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In "Drei Kritiken", einem monumentalen Werk der Philosophie, vereint Immanuel Kant seine wesentlichen Überlegungen zur Erkenntnistheorie, Ethik und Ästhetik. Die "Kritik der reinen Vernunft" untersucht die Grenzen und Fähigkeiten der menschlichen Erkenntnis, während die "Kritik der praktischen Vernunft" moralische Maßstäbe und die Grundlagen der Ethik heranzieht. In der "Kritik der Urteilskraft" schließlich wird das Verhältnis zwischen Natur und Freiheit erforscht, wodurch Kant eine Brücke zwischen empirischen und rationalen Perspektiven schlägt. Kants literarischer Stil ist klar und prägnant, geprägt von einem rigorosen argumentativen Aufbau, der den Leser dazu anregt, die strukturellen Grundlagen seiner eigenen Denkprozesse zu hinterfragen. Immanuel Kant, geboren 1724 in Königsberg, war ein zentraler Denker der Aufklärung und hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf die moderne Philosophie. Sein Werk reflektiert seine Auseinandersetzung mit den Herausforderungen seiner Zeit, insbesondere die Spannung zwischen empirischem Wissen und rationalen Prinzipien. Kants Dialektik ist nicht nur eine theoretische Übung, sondern auch ein persönlicher Versuch, die fundamentalen Fragen der menschlichen Existenz und Moral zu beantworten. Dieses Buch ist eine unverzichtbare Lektüre für alle, die sich intensiver mit der Philosophie auseinandersetzen möchten. Kants tiefgehende Analysen und die anspruchsvollen Fragestellungen laden dazu ein, die eigene Perspektive auf Wissen, Moral und Ästhetik zu hinterfragen. "Drei Kritiken" bietet nicht nur einen Einblick in die Gedankenwelt eines der größten Denker der Neuzeit, sondern auch Werkzeuge zur Reflexion über die eigene Stellung im Spannungsfeld von Freiheit und Determinierung. In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen: - Eine umfassende Einführung skizziert die verbindenden Merkmale, Themen oder stilistischen Entwicklungen dieser ausgewählten Werke. - Die Autorenbiografie hebt persönliche Meilensteine und literarische Einflüsse hervor, die das gesamte Schaffen prägen. - Ein Abschnitt zum historischen Kontext verortet die Werke in ihrer Epoche – soziale Strömungen, kulturelle Trends und Schlüsselerlebnisse, die ihrer Entstehung zugrunde liegen. - Eine knappe Synopsis (Auswahl) gibt einen zugänglichen Überblick über die enthaltenen Texte und hilft dabei, Handlungsverläufe und Hauptideen zu erfassen, ohne wichtige Wendepunkte zu verraten. - Eine vereinheitlichende Analyse untersucht wiederkehrende Motive und charakteristische Stilmittel in der Sammlung, verbindet die Erzählungen miteinander und beleuchtet zugleich die individuellen Stärken der einzelnen Werke. - Reflexionsfragen regen zu einer tieferen Auseinandersetzung mit der übergreifenden Botschaft des Autors an und laden dazu ein, Bezüge zwischen den verschiedenen Texten herzustellen sowie sie in einen modernen Kontext zu setzen. - Abschließend fassen unsere handverlesenen unvergesslichen Zitate zentrale Aussagen und Wendepunkte zusammen und verdeutlichen so die Kernthemen der gesamten Sammlung.
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Veröffentlichungsjahr: 2024
Diese Werksammlung vereint die drei Kritiken Immanuel Kants und stellt damit das Herzstück seiner kritischen Philosophie in einem Band zusammen. Sie führt die Leserinnen und Leser an den historischen Wendepunkt der europäischen Aufklärung, an dem Kant den Anspruch der Vernunft prüft, ordnet und begrenzt. Die Zusammenstellung verfolgt den Zweck, das systematische Ganze sichtbar zu machen: theoretisches Erkennen, praktisches Handeln und beurteilendes Denken treten in ihren gegenseitigen Bezügen hervor. So entsteht eine Lektüresituation, in der nicht einzelne Thesen isoliert stehen, sondern die Architektur eines Denkens, das Natur, Freiheit und Kultur in ein reflektiertes Verhältnis bringt.
Bei den hier versammelten Texten handelt es sich um philosophische Großtraktate. Es sind keine Romane, Dramen oder Briefe, sondern systematische Untersuchungen, die ihre Argumente in der Form strenger Theorie entfalten. Die drei Kritiken enthalten Vorreden und Einleitungen, Hauptstücke mit fein gegliederten Kapiteln sowie methodische Anhänge. In ihnen begegnet man begriffsanalytischer Präzision, systematischen Unterscheidungen und exemplarischen Erörterungen. Die Textsorte ist dabei nicht essayistisch im lockeren Sinn, sondern bleibt durchgehend dem Anspruch einer Wissenschaft der Vernunft verpflichtet, die aus eigenen Prinzipien vorgeht und deren Geltung nicht aus Erfahrung, sondern aus kritischer Rechtfertigung bezieht.
Die leitende Idee dieser Sammlung ist die Kritik als Methode. Kritik bedeutet hier nicht bloße Beanstandung, sondern die Prüfung der Reichweite und Grenzen der Vernunft. In diesem Rahmen fragt Kant nach den Bedingungen gültiger Erkenntnis, nach dem Grund moralischer Verbindlichkeit und nach dem Maßstab für Urteile, die Natur und Kunst betreffen. Die drei Schriften antworten jeweils auf unterschiedliche Grundfragen, ohne ihren Zusammenhang zu verlieren. Sie zielen darauf, die Selbstgesetzgebung der Vernunft zu klären: Was sie wissen darf, was sie wollen soll und wie sie das Beurteilte in einen vernünftigen Zusammenhang stellt.
Stilistisch zeichnen sich die Kritiken durch eine eigentümliche Verbindung aus Strenge und Mäßigung aus. Strenge zeigt sich in deduktiven Gängen, begrifflichen Abgrenzungen und einer genau geführten Terminologie. Mäßigung äußert sich im Verzicht auf vorschnelle metaphysische Behauptungen zugunsten von Rechtfertigungen, die die Bedingungen des Denkens offenlegen. Charakteristisch ist die Architektonik: Begriffe stehen nicht isoliert, sondern in systematischen Verhältnissen. Auch dort, wo Beispiele gegeben werden, sind sie exemplarisch und methodisch kontrolliert. So entsteht ein Stil, der anspruchsvoll ist, zugleich aber eine klare Linie der Argumentation verfolgt.
Die Kritik der reinen Vernunft widmet sich den Voraussetzungen und Grenzen des Erkennens. Sie untersucht, unter welchen Bedingungen Erfahrung und Gegenstandserkenntnis möglich sind, und entwickelt dabei die Unterscheidung von Sinnlichkeit und Verstand. Formen der Anschauung und Grundbegriffe der Erkenntnis werden in ihrer Leistung für Erfahrung bestimmt. Transzendentale Argumente prüfen, welche Ansprüche die Vernunft im Bereich des Wissens berechtigterweise erheben kann und wo sie übergreift. Antinomien und Scheinbeweise werden dabei nicht nur zurückgewiesen, sondern in ihrer Herkunft aus der Struktur des Denkens erklärt.
Die Kritik der praktischen Vernunft prüft die Grundlagen des Handelns. Sie fragt, wie reine Vernunft Gesetze für den Willen aufstellen kann und worin die Autorität moralischer Forderungen besteht. In ihren Analysen stehen Begriffe wie Gesetz, Pflicht, Freiheit und Achtung im Zentrum, ohne sich auf empirische Neigungen zu stützen. Die Schrift entfaltet eine Konzeption der Autonomie, nach der der Wille sich aus Vernunftgründen bindet. Zugleich werden Verhältnisbestimmungen zwischen Sittlichkeit und Glückseligkeit erörtert, jedoch unter dem Primat der Vernunft, die den Maßstab für die Beurteilung von Maximen und Handlungen bereitstellt.
Die Kritik der Urteilskraft vermittelt zwischen den Bereichen des Erkennens und des Handelns. Sie behandelt die Vermögen des Beurteilens in zwei Hauptfeldern: der ästhetischen Beurteilung von Kunst und Natur sowie der teleologischen Betrachtung lebender Natur. Im ästhetischen Teil geht es um Geschmacksurteile, deren Anspruch auf Allgemeinheit ohne begriffliche Ableitung reflektiert wird, und um Erfahrungen des Erhabenen. Im teleologischen Teil wird die Vorstellung einer als zweckmäßig beurteilten Natur als regulatives Prinzip erklärt. Die Urteilskraft erhält so einen eigenständigen Ort im Gefüge der Vernunft.
Als Trilogie zeigt dieses Werk eine abgestufte Einheit. Die theoretische Untersuchung legt die Bedingungen der Erfahrung offen, die praktische bestimmt den Rang des sittlichen Gesetzes, und die vermittelnde prüft, wie wir Natur und Kunst sinnvoll beurteilen. So ergibt sich eine innere Ordnung: Erkenntnis ohne Moral wäre blind für Freiheit, Moral ohne Weltbezug stünde ohne Orientierung, und Beurteilung ohne Maßstäbe verlöre ihre Geltung. Die drei Bücher antworten wechselseitig aufeinander und entfalten ein Bild der Vernunft, das ihre volle Spannweite in Erkenntnis, Pflicht und Reflexion umfasst.
Historisch markiert die kritische Philosophie einen Einschnitt im Denken der Neuzeit. Sie steht im Spannungsfeld von Rationalismus und Empirismus und entwirft eine eigene Position, die den Anspruch auf Notwendigkeit mit der Endlichkeit menschlicher Erkenntnis vermittelt. Die hier vereinten Schriften haben Debatten in Erkenntnistheorie, Metaphysik, Ethik, Rechts- und Staatsphilosophie, Ästhetik und Wissenschaftstheorie nachhaltig geprägt. Ihr Einfluss reicht in unterschiedliche Traditionen und Epochen hinein. Die anhaltende Wirkung liegt nicht in dogmatischen Sätzen, sondern in einer Methode, die nach Rechtfertigung fragt und so Kritik zum Motor des Fortschritts macht.
Die Textformen innerhalb der Kritiken folgen einer erkennbar wissenschaftlichen Gliederung. Vorreden und Einleitungen geben den methodischen Standort an und bereiten die Hauptuntersuchungen vor. Ausführliche Kapitel führen Begriffe ein, begründen Prinzipien und unterscheiden systematische Ebenen. Anhänge und methodische Erörterungen sichern die Ergebnisse gegen Missverständnisse ab. Es finden sich kaum narrative Elemente; Beispiele dienen der Verdeutlichung, nicht der Ausschmückung. Diese straffe Form ist Teil des Programms: Sie zwingt dazu, die Begründungslinien nachzuvollziehen und die eigenen Voraussetzungen mitzuprüfen, statt sich auf Autorität oder Gewohnheit zu verlassen.
Die Lektüre dieser Sammlung erfordert Sorgfalt, wird jedoch mit Einsichten in die Struktur unserer Denk- und Lebenspraxis belohnt. Wer den Weg über Begriffsbestimmungen, Unterscheidungen und systematische Prüfungen mitgeht, gewinnt Orientierung über die Reichweite und die Grenzen dessen, was wir behaupten, fordern und schätzen dürfen. Nützlich ist es, Querbezüge zwischen den Bänden bewusst zu suchen: Begriffe aus der theoretischen Untersuchung erhalten in der praktischen und der vermittelnden neue Rollen, und umgekehrt klären moralische und ästhetische Überlegungen, was Erkenntnis leisten soll.
Die Bedeutung der drei Kritiken bleibt aktuell. In Zeiten beschleunigter Wissensproduktion, moralischer Konflikte und technischer Eingriffe in Natur und Kultur erinnert die kritische Methode daran, dass Geltungsansprüche Begründung verlangen. Indem diese Sammlung die drei Hauptwerke zusammenführt, macht sie die Einheit eines Projekts erfahrbar, das auf Selbstaufklärung zielt: Vernunft soll sich selbst prüfen, um Freiheit zu sichern, Wissenschaft zu ordnen und Urteilskraft zu schärfen. Die Texte laden dazu ein, im Geist der Aufklärung zu lesen: mit Mut zur Prüfung, mit Respekt vor Grenzen und mit Vertrauen in die Kraft der Begründung.
Immanuel Kant (1724–1804) gilt als eine der prägenden Gestalten der europäischen Aufklärung. Sein Leben verlief fast vollständig in Königsberg, wo er lehrte, schrieb und die drei großen Kritiken entwickelte. Mit der Kritik der reinen Vernunft, der Kritik der praktischen Vernunft und der Kritik der Urteilskraft entwarf er ein zusammenhängendes Projekt, das die Bedingungen von Wissen, moralischem Handeln und ästhetischem wie teleologischem Urteilen untersuchte. Diese triadische Architektur markiert einen Wendepunkt in der Philosophiegeschichte, weil sie die Reichweite der Vernunft bestimmt und ihre Grenzen zugleich begründet. Kants nüchterne, systematische Methode veränderte Debatten in Metaphysik, Ethik und Ästhetik nachhaltig.
Die drei Kritiken bilden eine inhaltlich abgestimmte Abfolge: Zuerst wird geprüft, was die theoretische Vernunft unter Bedingungen möglicher Erfahrung leisten darf; sodann, welche Normativität der praktischen Vernunft zukommt; schließlich, wie Urteilskraft Brücken zwischen Natur und Freiheit schlägt. Die Erstauflage der Kritik der reinen Vernunft erschien 1781, eine grundlegende Überarbeitung folgte 1787. Die Kritik der praktischen Vernunft folgte 1788, die Kritik der Urteilskraft 1790. Mit diesem Werkzusammenhang etablierte Kant die sogenannte kritische Philosophie als Maßstab aufgeklärter Selbstprüfung der Vernunft. Ihre Wirkung reichte bald über die Philosophie hinaus in Naturforschung, Rechtsdenken, Theologie und Kunsttheorie.
Kants Bildung verlief in der Provinz Preußens, doch sie besaß einen eminent kosmopolitischen Horizont. Nach Schulbildung in Königsberg studierte er an der dortigen Universität Philosophie, Mathematik und Naturwissenschaften. Früh beeindruckten ihn die Strenge der rationalistischen Tradition sowie die empirische Methode der aufstrebenden Naturforschung. Aus der Auseinandersetzung mit der Mechanik und Himmelskunde erwuchs sein Respekt vor strengen Gesetzen der Natur. Zugleich blieb ihm die klassische Metaphysik brüchig, sobald sie über Erfahrung hinausgriff. Diese Spannung zwischen rationaler Systematik und erfahrungsbezogener Methode wurde zur Keimzelle seines kritischen Denkens, das die Bedingungen möglicher Erkenntnis methodisch aufklären will.
Intellektuell prägten ihn neben der deutschen Schulmetaphysik die Schriften von Newton, Leibniz und vor allem die skeptischen Anfragen David Humes. Hume ließ ihn erkennen, dass kausale Notwendigkeit nicht einfach aus Beobachtung entnommen werden kann, sondern eine Leistung des Verstandes voraussetzt. Aus dieser Einsicht erwuchs der Plan, die apriorischen Strukturen des Erkennens zu untersuchen. In Königsberg lehrte Kant viele Jahre, bevor er sein reifes System vorlegte. Während dieser Phase verfeinerte er seine Vorlesungen und Notizen, bis der Entwurf einer „kritischen“ Wende gereift war: Nicht die Dinge bestimmen die Erkenntnisformen, sondern diese bestimmen, was als Erfahrung gelten kann.
Mit der Kritik der reinen Vernunft entwarf Kant eine Architektonik der theoretischen Vernunft. Er untersuchte in einer transzendentalen Ästhetik die reinen Anschauungsformen Raum und Zeit, in der transzendentalen Analytik die Kategorien des Verstandes und in der Dialektik die Irrtümer der spekulativen Metaphysik. Erkenntnis betrifft für ihn Erscheinungen unter Bedingungen möglicher Erfahrung; Dinge an sich bleiben dem Wissen entzogen. Diese „kopernikanische“ Perspektivverschiebung sollte Dogmatismus und Skeptizismus zugleich überwinden. Die Aufnahme war zunächst kontrovers, doch die zweite Auflage klärte zentrale Argumente und trug dazu bei, das Werk als epochales Fundament der Erkenntnistheorie zu etablieren.
Die Kritik der praktischen Vernunft (1788) richtet den Blick auf die Selbstgesetzgebung vernünftiger Wesen. Kant unterscheidet die Geltung moralischer Gründe strikt von empirischen Neigungen. Praktische Vernunft erweist sich darin als Quelle eines unbedingt verpflichtenden Gesetzes, das Freiheit nicht negiert, sondern erst möglich macht. Aus der Perspektive des Handelns haben bestimmte Ideen – etwa von höchster Güte oder Unsterblichkeit – eine legitime, praktische Funktion, ohne theoretisch beweisbar zu sein. So schützt Kant die Eigenständigkeit der Moral gegenüber naturwissenschaftlicher Erklärung und psychologischer Reduktion. Die Schrift prägte Debatten über Autonomie, Pflicht und die Würde rationaler Persönlichkeit bis weit ins 19. Jahrhundert.
Mit der Kritik der Urteilskraft (1790) suchte Kant eine Vermittlung zwischen dem Reich der Naturgesetze und der Freiheit des Handelns. Er analysiert das ästhetische Urteil über das Schöne und Erhabene als eine interesselose, dennoch allgemein mitteilbare Erfahrung. Zugleich entfaltet er eine teleologische Urteilskraft, die lebendige Organisationen so betrachtet, als ob sie zweckmäßig geordnet seien. Diese Betrachtungsweise stiftet heuristische Orientierung, ohne die Autonomie der Naturgesetzlichkeit aufzugeben. Das Werk wurde rasch zu einem Bezugspunkt der Ästhetik und der aufkommenden Naturgeschichte, weil es Sinn, Zweckmäßigkeit und Form als Reflexionskategorien, nicht als dogmatische Ontologie, verständlich machte.
Stilistisch sind die Kritiken von strenger Terminologie und systematischer Gliederung geprägt. Kant entwickelt Begriffe in sorgfältig abgestuften Beweisen und zeigt seltene Konsequenz im Aufbau ganzer Argumentationsketten. Seine Texte verlangen konzentrierte Lektüre und haben zugleich einen ordnenden Anspruch, der Debatten strukturierte. Zeitgenössische Reaktionen reichten von scharfer Ablehnung bis zu begeisterter Zustimmung; doch in der gelehrten Welt setzten sich seine diagnostischen Unterscheidungen bald als Prüfsteine durch. Lehrstühle, Journale und gelehrte Gesellschaften diskutierten seine Thesen intensiv, und nachfolgende Denker bauten ausdrücklich auf den drei Kritiken auf, indem sie deren Probleme vertieften, modifizierten oder neu akzentuierten.
Kants Überzeugungen kreisen um die Autonomie der Vernunft. Theoretisch soll sie ihre eigenen Grenzen prüfen; praktisch soll sie sich selbst das Gesetz geben und Personen niemals bloß als Mittel behandeln. In der ästhetischen Erfahrung verteidigt er eine Form intersubjektiver Geltung, die ohne Begriffe auskommt, doch Anspruch auf allgemeine Zustimmung erhebt. Zugleich betont er, dass die Idee der Freiheit praktisch notwendig ist, obwohl sie theoretisch nicht bewiesen werden kann. Diese Konzeptionen stützen ein aufgeklärtes Menschenbild, das Würde, Selbstbestimmung und öffentliche Mitteilbarkeit von Gründen in den Mittelpunkt stellt und die drei Kritiken als einheitliches Projekt begreift.
Öffentlich vertrat Kant die Idee, dass vernünftige Erörterung ohne Furcht vor Autorität stattfinden müsse, sofern sie die Grenzen der Zuständigkeiten achtet. Er plädierte für die Freiheit der wissenschaftlichen Forschung und eine Rechtsordnung, die mit der moralischen Autonomie vereinbar ist. Zugleich hielt er daran fest, dass religiöse und metaphysische Fragen einer kritischen Prüfung unterliegen, damit Glaube und Wissen nicht verwechselt werden. Seine drei Kritiken liefern hierfür die methodische Grundlage: Sie unterscheiden strikt zwischen dem, was wir wissen können, dem, was wir tun sollen, und dem, was wir hoffen dürfen – ohne die Bereiche zu vermischen.
Nach der Kritik der Urteilskraft arbeitete Kant weiter an Vorlesungen und Entwürfen, doch die großen Linien seines Systems lagen vor. In den späten 1790er Jahren nahm seine körperliche und geistige Spannkraft merklich ab; dennoch blieb er in Königsberg eine respektierte Gelehrtenfigur. Reisen unternahm er kaum, sein Leben war von geregelter Arbeit und Disziplin geprägt. Am 12. Februar 1804 starb er in seiner Heimatstadt. Sein Lebensweg zeigt die Konstellation eines Gelehrten, der ohne große äußere Ereignisse durch die Kraft der Gedanken eine Epoche prägte und einen langfristigen Maßstab philosophischer Begründung setzte.
Die Nachwirkung der drei Kritiken ist kaum zu überschätzen. Sie gaben den Ausgangspunkt für Strömungen, die später als Deutscher Idealismus zusammengefasst wurden, und prägten zugleich analytische Debatten über Erkenntnis, Moralbegründung und ästhetische Normativität. In den Wissenschaften wirkten Kants Begriffe von Gesetz, Erklärung und Regulativität als Orientierungsrahmen; in Ästhetik, Recht und Theologie lieferten sie Prüfsteine für Urteilsbildung und Begründung. Bis heute strukturieren seine Unterscheidungen Lehrpläne, Forschung und öffentliche Argumentation. Vor allem bleibt die Lehre der Selbstgesetzgebung und die „kopernikanische“ Wendung der Erkenntnistheorie ein Bezugspunkt, an dem sich neue Philosophien messen lassen.
Immanuel Kant (1724–1804) verfasste seine drei Kritiken in den 1780er und 1790er Jahren, im späten Zeitalter der Aufklärung. Er lebte und lehrte in Königsberg, der preußischen Provinzhauptstadt Ostpreußens, und stand damit in einem Umfeld, das durch militärische Verwaltung, konfessionelle Prägung und gelehrte Netzwerke bestimmt war. Die Werke erschienen in rascher Folge: die erste Kritik 1781 (zweite Auflage 1787), die zweite 1788, die dritte 1790. Sie gehören einer Epoche intensiver Debatten über Wissen, Moral und Kunst an, in der europäische Gesellschaften ihre Institutionen und Überzeugungen überprüften. Der Rahmen ist ein Übergang von frühneuzeitlichen Autoritäten zu modernen Formen öffentlicher Vernunft.
Die politische Kulisse bildete das Preußen des aufgeklärten Absolutismus. Unter Friedrich II. (1740–1786) verbanden sich Militärstaat, Verwaltungsreformen und ein gewisser Schutz der Gelehrsamkeit. Religiöse Toleranz wurde proklamiert, zugleich blieb Zensur möglich. Die Erfahrung des Siebenjährigen Kriegs (1756–1763) prägte das Staatswesen und die ostpreußische Gesellschaft, in der Kant lebte. Nach 1786 verschob sich unter Friedrich Wilhelm II. das Verhältnis von Kirche und Staat hin zu stärkerer Kontrolle religiöser Lehre. Diese politischen Konstellationen rahmten die Entstehung und frühe Rezeption der kritischen Philosophie, deren Anspruch auf Autonomie der Vernunft in einem monarchischen, konfessionell geprägten Gemeinwesen Resonanz und Widerspruch hervorrief.
Die Universität Königsberg (Albertina) war Kants berufliche Heimat. Dort studierte, habilitierte und lehrte er, zunächst als Privatdozent ab 1755, ab 1770 als ordentlicher Professor für Logik und Metaphysik. Die Region kannte starke pietistische Einflüsse, zugleich war die Wolffsche Schulphilosophie präsent. Kants Inauguraldissertation von 1770 markierte eine Wende zu Fragen der Sinnlichkeit und des Verstandes, gefolgt von einer mehrjährigen Ausarbeitung seines kritischen Projekts, das 1781 erstmals öffentlich vorlag. Der universitäre Lehrbetrieb, die Tradition der Disputationen und die Gelehrtenkorrespondenz prägten seinen Stil und die Adressaten: gebildete Leserinnen und Leser, Beamte, Theologen und Naturforscher im deutschsprachigen Raum.
Intellektuell bewegte sich Kant im Spannungsfeld zwischen Rationalismus und Empirismus. Die Leibniz‑Wolff‑Schule prägte systematische Metaphysik und Logik, während Humes Skepsis gegenüber Kausalität und Metaphysik den Anspruch der Erkenntnis herausforderte. Zugleich hatte Newtons mathematische Naturwissenschaft, vermittelt über Lehrbücher und Beobachtungsnetzwerke, Maßstäbe für strenge Erkenntnis gesetzt. Die kritische Wendung reagiert auf diese Konstellation: Wie sind Erfahrung, Naturerkenntnis und Moral möglich, ohne dogmatische Voraussetzungen oder skeptische Auflösung? Diese Fragen entsprangen nicht bloß spekulativer Neigung, sondern dem europaweiten Erfolg physikalischer Forschung, der Unsicherheit traditioneller Metaphysik und Debatten über den Umfang menschlicher Freiheit im Lichte moderner Wissenschaft.
Die Publikationslandschaft des späten 18. Jahrhunderts begünstigte weiträumige Zirkulation. Zentren wie Leipzig und Riga verbanden Buchhandel, Messen und Rezensionsorgane. Kants Hauptverleger war Johann Friedrich Hartknoch, der in Riga und Leipzig wirkte und viele Schriften des Autors herausgab. Die deutschen Universitäten wechselten zunehmend vom Latein zur Volkssprache; philosophische Prosa suchte eine gelehrte, zugleich breiter lesbare Form. Zeitschriften wie die Göttingischen Gelehrten Anzeigen oder später die Allgemeine Literatur‑Zeitung in Jena begleiteten Neuerscheinungen. In diesem Gefüge erreichten die Kritiken rasch ein überregionales Publikum, wurden aber anfangs schwer verstanden und kontrovers diskutiert, was die Entstehung erläuternder Schriften und Debatten beförderte.
Die erste Kritik traf 1781 auf eine Öffentlichkeit, die an systematische Schulphilosophie gewöhnt war. Eine einflussreiche frühe Rezension durch Christian Garve, überarbeitet von Johann Georg Heinrich Feder, verbreitete ein Bild, das Kant als verfehlt ansah. Als Reaktion verfasste er 1783 die Prolegomena, eine programmatische Klarstellung, und überarbeitete das Werk grundlegend für die zweite Auflage 1787. Parallel entfalteten sich an Universitäten Disputationen und Vorlesungen zur neuen Terminologie. Diese Auseinandersetzungen verankerten die kritische Methode in der philosophischen Öffentlichkeit und bereiteten den Boden für die weiteren Bände, deren Gegenstandsbereich Moral und Urteilskraft betraf.
Die Kritik der praktischen Vernunft erschien 1788 in einer Zeit intensiver Moraldebatten. Die Tradition des Naturrechts, von Pufendorf bis Wolff, stand neben britischer Moralphilosophie und Diskussionen über Tugend, Gefühl und Pflicht. Beamtenstaat und bürgerliche Öffentlichkeit verlangten Normen, die persönliches Gewissen und allgemeine Gesetzlichkeit vermitteln sollten. Rousseaus Schriften hatten im deutschsprachigen Raum seit den 1760er Jahren Debatten über Freiheit, Erziehung und Selbstgesetzgebung belebt. Vor diesem Hintergrund formulierte Kant seine Analyse der praktischen Vernunft als Antwort auf die Frage, wie sittliche Verbindlichkeit aus Vernunft hervorgeht, ohne sich auf kirchliche Autorität oder utilitaristische Nützlichkeit zu stützen.
Religiöse Politik spielte für die Rezeption eine erhebliche Rolle. Kant veröffentlichte 1793 Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft. Daraufhin untersagte Friedrich Wilhelm II. ihm 1794 per Kabinettsordre weitere öffentliche Äußerungen zur Religion, eine Auflage, die Kant bis zum Tod des Königs 1797 einhielt. Diese Episode beleuchtet das Spannungsfeld von akademischer Freiheit und staatlicher Kirchenpolitik im späten Preußen. Sie zeigt zugleich, dass Kants moralphilosophische Grundlegung in einer Landschaft verhandelt wurde, in der konfessionelle Loyalität, theologische Fakultäten und obrigkeitliche Aufsicht die Grenzen öffentlicher Vernunftbeiträge faktisch mitbestimmten.
Die Kritik der Urteilskraft von 1790 erschien während aufregender ästhetischer und literarischer Entwicklungen. Der Sturm und Drang hatte Konventionen herausgefordert; die Weimarer Klassik konsolidierte neue Maßstäbe von Form und Freiheit. Debatten über das Erhabene und Schöne, unter anderem durch Edmund Burkes Untersuchung von 1757 angestoßen, prägten den Diskurs. Kunstakademien, Salons und Theater boten Foren für ästhetische Öffentlichkeit. Vor diesem Hintergrund entfaltet Kant seine Analyse von Geschmacksurteilen und Zweckmäßigkeit der Natur, ohne die jeweiligen Werke oder Künstler zu privilegieren. Die ästhetische Diskussion verband sich mit Fragen nach gemeinsamer Urteilskraft in einer pluralen Kultur.
Zeitgleich veränderten die Naturwissenschaften ihre Gegenstände und Methoden. Systematische Botanik und Zoologie, beeinflusst von Linné, und naturhistorische Entwürfe, etwa bei Buffon, standen neben aufkommender Physiologie und Chemie. Naturforscher wie Johann Friedrich Blumenbach diskutierten Bildungstriebe und Organisationsprinzipien des Lebendigen. In dieser Situation gewann die Frage nach der Zweckmäßigkeit der Natur besondere Bedeutung, da mechanistische Erklärungen allein organismische Ordnung schwer erfassten. Der teleologische Teil der dritten Kritik tritt in diesen Kontext: Er reflektiert, wie wir Natur als geordnet begreifen, ohne über die Grenzen möglicher Erklärung hinauszugehen. Diese Reflexion reagierte auf naturkundliche Debatten und deren philosophische Implikationen.
Die Aufklärung bildete eine Öffentlichkeit, die über Zeitschriften, Lesegesellschaften und städtische Salons funktionierte. Das Berlin der 1780er Jahre, mit Autoren wie Moses Mendelssohn und Zeitschriften wie der Berlinischen Monatsschrift, diskutierte Grundfragen der Vernunft. Kants Aufsatz Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? erschien 1784 ebendort und definierte eine Maxime der öffentlichen Vernunft. Diese Kommunikationsräume prägten Erwartungen an Argumentationsstil, Klarheit und Universalität. Die Kritiken adressieren diesen Horizont, indem sie Bedingungen von Erkenntnis, Sittlichkeit und Urteil explizieren und so die Voraussetzungen einer vernunftgeleiteten Öffentlichkeit klären, die sich von Geheimbündelei und bloßer Autorität emanzipieren wollte.
Die 1780er und 1790er Jahre waren politisch von Revolutionen und Reformen bestimmt. Die amerikanische Unabhängigkeit und die Französische Revolution veränderten das Nachdenken über Recht, Souveränität und Bürgerschaft. Kant verfolgte die Ereignisse aufmerksam und nahm in Schriften der 1790er Jahre zu Völkerrecht und Frieden Stellung. Für die Rezeption der drei Kritiken bedeutete dies, dass Fragen nach Freiheit, Autonomie und Gesetzgebung nicht mehr nur akademisch wirkten, sondern mit Erwartungen an politische Erneuerung verschmolzen. Befürworter sahen in der kritischen Philosophie eine Begründung moderner Selbstgesetzgebung; Skeptiker fürchteten moralische und religiöse Auflösung durch philosophische Neuordnungen.
Der sogenannte Pantheismusstreit der 1780er Jahre, ausgelöst durch Jacobi und Mendelssohn im Streit um Lessings angeblichen Spinozismus, politisierte metaphysische Fragen. Er stellte das Verhältnis von Vernunft, Glaube und Fatalismus in der öffentlichen Debatte scharf. Die kritische Philosophie wurde dabei als möglicher Ausweg betrachtet: weder dogmatischer Rationalismus noch bloßer Empirismus, sondern eine Bestimmung der Grenzen und Zuständigkeiten der Vernunft. In dieser Atmosphäre wurde die erste Kritik nicht nur als Erkenntnistheorie, sondern als kulturpolitischer Beitrag gelesen, der dem Vorwurf eines fatalistischen Naturzwangs und dem Gegenverdacht irrationaler Schwärmerei gleichermaßen begegnen sollte.
Die Verbreitung der kritischen Philosophie wurde durch Karl Leonhard Reinholds Briefe über die kantische Philosophie (1786–1787) erheblich gefördert. Jena entwickelte sich in den 1790er Jahren zu einem Zentrum der Diskussion. Zugleich traten anspruchsvolle Kritiker auf: Salomon Maimon problematisierte 1790 die Vermittlung zwischen Verstand und Anschauung; G. E. Schulze griff 1792 in Aenesidemus den Anspruch sicherer Prinzipien an. Aus dieser Auseinandersetzung gingen Fichtes, Schellings und später Hegels Systeme hervor. Die dritte Kritik spielte eine verbindende Rolle, indem sie Natur und Freiheit vermittelte und daher für systematische Weiterbildungen besonders anschlussfähig wurde.
Die preußische Gesellschaft der 1790er Jahre war durch bürokratische Verdichtung und Rechtsreformen geprägt. Das Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten trat 1794 in Kraft und kodifizierte umfassend Privatrecht, Strafrecht und öffentliches Recht. Diese juristische Rationalisierung spiegelte einen weiteren Trend: die Suche nach allgemein geltenden Normen in Staat und Verwaltung. Im Bildungswesen gewannen philosophische Propädeutiken an Bedeutung; Logik und Ethik gehörten zur Ausbildung künftiger Beamter und Lehrer. In diesem institutionellen Rahmen konnte die kritische Bestimmung von Gesetz, Pflicht und Urteil praktische Resonanz entfalten, ohne an einen konkreten politischen Programmtext gebunden zu sein.
Im 19. Jahrhundert veränderte sich die Deutung der Kritiken mehrfach. Nach Phasen hegelscher Dominanz kehrten Kantstudien in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts kraftvoll zurück. Der Neukantianismus, insbesondere die Marburger Schule um Hermann Cohen und Paul Natorp sowie die südwestdeutsche Schule um Wilhelm Windelband und Heinrich Rickert, griff die kritische Methode auf, um Naturwissenschaft und Kulturwissenschaft zu begründen. Internationale Übersetzungen verbreiteten die Werke in Europa und darüber hinaus. Universitäten institutionalisierten Kantseminare und Editionen. Diese Bewegungen lasen die Kritiken als methodische Grundlegung moderner Wissenschaften und als Schutz gegen Psychologismus oder metaphysischen Dogmatismus.
Im 20. Jahrhundert wurde die Sammlung aus unterschiedlichen Richtungen neu interpretiert. Phänomenologie, Lebensphilosophie und analytische Traditionen nahmen Bezug, sei es in Anschluss, Revision oder Kritik. Editionen und Kommentierungen klärten Textgeschichte und Begriffe; Historiker der Aufklärung stellten die Schriften in den Kontext der entstehenden bürgerlichen Öffentlichkeit. In Ästhetik, Rechts- und Politischer Philosophie dienten sie als Referenzpunkt für Debatten über Urteilskraft, Rechtfertigung und Normativität. So kommentiert die Sammlung ihre Zeit, indem sie die Bedingungen moderner Selbstverständigung expliziert, und bleibt anschlussfähig, weil sie spätere Konflikte zwischen Wissenschaft, Moral und Kultur in methodischer Form vorbedacht.
Untersucht die Bedingungen, unter denen Erkenntnis möglich ist, und bestimmt die Reichweite sowie die Grenzen der menschlichen Vernunft. Kant entwickelt seinen transzendentalen Idealismus: Raum und Zeit als Formen der Anschauung, Kategorien des Verstandes, Erkenntnis nur von Erscheinungen, während das Ding an sich der Erkenntnis entzogen bleibt. Der Ton ist streng systematisch und kritisch gegenüber unbewiesenen metaphysischen Behauptungen.
Begründet die Moral nicht in Neigungen, sondern in der Autonomie der Vernunft und einem allgemeinen, unbedingten Sittengesetz. Die Freiheit wird als notwendige Voraussetzung praktischer Vernünftigkeit geltend gemacht; daraus leiten sich die Postulate für das höchste Gut ab. Der Ton ist nüchtern, normativ und auf die Verbindlichkeit des Handelns gerichtet.
Vermittelt zwischen Naturerkenntnis und Moral, indem sie die vermittelnde Rolle der reflektierenden Urteilskraft untersucht. Ästhetische Urteile über das Schöne und Erhabene sowie teleologische Betrachtungen der Natur werden als Formen einer Zweckmäßigkeit ohne bestimmbaren Zweck beschrieben. Der Ton ist vermittelnd und explorativ, mit Beispielen aus Kunst und Natur.
Gemeinsam ist den drei Kritiken die Frage nach den Bedingungen und Grenzen von Erkenntnis, Handeln und Urteil sowie der Anspruch, die Autonomie der Vernunft systematisch zu begründen. Stilistisch prägen klare Unterscheidungen, ein architektonischer Aufbau und die transzendentale Methode das Gesamtwerk. Eine Entwicklung verläuft von der Grundlegung des Wissens über die Begründung der Moral hin zur Vermittlung beider Sphären in Ästhetik und Teleologie.
Gnädiger Herr!
Den Wachstum der Wissenschaften an seinem Teile befördern, heißt an Ew. Exzellenz eigenem Interesse arbeiten; denn dieses ist mit jenen, nicht bloß durch den erhabenen Posten eines Beschützers, sondern durch das viel vertrautere eines Liebhabers und erleuchteten Kenners, innigst verbunden. Deswegen bediene ich mich auch des einigen Mittels, das gewissermaßen in meinem Vermögen ist, meine Dankbarkeit für das gnädige Zutrauen zu bezeigen, womit Ew. Exzellenz mich beehren, als könnte ich zu dieser Absicht etwas beitragen.
Wen das spekulative Leben vergnügt, dem ist, unter mäßigen Wünschen, der Beifall eines aufgeklärten, gültigen Richters eine kräftige Aufmunterung zu Bemühungen, deren Nutzen groß, obzwar entfernt ist, und daher von gemeinen Augen gänzlich verkannt wird.
Einem Solchen und Dessen gnädigem Augenmerke widme ich nun diese Schrift und, Seinem Schutze, alle übrige Angelegenheit meiner literarischen Bestimmung, und bin mit der tiefsten Verehrung
Ew. Exzellenz untertänig gehorsamster Diener
Königsberg den 29sten März 1781
Immanuel Kant.
Die menschliche Vernunft hat das besondere Schicksal in einer Gattung ihrer Erkenntnisse: daß sie durch Fragen belästigt wird, die sie nicht abweisen kann; denn sie sind ihr durch die Natur der Vernunft selbst aufgegeben, die sie aber auch nicht beantworten kann; denn sie übersteigen alles Vermögen der menschlichen Vernunft.
In diese Verlegenheit gerät sie ohne ihre Schuld. Sie fängt von Grundsätzen an, deren Gebrauch im Laufe der Erfahrung unvermeidlich und zugleich durch diese hinreichend bewährt ist. Mit diesem steigt sie (wie es auch ihre Natur mit sich bringt) immer höher, zu entfernteren Bedingungen. Da sie aber gewahr wird, daß auf diese Art ihr Geschäft jederzeit unvollendet bleiben müsse, weil die Fragen niemals aufhören, so sieht sie sich genötigt, zu Grundsätzen ihre Zuflucht zu nehmen, die allen möglichen Erfahrungsgebrauch überschreiten und gleichwohl so unverdächtig scheinen, daß auch die gemeine Menschenvernunft damit im Einverständnisse steht. Dadurch aber stürzt sie sich in Dunkelheit und Widersprüche, aus welchen sie zwar abnehmen kann, daß irgendwo verborgene Irrtümer zum Grunde liegen müssen, die sie aber nicht entdecken kann, weil die Grundsätze, deren die sich bedient, da sie über die Grenze aller Erfahrung hinausgehen, keinen Probierstein der Erfahrung mehr anerkennen. Der Kampfplatz dieser endlosen Streitigkeiten heißt nun Metaphysik.
Es war eine Zeit, in welcher sie die Königin aller Wissenschaften genannt wurde, und wenn man den Willen für die Tat nimmt, so verdiente sie, wegen der vorzüglichen Wichtigkeit ihres Gegenstandes, allerdings diesen Ehrennamen. Jetzt bringt es der Modeton des Zeitalters so mit sich, ihre alle Verachtung zu beweisen und die Matrone klagt, verstoßen und verlassen, wie Hecuba: modo maxima rerum, tot generis natisque potens – nunc trahor exul, inops – Ovid. Metam.
Anfänglich war ihre Herrschaft unter der Verwaltung der Dogmatiker, despotisch. Allein, weil die Gesetzgebung noch die Spur der alten Barbarei an sich hatte, so artete sie durch innere Kriege nach und nach in völlige Anarchie aus und die Skeptiker, eine Art Nomaden, die allen beständigen Anbau des Bodens verabscheuen, zertrennten von Zeit zu Zeit die bürgerliche Vereinigung. Da ihrer aber zum Glück nur wenige waren, so konnten sie nicht hindern, daß jene sie nicht immer aufs neue, obgleich nach keinem unter sich einstimmigen Plane, wieder anzubauen versuchten. In neueren Zeiten schien es zwar einmal, als sollte allen diesen Streitigkeiten durch eine gewisse Physiologie des menschlichen Verstandes (von dem berühmten Locke) ein Ende gemacht und die Rechtmäßigkeit jener Ansprüche völlig entschieden werden; es fand sich aber, daß, obgleich die Geburt jener vorgegebenen Königin aus dem Pöbel der gemeinen Erfahrung abgeleitet wurde und dadurch ihre Anmaßung mit Recht hätte verdächtig werden müssen, dennoch, weil diese Genealogie ihr in der Tat fälschlich angedichtet war, sie ihre Ansprüche noch immer behauptete, wodurch alles wiederum in den veralteten wurmstichigen Dogmatismus und daraus in die Geringschätzung verfiel, daraus man die Wissenschaft hatte ziehen wollen. Jetzt, nachdem alle Wege (wie man sich überredet) vergeblich versucht sind, herrscht Überdruß und gänzlicher Indifferentismus, die Mutter des Chaos und der Nacht, in Wissenschaften, aber doch zugleich der Ursprung, wenigstens das Vorspiel einer nahen Umschaffung und Aufklärung derselben, wenn sie durch übel angebrachten Fleiß dunkel, verwirrt und unbrauchbar geworden.
Es ist nämlich umsonst, Gleichgültigkeit in Ansehung solcher Nachforschungen erkünsteln zu wollen, deren Gegenstand der menschlichen Natur nicht gleichgültig sein kann. Auch fallen jene vorgeblichen Indifferentisten, so sehr sie sich auch durch die Veränderung der Schulsprache in einem populären Tone unkenntlich zu machen gedenken, wofern sie nur überall etwas denken, in metaphysische Behauptungen unvermeidlich zurück, gegen die sie doch so viel Verachtung vorgaben. Indessen ist diese Gleichgültigkeit, die sich mitten in dem Flor aller Wissenschaften ereignet und gerade diejenigen trifft, auf deren Kenntnisse, wenn dergleichen zu haben wären, man unter allen am wenigsten Verzicht tun würde, doch ein Phänomen, das Aufmerksamkeit und Nachsinnen verdient. Sie ist offenbar die Wirkung nicht des Leichtsinns, sondern der gereiften Urteilskraft1 des Zeitalters, welches sich nicht länger durch Scheinwissen hinhalten läßt und eine Aufforderung an die Vernunft, das beschwerlichste aller ihrer Geschäfte, nämlich das der Selbsterkenntnis aufs neue zu übernehmen und einen Gerichtshof einzusetzen, der sie bei ihren gerechten Ansprüchen sichere, dagegen aber alle grundlosen Anmaßungen, nicht durch Machtsprüche, sondern nach ihren ewigen und unwandelbaren Gesetzen, abfertigen könne, und dieser ist kein anderer als die Kritik der reinen Vernunft selbst.
Ich verstehe aber hierunter nicht eine Kritik der Bücher und Systeme, sondern die des Vernunftvermögens überhaupt, in Ansehung aller Erkenntnisse, zu denen sie, unabhängig von aller Erfahrung, streben mag, mithin die Entscheidung der Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer Metaphysik überhaupt und die Bestimmung sowohl der Quellen, als des Umfanges und der Grenzen derselben, alles aber aus Prinzipien.
Diesen Weg, den einzigen, der übrig gelassen war, bin ich nun eingeschlagen und schmeichle mir, auf demselben die Abstellung aller Irrungen angetroffen zu haben, die bisher die Vernunft im erfahrungsfreien Gebrauche mit sich selbst entzweit hatten. Ich bin ihren Fragen nicht dadurch etwa ausgewichen, daß ich mich mit dem Unvermögen der menschlichen Vernunft entschuldigte; sondern ich habe sie nach Prinzipien vollständig spezifiziert und, nachdem ich den Punkt des Mißverstandes der Vernunft mit ihr selbst entdeckt hatte, sie zu ihrer völligen Befriedigung aufgelöst. Zwar ist die Beantwortung jener Fragen gar nicht so ausgefallen, als dogmatisch schwärmende Wißbegierde erwarten mochte; denn die könnte nicht anders als durch Zauberkräfte, darauf ich mich nicht verstehe, befriedigt werden. Allein, das war auch wohl nicht die Absicht der Naturbestimmung unserer Vernunft; und die Pflicht der Philosophie war: das Blendwerk, das aus Mißdeutung entsprang, aufzuheben, sollte auch noch soviel gepriesener und beliebter Wahn dabei zu nichte gehen. In dieser Beschäftigung habe ich Ausführlichkeit mein großes Augenmerk sein lassen und ich erkühne mich zu sagen, daß nicht eine einzige metaphysische Aufgabe sein müsse, die hier nicht aufgelöst, oder zu deren Auflösung nicht wenigstens der Schlüssel dargereicht worden. In der Tat ist auch reine Vernunft eine so vollkommene Einheit: daß, wenn das Prinzip derselben auch nur zu einer einzigen aller der Fragen, die ihr durch ihre eigene Natur aufgegeben sind, unzureichend wäre, man dieses immerhin nur wegwerfen könnte, weil es alsdann auch keiner der übrigen mit völliger Zuverlässigkeit gewachsen sein würde.
Ich glaube, indem ich dieses sage, in dem Gesichte des Lesers einen mit Verachtung gemischten Unwillen über, dem Anscheine nach, so ruhmredige und unbescheidene Ansprüche wahrzunehmen, und gleichwohl sind sie ohne Vergleichung gemäßigter, als die, eines jeden Verfassers des gemeinsten Programms, der darin etwa die einfache Natur der Seele, oder die Notwendigkeit eines ersten Weltanfanges zu beweisen vorgibt. Denn dieser macht sich anheischig, die menschliche Erkenntnis über alle Grenzen möglicher Erfahrung hinaus zu erweitern, wovon ich demütig gestehe: daß dieses mein Vermögen gänzlich übersteige, an dessen Statt ich es lediglich mit der Vernunft selbst und ihrem reinen Denken zu tun habe, nach deren ausführlicher Kenntnis ich nicht weit um mich suchen darf, weil ich sie in mir selbst antreffe und wovon mir auch schon die gemeine Logik ein Beispiel gibt, daß sich alle ihre einfachen Handlungen völlig und systematisch aufzählen lassen; nur daß hier die Frage aufgeworfen wird, wieviel ich mit derselben, wenn mir aller Stoff und Beistand der Erfahrung genommen wird, etwa auszurichten hoffen dürfe.
So viel von der Vollständigkeit in Erreichung eines jeden, und der Ausführlichkeit in Erreichung aller Zwecke zusammen, die nicht ein beliebiger Vorsatz, sondern die Natur der Erkenntnis selbst uns aufgibt, als der Materie unserer kritischen Untersuchung.
Noch sind Gewißheit und Deutlichkeit zwei Stücke, die die Form derselben betreffen, als wesentliche Forderungen anzusehen, die man an den Verfasser, der sich an eine so schlüpfrige Unternehmung wagt, mit Recht tun kann.
Was nun die Gewißheit betrifft, so habe ich mir selbst das Urteil gesprochen: daß es in dieser Art von Betrachtungen auf keine Weise erlaubt sei, zu meinen und daß alles, was darin einer Hypothese nur ähnlich sieht, verbotene Ware sei, die auch nicht für den geringsten Preis feil stehen darf, sondern sobald sie entdeckt wird, beschlagen werden muß. Denn das kündigt eine jede Erkenntnis, die a priori feststehen soll, selbst an, daß sie für schlechthin notwendig gehalten werden will, und eine Bestimmung aller reinen Erkenntnisse a priori noch vielmehr, die das Richtmaß, mithin selbst das Beispiel aller apodiktischen (philosophischen) Gewißheit sein soll. Ob ich nun das, wozu ich mich anheischig mache in diesem Stücke geleistet habe, das bleibt gänzlich dem Urteile des Lesers anheimgestellt, weil es dem Verfasser nur geziemt, Gründe vorzulegen, nicht aber über die Wirkung derselben bei seinen Richtern zu urteilen. Damit aber nicht etwas unschuldigerweise an der Schwächung derselben Ursache sei, so mag es ihm wohl erlaubt sein, diejenigen Stellen, die zu einigem Mißtrauen Anlaß geben könnten, ob sie gleich nur den Nebenzweck angehen, selbst anzumerken, um den Einfluß, den auch nur die mindeste Bedenklichkeit des Lesers in diesem Punkte auf sein Urteil, in Ansehung des Hauptzwecks, haben möchte, beizeiten abzuhalten.
Ich kenne keine Untersuchungen, die zur Ergründung des Vermögens, welches wir Verstand nennen, und zugleich zur Bestimmung der Regeln und Grenzen seines Gebrauchs, wichtiger wären, als die, welche ich in dem zweiten Hauptstücke der transszendentalen Analytik, unter dem Titel der Deduktion der reinen Verstandesbegriffe, angestellt habe; auch haben sie mir die meiste, aber, wie ich hoffe, nicht unvergoltene Mühe, gekostet. Diese Betrachtung, die etwas tief angelegt ist, hat aber zwei Seiten. Die eine bezieht sich auf die Gegenstände des reinen Verstandes, und soll die objektive Gültigkeit seiner Begriffe a priori dartun und begreiflich machen; eben darum ist sie auch wesentlich zu meinen Zwecken gehörig. Die andere geht darauf aus, den reinen Verstand selbst, nach seiner Möglichkeit und den Erkenntniskräften, auf denen er selbst beruht, mithin ihn in subjektiver Beziehung zu betrachten und, obgleich diese Erörterung in Ansehung meiner Hauptzwecks von großer Wichtigkeit ist, so gehört sie doch nicht wesentlich zu demselben; weil die Hauptfrage immer bleibt, was und wie viel kann Verstand und Vernunft, frei von aller Erfahrung, erkennen und nicht, wie ist das Vermögen zu denken selbst möglich? Da das letztere gleichsam eine Aufsuchung der Ursache zu einer gegebenen Wirkung ist, und insofern etwas einer Hypothese Ähnliches an sich hat, (ob es gleich, wie ich bei anderer Gelegenheit zeigen werde, sich in der Tat nicht so verhält), so scheint es, als sei hier der Fall, da ich mir die Erlaubnis nehme, zu meinen, und dem Leser also auch freistehen müsse, anders zu meinen. In Betracht dessen muß ich dem Leser mit der Erinnerung zuvorkommen; daß, im Fall meine subjektive Deduktion nicht die ganze Überzeugung, die ich erwarte, bei ihm gewirkt hätte, doch die objektive, um die es mir hier vornehmlich zu tun ist, ihre ganze Stärke bekomme, wozu allenfalls dasjenige, was Seite 92 bis 93 gesagt wird, allein hinreichend, sein kann.
Was endlich die Deutlichkeit betrifft, so hat der Leser ein Recht, zuerst die diskursive (logische) Deutlichkeit, durch Begriffe, dann aber auch eine intuitive (ästhetische) Deutlichkeit, durch Anschauungen, d. i. Beispiele oder andere Erläuterungen in concreto zu fordern. Für die erste habe ich hinreichend gesorgt. Das betraf das Wesen meines Vorhabens, war aber auch die zufällige Ursache, daß ich der zweiten, obzwar nicht so strengen, aber doch billigen Forderung nicht habe Genüge leisten können. Ich bin fast beständig im Fortgange meiner Arbeit unschlüssig gewesen, wie ich es hiermit halten sollte. Beispiele und Erläuterungen schienen mir immer nötig und flossen daher auch wirklich im ersten Entwurfe an ihren Stellen gehörig ein. Ich sah aber die Größe meiner Aufgabe und die Menge der Gegenstände, womit ich es zu tun haben würde, gar bald ein und, da ich gewahr ward, daß diese ganz allein, im trockenen, bloß scholastischen Vortrage, das Werk schon genug ausdehnen würden, so fand ich es unratsam, es durch Beispiele und Erläuterungen, die nur in populärer Absicht notwendig sind, noch mehr anzuschwellen, zumal diese Arbeit keineswegs dem populären Gebrauche angemessen werden könnte und die eigentlichen Kenner der Wissenschaft diese Erleichterung nicht so nötig haben, ob sie zwar jederzeit angenehm ist, hier aber sogar etwas Zweckwidriges nach sich ziehen konnte. Abt Terrasson sagt zwar: wenn man die Größe eines Buchs nicht nach der Zahl der Blätter, sondern nach der Zeit mißt, die man nötig hat, es zu verstehen, so könne man von manchem Buche sagen: daß es viel kürzer sein würde, wenn es nicht so kurz wäre. Andererseits aber, wenn man auf die Faßlichkeit eines weitläufigen, dennoch aber in einem Prinzip zusammenhängenden Ganzen spekulativer Erkenntnis seine Absicht richtet, könnte man mit eben so gutem Rechte sagen: manches Buch wäre viel deutlicher geworden, wenn es nicht so gar deutlich hätte werden sollen. Denn die Hülfsmittel der Deutlichkeit fehlen zwar in Teilen, zerstreuen aber öfters im Ganzen, indem sie den Leser nicht schnell genug zur Überschauung des Ganzen gelangen lassen und durch alle ihre hellen Farben gleichwohl die Artikulation, oder den Gliederbau des Systems verkleben und unkenntlich machen, auf den es doch, um über die Einheit und Tüchtigkeit desselben urteilen zu können, am meisten ankommt.
Es kann, wie mich dünkt, dem Leser zu nicht geringer Anlockung dienen, seine Bemühung mit der des Verfassers, zu vereinigen, wenn er die Aussicht hat, ein großes und wichtiges Werk, nach dem vorgelegten Entwurfe, ganz und doch dauerhaft zu vollführen. Nun ist Metaphysik, nach den Begriffen, die wir hier davon geben werden, die einzige aller Wissenschaften, die sich eine solche Vollendung und zwar in kurzer Zeit, und mit nur weniger, aber vereinigter Bemühung, versprechen darf, so daß nichts für die Nachkommenschaft übrig bleibt, als in der didaktischen Manier alles nach ihren Absichten einzurichten, ohne darum den Inhalt im mindesten vermehren zu können. Denn es ist nichts als das Inventarium aller unserer Besitze durch reine Vernunft, systematisch geordnet. Es kann uns hier nichts entgehen, weil, was Vernunft gänzlich aus sich selbst hervorbringt, sich nicht verstecken kann, sondern selbst durch Vernunft ans Licht gebracht wird, sobald man nur das gemeinschaftliche Prinzip desselben entdeckt hat. Die vollkommene Einheit dieser Art Erkenntnisse, und zwar aus lauter reinen Begriffen, ohne daß irgend etwas von Erfahrung, oder auch nur besondere Anschauung, die zur bestimmten Erfahrung leiten sollte, auf sie einigen Einfluß haben kann, sie zu erweitern und zu vermehren, machen diese unbedingte Vollständigkeit nicht allein tunlich, sondern auch notwendig. Tecum habita et noris, quam sit tibi curta supellex. Persius.
Ein solches System der reinen (spekulativen) Vernunft hoffe ich unter dem Titel: Metaphysik der Natur, selbst zu liefern, welches, bei noch nicht der Hälfte der Weitläufigkeit, dennoch ungleich reicheren Inhalt haben soll, als hier die Kritik, die zuvörderst die Qellen und Bedingungen ihrer Möglichkeit darlegen mußte, und einen ganz verwachsenen Boden zu reinigen und zu ebnen nötig hatte. Hier erwarte ich an meinem Leser die Geduld und Unparteilichkeit eines Richters, dort aber die Willfähigkeit und den Beistand eines Mithelfers; denn, so vollständig auch alle Prinzipien zu dem System in der Kritik vorgetragen sind, so gehört zur Ausführlichkeit des Systems selbst doch noch, daß es auch an keinen abgeleiteten Begriffen mangle, die man a priori nicht in Überschlag bringen kann, sondern die nach und nach aufgesucht werden müssen, imgleichen, da dort die ganze Synthesis der Begriffe erschöpft wurde, so wird überdem hier gefordert, daß eben dasselbe auch in Ansehung der Analysis geschehe, welches alles leicht und mehr Unterhaltung als Arbeit ist.
Ich habe nur noch einiges in Ansehung des Drucks anzumerken. Da der Anfang desselben etwas verspätet war, so konnte ich nur etwa die Hälfte der Aushängebogen zu sehen bekommen, in denen ich zwar einige, den Sinn aber nicht verwirrende Druckfehler antreffe, außer demjenigen, der S. 379, Zeile 4 von unten vorkommt, da spezifisch anstatt skeptisch gelesen werden muß. Die Antinomie der reinen Vernunft, von Seite 425 bis 461, ist so, nach Art einer Tafel, angestellt, daß alles, was zur Thesis gehört, auf der linken, was aber zur Antithesis gehört, auf der rechten Seite immer fortläuft, welches ich darum so anordnete, damit Satz und Gegensatz desto leichter miteinander verglichen werden könnte.
1 Man hört hin und wieder Klagen über Seichtigkeit der Denkungsart unserer Zeit und den Verfall gründlicher Wissenschaft. Allein ich sehe nicht, daß die, deren Grund gut gelegt ist, als Mathematik, Naturlehre usw. diesen Vorwurf im mindesten verdienen, sondern vielmehr den alten Ruhm der Gründlichkeit behaupten, in der letzteren aber sogar übertreffen. Eben derselbe Geist würde sich nun auch in anderen Arten von Erkenntnis wirksam beweisen, wäre nur allererst für die Berichtigung ihrer Prinzipien gesorgt worden. In Ermanglung derselben sind Gleichgültigkeit und Zweifel und endlich, strenge Kritik, vielmehr Beweise einer gründlichen Denkungsart. Unser Zeitalter ist das eigentliche Zeitalter der Kritik, der sich alles unterwerfen muß. Religion, durch ihre Heiligkeit, und Gesetzgebung durch ihre Majestät, wollen sich gemeiniglich derselben entziehen. Aber alsdann erregen sie gerechten Verdacht wider sich und können auf unverstellte Achtung nicht Anspruch machen, die die Vernunft nur demjenigen bewilligt, was ihre freie und öffentliche Prüfung hat aushalten können.
Erfahrung ist ohne Zweifel das erste Produkt, welches unser Verstand hervorbringt, indem er den rohen Stoff sinnlicher Empfindungen bearbeitet. Sie ist eben dadurch die erste Belehrung und im Fortgange so unerschöpflich an neuem Unterricht, daß das zusammengekettete Leben aller künftigen Zeugungen an neuen Kenntnissen, die auf diesem Boden gesammelt werden können, niemals Mangel haben wird. Gleichwohl ist sie bei weitem nicht das einzige Feld, darin sich unser Verstand einschränken läßt. Sie sagt uns zwar, was da sei, aber nicht, daß es notwendigerweise, so und nicht anders, sein müsse. Eben darum gibt sie uns auch keine wahre Allgemeinheit, und die Vernunft, welche nach dieser Art von Erkenntnissen so begierig ist, wird durch sie mehr gereizt, als befriedigt. Solche allgemeine Erkenntnisse nun, die zugleich den Charakter der innern Notwendigkeit haben, müssen, von der Erfahrung unabhängig, vor sich selbst klar und gewiß sein; man nennt sie daher Erkenntnisse a priori: da im Gegenteil das, was lediglich von der Erfahrung erborgt ist, wie man sich ausdrückt, nur a posteriori, oder empirisch erkannt wird.
Nun zeigt es sich, welches überaus merkwürdig ist, daß selbst unter unsere Erfahrungen sich Erkenntnisse mengen, die ihren Ursprung a priori haben müssen und die vielleicht nur dazu dienen, um unsern Vorstellungen der Sinne Zusammenhang zu verschaffen. Denn wenn man aus den ersteren auch alles wegschafft, was den Sinnen angehört, so bleiben dennoch gewisse ursprüngliche Begriffe und aus ihnen erzeugte Urteile übrig, die gänzlich a priori, unabhängig von der Erfahrung entstanden sein müssen, weil sie machen, daß man von den Gegenständen, die den Sinnen erscheinen, mehr sagen kann, wenigstens es sagen zu können glaubt, als bloße Erfahrung lehren würde, und daß Behauptungen wahre Allgemeinheit und strenge Notwendigkeit enthalten, dergleichen die bloß empirische Erkenntnis nicht liefern kann.
Was aber noch weit mehr sagen will ist dieses, daß gewisse Erkenntnisse sogar das Feld aller möglichen Erfahrungen verlassen, und durch Begriffe, denen überall kein entsprechender Gegenstand in der Erfahrung gegeben werden kann, den Umfang unserer Urteile über alle Grenzen derselben zu erweitern den Anschein haben.
Und gerade in diesen letzteren Erkenntnissen, welche über die Sinnenwelt hinausgehen, wo Erfahrung gar keinen Leitfaden noch Berichtigung geben kann, liegen die Nachforschungen unserer Vernunft die wir der Wichtigkeit nach für weit vorzüglicher, und ihre Endabsicht für viel erhabener halten, als alles, was der Verstand im Felde der Erscheinungen lernen kann, wobei wir, sogar auf die Gefahr zu irren, eher alles wagen, als daß wir so angelegene Untersuchungen aus irgendeinem Grunde der Bedenklichkeit, oder aus Geringschätzung und Gleichgültigkeit aufgeben sollten.
Nun scheint es zwar natürlich, daß, sobald man den Boden der Erfahrung verlassen hat, man doch nicht mit Erkenntnissen, die man besitzt, ohne zu wissen woher, und auf den Kredit der Grundsätze, deren Ursprung man nicht kennt, sofort ein Gebäude errichten werde, ohne der Grundlegung desselben durch sorgfältige Untersuchungen vorher versichert zu sein, daß man also die Frage vorlängst werde aufgeworfen haben, wie denn der Verstand zu allen diesen Erkenntnissen a priori kommen könne, und welchen Umfang, Gültigkeit und Wert sie haben mögen. In der Tat ist auch nichts natürlicher, wenn man unter diesem Wort das versteht, was billiger- und vernünftigerweise geschehen sollte; versteht man aber darunter das, was gewöhnlichermaßen geschieht, so ist hinwiederum nichts natürlicher und begreiflicher, als daß diese Untersuchung lange Zeit unterbleiben mußte. Denn ein Teil dieser Erkenntnisse, die mathematischen, ist im alten Besitze der Zuverlässigkeit, und gibt dadurch eine günstige Erwartung auch für andere, ob diese gleich von ganz verschiedener Natur sein mögen. Überdem, wenn man über den Kreis der Erfahrung hinaus ist, so ist man sicher, durch Erfahrung nicht widersprochen zu werden. Der Reiz, seine Erkenntnisse zu erweitern, ist so groß, daß man nur durch einen klaren Widerspruch, auf den man stößt, in seinem Fortschritte aufgehalten werden kann. Dieser aber kann vermieden werden, wenn man seine Erdichtungen behutsam macht, ohne daß sie deswegen weniger Erdichtungen bleiben. Die Mathematik gibt uns ein glänzendes Beispiel, wie weit wir es unabhängig von der Erfahrung in der Erkenntnis a priori bringen können. Nun beschäftigt sie sich zwar mit Gegenständen und Erkenntnissen, bloß so weit als sich solche in der Anschauung darstellen lassen. Aber dieser Umstand wird leicht übersehen, weil gedachte Anschauung selbst a priori gegeben werden kann, mithin von einem bloßen reinen Begriff kaum unterschieden wird. Durch einen solchen Beweis von der Macht der Vernunft aufgemuntert, sieht der Trieb zur Erweiterung keine Grenzen. Die leichte Taube, indem sie im freien Fluge die Luft teilt, deren Widerstand sie fühlt, könnte die Vorstellung fassen, daß es ihr im luftleeren Raum noch viel besser gelingen werde. Ebenso verließ Plato die Sinnenwelt, weil sie dem Verstande so vielfältige Hindernisse legt, und wagte sich jenseit derselben auf den Flügeln der Ideen, in den leeren Raum des reinen Verstandes. Er bemerkte nicht, daß er durch seine Bemühungen keinen Weg gewönne, denn er hatte keinen Widerhalt, gleichsam zur Unterlage, worauf er sich steifen, und woran er seine Kräfte anwenden konnte, um den Verstand von der Stelle zu bringen. Es ist aber ein gewöhnliches Schicksal der menschlichen Vernunft in der Spekulation ihr Gebäude so früh, wie möglich, fertigzumachen, und hintennach allererst zu untersuchen, ob auch der Grund dazu gut gelegt sei. Alsdann aber werden allerlei Beschönigungen herbeigesucht, um uns wegen dessen Tüchtigkeit zu trösten, oder eine solche späte und gefährliche Prüfung abzuweisen. Was uns aber während dem Bauen von aller Besorgnis und Verdacht freihält, und mit scheinbarer Gründlichkeit schmeichelt, ist dieses. Ein großer Teil, und vielleicht der größte, von dem Geschäfte unserer Vernunft besteht in Zergliederungen der Begriffe, die wir schon von Gegenständen haben. Dieses liefert uns eine Menge von Erkenntnissen, die, ob sie gleich nichts weiter als Aufklärungen oder Erläuterungen desjenigen sind, was in unsern Begriffen, (wiewohl noch auf verworrene Art) schon gedacht worden, doch wenigstens der Form nach neuen Einsichten gleich geschätzt werden, wiewohl sie der Materie oder dem Inhalte nach die Begriffe, die wir haben, nicht erweitern, sondern nur auseinander setzen. Da dieses Verfahren nun eine wirkliche Erkenntnis a priori gibt, die einen sichern und nützlichen Fortgang hat, so erschleicht die Vernunft, ohne es selbst zu merken, unter dieser Vorspiegelung Behauptungen von ganz anderer Art, wo die Vernunft zu gegebenen Begriffen a priori ganz fremde hinzutut, ohne daß man weiß, wie sie dazu gelangen und ohne sich diese Frage auch nur in die Gedanken kommen zu lassen. Ich will daher gleich anfangs von dem Unterschiede dieser zweifachen Erkenntnisart handeln.
In allen Urteilen, worinnen das Verhältnis eines Subjekts zum Prädikat gedacht wird, (wenn ich nur die bejahenden erwäge: denn auf die verneinenden ist die Anwendung leicht) ist dieses Verhältnis auf zweierlei Art möglich. Entweder das Prädikat B gehört zum Subjekt A als etwas, was in diesem Begriffe A (versteckterweise) enthalten ist; oder B liegt ganz außer dem Begriff A, ob es zwar mit demselben in Verknüpfung steht. Im ersten Fall nenne ich das Urteil analytisch, im andern synthetisch. Analytische Urteile (die bejahenden) sind also diejenigen, in welchen die Verknüpfung des Prädikats mit dem Subjekt durch Identität, diejenigen aber, in denen diese Verknüpfung ohne Identität gedacht wird, sollen synthetische Urteile heißen. Die ersteren könnte man auch Erläuterungs-, die anderen Erweiterungs-Urteile heißen, weil jene durch das Prädikat nichts zum Begriff des Subjekts hinzutun, sondern diesen nur durch Zergliederung in seine Teilbegriffe zerfällen, die in selbigen schon, (obschon verworren) gedacht waren: dahingegen die letzteren zu dem Begriffe des Subjekts ein Prädikat hinzutun, welches in jenem gar nicht gedacht war, und durch keine Zergliederung desselben hätte können herausgezogen werden, z. B. wenn ich sage: alle Körper sind ausgedehnt, so ist dies ein analytisch Urteil. Denn ich darf nicht aus dem Begriffe, den ich mit dem Wort Körper verbinde, hinausgehen, um die Ausdehnung als mit demselben verknüpft zu finden, sondern jenen Begriff nur zergliedern, d. i. des Mannigfaltigen, welches ich jederzeit in ihm denke, nur bewußt werden, um dieses Prädikat darin anzutreffen; es ist also ein analytisches Urteil. Dagegen, wenn ich sage: alle Körper sind schwer, so ist das Prädikat etwas ganz anderes, als das, was ich in dem bloßen Begriff eines Körpers überhaupt denke. Die Hinzufügung eines solchen Prädikats gibt also ein synthetisch Urteil.
Nun ist hieraus klar: 1. daß durch analytische Urteile unsere Erkenntnis gar nicht erweitert werde, sondern der Begriff, den ich schon habe, auseinandergesetzt, und mir selbst verständlich gemacht werde; 2. daß bei synthetischen Urteilen ich außer dem Begriffe des Subjekts noch etwas anderes (X) haben müsse, worauf sich der Verstand stützt, um ein Prädikat, das in jenem Begriffe nicht liegt, doch als dazu gehörig zu erkennen.
Bei empirischen oder Erfahrungsurteilen hat es hiermit gar keine Schwierigkeit. Denn dieses X ist die vollständige Erfahrung von dem Gegenstande, den ich durch einen Begriff A denke, welcher nur einen Teil dieser Erfahrung ausmacht. Denn ob ich schon in dem Begriff eines Körpers überhaupt das Prädikat der Schwere gar nicht einschließe, so bezeichnet er doch die vollständige Erfahrung durch einen Teil derselben, zu welchem also ich noch andere Teile eben derselben Erfahrung, als zu dem ersteren gehörig, hinzufügen kann. Ich kann den Begriff des Körpers vorher analytisch durch die Merkmale der Ausdehnung, der Undurchdringlichkeit, der Gestalt usw., die alle in diesem Begriff gedacht werden, erkennen. Nun erweitere ich aber meine Erkenntnis, und, indem ich auf die Erfahrung zurücksehe, von welcher ich diesen Begriff des Körpers abgezogen hatte, so finde ich mit obigen Merkmalen auch die Schwere jederzeit verknüpft. Es ist also die Erfahrung jenes X, was außer dem Begriffe A liegt, und worauf sich die Möglichkeit der Synthesis des Prädikats der Schwere B mit dem Begriffe A gründet.
Aber bei synthetischen Urteilen a priori fehlt dieses Hilfsmittel ganz und gar. Wenn ich außer dem Begriffe A hinausgehen soll, um einen andern B, als damit verbunden zu erkennen, was ist das, worauf ich mich stütze, und wodurch die Synthesis möglich wird, da ich hier den Vorteil nicht habe, mich im Felde der Erfahrung danach umzusehen? Man nehme den Satz: Alles, was geschieht, hat seine Ursache. In dem Begriff von etwas, das geschieht, denke ich zwar ein Dasein, vor welchem eine Zeit vorhergeht usw. und daraus lassen sich analytische Urteile ziehen. Aber der Begriff einer Ursache zeigt etwas von dem, was geschieht, Verschiedenes an, und ist in dieser letzteren Vorstellung gar nicht mit enthalten. Wie komme ich denn dazu, von dem, was überhaupt geschieht, etwas davon ganz Verschiedenes zu sagen, und den Begriff der Ursachen, obzwar in jenen nicht enthalten, dennoch, als dazu gehörig, zu erkennen. Was ist hier das X, worauf sich der Verstand stützt, wenn er außer dem Begriff von A ein demselben fremdes Prädikat aufzufinden glaubt, das gleichwohl damit verknüpft sei. Erfahrung kann es nicht sein, weil der angeführte Grundsatz nicht allein mit größerer Allgemeinheit, als die Erfahrung verschaffen kann, sondern auch mit dem Ausdruck der Notwendigkeit, mithin gänzlich a priori und aus bloßen Begriffen diese zweite Vorstellungen zu der ersteren hinzufügt. Nun beruht auf solchen synthetischen d. i. Erweiterungs-Grundsätzen die ganze Endabsicht unserer spekulativen Erkenntnis a priori; denn die analytischen sind zwar höchst wichtig und nötig, aber nur um zu derjenigen Deutlichkeit der Begriffe zu gelangen, die zu einer sicheren und ausgebreiteten Synthesis, als zu einem wirklich neuen Anbau, erforderlich ist.
Es liegt also hier ein gewisses Geheimnis verborgen1, dessen Aufschluß allein den Fortschritt in dem grenzenlosen Felde der reinen Verstandeserkenntnis sicher und zuverlässig machen kann: nämlich mit gehöriger Allgemeinheit den Grund der Möglichkeit synthetischer Urteile a priori aufzudecken, die Bedingungen, die eine jede Art derselben möglich machen, einzusehen, und diese ganze Erkenntnis (die ihre eigene Gattung ausmacht) in einem System nach ihren ursprünglichen Quellen, Abteilungen, Umfang und Grenzen, nicht durch einen flüchtigen Umkreis zu bezeichnen, sondern vollständig und zu jedem Gebrauch hinreichend zu bestimmen. Soviel vorläufig von dem Eigentümlichen, was die synthetischen Urteile an sich haben.
