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Jedes Wort ist erfunden. Buchstaben zusammengepresst. Dann Wörter zusammengepresst. So entsteht ein Text. Wir geben Buchstaben, Zeichen, neue Bedeutungen. Was hier zu lesen ist, ist eine Sammlung von Lyrik, Prosa und Dramen. Alles, was der Autor in seinem Chaos von Zetteln gefunden hat. Mehr gibt es nicht zu sagen.
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Seitenzahl: 90
Veröffentlichungsjahr: 2017
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ein vorwort. vorwort ein.
lyrik modern.
gewitter
Mit der Brechstange
Der neue Kohlhaas
s
Aschenputtel
Vincent
was heute ist
Was kann ich sein? – Religiöser Text (?)
Gabionen im Vorgarten
lyrik junge jahre. 2003–2008.
Time
Spring
Schlaf
Der Rapper
Frühling
An Anne
Zum Abschied (am letzten Schultag der Grundschule, 06.07.2007)
Herrn Haack gewidmet
Die Insel
Gabelsuche
Vertretertag
Elefant und Mücke
Ode an den heißgeliebten Platz
Winter
Fortgeschritten. 2009–
Flüssigkeit. Liedtext.
Krieg
Eine weite Reise
Pia und die Nussallee
kurzprosa und ein hoerspiel. gemischte jahre.
Ein Sommerabend
Das Haus im Ahornweg
Unter dem Teppich
Der Löwe und die Blaubeeren
Mein Herz funktioniert elektronisch
drei dramen. 2010–2011.
Die gestorbene Königin
Schrödinger
Der Fremde
Lieber Leser,
die Zeit atmet. Was nun kommt, sind grob sortierte Werke aus meiner eigenen Hand. Es ist bei weitem nicht alles, was ich angefertigt habe, aber viel davon. Manches besser und manches schlechter. Ein Großteil der Gedichte ist zu meiner Grundschulzeit entstanden, eine sehr kreative Periode meines Lebens.
Zwischen meiner unbeholfenen ersten „Theaterinszenierung“, einem grandios missglückten Dschungelbuch in der ersten Klasse bis zu rezenteren Werken, die ich als durchaus herzeigbar erachte, liegt ein langer Prozess der Entwicklung, der sich hin und wieder auch in dieser Sammlung erahnen lässt. Die hier enthaltenen Werke sind bis auf eine Ausnahme nicht mit präzisen Jahreszahlen versehen, aus mehreren Gründen. Erstens, der pragmatischste Grund, dass ich vieles nicht mehr genau zuordnen kann, und zweitens, dass ich das vielleicht auch nicht will. Die Texte sprechen für sich.
Das Herzstück dieses Buches oder besser gesagt mein persönliches Herzstück sind die drei Theaterstücke am Ende. Sie entstanden in der siebten Klasse, wie alt mag ich gewesen sein, 13 vielleicht. Diese drei Dramen sind auf den ersten Blick nicht miteinander verknüpft, zusammen ergeben sie jedoch eine Trilogie, die von mir als „Freitag-Trilogie“ bezeichnet wird. Es wird die Chronologie eines Ortes gezeigt, ohne dass es Zeitangaben gibt.
Diese Textsammlung dient vor allem einem: einen Querschnitt zu zeigen, durch all das, was ich in meinem noch nicht sehr langen Leben verbrochen habe. Zettel, die lose herumflogen, wurden endlich sortiert, alte vergessene Texte tauchten wieder auf, die Arbeit an einigen Fragmenten wurde fortgesetzt.
Nichtsdestotrotz werde ich eines nicht mehr los: das Durcheinander in meinem Kopf.
Lieber Leser, danke.
es gewittert
ein gewitter
am
himmel
es gewittert
weil
es gewittert und
ich bin
ein gewitter
am
himmel
das bist also
du und
ich dachte schon
es würde anders werden
aber
es wurde
nicht anders
komisch ist es
nicht aber
trotzdem das
bist also du
Morgens früh
Schönes Wetter.
Die Sonne scheint.
Wir machen einen Ausflug
In den Freizeitpark
Ich, meine Frau, die Kinder
Setzen uns ins Auto
Eine gute Stunde Fahrt
Wann sind wir da
Brüllen die Kinder
Gleich
Gleich
Da
sagt meine Frau
Da ist die Ausfahrt
Von hinten kommt ein anderer Wagen
Großes Chaos
Ich weiche schnell aus
Jetzt
Stehen fünf Autos an der Kreuzung
Ich würge den Motor ab
Die anderen auch
Man steigt aus
Streit
Ein Mann geht zum Kofferraum
Holt
Eine
Brechstange
Raus
undschlägteinerfraudamitaufdenkopf
Kleist?
Kleister.
Reitet nicht
Fährt Mercedes
Gibt kein Pfand
Nimmt es
Einfacher Mann
Hat sich hochgearbeitet
Versteht nicht
Will nicht verstehen
Schlechte Rechtschreibung
Arbeitet nicht
Lässt arbeiten
Schwarz
Wird nicht betrogen
Betrügt
Brandstiftet nicht
Keine Prophezeiung
Eine Rechnung
Ein frecher Brief
Keine Manieren
Keine Rechtschreibung
„Wir regeln das unter Männer“
Kein König von Polen
Arbeiter von Polen
Gerechtigkeit
Nein
Aufrichtigkeit
Nein
Rebellion
Nein
Ich habe den Türklopfer abmontiert
Überweisen Sie noch heute
Ich überweise nicht
Er ist Michael Kohlhaas
Ich will es sein
Die
Sonne
scheint.
Was
Für
ein
schöner Tag.
Kein Regen.
Sonnenschein.
Oh nein!
Sommergewitter
Eine Mütze
Eine Münze
Eine Pfütze
Lakritze
Brand im Keller
Brand am Herd
Brennende Markise
Die Feuerwehr rückt aus
Ich bin ein Fehlprodukt
Besser, man setzt keine Kinder in die Welt
Nur negative Eigenschaften
Meine Stiefschwestern sind Roboter
Die Stiefmutter ist in der Politik
Vater raucht und liest Zeitung
Der Baum auf Mutters Grab gefällt
Die Tauben mutiert
Ich sortiere Genmais statt Linsen
Die guten ins Töpfchen
Die schlechten ins Kröpfchen
Die Tauben sterben
Kein Kleid
Keine schönen Schuhe
Kommen von oben
Saurer Regen kommt von oben
Auf der Flucht vor den Bulldozern
Den Schuh verloren
Wo ist der schöne Prinz
Ich sehe nur Männer in Anzügen
Man bringt den Schuh zurück
Schmutzig ist er
Blut ist im Schuh
Es ist ein Turnschuh
Er blinkt, wenn man auftritt
Und wenn sie nicht gestorben sind
Aber sie sind gestorben
was gestern war
Kommen Sie rein
Seien Sie ganz leise
Er ist konzentriert
Erschrecken Sie ihn nicht
Er arbeitet gerade
Am Tisch sitzt ein Mann
Den Blick auf die Leinwand gerichtet
Streicht sich Haare aus der Stirn
Arbeitet mit Ölfarben
Dunkel und trüb
Er gibt sein ganzes Geld dafür aus
Ist ganz verrückt nach Malerei
Isst nichts tagelang
Malt aber jede freie Minute
Man hält ihn für verrückt im Dorf
Er schreckt auf
Oh, Besuch
Guten Tag, Vincent
Malen Sie Bauern
Ja, Kartoffelesser
Kommen Sie rein
Sie müssen lauter reden
Hier ist viel los
Tippen Sie ihm auf die Schulter
Er schläft gerade
Ein alter Mann
über den Tisch gebeugt
Alkohol strömt aus seinen Poren
Arbeitet mit Wassermalfarben
Unklar und verwaschen
Er gibt seine ganze Rente dafür aus
Wartet auf Sonderangebote
Geht zur Tafel
Malt jede freie Minute
Man hält ihn für verrückt im Dorf
Er schreckt auf
Oh, Besuch
Guten Tag, Vincent
Malen Sie Touristen
Ja, Frittenesser
Ich kann alles sein
Ich kann ein Star sein
Ich kann aber auch ein Obdachloser sein
Ich kann der Dichter Vergil sein
Ich kann aber auch der Sänger Roger Cicero sein
Ich kann ein orange gestreifter Kater sein
Ich kann Schüler sein
Ich kann Student sein
Ich kann nicht sein
Ich kann böse sein
Ich kann behindert sein
Ich kann gesund sein
Ich kann blau sein
Ich kann ein Kartoffelpuffer sein
Ich kann Atheist sein
Ich kann aber auch gläubig sein
Ich kann Agnostiker sein
Ich kann Zeuge Jehovas sein
Ich kann verliebt sein
Ich kann glücklich sein
Ich kann verträumt sein
Ich kann nervtötend sein
Ich kann faul sein
Ich kann aber auch fleißig sein
Ich kann beliebt sein
Ich kann Skispringer sein
Ich kann aber auch Astronaut sein
Ich kann Rennfahrer sein
Ich kann Spongebob sein
Ich kann ein Außerirdischer sein
Ich kann ein Glühwürmchen sein
Ich kann reich sein
Ich kann Pfarrer sein
Ich kann der Papst sein
Ich kann Pornodarsteller sein
Ich kann Vertreter sein
Ich kann Bundeskanzler sein
Ich kann Schirmherr sein
Ich kann um 383 € ärmer sein
Ich kann Lehrer sein
Ich kann Weihwasserpumpstationservicetechniker sein
Ich kann müde sein
Ich kann genervt von den ganzen Stimmen in meinem Kopf sein
Ich kann gelangweilt sein
Ich kann aufgeregt sein
Ich kann außer Atem sein
Ich kann erwachsen sein
Ich kann alt sein
Ich kann jung sein
Ich kann hässlich sein
Ich kann schön sein
Ich kann ein Sexsymbol sein
Ich kann ein Toaster sein
Ich kann Altenpfleger sein
Ich kann eine Keramikschüssel sein
Ich kann der zweite Loriot sein
Ich kann Effi Briest sein
Ich kann Kassierer an der katholischen Autobahnraststätte Süd sein
Ich kann ein Versager sein
Ich kann ein Held sein
Ich kann alles sein, ich muss mich nur lösen
Es ist aus
wenn du weißt
es stört dich
und was dich stört
sind
die ganzen
gabionen
im vorgarten
das smart-tv
amazon
die bunte mütze
müller milch
dekoration
der luxusurlaub
all inclusive
der perfektionismus
die genauigkeit
du pedant
die ganze
technik
wo ist das herz
wenn
überall technik ist
das vertrauen
in die politik
in die technik
in die welt
in die menschen
und auch
die fernsehsendungen
die selbstinszenierung
das essen
diese ganze einfältigkeit
ich kann sie nicht mehr haben
ich kann sie nicht mehr haben
dieser optimismus
du sagst
das klappt schon
ich weiß
es klappt nicht
ich sag es dir
aber nein
es klappt schon
und dann
kotzt es mich an
und dann
in diesem Moment
kotzt mich alles an
ich war auch mal
idealist
ich war
ich war
ich bin nicht mehr
dieser schreckliche
idealismus
inkonsequenz
anfangs ging es noch
aber so ist es
die zeit
es liegt
an der zeit
dieses selbstmitleid
diese ganze jammerei
ich jammere nicht
ich schweige
es ist diese dummheit
diese engstirnigkeit
du willst
besser sein als ich
wozu
wozu
es ist doch alles katastrophal
du machst mich nach
und dann
diese ganze förmlichkeit
kleinbürgerlichkeit
und ich behalte immer recht
das ist es
das ist
was mich stört
und das ist nicht alles
das ist nur noch streit
du musst immer recht haben
du verstehst nicht
was ich meine
es dreht sich nur
um dich
und um deine
kleinbürgerlichen vorstellungen
du hast
falsche vorstellungen
von der stadt
du kennst sie nicht
was du kritisierst
machst du später selbst
du willst anders sein
bist es aber nicht
und das soll liebe sein
das soll liebe sein
dann lüge ich dich an
um
pause zu machen
dich nicht zu sehen
weil ich es nicht mehr haben kann
weil ich dich nicht mehr haben kann
das ist alles verschwunden
und ich kann schon wieder
nicht schlafen
und ich will es auch gar nicht
als wir
noch kein paar waren
war alles gut
aber jetzt
geht es
bergab
unsere gespräche
waren mal
gehaltvoll
aber sie sind es nicht mehr
sie sind es nicht mehr
es war nicht gut
die zeit
revue passieren zu lassen
es tut nur weh
und heute
heute dreht sich alles nur
im kreis
ich hätte nicht gedacht
dass es so schnell geht
aber
die liebe ist weg
es sind nur noch phrasen da
dieses dumme geschwätz
ich sehne mich nach
der alten zeit
aber ich weiß
das wird nicht mehr
ich bin
kein optimist
aber gerade
fühle ich mich wohl
ich schreibe es mir von der seele
ich brauche das
so geht es nicht weiter
es geht so nicht weiter
aber was mache ich
ich mache nichts
lasse es laufen
und dann
sind da wieder die gabionen
gabionen im vorgarten
gabionen im kopf
There is a time for everything
a time for your mistakes
a time for boxing in the ring
a time for you to brake
There is a time to say goodbye
to everybody here
you will remember, when you cry,
with every single tear
If you love laying on the ground,
there is a time for you.
And if you want to hang around,
you’ll find the right time, too.
Wind is blowing
Flowers grow
