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Nun gibt es eine Sonderausgabe – Dr. Norden Extra Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. »Wie findest du mein neues Kleid?« fragte Nina Soltau ihren Mann und drehte sich vor ihm im Kreis, sodass der Rock des gemusterten Seidenchiffonkleides hoch flatterte und ihre schlanken Beine darunter zum Vorschein kamen. David Soltau, der in seine Arbeit vertieft gewesen war, hob den Kopf und musterte seine Frau lächelnd. »Sehr apart, wie alles, was du in die Hand nimmst«, erklärte er mit zärtlicher Stimme. »Ich hatte vor, es auf dem Empfang nächste Woche zu tragen. Meinst du, es ist zu elegant für diesen Anlass?« »Es ist genau das Richtige. Aber wie immer werde ich neben dir verblassen.« »Du willst mir nur wieder ein Kompliment für dein blendendes Aussehen abringen«, lachte Nina gut gelaunt und strich verliebt über den seidig schimmernden Stoff. »Daniel und du, ihr werdet Felicitas und mir an diesem Abend wieder einmal die Schau stehlen.« »Aber vermutlich nur in der Damenwelt, und für die interessieren wir uns ebenso wenig wie ihr euch für andere Männer. Zumindest will ich das hoffen«, erklärte David verschmitzt und schaltete seinen Computer aus. »Was hast du heute noch vor, mein Liebling?« fragte er, nachdem er aufgestanden war und seiner Frau einen Kuss gegeben hatte. Nina dachte einen Augenblick nach. »Ich dachte, ich gehe ein wenig einkaufen. Wir brauchen dringend neues Dekorationsmaterial für Weihnachten.
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Seitenzahl: 120
Veröffentlichungsjahr: 2022
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»Wie findest du mein neues Kleid?« fragte Nina Soltau ihren Mann und drehte sich vor ihm im Kreis, sodass der Rock des gemusterten Seidenchiffonkleides hoch flatterte und ihre schlanken Beine darunter zum Vorschein kamen.
David Soltau, der in seine Arbeit vertieft gewesen war, hob den Kopf und musterte seine Frau lächelnd.
»Sehr apart, wie alles, was du in die Hand nimmst«, erklärte er mit zärtlicher Stimme.
»Ich hatte vor, es auf dem Empfang nächste Woche zu tragen. Meinst du, es ist zu elegant für diesen Anlass?«
»Es ist genau das Richtige. Aber wie immer werde ich neben dir verblassen.«
»Du willst mir nur wieder ein Kompliment für dein blendendes Aussehen abringen«, lachte Nina gut gelaunt und strich verliebt über den seidig schimmernden Stoff. »Daniel und du, ihr werdet Felicitas und mir an diesem Abend wieder einmal die Schau stehlen.«
»Aber vermutlich nur in der Damenwelt, und für die interessieren wir uns ebenso wenig wie ihr euch für andere Männer. Zumindest will ich das hoffen«, erklärte David verschmitzt und schaltete seinen Computer aus. »Was hast du heute noch vor, mein Liebling?« fragte er, nachdem er aufgestanden war und seiner Frau einen Kuss gegeben hatte.
Nina dachte einen Augenblick nach.
»Ich dachte, ich gehe ein wenig einkaufen. Wir brauchen dringend neues Dekorationsmaterial für Weihnachten. Für dieses Jahr schweben mir klassische Farbtöne vor. Kugeln in Rot und Gold, dazu frisches Tannengrün und echte Zapfen«, überlegte sie laut.
»Wenn ich nicht irre, ist eine ganze Schrankwand im Keller randvoll mit Weihnachtsschmuck aller Art«, gab David zu bedenken.
Aber Nina winkte nur verächtlich ab.
»Du weißt doch, dass ich in diesen Dingen Abwechslung schätze«, ließ sie sich vom Einwand ihres Mannes nicht beeindrucken und dachte weiter nach. »Für den Tisch stelle ich mir schmiedeeiserne Leuchter und zu den Kugeln passende Tischdecken vor. Es wird herrlich gemütlich und natürlich wirken«, beendete sie ihre Ausführungen mit Augen, die glänzten wie die eines Kindes.
David musterte sie verliebt.
»Schade, dass du Buchhalterin lernen musstest, statt Innenarchitektur zu studieren. Du hast wahrhaft ein Händchen dafür, aus einem schlichten Haus ein gemütliches Heim zu machen.«
»Unsinn. Ohne deine handwerkliche Leidenschaft hätten wir es hier nur halb so schön«, widersprach Nina vehement und blickte sich in der feudalen, elegant eingerichteten Wohnhalle um. »Wenn ich daran denke, wie viele Stunden Arbeit in diesem Haus stecken.«
»Darüber darfst du nicht nachdenken. Immerhin macht mir das ebenso viel Spaß wie dir die Dekoration und Ausstattung unseres Heims«, beruhigte David sie. Dabei war ihm mehr als bewusst, dass das nicht ganz der Wahrheit entsprach. Um Nina jedoch nicht zu beunruhigen, ließ er sie gerne in dem Glauben, ein begeisterter Heimwerker zu sein. Dass manches aus der Not geboren und gerade in letzter Zeit die finanziellen Mittel nicht ausgereicht hätten, um ihre exklusiven Wünsche von teuren Handwerkern umsetzen zu lassen, wollte er ihr nicht offenbaren. Solange keine Notwendigkeit dazu bestand, die Karten auf den Tisch zu legen, wollte David seine Frau in dem Glauben lassen, genug Geld zu verdienen, um ihren großzügigen Lebensstil mit Leichtigkeit finanzieren zu können.
In seine Gedanken hinein musterte Nina ihren Mann eingehend. Als er es bemerkte, bekam David es beinahe mit der Angst, doch sie hatte anderes als Geld im Sinn.
»Und wie sieht es mit dir aus? Was hast du heute vor?« fragte Nina unbedarft.
David unterdrückte einen erleichterten Seufzer.
»Ich fahre jetzt ins Büro. Anna braucht diverse Unterschriften von mir und wollte einige Dinge mit mir besprechen.«
»Denkst du später an den Weihnachtsbaum?«
»Gut, dass du mich daran erinnerst. Ich hatte nämlich eine besondere Idee. Was hältst du davon, wenn ich die Tanne im Garten kappe und wir die Spitze als Weihnachtsbaum verwenden«, unterbreitete David seiner Frau seinen Vorschlag, den er vor einiger Zeit ausgeheckt hatte. Wohlweislich verschwieg er ihr, dass nichts anderes als Geldmangel der Grund für diese Notlösung war.
Nina war indes begeistert von diesem Gedanken.
»Wie romantisch!« rief sie und klatschte begeistert in die Hände. »Und praktisch noch dazu. Ich wollte schon den Gärtner für nächstes Frühjahr bestellen, damit er diesem Monster den Garaus macht.«
»Siehst du, das ist jetzt nicht mehr nötig. Ich bin gegen fünfzehn Uhr zurück und erledige diese Arbeit«, erklärte David erleichtert darüber, dass Nina keinen Widerstand leistete.
»Wunderbar. Danach serviert uns Christine ein herrliches Abendessen. Ich dachte an Lachs mit frischem Salat und Wildkräutern. Ist dir das recht?«
»Was hältst du zur Abwechslung mal von einer einfachen Brotzeit? Wäre das nicht viel origineller?«
»Alles, was du möchtest, mein Liebling«, willigte Nina bereitwillig ein. David nahm die Frau, die er nach neun gemeinsamen Jahren mehr denn je liebte, in die Arme, küsste sie lange und leidenschaftlich, ehe er sich losmachte und sich verabschiedete. Als er in den Wagen stieg und sich auf den Weg ins Büro machte, hatte Nina ihr Kleid schon gegen einen gut sitzenden Anzug getauscht, mit dem sie sich ihrerseits auf den Weg in die Stadt machte, um ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. Wie immer, wenn sie einkaufen gehen konnte, war sie bester Dinge und freute sich ihres Lebens, das es so gut mit ihr meinte.
*
Mit unzufriedenem Gesichtsausdruck starrte Victoria Bahn in den Spiegel ihres Kleiderschranks. Sie war erst seit fünf Jahren mit Edmund Bahn verheiratet und trotzdem bereits um Jahre gealtert.
Wie Brandmale hatten sich die Kummerfalten um ihre Augen eingegraben und ihre Mundwinkel hingen mürrisch nach unten. Die schmalen Lippen waren farblos wie die Wangen und gaben ihr ein gespenstisches Aussehen, mit dem sie niemals einen anderen Mann finden würde, um ihr Schicksal in eine günstigere Richtung zu lenken. Das wurde Victoria in diesem Augenblick schmerzlich bewusst.
»Wenn ich nur ein Kind hätte«, seufzte sie und wandte sich vom Spiegel ab. »Dann hätte ich wenigstens einen Grund zu lachen. Aber allein mit diesem Mann ist mein Leben freudlos und trist und wird es immer bleiben. Was für ein Glück hat seine Schwester dagegen. Sie hat zwar keinen Mann, dafür aber zwei Söhne. Keine Sekunde würde ich zögern und mit ihr tauschen.«
»Was führst du da schon wieder für Selbstgespräche?« tönte es prompt aus der Küche. Wie jeden Mittag war Edmund zu Hause und ließ sich eine derbe Brotzeit und ein Bier schmecken.
Victoria zögerte einen Moment, ehe sie sich zu ihrem Mann an den Tisch gesellte. Ein ungewöhnlich sanftes Lächeln umspielte auf einmal ihren schmallippigen Mund.
»Ich dachte nur daran, wie schön es wäre, ein Kind zu haben«, versuchte sie wieder einmal ihr Glück und legte zärtlich ihren Arm um seine mächtigen Schultern.
Aber wie erwartet schnaubte Edmund nur verächtlich.
»Jetzt fängst du schon wieder mit dieser Leier an«, knurrte er unfreundlich. »Schreiende Babys sind ein Gräuel für mich, das weißt du genau. Ganz abgesehen von den vollen Windeln und den schlaflosen Nächten. Nein danke, das kann ich nicht gebrauchen.«
»Anja macht mir nicht den Eindruck, als wäre sie unglücklich«, spann Victoria den Gedanken weiter, der ihr in den Sinn gekommen war.
»Oskar und Jakob sind längst aus dem Gröbsten heraus. Außerdem bezweifle ich, dass du mit Anja tauschen möchtest. Die Ärmste ist hoffnungslos überfordert mit den Kindern und der Autowerkstatt, die sie vor ein paar Jahren übernommen hat«, erklärte Edmund und nahm einen Schluck aus dem Glas Bier, das vor ihm stand. »Außerdem ist sie seit geraumer Zeit krank und wird gar nicht mehr gesund.«
Victoria war indes hellhörig geworden.
Listig griff sie seinen Kommentar auf.
»Woher weißt du das?«
»Ich hab’ neulich mit ihr telefoniert. Sie rief an, um mich um Geld zu bitten.«
»Und? Was hast du gesagt?«
»Was soll ich schon gesagt haben? Bin ich eine Bank oder was? Jeder muss sich um sich selbst kümmern. Mir hat auch keiner geholfen, um das zu werden, was ich bin«, erklärte Edmund großspurig und reckte die breite Brust heraus.
Victoria betrachtete ihren Ehemann voll versteckter Abscheu. Wer bist du schon? Ein hässlicher, fetter, egoistischer Schurke! dachte sie insgeheim, ließ sich jedoch nichts anmerken. Wenn sie eines über die Jahre von ihm gelernt hatte, dann war es seine Listigkeit.
»Anja kommt also nicht mehr zurecht«, sinnierte sie daher laut. »Ich finde, wir sollten ihr unter die Arme greifen.«
»Von mir bekommt sie keinen Cent, hast du das nicht verstanden?« knurrte Edmund seine Frau grimmig an.
»Reg dich nicht auf, ich bin ja nicht dumm. Ich dachte daran, dass ich ihr vielleicht die Arbeit mit den Kindern abnehmen könnte«, gab Victoria vorsichtig und lauernd zu bedenken.
Edmund warf ihr einen ungläubigen Blick zu.
»Oskar ist mitten in der Pubertät. Das willst du mir doch hoffentlich nicht zumuten, oder?«
»Ich rede nicht von dem Großen. Der Kleine, Jakob, ist es, an den ich denke. Er ist gerade mal neun Jahre alt und sieht mit seinen blonden Locken aus wie ein Engel. Als wir das letzte Mal zu Besuch waren, hat er sich sogar auf meinen Schoß gesetzt und mir einen Kuss gegeben«, verfiel Victoria unvermittelt in Schwärmerei. Seit dem Besuch bei der Schwägerin war beinahe ein Jahr ins Land gezogen. Doch von der Erinnerung an den süßen Knaben zehrte sie noch immer. »So ein Kind habe ich mir immer gewünscht. Und gegen Jakob könntest du doch nichts einwenden. Er schreit nicht mehr, schläft nachts durch und ist ein süßer, kleiner Junge. Bitte, Edmund, denk wenigstens mal darüber nach. Schließlich willst du mich doch glücklich sehen. Denn nur eine glückliche Ehefrau ist eine gute Ehefrau«, säuselte sie und strich ihm zärtlich über die feiste Wange.
»Was soll denn das schon wieder heißen?« brummte Edmund verstimmt, aber trotzdem geschmeichelt. Selten genug war Victoria zärtlich zu ihm, und er genoss diese vertrauliche Berührung sichtlich. »Willst du mich erpressen?«
»Sagst du nicht selbst immer, dass das halbe Leben Erpressung ist?«
Diesem Argument konnte sich Edmund nicht entziehen.
»Mein schlaues Mädchen«, kam er nicht um ein Lob umhin und war schon halb geschlagen. »Ich weiß doch, warum ich dich geheiratet habe.« Er legte seine Hand in ihren Nacken und zog sie zu sich, um sie herzhaft zu küssen.
Widerwillig ließ Victoria es geschehen. Schon lange wußte sie nicht mehr, warum sie diesen Mann geheiratet hatte. Geld hatte damals eine ausschlaggebende Rolle gespielt. Seit sie jedoch eine gemachte Frau war, wußte sie, dass Reichtum allein nicht der Weisheit letzter Schluss und der Schlüssel zum Glück war.
Doch in diesem Augenblick erschien ein Licht am Ende des Tunnels. Vielleicht ergab doch noch alles einen Sinn und ihr Leben würde in absehbarer Zeit eine ungeahnte, glückliche Wendung nehmen. Diese Hoffnung ließ den Widerstand in ihr dahinschmelzen, und Victoria küsste ihren Mann mit einer Leidenschaft, die er schon lange nicht mehr für möglich gehalten hatte.
*
Dr. Daniel Norden machte einen sichtlich besorgten Eindruck, als er an diesem Mittag aus der Praxis nach Hause kam. Trotzdem bemerkte er die ungewöhnliche Stille, die ihn empfing, als seine Frau ihm die Tür öffnete.
»Nanu, was ist denn hier los? Oder vielmehr, was ist nicht los?« erkundigte er sich, nachdem er Felicitas liebevoll wie immer begrüßt hatte.
»Daran wirst du dich langsam gewöhnen müssen, mein Lieber. Unsere fünf Kinder werden erwachsen, ob wir wollen oder nicht«, gab Fee mit einem traurigen Lächeln zurück. »Danni ist in der Uni, Felix und Anneka haben Nachmittagsunterricht und sind nicht vor sechs Uhr zu Hause.«
»Und die Zwillinge?«
»Die haben heute Nachmittag Weihnachtsfeier in der Schule. Ohne Eltern, wohlgemerkt.«
»Es sieht so aus, als müssten wir langsam aber sicher erwachsen werden, was meinst du, Feelein?« schmunzelte Daniel und ließ sich am Esstisch nieder, der nur für zwei Personen gedeckt war.
Felicitas lachte. Schon war ihre Traurigkeit der Freude darüber gewichen, einmal eine ungestörte Mahlzeit mit ihrem Mann einnehmen zu können.
»Glücklicherweise haben wir stets darauf geachtet, uns nicht aus den Augen zu verlieren. Es wird uns nicht weiter schwerfallen, uns miteinander zu beschäftigen. Was meinst du?«
»Sicherlich nicht«, gab Daniel ihr nur zu gerne recht. »Zumal ich gerade heute froh bin, mit dir alleine sprechen zu können.«
Fee betrachtete ihren Mann aufmerksam. Dabei entging ihr nicht, dass sich sein fröhlicher Gesichtsausdruck eingetrübt hatte.
»Was bedrückt dich, mein Lieber?« fragte sie sofort besorgt nach.
»Nichts, was uns betrifft, mein Engel. Es geht um eine Patientin, die mir zunehmend Sorgen macht. Ich weiß nicht genau, was ihr fehlt und möchte sie zu einer gründlichen Untersuchung in die Behnisch-Klinik einweisen. Doch sie wehrt sich standhaft und behauptet, das sei wegen ihrer beiden Söhne und des Betriebs nicht möglich.«
»Wie alt sind die Kinder? Ist sie alleinerziehend?«
»Die beiden Jungen sind sechzehn und neun Jahre alt. Die drei leben alleine zusammen, und die Mutter hält die Familie mit einem eigenen Betrieb über Wasser. Über den Vater der Kinder verliert Anja Bahn kein einziges Wort. Angesichts ihrer angeschlagenen Gesundheit habe ich mehrmals vorsichtig nachgefragt, aber vergeblich.«
»Und nun weißt du nicht, wie du sie dazu bekommen sollst, in die Klinik zu gehen«, konnte Felicitas den Gedankengang ihres Mannes nachvollziehen. »Es gibt Frauen, die sich Männern nicht anvertrauen können. Meinst du, ich sollte einmal mein Glück versuchen? Vielleicht gelingt es mir, ein paar Informationen von ihr zu bekommen.«
»Gut möglich. Allerdings fehlt mir noch die zündende Idee, wie du unauffällig Kontakt zu ihr knüpfen könntest. Außerdem drängt die Zeit. Frau Bahn ist schon sehr schwach. Ich befürchte das Schlimmste, wenn sie sich nicht bald in der Klinik behandeln läßt«, erklärte Daniel sehr ernst.
Fee erschrak ob der Brisanz des Falls und dachte fieberhaft nach.
»Welcher Art ist denn das Geschäft, das sie betreibt?« erkundigte sie sich schließlich.
»Es ist eine Autoreparaturwerkstätte. Aber dann…«.
»…ist es ja gar nicht so schwer«, vollendete Felicitas den Gedanken ihres Mannes und lächelte zärtlich. Die gemeinsam verbrachten Jahre hatten sie so sehr aneinandergeschweißt, dass selbst ihre Gedanken inzwischen oftmals dieselben Wege gingen.
»Du läßt dir einen Termin geben und verlangst die Geschäftsführerin, wenn du da bist.«
»Über diese Brücke findet sich gewiß eine Gelegenheit, um auf private Themen zu sprechen zu kommen.«
»In deiner unvergleichlichen Art gelingt es dir bestimmt, das Vertrauen von Anja Bahn zu gewinnen«, lächelte Daniel ermutigt und legte seine Hand auf die seiner Frau. Er drückte sie zärtlich. »Wir sind einfach ein unschlagbares Team, mein Feelein. Dieser Gedanke macht mich sehr glücklich.«
