Die Zweitreisenden - Urs Rauscher - E-Book

Die Zweitreisenden E-Book

Urs Rauscher

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Beschreibung

Martin und Benjamin sind zurück! Nachdem sie die Arbeitsagentur erfolgreich erpresst haben, leben sie ein Leben im Luxus. In ihrer Zehlendorfer Villa treiben sie es wilder als jemals zuvor. Doch dann erreicht sie wieder eine Nachricht, die sie aufschrecken lässt: Die krummen Machenschaften der Agentur sind aufgeflogen. Die beiden Freunde müssen dafür sorgen, dass ihre Verwicklung nicht bekannt wird. Einmal mehr stehen sie vor einer riesigen Aufgabe: Sie müssen zurück in die Agentur, wo eine ihnen bekannte Maschine steht...

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Seitenzahl: 352

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Urs Rauscher

Die Zweitreisenden

Band 2: Über WLAN nach Mogulstan

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

I.

II.

III.

IV.

V.

VI.

VII.

VIII.

IX.

X.

XI.

XII.

XIII.

Impressum neobooks

I.

Martin stand an der Terrassentüre und drehte sich eine Zigarette. Gerade hatte er gegen Benjamin ein Spiel PSG gegen Bayern verloren. Sie hatten es auf ihrem riesigen Fernseher im riesigen Wohnzimmer gespielt. Wie fast jeden Abend. Wie seit ein paar Monaten.

„Revanche“, brüllte Benjamin und fuchtelte triumphierend mit seinem Controller herum.

„Gleich“, sagte Martin angefressen. Seinen Controller hatte er aufs Drei-Meter-Ledersofa gepfeffert. Jetzt blinkte dieser. Das schnurlose Gerät wollte geladen werden.

„Lass dir die Verlierer-Zigarette schmecken“, spottete Benjamin.

„Ja“, knurrte Martin und trat auf die Terrasse. Er wusste, dass Benjamin diesen Moment auskosten musste. Die nächste Niederlage kam bestimmt. Da sie das Spiel schon ungefähr gleich lang spielten, waren sie auch ungefähr gleich gut. Es kam nur auf die Tagesform an. Und darauf, wer gerade eine Glückssträhne hatte. In letzter Zeit hatte Benjamin wieder das Heft an sich gerissen. Nach ihrer Rückkehr war Martin besser gewesen, aber seit einer Woche kam er irgendwie nicht mehr aus seinem Tief heraus. Noch konnte er sich in der mentalen Balance halten, aber wenn er ein paarmal häufiger verlieren würde, wäre auch dieser Abend gelaufen.

„Ich schalt mal um“, hörte er Benjamin von drinnen sagen. In den Spielpausen switchten sie nach wie vor gerne zwischen Spielkonsole und TV hin und her. Den Fanjubel in der Endlosschleife hatten sie schon seit Ewigkeiten nicht mehr gehört.

Es war noch etwas kühl hier draußen. Einen Moment überlegte er, den Pulli zu holen, dann aber entschloss er sich zum Quickie-Rauchen Die Terrasse war pikobello aufgeräumt. Sämtliche Flaschen, Aschenbecher, Chipstüten, Tabakreste, Pizzakartons vom letzten Gelage hatte die Putzfrau entfernt. Es roch nach Blüten, frischen Gräsern, einem würzigen Wind; die Vorboten des Frühlings kamen durch die Nacht zu Martin. Im Erdgeschoss der Nachbarvilla brannte Licht. Man konnte es durch die 2-Meter Hecke schimmern sehen. Der schwerreiche Bauunternehmer aß wohl mit seiner Familie zu Abend. Es wurde Zeit, dass das nächste Gelage begann.

„Matti, Schau dir das mal an!“, rief Benjamin von innen. Martin kannte diese Form von Ausrufen. Es konnte sich um nichts handeln, was sie noch betraf. Sie waren reich und unantastbar. Aber er beeilte sich, rein zu kommen. Es war doch noch etwas frisch für diese Jahreszeit.

„Jetzt ist die Scheiße wieder am Dampfen“, sprach Benjamin vor sich hin, wie gefesselt von dem, was er vom Fernseher verabreicht bekam.

Martin steckte seinen Controller ans Ladekabel und sah erst dann auf den 84-Zoll-Bildschirm. „Was meinst du?“

„Es geht alles von vorne los“, sagte Benjamin konsterniert und sank ein Stück weiter in seinen Sessel ein.

Martin sah in der Totalen ein großes Gebäude mit einem roten Logo. „Das kenn ich. Das ist die Arbeitsagentur.“

„Ja“, sagte Benjamin wie von weit her.

Martin guckte ungerührt. „Das betrifft uns doch gar nicht mehr.“

„Doch!“ Benjamin fixierte seinen Freund. „Gerade uns!“

„Warum? Worum geht’s?“

Benjamin seufzte. „Es ist rausgekommen.“

„Was?“ Martin stand immer noch auf dem Schlauch.

„Die Machenschaften der Arbeitsagentur.“ Er schlug mit der Hand aufs Sofa. „Irgendjemand muss geplaudert haben. Irgendjemand, der an dem Projekt beteiligt war. Sicher nicht die faltige Frau. Die hat doch auch ne Menge bekommen.“

„Ja. Die hat auch dick abkassiert.“ Noch grinste Martin zufrieden.

Beide hatten sie modische Sidecut-Haarschnitte, die ein Friseur einmal in der Woche nachschnitt, wenn er sie zu Hause besuchte. Dann rasierte er ihnen auch den Bart. Dazwischen liefen sie mit Ein- bis Siebentagebart herum, was ebenfalls dem Zeitgeist entsprach. Eingekleidet wurden sie von einer Modeberaterin, die sie einmal monatlich besuchte und ihnen die neuesten Kreationen empfahl. So sahen sie beide nun aus wie die verwöhnten Kids eines Neureichen, die die Zeit bis zu ihrem Tod totschlagen mussten.

Benjamin rutschte nervös auf dem Sofa hin und her. „Also muss es aus dem innersten Kreis kommen“, schlussfolgerte er.

„Was genau wurde denn gesagt?“

„Dass die Arbeitsagentur Menschen hat verschwinden lassen. Außerdem ist ein berühmter Professor verschwunden. Noch weiß wohl niemand von der Maschine. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch das ans Tageslicht kommt. Dann sind wir dran!“

Martin schürzte die Lippen. „Warum sollten wir dran sein?“

„Weil sie dann reden werden. Sie werden verraten, dass wir durch unser Stillschweigen Mithilfe geleistet haben. Das ist Beihilfe zum Mord!“

Noch immer gab sich Martin betont gelassen. „Wo keine Leichen sind, ist auch kein Mord.“

Benjamin krallte sich seinen Controller. Er spannte die Armmuskeln an. Dann zerschlug er das Plastikding auf dem Marmorboden. Die Splitter schlitterten über die glatte Fläche in alle Richtungen.

„Das machst du weg!“, maulte Martin und holte eine neue Controllerpackung aus der Schublade der Mahagonikommode.

„Ja, ja“, gab Benjamin zurück und ließ sich die verschweißte Verpackung geben.

„Also noch ist nichts passiert“, glättete Martin die Wogen.

Benjamin riss die Folie auf und den Pappkarton auseinander, dann steckte er den nagelneuen Controller ans Kabel.

Martin ging zum Wohnzimmertisch mit der goldgerahmten Glasblatte. Mit einer der herumliegenden Gold-MasterCards teilte er eine Line vom Kokshaufen ab, dann zog er es durch einen Fünfhundert-Euro-Schein. Er stieß einen genießerischen Laut aus.

Benjamin schaltete auf ein Bullseye-Konzert im Fernsehen um. Es wurde in Ultra HD ausgestrahlt und machte sich auf dem Fernseher fantastisch. Aus den mannshohen Boxen dröhnte feinster Metal im 7.1-Ton. Diese Anlage reichte für Musik vollkommen aus. Für Filme hatten sie ein 11.1-Auro-System mit Deckenlautsprechern. Aber das war im Kinoraum im Keller, wo auch der 4K-Projektor stand. Vielleicht würden sie sich später noch einen epischen Schinken in vierfacher Full-HD Auflösung ansehen, aber zunächst bedrückten sie andere Sorgen.

Sie durften nicht vergessen, ihren Dealer anzurufen. Außerdem musste der Escort-Service über ihre neuen Lieblings-Hostessen informiert werden. Zu guter Letzt mussten sie noch das Adlon anrufen, damit der dortige Restaurant-Service ihnen panierte Schnitzel brachte. Sie würden bald einen Manager brauchen, so viel war sicher.

Aber jetzt drängte sich noch etwas Anderes in den Vordergrund. Auch Martin begriff, dass es nicht nur im Moment wichtiger war als die Alltagsgeschäfte, sondern dass es auch in der Lage war, die Anstrengungen um die Annehmlichkeiten für immer zunichte zu machen.

Martin nahm die Fernbedienung und stellte die Musik leiser. „Können wir das jetzt bitte vergessen?“

Benjamin schnellte nach vorne, richtete den Oberkörper auf. „Wie denn? Bevor einer von denen in den Knast geht, ziehen die uns noch mit rein. Warum sollten die uns einfach so davonkommen lassen?“

Martin käute die Worte Benjamins gedanklich wieder. An Irgendetwas von dem, was sein Freund gesagt hatte, war etwas Wahres dran.

„Noch nicht mal, wenn wir die Maschine vernichten würden, kämen wir aus der Sache wieder raus“, meinte Benjamin resigniert.

„Warum? Eigentlich eine gute Idee. Wir bauen das Teil auseinander, und es gibt keine Spuren mehr.“

Benjamin schüttelte nachdrücklich den Kopf. „Wir haben unser Einverständnis zum Stillschweigen gegeben, wir Idioten.“

„Warum Idioten? Sonst hätten wir nie das Geld bekommen.“

„Denk doch mal nach!“, polterte Benjamin.

Martin dachte nach. Dann schlug er sich mit der Hand an den Kopf. „Wir Idioten!“, rief er aus.

„Verstehst du jetzt?“

„Wir Idioten“, wiederholte Martin entgeistert.

„So dumm können auch nur wir sein“, sagte Benjamin.

„Wir hätten überhaupt nichts unterschreiben müssen“, kam es Martin.

Benjamin nickte. „Welcher Erpresser unterschreibt so einen Scheißvertrag?“

„Nicht ein einziger“, sagte Martin, fassungslos über ihre Blödheit.

„Du hattest nur Dollarzeichen in den Augen“, meinte Benjamin.

„Und du? Du hast mich doch zur Unterschrift gedrängt!“

„Es war ganz klar deine Idee!“

„So ein Unsinn. Wer hat denn als Erster unterschrieben?“

„Weil du mir den Kuli in die Hand gedrückt hast!“

„So ein Schwachsinn! Wir haben es gemeinsam beschlossen!“

Benjamin stand auf. „Also gibst du zu, dass es nicht allein meine Idee war?“

„Ja, aber es war auch deine!“

„Weil du mich da reingequatscht hast!“

Sie waren sich gefährlich nahe gekommen. Jetzt schubste Martin seinen Freund zurück aufs Sofa. „Du hast mich reingequatscht!“

Benjamin stand wieder auf. Nase an Nase standen sie sich gegenüber und blickten sich feindselig in die Augen.

„Du Idiot!“, schimpfte Benjamin.

„Du nutzloser Arsch!“, schimpfte Martin zurück.

Diesmal war Benjamin am Zug. Er schubste Martin. Der taumelte rückwärts, ruderte im Fallen mit den Armen und schlug mit dem Rücken direkt in den Bildschirm.

Als Martin sich von dem Schock erholt hatte und wieder stand, stellte er fest: „20000 Euro futsch. Die zahlst du.“

„Meinetwegen“, lenkte Benjamin ein. Er blickte auf den Scherbenhaufen, das Gehäuse aus gebürstetem Metall, das scheppernd auf dem Carrara-Marmor aufgekommen war. „Wenn wir so weitermachen, kommen wir nirgendwo hin.“

Martin merkte, dass etwas mit seinem Körper nicht stimmte. Er verspürte einen Schmerz, doch Scherben konnten nicht durch sein Hemd gedrungen sein. Er tastete den Rücken ab und erspürte nichts. Auch war keine der am Boden liegenden Scherben blutbeschmiert.

„Scherben bringen Glück“, sagte Martin benommen.

„Du blutest“, stellte Benjamin erschrocken fest.

„Wie?“ Martin drehte sich verwirrt im Kreis, als könnte er so seinen Rücken sehen.

„Lass mich sehen.“ Benjamin trat zu ihm und krempelte das blutgetränkte Hemd hoch.

„Was ist?“, fragte Martin, dem der Schmerz nun immer unerträglicher vorkam.

„Scheiße“, stieß Benjamin aus.

„Was denn?“

Benjamin sagte zunächst nichts. Eine der länglichen Narben, die Martins Rücken überzogen hatten und die in der vergangenen Woche schönheitschirurgisch durch fast unkenntliche Schnitte ersetzt worden waren, war aufgeplatzt.

Er verriet es seinem Freund.

„Oh, Mann“, stöhnte Martin und setzte sich hin. Schon schwindelte es ihn. Er befürchtete, ohnmächtig zu werden.

Benjamin holte Verbandszeug und flickenschusterte die Wunde vorläufig zu. „Morgen musst du zum Arzt.“

Gemeinsam hatten sie sich zur Schönheitskorrektur entschieden. Schließlich wollten auch die Hostessen etwas geboten bekommen. Auch ein Freier-Rücken musste entzücken, das war ihr Kunden-Ethos. Je schöner der Rücken, desto entschuldbarer war der immer stärker wachsende und wuchernde Bauch.

Nachdem Martin Wasser getrunken und sich auf dem Sofa ausgestreckt hatte, entschieden sie, sich weiter zu beratschlagen. So schnell wie möglich musste eine Lösung her. Sie könnten nicht warten, bis alles aus dem Ruder gelaufen war. Entweder man fand die Maschine oder den Vertrag. In beiden Fällen wären sie dran.

Ihre Wohnung hatten sie seit ihrer Rückkehr nur noch ein einziges Mal betreten, um die allerpersönlichsten Sachen zu holen. Bei ihren Freunden hatten sie sich nicht mehr gemeldet, sie hatten es schlicht und einfach vergessen. Selbst ihre Eltern wussten noch nichts von ihrem neuen Zuhause, sie riefen sie selten und, wenn überhaupt, wie früher auf dem Handy an.

Ihr altes Leben hatten sie aufgegeben und kaum mehr ein soziales Dasein geführt. Sie waren zwar weggegangen, auf edlen Partys und in schicken Clubs gewesen, aber das hatte sie nicht richtig erfüllt. Weil sie viel Geld in den Taschen mit sich trugen und damit geprasst hatten, war der Ansturm an Frauen in solchen Nächten nicht gering gewesen, Frauen, die durchaus eine gewisse Klasse und einen gewissen Anspruch hatten. Dieser Anspruch hieß ganz klar Geld. Aber es war ein langfristiger Anspruch. Langweilig.

Ein- oder zweimal hatten sie solche Frauen eingeladen, dann hatten sie es sein lassen. Sie hatten keine Lust mehr, mit unkäuflichen Frauen zu schlafen. Sie wollten nicht nur ein paar Drinks ausgeben müssen, sie wollten richtig löhnen können, wenn es um Sex ging. Alles andere war unter ihrem Niveau. Deshalb hatten sie sich an einen Escort-Service gewandt, der ein paar leckere Frauen im Portfolio führte. Die Damen kamen immer in der Anzahl, die Martin und Benjamin gerade genehm war. Martin hatte so seinen ersten Dreier und Vierer feiern können und Benjamin sogar eine Ein-Mann-Orgie durchgezogen. Kaum eine der Damen kostete weniger als 1000 Euro pro Nacht und manchmal konnten die beiden Freunde nicht begreifen, warum die eine teurer sein sollte als die andere, aber insgesamt schienen ihnen die Preise angemessen. Verliebt hatten sie sich nicht. Sie hatten darauf geachtet, dass keines der Treffen zu emotional wurde. Liebe ist das Brot der Armen, das war ihr Motto.

Einmal jedoch hatte sich eine kleine Hostess, eine hübsche Studentin, die sich im Nebenjob verkaufte, um ihr Studium zu finanzieren, in Martin verliebt. Sie bekam seine Nummer heraus und rief ihn an. Das Ganze ging so weit, dass sie irgendwann vor ihrer Villa aufkreuzte und ein Theater machte, das die Nachbarn auf den Plan rief. Sie konnten sich keine Aufmerksamkeit leisten. Die Nachbarschaft war empfindlich, was die Menschen hier anging. Sie hatten sich bei dem Verkäufer der Villa als schwules Modedesigner-Pärchen ausgeben müssen, damit sie nicht in Verdacht gerieten, eine WG zu führen. Erst vor einer Woche waren zwei Türken auf der Straße erschossen worden. Niemand hatte etwas gesehen oder gehört. Aber es war klar, dass es der private Sicherheitsdienst einer der schwerreichen Unternehmer war, die hier lebten. Die Tat sollte abschreckende Wirkung haben. Ausländer oder solche Menschen, die wie Ausländer aussahen, trauten sich nicht mehr in dieses Viertel. Die farbigen Fußballspieler von Hertha BSC, die hier ihre Luxusimmobilie hatten, fuhren nur noch mit gepanzerten Autos durch die Straßen.

Es war klar: Dass man sie vertreiben würde, wenn ihr Luxus-Lotterleben herauskommen würde. Der hier ansässige Geldadel würde Mittel und Wege finden, sie rauszuekeln. Diskretion war in dieser Gegend oberstes Gebot. Was innerhalb der Häuser geschah, war Privatsache, aber sobald etwas im Garten vorfiel, war es Teil des öffentlichen Lebens, und dort wurden Abweichungen gnadenlos sanktioniert. Sie wollten nicht schuld daran sein, dass eine junge, stark verliebte Studentin auf dem Bürgersteig ihr Leben ließ, nur weil ein paar Security-Leute sie als dem Viertel nicht angemessen beurteilten.

Sie hatten so laut Pro Evolution Soccer gespielt, dass sie das Klingeln und Schreien nicht gleich gehört hatten, dann aber zogen sie das Mädchen schnell ins Innere ihres Anwesens. Dort versuchten sie, sie zu beruhigen. Sie sagte, sie könne nicht mehr ohne Martin leben. Sie habe sich bis über beide Ohren in ihn verliebt. Ihre hellbraunen Löckchen hatte sie zu einem klassischen Turm hochgesteckt und Benjamin hatte gute Lust, auf der Stelle mit ihr zu schlafen, obwohl er an diesem Tag noch nicht einmal Geilheit verspürt hatte. Martin konnte sich gar nicht mehr an die Kleine erinnern. Sie musste bei einem seiner größeren fleischlichen Verknotungen dabei gewesen sein, sagte er sich. Als er ihr sein schlechtes Gedächtnis gestand, sagte sie, sie sei diejenige gewesen, die an jenem Abend am meisten Koks gezogen habe. Daraufhin antwortete Martin, mehr Koks als er könne sie nicht gezogen haben, ansonsten achte er nicht auf den Konsum der einzelnen, nur darauf, dass keines der Mädchen vollkommen nüchtern seiner schweren körperlichen Arbeit nachgehen müsse.

Sie schien verwirrt zu sein, weil er all ihre Liebesgeständnisse mit pingeligen Argumenten niederbügelte, schließlich entschloss sie sich zum letzten Schritt. Sie machte sich nackt.

Doch statt sich auf ihn zu werfen oder sich an ihn zu schmiegen, zeigte sie ihm ihre neueste Errungenschaft: Ihr Rücken zierte ein riesiges tätowiertes Porträt von Martin, dass sehr schmeichelhaft war, wie Benjamin meinte. Sie riefen ein Taxi und steckten sie rein.

Obwohl es unwahrscheinlich war, dass das Mädchen mit diesem Tattoo weiter bei der Sexualagentur arbeiten würde, wechselten sie ihren Anbieter. Danach waren sie noch unfreundlicher zu ihren Dienstleisterinnen. Alles musste auf den rein körperlichen Austausch beschränkt bleiben. Sie konnten sich immer noch verlieben und heiraten, wenn ihnen das Geld ausgegangen war. Solange dies noch nicht der Fall war, gab es keinen Anlass, nicht alleine einzuschlafen und aufzuwachen. Sie hatten zwei riesige Badewannen, zwei Saunen, in jedem ihrer Zimmer eine Dusche. Nichts davon wollten sie mehr teilen. Die Freiheit war einfach zu köstlich.

„Also, was machen wir jetzt?“, fragte Benjamin, als sie bei gedimmtem Licht auf dem Sofa saßen und das elektrische Licht ihres Monster-Kamins heimelig flackerte.

„Wir müssen an das Schreiben ran“, ersann Martin eine Strategie. „Wenn wir den Vertrag haben, führt keine Spur mehr zu uns.“

Benjamin nippte an seinem Single-Malt Whiskey, der schlappe 300 Euro gekostet hatte. „Oder wir zerstören die Maschine. Dann ist das Schreiben wertlos. Wenn es keine Maschine gibt, kann uns nichts nachgewiesen werden.“

Martin zog eine Line Koks vom Tisch. „Hmm. Das Problem ist nur, dass sie die Maschine wahrscheinlich längst gefunden haben. Was taucht leichter auf, ein riesiges Gerät im Keller oder ein Blatt Papier?“

Auch Benjamin beugte sich vor, um den Staubsauger zu machen. „Da könntest du Recht haben. Wenn jemand geredet hat, dann weiß die Polizei auch, wo die Arbeitslosen gelandet sind. Es werden sich Spuren von dem Gerät finden. Bis man aber die Papiere durchforstet hat, die in dem Laden lagern, braucht man Monate.“

„So sieht’s aus“, sagte Martin und stöhnte auf, weil sich sein Rücken wieder bemerkbar machte.

„Wir wissen ja jetzt, wo wir suchen müssen“, merkte Benjamin an.

„Vorausgesetzt, sie haben den Vertrag in genau dem Gebäude archiviert.“

„Warum nicht? Sie haben nur aus dieser Zweigestelle verschickt. Die Kandidaten aus den anderen Zweigstellen wurden alle nach Kreuzberg gebracht. Jedenfalls hieß es im Bericht im TV, dass alle Verschwundenen dort zuletzt gesehen wurden. Dort scheint die Zentrale der Machenschaften zu sein. Dort sind sogar Leute aus Bielefeld gelandet.“

„Wie das passiert ist, ist mir immer noch rätselhaft.“

„Ja. Das ist es. Aber es kann uns egal sein. Morgen Nacht sollten wir am besten da rein. Sonst könnte es schon zu spät sein.“

„Und wie machen wir das?“

„Wir kennen doch den Weg.“ Benjamin lehnte sich zurück.

„Ja, vielleicht“, wandte Martin ein. „Aber der Typ wird uns nicht nochmal reinlassen. Wir müssen einen anderen Weg aufs Dach finden.“

Mit einem Mal grinste Benjamin. „Nee. Müssen wir nicht, Matti.“

Martin blickte ihn forschend an. „Warum?“

„Was?“, fragte Benjamin und sein Grinsen wurde noch breiter. „Passiert, wenn wir einfach den Mann entfernen? Häh?“

„Wie meinst du das?“

Benjamin grinste ihn ohne Unterlass an.

Martin ging plötzlich ein Licht auf. „Geile Idee. Der hat die längste Zeit dort gelebt!“

„Bleibt nur die Kündigungsfrist“, schränkte Benjamin ein. Sein Gesicht war nun etwas weniger heiter als noch vor Sekunden, die gestylten Haare standen ihm zu Berge. „Selbst wenn wir die Wohnung morgen kaufen, werden wir die Mieter nicht sofort los.“

Martin nickte nachdenklich. Dann kam ihm blitzartig ein Gedanke: „Was, wenn wir ihn nicht mit Zwang rausbekommen, sondern mit Belohnung? Wir können ihm ein Angebot machen, dass er nicht ablehnen kann.“

„Dann brauchen wir auch nicht das ganze Haus zu kaufen…“

„…sondern nur eine nette neue Wohnung für unseren Freund Klomann. Und wir müssen ihm ein Umzugsunternehmen mieten.“

Das Koks spielte Rugby mit Benjamins Hirn. Er hätte Bäume ausreißen können. Zunehmend hippeliger rutschte er auf dem Sofa herum. Bei Martin löste das weiße Pulver einen Sturm der Gedanken aus, bei dem der Plan des Wohnungskaufs sich an einem Baum festhalten musste, um in diesem Wirbelwind nicht weggeweht zu werden.

Nach einer Weile waren sie sich sicher, dass sie noch weitergesprochen und den Plan vollständig ausgearbeitet hatten, aber sie mussten feststellen, dass dies nicht der Fall war. Sie hatten nur dagesessen und den Stoff auf sich wirken lassen.

„Okay. Okay“, sagte Benjamin. „Lass uns nachdenken, Matti.“

„Ja, sagte Martin. „Diesmal klappt es!“

„Womit?“

„Mit dem Nachdenken.“

Schließlich waren Zielsetzung und Ablauf ihres Vorhabens ausgereift. Sie schalteten ihren Anwalt ein. Über Google Maps hatten sie die genaue Adresse der Zielwohnung ausfindig gemacht. In seinem Drogenrausch erinnerte sich Martin sogar noch an den Namen auf dem Klingelschild des Mannes, der ihnen aufgemacht hatte. Diesem sollte der Anwalt ein unausschlagbares Angebot machen. Dafür musste er umgehend ein Apartment auftreiben, das unbezweifelbar besser war als die Wohnung, die die beiden Freunde dem Familienvater abluchsen wollten. Am nächsten Tag müsste alles ganz schnell gehen: Agenten des Anwalts müssten das Angebot unterbreiten, eine sehr kurze Frist setzen und den Umzug der Familie sofort in die Wege leiten. Es würde sich bewahrheiten, dass Zeit Geld war. Man konnte nicht nur durch die Verlängerung von Zeit Geld vermehren, man konnte auch durch die Verknappung von Geld Zeit verkürzen.

Nach dieser schweißtreibenden Arbeit und einer leichten Überdosis Koks mussten sie sich mit Dope wieder runterbringen. Dazu nutzten sie eine Bong aus handgeblasenem Murano-Glas mit Goldgehäuse, die gleich zwei Lungenfüllungen fasste. Abwechselnd durfte erst der eine, dann der andere den Inhalt in seine Lungenflügel gießen. Sie waren sehr erleichtert, dass durch ihren altbewährten Scharfsinn ihr kleines Problem bald aus dem Weg geräumt sein würde.

Mit etwas Glück und finanziellen Mitteln könnte die Sturheit des Mannes gebrochen werden und sie Einzug in ihre Traumwohnung halten. Mit etwas mehr Arbeit würden sie den Vertrag finden. Dessen Vernichtung wäre dann nur noch eine Frage von Sekunden.

Da der Fernseher kaputt war, fiel ihnen bald nicht mehr viel ein, was sie hätten tun können. Nach ein paar Erinnerungen an Persien, die sie vergnügt auffrischten, schliefen sie noch auf dem Sofa ein.

Sie träumten absolut nichts.

Mitten in der Nacht wachte Martin auf und musste sich Erbrechen. Weil es ultraschnell gehen musste, ging er in Benjamins Toilette, verwischte anschließend aber alle Spuren. Dann ging er in sein Zimmer.

Mitten in der Nacht wachte Benjamin auf und befürchtete, er hätte geträumt. In seinem Traum war Martin aufgewacht und musste kotzen. Zu Benjamins Glück tat er es in seinem eigenen Klo.

Von diesem erschütternden Erlebnis bekam Benjamin mächtig Hunger. Er ging in die Küche und nahm sich eine der zwanzig Tiefkühllasagnen heraus, die in ihrem Restaurant-Tiefkühler lagen. Panikattacken und das Bedürfnis zu kiffen blieben aus.

Martin hörte ihn in der Küche rumoren. Ihm war immer noch speiübel. Als er sich sicher war, dass Benjamin in sein Zimmer gegangen war und schlief, lief er in die Küche und spülte das Sodbrennen mit ein paar Bier runter. Den Bierrausch bekämpfte er mit einigen Hits aus der Bong. Endlich konnte er wieder schlafen.

Sie schliefen bis um zwei Uhr nachmittags. Dann rief sie ihr Anwalt an. Jeden auf seinem Handy. Er sagte, der Mann habe eingewilligt, nachdem er die neue Wohnung gesehen habe, wohin man ihn mit Hilfe von Vorkasse und Bodybuildern gebracht habe. Er habe sogar schon unterschrieben. Nur seine Familie müsse noch unterrichtet werden. Das halte er aber für unproblematisch. Außerdem sei dies, so sagte der Anwalt, nun wirklich nicht mehr das Problem der beiden Freunde. Die Familie sei nun kein Mieter mehr, sondern für drei Monate Vermieter ihrer alten Wohnung und die beiden Freunde ihre Untermieter, das sei rechtlich zunächst unvermeidbar. Man habe dem willfährigen Ehepaar alle Hilfe zur Seite gestellt, dass es schon in der kommenden Nacht unter einem neuen Dach schlafen könne, er räusperte sich, müsse. Notfalls bleibe immer noch ein Räumungskommando, das noch niemanden mit Samthandschuhen angefasst habe. Ihre neue Traumwohnung, er erlaubte sich einen spöttischen Kommentar, sei in wenigen Stunden bezugsbereit. Er würde dann noch einmal anrufen. Ob er denn schon Möbel kaufen solle.

Sie bräuchten keine Möbel, sagten beide Freunde zur Verwunderung des Anwalts. Dieser meinte daraufhin, wenn sie ihm nicht so viel Honorar zahlen würden, würde er sich die Unverschämtheit erlauben, nachzuhaken, wie sie an so viel Geld gelangt seien, so aber verbiete sich jede Indiskretion.

Die verbiete sich, bestätigten beide Freunde unabhängig voneinander. Sie bedankten sich, jeder auf seine Art, beide gleich unfreundlich.

Minuten später stand jeder unter seiner Dusche.

Gemeinsam frühstückten sie. Es war drei Uhr. Martin ging zum Arzt. Frischvernäht kam er nach einer Stunde wieder.

Diesmal machten sie nicht den Fehler, mit dem ersten Bier und der ersten Bongladung bis kurz vor ihrem Abmarsch zu warten. Als sie den zweiten Anruf erhielten, waren sie bereits hackedicht. Es blieb ihnen nur ein Antiserum: Kokain. Eilig sogen sie das Zeug an die Schleimhäute ihrer Riechkolben. Zur Sicherheit nahmen sie noch einen Beutel mit. Den gemeinsamen Mercedes ließen sie in der Garage. Sie benutzten das Fortbewegungsmittel der Mittellosen: Das Taxi.

Der Taxifahrer verneinte empört, als ihm Benjamin ihm auf dem Armaturenbrett eine Line Koks legen wollte. Auch von Haschisch wollte er nichts wissen. Martins Idee, an einer Tankstelle Bier zu holen und mit dem Taxifahrer auf ihre Fahrt anzustoßen, hielt er ebenfalls für keine gute. Er war ein Türke und heilfroh, in diesem Teil von Zehlendorf nicht von einem Scharfschützen erledigt worden zu sein, das ließ er in eingestreuten Kommentaren durchblicken. Ansonsten, darüber ließ er sie nicht im Unklaren, hielt er die beiden Freunde für das schlimmste Gesocks, wie man es selbst in Neukölln niemals antreffe. Martin erlaubte sich den Spaß und gab ihm einen Hundert-Euro-Schein als Trinkgeld. Der Mann grummelte indigniert, steckte das Papier aber nach einigem Getue in seinen Geldbeutel. Leute wie sie, schob er in gewähltem Hochdeutsch hinterher, würden in seiner Heimat niemals Asyl bekommen. Die beiden Freunde glaubten es ihm.

Martin und Benjamin lachten infantil, als sie auf dem Bürgersteig ihrer alten Straße standen. Es war sechs Uhr.

II.

Mit Eselsgrinsen und Gekicher drückten sie auf das oberste Klingelschild. Sie erwarteten die Stimme ihres Anwalts, aber wer sie um ihre Namen bat, war der niemand Geringeres als der Klomann. Dass sie die neuen Wohnungsbesitzer seien, erklärten die beiden. Sie sollten hochkommen, sagte der Mann freudig erregt.

Es kostete sie einige Anstrengung, die vielen Stockwerke zu bezwingen. Gegenseitig lachten sie sich bei dieser brutalen Besteigung aus. Zu Hause hatten sie einen Aufzug. Den Fußballplatz, den sie sich auf ihrem Grundstück hatten anlegen lassen, hatten sie seit dem Tag seiner Einweihung nicht mehr benutzt. Entsprechend verschwitzt kamen sie auf dem obersten Absatz an.

Dort erwartete sie der Mann. Als er die beiden sah, erstarrte er.

Wie sehr kosteten sie diesen Moment aus! Sie mussten sich zusammenreißen, um nicht mit einem lautstarken Lachen herauszuplatzen.

„Sie?“, fragte er perplex.

„Ja“, sagte Benjamin mit Siegerlächeln. „Wir.“

„Darf ich uns vorstellen?“, fragte Martin und deutete auf Benjamin. „Mittschneider.“ Dann legte er sich selbst die Hand auf die Brust. „Fläßiger.“

Er blickte sie abwechselnd an, verstand die Welt nicht mehr. „Sie haben…“, brachte er stotternd vor. Die Stimme versagte ihm.

„Und sie haben jetzt eine schönere Wohnung“, erklärte Martin und legte versöhnlich und mit Schmollmund den Kopf zur Seite.

„Es tut uns leid. Das war natürlich nur ein Spaß“, sagte Benjamin hinterlistig. „Wir müssen uns mit unseren echten Namen vorstellen.“

Der Mann nickte hilflos.

„Darf ich?“, fragte Benjamin und deutete auf Martin. „Mu’atin.“ Dann legte er sich selbst die Hand auf die Brust. “Ibn Yamin.”

Benjamin und Martin sahen sich komplizenhaft an, unterdrückten einen weiteren Lachanfall. Benjamin stieß einen Laut aus der Nase.

Der Mann schüttelte in Zeitlupe mit dem Kopf.

„Schatz, was ist?“ Die Frau des Klomanns war im Türrahmen erschienen. „Du bist so blass.“

„Nichts“, sagte der Mann angeschlagen. „Nur die Nachmieter.“

„Ach, so. Dann hol ich mal die restlichen Sachen.“

„Ja“, hauchte der Mann erledigt. Seine Knie gaben nach. Am Türrahmen rutschte er nach unten, bis er auf seinem Gesäß aufkam.

Benjamin bot ihm Koks an. Ruckartig drehte der Ärmste den Kopf weg und begann zu zittern.

Als seine Frau mit zwei Koffern erschien und ihn so wie ein Häuflein Elend auf dem Boden vorfand, fragte sie: „Was ist denn mit dir los?“

„Nichts“, stammelte er. „Ich freu mich nur so auf die neue Wohnung.“

Sie musste ihrem Gatten hochhelfen. Dann verabschiedete und bedankte sie sich überschwänglich. Ihr Mann war nicht mehr imstande, etwas zu sagen. Sich ans Geländer klammernd, schaffte er es gerade so, im Schneckentempo eine Stufe nach der anderen zu nehmen.

Sobald das Ehepaar außer Hörweite war, brachen die beiden Freunde in Lachen aus. Sie mussten sich aneinander festhalten, um sich nicht auf dem blitzeblanken Boden ihrer neuen Wohnung zu kugeln. Sie bebten vor Vergnügen.

Ihre erste Amtshandlung war eine Line Koks. Eine Line Koks, die sie zweimal kopieren mussten, um nach dem Sport wieder auf Hochtouren zu kommen.

Wie mit dem Anwalt abgesprochen, hatte das Umzugsunternehmen einen Koffer mit Werkzeug hinterlassen. Auch eine Taschenlampe war darin. So waren sie bestens ausgerüstet für einen Angriff auf die Arbeitsagentur. Sowohl synaptisch als auch handwerklich. Vielleicht stellten die weißen Hemden und Designerhosen keine echte Arbeitsmontur dar. Aber man konnte nicht an alles denken. Man konnte den armen Anwalt nicht auch noch damit betrauen.

Das Klo kam ihnen vertraut vor. Diesmal waren sie überhaupt nicht unter Zeitdruck. Der Kleinere hatte wieder einmal als Erster die Ehre, sich durch das Fenster zu zwängen. Mit dem Rücken stieß er oben an den Rahmen und jaulte vor Qualen, riss sich dann aber wie durch ein Wunder wieder zusammen. Für Benjamin war der Sprung leichter. Auch weil er sich einfach auf den Klodeckel stellte, nachdem er den Werkzeugkasten nach draußen geschleudert hatte.

Für einen Moment genossen sie den Ausblick über die Dächer Berlins. In der Straßenschlucht hupten Autos, Menschen schrien. Martin konnte die Sirene eines Krankenwagens näher kommen hören.

Hier oben ging ein laues Frühlingslüftchen. Die Luft war klar und unverpestet. Ein paar dünne Wölkchen trieben unter dem dunstbelegten Sternhimmel. Benjamin schubste Martin vorwärts.

Zu ihrer geringen Überraschung hatte man das Fenster, durch welches sie eingebrochen waren, zumauern lassen. Also machten sie sich mit ihrem Gerät an der Türe zu schaffen. Doch so sehr sie auch am Schloss herumfuhrwerkten, nichts bewegte sich.

Bald legten sie eine Pause ein, um über das weitere Vorgehen nachzudenken. Benjamin lehnte sich an die Türe, rutschte daran ein Stück gen Boden.

Da geschah es: Die Klinke bewegte sich nach unten und die Türe ging nach innen auf. Benjamin wäre um ein Haar auf dem Rücken gelandet, konnte sich aber im Zurückschwenken noch an der Klinke festhalten. Beide schlugen sie sich an den Kopf: Die Türe war die ganze Zeit unverschlossen gewesen.

Diesmal konnten sie die Taschenlampe gut gebrauchen, denn man hatte den Strom abgestellt. Auch die Stockwerkstüren waren verschlossen. Diese ließen sich aber mit dem vorhandenen Werkzeug, in diesem Fall mit Schraubenziehern, einfach aufbrechen.

Der Kegel der Taschenlampe sprang über das Inventar der Räumlichkeiten: Computer, Tische, Stühle. Erst zwei Stockwerke darunter befanden sich die Archive. Sie hatten es vergessen.

Sie kamen sich vor wie die Verschwörer der Watergate-Affäre, als sie die Aktenordner und Karteikästen durchstöberten. Schnell verstanden sie, dass dies nichts brachte. Es musste Regale geben, in denen Verträge aufbewahrt wurden.

Zwei Stockwerke tiefer wurden sie fündig: Hier wurden keine Personalakten aufbewahrt, sondern Verträge und Vereinbarungen, sowie Korrespondenzen und Post.

An diesem Ort begann die eigentliche Arbeit. Mindestens drei Stunden lang wühlten sie sich durch das Konvolut an Schriftstücken. Als die erste Suche ergebnislos geblieben war, nahmen sie sich alles noch einmal vor. Doch sie fanden nichts, auf dem ihr Name stand.

Die zwei folgenden Stockwerke durchkämmten sie ebenfalls auf der Suche nach dem verdammten Stück Papier, auf das sie unnötigerweise ihre Unterschriften gesetzt hatten. Doch kein Erfolg.

Schließlich landeten sie am Fußende der Treppe. Dort, wo sich die Türe zum Untergeschoss befunden hatte, war nun nichts mehr zu erkennen. Man hatte sie zugemauert und verputzt. Für jemanden, der zum ersten Mal hier war, würde es aussehen, als hätte es hier nie eine Türe gegeben und als endete die Treppe im Nirgendwo.

Nun verstanden sie auch, warum die Polizei in dem Fernseh-Bericht nichts davon erwähnt hatte.

„Gar nicht so dumm, diese Typen“, staunte Benjamin nicht schlecht. Er trat an die Wand, um sie mit der Lampe zu inspizieren.

„Diese verdammten Ratten“, meinte Martin anerkennend und schlug gegen das Treppengeländer. „Sie haben vorgesorgt.“

Benjamin grummelte. „Nur wir sind kein Stück voran gekommen.“

Niedergeschlagen blickte Martin zu Boden. „Ja. Scheiße. Der Vertrag muss doch woanders sein.“

Benjamin befühlte den Putz. „Nur wo?“

„Er kann überall sein. Im Büro des Agenturleiters bei ihm zu Hause, bei einer der anderen Typen, die beim Unterschreiben anwesend waren. Was weiß ich!“

„Dann sollten wir dorthin“, sagte Benjamin.

Martin blickte ihn entgeistert an. „Ist das dein Ernst? Das ist wie die Nadel im Heuhaufen zu suchen. Wir können doch nicht überall einbrechen! Außerdem sind sie in Haft, ihre Häuser werden überwacht. Nein.“ Er überlegte. „Wir müssen eine andere Lösung finden.“

„Wie ich gesagt habe“, führte Benjamin seinen alten Vorschlag nun wieder an und stemmte sich gegen die Wand. „Wir brechen zur Maschine durch und zerstören das Scheißteil.“ Er lächelte durchtrieben. „Würde mir einen Riesenspaß machen!“

Martin schüttelte kaum merklich den Kopf. Bedächtig sagte er: „Nein. Du weißt genau, dass das nichts bringt. Wir müssen wieder nach oben. Uns was überlegen. Es muss einen anderen Weg geben.“

Benjamin widersprach nicht. Sie verließen das Gebäude. In ihrer neuen Wohnung auf dem Boden sitzend, bestellten sie bei einem Edel-Italiener aus Mitte Pizza. Nachdem ein Restaurant-Boy die Pizzen und zwei Flaschen Rotwein gebracht und ein ordentliches Trinkgeld abgestaubt hatte, waren sie erst einmal beschäftigt.

Jeweils eine Flasche Wein und zwei Lines weiter, die ihnen für einen kurzen herrlichen Augenblick das Naseninnere verbrannten, fühlten sie sich in der Lage, einen alternativen Plan zu ersinnen.

Benjamin rülpste. „Wir könnten“, sagte er und ließ einen weiteren Rülpser folgen. „Die Villa verkaufen und das Geld ins Ausland bringen.“ Er suchte in Martins Augen Anzeichen von Zustimmung. „Dann könnten wir für eine Weile in die alte Wohnung ziehen.“

„Und was soll das bringen?“, fragte Martin. Die Rotweinsäure stieg ihm die Kehle hoch.

„Wenn sie uns vorladen, gibt es keine Beweise, dass wir das Geld genommen haben. Wir haben es ja nicht. Alles nur ein Fake.“

Martin guckte ihn an wie einen Idioten. „Sag mal, bist du bescheuert? Natürlich gibt es irgendwo Beweise. Notfalls bei der Bank. Wir waren so dumm, uns die Rente nicht auch bar geben zu lassen.“

„Das war deine Idee“, erwiderte Benjamin.

„Es war nicht anders möglich!“, sprach Martin ein Machtwort. „Sonst hätten wir nie so viel gekriegt.“

„Ach, Scheiße. Und wenn wir was mit der Bank drehen?“

„Dann bleiben immer noch unsere Unterschriften.“ Kapitulierend zog Martin die Mundwinkel nach unten.

„Könnten auch gefälscht sein“, erwog Benjamin.

Martin wischte den Einwand mit der Hand weg. „Erzähl das mal einem Experten. Nein. Wir kommen da so nicht mehr raus.“

„Wie dann?“

„Ich hab da so ne Idee“, verriet Martin verschmitzt.

Benjamin stutzte kurz. Dann blitzte etwas in seinen Augen auf. „Das ist nicht dein Ernst!“

Martin presste die Lippen aufeinander. „Doch. Oder fällt dir was Besseres ein?“

„Nein“, sagte Benjamin. „Und wie willst du es tun?“

„Wir reisen zu zweit.“

„Und wer verschickt uns?“

„Du meinst eher, wer uns danach die Maschine zerstört.“

„Du hast Recht. Zurückzukommen wäre Unsinn.“

„Wir müssen jemanden mit ins Boot holen.“

Vom Geistesblitz getroffen, raunte Benjamin: „Nick und Mike.“

Nach ihrer Rückkehr hatten sie sich nicht mehr mit Nick und Mike in Verbindung gesetzt. Es war nicht ganz klar, ob die Zwei es ihnen übel nehmen würden. Noch weniger war klar, ob sie ihnen wegen der Zeitmaschine Glauben schenken, oder ob sie ihnen dann helfen würden. Nur eins war sicher: Die Beiden steckten knietief in krummen Geschäften. Wenn sie jemand nicht verraten würde, waren sie es. Außerdem konnten sich die beiden Freunde ohnehin an niemand anderen wenden.

Nick wohnte nicht weit von hier, in einem etwas schäbigeren Teil von Kreuzberg. In einer Viertelstunde wären sie zu Fuß dort. Aber es war nie gut, bei ihm ohne Ankündigung aufzukreuzen. Ständig hatte er komische Typen bei sich, die nicht dort gesehen werden wollten. Vor allem nicht in den Zuständen, in die sie Nick versetzte. Außerdem konnte es sein, dass sich zu jeder beliebigen Uhrzeit eine halbnackte Frau bei ihrem Dealerfreund herumtrieb, deren Namen der Gastgeber nicht kannte, weil sie zufällig vom Vorabend übrig geblieben war, während sich alle sonstigen Konsumprodukte in Luft aufgelöst hatten.

Benjamin hatte Nicks Nummer in seinem neuen Smartphone gespeichert. Er musste in den sauren Apfel beißen und den vernachlässigten Freund wieder für sie gewinnen.

Nach dem fünften Klingelton nahm Nick ab. Benjamin meldete sich mit seinem Namen. Nick war verstimmt. Als Benjamin behauptete, sie seien länger im Urlaub gewesen, erwiderte Nick nur, sie bräuchten ihn nicht anzulügen. Wo sie in Wirklichkeit gewesen waren, wollte er jedoch nicht wissen. Als Martin sich zum Mikrofon herunterbeugte und Nick fragte, ob sie kommen könnten, und zwar jetzt, stimmte er etwas missmutig zu. Die beiden Freunde waren erleichtert und bestellten ein Taxi.

In Nicks Wohnung roch es nach Schimmel, Feuchtigkeit, Urinstein, Grasweihrauch und Haschischmyrrhe. Außerdem hatte er sein Schlafzimmer nicht gelüftet, die Türe zum Flur jedoch offen gelassen. Die beiden Freunde konnten nicht glauben, dass sie sich wieder auf dieses Niveau herunter ließen. Es erinnerte sie an Zeiten, in denen sie Pro Evolution Soccer noch auf einem 50-Zoll-Bildschirm hatten spielen müssen und Koks und Nutten noch ein unerreichbarer Traum für sie war.

Nick ging und sprach sehr langsam. Außerdem hatte er nur eine Unterhose an. Er schien allein zu sein. Als sie das Wohnzimmer betraten, räumte er Pizzaschachteln und Chipstüten vom Sofa auf den Boden. Er bat ihnen das zugekrümelte, bieraromatische Polster an.

Mit einigem Widerwillen setzten sie sich hin.

Mit winzigen Äuglein sah er sie an. Er rang sich ein Lächeln ab. „Da seid ihr ja, Jungs.“

„Da sind wir.“ Martin nickte.

„Ja, wir sind’s“, sagte Benjamin und holte das Tütchen mit dem Koks heraus.

„Was hast du da?“, fragte Nick, schrecklich stoned.

Benjamin wischte Müll vom Wohnzimmertischchen und legte eine Line. „Etwas, das du jetzt brauchst.“

Nick hob den Kopf. „Ach, wirklich?“ Er grinste debil. „Dann mal her damit.“

„Damit du den Kopf freibekommst“, erklärte Martin wie eine Krankenschwester.

Es kam ihnen so vor, als wäre Nick noch dünner und ausgemergelter als früher schon. Obwohl dieser Mensch unendlich viel Junkfood aß, schien er vom Essen eher ab- als zuzunehmen.

Martin stand auf und machte den Röhrenfernseher aus. Obwohl Nick über Geld wie ein Bauer über Heu verfügte, war er selten klar genug, dieses in etwas Sinnvolles wie eine neue Wohnung oder einen neuen Fernseher zu investieren. Er lagerte es irgendwo in seiner Wohnung und gab den Großteil davon für Haschisch und eine sündhaft teure Superheldenfiguren-Sammlung aus. Außerdem sammelte er wertvolle Briefmarken, hatte aber keine Ahnung von der Materie. Viele der Marken fuhren irgendwo in seiner Wohnung rum. Einmal im Jahr wurden sie dann beim Frühjahrsputz aufgesaugt und entsorgt. Nick hatte überhaupt immer nur dann den Durchblick, wenn er noch nicht zu bekifft war, um sich noch eine Line zu legen. Er mochte kein Koks, aber manchmal kam er so wenig ohne damit aus wie ein Rentner ohne Tabletten.

Sein schmales Gesicht, die dünne Nase und die tief liegenden Augen machten ihn mit Untergewicht noch gespenstischer, als er ohnehin schon auf andere Menschen wirkte. Der Ziegenbart und die zum Zopf gebundenen Haare unterstrichen noch seinen Junkie-Look. Aber sein Aussehen täuschte: Er war nie krank, außer einmal, als er wegen einer Blinddarmentzündung im Krankenhaus gelandet war. Außerdem war er der einzige Mensch, den die beiden Freunde kannten, der seine Augenfarbe verändern konnte. Bei Schwarzlicht leuchteten sie sogar weiß. Dieses Gadget war es wohl auch, was ihm neben seinem Drogenfundus manchmal Sex mit einer Frau bescherte.

Nachdem er sich das Zeug reingeschnieft hatte, sah er sie mit leuchtenden Wangen und Monsterpupillen an. „Was gibt’s meine reisenden Freunde? Was führt euch hierher? Seid ihr mal wieder unterversorgt?“

Benjamin wollte nicht zugeben, dass sie nun einen vornehmeren Dealer frequentierten, deshalb kam er gleich zur Sache: „Wir brauchen deine Hilfe.“

Nick spitzte den Mund. „Wollt ihr endlich selber anbauen?“

„Nein“, sagte Martin erheitert.

„Es geht um was ganz anderes“, sagte Benjamin.

Nick wurde hellhörig. „Wie, was Anderes?“

„Wir müssen verreisen“, sagte Martin.

„Schon wieder?“

„Woandershin verreisen“, erklärte Benjamin.

„Wannandershin“, präzisierte Martin.

Nick schien jetzt sehr verwirrt. „Wannanders…was?“

„Zeitreise“, rückte Benjamin mit der Wahrheit heraus.

„Zeitreise?“, wunderte sich Nick. „Also doch Drogen!“

„Nein“, widersprach Benjamin. „Mit einer Maschine. Ganz nüchtern.“

„Nüchtern? Ihr seid doch voll drauf!“, rief Nick aus und sah sie abwechselnd an. „Ihr redet totalen Scheiß!“

„Nein“, entgegnete Martin ernst. „Wir haben es schon einmal gemacht. Deswegen waren wir weg. Wir waren in einer anderen Zeit.“

„Ach, ja?“ Unübersehbar fühlte sich Nick auf den Arm genommen. „Wann denn?“

„Mittelalter“, meinte Benjamin trocken.

Nick griff in eine fast leere Chipstüte und stopfte sich den feucht gewordenen Kartoffelsnack in den Mund. „Wo denn?“, fragte er mit vollem Mund.

„Persien“, sagte Martin.

„Das Land gibt’s doch gar nicht, Leute! Ihr müsst schon glaubhaft bleiben!“ Er spülte mit einem Schluck Cola ohne Kohlensäure nach.

„Iran“, äußerte sich Martin verständlicher.

„Iran? So, so. Und wie soll ich euch damit helfen?“

„Du musst die Maschine bedienen.“ Benjamin furzte. „Ohne dich kommen wir nämlich nicht mehr zurück.“

„Ach so, ja? Ich bin also der Fachmann? Weiß ich etwa, wie das Teil funktioniert?“ Nick lachte meckernd los.

Die Freunde sahen sich an. Sogleich grinsten sie amüsiert.

Sie erklärten ihrem Freund, dass eines seiner illegal heruntergeladenen Smartphone-OS sich hervorragend für die Steuerung der Maschine eigne, was ihn verblüffte. Wahrscheinlich gingen auch andere Versionen desselben Betriebssystems, räumten sie ein. Sie erzählten ihm, wie sie die Maschinen in Gang gebracht hatten.

„Also, ich hab mal was über Rückführungen in andere Leben gelesen, ziemlich abgefahrener Scheiß, das. Aber ne Zeitmaschine? Das ist wirklich verrückt!“

Rückführungen. Warum wusste Nick davon? Sie verschwiegen Nick die Geschichte, die sie vom verrückten Professor aufgetischt bekommen hatten. Ohnehin hatten sie die Details nicht mehr im Kopf. Schon damals hatten sie kaum etwas verstanden.

Nick lehnte sich auf seinem Sessel zurück und zog die Beine an, so dass seine kurze Boxershorts etwas preisgab, was die beiden Freunde lieber nicht gesehen hätten. Er machte eine herausgeforderte Miene und lächelte. „Also, was genau soll ich machen?“

Ihr Plan sah vor, mit schwerem Gerät in das Kellergeschoss der Arbeitsagentur einzubrechen, am besten noch in dieser Nacht. Dann müssten sie die Maschine irgendwie in Gang setzen, sofern sie überhaupt noch da war. Anschließend würde es an die Verschickung gehen, die Nick mit seinem Handy auszulösen hätte, während sie schon in der Raumkapsel Platz genommen hätten. Er müsste sie nicht wieder zurückholen, sie würden einfach ihr Leben an einem Punkt vor drei Wochen wieder aufnehmen. Nick müsste nur den Auslöser drücken und dann die Maschine so sabotieren, dass sie unverwendbar würde. Dann müsste er die Mauer hinter sich zumauern. Endgültig hatten sie sich noch nicht entschieden. Sie würden in die jüngste Vergangenheit fliegen, um dort zu verhindern, dass herauskam, dass die Arbeitsagentur Arbeitssuchende verschwinden ließ. So würden sie ihren Reichtum behalten können. Aber das sagten sie Nick nicht. Der wollte auch etwas Anderes von ihnen wissen: „Und ihr wisst genau, was für eine Nummer ihr für ein bestimmtes Datum eingeben müsst?“

Er hatte sie eiskalt erwischt. Kleinlaut mussten sie verneinen.

Aber dann fiel Benjamin ein, dass er beim Vertragsschluss mit der Agentur sein altes Handy wiedererhalten hatte. Im Anrufverlauf würde sich die Nummer wiederfinden, die er damals versehentlich eingegeben hatte und deren einer Teil Nicks Handynummer war.

„Alles schön und gut“, fand Nick schon den nächsten Einwand. „Aber könnt ihr die Ziffernfolge einem genauen Datum zuweisen?“

Abermals verneinten sie. Der nächste Rückschlag.

„Ich weiß vielleicht jemanden, der uns dabei helfen könnte. Vorausgesetzt, ihr wisst noch, wann und wo genau ihr damals gelandet seid.“

Sie sagten, dass sie es ungefähr wüssten. Im Juni 1272 bei Yazd. Längen- und Breitengrad müssten ja herauszubekommen sein. Dann fragten sie, wer ihnen denn helfen könne.

Nick kratzte sich am Kopf. „Den kennt ihr auch.“