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Die neue Praxis Dr. Norden - So war es nicht geplant, doch Dr. Danny Norden betrachtet es als Chance. Äußere Umstände zwingen ihn zu einem Neustart. Und diesen nimmt Danny tatkräftig in Angriff, auch, wenn er mit Abschied, Trennung, Wehmut verbunden ist. Dr. Danny Norden praktiziert jetzt in seiner neuen, modernen, bestens ausgestatteten Praxis. Mit Kompetenz, Feingefühl und Empathie geht er auf seine Patienten zu und schafft ein Klima, das die Genesung fördert: eben Dr. Danny Norden, wie er leibt und lebt, und er wird immer besser! »Guten Morgen, Valentina, wie war Ihr Ausflug nach Salzburg?«, fragte Olivia, als sie am Montagmorgen in die Küche hinunterkam und Valentina schon den Tisch für das Frühstück deckte. Sie trug eine weiße Schürze über ihrer dunklen Hose und der geblümten Bluse und sah äußerst zufrieden aus. »Guten Morgen, Frau Doktor, unser Ausflug war wirklich schön. Wir hatten viel Spaß. Unser Marcel ist ja so ein herziges Buberl«, entgegnete Valentina und sah die schöne Frau in dem hellgrünen Kleid mit einem aufrichtigen Lächeln an. »Das klingt, als hätten Sie sich mit der neuen Familienkonstellation bereits angefreundet.« »Es war nicht wirklich schwer, Monique und ihren Sohn in die Familie aufzunehmen. Korbinian habe ich verziehen, und Monique und ihr Sohn sind doch vollkommen unschuldig, was den Seitensprung meines Mannes betrifft. Es kann auch niemand etwas dafür, dass ich keine Kinder bekommen konnte, jetzt werde ich Korbinian dabei unterstützen, ein guter Vater und ein guter Großvater zu sein.« »Ihr Korbinian kann sich wirklich glücklich schätzen, Sie als Frau zu haben.« »Ich denke, dass er weiß, was er an mir hat«, antwortete sie lachend. »Ich hoff, es ist recht, dass es heut mal wieder Pancakes zum Frühstück gibt.« »Ja, das ist uns recht, es ist uns sogar sehr recht«, erklärte Ophelia, die nach ihrer Mutter in die gemütliche Wohnküche kam. »Guten Morgen, mein Herz«, sagte Valentina und betrachtete das Mädchen in der gelben Jeans und dem weißen Pulli mit einem liebevollen Lächeln. Ophelia hatte das gleiche hellrote lange Haar wie ihre Mutter, die gleichen hellblauen Augen und sie war ebenso hübsch wie ihre Mutter.
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Seitenzahl: 116
Veröffentlichungsjahr: 2024
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»Guten Morgen, Valentina, wie war Ihr Ausflug nach Salzburg?«, fragte Olivia, als sie am Montagmorgen in die Küche hinunterkam und Valentina schon den Tisch für das Frühstück deckte. Sie trug eine weiße Schürze über ihrer dunklen Hose und der geblümten Bluse und sah äußerst zufrieden aus.
»Guten Morgen, Frau Doktor, unser Ausflug war wirklich schön. Wir hatten viel Spaß. Unser Marcel ist ja so ein herziges Buberl«, entgegnete Valentina und sah die schöne Frau in dem hellgrünen Kleid mit einem aufrichtigen Lächeln an.
»Das klingt, als hätten Sie sich mit der neuen Familienkonstellation bereits angefreundet.«
»Es war nicht wirklich schwer, Monique und ihren Sohn in die Familie aufzunehmen. Korbinian habe ich verziehen, und Monique und ihr Sohn sind doch vollkommen unschuldig, was den Seitensprung meines Mannes betrifft. Es kann auch niemand etwas dafür, dass ich keine Kinder bekommen konnte, jetzt werde ich Korbinian dabei unterstützen, ein guter Vater und ein guter Großvater zu sein.«
»Ihr Korbinian kann sich wirklich glücklich schätzen, Sie als Frau zu haben.«
»Ich denke, dass er weiß, was er an mir hat«, antwortete sie lachend. »Ich hoff, es ist recht, dass es heut mal wieder Pancakes zum Frühstück gibt.«
»Ja, das ist uns recht, es ist uns sogar sehr recht«, erklärte Ophelia, die nach ihrer Mutter in die gemütliche Wohnküche kam.
»Guten Morgen, mein Herz«, sagte Valentina und betrachtete das Mädchen in der gelben Jeans und dem weißen Pulli mit einem liebevollen Lächeln. Ophelia hatte das gleiche hellrote lange Haar wie ihre Mutter, die gleichen hellblauen Augen und sie war ebenso hübsch wie ihre Mutter.
»Oda und Vincent werden Sie damit auch eine Freude machen.«
»Ich weiß«, antwortete Valentina schmunzelnd und nahm die Eier aus dem Kühlschrank, die sie für die Pancakes brauchte.
»Hallo, Valina!«, riefen Oda und Vincent, die gleich darauf mit Daniel aus dem ersten Stock herunterkamen.
»Hallo, meine Süßen«, begrüßte Valentina die Zwillinge.
»Papa Oda und Vince angezoge hat«, erzählte ihr Oda und tippte auf die orangefarbenen Pullis und die blauen Latzhosen, die sie und ihr Bruder trugen.
»Euer Papa hat einen guten Geschmack«, sagte Valentina, während sie sich zu den beiden herunterbeugte und ihnen sanft über das Haar streichelte.
»Wie geht es Ihnen, Valentina?«, fragte Daniel, nachdem auch er und Valentina sich einen guten Morgen gewünscht hatten.
»Ich bin sehr glücklich mit meinem neuen Leben«, sagte sie.
»Das heißt dann wohl, dass es Ihnen gefällt, so unverhofft Großmutter geworden zu sein«, stellte Ophelia fest.
»Ja, Herzl, es gefällt mir sogar sehr.«
Dass Monique, eine junge Französin, die Folge einer Affäre war, die Korbinian vor 35 Jahren eingegangen war, war kein Geheimnis mehr, die ganze Nachbarschaft wusste inzwischen davon und trug es mit Fassung. Niemand sah Korbinian deshalb schief an. Im Gegenteil, alle betrachteten es mit Wohlwollen, wie schnell er und Valentina die junge Frau und ihren kleinen Sohn in ihre Familie aufgenommen hatten, obwohl Korbinian bis vor Kurzem nichts von ihrer Existenz gewusst hatte.
»Leute, es gibt Kuchen«, klärte Ophelia ihre Geschwister auf, nachdem Daniel die beiden in ihre Hochstühle gesetzt hatte.
»Kuchen!«, riefen die Zwillinge und wackelten vor Freude mit den Beinchen.
»Herr Doktor, ich hoff, die Manuela Ebeling wird sie heut aufsuchen. Ich hab es ihr zumindest geraten. Ich war am Freitag bei ihr im Büro, weil der Korbinian und ich unsere Wasserleitungen überprüfen lassen wollen. Die junge Frau sieht nicht gut aus. Vielleicht der Stress, weil sie und ihr Mann sich doch vor ein paar Monaten selbstständig gemacht haben.«
»Ich hoffe immer, dass sich meine Patienten an mich wenden, wenn es ihnen nicht gut geht«, sagte Daniel.
»Das machen die Leute auch, weil sie wissen, dass Sie sich wirklich für sie interessieren.«
»Daniel ist eben ein mitfühlender Arzt, ein seltenes Exemplar heutzutage«, stellte Ophelia fest.
»Papa kein Exemplar«, erklärte Vincent, der seiner Schwester genau zugehört hatte.
»Aber ja, damit hast du natürlich recht, Brüderchen, euer Papa ist kein Exemplar, er ist einfach der beste Daniel Papa, den es gibt.«
»Ja, beste Daniel Papa«, stimmte Oda ihr sofort zu.
»Ortrud auch beste Papa sagt«, stellte Vincent fest, als Ortrud, die rot getigerte Katze, die auf dem Fensterbrett in der Sonne lag, ihr Köpfchen hob und laut miaute.
»Ganz offensichtlich sind wir uns alle darüber einig, dass wir Daniel lieben«, stellte Olivia lächelnd fest.
»Ja, Papa liebhabe!«, riefen die Zwillinge.
»Also, Herr Doktor, Ihnen geht es schon recht gut«, stellte Valentina lächelnd fest und wendete die beiden Pfannkuchen, die in der Pfanne lagen.
»Stimmt, mir geht es gut, mir geht es wirklich richtig gut«, sagte Daniel und betrachtete seine Familie, die mit ihm am Frühstückstisch saß, mit einem liebevollen Blick.
*
»Frau Ebeling sieht ziemlich mitgenommen aus«, raunte Lydia Sophia zu, nachdem die junge Frau in der roten Jeans und dem dunkelblauen Pullover, die sich gerade für die Vormittagssprechstunde bei ihnen am Tresen angemeldet hatte, ins Wartezimmer gegangen war.
»Sie wirkt äußerst nervös, irgendetwas ist ganz und gar nicht in Ordnung mit ihr«, stimmte Sophia ihr zu, als sie sah, wie Manuela Ebeling mit den Spitzen des Zopfes spielte, zu dem sie ihr schweres dunkles Haar geflochten hatte.
»Sie kommt jetzt seit zwei Jahren zu uns, ernsthaft krank war sie bisher noch nicht. Vielleicht hat sie im Moment ein bisschen zu viel Stress.«
»Könnte sein, ihr Mann hat sich doch vor ein paar Monaten als Installateur selbstständig gemacht. Sie kümmert sich um die Büroarbeiten, Kundenbetreuung mit eingeschlossen.«
»Installateure sind gefragt, um Aufträge werden sie sich keine Sorgen machen müssen«, sagte Lydia.
»Dazu muss sich aber erst einmal herumsprechen, dass es sie gibt und dass sie zuverlässig sind.«
»Du hast recht, am Anfang gibt es vermutlich die eine oder andere Unsicherheit. Aber wie gesagt, Installateure sind gefragt, es gibt inzwischen nicht mehr genug junge Leute, die sich für einen handwerklichen Beruf entscheiden.«
»Dann werden die wenigen, die es noch gibt, bald Raritäten sein. Im Gegensatz zu den akademischen Berufen, die in großen Teilen irgendwann weniger auf Menschen angewiesen sein werden, da die künstliche Intelligenz sie ersetzen kann, sollten wir wohl noch eine ganze Weile darauf warten müssen, bis ein Roboter zu uns ins Haus kommt, um unser Waschbecken auszutauschen oder eine Steckdose zu reparieren«, stellte Sophia fest.
»Medizinische Diagnosen und Operationen werden wir über kurz oder lang auch der KI überlassen.«
»Der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten, aber Ärzte wie Daniel, die echtes Mitgefühl zeigen und aufrichtig daran interessiert sind, dass es ihren Patienten gut geht, werden uns mit Sicherheit erhalten bleiben.«
»Dann ist die KI aber auch in diesem Punkt äußerst hilfreich, weil diejenigen, die ihre Patienten nur wie Nummern auf ihrem Abrechnungsbogen behandeln, verschwinden werden.«
»Mit dieser Entwicklung sollten wir leben können. Guten Morgen, Frau Hagen«, wandte sich Sophia der Frau in dem hellblauen Dirndl zu, die in diesem Moment in die Praxis kam.
»Ich bräuchte ein Rezept für mein Asthmaspray«, antwortete Berta Hagen, eine junge Kellnerin aus dem Biergarten im Englischen Garten.
»Das stelle ich Ihnen sofort aus«, antwortete Sophia mit einem freundlichen Lächeln. Dieses Gespräch scheint ihr nicht wirklich angenehm zu sein, dachte sie, als sie noch einmal kurz in das Wartezimmer mit den gelben Sesseln und den hochgewachsenen Grünpflanzen schaute, das nur durch eine Glaswand von der hellen Empfangsdiele getrennt war. Manuela Ebeling war von den drei älteren Frauen, die außer ihr noch im Wartezimmer saßen, in ein Gespräch verwickelt worden, es war offensichtlich, dass es ihr schwerfiel, daran teilzunehmen.
Sophia hatte Manuelas Verhalten richtig eingeschätzt. Diese Unterhaltung im Wartezimmer gefiel ihr nicht. Sie wollen die Wahrheit doch gar nicht hören, dachte sie, als die drei Frauen, die in ihrer Nachbarschaft wohnten, von ihr wissen wollten, warum sie in den letzten Wochen so mitgenommen aussah. Dass ihr Luis` Verhalten seit einigen Wochen große Sorgen machte, wollte sie ihnen gegenüber nicht erwähnen.
Die drei, die an der Wand ihr gegenübersaßen, kannten Luis, der noch immer in dem Haus wohnte, in dem er aufgewachsen war und das er nach dem Tod seiner Eltern geerbt hatte, schon seit seiner Kindheit. Sie dagegen war erst nach ihrer Hochzeit mit Luis vor drei Jahren von Augsburg nach München gezogen. Wenn es Unstimmigkeiten in ihrer Ehe gab, dann würden sie die Schuld sicher erst einmal bei ihr suchen.
»Du fühlst dich doch nicht mit der Arbeit überfordert, Madl? Ich mein, du warst doch damit einverstanden, dass der Luis sich selbstständig gemacht hat«, sagte Frau Beyer, eine pummelige Mittsechzigerin mit hennarotem Haar, die ein helles Kleid mit buntem Blumenmuster trug.
»Ich fühle mich nicht überfordert, alles läuft gut«, versicherte ihr Manuela.
»Das höre ich gern, der Luis hat ja schon immer den Wunsch gehabt, einmal sein eigener Herr zu sein.«
»Aber allein kann er das nicht schaffen, er braucht schon ein bissel Unterstützung«, sagte Frau Nimroth, die erst vor ein paar Tagen ihren 60. Geburtstag gefeiert hatte. Die kleine zierliche Frau in dem hellen Trachtenkostüm hatte kurzes brünettes Haar und trug eine Brille mit einem hellroten Rahmen.
»Er hat doch eine Frau, auf die er sich verlassen kann, so ist es doch?«, wandte sich ihr Frau Engelbrecht zu. Die stattliche Frau mit den kurzen grauen Locken zupfte nachdenklich an den langen Ärmeln der weißen Bluse, die sie zu ihrem blauen Faltenrock trug.
»Luis kann sich immer auf mich verlassen«, sagte Manuela.
»In letzter Zeit scheint es aber, als seid ihr beiden euch nicht immer so richtig einig. Bereust vielleicht doch, dass du seiner Selbstständigkeit zugestimmt hast? Ich mein, du hattest ja einen recht bequemen Job in der Einkaufsabteilung im Möbelhaus.«
»Es ist alles gut so, wie es jetzt ist, Frau Engelbrecht«, sagte Manuela. Allmählich kam ihr dieses Gespräch wie ein Verhör vor. Ja, mit Luis und ihr lief es in letzter Zeit nicht so wirklich gut, aber ihre Arbeit hatte damit nichts zu tun. Es lag an Luis` Verhalten ihr gegenüber. Der liebevolle charmante Mann, den sie geheiratet hatte, reagierte in letzter Zeit immer häufiger aggressiv auf alles, was sie sagte. Einige Male hatte er sie auch schon in der Öffentlichkeit aus einer Nichtigkeit heraus angeschrien, was der Nachbarschaft wohl nicht entgangen war. Aber darüber wollte sie mit niemandem sprechen, das war eine Sache zwischen ihrem Mann und ihr, sie mussten dieses Problem allein lösen. Sie war sicher, dass Luis` Laune sich verbessern würde, sobald sie einen ausreichend großen Kundenstamm akquiriert hatten.
»Stimmt was nicht?«, fragte Frau Nimroth, als Manuela ihr Handy aus ihrer Handtasche holte.
»Es ist alles in Ordnung. Entschuldigen Sie mich bitte, aber ich muss ein paar Nachrichten schreiben«, sagte Manuela und tat so, als würde sie etwas auf dem Display eingeben. Sie wollte sich nicht weiter ausfragen lassen. Dem armen Mann müssen schon seit Wochen ständig die Ohren klingeln, dachte sie, als sie hörte, über wen ihre drei Nachbarinnen sich nun unterhielten.
»Ob die Valentina diese Sache wirklich akzeptiert hat?«, wollte Frau Beyer wissen und sah die beiden anderen Frauen an.
»Behaupten tut sie es ja«, erklärte Frau Nimroth, die links neben ihr saß.
»Sie haben sogar schon einen Familienausflug gemacht. Die Valentina hat sich ja schon immer ein Enkelkind gewünscht«, stellte Frau Engelbrecht fest, die rechts von Frau Nimroth saß.
»Also, ich wüsste nicht, was ich tun würde, wenn herauskäme, dass mein Mann so eine Affäre mit Folgen gehabt hätte«, seufzte Frau Beyer. »Aber letztendlich ist es schon recht schön, dass die Valentina die junge Frau und das Kind in die Familie aufgenommen hat.«
Genauso ist es, dachte Manuela, auch sie hatte gehört, dass Valentina Merzinger ihrem Mann verziehen hatte, aber letztendlich ging sie alle das gar nichts an. Um den Spekulationen ihrer Nachbarinnen über den Gemütszustand anderer Leute nicht mehr länger zuhören zu müssen, rief sie die Seite einer Münchener Tageszeitung auf und las die neuesten Nachrichten aus der Stadt und ihrer Umgebung.
Ein paar Minuten später hatte die Besetzung des Wartezimmers gewechselt. Frau Nimroth und Frau Engelbrecht waren nacheinander ins Labor gebeten worden und Frau Beyer ins Sprechzimmer zu Doktor Norden. Zwei junge Frauen und zwei ältere Ehepaare, die Manuela vom Sehen kannte, waren ins Wartezimmer gekommen. Sie hatte kurz aufgeschaut, als sie ihr einen Guten Morgen wünschten und wandte sich dann wieder dem Text auf dem Display ihres Telefons zu. Als sie kurz darauf von Daniel Norden durch den Lautsprecher im Wartezimmer aufgerufen wurde, in sein Sprechzimmer zu kommen, verabschiedete sie sich mit einem freundlichen Gruß von den anderen Patienten.
»Hallo, Frau Ebeling, wie geht es Ihnen?«, fragte Daniel die Patientin, deren Besuch Valentina ihm bereits angekündigt hatte, nachdem sie auf einem der beiden Stühle vor seinem Schreibtisch Platz genommen hatte.
»Möglicherweise habe ich mir eine Gastritis eingefangen. Ich habe in letzter Zeit häufig Magenschmerzen und oft auch Kopfschmerzen.«
»Stehen Sie denn derzeit unter großer Anspannung? Die Symptome, die Sie schildern, könnten auch auf zu viel Stress hindeuten«, sagte Daniel und sah Manuela an.
»Ein wenig angespannt bin ich im Moment schon. Mein Mann und ich haben uns vor drei Monaten selbstständig gemacht. Es läuft zwar schon recht gut mit unserem Betrieb, aber noch ist das Geschäft keine Routine und die Furcht, es könnte möglicherweise nicht klappen, ist noch nicht ganz verschwunden«, gestand Manuela Daniel. Auch dem jungen Arzt gegenüber wollte sie ihre momentanen Probleme mit Luis nicht erwähnen. Sie war sicher, Luis würde sich schon bald wieder beruhigen und zu seiner gewohnten Freundlichkeit zurückfinden.
»Das kann ich nachvollziehen, gerade am Anfang einer Selbstständigkeit findet man kaum Zeit zum Entspannen.«
»Ich hoffe, dass wir uns in ein paar Wochen wieder ein bisschen mehr Zeit für uns nehmen können. Das Leben sollte ja nicht nur aus Arbeit bestehen.«
