Ein Abschied, der keiner war - Patricia Vandenberg - E-Book

Ein Abschied, der keiner war E-Book

Patricia Vandenberg

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Beschreibung

Nun gibt es eine Sonderausgabe – Dr. Norden Extra Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. »Julia, du mußt dein Brautkleid anprobieren«, sagte Jana Frey energisch. »Nur noch das eine Telefonat!« rief Julia Weding zurück. Während sie telefonierte, betrachtete sie mit zärtlichem Blick das Foto, das auf ihrem Schreibtisch stand. Ein schmales Männergesicht mit großen dunklen Augen, die ihr zuzulächeln schienen. Eine hohe, klare Stirn, ein sensibler Mund. Das war es, was sie an Marco Leander, ihrem zukünftigen Mann, so liebte. Sie dachte an ihn und war nicht konzentriert. Sie hatte kaum den Hörer aufgelegt, als es schon wieder läutete. Es war Marcos Stimme, die an ihr Ohr klang. Sie lächelte, aber das Lächeln erlosch, als er heiser sagte: »Ich kann dich nicht heiraten, Julia, verzeih mir. Ich liebe dich, aber ich kann dich nicht heiraten.« Dann war die Leitung unterbrochen. Sie wollte nicht glauben, was sie da gehört hatte. Ihr Herzschlag hatte ausgesetzt, und alles Blut war aus ihrem Gesicht gewichen. Es wurde ihr schwarz vor Augen, und sie schlug die Hände vor das Gesicht. »Was ist mir dir?« tönte Janas Stimme von der Tür her. »Kommst du jetzt endlich?

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Seitenzahl: 111

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Dr. Norden Extra – 30 –Ein Abschied, der keiner war

Patricia Vandenberg

»Julia, du mußt dein Brautkleid anprobieren«, sagte Jana Frey energisch.

»Nur noch das eine Telefonat!« rief Julia Weding zurück.

Während sie telefonierte, betrachtete sie mit zärtlichem Blick das Foto, das auf ihrem Schreibtisch stand. Ein schmales Männergesicht mit großen dunklen Augen, die ihr zuzulächeln schienen. Eine hohe, klare Stirn, ein sensibler Mund. Das war es, was sie an Marco Leander, ihrem zukünftigen Mann, so liebte.

Sie dachte an ihn und war nicht konzentriert. Sie hatte kaum den Hörer aufgelegt, als es schon wieder läutete.

Es war Marcos Stimme, die an ihr Ohr klang.

Sie lächelte, aber das Lächeln erlosch, als er heiser sagte: »Ich kann dich nicht heiraten, Julia, verzeih mir. Ich liebe dich, aber ich kann dich nicht heiraten.«

Dann war die Leitung unterbrochen. Sie wollte nicht glauben, was sie da gehört hatte. Ihr Herzschlag hatte ausgesetzt, und alles Blut war aus ihrem Gesicht gewichen. Es wurde ihr schwarz vor Augen, und sie schlug die Hände vor das Gesicht.

»Was ist mir dir?« tönte Janas Stimme von der Tür her. »Kommst du jetzt endlich? Ich habe nicht ewig Zeit.«

In Julias Ohren klang das jetzt wie eine Drohung, aber es rief sie in die Gegenwart zurück.

»Die Hochzeit findet nicht statt«, sagte sie tonlos.

Jana sah unglaublich töricht aus in diesem Augenblick.

»Bist du noch zu retten? Was fällt dir jetzt wieder ein?« fragte sie schrill.

»Mir fällt gar nichts mehr ein«, sagte sie mit einem trockenen Schluchzen. »Marco hat es mir eben am Telefon gesagt.«

»Das ist ein übler Scherz, das war niemals er. Er liebt dich, Julia. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.«

»Er hat gesagt, daß er mich liebt. Er kann mich aber nicht heiraten. Aus einem unerfindlichen Grund kann er mich nicht heiraten!« Jetzt rollten Tränen über ihre Wangen, und ihre Verzweiflung war ihr vom Gesicht abzulesen.

»Das ist einfach absurd, ich glaube es nicht«, sagte Jana. Ich kenne ihn genauso lange wie du, und ich weiß, daß es für ihn keine andere Frau gibt.«

»Es braucht sich ja nicht um eine Frau zu handeln. Es kann etwas anderes sein. Aber was?« flüsterte Julia.

»Ich werde ihn anrufen, sofort. Er kann das doch nicht einfach mit einem kurzen Telefongespräch abtun! Anscheinend hat er dich nicht mal zu Wort kommen lassen.«

»Es klang verzweifelt«, sagte Julia, »ja, verzweifelt. Ich muß herausfinden, was dahintersteckt. Ich kann das nicht so hinnehmen.«

»Na, jetzt kommst du wieder zu dir«, sagte Jana. »Ich nehme das erstmal in die Hand.«

Sie tat es mit gewohnter Energie, aber sie erreichte gar nichts.

Seine Sekretärin sagte, daß Dr. Leander für längere Zeit verreisen mußte. Er hätte keine Information hinterlassen, wo er zu erreichen sei.

»Er kann doch nicht alles im Stich lassen«, sagte Julia gepreßt, »seine Arbeit, die Firma. Schließlich gehört sie ihm ja auch zur Hälfte.«

»Vielleicht ist er entführt worden«, sagte Jana. »Man hört und liest ja dauernd von solchen Verbrechen.«

»Dann hätte er mich doch nicht anrufen können«, sagte Julia.

Sie konnte wieder logisch denken. Sie war eine selbständige, erfolgreiche Frau, Inhaberin einer Presseagentur, war achtundzwanzig Jahre alt und kein naives junges Ding, das blindlings verliebt eine Ehe eingehen wollte.

»Wir müssen den Dingen auf den Grund gehen. Ich habe auch meinen Stolz.«

Jana rang nach Fassung. Sie schüttelte nur immer wieder den Kopf.

»Das kann einfach nicht wahr sein! Marco ist nicht feige. Wir können uns doch nicht so in ihm getäuscht haben.«

»Wir kennen uns vierzehn Monate, und bis gestern war alles in Ordnung«, sagte Julia tonlos. »Ich muß mit Martin sprechen. Ich fahre zum Büro. Telefonieren bringt nichts. Ich will ihm in die Augen sehen.«

*

Eine halbe Stunde später betrat Julia das Büro der Investmentgesellschaft Leander und Lenz.

Heike Riemann war von Marco immer als die ideale Sekretärin bezeichnet worden, und sie brachte dafür auch alle Voraussetzungen mit. Sie war Ende Dreißig, sehr adrett, sehr gewissenhaft und überaus dezent in jeder Beziehung.

Als Julia vor ihr stand, machte sie einen sehr verwirrten Eindruck.

»Ich weiß wirklich nicht mehr, Frau Weding«, sagte sie stockend. »Wir sind ziemlich konsterniert.«

»Ist Herr Lenz im Hause?«

»Ja, aber er ist in einer Besprechung. Durch Herrn Dr. Leanders plötzliche Reise ist der gesamte Terminplan durcheinandergeraten.«

Sie schien sich der Situation auch nicht gewachsen zu fühlen, denn sie war sehr nervös, was man bei ihr gar nicht kannte.

»Ich werde warten«, sagte Julia.

»Es wird aber lange dauern.«

»Dann sagen Sie mir, welche Termine Marco gestern und heute hatte.«

»Gestern war er in Düsseldorf, das wissen Sie doch sicher. Und heute hätte er einen Termin bei Dr. Norden gehabt, aber den hat er sicher nicht wahrgenommen. Er ist doch gar nicht hergekommen.«

»Er war heute überhaupt nicht hier?«

»Nein, er hat von auswärts angerufen, daß er eine längere Reise antreten muß!«

Dann hat er mich auch von auswärts angerufen, dachte Julia. »Von wo?« fragte sie.

»Ich weiß es nicht. Er hat es nicht gesagt. Ich habe mir erlaubt, ihn zu fragen, wo er sei, aber er gab keine Antwort darauf. Er war ganz merkwürdig kurz.«

»Er hat mich auch angerufen, aber er war auch zu mir kurz. Ich mache mir Sorgen.«

»Ich auch, er ist ein sehr nobler Chef«, sagte Heike Riemann leise. Dann hob sie lauschend den Kopf. »Ich glaube, das Gespräch ist beendet.«

Gleich darauf kam Martin Lenz aus seinem Büro. Den Besucher hatte er anscheinend durch den Nebeneingang weggehen lassen.

Ihm war anzusehen, daß er sich unbehaglich fühlte. »Ich kann dir gar nichts sagen, Julia«, begann er gleich. »Ich bin selbst vor den Kopf gestoßen worden. Wenn er dir auch nichts gesagt hat, weiß ich nicht, was mit ihm los ist. Er kann nicht mehr alle Tassen im Schrank haben.«

»Er hat mir gesagt, daß die Hochzeit nicht stattfindet, und das finde ich schon ziemlich hart. Aber ich meine, daß da etwas passiert sein muß. Könnte jemand Druck auf ihn ausüben? Stimmt etwas mit seinen Finanzen nicht?«

»Da gibt es keinerlei Probleme. Er hat nichts davon gesagt, daß er Geld vom Geschäft abziehen will. Er hat sein Privatvermögen, und das ist nicht gerade klein, das wirst du ja wohl wissen. Er besitzt die Eigentumswohnung und bestimmt noch weitere Immobilien. Und ich kann mir nicht vorstellen, daß eine andere Frau im Spiel sein könnte.«

»Er hat gesagt, daß er mich liebt, mich aber nicht heiraten könnte. Seine Stimme klang verzweifelt. Hat er denn nicht wenigstens eine Andeutung gemacht?«

»Nein, er ist vorgestern nach Düsseldorf geflogen. Geschäftlich. Ich habe den Kunden schon angerufen. Marco war eine Stunde am Vormittag bei ihm, und es ging alles glatt mit einem neuen Vertrag. Wo er die übrige Zeit verbracht hat, weiß ich nicht.«

»In welchem Hotel hat er gewohnt?«

»Im INTERCONTI.«

»Ich fliege nach Düsseldorf, ich will mich selbst überzeugen, was da gewesen sein könnte.«

»Aber wo könntest du denn ansetzen, Julia?«

»Vielleicht in seiner Wohnung. Ich habe ja einen Schlüssel. Ich spiele halt Detektiv. Ich gebe ihn so schnell nicht auf.«

Er ist ein Narr, wenn er diese Frau aufgibt, dachte Martin. Er hatte Marco immer um Julia beneidet. Aber er war auch Marcos Freund und machte sich, ebenso wie Julia, große Sorgen um ihn. Es war ihm unbegreiflich, daß Marco einfach so von der Bildfläche verschwinden konnte.

»Wenn du wirklich nach Düsseldorf fliegst, gibst du mir dann Nachricht, wenn du etwas erfährst, Julia?« fragte er gepreßt. »Ich kann hier ja nicht weg. Das Geschäft muß weiterlaufen.«

Sie nickte. »Du bist doch sein Freund, Martin?«

»Du wirst doch nicht daran zweifeln?«

Das wollte sie nicht. Sie mochte ihn. Er war zuverlässig und ehrlich, zumindest hatte sie ihn so kennengelernt, aber sie hatte auch an Marco nicht einen Augenblick gezweifelt.

In ihrem Kopf und auch in ihrer Seele herrschte jetzt ein totales Chaos. Ihre Welt schien aus den Fugen geraten zu sein. Aber sie besann sich darauf, daß sie sich immer auf sich selbst verlassen konnte. Sie packte einen Koffer, als sie den Bescheid bekommen hatte, daß sie für den Flug noch buchen konnte. Am Abend landete sie in Düsseldorf, und ein Taxi brachte sie zum INTERCONTI.

*

Jana Frey machte sich jetzt auch noch Sorgen um ihre Freundin Julia. Sie wäre für Julia durchs Feuer gegangen, denn Julia hatte ihr dazu verholfen, daß sie selbständig eine Boutique leiten konnte und diese später auch erwerben würde, wenn die Besitzerin sich zum Verkauf entschließen konnte. Jana gehörte zu den begabten und creativen Menschen, die sich ihre Existenz aus dem Nichts hatten aufbauen müssen, denn sie war als Waise aufgewachsen und hatte dann, noch sehr jung, ihren Lebensunterhalt selbst verdienen müssen.

Sie hatte keine Verwandten und auch keine Freunde, bis sie Julia kennengelernt hatte. Sie hatte mehrere Jobs gehabt, um über die Runden zu kommen, trug in halber Nacht Zeitungen aus, um dann putzen zu gehen, und abends in einem Lokal zu bedienen. Dort hatte sie Julia kennengelernt, die miterlebt hatte, wie Jana von dem Wirt in übelster Weise beschimpft worden war.

Spontan hatte Julia sie bei der Hand genommen und mit ihr das Lokal verlassen. Unter Tränen hatte ihr Jana von ihrem Leben erzählt.

Julia hatte schnell gemerkt, daß die um vier Jahre jüngere Jana intelligent und anpassungsfähig war und hatte ihr die Stellung in der Boutique verschafft.

Damals war Jana neunzehn Jahre gewesen, Julia dreiundzwanzig. Sie waren bald Freundinnen geworden.

Sie verbrachten mittlerweile auch ihre Freizeit miteinander. Jana war wißbegierig und lernte von Julia, was ihr bisher versagt geblieben war und konnte die Boutique bald selbständig leiten. So verbesserte sich der Umsatz zusehends.

Jana hätte für Julia alles getan. Sie war unendlich traurig, daß es nun keine Hochzeit geben würde, denn sie wußte, wie sehr Julia Marco Leander liebte.

Sie selbst war männerscheu. Das kam wohl auch daher, daß sie sich die mühsam erworbene Selbständigkeit nicht nehmen lassen wollte. Sie hatte die Nacht kaum geschlafen und regelrechte Angstzustände bekommen, wenn sie an Julia und Marco dachte. Sie rief am Morgen bei Dr. Norden in der Praxis an und fragte, ob sie wohl gleich mal zu ihm kommen könnte, da sie halb zehn im Geschäft sein müsse.

»Sie haben Glück«, sagte Wendy, »es sind heute nur Terminpatienten da, da kann der Chef Sie einschieben.«

Jana kam öfter in die Praxis, da sie unter Heuschnupfen und Allergien litt, wenn die Pollen herumschwirrten oder die Wespen und Stechmücken. Sie hatte schon schlimme Zustände gehabt und mußte ständig ihre Notfallmedizin bei sich haben. Wendy nahm deshalb an, daß sie wieder mal geplagt wurde.

Allerdings hatte Jana vor innerer Erregung auch rote Flecken auf den Wangen, als sie atemlos ankam.

»Ich bin mal wieder in einen Stau geraten«, sagte sie hastig, »und im Geschäft mußte ich auch anrufen, falls es ein bißchen später wird.«

Ein paar Minuten konnte sie verschnaufen, dann hatte Dr. Norden schon Zeit für sie. »Auf was sind wir denn diesmal allergisch?« fragte er heiter. Er mochte Jana.

»Die Aufregung macht es, Herr Doktor.«

»Wegen der Hochzeit?«

»Die Hochzeit findet nicht statt. Das ist es, was mich so aufregt. Marco Leander hat plötzlich eine längere Reise angetreten. Mehr wissen wir nicht. Julia ist nach Düsseldorf geflogen, da war er zuletzt. Und ich wollte Sie fragen, ob er vielleicht krank ist. Bitte, sagen Sie es mir. Ich weiß ja auch nicht, was ich sonst denken soll.«

»Ich dürfte es Ihnen nicht sagen, Jana, aber da ich von keiner Krankheit weiß, brauche ich mich nicht auf die Schweigepflicht zu berufen.«

»Er hatte doch aber einen Termin bei Ihnen.«

»Ja, aber den hat er nicht wahrgenommen. Ich weiß auch nicht, welchen Grund er dazu hatte.«

»Es ist zum Verzweifeln«, seufzte Jana. »Ich möchte Julia so gern helfen, aber wenn man völlig im Dunkeln tappt, weiß man nicht, wo man anfangen soll.«

»Ich verstehe es offengestanden auch nicht. Die beiden verstehen sich doch so gut und waren glücklich.«

»Es ist die große Liebe, zumindest bei Julia. Wenn es wirklich aus ist, kann sie daran zerbrechen.«

»Nein, sie ist stark und hat eine positive Einstellung zum Leben, Herr Leander hat doch hoffentlich soviel Charakter, daß er seine Gründe für eine Trennung darlegt.«

»Es muß etwas Gravierendes passiert sein«, murmelte Jana. »Er ist nicht der Mann, der sich klammheimlich drückt. Aber nicht mal sein Freund Martin weiß etwas.«

»Ich kann ihnen leider auch nicht weiterhelfen, so gern ich es möchte.«

»Ich danke Ihnen, daß Sie Zeit für mich hatten.«

»Auch ein Mittel, damit Sie nicht gleich wieder Ausschlag bekommen«, sagte er mit einem aufmunternden Lächeln.

*

Julia hatte eine unruhige Nacht verbracht. Sie hatte bisher nur erfahren, daß ein Appartement auf Marcos Namen reserviert worden war, aber er hatte davon keinen Gebrauch gemacht.

Es deprimierte sie, daß ihr spontaner Entschluß gar nichts brachte. Aber dann kam ihr in den Sinn, daß sie den Kunden aufsuchen könnte, den Marco offensichtlich doch besucht hatte. Es handelte sich um einen Juwelier namens Husberg.

Es war ein exklusives Geschäft in einer vornehmen Gegend. Man mußte läuten, um hineinzugelangen. Als sie nach Herrn Husberg fragte, wurde sie von der Verkäuferin, die das Auftreten einer englischen Lady hatte, von oben bis unten gemustert.

»Ich bin die Verlobte von Dr. Leander«, erklärte Julia, denn sie war keineswegs bereit, das einfach so hinzunehmen.

Herr Husberg war bereit, sie zu empfangen. Er war dann auch überaus höflich.