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Das Mittelalter erstreckte sich in einem Zeitraum von etwa 1000 Jahren. Es begann etwa im Jahr 500 und endete 1500. Florian hat sich und seinem Freund Timo eine Zeitreiseuhr gebaut, mit der sie schon ein paar Abenteuer hinter sich haben. Sei es bei Konstantin dem Großen, dass ihr erstes Abenteuer war oder im byzantinischen Reich, wo sie ihr bisher größtes Abenteuer erlebt haben. Diesmal unternehmen beide Freunde Zeitreisen zu verschiedenen Zeitpunkten im Mittelalter. Dieses Buch enthält eine kleine Sammlung von kürzeren Abenteuern, die sie zwischendurch unternehmen. Aber diese Abenteuer sind auch nicht ganz ungefährlich.
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Seitenzahl: 115
Veröffentlichungsjahr: 2026
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Alfred der Große
Die Englischhausaufgabe
Die Schlacht in Wessex
Eduard, der Ältere
Die drei Wikinger
König Guthrum
Flucht vor den Wikingern
In Sicherheit
Zurück im Zimmer
Der 1. Kreuzzug
Florians Zeitreise
Das hochmittelalterliche Clermont
Papst Urban II.
Der Ritt mit dem Papst
In der Kathedrale
Der neugierige Junge
Die Rede des Papstes
Die Folgen der Rede
Zurück in Florians Zimmer
Aufbruch nach Jerusalem?
Zurück im mittelalterlichen Clermont
Der Kreuzzug beginnt
Die Belagerung von Antiochia
Vor den Toren Jerusalems
Die Ankunft der Kreuzritter
Im Lager der Kreuzritter
Die Belagerung Jerusalems
Zurück in Timos Zimmer
Gefangen bei Osman I.
Timos riskante Zeitreise
Vor dem Lager der Osmanen
Alte Familientradition
Vor den Füßen von Osman I.
Sorge um einen Freund
Im Gefängniszelt
Das königliche Zelt
Timos Verschwinde Trick
Wieder zurück
Harald I. Blauzahn und die Wikinger
Die Liste der Könige von Dänemark
Gorm, der Alte
Vor den Füßen des Königs
Harald Blauzahn
Das Wikingerschiff
Das Duell
Auf hoher See
Timos Verrat
Zurück im Zimmer
Der Hexenhammer
Die Liste der Päpste
Die beiden Dominikanermönche
Vor den Inquisitoren
Der Prozess
Die Flucht
Wieder zurück
Timos Zimmer 2015:
Timo saß in seinem Zimmer mit dem Kopf über dem Englischbuch. Er war in diesem Fach aber nicht so besonders gut, wie in Geschichte. Hatte dort immer nur eine 3- im Zeugnis, aber das Minus stand ja eh nicht im Zeugnis drinnen. Gerade eben beschäftigten sie sich mit der Geschichte Englands. Es machte ihm zwar Spaß, aber er verstand nicht wirklich jedes Wort. Er saß da und las einen englischen Text über Alfred den Großen, der die Dänen aus Wessex zurückdrängte, Befestigungsanlagen errichtete und sich dann später „König der Angelsachsen“ nannte. „Mann, warum kann das nicht alles in Deutsch sein? Das ist doch so ein interessantes Thema“, redete Timo mit sich selbst. Auf seinem Schreibtisch lag die Zeitreiseuhr, die ein Geschenk seines besten Freundes Florian war. Seine Blicke schweiften andauernd zu der Uhr.
Sollte er vielleicht eine kleine Zeitreise ohne seinen besten Freund Florian in das alte England machen? Würde er es ihm übel nehmen?
Dies wäre dann auch seine erste Reise alleine durch die Zeit, weil er die letzten Reisen durch die Zeit mit seinem besten Freund unternommen hatte. „Nun, ich könnte doch eigentlich eine kleine Reise in das alte England von 878 machen, um Alfred den Großen persönlich dabei zuzusehen, wie er die Dänen bezwingt“, überlegte Timo. „Aber das wäre dann eine Reise ohne Florian. Hoffentlich nimmt er mir das nicht übel“, fuhr er fort. „Timo, machst du auch schön deine Englischhausaufgaben?“, rief seine Mutter hoch. „Ähm, ja Mum. Ich bin schon mittendrin“, antwortete Timo. „Dann ist ja gut“, kam es von der Mutter zurück.
Er stellte seinen Übersetzer nun auf die angelsächsische Sprache oder auch altenglisch genannt und steckte sich den Stöpsel in das rechte Ohr. Dann nahm er seine Zeitreiseuhr und zog sie an das rechte Handgelenk. Und jetzt tippte er England 878 und Alfred den Großen ein. Danach betätigte er den grünen Knopf und sah wie sein modernes Zimmer unscharf wurde und plötzlich daraus ein hoher Wald mit Blick auf ferne Hügel wurde.
England 878:
Und genau dort landete er dann auch. Es wehte eine frische Meeresbrise und Timo atmete tief durch. „So, willkommen im England des 9. Jahrhunderts. Dann wollen wir mal die besagte Schlacht suchen, bei der Alfred der Große die Dänen besiegte“, sagte er zu sich selbst.
Er spazierte nun durch den Wald, in den man irgendwann das Geschrei von sich bekämpfenden Menschen hörte. „Oh, ich bin nah dran“, sagte Timo und rannte los. Irgendwann erreichte er die Lichtung des Waldes, von der er dann auf eine Talmulde blickte, in der die Schlacht stattfand. Dort befanden sich die Dänen mit Wikingerhelmen und die englischen Krieger mit alten Ritterrüstungen. Die Schlacht war voll im Gange und man hörte Kriegsgebrüll und Schwerter aneinanderschlagen. Timo blieb in Deckung und beobachtete die Schlacht aus noch sicherer Distanz. Er konnte sogar irgendwann Alfred den Großen auf einem Pferd in königlicher Rüstung an der Spitze erkennen. „Mann, was für ein Kampf“, staunte er. Timo beobachtete weiterhin die Schlacht in Wessex aus der Ferne.
Er war aber nicht alleine und konnte irgendwann die Umrisse eines kleinen neunjährigen Jungen erkennen, der sich im Dicklicht herumtrieb und ebenfalls die Schlacht beobachtete. Er trug frühmittelalterliche Klamotten und hatte längere blonde Haare. Timo ging dann zu diesem Jungen hin. „Hey, wer bist denn du?“, fragte Timo. Der Junge schreckte anschließend auf und starrte Timo in das Gesicht. Danach fiel er auf den Hintern. „Ed, Edward“, antwortete der Junge stotternd.
„Was machst du hier eigentlich?“, fragte Timo. „Ich, ich beobachte meinen Vater beim Ritterkampf“, antwortete Edward, immer noch stotternd. Timo wusste dann sofort, dass es sich bei dem neunjährigen Jungen um den nächsten König von England handelte. Eduard der Ältere. „Und wer bist du, Fremder? Und was sind das für merkwürdige Kleidungsstücke, die du da trägst?“, fragte Edward dann und stand wieder auf. Timo hatte gar nicht bemerkt, dass er noch seine Kleidung aus dem 21. Jahrhundert trug. „Ähm … das sind … Spezialanfertigungen besonderer Art. Und mein Name ist Timo. Ich…ähm bin neu hier in der Gegend und wollte mich mal ein wenig umschauen. Und dann bin ich hier auf diese Schlacht gestoßen“, erzählte Timo und log dabei. „Mein Vater weiß nicht, dass ich hier bin. Ich hatte ihn gefragt, ob ich mitkommen darf, aber er sagte nein“, erzählte Edward. „Damit hat er auch vollkommen Recht. Solche Schlachten sind nichts für neunjährige Kinder. Und besonders nicht, wenn Wikinger im Spiel sind. Diese Burschen sind echt hart und grob. Das habe ich mal gelesen“, erzählte Timo am laufenden Band. „Was? Du kannst lesen?“, fragte Edward. Timo musste jetzt aufpassen, dass er sich nicht verplapperte. „Ja, ich kann lesen. Du etwa nicht?“, fragte Timo anschließend. „Nein, ich kann nicht lesen. Das können hier ganz viele nicht. Das hat mir mein Vater schon mal erzählt. Wenn du es kannst, ist es etwas ganz Besonderes und dann bist du auch begabt“, antwortete Edward. „Auf jeden Fall solltest du am besten wieder dorthin verschwinden, wo du herkamst. Diese Schlacht hier könnte für dich echt übel ausgehen. Das ist nichts für neunjährige Kinder, auch wenn der König dein Vater ist“, sagte Timo in strengen Worten. „Dann kommst du aber mit mir mit“, sagte Edward und der Ton klang schon sehr befehlend. „Alleine gehe ich nämlich nicht“, weigerte sich Edward. „Nein, ich komme noch nicht mit. Ich möchte erst noch sehen, wie diese blöden Wikinger in die Flucht geschlagen werden“, erwiderte Timo. „Dann bleibe ich auch hier! Ich möchte schließlich mal Ritter werden“, sagte Edward trotzig. „Du wirst noch viel mehr als ein Ritter werden“, sagte plötzlich Timo und starrte auf den Kampf, wo die Lage nun dramatischer wurde. Er konnte sogar Alfred den Großen schreien hören.
„Drängt sie zurück! Macht diese Dänen nieder!“, schrie dieser zu seinen Kriegern. „Sehr wohl, eure Majestät! Das werden wir! Wir geben alles!“, kam es von den Rittern zurück. „Wir werden die Dänen aus Wessex vertreiben und das wird in die Geschichte eingehen! Ich, König Alfred von den Angelsachsen! Als Bezwinger der Wikinger!“ Von allen Seiten griffen die Ritter an. Schwerter und Lanzen prallten aneinander. Immer wieder konterten die Wikinger mit Gegenattacken, die sogar Wirkung zeigten. Aber Alfred der Große war dennoch stärker und schlug mit seinen Rittern zurück.
Eduard hatte seinen Blick wieder auf Timo gewandt. „Was hast du da gerade gesagt?“, fragte er. „Ich habe gesagt, dass ich noch sehen möchte, wie dein Vater diese Wikinger zurückdrängt und bezwingt“, antwortete Timo. „Nein, ich meinte das was du danach gesagt hast. Das ich noch mehr werde, als ein Ritter“, erinnerte Edward. „Tut mir leid, Edward. Aber da musst du dich verhört haben“, redete sich Timo heraus. „Hey! Ich bin doch nicht blöd! Du hast gesagt, dass ich noch mehr werde, als ein Ritter. Was werde ich denn? Werde ich auch mal König, wie mein Vater? Werde ich seinen Platz einnehmen?“, fragte Edward. Timo lief dann der Schweiß. Er durfte Edward jetzt nichts sagen, da die Geschichte seinen normalen Lauf nehmen sollte. Wenn er etwas dem kleinen König sagen würde, wäre das sehr gefährlich für den natürlichen Lauf der Geschichte und es bestand die Gefahr, dass er diese veränderte.
Bevor er aber etwas sagen konnte, tauchten drei Wikinger auf und sagten mit tiefer Stimme: „Oh, was haben wir denn hier Schönes! Zwei Jungs, die fleißig unsere Schlacht beobachten!“ „Oh Backe! Wikinger!“, schrie Timo und wollte wegrennen. Dies gelang ihm aber nicht, weil er sofort von den Wikingern gefangengenommen wurde, so auch Edward. „Lasst mich los, ihr stinkigen Wikinger!“, knurrte Edward. „Oh, welch aufgewecktes Früchtchen du bist! Wir bringen euch jetzt zu unserem König. Und der wird dann entscheiden, was mit euch beiden geschieht!“, knurrte ein kräftiger Wikinger mit dichtem Vollbart und langen Haaren. „Das werdet ihr büßen! Mein …“ Timo hielt ihm schnell den Mund zu. „Nein, sag es lieber nicht! Du darfst denen nicht sagen, dass du der Sohn von Alfred den Großen bist. Das nutzen die nämlich dann voll aus und das hat üble Konsequenzen“, flüsterte Timo zu Edward. „Was flüstert ihr beide da!“, fragte der Wikinger mit tiefer Stimme. „Gar nichts!“, log Timo. „Wartet nur ab, Burschen! König Guthrum bringt euch zum Reden! Darauf könnt ihr euch verlassen!“, knurrte der Wikinger. Timo wusste sofort, dass König Guthrum der König der Dänen war, welcher später von König Alfred geschlagen wird.
Sie landeten beide dann im Lager der Wikinger und wurden dort grob vor ihren König geschmissen, der relativ finster aussah. Er war ein typischer, dänischer Wikingerkönig, der sich dann von seinem Thron erhob. „Was bringt ihr mir denn da Schönes?“, fragte der König mit seiner tiefen und rauen Stimme. „König Guthrum, wir haben diese beiden Burschen dabei erwischt, wie sie die Schlacht beobachtet haben! Könnten Spione sein“, sagte der Wikinger mit tiefer Stimme. Der König blickte dann finster in Timos Gesicht. „Aha! Ihr beide habt also unsere Schlacht beobachtet! Los sprecht! Was hattet ihr da zu suchen! Seid ihr Spione! Und ich rate euch, dass ihr die Wahrheit sagt! Ansonsten rollen eure Köpfe!“, knurrte der König und zog sein Schwert. „Eure Majestät, wir sind keine Spione. Wir sind nur unschuldige Kinder, die im Wald gespielt haben. Und dann haben wir zufällig diese Schlacht gesehen und haben uns gedacht, wir könnten mal beobachten, wie richtige Ritter im Ernstfall kämpfen“, log Timo. „Du lügst, Bursche! Das sehe ich an deiner Nasenspitze! Das ist deine letzte Chance die Wahrheit zu sagen!“, knurrte der König und erhob sein Schwert, bereit zum Anschlag. Timo rollte sich dann geschickt zur Seite, schnappte sich ein Schwert und schlug dieses gegen das Schwert des Königs. „So Bürschchen! Du willst es also auf einen Kampf gegen mich ankommen lassen! Dann wollen wir mal sehen!“, knurrte der König und begann sich nun mit Timo zu duellieren. Edward staunte dann bei diesem Kampf. „Wow! Der kämpft ja wie ein wahrer Ritter.“
Das Duell zwischen König Guthrum und Timo Schwarz aus der Zukunft war im vollen Gange. Während diese kämpften, schnappten sich die anderen Wikinger ihre Waffen und wollten sich in den Kampf einmischen. „VORSICHT TIMO! Sie kommen!“, schrie Edward. Dieser sah dann die drei Wikinger auf sich zu stürmen. Er rollte sich zur Seite und die drei Wikinger und der König stießen zusammen. Timo schnappte sich anschließend die Hand von Edward und zog diesen weg. Danach flohen beide aus dem Wikingerlager in den Wald. „Holt ihn mir auf der Stelle zurück! Er hat mich herausgefordert und ich will es beenden!“, brüllte König Guthrum. Die drei Wikinger stürmten mit ihren Wachen dann aus dem Zelt raus.
„Sind sie noch hinter uns?“, fragte Timo Edward. „Ja, die sind noch hinter uns und kommen verdammt näher!“, antwortete Edward. „Die dürfen uns nicht entkommen!“, brüllten die Wikinger. Gnadenlos rannten sie hinter den beiden her. „Ich weiß, wo wir uns verstecken können“, sagte Edward schon außer Puste. „Und wo?“, fragte dann Timo. „Komm mit“, forderte Edward. Dieser führte Timo anschließend in ein dichtes Dickicht, hinter dem sich eine Höhle befand. Und dort versteckten sie sich dann. „Wo sind sie hin?“, fragte ein Wikinger, mit dichtem schwarzem Bart. „Ich weiß es nicht! Eben gerade waren sie noch da“, erwiderte der andere Wikinger mit tiefer Stimme. „Was steht ihr da noch da! Sucht sie!“, forderte nun der Anführer der Dreiergruppe. Die Dreiergruppe teilte sich nun auf, während Timo und Edward in der Höhle blieben. „Wahnsinn, du kämpfst wie ein wahrer Ritter. Mein Vater würde sich freuen, so einen wie dich in seiner Ritterschaft zu haben“, lobte Edward. „Danke Edward. Diese Höhle hier ist wirklich groß“, staunte dann Timo. „Ich weiß. Diese Höhle habe ich letztes Jahr entdeckt. Da habe ich auch Wikinger im Wald gesehen und bin vor ihnen geflohen“, erzählte Edward. „Nun ja, Wikinger sind schon echt üble und raue Gesellen. Die glauben zum Beispiel auch an Walhalla“, erzählte Timo. „Die Wikinger versuchen schon jahrelang hier das Königreich zu erobern. Das hat mir mein Vater erzählt.“ „Aber die müssen sich heute auf jeden Fall zurückziehen. Dein Vater wird sie bezwingen“, griff Timo vor. „Wie kannst du dir da so sicher sein?“, fragte Edward neugierig. „Nun ja, ich habe es im Gefühl“, verbarg Timo vor Edward. „Du verbirgst doch irgendetwas vor mir, was du mir nicht sagen möchtest. Das sehe ich in deinem Gesicht“, sagte Edward und blickte Timo tief in das Gesicht. „Edward, ich glaube es ist besser, wenn du das nicht weißt.“
