finden zu einem Treffen.«
»Wenn wir doch nur mal längerfristig einen Assistenzarzt bekämen«, seufzte Jenny, »aber diese jungen Burschen sind alle so ehrgeizig und möchten gar zu gern auch mal Professor werden.«
»Aber einigen muß doch klar sein, daß es so viele Professuren nicht gibt. Seid ihr vielleicht ein bißchen zu wählerisch?«
»Du kennst doch Dieter, er hat an jedem etwas auszusetzen. Ich mische mich da lieber nicht ein, sonst kriegt Dieter auch noch einen Eifersuchtsanfall.«
»Das ist also der Grund, warum er keinen jungen Arzt in deiner Nähe haben will. Ihr hattet aber schon mal ein paar Aushilfen, die sehr brauchbar waren.«
»Die aber andere Pläne hatten. Ich kann mich nicht darum kümmern, Fee, das würde Dieter erst recht nicht passen. Er hat schon seine Eigenheiten.«
»Aber du weißt doch, was du wert bist, Jenny.«
»Aber Dieter ist für mich am wichtigsten, und ich bin froh, daß ich für ihn so wichtig bin.«
Sie hatte sehr viel durchgemacht, bis sie Dieters Partnerin geworden war, seine ihm dann unersetzliche Frau, denn mit Frauen hatte er sich vorher immer schwergetan. Jenny war als Ärztin im Einsatz in der dritten Welt gewesen. Sie hatte dort beruflich und auch persönlich Schlimmes erlebt und lange gebraucht, um mit diesen Erfahrungen fertig zu werden. Dieter hatte ihr dabei geholfen, und es war zu verstehen, daß sie es ihm für alle Zeiten dankte.
»Kümmern wir uns jetzt um Frau Trebnitz«, sagte Jenny, »dann muß ich nach zwei Frischoperierten sehen.«
*
Rebecca Trebnitz, unter diesem Namen wurde sie nun in der Behnisch-Klinik geführt, wenn auch noch niemand wußte, wer für ihre Pflege aufkommen würde. Das war in diesem Fall zweitrangig, denn dank einer unerwarteten Erbschaft war ein Fonds vorhanden, aus dem für Notfälle Zuwendungen zur Verfügung standen. Natürlich mußte man auch in dieser Klinik darauf bedacht sein, kostendeckend zu arbeiten.
Die Patientin lag still im Bett. Sie warf sich nicht mehr hin und her wie am Vortag und phantasierte auch nicht mehr.
Fee Norden war immer noch Ärztin genug, um festzustellen, daß sie nicht im tiefen Schlummer lag, sondern mehr vor sich hindämmerte. Sie betrachtete das schmale Gesicht und konnte nicht feststellen, es schon einmal gesehen zu haben, aber es erinnerte sie dennoch an ein anderes, wenn es auch nur eine flüchtige Erinnerung war.
Fee hatte sich entschlossen, die andere mit dem Vornamen anzusprechen und das tat sie auch. Doch es kam keine Reaktion. »Ich bin Fee Norden«, sagte sie, und ruckartig hoben sich die Lider und die blauen Augen sahen sie ängstlich forschend an. »Ich möchte Ihnen helfen, Ihre Erinnerung wiederzufinden«, fuhr Fee fort. »Ist Rebecca Trebnitz Ihr richtiger Name?«
Tränen stahlen sich aus den Augenwinkeln der Kranken. »Ich weiß es nicht, wo ist meine Tasche, meine Sachen?«
»Sie hatten nichts bei sich, als man Sie fand, so wurde es mir gesagt. Woran können Sie sich erinnern?«
»Ich glaube, ich war krank, sehr lange krank. Ich muß Timmy suchen, er hat ihn mir weggenommen.«
»Ihr Mann?« fragte Fee, die zuckende Hand umfassend.
»Ich kann niemand trauen«, sagte sie nach einem minutenlangen Schweigen.
»Mir können Sie vertrauen, ich bin die Frau von Dr. Norden, der gestern bei Ihnen war. Wir sind Ärzte. Was Sie sagen, erfährt niemand.«
»Ich muß nachdenken. Kommen Sie morgen wieder.«
Sie hat entsetzliche Angst, dachte Fee. Was hat man ihr angetan? Daniel mag recht haben, daß Benno sich mit ihr befassen soll, aber wird er etwas erreichen können? Jedenfalls mußte er mit aller Vorsicht vorgehen.
Als sie das Krankenzimmer verließ, kam Jenny Behnisch sehr eilig vom Empfang her. »Geh nicht gleich, Fee, ich muß dir etwas zeigen, was uns eben gebracht wurde.«
Fee ging mit ihr ins Büro. Jenny nahm eine schwarze Umhängetasche aus ihrem Schreibtisch.
»Sie wurde unweit der Stelle, an der Rebecca lag, in einem dichten Gebüsch gefunden. Die Polizei hat alles noch einmal abgesucht. Schau mal, was darin ist.«
Es war eine Brieftasche mit zwei Reisepässen. Einer war auf den Namen Rebecca Trebnitz ausgestellt, der andere auf den Namen Jennifer Sestrum. In diesem befand sich ein Foto, das der Patientin ähnlich war, während das Foto von Rebecca Trebnitz eine dunkelhaarige Frau mit vollerem Gesicht darstellte. Paßfotos waren meist nicht schmeichelhaft, aber diese Rebecca konnte man dennoch als attraktiv bezeichnen.
»Es wird immer rätselhafter«, sagte Fee nachdenklich.
»In der Geldbörse befinden sich österreichische Schillinge und italienische Lire, und das hier«, sie zeigte Fee das Foto eines etwa einjährigen bildhübschen Kindes, das ein Junge aber auch ein Mädchen sein konnte.
»Was denkst du, Fee?« fragte Jenny.
»Was soll ich denken, ich habe kein bißchen Ahnung, was das gewesen sein könnte. Ich denke nur, daß sie schreckliche Angst hat.«
»Ob sie Schuldgefühle hat? Sie könnte etwas getan haben, vor dem sie flieht.«
»Du meinst wegen der beiden Pässe? Vielleicht war die andere bei ihr, und sie ist ihr weggelaufen. Das sollte die Polizei herausfinden. Sei es, wie es sei, Jenny, wenn sie nicht redet, finden wir keine Erklärung.«
»Ich möchte ihr gern helfen, sie hat viele Narben am Körper, die kommen nicht nur von einem Sturz.«
»Ich möchte ihr auch helfen«, sagte Fee. »Du meinst, sie sei mißhandelt worden?«
»Es könnte sein.«
»Vielleicht hatte sie einen Mann von einer Nationalität, bei der andere Sitten herrschen.«
»Und der ihr Kind entführt hat?«
»Ich weiß nicht, ob es um ihr Kind geht. Vielleicht war sie ein Babysitter.«
»Jetzt sind wir wieder mal beim Kombinieren«, meinte Jenny
»Aber ich sehe kein bißchen Licht. Rebecca Trebnitz, Jennifer Sestrum, diese beiden Namen sind alles, was wir genau wissen.«
»Es liegt keine Vermißtenmeldung auf einen dieser Namen vor, und es ist keine Anzeige gegen eine dieser Personen erstattet worden.«
»Dann werden wir etwas unternehmen. Ich spreche mit Benno Heinze. Wenn er keine Zeit hat, setze ich mich mit der Psychiatrie in Verbindung.«
»Ich habe Benno schon angerufen, er kommt heute nachmittag«, erklärte Jenny.
Sie reichten sich lächelnd die Hände, waren sich wieder einmal ganz einig, wie schon so oft, ohne Vorurteile, bereit zu helfen.
*
»Wann kommt meine Mami endlich?« fragte der kleine blonde Junge trotzig. Die dunkelhaarige Frau starrte weiterhin zum Fenster hinaus, ohne zu reagieren.
»Ich habe dich gefragt, wann meine Mami kommt«, beharrte das Kind, »du hast gesagt, daß sie nicht lange bleibt. Jetzt ist sie aber schon sehr lange weg. Wieviel Tage?«
»Hör endlich auf mit der Fragerei, iß lieber.«
»Ich will das Zeug aber nicht essen. Du kannst nicht gut kochen, und warum heißt du jetzt Jackie?«
