Ein dreister Überfall - Carmen von Lindenau - E-Book

Ein dreister Überfall E-Book

Carmen von Lindenau

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Beschreibung

Die neue Praxis Dr. Norden - So war es nicht geplant, doch Dr. Danny Norden betrachtet es als Chance. Äußere Umstände zwingen ihn zu einem Neustart. Und diesen nimmt Danny tatkräftig in Angriff, auch, wenn er mit Abschied, Trennung, Wehmut verbunden ist. Dr. Danny Norden praktiziert jetzt in seiner neuen, modernen, bestens ausgestatteten Praxis. Mit Kompetenz, Feingefühl und Empathie geht er auf seine Patienten zu und schafft ein Klima, das die Genesung fördert: eben Dr. Danny Norden, wie er leibt und lebt, und er wird immer besser! Pascal Krieger hatte an diesem Morgen etwas Wichtiges vor. Er war zu Probeaufnahmen für einen romantischen Film eingeladen. Sollten die Aufnahmen für den Regisseur zufriedenstellend verlaufen, durfte er auf die Hauptrolle hoffen. Da es in diesem Film Actionszenen gab, die eine gewisse Fitness der Darsteller verlangten, hatte der Produzent ihn gebeten, ein ärztliches Attest mitzubringen, das ihm diese Fitness bestätigte. Auf dem Weg zu den Filmstudios, wo er an diesem Vormittag erwartet wurde, holte er noch das Attest in der Praxis Norden ab. »Guten Morgen, Frau von Arnsfeld, ich bin wegen meines Attestes hier. Ist es fertig?«, fragte er Sophia, die hinter dem Empfangstresen in der Praxis stand. »Das ist es, bitte sehr, Herr Krieger«, sagte Sophia und überreichte ihm den Umschlag mit dem Attest. »Vielen Dank, ich muss dann auch gleich weiter«, entgegnete Pascal. »Ich weiß, die Probeaufnahmen. Ich wünsche Ihnen viel Glück.« »Danke, ein wenig Glück gehört sicher dazu, aber in erster Linie muss ich mit meinem schauspielerischen Können überzeugen und in diesem Fall auch mit meinem Aussehen. Als Held eines romantischen Filmes reicht Können allein nicht aus.« »Glauben Sie mir, Sie haben gute Chancen«, versicherte ihm Sophia. »Darauf vertraue ich jetzt«, entgegnete Pascal lächelnd.

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Seitenzahl: 120

Veröffentlichungsjahr: 2022

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Die neue Praxis Dr. Norden – 32 –Ein dreister Überfall

... und ihren Retter erwischt es hammerhart

Carmen von Lindenau

Pascal Krieger hatte an diesem Morgen etwas Wichtiges vor. Er war zu Probeaufnahmen für einen romantischen Film eingeladen. Sollten die Aufnahmen für den Regisseur zufriedenstellend verlaufen, durfte er auf die Hauptrolle hoffen. Da es in diesem Film Actionszenen gab, die eine gewisse Fitness der Darsteller verlangten, hatte der Produzent ihn gebeten, ein ärztliches Attest mitzubringen, das ihm diese Fitness bestätigte. Auf dem Weg zu den Filmstudios, wo er an diesem Vormittag erwartet wurde, holte er noch das Attest in der Praxis Norden ab.

»Guten Morgen, Frau von Arnsfeld, ich bin wegen meines Attestes hier. Ist es fertig?«, fragte er Sophia, die hinter dem Empfangstresen in der Praxis stand.

»Das ist es, bitte sehr, Herr Krieger«, sagte Sophia und überreichte ihm den Umschlag mit dem Attest.

»Vielen Dank, ich muss dann auch gleich weiter«, entgegnete Pascal.

»Ich weiß, die Probeaufnahmen. Ich wünsche Ihnen viel Glück.«

»Danke, ein wenig Glück gehört sicher dazu, aber in erster Linie muss ich mit meinem schauspielerischen Können überzeugen und in diesem Fall auch mit meinem Aussehen. Als Held eines romantischen Filmes reicht Können allein nicht aus.«

»Glauben Sie mir, Sie haben gute Chancen«, versicherte ihm Sophia.

»Darauf vertraue ich jetzt«, entgegnete Pascal lächelnd. »Grüßen Sie Frau Seeger von mir«, sagte er.

»Das mache ich«, versprach ihm Sophia. Lydia, die an diesem Morgen einen Zahnarzttermin hatte und etwas später in die Praxis kommen würde, hatte den Fitnesstest vor ein paar Tagen mit ihm durchgeführt und von den bevorstehenden Probeaufnahmen erfahren. Er ist ohne Zweifel ein echter Frauentyp. Der Regisseur müsste blind sein, wenn er ihn nicht engagieren würde, dachte Sophia, als sie dem jungen Mann mit der sportlichen Figur und dem welligen dunklen Haar noch nachschaute, bis die Tür hinter ihm zufiel.

Auch die drei älteren Damen und die junge Frau, die in dem nur durch eine Glaswand von der Diele getrennten Wartebereich mit den gelben Sesseln und den hochgewachsenen Grünpflanzen saßen, hielten Pascal ganz offensichtlich für einen attraktiven Mann, da auch sie ihn mit ihren Blicken verfolgten.

*

Pascal hatte beschlossen, mit der U-Bahn zu den Filmstudios zu fahren. So musste er nicht befürchten, im morgendlichen Berufsverkehr stecken zu bleiben und musste sich auf dem Weg zur U-Bahn auch nicht hetzen. Er spazierte an dem von Büschen und Ahornbäumen bewachsenen Grünstreifen vorbei, der die Straße vom Ufer der Isar trennte. Die Sonne schien und bis auf ein paar Schäfchenwolken war der Himmel strahlend blau. Er schaute hoch, als er das fröhliche Zwitschern eines Buchfinken hörte, der auf dem Ast eines roten Ahornbaumes saß. Es gibt nichts Schöneres als einen sonnigen Morgen im Frühling, dachte Pascal.

Er hatte die U-Bahnstation, die nur fünf Minuten von der Praxis Norden entfernt war, fast erreicht, als er plötzlich eine Frau um Hilfe rufen hörte.

Zuerst konnte er nicht sehen, woher die Hilferufe kamen, auch die wenigen Passanten, die um diese Uhrzeit in der Straße unterwegs waren, blickten sich suchend um. Dann sah Pascal den Mann in der Kapuzenjacke, der eine Frau gegen den Stamm eines Ahornbaumes drängte.

»Lassen Sie sie los!«, rief er.

Der Mann in der dunklen Kapuzenjacke drehte sich kurz um, wandte sich dann wieder der jungen Frau zu, riss ihr die Kette, die sie trug, vom Hals und zog ihr die Handtasche von der Schulter.

Ohne weiter darüber nachzudenken, was er tat, rannte Pascal los, um der jungen Frau zu helfen. Er entriss dem Mann die Handtasche, der wandte sich ihm wütend zu und gleich darauf verspürte Pascal einen stechenden Schmerz an der Wange. Ehe er begriff, was passiert war, rannte der Mann davon und verschwand hinter den Bäumen, die die Straße vom Isarufer trennten.

»Mama, ich habe gerade einen Raubüberfall an der U-Bahn-Station beobachtet«, erzählte Lydia ihrer Mutter über das Telefon. Sie war gerade aus der U-Bahn-Station gekommen, als der Mann in der Kapuzenjacke die junge Frau packte. Während sie losrannte, um der Frau zu helfen, beschrieb sie ihrer Mutter den Täter. »Er flüchtet jetzt in Richtung Isar«, sagte sie, nachdem Pascal den Mann in der Kapuzenjacke vertrieben hatte.

»Ich schicke gleich jemanden zum Tatort«, versprach Kommissarin Seeger ihrer Tochter.

»Geht es Ihnen gut?«, fragte Pascal, der inzwischen bei der jungen Frau war, die zitternd und völlig geschockt an dem Baum stand, an den der Straßenräuber sie kurz zuvor gedrängt hatte.

»Ist er fort?«, wollte sie wissen und schaute Pascal hilfesuchend an.

»Ja, er ist fort«, sagte er und gab ihr die Handtasche zurück, die er dem Täter entrissen hatte.

»Was ist mit Ihnen?«, fragte sie.

»Mit mir ist alles in Ordnung«, entgegnete Pascal und sah die zierliche Frau mit den blonden langen Haaren, die eine schwarze Jeans und eine gelbe Bluse trug, mitfühlend an.

»Nein, ist es nicht. Sie sind verletzt«, stellte Lydia fest, die die beiden inzwischen erreicht hatte und sich einen Weg durch die Neugierigen bahnte, die den Überfall aus der Ferne beobachtet hatten und nun wissen wollten, wie es mit dem Opfer und seinem Retter weiterging.

»Ich bin verletzt?«, wunderte sich Pascal.

»Sie haben eine Stichwunde an der Wange, die versorgt werden muss.«

»Der Mann hatte ein Messer, das habe ich gesehen!«, rief eine ältere Frau, die zwischen den Passanten stand.

»Aber ich habe keine Schmerzen«, stellte Pascal fest.

»Das ist das Adrenalin, das durch Ihren Körper fließt, aber das hält nicht mehr lange an. Ich rufe jetzt einen Krankenwagen, der sich um Sie und das Opfer kümmert«, sagte Lydia und zückte ihr Handy.

»Nein, bitte nicht, ich kann nicht ins Krankenhaus, ich habe doch heute diesen wichtigen Termin. Ich komme sowieso schon zu spät. Könnten Sie meine Wunde nicht in der Praxis versorgen?«, wollte Pascal wissen.

»Eigentlich dürfen Sie sich nicht vom Tatort wegbewegen. Aber Ihre Wunde blutet wirklich heftig«, sagte Lydia, während sie ein sauberes Taschentuch auf seine Wange presste. »Ich denke, wir versorgen zuerst Ihre Wunde.« Sie wusste schließlich, wo Pascal an diesem Morgen erwartet wurde und wollte ihm helfen, noch rechtzeitig dort anzukommen.

»Lioba, Schätzchen, was ist passiert?!«, rief die Mittfünfzigerin in dem roten Dirndl, die den Weg vom Isarufer heraufkam und auf die junge Frau aufmerksam wurde, die von den umstehenden Neugierigen beobachtet wurde.

»Sie ist gerade überfallen worden, Frau Elbmeier«, klärte Lydia die Frau auf, die auch zu Daniels Patientinnen gehörte.

»Mei, das arme Hascherl. Sie ist meine Nichte, wissen Sie.«

»Dann könnten Sie sich um sie kümmern, bis die Polizei eintrifft?«

»Ja, natürlich, das mache ich«, sagte Frau Elbmeier. »Ich bin bei dir, Kleines«, versicherte sie Lioba und nahm sie liebevoll in die Arme.

»Kommen Sie, Herr Krieger, gehen wir in die Praxis«, wandte sich Lydia Pascal wieder zu und bat ihn, das Taschentuch fest auf seine Wunde zu drücken. Auf dem Weg zur Praxis telefonierte sie noch einmal mit ihrer Mutter, um ihr mitzuteilen, dass sie den Mann, der dem Opfer geholfen hatte, in die Praxis Norden brachte, um seine Wunde zu versorgen.

»Gut, dann schicke ich einen der Kollegen in die Praxis, damit er seine Aussage aufnehmen kann. Du weißt doch, umso mehr Zeit zwischen Tat und Aussage liegt, umso ungenauer wird die Aussage. Und eigentlich hätte er auch am Tatort bleiben sollen«, sagte Thea.

»Ja, Mama, das ist mir bewusst, aber er hat eine tiefe Stichwunde, die muss versorgt werden.«

»Gut, mein Schatz, wenn du sagst, seine Wunde muss versorgt werden, dann hast du natürlich keine andere Wahl. Kümmere dich erst einmal um deinen Patienten, bis später.«

»Ja, bis später, Mama«, entgegnete Lydia und beendete das Gespräch.

Kurz nachdem Lydia und Pascal den Tatort verlassen hatten, trafen die beiden Polizisten ein, die Thea über den Raubüberfall informiert hatte. Sie befragten zuerst Lioba, die noch immer zitterte und sich an ihrer Tante festhielt.

»Er trug eine dunkle Sonnenbrille, und ich denke, er war so um die zwanzig, das ist alles, woran ich mich erinnern kann«, sagte sie.

»Falls Sie sich später an weitere Details erinnern, dann melden Sie sich bei uns«, bat sie die junge Polizistin in Uniform, die zusammen mit einem älteren Kollegen den Tathergang aufnahm. »Was genau ist Ihnen gestohlen worden?«, fragte sie, während ihr Kollege Liobas Aussage auf einem Block notierte.

»Der junge Mann, der mir geholfen hat, hat mir meine Handtasche wiedergebracht, aber der Täter hat mir auch eine Kette vom Hals gerissen, die ist jetzt fort.«

»Eine wertvolle Kette?«

»Geht es um die Kette von deiner Großmutter?«, fragte Frau Elbmeier ihre Nichte.

»Ja, die goldene mit dem blauen Diamanten.«

»Ein Erbstück also«, stellte der Polizist fest.

»Richtig, und ich denke, die Kette hat einen Wert von 1.000 Euro, aber der ideelle Verlust wiegt auf jeden Fall schwerer«, sagte Frau Elbmeier. »Ich nehme an, dass meine Nichte sich mit dem Verlust abfinden muss. Die Aufklärungsquote bei dieser Art Verbrechen ist sicher nicht sehr hoch.«

»Bedauerlicherweise ist das richtig, aber das heißt nicht, dass wir nichts unternehmen werden. Falls Sie ein Foto der Kette haben, könnte uns das helfen. Da wir davon ausgehen, dass der Täter die Kette zu Geld machen wird, könnte die Befragung der einschlägigen Händler schon etwas bringen«, erklärte die Polizistin Lioba und ihrer Tante.

»Ich habe bestimmt ein Foto von mir, auf dem die Kette zu sehen ist. Wohin soll ich es schicken?«, fragte Lioba.

»An diese Adresse, bitte«, bat die Polizistin Lioba und reichte ihr eine Visitenkarte mit einer E-Mail-Adresse. »Jetzt sollten Sie sich aber erst einmal im Krankenhaus durchchecken lassen«, sagte sie, als ein Krankenwagen am Straßenrand anhielt.

»Mir geht es schon wieder gut«, erklärte Lioba. Nach der Aufregung mit dem Überfall wollte sie jetzt einfach nur nach Hause. Sie würde heute sicher nicht mehr zur Uni fahren. Sie würde eine ihrer Freundinnen, die mit ihr Kunst und Archäologie studierten, bitten, ihr die Unterlagen der Vorlesungen zu bringen, die sie heute und möglicherweise auch noch die nächsten Tage verpasste.

»Lassen Sie sich trotzdem kurz untersuchen, nur zur Sicherheit«, bat die Polizistin.

»Sie hat recht, komm, Schatz«, sagte Trude Elbmeier. Sie hakte sich bei ihrer Nichte unter und führte sie zu dem Krankenwagen, dessen hintere Tür die beiden Sanitäter gerade geöffnet hatten.

Während die Sanitäter sich um Lioba kümmerten, befragten die Polizistin und ihr Kollege die Passanten, die glaubten, etwas gesehen zu haben. Einige meldeten sich zu Wort und schilderten den Polizisten ihre Beobachtungen. Die einen sprachen von einem älteren Mann im dunklen Mantel, andere von einer Frau im Kapuzenshirt, wieder andere von einem jungen Mann in einer Skijacke, die mal blau, mal rot oder auch gelb gewesen sein sollte.

»Das bringt nichts, wir sollten den Zeugen befragen, den Theas Tochter in die Praxis Norden gebracht hat«, raunte die Polizistin ihrem Kollegen zu.

»Ja, du hast recht. Vielen Dank, Herrschaften, wir haben alles, was wir brauchen«, sagte der Polizist, rückte seine Mütze zurecht, die ein wenig locker auf seinem Kopf saß, und steckte seinen Notizblock in seine Jackentasche.

»Ich befürchte, dass die Tante des Opfers recht behalten wird. Diese Straßenräuber sind doch meistens Junkies, die Geld für ihren nächsten Schuss brauchen. Er wird die Kette irgendwo verhökern und dann ist er wieder verschwunden«, stellte die Polizistin mit einem resignierenden Achselzucken fest, als sie sich hinter das Steuer des Polizeiwagens setzte, während ihr Kollege auf dem Beifahrersitz Platz nahm.

»Er hatte eine Waffe bei sich, das nächste Mal bringt er vielleicht jemanden um. Ich hoffe, wir finden ihn.«

»Das hoffe ich auch, er sollte mit dieser Tat nicht davonkommen, und sollte er süchtig sein, muss ihn jemand dazu bringen, sein Leben zu ändern. Geben wir einfach unser Bestes«, sagte die Polizistin.

*

Pascal saß auf der Behandlungsliege in Daniels Sprechzimmer, während Daniel seine Wunde in der Wange nähte. Er hatte ihm zuvor ein leichtes Betäubungsmittel gespritzt, damit er den Schmerz aushalten konnte.

»Das war mutig von Ihnen, dem Opfer dieses Überfalls zu helfen«, sagte Daniel. Lydia hatte ihm geschildert, was passiert war, bevor sie Pascal zu ihm ins Sprechzimmer schickte.

»Ich bin mir nicht sicher, ob man das Mut nennen kann. Ich habe nur gesehen, dass die Frau Hilfe brauchte und bin einfach losgelaufen, ohne groß darüber nachzudenken, was ich da tue. Ich hätte wohl ein bisschen aufmerksamer sein sollen, dann würde ich jetzt nicht hier sitzen. Die Sache hätte für mich auch noch schlechter ausgehen können. Aber soweit hatte ich gar nicht gedacht«, entgegnete Pascal.

»Sie wollten nicht zusehen, wie dieser Mann sein Opfer noch weiter drangsaliert, und haben vermutlich Schlimmeres für diese Frau verhindert. Das war ohne Zweifel mutig.«

»Eigentlich wusste ich nicht wirklich, was da vor sich ging. Vielleicht hatte ich aber auch gehofft, dass mich noch jemand dabei unterstützt, den Täter zu vertreiben. Bedauerlicherweise war das, aber nicht der Fall. Die Leute haben sich darauf beschränkt, zuzusehen. Aber egal jetzt, die Sache ist vorbei, und die Frau, die überfallen wurde, schien unverletzt zu sein.«

»Dann hat sich Ihr Einsatz doch gelohnt. So, das war es, fertig«, sagte Daniel, nachdem er den letzten Stich gesetzt hatte. »Seien Sie bitte die nächsten Tage ein bisschen vorsichtig und berühren Sie die Wunde nicht ständig.«

»Ich muss aber jetzt zu meinen Probeaufnahmen. Ich hoffe, dass sie mich dort überhaupt noch mitmachen lassen, wenn ich mich derart verspäte.«

»Wenn Sie dem Regisseur den Grund Ihrer Verspätung erklären, werden Sie sicher noch eine Chance bekommen.«

»Vorausgesetzt, einer der beiden Kollegen, die auch für die Probeaufnahmen eingeladen wurden, hat ihn nicht bereits davon überzeugt, dass er statt meiner der richtige für die Rolle ist.«

»Ich wünsche Ihnen viel Glück, dass es klappt«, sagte Daniel. »Ich werde Ihnen zur Vorsicht einen Verband auf die Wunde legen, dann ist sie wenigstens ein bisschen geschützt.«

»Vielen Dank, Herr Doktor.«

»Sehr gern, Herr Krieger. Ich schreibe Ihnen noch etwas auf, falls die Schmerzen zu stark werden«, sagte Daniel und ging zu seinem Schreibtisch, um ein Rezept auszufüllen. »Kommen Sie bitte in zwei Tagen wieder in die Sprechstunde, damit ich mir die Wunde noch einmal ansehen kann«, bat Daniel seinen Patienten und reichte ihm das Rezept.

»Das mache ich, jetzt muss ich mich aber beeilen, sonst habe ich wirklich keine Chance mehr auf diese Rolle. Noch einmal vielen Dank, Herr Doktor«, verabschiedete sich Pascal von Daniel.

»Herr Krieger, die beiden Polizisten, die den Überfall untersuchen, würden gern mit Ihnen reden. Sie warten draußen vor der Tür«, sagte Lydia, als Pascal gleich darauf zu ihr an den Tresen kam, um sich für ihre Hilfe zu bedanken.

»Aber ich bin schon echt spät dran. Kann ich meine Aussage nicht heute Nachmittag machen?«

»Darauf werden sie sich nicht einlassen.«

»Darf ich einen Vorschlag machen?«, fragte Sophia.