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Auch gläubigen Menschen kann es passieren, dass sie „Wüstenzeiten“ erleben – Zeiten, in denen sie das Gefühl haben, allein auf weiter Flur zu stehen, und nicht wissen, wie es weitergehen soll. Mirjam Fischer hat dies selbst erlebt und berichtet, was ihrem Herzen Heilung und Wiederherstellung gebracht hat, wie sie in einer Zeit der Tränen und des „Nicht-mehr-weiter-Wissens“ lernte, dass Gott wirklich gut und sie seine geliebte Tochter ist. Sie macht Mut, darauf zu vertrauen, dass schließlich der Regen kommen wird und es in unserer Wüste wieder zu blühen beginnt. Gott wird uns mit seiner Liebe und seiner Heilung überfluten und es wird mehr Leben entstehen, als wir uns vorstellen können! Der Weg ist nicht einfach, aber wenn wir an Gottes Verheißungen und nicht an den Umständen festhalten, werden wir belohnt werden.
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Seitenzahl: 150
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Mirjam Fischer
Die Wüste bringt Leben
Wie Durststrecken im Glauben neue Kraftquellen erschließen
GloryWorld-Medien
1. Auflage 2019
© 2019 Mirjam Fischer
© 2019 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany, www.gloryworld.de
Alle Rechte vorbehalten
Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Lutherbibel, Revidierte Fassung von 2017, entnommen. Weitere Bibelübersetzungen:
ELB: Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 2006HFA: Hoffnung für alle, Basel und Gießen, 1983NGÜ: Neue Genfer Übersetzung, 2009NLB: „Neues Leben. Die Bibelübersetzung“, Holzgerlingen, 2002
Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst.
Lektorat: Klaudia WagnerSatz: Manfred MayerUmschlaggestaltung: Jens Neuhaus, www.7dinge.deUmschlagmotiv: pixabay und Jasmin Hayat
ISBN (epub): 978-3-95578-464-5
ISBN (Druck): 978-3-95578-364-8
Vorwort
Einleitung
1 Nie über meine Kraft hinaus
2 Das Brüllen des Feindes
3 Navigationsgerät
4 Wer versucht uns?
5 Ich bin bei dir
6 Erziehung des Vaters
7 Regen in der Steppe
8 Der Winter
9 Zeugen
10 König David
11 Helden unserer Zeit
12 Elia
13 Ein Engel
14 Begegnung mit Gott
15 Meine Wüste
16 Gottes Reden zu Elia
17 Auszug aus der Wüste
18 Was ist anders?
19 Zusammenfassung
Wenn ich dieses Buch Die Wüste bringt Leben in die Hand nehme, werde ich an einen Bildband aus meiner Jugend erinnert: Die Wüste lebt von Walt Disney. Es hat mich damals fasziniert, welche Vielfalt an Farben und Schönheit die Natur in der Pflanzen- und Tierwelt der Wüste hervorbringt. Auch ich selbst blicke auf Durststrecken in der Wüste zurück, die ich in den vergangenen Jahren durchquert habe und empfinde dieses Thema als sehr aktuell, denn keiner kommt in seinem Leben an Wüstenzeiten vorbei.
Mirjam Fischer, jung und dynamisch, greift dieses Thema in ihrer unkomplizierten und offenen Art klar, einfach und pragmatisch auf: Mitten aus dem Leben und für das Leben geschrieben, basierend auf der Grundlage der Bibel, die ihr eine Kraftquelle ist. Dabei schreibt sie nicht hoch theologisch, sondern praktisch nachvollziehbar. Ihr Buch ist absolut authentisch; Mirjam drückt sich unverstellt und ehrlich aus, so wie sie selbst ist.
Wie Mirjam die Wüstenzeiten angeht, ist sehr eindrücklich. Das Wort Gottes spielt dabei eine tragende Rolle. Es bewegt mich, wie stark die Kraft der gewählten Worte zum Tragen kommt. Und Mirjam macht Mut, sich Hilfe zu holen, wenn man sie braucht.
Meine Erfahrung zeigt, dass – selbst wenn man seit Jahrzehnten in einer persönlichen Beziehung mit dem Herrn lebt und seine Güte und Gunst immer erfahren durfte – das Wort aus Psalm 34,20 zutrifft: „Zwar bleibt auch dem, der sich zu Gott hält, Schmerz und Leid nicht erspart, doch aus allem befreit ihn der Herr!“ (HFA).
Über das Erscheinen dieses Buches freue ich mich sehr und werde es auch an viele weiterschenken!
Rix StaubGemeindegründer in Arbon und LuzernBegründer des Bücherladens books & more in Luzern
Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.
Römer 8,28
Kennst du diesen Vers? Wenn du emotional oder körperlich am Boden bist und nicht mehr weißt, wie du wieder aufstehen sollst, kann er eine große Hilfe sein. Als ich mich vor einiger Zeit in einer schwierigen Lebenslage befand und diesen Vers las, war dies jedoch gar nicht der Fall. Ich sah kein Land mehr und fühlte mich, als würde ich in einem Ruderboot auf dem offenen Meer treiben. Entweder tobte dabei ein gewaltiger Sturm oder es herrschte totale Flaute. Kein weiteres Boot war in Sicht und auch kein sicherer Hafen, den ich ansteuern konnte. Orientierungslos und scheinbar total ausgeliefert saß ich in meiner Nussschale.
Kennst du diese Momente in deinem Leben oder steckst du gerade in einem solchen? Ich möchte dir zeigen, was meinem Herzen in schwierigen Zeiten Heilung und Wiederherstellung brachte und wie ich in einer Phase der Tränen und Ziellosigkeit lernte, dass Gott wirklich gut ist und mich trotz aller widrigen Umstände innig liebt. Ich wünsche mir, dass dir im Laufe dieses Buches mit mir gemeinsam bewusst wird, dass wir niemals aus seinen Händen und seinem Schutz fallen werden. Gott, unser Vater, ist immer da, egal, wie es aussieht, oder wie man sich fühlt.
Um ehrlich zu sein, dieses Buch sollte inhaltlich ursprünglich ganz anders aussehen. Meine Idee war eine Art Ratgeber für seelische Wüsten- oder Prüfungszeiten und wie wir diese unbeschadet oder mit möglichst wenigen Blessuren überstehen können. Bei meinen Recherchen begegneten mir allerdings immer mehr Menschen aus der Bibel oder dem alltäglichen Leben, die mir darüber eine total neue Sicht schenkten
Mit Wüstenzeiten meine ich diese Phasen, in denen wir das Gefühl haben, komplett alleine auf weiter Flur zu sein, kein Land zu sehen und nicht zu wissen, wie es weitergehen soll. Oft ist nichts mehr so, wie es einmal war, und der Boden unter unseren Füßen scheint wie weggezogen. Solche Lebensabschnitte haben mich dazu inspiriert, auf die Suche nach Antworten zu gehen. Selber gerade in einer Wüstenzeit steckend, brauchte ich auch Hilfe für mich selbst – und wo könnten wir die besser finden als im Wort Gottes?
Doch meine Idee war längst nicht so weitreichend wie das Ergebnis, das nun in deinen Händen liegt. Es ist viel besser geworden! In herausfordernden Zeiten liegt so viel mehr Segen, als wir uns vorstellen können. Hast du schon einmal in einer Dokumentation gesehen, was mit der Wüste geschieht, wenn es regnet? Falls nicht, kann ich es dir sehr empfehlen!
Wenn der Regen fällt, beginnt es überall zu sprießen und zu wachsen. Die unzähligen Sandkörner der Wüste sind mit abertausenden von Pflanzensamen durchsetzt. Mit bloßem Auge ist das nicht gleich zu erkennen, aber wenn es so richtig schüttet, wird alles durchtränkt. Plötzlich werden die Keime aktiviert und die Pflanzenvielfalt explodiert.
Genau das soll auch in deiner Wüsten- oder Prüfungszeit geschehen. Egal, wo du gerade stehst oder was du durchmachen musst – der Regen kommt! Gott wird deine karge Landschaft mit seiner Liebe und seiner Heilung durchtränken, und daraus wird so viel mehr Leben entstehen, als du dir in deinen kühnsten Vorstellungen erdenken kannst. Der Weg mag holperig sein, und immer wieder ist deine Entscheidung gefragt, ob du an Gottes Verheißungen festhalten oder dich den Umständen beugen willst, aber dein Vertrauen wird reichlich belohnt werden!
Deine Wüste wird Regen erleben, und dein Leben wird neu erfüllt werden, denn auch wenn es nicht dein himmlischer Vater war, der dich in diese Einöde führte, so hat er dich doch nie verlassen und gibt auch dieser Situation einen Sinn und ein Ziel. Was auch immer gegen dich kommt, es muss dir dienen:
Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten. Dies gilt für alle, die Gott nach seinem Plan und Willen zum neuen Leben erwählt hat (Röm 8,28 HFA).
Es ist mir wichtig, mit einem Thema zu beginnen, das bei mir persönlich ein Stück Heilung in Gang gebracht hat.
Gefühle der Einsamkeit und des Schmerzes oder andere negative Emotionen können ziemlich überwältigend sein, so sehr, dass wir nichts anderes mehr erkennen können. Wenn Dinge wegbrechen, auf die wir uns bisher verlassen haben, oder uns Menschen verletzen, die wir schätzen und lieben, werden wir oft emotional in die Wüste katapultiert. Einsamkeit und auch Selbstmitleid sind Gefühle, die sich dann sehr schnell bemerkbar machen. Solche Empfindungen können wiederum zu Bitterkeit oder Rebellion führen.
Dieses Gefühlskarussell kann entweder recht schnell anfangen zu rotieren oder sich auch schleichend aufbauen. Bei mir bahnte es sich eher langsam an und ich erkannte zuerst gar nicht, was da gerade geschah. Zunächst fast unmerklich begann meine Seele sich mit negativen Aussagen und Gefühlen zu nähren, indem ich mich mit anderen Menschen austauschte, denen es ähnlich wie mir erging oder die ebenfalls Verletzungen erlitten hatten.
Eine Zeit lang konnte ich noch gegen diesen Negativstrudel anschwimmen und den Kopf über Wasser halten. Doch dann kam plötzlich die eine oder andere emotionale Stromschnelle und für einen kurzen Moment ging ich unter, bis ich mich wieder fangen konnte. Kommen ein paar dieser Stromschnellen hintereinander, wird es immer schwieriger, Oberwasser zu behalten. Und seien wir ehrlich, irgendwann geht einem auch die Kraft aus, man hört auf zu kämpfen und lässt sich einfach treiben. Das Gefühl, dass alles auf einen einprasselt und man scheinbar machtlos dasteht, ist lähmend und überwältigend.
Ich weiß nicht, ob du in deinem Leben schon einmal an einem Punkt gestanden bist, wo du nichts mehr steuern konntest und sich eine Eigendynamik entwickelte, die dir wie eine Lawine über dem Kopf zusammenschlug und dich begrub. In solchen Momenten kann ganz schnell auch Gott auf der Anklagebank sitzen. Wir werfen ihm alles vor die Füße, fühlen uns wie hilflose Ofer und schreien: Warum, um alles in der Welt?
Eines Tages hörte ich in einem Vortrag, nichts geschehe auf dieser Erde, das nicht zuvor durch die Hände Gottes gegangen sei, was zum Ausdruck bringen sollte, dass Gott zu allem sein Okay gäbe oder Dinge zulasse. Die biblische Geschichte von Hiob scheint diese Aussage zu stützen (vgl. das Buch Hiob im Alten Testament).
In dieser Erzählung erlaubt Gott dem Teufel, Hiob zu versuchen. Der Teufel war zuvor im Himmel vor Gott erschienen und hatte behauptet, Hiob sei Gott ja nur deshalb so treu ergeben, weil es ihm so gut ginge und er alles im Überfluss habe. Doch wenn er einmal leiden müsse, würde er bestimmt ganz schnell von Gott abfallen. Daraufhin durfte der Teufel Hiob alles wegnehmen, bis hin zu seinen Kindern und seiner Gesundheit. Doch Hiob hielt an Gott fest, ohne daran zu zweifeln, dass er gut ist.
Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt! – In diesem allen sündigte Hiob nicht und tat nichts Törichtes wider Gott (Hiob 1,21-22).
Die Geschichte endet damit, dass Hiob diese Prüfungszeit übersteht und Gott am Ende seine Treue belohnt. Ihm wird eine ganz neue Sicht geschenkt, sodass er sagen kann: „Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen“ (Hiob 42,5). Und außerdem wird ihm alles, was er verloren hat, vielfach zurückerstattet.
Wahrscheinlich hatte sich durch diese Geschichte der Gedanke bei mir eingeprägt, Gott sei für meine Situation verantwortlich, und so landete er in meinem Herzen auf der Anklagebank. Aber Gott ließ sich nur auf den Deal mit dem Teufel ein, weil er Hiob genau kannte. Gott wusste, wie stark Hiobs Glaube war und dass der Teufel die Auseinandersetzung verlieren würde. Er kannte Hiobs Herz und ihm war klar, dass Hiob nicht gegen ihn fluchen oder irgendetwas Törichtes gegen ihn unternehmen würde. Er wusste, wer Hiob war und was er ihm zumuten konnte.
Genauso kennt der Vater auch dich und mich:
Aber Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr’s ertragen könnt (1 Kor 10,13).
Schau dir den ersten Teil dieses Verses einmal genau an! Da steht, dass Gott selbst uns nicht versucht! Er glaubt an uns und kennt uns durch und durch. Er hat dich und mich erschaffen und weiß genau, wer wir sind. Er wird uns darum nie in Versuchung führen! Niemals gehen die negativen Dinge von Gott aus! Ich komme später noch einmal auf diesen Gedanken zurück, doch ich muss es hier schon einmal festhalten: Es ist nie Gott, der dir etwas Schlechtes zufügt!
Weiter steht in diesem Vers, dass die Versuchung ein Ende nimmt, bevor wir es nicht mehr ertragen können. Als ich dies zum ersten Mal richtig las, sprang es mich förmlich an. Egal wie schwer alle Wunden und Verletzungen waren oder wie tief sich der scheinbare Abgrund vor mir auftat, am Ende würde es nie heftiger sein, als ich ertragen konnte. Wenn dir dafür die Augen geöffnet werden, kannst du sehen, wie stark du wirklich bist und wie groß dein Glaube und dein Vertrauen auf Gott tatsächlich sind. Schau dir einmal ganz neutral an, wie deine Umstände aussehen, und du kannst daraus schließen, welches Potential in dir steckt; denn der Vater weiß, dass du die Situation meistern wirst, und somit weißt du es auch. Ist das nicht genial?
Mir wird immer wieder klar, dass ich selbst noch gar nicht erkannt habe, welche Fähigkeiten in mir schlummern. Doch Gott weiß es! Und er weiß auch, wie viel er mir zumuten kann und was über meine Kraft hinausgeht. Darin wird er mich auch nicht versuchen lassen, genauso wenig wie dich.
Jedes Tal, das du in deinem Leben durchqueren wirst, werden Glaube und Vertrauen tiefer in dein Herz sinken, wenn du verstehst, dass es für dich immer schon enden wird, lange bevor die Grenzen des Erträglichen erreicht sind. Manchmal hilft es in solchen Situationen, auch einmal zurückzublicken und sich in Erinnerung zu rufen, was Gott in unserem Leben bereits getan hat, als wir schon einmal ein Tal passierten und durch düstere Zeiten gingen – wie uns da hindurchgeholfen wurde und wir immer noch am Leben sind. Mir selbst half das in dunklen oder stürmischen Zeiten immer sehr.
Sieh also ruhig einmal zurück auf dein Leben, durch welche Situationen du schon gegangen bist und welche Kämpfe du bereits geführt hast. Und dann sei dir bewusst, dass du noch da bist – und das aus einem ganz bestimmten Grund: Gott hat noch einen Plan mit dir. Er glaubt an dich! Er liebt dich und weiß, welche großartigen Taten du noch bewirken kannst und wirst, wenn du dich ihm anvertraust – selbst wenn das für dich im Moment vielleicht schwer zu glauben ist.
Als ich selbst verstanden hatte, dass Gott nur Gutes für mich möchte und er somit nicht der Verursacher meiner Situation oder Wüstenzeit ist, wollte ich wissen, wer denn sonst dafür verantwortlich ist.
Eine Bibelstelle zeigt ganz klar, dass auf dieser Welt noch ein Krieg herrscht, der durch den Tod Jesu am Kreuz eigentlich schon gewonnen ist. Der Verlierer versucht aber immer noch, uns anzugreifen.
Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt (Eph 6,12 ELB).
Unser Kampf geht gegen die Mächte und Gewalten im „Luftraum“ dieser Erde. Der Fürst dieser Welt will sich nicht geschlagen geben, obwohl er bereits unwiderruflich verloren hat.
Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann (1 Petr 5,18 ELB).
Der Teufel streift umher, brüllt lautstark und will uns Angst machen, damit wir abgelenkt werden und dem Geist Gottes nicht mehr zuhören, sondern stattdessen seinen Drohgebärden die Aufmerksamkeit schenken. Er möchte uns verwirren, Lügen erzählen oder Dinge einflüstern oder vor Augen halten, die Sorgen und Befürchtungen in uns auslösen, und uns somit von der Beziehung mit Gott trennen. Sein Ziel ist es, dass du dein Vertrauen und deinen Glauben an das verlierst, was Gott in dich hineingelegt hat. Er möchte auf keinen Fall, dass du als Kind Gottes zu deiner vollen Größe und Stärke kommst. Denn würde das geschehen, wäre das ein echtes Problem für ihn!
Der Feind hat nur so viel Autorität in unserem Leben, wie wir ihm zugestehen, da er durch Jesus er bereits besiegt wurde und wir die Vollmacht über ihn erhielten, so wie Jesus selbst es uns mitteilt:
Ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die Gewalt des Feindes zu brechen. Nichts wird euch schaden (Luk 10,19 HFA).
Es ist so einfach wie beim Autofahren oder Radfahren. Jeder Fahrlehrer erzählt seinem Fahrschüler, dass er immer dorthin fahren wird, wo seine Augen hinsehen. Über kurz oder lang können wir dem nicht ausweichen. Unser ganzer Körper reagiert automatisch und steuert das an, was unsere Augen fixieren.
Genauso ist es auch im geistlichen Bereich. Wenn wir dem Brüllen des Fürsten dieser Welt zuhören, der uns Angst machen will, und wir beginnen, unsere Augen auf das zu richten, was er tut, dann steuern wir auch darauf zu. Wir verlieren Jesu Sieg und Gottes Plan aus dem Blickfeld, und auch das, was er in unserem Leben an Gutem schon getan hat. Manch eine Situation übermannt uns dann und wir geraten ins Schleudern, sodass wir scheinbar ungebremst vom Weg abkommen.
Wenn wir aber wieder auf Jesus und seinen Sieg über den Teufel schauen, dann beenden wir den Schleuderkurs und wissen: In uns ist der Größere, und der in der Welt ist nur der Kleine (vgl. 1 Joh. 4,4). Denn was wir betrachten, dazu werden wir:
Ja, wir alle sehen mit unverhülltem Gesicht die Herrlichkeit des Herrn. Wir sehen sie wie in einem Spiegel, und indem wir das Ebenbild des Herrn anschauen, wird unser ganzes Wesen so umgestaltet, dass wir ihm immer ähnlicher werden und immer mehr Anteil an seiner Herrlichkeit bekommen. Diese Umgestaltung ist das Werk des Herrn; sie ist das Werk seines Geistes (2 Kor 3,18 NGÜ).
In einer Zeit, in der ich selbst durch ein dunkles Tal ging und über diese Dinge nachdachte, schenkte Gott mir einen Traum. Ich befand mich darin in Las Vegas. Selber bin ich noch nie dort gewesen, doch aufgrund von Filmen und mithilfe meiner Fantasie konnte ich mich gut hineinversetzen und es fühlte sich alles sehr realistisch an.
Ich ging den Las Vegas Boulevard entlang, und in der dunklen Nacht war alles hell erleuchtet. Links und rechts von mir schimmerten die großen Namen der Kasinos und Hotels, für die diese Stadt bekannt ist. Es war ein reges Treiben, aber obwohl ich auf der Straße ging, gab es kein Problem mit den Autos. Ich begegnete immer wieder Menschen, mit denen ich scheinbar gute Gespräche führte. Oft blieb ich stehen und schaute die großartigen Gebäude und die vielen Lichter an, welche die Straßen säumten.
Nach einer Weile merkte ich, dass dies kein üblicher Traum war, in dem ich tun konnte, was ich wollte. Es ging hier anscheinend um etwas Wichtiges. Es war mir nicht wirklich möglich, eine Abzweigung zu nehmen oder aus der Stadt herauszukommen.
So begann ich Gott zu fragen: „Warum gehe hier entlang?“
