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Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. Patricia Vandenberg ist die Begründerin von "Dr. Norden", der erfolgreichsten Arztromanserie deutscher Sprache, von "Dr. Laurin", "Sophienlust" und "Im Sonnenwinkel". Ohne ihre Pionierarbeit wäre der Roman nicht das geworden, was er heute ist. »In der Steinzeit sind die Männer noch kilometerweit durch strömenden Regen gelaufen, haben unter Einsatz ihres Lebens ein Wildschwein erlegt und es an den Ohren nach Hause geschleift, damit ihre Frauen leckeren, saftigen Wildschweinbraten und ein schickes Fellkleid bekamen.« Mit geschlossenen Augen lag Tatjana Bohde im Bett und murmelte diese Worte wie zu sich selbst vor sich hin. Doch ihr Freund Danny Norden, der neben ihr lag, wusste genau, dass ihre Bemerkung auf ihn abzielte. »Ein Glück, dass wir uns inzwischen weiterentwickelt haben und in der Neuzeit angekommen sind«, seufzte er genüsslich und lauschte auf die Regentropfen, die ans Fenster prasselten. »Dabei würde es mir vollkommen genügen, wenn mein Jäger mir ein paar knusprige Brötchen bei Frau Bärwald besorgen würde. Oder diese mürben Nusshörnchen mit der dicken Zuckerglasur. Besonders lecker sind auch die saftigen Rosinenschnecken. Aber darauf hoffe ich wahrscheinlich vergeblich«, appellierte Tatjana an sein Vorstellungsvermögen. Es war ein trüber Mittwochmorgen. Fast ohne Unterbrechung fiel seit Tagen der Regen wie aus Kübeln von einem tristen Himmel und machte alles andere als Lust darauf, vor die Tür zu gehen. »Bestimmt ist die Pfütze vor dem Haus inzwischen schon so tief, dass ich durchschwimmen muss«, versuchte Danny, das Verständnis seiner Freundin zu wecken. »Das ist in der Tat ein schlagendes Argument«, räumte sie zu seiner großen Überraschung ein. »Wär schade um deine schönen, neuen Wildlederschuhe.« Das war zu viel des Guten. Trotz ihrer geschickten Drehbewegung gelang es Tatjana nicht mehr, sich in Sicherheit zu bringen. Danny stürzte sich auf sie und kitzelte sie, bis sie keine Luft mehr bekam.
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Seitenzahl: 108
Veröffentlichungsjahr: 2024
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»In der Steinzeit sind die Männer noch kilometerweit durch strömenden Regen gelaufen, haben unter Einsatz ihres Lebens ein Wildschwein erlegt und es an den Ohren nach Hause geschleift, damit ihre Frauen leckeren, saftigen Wildschweinbraten und ein schickes Fellkleid bekamen.« Mit geschlossenen Augen lag Tatjana Bohde im Bett und murmelte diese Worte wie zu sich selbst vor sich hin. Doch ihr Freund Danny Norden, der neben ihr lag, wusste genau, dass ihre Bemerkung auf ihn abzielte.
»Ein Glück, dass wir uns inzwischen weiterentwickelt haben und in der Neuzeit angekommen sind«, seufzte er genüsslich und lauschte auf die Regentropfen, die ans Fenster prasselten.
»Dabei würde es mir vollkommen genügen, wenn mein Jäger mir ein paar knusprige Brötchen bei Frau Bärwald besorgen würde. Oder diese mürben Nusshörnchen mit der dicken Zuckerglasur. Besonders lecker sind auch die saftigen Rosinenschnecken. Aber darauf hoffe ich wahrscheinlich vergeblich«, appellierte Tatjana an sein Vorstellungsvermögen.
Es war ein trüber Mittwochmorgen. Fast ohne Unterbrechung fiel seit Tagen der Regen wie aus Kübeln von einem tristen Himmel und machte alles andere als Lust darauf, vor die Tür zu gehen.
»Bestimmt ist die Pfütze vor dem Haus inzwischen schon so tief, dass ich durchschwimmen muss«, versuchte Danny, das Verständnis seiner Freundin zu wecken.
»Das ist in der Tat ein schlagendes Argument«, räumte sie zu seiner großen Überraschung ein. »Wär schade um deine schönen, neuen Wildlederschuhe.« Das war zu viel des Guten. Trotz ihrer geschickten Drehbewegung gelang es Tatjana nicht mehr, sich in Sicherheit zu bringen. Danny stürzte sich auf sie und kitzelte sie, bis sie keine Luft mehr bekam.
»Gnade! Ich flehe um Gnade!«, bettelte sie schließlich kichernd.
Danny hielt inne. Er saß über ihr und stützte sich auf ihre Arme, sodass sie sich nicht bewegen konnte. Kritisch musterte er ihr Gesicht und gab sich die größte Mühe, sein Begehren vor ihr zu verstecken.
»Also, gegen einen Kuss könnte ich mir vorstellen, Gnade vor Recht ergehen zu lassen.«
»Das ist Erpressung«, beschwerte sich Tatjana und zappelte unter seinem festen Griff.
»Tja, mein liebes Kind. So ist das nun mal im Leben.«
»Vielen Dank für den Hinweis. Dann werde ich dich das nächste Mal, wenn ich Hunger habe, auch erpressen«, bemerkte Tatjana schelmisch lächelnd und wollte ihm seinen Wunsch erfüllen, als es an der Tür klingelte. Danny, atemlos vor Lachen, ließ von seiner Freundin ab.
»Vielleicht hat der Himmel dein Flehen erhört und den Brötchenservice geschickt«, mutmaßte er und stand auf. Schnell schlüpfte er in T-Shirt und Hose und verließ barfuß das Schlafzimmer, um nachzusehen, wer um diese Uhrzeit Einlass begehrte.
Tatjana nutzte die Gelegenheit, um sich die Lachtränen abzuwischen und ebenfalls aufzustehen. Sie war im Bad, als sich Danny ein paar Minuten später wieder zu ihr gesellte. Sichtlich verwundert starrte er auf das Päckchen in seinen Händen.
»Was ist denn das?« Neugierig nahm Tatjana die verschnürte Schachtel ins Visier.
»Ich habe keine Ahnung«, gestand Danny. »Steht auch kein Absender drauf.«
»Dann mach es auf. Vielleicht sind ja wirklich Brötchen drin«, tat sie scherzhaft ihre Hoffnung kund.
Danny schüttelte das Paket. Es klapperte verdächtig.
»Wenn, dann sind sie steinhart.«
»Oh, schade«, seufzte Tatjana. »Dann also doch das Brot vom Vortag.« Doch ihre Neugier siegte schnell über die Enttäuschung. »Jetzt mach schon auf. Schließlich haben wir nicht den ganzen Tag Zeit.«
Diese Bemerkung war berechtigt. Danny riss das Klebeband vom Karton und öffnete den Deckel.
»Und? Was ist es?« Neugierig reckte Tatjana den Kopf mit den blonden, streichholzkurzen Haaren.
Ungläubig starrte Danny auf die mit Luftpolsterfolie ausgestopfte Kiste. Fast sofort stiegen Bilder der Erinnerung in ihm auf, und sein Herz schlug schneller.
»Ein Backgammonspiel! Das darf ja wohl nicht wahr sein! Mit diesem Spiel hab ich Stunden meiner Studentenzeit verbracht.« Fast zärtlich griff er nach dem schön gestalteten zusammengeklappten Holzbrett, in dessen Innerem die Spielfiguren aufbewahrt wurden.
»Ach, deshalb hat dein Studium so lange gedauert!« Wie fast immer konnte sich Tatjana auch diesmal einen frechen Kommentar nicht verkneifen.
Doch Danny war so begeistert, dass er gar nicht darauf einging.
»Ich kann mich noch gut dran erinnern, wie ich mit meinem Kumpel tagelang in unserem Stammcafé gesessen und eine Partie nach der anderen gespielt habe.« Er legte den Zeigefinger ans Kinn und dachte nach. »Jonathan hieß er. Jonathan Amberg.«
»Jonathan Amberg?«, hakte Tatjana verdutzt nach. Sie hatte sich wieder ihrem Spiegelbild zugewandt und cremte sich sorgfältig das hübsche Gesicht ein. »Von dem hast du mir ja noch nie was erzählt.«
Nachdenklich strich Danny über die Intarsien auf dem Holzbrett.
»Ehrlich gesagt hatte ich ihn völlig vergessen. Nachdem er zum dritten Mal durch das Physikum gefallen war, war für ihn das Abenteuer Medizinstudium zu Ende.«
»Ihr habt keinen Kontakt gehalten?« Während sie die Tube zuschraubte, sah Tatjana ihren Freund fragend an. So ein Verhalten sah ihrem empathischen Freund gar nicht ähnlich.
»Natürlich haben wir uns lebenslange Treue geschworen«, erwiderte Danny verlegen lächelnd. »Aber wie es halt so ist, wurde der Kontakt immer weniger, bis er schließlich ganz abgerissen ist. Unsere Leben haben sich einfach zu unterschiedlich entwickelt. Irgendwann hatten wir uns nichts mehr zu sagen.«
»Hast du eine Ahnung, was aus ihm geworden ist?«
Über diese Frage musste Danny einen Moment nachdenken.
»Soweit ich weiß, hat er damals auf einem Schrottplatz gejobbt. Damit wollte er die Zeit bis zum nächsten Semesteranfang überbrücken und ein bisschen Geld verdienen. Aus ein paar Monaten wurde ein Jahr, dann eineinhalb und schließlich zwei. Mehr weiß ich nicht. Ich hab keine Ahnung, was aus ihm geworden ist.«
Inzwischen war Tatjana mit ihren Vorbereitungen für den Tag fertig und im Begriff, das Bad zu verlassen.
»Und von wem kommt jetzt dieses Spiel?«, wechselte sie das Thema.
Danny stellte das Holzbrett zur Seite und durchsuchte die Schachtel nach einem Hinweis auf den Absender. Vergeblich.
»Keine Ahnung.« Ratlos zuckte er mit den Schultern. »Kannst du eigentlich Backgammon?« Diese Frage war durchaus berechtigt.
Durch einen Unfall hatte seine Freundin vor Jahren das Augenlicht verloren. Nur ihrer Bekanntschaft mit Danny und seinem Einsatz hatte sie es zu verdanken, dass sie durch eine Operation wieder halbwegs gut sehen konnte.
»Stell dir vor: Es gibt Backgammon für Blinde«, beantwortete sie seine Frage mit einem vielsagenden Lächeln. »Wenn du dich traust, können wir uns heute Abend ein Duell liefern.«
»Pfft, was soll denn das heißen? Wenn ich mich traue? Aber vielleicht hast du ja Angst vor einer kapitalen Niederlage.« Obwohl Danny Übles schwante, konnte er sich diesen überheblichen Kommentar nicht verkneifen. »Du solltest dir das gut überlegen. Schließlich verlierst du so ungern.«
»Mach dir mal um mich keine Sorgen. Wir lassen es einfach auf einen Versuch ankommen!« Tatjanas Grinsen war kämpferisch. Danny kannte seine Freundin gut genug, um zu wissen, was das bedeutete. Jetzt konnte er nur noch hoffen und beten, dass das Glück ein Einsehen mit ihm hatte und ihn wenigstens eine Partie gewinnen ließ. Denn es gab etwas, was er Tatjana nicht gestanden hatte: Gegen Jonathan hatte er fast jedes Spiel verloren.
*
»Nanu, Felix, musst du nicht los?«, erkundigte sich Felicitas Norden überrascht bei ihrem zweitältesten Sohn, der in aller Gemütsruhe und noch in Schlafanzughose ins Esszimmer schlurfte, wo sich der Rest der Familie schon seit einer Weile versammelt hatte.
»Herr Hohlbein ist krank. Ich hab die ganze Woche erst zur dritten Stunde.«
»Du hast ein Leben«, seufzte Daniel und sah auf die Uhr. Höchste Zeit zum Aufbruch. »Soll ich jemanden mitnehmen?«
»Wir kommen mit!«, sagten die Zwillinge Jan und Dési wie aus einem Munde.
»Ich auch!«, erklärte auch Anneka und sprang vom Stuhl auf. Im Stehen leerte sie ihre Tasse, als Fee ihre Tochter verwundert ansah.
»Aber ihr macht doch heute einen Ausflug und trefft euch doch auch erst später.«
»Stimmt, liebste Mami!« Anneka umarmte ihre Mutter und drückte ihr einen schmatzenden Abschiedskuss auf die Wange. »Aber hast du schon mal zum Fenster rausgeschaut?« Dieser Einwand war berechtigt. Noch immer regnete es in Strömen. »Ehrlich gesagt hab ich keine Lust, zur Schule zu schwimmen. Und bis ich an der U-Bahn bin, bin ich klatschnass.«
»Schon mal was von der Erfindung des Regenschirms gehört?«, frotzelte Felix und ließ sich auf den freien Stuhl am Tisch fallen.
Anneka schnitt ihm eine Grimasse.
»Schon mal was von der Instabilität dünner Metallstäbe bei Sturmböen gehört?«, konterte sie und war schon auf dem Weg zur Tür, als seine Stimme sie aufhielt.
»Wenn du endlich etwas mehr Respekt vor deinem älteren Bruder hast und ganz brav bittebitte sagst, lasse ich mich vielleicht erweichen und nehme den beschwerlichen Weg zur Schule schon ein bisschen früher auf mich«, bot er gönnerhaft an. Da Fee und Daniel ihre Autos selbst brauchten, besaß er seit einigen Wochen einen eigenen kleinen Wagen. Beim Kauf hatten die umweltbewussten Eltern auf einen sparsamen Verbrauch geachtet, sodass Felix ohne allzu großes schlechtes Gewissen seine Begeisterung über die neu gewonnene Unabhängigkeit ausleben konnte. Trotz dieses verkleideten, aber durchaus netten Angebots rümpfte Anneka die Nase.
»Wenn ich mich recht erinnere, hast du in den vergangenen drei Wochen drei Beulen in dein Auto gefahren«, erinnerte sie ihren Bruder an die peinlichen Tatsachen.
»Davon war aber nur zwei Mal ich schuld«, ging Felix sofort in Verteidigungshaltung. »Was kann ich denn dafür, wenn die neben die Parklücke so einen blöden Felsen legen, den man weder im Rückspiegel noch in den Seitenspiegeln sehen kann?«
»Und was war mit der Parkuhr? Hast du die auch nicht gesehen?«, mischte sich sein jüngerer Bruder Janni schadenfroh grinsend in das Gespräch ein.
»Da war’s schon fast dunkel, und mich hat ein entgegenkommendes Auto geblendet.«
»Vielleicht liegt’s aber auch daran, dass der Abbau geistiger Fähigkeiten bei dir schon früher einsetzt als bei anderen Leuten«, gab Anneka zu bedenken und machte, dass sie aus dem Esszimmer kam.
»Ich bau bei dir auch gleich was ab!«, rief Felix seiner Schwester erbost nach und schüttelte die Faust hinter ihr.
Beschwichtigend lächelnd legte Fee die Hand auf seine Schulter.
»Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen«, versuchte sie, ihren Sohn zu trösten. »Mal abgesehen davon, dass es ein wirklich netter Zug von dir ist, dass du deine Schwester in die Schule fährst.«
»Ich denk doch gar nicht dran«, knurrte Felix verstimmt und schenkte sich Kaffee ein. »Meinetwegen kann sie mit ihrem Regenschirm hinfliegen«, erinnerte er sich an die Geschichte vom fliegenden Robert aus dem weltbekannten Kinderbuch ›Der Struwwelpeter‹.
»Das meinst du doch nicht wirklich so.« Felicitas ließ sich von dieser Drohung nicht beeindrucken.
»Doch!«, versicherte er. Seine gute Laune war wieder hergestellt, und er konnte sich nur mit Mühe ein Grinsen verkneifen. »Die fliegende Anneka, diese Vorstellung hat doch was.«
»Na ja, wenn ihre langen, blonden Haare hinter ihr her wehen …«, stimmte Janni frech zu und beugte sich zu seiner Mami, um sich zu verabschieden.
Nach Dési nutzte auch Daniel die Gelegenheit zu einem Abschiedskuss. Nur zu gern hätte er noch mit seiner Familie gelacht und gescherzt. Doch allmählich wurde es Zeit zum Aufbruch, wenn die Zwillinge nicht zu spät zur Schule und er zu spät in die Praxis kommen wollten.
»Fahr vorsichtig!«, mahnte er Felix und zwinkerte ihm zu, ehe er sich endgültig auf den Weg machte.
*
»Ich will gar nicht lange stören.« Die junge Frau stürmte kurz vor Ende der Sprechstunde in die Praxis Dr. Norden und machte atemlos am Tresen Halt. »Ich brauche nur ein Attest. Geht auch ganz schnell.«
Die beiden Assistentinnen Wendy und Janine tauschten amüsierte Blicke, denn die Patientin Anne Magnusson wirkte alles andere als krank.
»Einen Augenblick bitte. Dr. Norden hat gleich für Sie Zeit.«
»Der junge oder der Senior?«, fragte Anne hoffnungsvoll. Obwohl es im Grunde egal war, wer ihr ihre Bitte erfüllte, war es doch immer ein Vergnügen, dem gutaussehenden jungen Arzt zu begegnen.
»Tut mir leid, im Augenblick kann ich nur mit dem Senior dienen. Der Junior hat gerade einen Patienten«, erwiderte Janine zu Annes großem Bedauern. »Wenn Sie kurz im Wartezimmer Platz nehmen wollen?«
»Schade, aber na ja. Kann man nichts machen.« Schulterzuckend gab sich die Patientin geschlagen und hatte sich kaum gesetzt, als Daniel sie auch schon zu sich ins Zimmer rief.
»Was fehlt Ihnen denn?«, erkundigte er sich, als Anne ihm gegenüber Platz genommen hatte. Offenbar hatte sie es eilig, denn sie setzte sich nur auf die äußerste Stuhlkante. Sein prüfender Blick ruhte auf ihrem rosigen Gesicht, und insgeheim stellte auch er fest, dass sie alles andere als krank wirkte.
»Eigentlich nur die Bestätigung, dass ich ein Beatmungsgerät brauche«, kam die ebenso erstaunliche wie lapidare Antwort.
»Wozu das denn?«, entfuhr es dem Arzt. »Und vor allen Dingen: Was verstehen Sie denn bitte unter einem Beatmungsgerät?«
»Na ja, so eine elektrische Maschine zur Unterstützung des Atmen.« Anne Magnusson lächelte unschuldig.
»Ein Heimbeatmungsgerät?«, rätselte Daniel weiter, und Annes Augen leuchteten auf.
»Ganz genau!«, rief sie begeistert und wirkte einen Moment so, als wollte sie Daniel um den Hals fallen.
Doch der war noch nicht fertig mit seinen Nachforschungen.
»Und was, bitteschön, wollen Sie mit so einem Gerät? Sie haben doch gar keine Atembeschwerden.«
