In Liebe deine Randi - Lise Gast - E-Book

In Liebe deine Randi E-Book

Lise Gast

3,8

Beschreibung

Jahrzehntelang hat sich Randi als Hausfrau und Mutter um ihre sechs Kinder gekümmert. Unterdessen sind die Kinder erwachsen geworden und führen nun ihr eigenes Leben mit Beruf, Familie und Liebesbeziehungen. Obwohl Randi als Oma glücklich ist, hat ihr eigenes Dasein eine gewisse Leere erhalten. Unter diesem Vakuum leidet nicht nur sie selber, sondern auch ihr Mann Michael, ein pensionierter Rechtsanwalt. Nach den vielen Jahren des Familiendaseins findet sich das Paar plötzlich zu zweit weider und ist gezwungen sich neu kennenzulernen. -

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Seitenzahl: 327

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Lise Gast

In Liebe deine Randi

Roman

Saga

In Liebe deine Randi

© 1973 Lise Gast

Alle Rechte der Ebookausgabe: © 2016 SAGA Egmont, an imprint of Lindhardt og Ringhof A/S Copenhagen

All rights reserved

ISBN: 9788711509593

1. Ebook-Auflage, 2016

Format: EPUB 3.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für andere als persönliche Nutzung ist nur nach Absprache mit Lindhardt und Ringhof und Autors nicht gestattet.

SAGA Egmont www.saga-books.com – a part of Egmont, www.egmont.com

Meiner großen Liebe:Meinem Mann

Randi wachte auf, wunderbar erfrischt. Sie war nach einer ziemlich unruhigen Nacht gegen Morgen doch noch einmal eingeschlafen, was bei ihr selten vorkam; jetzt fühlte sie sich herrlich munter. Die Sonne schien schräg ins Zimmer, es mußte schon spät sein.

Michaels Bett war leer. Was würde er sagen! Sie lief ins Bad, ein bißchen beschämt, anderseits so glücklich – es mußte ein guter Tag werden, sie hatte das deutlich im Gefühl. Unter der kalten Brause sang sie, das hatte sie seit langer Zeit nicht mehr getan.

Es wurde ein guter Tag. Michael hatte schon Kaffee gekocht, in der Diele gedeckt – sie küßte ihn auf die Wange, als sie an ihm vorbeilief, um den Honig zu holen, den er vergessen hatte. »Entschuldige, aber ich habe so wunderbar geträumt.«

»Wovon denn?« fragte er und lächelte, ein wenig hinterhältig – sie hätte es merken müssen. Mitten in ihrer Erzählung eines krausen und ziemlich unverständlichen Traumes hielt sie inne: sie hatte die Post entdeckt, die samt der Zeitung auf dem Tisch lag.

»Das ist ja – das ist doch von Rönt«, flüsterte sie plötzlich, als könne der Brief sich noch im Augenblick verflüchtigen. Michael lachte und schob ihn ihr hin. Kaum aber hatte sie ihn in der Hand, da ging das Telefon. Sie lief. Es war Munne.

»Munne kommt, – heute, mit allen drei Kindern!« sprudelte sie hervor, als sie wiederkam. »Heute, gleich nach Tisch! Und Rönt hat geschrieben! Michael, ist das nicht wunderbar?«

Dieser Morgen war ein Neuanfang, Randi fühlte es wie eine Erlösung. Das erstemal seit langer, unendlich langer Zeit war sie wieder glücklich, erwartungsfroh und voller aufschießender Kraft. Sie hatte sich selbst nicht eingestanden, wie sehr sie diese durcheinanderbrausenden Gefühle entbehrt hatte. Und es war ausgerechnet der erste November, an dem dies geschah.

Zweierlei auf einmal – Rönt hatte geschrieben, und Munne würde kommen. Es war kaum zu fassen, solch eine herzsprengende Seligkeit: man lebte noch, man lebte wieder! Man fühlte das Leben in allen Fingerspitzen.

»Es geht ihr gut, ich hab’ gleich den Schluß gelesen!« berichtete sie atemlos. »Das andere mußt du mir vorlesen, das tust du doch –« Rönts Handschrift war »verboten«, wie Misch, der älteste Sohn, sich einmal ausgedrückt hatte, als er einen solchen Rönt-Brief-Tag miterlebte; winzig klein und kraus und nur mit Mühe zu entziffern. Randi hatte deshalb nur nach dem Anfang und dann, mit vor Glück und Aufregung blinzelnden Augen, den letzten Zeilen geguckt. Rönt war gesund, jedenfalls damals, als der Brief abging, gesund, gesund – vielleicht kam sie sogar wieder einmal heim. Und Munne heute! Wie wunderbar! Randi war schon vierfache Großmutter. Eva besaß ein Kind und Munne drei. »Ich muß sofort ...«

»Natürlich mußt du sofort«, sagte Michael, und sie fragte etwas betroffen: »Was denn?«

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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