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Nun gibt es eine Sonderausgabe – Dr. Norden Extra Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. »Hast du keine andere Wurst, Trixi?« fragte Victor Mallwitz etwas brummig. »Der Schinken schmeckt ja nach gar nichts.« »Es ist erstklassiger französischer Schinken und genau gewürzt. Nimm doch ein paar Pepperoni dazu. So scharf, wie du es willst, verkraftet ja keiner«, spottete Trixi. »Und wer kann es dir eigentlich recht machen, lieber Bruder?« »Du doch meistens«, lenkte er ein. »Entschuldige, aber ich mag es nun mal gewürzt.« »Anscheinend habt ihr gestern mal wieder zu tief in die Gläser geschaut«, fuhr sie fort. »Ich finde, daß Klaus ein bißchen zuviel trinkt.« »Nicht nur ein bißchen«, gab Victor zu, »aber um mich brauchst du nicht besorgt zu sein.« Er verschanzte sich wieder hinter der Zeitung und aß nebenbei das Schinkenbrötchen, ohne zu murren, während Trixi nun doch feststellte, daß der Schinken nicht so gut war wie sonst. »Alles wird teurer und schlechter«, kritisierte sie. »Was hast du gesagt?«
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Seitenzahl: 106
Veröffentlichungsjahr: 2021
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»Hast du keine andere Wurst, Trixi?« fragte Victor Mallwitz etwas brummig. »Der Schinken schmeckt ja nach gar nichts.«
»Es ist erstklassiger französischer Schinken und genau gewürzt. Nimm doch ein paar Pepperoni dazu. So scharf, wie du es willst, verkraftet ja keiner«, spottete Trixi. »Und wer kann es dir eigentlich recht machen, lieber Bruder?«
»Du doch meistens«, lenkte er ein. »Entschuldige, aber ich mag es nun mal gewürzt.«
»Anscheinend habt ihr gestern mal wieder zu tief in die Gläser geschaut«, fuhr sie fort. »Ich finde, daß Klaus ein bißchen zuviel trinkt.«
»Nicht nur ein bißchen«, gab Victor zu, »aber um mich brauchst du nicht besorgt zu sein.« Er verschanzte sich wieder hinter der Zeitung und aß nebenbei das Schinkenbrötchen, ohne zu murren, während Trixi nun doch feststellte, daß der Schinken nicht so gut war wie sonst.
»Alles wird teurer und schlechter«, kritisierte sie.
»Was hast du gesagt?« fragte Victor hastig und legte die Zeitung beiseite.
»Gib sie mir«, sagte Trixi.
»Wolltest du nicht zum Training?« fragte er, aber etwas in
seiner Stimme ließ Trixi aufhorchen.
»Erst um zehn Uhr. Was hast du denn plötzlich, Vic? Sind deine Aktien gefallen?«
»Nein, du weißt es noch nicht?«
»Was sollte ich wissen?«
Seine Wangenmuskeln zuckten. »Michael ist schwer verunglückt«, erwiderte er rauh.
Sie wurde blaß, aber sie nahm sich zusammen.
»Woher sollte ich es wissen. Was ist denn passiert?« fragte sie mit erzwungener Ruhe. »Du weißt doch, daß wir seit seiner Verlobung keinen Kontakt mehr haben.«
Er wollte etwas sagen, besann sich aber eines besseren. »Du kannst es in der Zeitung lesen. Ich muß ins Büro.«
Dafür hatte er sich ziemlich plötzlich entschieden, und Trixi ahnte, daß er einem Dialog ausweichen wollte. Zwischen ihnen war Michael Tanner schon zwei Monate kein Thema mehr, und sie hatten beide gute Gründe dafür gehabt.
Sie griff nach der Zeitung, aber dann blickte sie auf die Uhr. Sie hatte um zehn Uhr einen Termin bei Dr. Norden, aber das hatte sie Victor verschwiegen, damit er sich keine Sorgen machte, und so hatte sie gesagt, daß sie zum Training müsse. In einer Woche fand ein wichtiges Tennisturnier statt, und auf ihr ruhten die Hoffnungen ihres Clubs. Aber sie litt immer noch an den Folgen einer Grippe und fühlte sich schlapp, wenn sie sich das auch nicht anmerken ließ.
Sie steckte die Zeitung ein und fuhr zu Dr. Nordens Praxis.
Wendy, Dr. Nordens tüchtige Praxishelferin, verband gerade einem Jungen die Hand.
»Was hast du denn gemacht, Peppi?« fragte Trixi den Jungen, den sie kannte.
»Verbrannt hab’ ich mich, als ich Rührei machen wollte. Aber es ist ja die linke Hand. Ich kann trotzdem Balljunge sein.«
»Es ist ja noch Zeit bis zum nächsten Sonntag«, erwiderte sie.
»Können Sie noch zehn Minuten warten, Fräulein Mallwitz?« fragte Wendy. »Der Doktor mußte zu einem Notfall.«
»Ich habe Zeit. Wie sieht es im Wartezimmer aus?«
»Sie können sich ins Labor setzen. Ich messe dann gleich Ihren Blutdruck.«
»Lassen Sie sich nur Zeit«, sagte Trixi.
Sie konnte endlich die Zeitung lesen, und sie fand auch gleich, was über Michael Tanners Unfall berichtet wurde.
Der bekannte Tennisstar Michael Tanner verunglückte mit seinem Sportwagen, als er auf der Heimfahrt von einem Turnier in Paris war. Er zog sich schwere Verletzungen zu, aber Genaues ist noch nicht bekannt. Wahrscheinlich wird er jedoch für längere Zeit nicht an Turnieren teilnehmen können.
Trixi schloß die Augen. Sie sah ihn vor sich, kraftstrotzend, selbstbewußt, der geborene Sieger. Sie war so verliebt in ihn gewesen und glücklich, wenn er mit ihr sprach und sogar manchmal mit ihr trainierte. Ein bißchen gönnerhaft zwar, aber doch kameradschaftlich.
Und dann war Victor mit seiner Freundin Melanie in den Club gekommen, und Michael hatte nur noch Augen für sie gehabt. Trixi konnte Melanie nicht leiden, und sie hätte nichts dagegen gehabt, daß sie Victor den Laufpaß gab, aber nicht ausgerechnet wegen Michael.
Dr. Norden riß sie aus diesen Erinnerungen. »Hallo, Trixi, tut mir leid, daß Sie warten mußten«, sagte er.
»Das macht doch nichts. Sie haben mehr zu tun als ich.«
Er sah sie forschend an.
»Es geht Ihnen immer noch nicht gut«, stellte er fest. »Sie sollten lieber das Turnier absagen.«
»Ich habe ja noch eine Woche Zeit. Ich mag mein Team nicht enttäuschen. Sie rechnen so fest mit mir.«
Dr. Norden untersuchte Herz und Lunge. »Sie sollten sich aber noch schonen, Trixi«, stellte er fest. »Wie ich hörte, wird Michael Tanner auch noch ausfallen.«
»Ich habe es gerade in der Zeitung gelesen«, sagte sie gepreßt. »Wissen Sie mehr?«
»Er ist gestern nach München verlegt worden. Die Verletzungen sind schwer, aber er ist außer Lebensgefahr. Sonst weiß ich auch noch nichts. Ich wurde vorhin zu seiner Mutter gerufen. Sie hat sich sehr aufgeregt. Aber Michael ist bei Dr. Messner in besten Händen.«
»Hoffen wir das Beste«, sagte Trixi tonlos.
*
Sie hatte sich entschlossen, zum Club zu fahren, aber unterwegs kaufte sie noch ein paar Zeitungen. Sie hielt am Waldweg an und las zuerst die Zeitung, die Michaels Unfall als Schlagzeile brachte. Sie wußte, daß meistens alles aufgebauscht wurde, aber das sollte sie jetzt nicht stören.
Aber schon konnte sie lesen, daß es sich möglicherweise nicht nur um einen technischen Defekt am Wagen gehandelt haben könnte, sondern, daß daran manipuliert worden sei.
Für Michael Tanner war Paris ein Fiasko. Schon in der zweiten Runde mußte er wegen einer Bänderzerrung ausscheiden, danach hatte er eine lautstarke Auseinandersetzung mit seiner Freundin Melanie, die peinliches Aufsehen erregte. Ihr sagt man eine Affäre mit dem Schweizer Industriellen Pirmin Aubert nach. Außerdem wird davon gesprochen, daß die Firma seines Vaters vor dem Konkurs steht.
Trixi ließ die Zeitung sinken und schloß einen Augenblick die Augen. Die arme Frau Tanner, dachte sie, denn ihr größtes Mitgefühl galt Michaels Mutter, die sie als eine überaus liebenswürdige, warmherzige Frau kennengelernt hatte. Sie wollte nicht daran denken, daß Ursula Tanner gemeint hatte, daß Michael und Trixi ein Paar werden würden. Sie hatte zufällig einmal gehört, wie sie sich zu einer Bekannten dahingehend geäußert hatte.
Nun, wenn es zwischen Michael und Melanie zu einem ernsten Zerwürfnis gekommen war, würde Victor das wohl bald in Erfahrung bringen, denn er verfolgte Melanies Weg nach wie vor mit großem Interesse, wenngleich sich seine Einstellung zu ihr grundlegend geändert hatte. Er bewertete es positiv, daß es zwischen ihnen zu einer Trennung gekommen war, bevor es zu einer Heirat kommen konnte.
Victor sprach nicht über Melanie, aber Trixi wußte, daß er etwas über sie erfahren hatte, was ihn sehr skeptisch machte. Mancher nannte sie zynisch die männermordende Melanie. Trixi sah in ihr nur eine intrigante Verführerin. Allerdings brachte sie auch alles mit, was Männer reizte und sogar hörig machte.
Pech für Michael, wenn sie ihm auch Hörner aufgesetzt hat, dachte Trixi, aber es war doch Bitterkeit dabei.
Nun fuhr sie aber weiter und war bald im Club, wo sie mit gedämpftem Hallo empfangen wurde, denn auch hier war das Thema Michael Tanner.
Es waren etwa ein Dutzend Clubmitglieder anwesend, mehr weibliche als männliche, aber Trixi sah auch drei Fremde, die ihr hier noch nicht begegnet waren. Sie wurden ihr als Nick und Terry Fehring vorgestellt, und der etwas ältere Mann wurde einfach Colby genannt.
Trixi war überrascht, daß die Fremden über sie Bescheid zu wissen schienen.
»Auf Ihnen ruhen also die Hoffnungen des Clubs für das kommende Turnier«, sagte Terry Fehring.
»Ich fürchte, ich werde diesen nicht gerecht, da ich noch immer nicht ganz von einer Grippe kuriert bin«, erklärte Trixi zurückhaltend, denn sie war immer vorsichtig, seit eine Bemerkung von ihr in der Presse mal völlig falsch wiedergegeben worden war. Und sie wußte nicht, was diese drei Fremden hier überhaupt wollten. Die Fragen gingen dann durcheinander, und Trixi kam gar nicht klar, wer sie denn stellte. Jedenfalls wollte man wissen, wann sie von Michaels Unfall erfahren hatte und ob sie mehr wüßte.
»Woher denn?« fragte sie aggressiv. »Ich habe es aus der Zeitung erfahren.«
»Er wurde gestern nach München gebracht, ins Klinikum«, sagte Nick Fehring.
»Sie sind gut informiert«, meinte Trixi spöttisch, aber sie sah ihn doch zum ersten Mal richtig an. Er hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit Michael und verkörperte den Typ Mann, der Trixi sympathisch war, ein markantes Gesicht, kritischer Blick, aber ein Blitzen in den Augen, das Humor verriet und ein sehr energisch wirkender Mund.
»Wir kommen aus Paris und waren bei dem Turnier anwesend«, warf Terry ein, sichtlich bemüht, in Trixi kein Mißtrauen aufkommen zu lassen.
»Unser Turnier dürfte für Sie kaum interessant sein, falls Sie Tennisfans sind«, sagte Trixi anzüglich.
»Eigentlich sind wir an Ihnen interessiert, Trixi Mallwitz«, mischte sich jetzt Colby ein. »Wir wollen Sie für einen Film über den Werdegang eines Tennisstars haben, der ohne Hilfe und Einmischung der Eltern den Weg nach ganz oben geschafft hat.«
Trixi war fassungslos. »Das ist doch absurd«, stieß sie hervor. »Ich kann einigermaßen Tennis spielen, aber ich habe nicht das geringste Talent zur Schauspielerin.«
»Das müßte sich noch herausstellen«, sagte Colby. »Sie sind jedenfalls sehr fotogen, und es stimmt doch, daß Ihre Eltern gegen Ihre Karriere waren.«
»Das kann man so nicht sagen«, brauste Trixi auf, »meine Eltern leben auf dem Land, sie bewirtschaften einen Bauernhof und haben nichts am Hut mit Stadtmenschen. Sie hatten aber nichts dagegen, daß ich Sport treibe und Tennis spiele. Sie haben wohl nicht gedacht, daß ich erfolgreich werden könnte.«
»Das ist doch eine interessante Story«, sagte Colby, während Trixi Nick Fehrings Blick auf sich ruhen spürte und verlegen wurde.
»Wagen Sie es ja nicht, meine Eltern da mit hineinzuziehen«, begehrte sie auf. »Es ist überhaupt Unsinn. Ich denke nicht daran, mich auf ein solches Angebot einzulassen.«
»Überlegen Sie es sich in Ruhe. Nick ist unser Drehbuchautor, Terry unsere PR-Managerin. Sie werden Ihnen gern erklären, wie wir uns die Geschichte vorstellen. Der Vorschlag, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen, stammt übrigens von Michael Tanner.«
Trixis Augen weiteten sich. »Von Michael? Wie kommt er denn auf solche Schnapsidee?«
»Ihm hatten wir die männliche Hauptrolle zugedacht. Der Unfall kann als dramatisches Ereignis eingebaut werden. Wenn sich dadurch auch eine Verzögerung ergibt, so hoffen wir doch, daß Michael bald wiederhergestellt sein wird.
Er hat jedenfalls gemeint, daß Ihr Weg als sehr ungewöhnlich zu bezeichnen ist, und daß Sie außerdem die attraktivste Spielerin sind, die er kennt.«
»Das soll Michael gesagt haben? Ich kann’s nicht glauben.«
»Es ist aber die Wahrheit«, warf nun Nick ein. »Er scheint Sie sehr gut zu kennen?«
»Wir sind zufällig im selben Club«, sagte Trixi schnippisch. »Aber daß er schauspielerische Talente hat, ist wohl nicht zu leugnen.«
Daraufhin schien Nick Fehring ziemlich irritiert zu sein, und Terry lächelte vielsagend. Nur konnte niemand dieses Lächeln deuten.
»Wir könnten uns mal unter vier Augen unterhalten, Trixi«, schlug sie vor. »Sie sollten nicht gleich nein sagen. Wir wissen, daß Ihr Bruder Rechtsanwalt ist und würden selbstverständlich über einen möglichen Vertrag auch mit ihm sprechen.«
»Ich weiß nicht, was ich sagen soll, aber Sie haben gute Vorarbeit geleistet.«
Sie stand auf und ging zur Bar. »Charly, bitte einen Espresso und ein Wasser«, sagte sie, »und fragen Sie die Runde, was sie haben möchten. Ich gebe nämlich einen aus.«
»Verflixt«, sagte Nick Fehring, »es wäre an uns gewesen. Das Mädchen ist verdammt selbstsicher.«
»Sie gefällt mir sehr«, sagte Terry leise. »Wir haben es falsch angefangen.«
Trixi hatte ihnen Servus zugerufen und war gegangen, und die anderen saßen mit recht langen Gesichtern da.
»Du mußtest ja auch mit der Tür ins Haus fallen, Colby«, sagte Terry vorwurfsvoll.
»Meistens springen die Girls doch gleich an die Decke, wenn sie das Wort ›Film‹ hören«, brummte er.
»Trixi ist eben anders«, sagte ein Clubmitglied. »Sie ist in erster Linie Sportlerin. Sie sieht sich nicht als Star.«
»Sie ist ein prima Kumpel«, sagte Gitti Landers, Trixis Doppelpartnerin. »Und außerdem war sie in letzter Zeit nicht gut auf Michael zu sprechen.«
»Warum nicht?« fragte Nick aufhorchend.
»Erstens hat er ihrem Bruder die Freundin ausgespannt und zweitens war Melanie sowieso nicht ihr Geschmack. Aber das nur nebenbei. Sie ist nicht nachtragend, und ganz bestimmt tut es ihr leid, daß Michael so schwer verunglückt ist. Meinen Sie es wirklich ernst mit der Filmerei? Was soll denn das für eine Story werden?«
»Wir können doch nicht alles verraten. Morgen steht es brühwarm in der Regenbogenpresse«, sagte Nick. »Jedenfalls war es eine interessante Begegnung.«
Als Trixi in der Kanzlei ihres Bruders erschien, war Victor sehr überrascht, denn hierher kam sie sehr selten.
»Hast du dich verlaufen?« scherzte er. »Oder ist etwas passiert?« Er sah sie forschend an und bemerkte die kleine Zornesfalte zwischen ihren Augenbrauen.
»Das war ein sehr interessanter Vormittag«, stellte sie fest. »Du wirst es nicht glauben, aber man hat mir die Hauptrolle in einem Film angetragen.«
»Wer war denn der Scherzbold?« meinte er neckend, und Trixi war es klar, daß er es nicht ernstnahm.
