Ein Sommer mit Tieren - Lise Gast - E-Book

Ein Sommer mit Tieren E-Book

Lise Gast

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Beschreibung

In diesem Kinderbuchklassiker erleben die Freundinnen Ursula und Penny in den Sommerferien spannende Abenteuer mit großen und kleinen Tieren. Ein Mädchenroman, der jungen Lesern beste Unterhaltung bietet und Fans von Lise Gast in Nostalgie schwelgen lässt. Ursula darf die Sommerferien bei Tante Trullala in ihrem Haus in Hohenstaufen verbringen. Unter all den Tieren, die Tante Trullala unter ihrer Obhut hat, fühlt sie sich wohl, bis Penny auftaucht. Penny, die eigentlich Penelope heißt und immer zottelige Haare hat. Sehr zum Ärgernis von Ursula übernimmt Penny auch sofort den Haushalt, als Tante Trullala für einige Tage verreisen muss. Gemeinsam kümmern sich die beiden Mädchen um die vielen Tiere, sorgen für den Onkel und Til, den kleinen Bruder von Ursula, und nehmen sogar ein Pferd, ein Lama und einen Laubfrosch in Pflege. Als Penny im Nachbardorf auch noch beim Krokodilfüttern hilft, geschieht ein böses Unglück. Jetzt erst merkt Ursula, dass sie in Penny eine Freundin gefunden hat.

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Als Mutter anrief, hatte ich solches Herzklopfen, daß ich sie kaum verstand. Jetzt entschieden sich meine Ferien — Himmel, war das spannend! Ich hatte den ganzen Vormittag auf den Anruf gelauert.

„Es wird nun doch alles anders, Musch, mein Liebes“, sagte Mutter vorsichtig. Sie spricht manchmal schon mit mir wie mit einem Erwachsenen, das finde ich so toll an ihr. „Ich komme hier nicht los, muß noch vier Wochen liegen. Nein, kein Grund zur Sorge, der Arzt hat mir versprochen, daß ich dann wirklich gesund bin. Ganz, mit Garantieschein. Aber wenn ich jetzt schon aufstehe und loslege, sagt er…“

„Du fährst jedenfalls nach Hohenstaufen, wie du es dir vorgenommen hast. Das ist für dich jetzt die Hauptsache, und du hast es verdient. Vater wird eben versuchen müssen, ohne seine große Tochter auszukommen. Aber du mußt Til mitnehmen. Bitte, Musch. Til mit seinen zehn Jahren ist nirgends unterzubringen außer dort, und er wird dir schon folgen. Du kannst ihn manchmal besser nehmen und zur Vernunft bringen als ich. Das Baby bleibt bei meiner Freundin, und die Zwillinge —“

„Muß ich die etwa auch mitnehmen?“ — mir schauderte. Ralf und Roland sind sieben, also im schlimmsten Alter. Kleinere sind süß und größere haben schon Verstand, wenigstens etwas, diese Preislage aber ist entsetzlich. Noch dazu in doppelter Ausführung — was dem einen nicht einfällt, weiß der andere. Und —

„Nein, nein, Musch, keine Angst! Die Zwillinge kommen zu Oma. Du nimmst Til mit und weiter keinen. Und ihr werdet es bestimmt wunderschön haben bei Tante Trullala.“

O ja. Tante Trullala ist Mutters ältere Schwester, meine Patentante. Sie wohnt mit ihrem Mann im Dorf Hohenstaufen, das an dem Berg liegt, der ebenso heißt — in einem Haus am Hang. Und Tante Trullala ist die geliebteste, goldenste, kugelrundeste Tante der Welt, mit braunen Kulleraugen und lachlustig wie ein Star. Ihre Söhne sind groß und aus dem Haus, es sind vier, und dann hatte sie — ja, das ist etwas sehr Trauriges. Sie hatte noch eine kleine Tochter, einen Nachkömmling, die wäre jetzt ungefähr so alt wie ich.

Aber sie ist gestorben. Das war für Tante und Onkel sehr schwer, denn sie hatten sich immer eine Tochter gewünscht.

Tante hat es auch noch nicht verwunden, das weiß ich. Wenn sie mir gute Nacht sagen kommt, sitzt sie immer noch ein bißchen bei mir — sie sagt kein Wort von Rosemarie, aber sie denkt an sie, ich spür’ das. Und dann streichelt sie mir über den Kopf und sieht mich an…

Einmal hab’ ich sie gefragt. Es gibt Augenblicke, da kann man so was — manchmal überhaupt nicht. Aber damals merkte ich, daß sie sogar gern gefragt wurde.

„Der liebe Gott hat es richtig gemacht, daß er sie zu sich nahm“, sagte Tante Trullala leise. „Sie hatte eine Krankheit, von der sie nie wieder gesund geworden wäre — im Kopf, weißt du. Solche Kinder sind am besten beim lieben Gott aufgehoben.“

Ich verstand das. „Man kann sie auch dort liebhaben, im Himmel“, sagte ich. „Und wenn ich hier bin, spielen wir, ich wäre deine Tochter.“ Ich streichelte ihre Hände. Da lachte sie und gab mir einen Kuß.

„Machen wir, Musch. Jeden Sommer, den der liebe Gott werden läßt, ja? Hoffentlich noch viele, viele.“ Ich hatte nichts dagegen.

Ich heiße Ursula, aber so nennt mich keiner. Früher nannten sie mich Uschi, dann Usch, dann Musch, wie das in großen Familien manchmal so ist. Ich höre auf Musch, ich finde es hübscher als meinen Taufnamen, wir haben sowieso vier Ursulas in der Klasse. Til heißt eigentlich Tilman, aber wir kürzen ihn immer in Til ab. Er ist auch manchmal ein rechter Eulenspiegel. Und den mußte ich also mitnehmen.

Wenn man so viele Geschwister hat, ist man nämlich gern mal ein Einzelkind. Darauf hatte ich mich gefreut. Bei Tante Trullala hab’ ich es wie eine Königstochter— sogar die kleine weiße Zahnpastawurst drückt sie mir morgens und abends auf die Zahnbürste, legt mir die Seife zurecht und gibt mir ein frisches Frottiertuch. Und ich brauche nicht abzutrocknen — wenn viel Abwasch ist, tu ich es trotzdem, aber freiwillig — und kann morgens so lange schlafen, wie ich will. Das geht zu Hause nie, weil die Jungen so viel Krach machen. Und dann heißt es bei uns pausenlos: „Ach, Musch, könntest du fix mal —“ oder „Das macht Musch. Nicht wahr, das tust du doch, es dauert bestimmt nicht lange —“ und so weiter. So geht es eben großen Schwestern.

Aber in Hohenstaufen ist es anders, und das finde ich eben wunderschön. Nur, wenn Til mitkommt —

Ach was, es wird auch so schön werden. Til kann natürlich längst schwimmen, da ist er sicher viel im Freibad, das gleich unterhalb von Onkels Grundstück liegt, keine zwei Minuten zu gehen. Man hat von dort aus eine wunderbare Sicht zur Alb hinüber. Und aufzupassen, daß er nicht ertrinkt, braucht bei ihm keiner mehr. Er hat sogar schon den Fahrtenschwimmer.

Das alles sagte ich zu Mutter am Telefon. Sie lachte. Und dann weinte sie ein bißchen — bei Gelbsucht weint man leicht, das habe gar nichts zu sagen, erklärte sie mir schnupfend und lachte schon wieder, ich hörte es deutlich — und es kam noch „Gott behüte dich“ und „alles Schöne“ und „grüß Tante und Onkel“ — und jetzt mußten wir leider aufhören, denn der Kurort, in dem Mutter ist, liegt ziemlich weit entfernt, und da sind die Gespräche teuer. Ich atmete tief aus.

Also doch Hohenstaufen-Ferien! Gott sei Dank! Ich hob das dicke Telefonbuch hoch und klatschte es vor Freude mit voller Wucht auf das Tischchen. Das Tischchen nahm diese Behandlung übel und flog um, und es gab einen heidenmäßigen Krach. Gerade drehte sich Vaters Schlüssel in der Glastür.

Himmel, da hatte ich aber schnell wieder alles in Ordnung. Ganz harmlos stand ich da, als Vater fragte, was denn eben so geknallt habe — ich konnte mich nicht erinnern, etwas gehört zu haben. Und dann berichtete ich schnell von Mutters Anruf, und da vergaß Vater weiterzuforschen.

Das war am Tag, ehe die großen Ferien anfingen.

Wir fuhren mit dem Schnellzug nach Göppingen, dort holte uns Onkel Albrecht ab. Er hat keinen VW oder so was, sondern einen hellblauen Lieferwagen, denn er ist Ofensetzer. Seine Werkstatt ist in Göppingen. Es ist wundervoll, darin herumzukriechen und sich alles anzusehen, den riesigen Brennofen und die verschiedenen Kacheln und all das Kleinzeug, das er auch noch herstellt — Krüge und Becher und Vasen und Schüsseln. Die entwirft meist Tante Trullala, sie dreht die Probestücke auf der Töpferscheibe. Manchmal darf ich es auch versuchen. Es sieht ganz leicht aus und ist beinahe Zauberei.

Onkel Albrecht ist nicht sehr groß und hat ein rundes, glattes Gesicht mit prallen Pausbacken. Seine Äuglein blinzeln vergnügt durch eine altmodische Nickelbrille, und er spricht ein bißchen sächsisch. Das finde ich goldig.

Als er mich sah, winkte er gleich begeistert, und als ich dann auf Til zeigte, tat er, als verließe ihn nun aller Mut.

„Ja Junge, du kommst mit? Aber wo willst du denn schlafen? Ich habe doch überhaupt keinen Platz in meinem Haus!“ jammerte er. Aber Til ist nicht so dumm darauf ’reinzufallen. Er lachte nur.

„Im Stall!“ sagte er. Ich hatte ihm natürlich alles erzählt — daß Onkel und Tante Schafe haben und Karnickel und Enten und —

Ja, was sie alles haben — oder besser noch bekamen, berichte ich später. Auf jeden Fall aber haben sie Platz.

Onkel fuhr uns erstmal nach Hohenstaufen. Ich hätte gern sofort die Werkstatt angeguckt, aber er meinte, die liefe uns nicht weg, und Tante Trullala wartete. Die Fahrt ist wunderschön, durch Wald, immer bergauf, mal mehr, mal weniger. Wenn man an einer bestimmten Stelle aus dem Wald herauskommt, sieht man vor sich, an den Berg gekuschelt, das Dorf Hohenstaufen liegen. Dort hält Onkel immer an, und wir blicken hinauf. Das letzte Haus ganz links ist es.

Onkel stieß die Wagentür auf, und wir sprangen hinaus, um zu winken. Das hab’ ich auch immer getan, wenn ich allein kam. Tante Trullala sieht auf die Uhr, wann wir ungefähr dasein können, und steht dann auf der Veranda, die über dem Hang liegt und von Onkel und seinen Jungen selbst gebaut ist. Dort lauert Tante Trullala mit einem weißen Bettlaken, und wenn sie den hellblauen Lieferwagen an der Ecke halten sieht, fängt sie an mit dem Bettuch zu winken. Auch diesmal klappte es auf die Sekunde. Wir sprangen und winkten mit beiden Armen und schrien laut, obwohl man das natürlich nicht hört, weil es viel zu weit ist. Aber es gehört nun mal dazu.

Dann schnurrten wir die letzte Strecke bergauf, ins Dorf hinein, hindurch und wieder ein wenig bergab. Rechts der Straße geht es einen felsigen Hang hinauf, links liegen die letzten Häuser. Das allerletzte ist es. Onkel hielt, und wir sprangen Tante Trullala, die mit einer bei ihren Rundungen erstaunlichen Behendigkeit herausgelaufen kam, genau in die Arme.

Mutter hatte wegen Til angerufen, aber sie wäre auch nicht erschrocken, wenn ich überraschend noch die Zwillinge und das Baby mitgebracht hätte. Tante Trullala kann so leicht nichts aus dem Gleichgewicht bringen.

Wir warfen unser Gepäck in den Flur und wollten gleich ins Wohnzimmer, Tante aber rief: „Vorsicht, Vorsicht! Wir haben zwei fremde Katzen im Haus, die dürfen vorläufig nicht herausgelassen werden.“

„Die Leute, denen sie gehören, sind seit vorgestern verreist, und so habe ich die beiden bei mir aufgenommen“, erklärte sie, „das eine ist eine Angorakatze, sehr schön. Seht ihr, dort sitzt sie. Sie ist ganz gutmütig, ihr könnt sie hochnehmen.“ Tante hatte die Flurtür wieder geschlossen.

„Wie heißt sie?“ fragte Til gleich und rutschte auf den Knien unter den Tisch. Sie hieß Amanda. Und sie ist wirklich schön, graublau, mit langhaarigem Fell. Ihre Augen sind ganz hell, ich hab’ so was noch nie gesehen.

Die andere war eine Siamkatze, grau, die Ohrränder und die Nasenspitze schwarz, ganz süß in der Zeichnung.

„Mit ihr muß man ein bißchen vorsichtig umgehen“, erklärte uns Tante, „sie verträgt zum Beispiel keinen Zug. Aber ihr könnt sie bei schönem Wetter mit zum Steinbruch nehmen, du weißt doch, dort hinauf, Musch“, sie deutete zum Hang, „und sie in der Sonne herumlaufen lassen. Da ist es von drei Seiten windgeschützt, ganz prima für Katzen, die sich nicht erkälten dürfen, aber an die Luft müssen sie ja genau wie Kinder.“

„Vertragen sie sich mit Rex?“ fragte ich.

Rex ist der Schäferhund, schon ein wenig alt, aber sehr lieb. Er lag vor der Eckbank und klopfte mit dem Schwanz auf die Erde zur Begrüßung. Ich ging zu ihm hin und streichelte ihn. Er hat mich bestimmt wiedererkannt.

Dann gab es kalte Milch und bunte Brote, und wir futterten. Es war alles schon ganz richtig „Hohenstaufen-Ferien“.

„Kommt sonst noch jemand?“ wollte ich wissen.

Tante lachte. „Wer soll denn noch kommen? Ihr seid meine Ferienkinder, ihr und niemand sonst. Weißt du nicht, was wir ausgemacht haben, Musch?“

Natürlich wußte ich es. Wir sahen uns zärtlich an und lachten. Tante Trullala ist prima.

Zum Schlafen bekamen wir die beiden Bubenzimmer unterm Dach. In jedem steht ein Bett und eine Couch. Das eine sieht nach Osten und das andere nach Westen. Weil wir uns nicht einigen konnten, wer welches bekommt, schrieb Tante auf einen Zettel O und auf einen W und nahm sie in beide Hände. Nun mußten wir erst knobeln, wer wählen darf, und das war Til. Er schrie gleich „Rechts!“, und so bekam ich das Zimmer mit dem Sonnenaufgang. Ich hab’ mich sehr gefreut.

Wir gingen hinauf und packten aus. Es roch nach Holz und Farbe und nach etwas ganz, ganz klein wenig Scheußlichem — ich kann aber nicht herauskriegen, was es ist. Es gehört zum Hohenstaufen-Sommer wie die Butter zum Butterbrot, der Sattel zum Pferd. Ich schnaufte es in meine Nase hinein und war so glücklich, hier zu sein, so ganz, ganz schrecklich glücklich.

Vor allem bin ich froh, daß ich ein Zimmer für mich habe. Seit langer Zeit schon — ich glaube, ich war damals neun — ist es meine Gewohnheit, Tagebuch zu schreiben — und auch sonst noch manches. Mutter hat es gemerkt und mir zum neunten Geburtstag ein dickes Heft mit einem weichen schwarzen Deckel geschenkt, eines, wie man es in der Schule nicht hat und es also auch nicht mit anderen Heften verwechseln kann. Dahinein schreibe ich alles, was mir einfällt, manchmal auch Gedichte, solche, die ich irgendwo gelesen habe und die mir gefallen, manchmal aber auch eigene. Das ist sehr unmodern, und niemand darf es erfahren. Til, der ja nur zwei Jahre jünger ist als ich, hat natürlich überhaupt keinen Respekt vor mir und versucht, mich überall lächerlich zu machen. Einmal kam ich aus den Ferien und ließ beim Auspacken dieses Heft leichtsinnigerweise liegen, so daß es ihm in die Hände fiel. Er muß darin herumgeschnüffelt haben, denn beim Abendbrot verkündete er, wir hätten eine Dichterin unter uns und was für eine! Ob er mal was zum besten geben sollte?

Ich sah, daß es mein Heft war, das er hervorzerrte — er hatte es auf dem Stuhl liegen gehabt und saß darauf — und wollte mich schon auf ihn stürzen, aber Mutter saß zwischen uns, und ich konnte nicht hin. Til fing an, schwungvoll und mit ganz blöder Betonung:

„Das Hängelämpchen qualmt im warmen Stalle, in dem behaglich sich zwei Kühe fühlen.

Der Hahn, die Henne, um den Sproß die Kralle, träumen von wunderbarem Düngerwühlen —

Mistkratzen müßte das heißen“, schaltete er hier zwischen, „aber wartet mal, es kommt noch schöner!“

„Augenblick, Til“, sagte Mutter, „das kenne ich doch —“

„Wieso? Hast du es auch hier gelesen?“ fragte Til.

„Ich lese keine Tagebücher von andern Leuten“, sagte Mutter ruhig, „das ist genau dasselbe wie fremde Briefe aufzumachen. So was tut man nicht. Warte, es geht weiter …

Der Junge pfeift auf seiner Hosenschnalle

dem Brüderchen ein Lied mit Zartgefühlen — —

Stimmt’s, Til?“

Til sah ins Heft und nickte.

„Es ist von Liliencron“, sagte Mutter, „und dir gefällt es also auch so gut, Musch, daß du es abgeschrieben hast? Jaja“, sie nickte mir zu, „ich mag es auch sehr gern.“

Da war Til ja blamiert. Ich gönnte es ihm. Jüngere Brüder wollen einem dauernd was auswischen, sie fühlen sich überlegen, weil sie Jungen sind und man selbst nur ein Mädchen, und daß sie jünger sind, versuchen sie durch doppelte Frechheit auszugleichen. Ich kann ein Liedchen davon singen.

Seitdem hab’ ich das Heft immer gut versteckt. Denn natürlich sind auch Gedichte von mir drin. Aber nach Hohenstaufen mußte ich es einfach mitnehmen, und während ich Til nebenan kramen und pfeifen und poltern hörte, schrieb ich schnell mit großen Buchstaben auf die nächste leere Seite: „Hohenstaufen. Erster Ferientag. Hurra!“

Ich weiß nicht, ob es anderen Leuten — zum Beispiel Erwachsenen — auch so geht wie mir oder ob das eine besondere Eigenschaft ist, vielleicht angeboren. Auf Pässen steht doch manchmal „besondere Kennzeichen“,