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Es ist Sonntagabend. Ganz Deutschland sitzt vor dem Fernseher und fiebert mit den "Tatort"-Kommissaren. Ganz Deutschland? Nein! In der badischen Senioren-"Residenz am Rosengarten" proben fünf Alte den Aufstand. Punkt 20.15 Uhr versammeln sie sich, um einander mit weinseligen Mordsgeschichten einen höllischen Spaß zu bereiten. Stets begleitet von einem Schlückchen netten Rebensafts bringen sie abwechselnd teils haarsträubende Erzählungen zu Gehör, die anschließend ebenso kritisch beäugt werden wie die Befindlichkeit der Welt im Allgemeinen und des Alters im Besonderen. Ruth Gleissner-Bartholdi liefert mit "Ein perfekter Abgang" eine sanfte Persiflage auf das Krimi-Genre, die an kriminalistischen Inhalten nichts zu wünschen übrig lässt. Mit liebenswürdigen, vollmundigen Charakteren und einer würzigen Note von Tod im Abgang.
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Seitenzahl: 244
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Was ein „perfekter Abgang“ ist, weiß jeder Weingenießer. Der doppelte Boden dieser Charakteristik erschließt sich höchst vergnüglich in den weinseligen Geschichten, mit denen sich fünf „Senioren“ den Sonntagabend vertreiben. Vier Damen und ein Herr, allesamt bekennende „Tatort“-Verächter, erfreuen sich an Mordsideen, wie man einem lästig gewordenen Mitmenschen den Weg ins Jenseits ebnen kann. Natürlich hat dieser Weg seine Tücken und ist, wie Politiker gern sagen, nicht unbedingt „zielführend“...
Diese subtile Persiflage auf das Krimi-Genre folgt der Erkenntnis des Dichters Ringelnatz: „Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.“
Ruth Gleissner-Bartholdi (*1937) ist Journalistin und Autorin mehrerer Romane, darunter „Die Katzenschule“, „Die Mitternachtswette“, „Der halbierte Baum“ und „Die Reise nach dem Morgen-Land“. Sie lebt in Badenweiler, im Herzen des Markgräflerlandes.
Über ihre Bücher sagt sie: „Ich schreibe für gestresste Menschen, die sich zur Entspannung eine leichte, aber nicht seichte Lektüre wünschen.“
Die deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet unter http://dnb.de abrufbar.
© 2014 Der Kleine Buch Verlag, Karlsruhe
Projektmanagement: Julia Prus, Der Kleine Buch Verlag, Karlsruhe
Lektorat: Beatrice Hildebrand, Der Kleine Buch Verlag, Karlsruhe
Umschlaggestaltung: röger & röttenbacher GbR, r2 | Büro für Gestaltung,www.roeger-roettenbacher.de
Umschlagbilder:
Weinglas: Sheli Jensen/shutterstock.com
Fliege: Smit/shutterstock.com
Tischdecke: Zerbor/shutterstock.com
Satz & Layout: Satzpunkt Ursula Ewert GmbH, Bayreuth
E-Book Konvertierung & Formatierung: Beatrice Hildebrand, Der Kleine Buch Verlag, Karlsruhe
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes (auch Fotokopien, Mikroverfilmung und Übersetzung) ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt auch ausdrücklich für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen jeder Art und von jedem Betreiber.
ISBN 978-3-7650-2116-9
Dieser Titel ist auch als Printversion erschienen: ISBN 978-3-7650-8803-2
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Für Angi, die mich auf die Idee brachte,
und Ilona, ohne deren Zuspruch
es bei der Idee geblieben wäre
Wo sich alsbald herausstellt, dass
fünf bejahrte „Tatort“-Boykotteure
mörderische Phantasien entwickeln,
wobei sie auch noch lachen
„Ich pfeife auf den ‚Tatort‘! Es ist doch bescheuert, deshalb das Abendessen auf den Nachmittag vorzuverlegen!“
So sprach, nein, rief Ellen Vingard aufgebracht in den Speisesaal, wo sich etliche Bewohner der Senioren-„Residenz am Rebhang“ über ihre Teller beugten. Und da Ellen erstens mit ihrem Aufschrei abrupt die gediegene Ruhe unterbrach und zweitens statt pfeifen ein ausdrucksstärkeres Wort benutzte, das hier nicht wiedergegeben werden soll, war der Eklat perfekt.
Köpfe wurden fassungslos geschüttelt, Hälse in Richtung der Störenfriedin gereckt, Messer und Gabeln fallen gelassen. Einige Herrschaften biblischen Alters wähnten sich offenbar dem Weltuntergang nahe und verließen erhobenen Haupts und betont langsam mit schrägem Blick auf Ellen den Raum.
Nur einer hielt nicht an sich. Er lachte. Er lachte so laut und so erheitert, dass ein paar Herren, vor allem aber Damen (warum, wird später erklärt werden) ein Lächeln wagten, das hier und da an ein sattes Grinsen erinnerte: Willy Weimar, allseits bekannt für seinen Widerstand gegen Verordnungen, die er für Blödsinn hielt und auch ohne Hemmungen öffentlich als solchen bezeichnete, ergötzte sich offenkundig. Er lachte über den – wie er es nannte – neuesten Streich unserer hochverehrten Direktion. Die hatte nämlich vor zwei Wochen verfügt, dass die Bewohnerinnen und Bewohner das sonntägliche Abendessen im Speisesaal eine Stunde früher als bisher, nämlich um 17:30 Uhr zu beginnen und spätestens bis 18:45 Uhr zu beenden hatten. Damit sollte dem Personal die Möglichkeit gegeben werden, pünktlich zum Fernseh-„Tatort“ daheim oder in der hauseigenen Unterkunft zu sein.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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