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„Steve ist ein echter Mann, der seine Leser mit einer unglaublichen Taktik für die Förderung von Männern konfrontiert, die somit zum Gewinn wird. Er wird dich ermutigen, die Trainerrolle zu übernehmen und wird dir die Werkzeuge liefern, wie du den Männern in ihrem Wachstum in Christus helfen kannst, die dann wiederum Leiter in ihren Familien, an den Arbeitsplätzen, in der Nachbarschaft und in der Welt sein werden. Pflichtlektüre für jeden Pastor oder Leiter einer Männerarbeit!“ DR. TOM MULLINS
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Seitenzahl: 417
Veröffentlichungsjahr: 2013
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Steve Sonderman
Ein praktischer Leitfaden für die Gemeinde
Edition TAN
Copyright © 1996, 2001 by Steve Sonderman Originally published in English under the title How to Build a Life-Changing Men‘s Ministry by Bethany House, a division of Baker Publishing Group, Grand Rapids, Michigan, 49516, U.S.A. All rights reserved.
Steve SondermanEffektive Männerarbeit Ein praktischer Leitfaden für die Gemeinde
1. Auflage 2013 © 2013 Lichtzeichen Verlag, Lage Edition TAN Übersetzung: Walter Risto Umschlag/Satz: Gerhard Friesen Veröffentlicht durch To All Nations e.V.
ISBN: 9783869549408 Bestell Nr. 548940
E-Book Erstellung: LICHTZEICHEN Medien www.lichtzeichen-medien.com
FÜR COLLEEN
Du bist ein Geschenk von Gott. Ich liebe dich.
„Wenn es um den Aufbau einer Männerarbeit geht, ist Steve Sonderman der Schwergewichtsweltmeister. Wenn du eine Vorlage für die Umsetzung suchst, dann hältst du sie gerade in den Händen.“
STEVE FARRAR Autor von Point Man
„Ich vertraue Steve Sondermans Stimme mehr als allen anderen, die ihre Stimme über die Männerarbeit in der Gemeinde erheben. Obwohl viele gute Stimmen über Männerfragen und Männerarbeit zu hören sind, so gibt es doch wenige, die im Kontext der lokalen Gemeinde von Grund auf ein starkes Umfeld für Männer aufgebaut haben. Hält man sich an die Architektur, die im Effektive Männerarbeit beschrieben ist, dann wird die Männerarbeit viele Leiter für deine Gemeinde hervorbringen. Ich habe die Prinzipien in Saddleback mit erstaunlichen Ergebnissen umgesetzt.“
KENNY LUCK Pastor für Männerarbeit, Saddleback Church; Autor von Risk, Dream, Fight und Every Man Bible Studies; Gründer von Every Man Ministeries
„Steve ist ein echter Mann, der seine Leser mit einer unglaublichen Taktik für die Förderung von Männern konfrontiert, die somit zum Gewinn wird. Er wird dich ermutigen, die Trainerrolle zu übernehmen und wird dir die Werkzeuge liefern, wie du den Männern in ihrem Wachstum in Christus helfen kannst, die dann wiederum Leiter in ihren Familien, an den Arbeitsplätzen, in der Nachbarschaft und in der Welt sein werden. Pflichtlektüre für jeden Pastor oder Leiter einer Männerarbeit!“
DR. TOM MULLINS Co-Pastor, Christ Fellowship
“Steves Buch liefert für die kleine wie auch für die große Gemeinde unschätzbare Einsichten in die vielen Möglichkeiten, wie sie Männer aufbauen und stärken kann. Effektive Männerarbeit ist ein Buch, welches den Puls der Zeit und das Herz Gottes in Einklang bringt.“
DR. JOSEPH M. STOWELL Präsident, Cornerstone University
“Steve Sonderman ist ein Mann Gottes, der Gott kennt und Männer versteht. Da ich ihn seit fast vierzig Jahren kenne, kann ich dir versichern, dass er meint, was er sagt, lebt was er sagt und weiß, wovon er spricht. Genau das brauchen Männer!“
STUART BRISCOE Leitender Pastor, Elmbrook Church
“Jahrelang habe ich nach diesem Buch Ausschau gehalten. Keine Gemeinde darf dieses Buch ignorieren. Kein Theologiestudent sollte absolvieren dürfen, ohne dieses Buch gelesen zu haben. Es liefert realistische Erkenntnisse und praktische Anregungen und ist daher ein überaus benötigtes und erfrischendes Buch.“
HOWARD HENDRICKS Renommierter Professor Dallas Theological Seminary
“In den Startlöchern? Deine Männerarbeit muss neu aufgebaut werden? Steve Sonderman kann dir dabei helfen. Das alltagserprobte Buch ist mit umsetzbaren Ideen und praktischen Checklisten angereichert und erhält daher die beste Note für die effektive Vermittlung in der Thematik Männerarbeit. Steve ist ein kenntnisreicher, hoch kompetenter, erfahrener Profi, der dir viele Jahre voller Fehlschritte und Enttäuschungen ersparen kann. Es ist mir ein Vergnügen, eine Empfehlung für diesen Klassiker schreiben zu dürfen.“
PATRICK MORLEY, PHD
1. Reiten auf dem Kamm der Welle
2. Worauf zielen wir ab?
3. Veränderungen in der Männerarbeit
4. Das Trainergespann aufbauen
5. Die Spieler sichten
6. Eine Strategie entwickeln
7. Vom großen Coup träumen
8. Der Spieltag
9. Spielerhaufen: Kleingruppen für deine Männer
10. Die Leiter coachen
11. Die Spezialteams
12. Mit Ausdauer leiten
13. Zusammenfassung
Anhang A: „Top-Gun“-Gruppen
Anhang B: Sechzehn besondere Events
Anhang C: Ressourcen für den Dienst
Danksagung
Ich kann den Sommer von 1976 förmlich riechen.
Was mich betraf, begann der Sommer Mitte Mai und endete in der ersten Augustwoche - die 12 Wochen, während derer unsere High School-Baseballmannschaft zum Gewinn der Wisconsin State Meisterschaft brauste. Viele dieser Jungs im Team kannten sich bereits seit der vierten Klasse, als wir in einer Mischung von Kreis- und Bezirksligen mit- oder gegeneinander spielten. Durch die leistungsstarke Mischung aus Elf- und Zwölfklässlern und zwei Zehntklässlern begannen wir richtig stark.
Mitten in der Saison brachen wir ein. Es waren nur noch zehn Spiele und trotzdem lagen wir gerade mal knapp über einem .500 Schlagdurchschnitt. Ich verletzte mich am rechten Arm. Nicht, dass ich von vornherein einen starken Arm gehabt hätte, aber ein Spieler im Outfield muss trotzdem zum Werfen in der Lage sein. So wurde ich der DH1. Nach einer schockierenden 12:0 Auswärtsniederlage gegen die Homestead High School hatten wir dann während der Heimreise eine Teambesprechung. Es war ein sehr intensiver Moment, als wir uns dort im Bus geschworen haben, alles zu geben, um dieses Team noch einmal rumzureißen.
Was für eine Fahrt! Wir gewannen unsere letzten zehn Spiele, einschließlich des Finales der Landesmeister gegen unseren Erzfeind Nicolet High School. Jedes nächste Spiel in dieser Siegeswelle war besser als das vorherige. Wir ritten auf dem Kamm der Welle. Großartiges Feldspiel. Tödliche Würfe. Unglaubliche Schläge. In dem „Drei-Staaten“ Turnier schlugen wir unsere gegnerischen Teams mit 35:1. (Dieser einsame Siegeszug war unverdient.) Ich kann mich noch erinnern, wie ich nach dem letzten Out, vor Freude springend, auf das Feld lief, meine Mitspieler umarmte, wie ein Baby weinte und die Championship Trophäe zum Himmel hob. Jahrelang trainierten und spielten wir bei jedem Wetter in Hinterhöfen und auf steinigen Feldern, um uns für diesen Tag vorzubereiten. Wir alle kamen aus verschiedenen Verhältnissen. Doch das Wichtige war, dass wir es gemeinsam geschafft hatten. Wir waren ein Team.
Ich werde das erlebte Hochgefühl und die Aufregung nie vergessen, was mit dem Gewinnen und Teilhaben an etwas Großem, nie zuvor Erlebtem, einherging.
Ich werde es nicht vergessen. Doch ich habe es übertrumpfen können.
1976 ritten wir auf dem Kamm der Welle zur State Baseball Championship. Seit siebzehn Jahren reite ich den Kamm der Welle mit einem anderen Team. Es ist keine Sportmannschaft. Ein Arbeitsteam - ein Team für die Männerarbeit. Und während ich so Schulter an Schulter mit den Männern in diesem Leitungsteam arbeite, spiegelt sich darin dieses Hochgefühl und die Aufregung des Sommers von 1976 wieder. Tränen fließen, wenn ein Mann die Linie seiner Selbstüberschätzung vor Gott übertritt und Jesus als seinen Retter und Herrn annimmt. Mein Herz fließt über vor Freude, wenn ich Männern zusehe, wie sie sich in ihren Familien, an ihren Arbeitsplätzen und in ihrer Nachbarschaft bemühen, gottesfürchtig zu leben. Ich werde förmlich ekstatisch, wenn Männer ihre geistlichen Gaben einsetzen, um ihre örtlichen Gemeinden anzustecken. Wenn Männer beginnen es „zu kapieren“. Wenn sie sich von Dingen begeistern lassen, die Jesus begeistern.
Ich hatte das Privileg, Pastoren, Leitern von Männergruppen und anderen Männern auf der ganzen Welt dienen zu dürfen - von den Vereinigten Staaten bis Asien, Europa, im Nahen Osten und in Afrika. Überall sehe ich nahezu das Gleiche: Auf dem Kamm reitende Männer, sich nach Wachstum sehnende Männer, wissbegierige Männer, die es lernen wollen, wie man effektiv anderen Männern dienen kann. Männer, die Hunger danach haben, in ihrem Land eine Veränderung für Christus zu bewirken. Darunter folgende Highlights:
Seite an Seite mit Max auf den Philippinen arbeiten; von einem Barrio2 zum anderen Barrio ziehen; Männern in Dachstroh bedeckten Gemeindehäusern dienen, ihnen beibringen, was es bedeutet, ihre Frauen zu lieben und Jesus völlig nachzufolgen.An der allerersten Männerkonferenz in Krasnodar, Russland, sprechen, wo mehrere hundert Männer aus Leibeskräften singen und die dann in den nächsten vier Stunden zuhören, während ich ihnen aufzeige, was die Bibel zum Thema „Ein Mann Gottes sein“ sagt.Fast einhundert Militärgeistliche aus dem europäischen Einsatzgebiet drei Tage lang unterrichten, wie sie den Soldaten im Nahen Osten und Europa effektiver dienen können.Bei der Mandate Conference, einer jährlichen Männerkonferenz in Belfast, über das Thema Braveheart vor tausenden teilnehmenden Männern sprechen.Einer kleinen Männergruppe auf der indonesischen Insel Sumatra dienen.Mit dem kanadischen Promise Keepers-Mitarbeiterteam arbeiten, um ihre Arbeit in dem großartigen Land zu fördern.Vom Dorf bis zur Großstadt gibt es eindeutige Spuren, wie Gott in den Herzen und Köpfen von Männern wirkt. Ich kann mir keinen besseren Ritt vorstellen. Und für mich persönlich gibt es keine größere Freude, als mit der lokalen Gemeinde in Elmbrook verbunden zu sein und gleichzeitig die Freiheit und das Privileg zu genießen, Männern das Evangelium von Jesus Christus überall auf der Welt verkünden zu dürfen. Es war jedoch nicht immer schon so gewesen.
Es war vor fast zwei Jahrzehnten, als ich Stuart Briscoe, unseren damaligen leitenden Pastor, darüber informierte, dass ich die Studentenarbeit der Gemeinde niederlegen würde. Colleen und ich hatten vier eigene Kinder und wir wurden müde, gleichzeitig noch weitere vier- bis fünfhundert junge Studenten anzuleiten. Acht Jahre voller abendlichen Pizzapartys, Busreisen, Freizeiten, wöchentliche Meetings in großer Gruppe und die tägliche Schinderei der Jugendarbeit forderten ihren Tribut. Ich erzählte Stuart, dass ich mich für Evangelisation, Mission, Mitgliederbetreuung oder Gebetsdienste interessiere. Nachdem er mich anhörte, sagte er mir: „In einem Monat ungefähr komme ich wieder auf dich zu.“
Als wir uns erneut trafen, erwartete mich ein Überraschung: „Steve, ich würde dir gerne die Leitung der Männerarbeit übertragen.“
„Was? Das war nicht auf meiner Liste. Ich habe noch nie mit Männern gearbeitet? Was sollte ich mit denen anfangen?“
Stuarts Antwort war kurz und sachlich. „Das Gleiche, was du mit den Jugendlichen gemacht hast. Nur versuche ein wenig reifer zu agieren.“ Und genau das tue ich seitdem. In meinen Vorstellungen gibt es keinen besseren Job auf der Welt. Die Arbeit lief nicht immer auf Hochtouren. Doch zwei Geschichten verdeutlichen, wie eine gut funktionierende Männerarbeit im Kontext einer Gemeinde gelingen kann.
Vor ein paar Jahren beugte sich Stuart während eines Gottesdienstes am Sonntagmorgen zu mir vor und fragte: „Steve, schau dich um. Was siehst du?“
„Ein paar tausend Leute. So wie jeden Sonntag.“
„Nein, im Ernst. Siehst du es nicht?“
Ich schüttelte meinen Kopf und er erklärte: „Ich sehe eine Versammlung voller Männer und dafür will ich dir danken. Dein Dienst hat den Charakter dieser Gemeinde verändert.“ Gott veränderte die Gemeinde Elmbrook dahingehend, dass am Wochenende genauso viele Männer wie Frauen im Gottesdienst zugegen waren.
Wir machen einen großen Sprung nach vorne. Vor ein paar Monaten ging ich durch den Flur des Gemeindehauses und unsere neue Leiterin der Kinderarbeit hielt mich an. „Steve, tausend Dank“, sagte sie.
„Gern geschehen. Aber wofür?“ musste ich fragen.
„In all den Gemeinden, in denen ich in den letzten Jahren gedient oder gesprochen habe, waren nie im Leben so viele Männer als Lehrer für die jungen Kinder tätig. Du musst in dieser Gemeinde echt eine effektive Männerarbeit am Start haben.“
Diese zwei Gespräche waren extrem ermutigend. Im Dienst kann man nicht immer ganz genau beurteilen, wie die Dinge so laufen. Doch im Laufe der Jahre waren wir Zeugen von wunderbaren Dingen, die in unserer Gemeinde passierten. Und genau diese Dinge können im großen wie auch im kleinen Stile in deiner Gemeinde passieren.
Männer kommen zu Christus - Durch die persönlichen evangelistischen Bemühungen eines jeden Mannes - und durch einige Veranstaltungen im Jahr, die auf die Zurüstung dieser Bemühungen ausgerichtet sind - haben hunderte Männer ihr Leben Christus übergeben.
Dieser Anblick ist für immer in meinen Erinnerungen graviert. Einmal pro Jahr organisiert unsere Männerarbeit das „Frühstück für Champions“, ein evangelistischer Einsatz in einem nahegelegenen Hotel. Über die Jahre haben die Männer sich von der Vision mitreißen lassen, die Männer einzuladen, mit denen sie das Evangelium geteilt hatten und nun für sie beteten. Unsere Männer verstehen auch, dass der einzige Grund, an diesem Frühstück teilzunehmen, ein mitgebrachter Freund ist, der die Botschaft von Christus hören sollte. Und jedes Jahr geschieht das Gleiche. Diese Männer beten und fragen dann mutig ihre Väter, Söhne, Kollegen, Chefs, Nachbarn oder Schulfreunde, ob sie ihre Gäste sein wollen. Die Jungs von der Elmbrook Gemeinde sind normalerweise so gegen 7.30 Uhr da und stehen dann vor einer langen Fensterfront, von wo aus sie auf den ganzen Parkplatz einsehen können. Sie schauen und warten auf die Ankunft ihrer Gäste. Jedes auf den Parkplatz fahrende Auto erfüllt die Männer mit der Erwartung, ob es vielleicht ihr eingeladener Gast sein könnte. Diese Männer stehen dort mit den Eintrittskarten in der Hand und in der betenden Hoffnung, dass ihre Gäste dieses Jahr kommen würden. Je mehr es sich dem Beginn nähert, umso kleiner wird die Anzahl wartender Männer dort am Fenster. Doch sie haben immer noch die Hoffnung, dass die Gäste kommen werden. Wenn schließlich das Programm um 8 Uhr beginnt, dann kommen vereinzelt immer noch ein paar dazu. Jedoch bleibt immer eine Gruppe wartender Männer dort am Fenster übrig. Manchmal nehmen sie dann alleine teil und manchmal gehen sie nach Hause. Wie auch immer, aber sie haben einen Schritt im Glauben gemacht, um einen anderen Mann für Christus zu gewinnen. Während dem Frühstück schildert ein Mann, wie er zu Christus kam. Und dann gibt es eine starke Predigt über den Gedanken, wie jeder gegenwärtige Mann eine persönliche Beziehung mit Jesus haben kann. Und jedes Jahr sind wir Augenzeugen, wie viele Männer ihm ihr Leben anvertrauen.
Männer wachsen in Christus - Mehr als achthundert Männer haben „Basic“ und „Jüngerschaftstraining“, unseren zweijährigen Jüngerschaftskurs, durchlaufen. Diese Männer sind gut in der Frage gegründet, was einen hingegebenen Nachfolger Jesu ausmacht. Beziehungen wurden gekittet, Ehen versöhnt, Abhängigkeiten gebrochen und Leben verändert und befreit, um Jesus voll und ganz zu folgen.
Ich erinnere mich noch, wie Jim (nicht sein echter Name) unsere erste „Top-Gun“-Gruppe unterbrach und uns erzählte, dass seine Frau mit dem Gedanken spielt, ihn zu verlassen. Wir legten an diesem Morgen unsere Arbeitsbücher zur Seite und konzentrierten uns darauf, Jim beim Ausschütten seines Herzens zuzuhören. Dann umringten wir ihn, legten unsere Hände auf seine Schulter und beteten für ihn und seine Ehe. Jims Ehe wurde schließlich geheilt, er wuchs in seinem Glauben und dient jetzt mit seiner Frau dem Herrn in einem Land, welches nur für bestimmte Gruppen zugänglich ist. Wo würde Jim oder seine Ehe heute ohne diese Gruppe von Männern sein, die sich hingegeben hat, durch die Liebe und Gnade Jesu verändert zu werden?
Männer zum Dienen aktiviert - Unzählige Männer wurden aus der Kirchenbank zur aktiven Teilnahme bewegt. Wir arbeiten Schulter an Schulter mit den Armen in Großstädten, betreuen Studenten in Milwaukee, predigen in Pflegeheimen, helfen Arbeitslosen, führen Studenten in der Nachfolge an, beginnen eine Arbeit unter leitenden Angestellten, leiten Bibelkreise in einigen Gefängnissen in unserem Bundesstaat, verlassen den Komfort zu Hause und dienen auf den Philippinen, Rumänien, Guatemala, Kenia, Kongo und in vielen weiteren Ländern. Wir haben eine Gemeinde voll von Männern, die Gottes Ruf für ihr Leben hören und bereit sind, seinem Ruf bedingungslos Folge zu leisten. Männer, die zur Erkenntnis gelangt sind, dass es keine größere Freude gibt und nichts erfüllender ist, als das Leben für andere hinzugeben.
Männer mit anderen Männern verbunden - Wir sind von fünf auf mehr als hundert Kleingruppen gewachsen. Diese Gruppen sind alle in der Gegend von Milwaukee verteilt und studieren das Wort, teilen Leben miteinander und sind naturgemäß missional. Alles ist in diesem Dienst darauf ausgerichtet, Männer in solchen Kleingruppen aufzufangen. Denn wir wissen, dass diese Gruppen für die geistliche Veränderung wie geschaffen sind. Ob es also eine besondere Gruppe für solche mit einer sexuellen Abhängigkeit ist oder eine explizite Jüngerschaftsgruppe, ein Buchclub, eine durch ein Video angeleitete Kleingruppe (wie z.B. The Quest for Authentic Manhood - „Die Suche nach authentischer Männlichkeit“) oder eine Gruppe, die sich zum Bibellesen und zum Austausch trifft - sie alle haben eins gemeinsam: Es sind Gruppen von Männern, die sich Christus und seinen Nachfolgern hingegeben haben.
Männer als Leiter befähigt - Durch Training, welches auf die Fürsorge der Nachfolger Jesu abzielt, haben wir Leiterschaft gelernt. Sie sind Leiter in ihren Häusern, Kommunen, Arbeitsplätzen und in der Welt.
In einer der ersten „Top-Gun“-Gruppen erneuerte mein guter Freund Rob seine Hingabe an Jesus Christus. Das dienende Leiterschaftsmodell hatte es ihm als nationalen Verkaufsleiter für ein größeres Unternehmen so sehr angetan, dass er das gesamte Schulungsmaterial für ihre nationalen Verkaufsleiter überarbeitete. Deren Schulung beginnt nun mit einer Betrachtung des Vorbilds Jesu, wie er durch das Dienen anderer dennoch Leiter blieb. Desweiteren fahren sie dann mit der Diskussion fort, wie jeder Verkaufsleiter auf dem Markt ein Diener sein sollte. Das Leben von Rob, aber auch das Leben von Robs Mitarbeitern wurde durch Jesus auf den Kopf gestellt.
Rückblickend sehe ich, dass Gott ein unglaubliches Werk in unserer Mitte getan hat. Und da ich sicher bin, dass er es noch nicht abgeschlossen hat, schaue ich voller Hoffnung und voller Spannung in die Zukunft. Ich freue mich auch darauf, die Lektionen weiterzugeben, die wir in Bezug auf eine effektivere Männerarbeit im Laufe der Jahre gelernt haben.
Darum geht es in diesem Buch. Es geht um den Dienst von Männern an anderen Männern. Es geht um den Aufbau eines Teams, das für diesen Dienst ausgerüstet ist. Es ist ein Werkzeug für die Leiter innerhalb einer örtlichen Gemeinde, die eine effektive Männerarbeit beginnen und aufrechterhalten möchten.
Dieses Buch will helfen - ob du nun als Einzelner über den Start einer Männerarbeit grübelst, ob du schon Teil einer Kleingruppe für Männer bist, ob du praktisch aus dem Nichts beginnst oder du beim Begonnenen ansetzt. Was ich hier schreibe, ist für Gemeinden mit hundert, tausend oder sogar zehntausend Männern anwendbar. Die Prinzipien bleiben gleich, auch wenn es Unterschiede in der Anwendung gibt. Ich habe Punkte zum Grübeln gegeben und auch Übungen, die dir anhand von praktischen Schritten helfen sollen, eine wachsende Männerarbeit in erreichbare Nähe zu bringen.
Wenn es je einen Zeitpunkt in der Geschichte gab, an dem lokale Gemeinden Männer individuell als auch gemeinsam stärken sollte, dann jetzt. Das ist einer der wichtigsten Gründe für diese revidierte und erweiterte Auflage. Wir haben seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 1996 viel dazu gelernt. Über die zusätzlichen Kapitel hinaus (Kapitel 3 und 12), wurden Teile des gesamten Buches erneuert, um den aus unserer Sicht entstandenen Paradigmenwechsel in der Männerarbeit wiederzugeben.
Wenn wir die geistliche, finanzielle und gesellschaftliche Beschaffenheit unseres Landes untersuchen, dann wird augenscheinlich klar, dass Männer nicht nur auf sie zugeschnittene Männerarbeit benötigen, sondern dass Männer auch nach dieser Ausschau halten. Jesus sprach einmal mit seinen Jüngern über das Fischen, welches der Vater ihnen aufgetragen hatte. Er forderte sie heraus, die Felder anzuschauen, um zu erkennen, dass sie reif, bereit zur Ernte waren (Johannes 4,34-38).
Die Herausforderung Christi an uns bedeutet, dass wir unsere Augen auf die Felder richten und die Gelegenheit vor uns sehen. Wir können versucht sein, über die Tatsache verärgert zu sein, dass die Weltsituation sich immer weiter verschlechtert. Doch diese für uns offensichtlichen Probleme in unserer Gesellschaft sollten wir eher als Gelegenheit für einen Dienst sehen.
Wo auch immer ich hinschaue, sehe ich Männer, die eine speziell auf sie ausgerichtete Männerarbeit brauchen, welche sie als Mann erreicht und sich mit den von ihnen gestellten Fragen auseinandersetzt. Zunächst schauen wir uns die Felder an. Ja, es gibt Herausforderungen, aber es liegen auch große Gelegenheiten vor uns. Schauen wir mal, warum Männer reif zur Ernte sind.
Wettkampf, Vergleich, Isolation, Individualismus und Selbstgenügsamkeit - diese Worte beschreiben einen heutigen Mann in Amerika. Das sind keine guten Nachrichten für Männer auf der Suche nach Freunden! Das sind keilrammende Worte. Zersplitternde Worte. Die meisten von uns tragen diese Etikette seit unserer Geburt mit sich. Und als Ergebnis davon kann der durchschnittliche Mann über Dreißig nicht einen einzigen engen Freund nennen, den er jederzeit bei Tag oder Nacht anrufen könnte, um seine Verletzungen oder Schmerzen mitzuteilen. Überall wo ich hingehe, sage ich Männern, dass Isolation nicht Maskulinität, sondern Dummheit ist.
In einer neueren Studie wurden Männer nach ihren besten Freunden befragt. Mehr als 75 Prozent gaben an, dass es ein Junge von der High School war, ein Junge aus alten Vereinszeiten usw. Interessanterweise hatten die meisten Männer seit Jahren nicht mehr mit diesem Freund gesprochen oder sich mit ihm getroffen. Was für eine Freundschaft!
Der einsame Reiter der 60er und 70er Jahre schaut sich im einundzwanzigsten Jahrhundert nach Kameradschaften um. Er ist auf der Suche nach einem oder zwei Kumpels, mit denen er abhängen kann. Freunde, mit denen er sein Herz teilen kann. Freunde, die sich über die Geburt des ersten Kindes freuen, die da sind, wenn er seinen Job verliert, die einen weisen Rat für den rebellierenden Teenager parat haben und mit ihm trauern, wenn die Eltern oder der Partner stirbt.
Männer, schaut auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte. Welche Gelegenheiten tun sich hier für eine Männerarbeit auf, die diesen Männern Halt und die Möglichkeit zur Entwicklung von Freundschaften bietet. Einen Raum, wo sie sich treffen und sich besser kennenlernen können.
Herb Stanelle, ein Seelsorger für Männer, sagte einmal: „Emotionale Isolation kann als eine systematische Trennung von einer Person und seinen Gefühlen betrachtet werden. Es ist dieser Prozess, bei dem sich ein Mann von einem brabbelnden, lachenden, schreienden, weinenden und sabbernden vier Kilogramm „Engelchen“ in dieses 90 kg schwere „Menschenwesen“ verändert, für den das ganze Leben aus Arbeit besteht und alle Probleme intellektuelle, rationale Lösungen haben.“3 Dieses emotional isolierte männliche Wesen sieht sich selbst nicht als ein von Gott wunderbar geschaffenes Wesen, sondern eher als die Summe dessen, was er zu Hause, auf Arbeit oder in der Gemeinde tut.
Kurz gesagt: Das ist das männliche Wesen.
Wenn Männer danach gefragt werden, was sie denn fühlen, so sehen sie einen mit einem leeren Blick an. Oder sie sagen, dass es „gut läuft“ oder „schlecht läuft“ (beide Bemerkungen sind keine Gefühle). Der Preis, den Männer für das Ignorieren ihrer Gefühle bezahlen, ist sehr hoch. Es beeinträchtigt uns körperlich. Wir leiden an Migräne, Herzproblemen und Magengeschwüren - nur um ein paar durchaus typische Probleme zu nennen. Es beeinträchtigt unsere Beziehungen. Wir sind nicht in der Lage, für unsere Frauen zu sorgen und eine Beziehung auf emotionaler Basis mit ihnen zu pflegen, was eventuell ihr vitalstes Bedürfnis ist. Gary Oliver bemerkt in seinem Buch Real Men Have Feelings Too („Auch echte Männer haben Gefühle“): „Wenn wir einen emotionalen Schmerz empfinden, so besitzen wir nicht die Fähigkeit, ihn zu verstehen oder mit ihm umzugehen. Wenn der Schmerz zu ungemütlich wird, dann ist die einzige andere Option der Versuch, den Schmerz zu betäuben. Beispielsweise kann man Gefühle mit Beschäftigung ablösen. Das Beschäftigtsein wird zur Arbeitssucht. [Männer] reagieren unsensibel und blind auf die Signale der Entmutigung, Unzufriedenheit und Bitterkeit des Partners.“4 Wir hören seit unserer Kindheit die Aussage: Männer zeigen keine Emotionen. Große Jungs weinen nicht. Mann sein bedeutet, Emotionen verbergen zu können.
Die Männer, mit denen ich unterwegs bin, sagen, dass diese Informationen falsch sind. Obwohl der amerikanische Mann im Allgemeinen emotional isoliert ist, so sucht er doch nach Antworten, mit welcher Beschaffenheit ihn Gott ausgestattet hat. Er versucht, die versteckten Emotionen aufzudecken und Wege zu finden, um seine „Bauchgefühle“ in einer positiven und gesunden Art auszudrücken.
Leiter von Männerarbeiten, schaut euch die Felder an! Sie sind reif. Was für eine unglaubliche Herausforderung, eine Arbeit zu entwickeln, in der Männer echt und transparent sein können - Kleingruppenarbeiten zu entwickeln, in der Männer diese drei Dinge mit anderen teilen kann: Gefühle, Versagen und Ängste.
Was bedeutet es, ein Mann zu sein? Es ist nicht wirklich schwer, die Gründe für unsere Verwirrung zu erkennen. Alle zehn Jahre ändern sich unsere Vorbilder. In den 60ern war es James Bond, der Frauenheld. In den 70ern war es Alan Alda und Phil Donahue, die sensiblen und fürsorglichen Typen. In den 80ern war es Michael Douglas, der arbeitsbesessene Typ mitten in der Arbeitswelt. In den 90ern war es Kevin Costner, aggressiv und gleichzeitig ethisch, traditionell und gleichzeitig abenteuerlich, intim und gleichzeitig unabhängig, ein Familienmensch mit einer gut entwickelten innerlichen Stabilität. Heutzutage sind die Vorbilder weit verstreut. Noch schlimmer ist, allerdings, dass wir nur die defekten Vorbilder im Fernsehen und auf den großen Leinwänden sehen - wir leben mit ihnen in unseren Häusern. Viele von uns wuchsen unter Vätern auf, die emotional kalt, verschlossen oder abwesend waren.
Chuck Swindoll schrieb in Growing Wise in Family Life („Reife im Familienleben“): „Ich mache mir Sorgen um die schwindende Maskulinität, welche mal im Übermaß vorhanden war. Ich meine waschechte Männer, die das eindeutig waren - scharfsichtige, entschiedene, überzeugte Männer, die genau wussten, wo es lang geht und dazu selbstsicher und voller Gottvertrauen auch wussten dort anzukommen. Die letzten drei Jahrzehnte waren ein Angriff auf die Maskulinität.“5
Es ist also kein Wunder, dass Männer eine Identitätskrise haben. Doch Männer suchen auch Antworten. Sie wollen wissen, was Mann sein bedeutet. Sie kaufen Bücher wie Das Feuer im Herzen entfachen von Sam Keen, Eisenhans von Robert Bly und Der ungezähmte Mann von John Eldredge. Hunderte von Männern nehmen an „Krieger-Wochenenden“ teil. Auch Therapeuten werden, mehr denn je, von Männern aufgesucht.
Männer, hebt eure Augen auf und erkennt, dass die Felder reif zur Ernte sind! Was für eine Gelegenheit bietet sich hier an, die biblischen Prinzipien der Männlichkeit zu präsentieren! Wir können Jesus als den ultimativen Mann präsentieren - der Mann, der wusste, wer er war, woher er kam und wohin er ging. Was für eine Gelegenheit, Männern zu helfen, ihre Identität in Jesus Christus zu entdecken!
Die Unternehmensleiter erklimmen. Die Beförderung erhalten. Ein größeres Haus. Ein schöneres Haus. Das komplett verglaste Büro auf der Chefetage. Das große Projekt an Land ziehen.
Die in uns wohnende, wetteifernde Natur will immer mehr. Wir haben uns selbst überzeugt: „Wir sind, was wir tun.“ Wie viel wir haben und wie schnell wir etwas besorgen können, definiert unseren Status in der Gesellschaft. Wo auch immer wir hinschauen, sehen wir Männer, die immer schneller sind und danach streben, mehr und mehr zu tun, um höher und weiter zu kommen. Wir sind vom Erfolg besessen. Erfolg bedeutet Status und Position - und darum geht es doch im Grunde genommen.
Nochmals: Der Preis, den Männer für diese Besessenheit zahlen, ist enorm hoch. Dieser Erfolgsdruck verringert oder löst unser Bekenntnis zur Entscheidung für das Gute auf. Diese Erfolgsbesessenheit verlangt auch einen hohen Preis von unseren Familien ab. Denn wenn ein Mann seine ganze Aufmerksamkeit und Energie in seinen Job steckt, dann bleibt nur wenig oder auch nichts für Haus und Familie übrig. Er ist zwar nach zehn bis zwölf Stunden Arbeit körperlich zu Hause, jedoch nicht unbedingt immer mental und emotional anwesend. Die Beziehung zu seiner Frau und seinen Kindern leidet oder geht dabei ganz verloren. Die meisten Ehen enden dann in Scheidung. Allerdings nicht wegen einer Affäre mit der Arbeitskollegin, sondern wegen der Affäre mit der Arbeit selbst.
Die Felder sind reif! Überall verstehen Männer, dass es einen besseren Weg geben muss. Stephen Covey sagt: „Du kannst die Erfolgsleiter erklimmen, nur um dann festzustellen, dass sie gegen die falsche Wand gelehnt war.“ Als ich fünfhundert Männer zu ihrer schwersten Herausforderung des Lebens befragt habe, wurde folgende Frage am häufigsten erwähnt: Wie bekomme ich Arbeit und das private Leben unter einen Hut? Hier tut sich eine enorme Gelegenheit auf, eine Männerarbeit aufzubauen, die es Männern ermöglicht, die biblischen Prinzipien bezüglich der Arbeit, der Familie und der Erholung zu studieren. Und es bildet sich eine Gruppe, die einander in die Verantwortung nimmt, wie man Zeit, Geld und Energie einsetzt!
Männerarbeiten wie die Promise Keepers, Men at the Cross („Männer am Kreuz“), Iron Sharpens Iron („Eisen schärft Eisen“) und viele andere, haben Männern über die Jahre die Möglichkeit geboten, die evangelistische Botschaft anzunehmen und Christus nachzufolgen. Und Tausende haben diesen Schritt getan. Nach so einem ereignisreichen Tag oder Wochenende voller neuen Gedanken, Anbetung und Nachfolge, stellen sich viele Männer die offensichtliche Frage: Was ist der nächste Schritt? Wie mache ich hier weiter und wachse in der Sache? Was passiert jetzt mit den anderen einundfünfzig Wochen des Jahres? Die einzige Möglichkeit, dieses Feuer mit nach Hause zu bringen, ist eine starke und gesunde Männerarbeit in jeder örtlichen Gemeinde. Unsere isolierten Freizeiten, Konferenzen und Missionsprojekte stellen eine offensichtliche Gefahr dar. Männer erleben ein wunderbares Hoch, kommen dann aber nach Hause und rutschen wieder in die alten Gewohnheiten ab - schlimmer noch, sie werden mit einer minimalen Dosis Christsein geimpft, die ihnen dann ein falsches Gefühl von Sicherheit gibt.
Ein weiteres Zeichen für diesen geistlichen Hunger von Männern sind die zahlreichen Bücher, Zeitschriften und Audiomaterial, die zum Thema geistliches Wachstum und andere Männerthemen gekauft werden. In der Vergangenheit haben die Frauen die christlichen Bücherläden am Leben erhalten. Doch momentan kaufen Männer mehr christliches Material als je zuvor.
Ich möchte es noch einmal sagen: Ihr Leiter unter den Männern, hebt eure Augen auf, denn die Felder sind reif zur Ernte! Die Männer sind bereit, sich in einer Männerarbeit einzubringen, die Christus und ihre echten Bedürfnisse zusammenbringt. Männer sind für Gruppen bereit, in denen sie sich gegenseitig im Wachstum zur Christusähnlichkeit helfen können. In denen sie sich über die gottesfürchtige Erziehung ihrer Kinder in einer gottlosen Gesellschaft austauschen können. In denen sie sich regelmäßig für die Anbetung durch Lieder, Gebet und Lehre treffen können. Männer sind momentan auf der Suche. Wir haben eine unglaubliche Gelegenheit vor uns.
Die Männerarbeit der Elmbrook Gemeinde ist innerhalb von siebzehn Jahren von fünfzig auf hunderte von Männern angewachsen, die sich in wöchentlichen Kleingruppen treffen. Das Leitungsteam ist von acht auf hundertvierzig angewachsen.
Wenn unsere Erfahrung in irgendeiner Weise richtungsweisend ist, dann auf die Tatsache hin, dass die Männerarbeit einen Platz in der Gemeinde gefunden hat. Es gibt für mich persönlich im Leben nichts Größeres als mit Männern in solch einem Umfeld zu arbeiten. Gott gebraucht auch andere Mittel, um Männer geistlich zu versorgen. Doch das primärste Mittel, um sich selbst mit der Welt zu versöhnen - einschließlich der Männer - ist die Gemeinde. Daher ist es mein Gebet und mein Traum, dass du, während du dich durch das Buch arbeitest, diese Vision und Leidenschaft aufgreifst, was alles passieren kann, wenn Männer zusammenkommen, um gemeinsam dem Herrn zu dienen.
Ich empfehle, das Material in diesem Buch mit gleichgesinnten Männern durchzuarbeiten, und zwar langsam genug, um die auf eure Situation anwendbaren Übungen auszuführen. Es ist nicht meine Absicht, ein Modell vorzulegen und dann zu raten, es genauso umzusetzen. Ich werde eher unkomplizierte Prinzipien, Ideen und Richtlinien geben, die du dann für die Entfaltung der Arbeit in deiner eigenen Umgebung anwenden kannst. Jede Gemeinde auf der Welt ist verschieden - verschiedene Denominationen, verschiedene Leitungsstrukturen, verschiedene Leitsätze und verschiedene Dienstvorstellungen. Daher wird auch jede Männerarbeit verschieden aussehen.
Da ich eine geraume Zeit als High School Football Trainer gearbeitet habe, stelle ich bei mir immer wieder fest, dass ich bei der Leitung von dreitausend Männern in der Elmbrook Gemeinde dazu neige, wie ein Trainer zu sprechen. Neben dieser Tatsache gibt es weitere, fast endlose Gemeinsamkeiten zwischen einem Mannschaftssport und einer Männerarbeit. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, die Entwicklung dieses Buches so anzugehen, wie ich eine Footballsaison angehen würde. In den ersten Kapiteln bereiten wir uns auf die Saison vor, dann stellen wir den Trainerstab zusammen, sichten die Spieler, erstellen eine Strategie, Anstoß und dann spielen wir die Partie. Also alles, was du benötigst, um von hier zur Endzone zu kommen.
Ganz egal, in welcher Phase du in der Entwicklung einer Männerarbeit steckst - du musst wissen, wo du hin willst. Im nächsten Kapitel schauen wir uns die Endphase an, wonach Gott in einem gottesfürchtigen Mann Ausschau hält und wie eine effektive Männerarbeit aussieht. Legen wir also los.
1 „Designated Hitter“ sind Werfer, die bei der Verteidigung aussetzen. Er schlägt und läuft nur anstelle des Werfers, weil viele Werfer beim Schlag nicht so gut sind.
2 Ländliches Gebiet oder größere Ortschaft.
3 Herb Stanelle, „The Emotionally Isolated Christian Male“, in: Social Work and Christianity, Vol. 18, No. 2 (Fall 1991): S. 1.
4 Gary Oliver, Real Men have Feelings Too: Regaining a Male Passion for Life. Moody Press, Chicago 1993, S. 63.
5 Chuck Swindoll, Growing Wise in Family Life. Multnomah, Portland 1988.
Mini-Kicker. Egal, wo man am Samstagmorgen in unserer Nachbarschaft hinschaut, sieht man Kinder, die rumlaufen und Fußball spielen - und Erwachsene, die an der Seitenlinie stehen und so laut schreien, als wären sie beim Super Bowl. Allein in unserer Nachbarschaft sind in diesem Herbst 1.800 Kinder im Verein angemeldet.
Da ich mit Football, Basketball und Baseball aufgewachsen bin und dann fünf Jahre als High School-Footballtrainer gearbeitet habe, habe ich mir selbst geschworen, nichts mit Fußball zu tun zu haben: Ich würde den Sport weder spielen noch schauen noch meine Kinder im Verein anmelden und mit absoluter Sicherheit nie Fußballtrainer werden!
Allerdings fand ich mich vor ein paar Jahren als Trainer an der Seitenlinie wieder!
Und so kam es dazu. Eines Tages kamen meine zwei Töchter mit Anmeldeformularen von der Schule nach Hause, mit denen sie sich im örtlichen Verein anmelden wollten. Ich sagte ihnen, dass ihre Mutter und ich im Ehevertrag festgehalten hätten, dass keins unserer Kinder jemals Fußball spielen dürfte. Sie glaubten mir nicht, gingen zu ihrer Mutter und sie sorgte dafür, dass ich die Anmeldeformulare unterschrieb. Das war schon schlimm genug. Dann wandten sie die Taktik an, die allen Kindern in der Schule beigebracht wird: „Papi, die sagen, dass sie zu wenig Trainer haben. Und wenn du die Mannschaft nicht trainierst, dann gibt es wahrscheinlich auch keine Mannschaft.“ Toll. Das Problem wäre gelöst. Ich vermute, meine Kinder werden doch kein Fußball spielen.
Aber dann übernahm mein weicher Kern die Kontrolle. Ich hörte mich selbst sagen: „Sicher, ich würde gerne helfen.“
Ich ging in die Bibliothek und lieh mir alle Bücher und Videos über Fußball aus, die ich finden konnte. Ich verfolgte natürlich zwei Ziele. Erstens wollte ich alles über diesen Sport wissen, von dem ich nichts wusste. Und zweitens war mir klar, dass solange ich alle Bücher hatte, keiner der anderen rekrutierten Trainer sich schlau machen konnte. (Ja, ich bin sehr wetteifrig.)
Bei der ersten Trainingseinheit setzte ich mich zu den Kids und sagte: „O.k., Kinder. Ihr müsst wissen, dass ich dieses Spiel noch nie gespielt, gesehen oder trainiert habe, aber drei Dinge habe ich begriffen: Erstens, dies ist ein Ball. Zweitens weiß ich, dass da drüben ein Netz ist.“ Ich zeigte auf das Tor hinter mir. „Und drittens weiß ich, dass es das Ziel vom Spiel ist, den Ball in das Netz zu bekommen. Das ist das Ziel.“
Ein Mädchen meldete sich. „Mr. Sonderman, was ist mit Spielzügen?“
„Spielzüge sind überbewertet“, antwortete ich. „Es wird keine Spielzüge geben.“
„Was ist mit Positionen?“, fragte ein anderes Mädchen.
„Positionen sind überbewertet. Wir werden nur einen Torwart haben und das war‘s. Es interessiert mich nicht, wo ihr läuft. Ich interessiere mich nicht dafür, wie ihr schießt. Ich weiß nicht, wie wir das schaffen. Aber Mädels, so werden wir es jetzt versuchen.“
In dem Jahr brachen wir den Rekord, was die Gegentore anging. Aber wir erzielten auch die meisten Tore und gewannen in dem Herbst die Stadtmeisterschaft!
Im Dienst läuft es nicht sehr viel anders. Wir haben viele Leute, die den Ball willkürlich durch die Gegend schießen, aber nie das Tor treffen. Wir müssen wissen, worauf wir zielen müssen. Was ist unser Ziel? Welche Art von Männern wollen wir fördern? Der Dienst muss prinzipienzentriert und zweckgesteuert sein. Wir können einige Programme erstellen, Events auf die Beine stellen, durch so viele Arbeitshefte brettern wie wir wollen - wenn wir nicht wissen, worauf wir zielen, werden wir auch nie das Ziel erreichen.
In den letzten Momenten auf der Erde sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters“ (Matthäus 28,19-20).
Das Schlüsselverb ist in diesem Abschnitt nicht gehen, sondern zu Jüngern machen. Zu Jesu Zeiten war ein Jünger ein Nachfolger, ein Schüler, ein Nachahmer - und das ist auch das Ziel unserer Arbeit. Wir sollen Männer zu Jüngern machen, zu Jüngern machen, die wiederum zu Jüngern machen. Bemerken wir auch, dass Jesus nicht davon spricht, Männer zu besseren Vätern oder zu besseren Arbeitnehmern zu machen. Unser Auftrag ist hinzugehen und sie zu Jüngern Jesu zu machen. Statt den Ball also willkürlich auf dem Platz hin und her zu kicken, sollten wir sicherstellen, dass wir das Ziel anvisiert haben: Männer zu Jüngern zu machen.
Wir haben schon im ersten Kapitel gesehen, dass wir momentan eine unglaubliche Gelegenheit geboten bekommen, eine Männerarbeit in der Gemeinde zu starten. Doch die Männer, die wir zur Reife in Christus bringen wollen, sind von der Welt verformt und verunstaltet worden. Die Gesellschaft hat sie beeinflusst. Viele von ihnen haben armselige Entscheidungen getroffen. Und viele von ihnen sind sich über ihr Mannsein unsicher und noch unsicherer darüber, was einen geistlichen Mann ausmacht. Das erste Projekt unseres Leitungsteams sollte der Austausch und das Gebet über die Frage sein, wie Gott den Mann sieht und wie das unsere Ziele der Männerarbeit beeinflusst.
Was macht also einen Jünger Jesu aus? Was sollte das Endprodukt unserer Männerarbeit sein? Wenn du und ich auf einem Blatt Papier den idealen Mann beschreiben könnten, was würde dabei rumkommen?
Der Mann, der unser Ziel umsetzt, weist vier Charakteristika auf: Integrität, Intimität, Identität und Einfluss. Während wir diese vier Merkmale eines reifen, gottesfürchtigen Mannes zu begreifen lernen, beginnen wir zu verstehen, wie unsere Männerarbeit aufgebaut werden muss, um diesen Mann zu formen.
Als Len Climber Präsident des Holiday Inn International wurde, wollte er eines erreichen: Wenn Menschen den Namen „Holiday Inn“ hörten oder sahen, sollten sie sofort an „Gutes, Wohltuendes, Familienspaß“ denken. Climber tat alles in seiner Macht stehende, um dieses Unternehmensimage zu verkaufen, aber auch um eine Unternehmenskultur zu gestalten, die diesem Image gerecht wurde. Und Holiday Inn wurde in nur vier Jahren zur schnellstwachsenden und größten Hotelkette des Landes.
Dann trat Climber zurück. Warum? Die Hoteldirektion entschied, Holiday Inn einem atlantischen Stadtkasino anzugliedern. Sie verstießen gegen seinen Unternehmenskodex. Sie überschritten sein Gewissen.
Climbers Rücktritt kostete ihn Millionen. Ein Interviewer fragte, warum er denn Holiday Inn verließ. „Es war sehr, sehr einfach“, antwortete er. „Es hat mit meiner Integrität zu tun.“1
Biblische Männer sind Männer mit Integrität. Integrität entstammt dem hebräischen Wort für „ganz“, „einwandfrei“, „unvermindert“. Es bedeutet, ein echtes Herz zu besitzen. Es beweist sich in ethischer Zuverlässigkeit, moralischer Exzellenz, der Abwesenheit von Heuchelei und der Bereitschaft, Versprechen zu halten. Keine versteckten Signale. Keine verdeckten Agenden. Integre Männer halten ihr Wort. Dem Beispiel von Len Climber folgend, sagen sie: „Das ist, wofür ich stehe. Daran glaube ich. Das ist richtig. Wenn du etwas anderes möchtest, ist es in Ordnung, aber dann habe ich damit nichts mehr zu tun.“
Es gibt kaum etwas in der Gesellschaft, was mehr unter Beschuss ist, als die Integrität als Charakterqualität. Die Abwesenheit spürt man in der Regierung, im Militär, in der Sportwelt, Geschäftswelt und ja, sogar in der Gemeinde. Die Integritätskrise ist eine Nationalkatastrophe. Ken Blanchard, Autor von Der Minuten Manager und Die Kraft positiven Führens, beobachtet: „Überall in unserem Land zeichnet sich der ethische Zerfall ab. Und nirgends ist dieser Rückgang stärker als in der Geschäftswelt erkennbar … Wenn Menschen ihr Büro betreten, dann scheinen sie ihre Werte an der Tür abgegeben zu haben. Die Einstellung, um jeden Preis Gewinn zu machen, insbesondere auf Kosten eines Mitbewerbers - und manchmal auch auf Kosten des Kunden - scheint die Norm zu sein.“2
Integrität wird sich selbst auf dreifache Weise bei unseren Männern Ausdruck verleihen.
Integrität offenbart sich in Überzeugungen. Wir wollen Männern durch das Studium, durch Ermutigung und durch Rechenschaftsbeziehungen helfen, Männer mit Überzeugungen zu werden: Männer, die wissen, was sie glauben und dementsprechend handeln. Wir haben gerade den zwanzigsten Jahrestag der Proteste auf dem Tiananmen-Platz hinter uns gelassen. Was ging dir durch den Kopf, als du im Fernsehen oder in der Zeitung den neunzehnjährigen Studenten gesehen hast, der seine Hand hochhielt, um einen Panzer anzuhalten? Überzeugung. Dieser Junge war bereit, den ultimativen Preis zu zahlen, weil er der Richtigkeit seiner Überzeugung glaubte. Monate später stießen Schüler und Studenten mit Spitzhacken die Berliner Mauer nieder, auch wenn an einigen Stellen bewaffnete Soldaten ihre Waffen auf ihre Köpfe gerichtet hatten. Das ist Überzeugung. Das ist es, was ich anstrebe. Ich möchte ein Mann mit Überzeugungen sein. Und das möchten wir auch fördern.
Integrität offenbart sich durch Deckungsgleichheit. Wir wollen Männer fördern, das zu tun, was sie sagen. Es wird gesagt, dass 81 Prozent von dem, was wir unseren Kindern und unseren Frauen übermitteln, durch unsere Taten transportiert wird. Wir können uns nicht damit zufrieden geben, dass die Männer in der Gemeinde gut angesehen sind, sonst aber überall lügen, betrügen und mit anderen Frauen schlafen. Wir müssen den Männern helfen, eine Gleichheit zwischen ihrem Bekenntnis am Sonntag und ihrem Verhalten am Arbeitsplatz, Heim und in der Nachbarschaft in der restlichen Woche zu entwickeln.
Integrität offenbart sich im Charakter. Viele Männer setzen am Sonntag Masken auf. Sie maskieren ihre Sünde, Verfehlungen und Schwächen und sehen äußerlich ganz passabel aus. Einigen Männern gelingt es, diese Täuschung vor ihren Familien und Kollegen aufrecht zu halten. Aber wer sind unsere Männer, wenn sie unbeobachtet sind? Mogeln sie bei der Steuererklärung? Stolpern sie über Pornografie oder Lust oder Geiz oder Neid oder andere Sünden im versteckten Herzen? Unsere Männerarbeit muss starke Männer hervorbringen, die ihren zerbrochenen Zustand erkannt und Heilung gefunden haben.
1 Wo ist der Integritätsverlust in deiner Umgebung am sichtbarsten?
2 Welche Fragen bezüglich der Integrität beschäftigen Männer in deiner Gemeinde?
3 IWie entwickelt man Integrität? Was muss unsere Männerarbeit beinhalten, damit wir unseren Männern zur Integrität verhelfen?
4 Wie steht es als Leiter um meine Integrität? Welche Schritte kann ich unternehmen, um in dem Bereich zu wachsen?
Das zweite Merkmal eines biblischen Mannes ist die Intimität. Intimität kommt vom lateinischen Wort intus, „im Inneren“. Es deutet auf das gemeinsame Teilen des Lebens hin. Es ist die Genehmigung für andere zum Inneren deines Herzens - der innere Raum. Es ist die Reise in deren Herzen. Und es bedeutet, eins zu werden.
Wir wollen Männern helfen, in drei Bereichen des Lebens Intimität zu entwickeln.
Der biblische Mann erlebt Intimität mit Gott. Mal ganz plump. Wir haben eine Reihe Männer in unseren Gemeinden, die am Sonntagmorgen nur da sind, weil ihre Frauen sie dorthin schleppen. Ihr ganzes Verständnis über das Christsein ähnelt dem Gedanken „Gottesdienst zu spielen.“ Was ist also das Problem? Sie begnügen sich mit Religion aus zweiter Hand. Sie machen alle Bewegungen mit - stehen auf, setzen sich, schmeißen etwas Geld in den Beutel. Sie verpassen die Erfahrungen einer authentischen, wachsenden, vitalen, lebenden Beziehung mit Jesus Christus.
Männer wachsen aus diesem „Gottesdienstspiel“ heraus, wenn sie begreifen, dass Gott sie so geschaffen hat, damit sie ihn kennen lernen können. Und darüber hinaus können sie mit ihm kommunizieren. Vergnügen finden. Ihn erfahren. Wir wurden von Gott für Gott erschaffen. Sie können wissen, was es bedeutet, morgens aus dem Bett auf die Knie zu fallen und zu sagen: „Gott, danke für das Leben, welches du mir gegeben hast.“ Sie können sich einen Moment nach dem anderen, einen Tag nach dem anderen an der Gegenwart Gottes erfreuen. Darauf wollen wir hinarbeiten. Nicht zu einem Stempeluhrverhalten am Sonntagmorgen.
Der biblische Mann erlebt Intimität mit seiner Frau. Männer benötigen Hilfe in ihrer Ehe mehr als nur die „Eheangelegenheit“ zu sehen, welche auf der „Erledigungsliste“ des Lebens steht. Männer verwenden viel Zeit, Energie und Geld für die Zeit während der Annäherung und des Werbens. Wir schreiben Briefe und Mails. Wir senden Kurznachrichten. Wir telefonieren. Wir kaufen Blumen. Wir tun alles, um die Frau zu bekommen, die wir haben wollen. Dann heiraten wir, feiern Hochzeit, Flitterwochen … und dann ist es vorbei. Was ist noch auf der Liste? Was ist das nächste Projekt, der nächste Coup, die nächste Herausforderung. Wir lassen unsere Ehen fallen und lassen unsere Frauen zurück. Wir sind weiterhin verheiratet, doch was unsere Zeit, Energie und Geld betrifft, ist die Eheangelegenheit erledigt. Und unsere Frauen fühlen es.
Ein biblischer Mann erkennt, dass Intimität mit der Frau tiefgehend und weitreichend ist. Es ist ein tiefgehendes Mitteilen des Herzens. Eine Reise durch die tiefsten Kammern des Mann- und Frau-Seins - das Erleben einer Seelenverbundenheit. Aber die Intimität mit seiner Frau ist ebenso weitreichend. Es umfasst ihre gesamte Beziehung. Es ist emotional - zusammen lachen und weinen. Es ist gesellig - eine Verabredung haben, Ausgehen, Freunde einladen. Es ist intellektuell - lesen, Ideen austauschen, Politik diskutieren, über das Leben und über Lebensfragen sprechen. Es ist körperlich - Händchen halten, küssen, berühren. Es ist geistlich - zusammen beten, gemeinsam anbeten. Intimität zwischen einem Ehemann und Ehefrau involviert alles, was sie sind -Träume, Hoffnungen, Ängste und Versagen miteinander teilen. Und ganz behutsam wollen wir durch die Kleingruppen und einzelnen Gespräche die Eheansicht eines Mannes erschüttern, um von der Eheangelegenheit zum Erleben echter Intimität zu gelangen. Eine ganzheitliche Verbindung mit seiner Frau.
Die ersten fünf Jahre meiner Ehe pflegten wir eine Regel in unserem Haus: „Keinen Elefanten aus einer Mücke machen.“ Ich hatte zu tun. Unsere Gemeinde bat mich, eine Jugendarbeit ins Leben zu rufen. All meine Aktivitäten drehten sich um diese Neugründung und ich arbeitete Tag und Nacht für eine gute Jugendarbeit. Wenn ich dann nach Hause kam, dann galt meine Regel: „Colleen, ich will weder deine Probleme noch die Probleme der Kinder oder von den Problemen mit dem Haus hören.“ Und die Regel meiner Frau war: „Steve, erzähl mir bitte nichts mehr von der Arbeit. Ich will keine weitere deiner Ideen, keine weiteren Pläne, keine weiteren Strategien hören. Du hast immer eine neue Vision und ich will keine weitere hören.“
So liefen die Dinge über fünf Jahre. Eines Tages kam ich nach Hause und Colleen empfing mich untypischerweise an der Tür. Sie sagte: „Ich habe großartige Neuigkeiten.“
„Das muss ein guter Trade gewesen sein, oder? Wer hat das Rennen gemacht - die Packers, die Brewers oder die Bucks?“ Es musste irgendwas mit Sport zu tun haben. Das waren die einzigen guten Neuigkeiten, die ich hören wollte.
„Nee, was ganz anderes.”
Nun, wir hatten bereits zwei Kinder und so ahnte ich es: „O.k., das dritte ist unterwegs.“
„Nein, Nummer drei ist nicht unterwegs.“
„Keine Trades, keine Schwangerschaft … was sonst?“
Sie sagte dann: „Ich mache jetzt einen Elefanten aus einer Mücke!“
„Was willst du machen?“
„Schatz, setz‘ dich bitte.“ Ich setzte mich. „Steve, ich mag deinen Lebensstil überhaupt nicht. Ich mag es nicht, wie du arbeitest. Ich mag deine Gewohnheiten nicht. Und wir werden alles ändern müssen.“
„Na, schön, dass du da bist“, sagte ich. „Die letzten fünf Minuten mit dir waren wunderschön.“
An dem Abend hatten wir einen langen Austausch. Und zum ersten Mal teilte ich ihr meine größte Angst mit - die Angst, die ich schon mein ganzes Leben in mir verstaute. Ich hatte Angst vor dem Versagen. Das hatte ich noch nie einer Person mitgeteilt. Und nach einer langen Nacht voller Tränen, munterer Diskussion und Umarmungen bahnten wir uns langsam den Weg vorbei am Beziehungslevel von „Hi, Schatz, alles gut? - Alles gut, Bärchen.“ Wir versanken unsere Regel. Wir teilten unser Herz mit. Wir teilten das Leben. Wir brachen durch zur Intimität.
Wenn du es schaffst, deine Männer zur Intimität zu bewegen, dann findet echte Männerarbeit statt. Wenn du ihnen erklären kannst, was in ihrem Herzen abgeht, damit sie sich dann ihren Frauen öffnen und Gefühle, Versagen und all die inneren Dinge mitteilen können.
Der biblische Mann erlebt Intimität mit anderen Männern. Es ist eine Sache, Intimität mit Gott zu erfahren. Es ist eine andere Sache, diese mit deiner Frau zu teilen. Der biblische Mann braucht noch eine Sache. Er muss erlernen, wie er sich auch gegenüber anderen Männern öffnet und echte Männerfreundschaften pflegt.
Wenn du ein Blick in die Bibel wirfst, dann siehst du, dass die Männer, welche Gott gebrauchte, sich mit anderen Männern umgaben. Mose. Wen hatte Mose? Aaron. Josua? Kaleb. David? Jonathan. Die Geschichte in 1. Samuel 18 beschreibt den Anfang einer wunderbaren Freundschaft. Es war Gott, der die Seelen von David und Jonathan miteinander verknüpfte. Sie wurden im Geist vereint. Was war mit Jesus? Er hatte die Drei - Petrus, Jakobus Johannes - und die restlichen der Zwölf. Was war mit Paulus? Barnabas, Timotheus, Lukas. Wo auch immer du schaust, liest du über Männer, die sich mit anderen Männern umgaben.
Wir haben unseren Dienst basierend auf Sprüche 27,17 aufgebaut: „Eisen wird durch Eisen geschärft und ein Mann schärft das Angesicht seines Nächsten.“ Uns macht unsere Absicht aus, Männer zusammenzubringen. Wir merkten bereits im ersten Kapitel an, dass Männer nicht wirklich Freunde haben. Wir können sie in ein Umfeld stecken, wo sie zumindest beginnen können, Wände umzureißen, sich gegenseitig kennenzulernen, einander zu unterstützen und sich aufeinander zu verlassen. Christsein ist kein Einzelsport. So wie es Selbstmord wäre, alleine den Mount Everest zu besteigen, so ist der Versuch, geistliche Dinge alleine anzugehen, ebenso geistlicher Selbstmord.
Vor vierundzwanzig Jahren wurde ich von einem Kommilitonen zu einer Männerkleingruppe mitgenommen. Das war für mich neues Terrain und dementsprechend war ich über die Abläufe sehr unsicher. Würde es eine Schwitzhüttenzeremonie sein, in der sich ein Haufen Kerle ständig Gruppenumarmungen hingeben würden? Wir trafen uns einmal pro Woche für ein paar Stunden, um über die Dinge unseres Lebens zu sprechen und uns gegenseitig die herausfordernden Fragen des Lebens zu stellen. Es war ermutigend. Wenn es in unseren Ehen, mit den Kindern oder im Dienst hart auf hart kam, konnten wir uns zu jeder Tages- und Nachtzeit gegenseitig anrufen. Es war herausfordernd. Sie würden meine toten Winkel sehen: Sünden, die ich vor mir herschob. Sie konnten mir ins Gesicht sagen: „Reiß dich zusammen!“ Wenn ich gelogen habe, wussten sie es. Und sie waren nicht zu feige, mir das zu sagen. Wenn ich einen Glaubensschritt wagte oder Nein zur Sünde sagte, dann feuerten sie mich an. Gegenseitig verpflichteten wir uns, dass keiner von uns je alleine durch das finstere Todestal gehen sollte. Viele Jahre sind vergangen, doch wir treffen uns immer noch. Und wenn ich eine Sache daraus lerne, dann die Tatsache, dass das geteilte Leben halbes Leid ist.
