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"Eine Arche voller Reime" ist ein Buch voller Geschichten für Kinder bis zum 6. Lebensjahr. 18 Geschichten stammen aus der Bibel. 18 Geschichten erzählen aus der Perspektive der Kinder von dem, was sie heute in ihrem Alltag beschäftigt. Alle Geschichten handeln von dem, was das Leben ausmacht, von Gott und der Welt und von seinem Segen für uns. Die Geschichten sind in Reimform geschrieben. So sind sie für die Kinder besonders leicht zu merken. Martina Liebendörfer kombiniert die Texte in kleinen Spielszenen mit Figuren, Stabsymbolen, einfachen Gegenständen, Naturmaterialen und Bewegungen zu anschaulichen Tischpuppenspielen. Eine einfach zu erlernende Erzählmethode für alle, die für Kinder in Gruppen, Gottesdiensten und zuhause eine niederschwellige Brücke zum Glauben bauen wollen.
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Seitenzahl: 99
Veröffentlichungsjahr: 2025
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In unseren Veröffentlichungen bemühen wir uns, die Inhalte so zu formulieren, dass sie Frauen und Männern gerecht werden, dass sich beide Geschlechter angesprochen fühlen, wo beide gemeint sind, oder dass ein Geschlecht spezifisch genannt wird. Nicht immer gelingt dies auf eine Weise, dass der Text gut lesbar und leicht verständlich bleibt. In diesen Fällen geben wir der Lesbarkeit und Verständlichkeit des Textes den Vorrang. Dies ist ausdrücklich keine Benachteiligung von Frauen oder Männern.
© 2. aktualisierte Auflage 2025 Praxisverlag buch+musik bm gGmbH Haeberlinstraße 1–3, 70563 Stuttgart, [email protected] Erstauflage 2019 bei buch+musik ejw-service gmbh, Stuttgart
All rights reserved.
ISBN Buch 978-3-86687-238-7 ISBN E-Book 978-3-86687-239-4
Lektorat: Punkt.Landung, Mirja Wagner, Marburg Umschlaggestaltung: buch+musik – Heidi Frank, Stuttgart Satzprogrammierung: X1-Publishing, Stuttgart Satz Download: buch+musik – Daniela Buess, Stuttgart Bildrechte Umschlag, Inhalt (außer Fotos): 123rf.com, Dawn Hudson, Elena Akimov Bildrechte Fotos: Martina Liebendörfer, Holzgerlingen Bildrechte Autorenfoto: bei der Autorin
www.praxisverlag-bm.de
Das vorliegende Buch voller Geschichten für Kinder bis zum sechsten Lebensjahr wendet sich an alle, die mit Kindern zu tun haben: an Erzieherinnen und Erzieher, an Leitende von Eltern-Kind-Gruppen, an Eltern und Tageseltern sowie Menschen, die Gottesdienste für Kinder gestalten.
Erzieherinnen, Erzieher und Mitarbeitende in Kirchengemeinden wissen von selbst, wo im Tagesablauf oder in welcher Veranstaltung sie diese Art von Geschichten platzieren. Aber auch in Eltern-Kind-Gruppen können sie ein fester Bestandteil werden. In einer Familie können solche Geschichten ein Ritual werden, das z. B. am Samstagabend den Sonntag einläutet.
Die Geschichten sind in Reimform erzählt. Denn gerade so können sie von Kindern besonders gut aufgenommen werden.
Die Arche spielt dabei eine doppelte Rolle: Als biblische Geschichte erzählt sie von der Sintflut und der Bewahrung von Noah, seiner Familie und den vielen Tieren. Im übertragenen Sinn steht sie für alle Geschichten, die in diesem Buch wie in einer Arche aufgehoben und geborgen sind.
Es sind Reimgeschichten aus dem Leben und für das Leben. 18 Geschichten stammen aus alter Zeit, aufgeschrieben vor Jahrhunderten, erzählt als biblische Geschichten. Und 18 Geschichten stammen aus neuer Zeit, aus dem Alltag, aus der Perspektive der Kinder. Die Geschichten handeln von allem, was das Leben ausmacht: vom Lachen und Weinen, vom Kranksein und Gesundwerden, vom Verlieren und Wiederfinden, vom Angsthaben und Getröstetwerden, vom Feiern und Schlafengehen, von Gott und der Welt und seinem Segen für uns.
In diesem Sinne wünsche ich viel Freude beim Erzählen, Reimen und Spielen.
Martina Liebendörfer, im Januar 2019
Kinder lieben es, wenn man ihnen Geschichten erzählt. Immer wieder möchten sie welche hören, und vor allem jüngere Kinder hören gern die gleichen Geschichten mehrfach. Sie freuen sich schon im Vorfeld auf das erzählte Geschehen, weil sie wissen, was als Nächstes passieren wird, wie die Handlung weitergeht und wie sie endet. Mit Vorfreude werden bestimmte Passagen erwartet, und manchmal sprechen die Kinder Worte oder Sätze sogar mit. Dies fällt ihnen leichter, wenn die Geschichten ein feststehendes Textschema haben und der Text immer auf die gleiche Weise erzählt wird. Daher eignen sich besonders gut Geschichten, die eine gereimte Form aufweisen und in Versen erzählt werden. Durch diese Reimform erinnern sich Kinder leicht an den Text, und schon sehr kleine können schnell einzelne Worte oder kurze Abschnitte mitsprechen. Ältere Kinder können im Nu sogar eine ganze Geschichte auswendig erzählen.
Man kann auf sehr viele Arten und mit ganz unterschiedlichen Methoden erzählen. Besonders anschaulich wird eine Geschichte, wenn die Kinder sie nicht nur hören, sondern auch sehen können. Das ist vor allem für die jüngeren hilfreich. In diesem Buch werden aus diesem Grund gereimte Geschichten vorgestellt, die durch sehr einfache Spielszenen unterstützt werden. Sehr gut eignet sich dafür die Methode des Tischpuppenspiels. Für die Aufführung mancher Tischpuppenspiele kann auch eine Geschichtenschachtel sehr hilfreich sein (s. Kap. „Geschichtenschachtel“), die man schnell selbst gestalten kann.
Beim Tischpuppenspiel werden Geschichten mit Figuren, Stabsymbolen, einfachen Gegenständen und Naturmaterialen erzählt (s. Kap. „Der Aufbau und die Materialien“). Die Geschichten beginnen jeweils mit einer Startaufstellung. Dann werden Figuren und Gegenstände in einfachster Weise zur Geschichte bewegt. Dadurch entstehen viele kleine Spielszenen. Die Geschichten werden zusätzlich durch die Stimme sowie Gestik und Mimik der erzählenden Person unterstützt.
Wenn die Geschichte den Kindern bekannt ist und sie schon mehrmals erzählt und gespielt wurde, können die Kinder auch einbezogen werden. So können sie bestimmte Ausrufe mitsprechen oder Bewegungen mitmachen. Bei der Geschichte „Max ist enttäuscht“ könnten die Kinder zum Beispiel alle mit den Fingern auf den Boden klopfen und so den Regen darstellen.
Etwas schwieriger wird es, wenn die Kinder einen Gegenstand in die Hand bekommen, den sie an entsprechender Stelle einbringen sollen. Das muss oft etwas geübt werden. Diese Art der Beteiligung hängt natürlich sehr vom Alter der Kinder und der Gruppengröße ab. Entscheidet man sich für diese Variante, muss jedes Kind in irgendeiner Weise eine Aufgabe bekommen und sich beteiligen dürfen, wenn es das möchte.
Erzählt und gespielt wird entweder auf einem niedrigen Tisch oder auf dem Boden. Die Unterlage bildet dabei jeweils ein farbiges Tuch (s. Kap. „Unterlage“), das auch als Abgrenzung zu den zuschauenden Kindern dient. Diese sitzen im Halbkreis davor, sodass sie gut sehen können.
Das Alter der zuhörenden Kinder spielt eine große Rolle. Wichtig ist, dass jedes Kind in seiner Entwicklung unterschiedlich ist und seine Entwicklungsschritte in einem eigenen Tempo ablaufen. In der Regel fällt es älteren Kindern (ca. vier bis sechs Jahre) nicht schwer, eine gewisse Zeit zu sitzen und zu schauen. Jüngere Kinder (ca. null bis drei Jahre) sind das meist noch nicht gewöhnt und müssen dies erst einüben. Beim ersten Mal krabbeln sie oft zu den Spielmaterialien und möchten die Dinge in die Hand nehmen. Hier sind etwas Geduld und Übung gefragt.
Ein paar Dinge können hilfreich sein: Man sollte zur Einführung der Methode mit einer kurzen Geschichte beginnen, damit die Kinder sie kennenlernen können. Kleinen Kindern fällt es leichter, sitzen zu bleiben, wenn sie einen eigenen Platz haben und dieser markiert ist (Sitzkissen, Hocker usw.). Oft hilft es auch, wenn die Kinder einen Gegenstand der Spielmaterialien in die Hand bekommen, der für das eigentliche Spiel nicht benötigt wird (Baumscheibe, Kastanie usw.).
Das ist alles keine Garantie dafür, dass die Kinder sitzen bleiben, aber die Wahrscheinlichkeit dafür ist etwas erhöht. Wenn die Kinder Geschichten ein paar Mal auf diese Weise erlebt haben, klappt es in der Regel besser, denn sie wissen, was passiert und freuen sich auf die kommende Geschichte.
Bei der Gruppengröße kommt es sehr auf das Alter der Kinder und die Anzahl der anwesenden Betreuungspersonen an. Wichtig ist, dass alle Kinder das Geschehen gut sehen können und sich nicht gegenseitig die Sicht versperren. Erzählt man eine Geschichte Kindern unter drei Jahren, sollten es nicht mehr als acht bis zehn Kinder sein.
Gleiches gilt auch für die Spieldauer: Bei unter Dreijährigen sollte man eher eine kurze Geschichte wählen, während etwas ältere Kinder sich auch schon eine längere Zeitspanne auf die Handlung konzentrieren können.
Der Einstieg in die Startaufstellung kann auf zwei Weisen geschehen: Entweder ist die erste Spielszene bereits fertig aufgebaut, wenn die Kinder kommen, oder sie wird vor den Augen der Kinder entwickelt. Dabei kann gut erklärt werden, was man gerade macht und warum oder was einzelne Gegenstände bedeuten.
Eine Geschichte lebt immer auch von der Person, die sie erzählt. Man kann sie viel besser vermitteln, wenn man sie sich zu eigen macht. In den Geschichten dieses Buches sind deswegen bei den Hinweisen zur Gestaltung auch Vorschläge zu Gestik und Mimik aufgeführt. Diese können natürlich abgewandelt werden. Eigene Ideen helfen dabei, dass die Geschichte zur „eigenen“ Geschichte wird und sie so viel authentischer wirkt. Es hilft auf jeden Fall, wenn man sie vorher ein paar Mal übt, damit man die Verse verinnerlicht hat.
Man kann selbstverständlich auch selbst Geschichten entwickeln und reimen und dichten. Es eignen sich Alltagssituationen, aber auch biblische Geschichten. Hilfreich ist es, mit dem letzten Wort in jeder Zeile anzufangen, eben mit den Reimwörtern: Was reimt sich auf Haus und Regen? Na, zum Beispiel Maus und Segen! Am Ende des Buches ist Platz, um eine eigene Reimgeschichte aufzuschreiben.
Die Geschichten in diesem Buch sind zweispaltig gedruckt: In der linken Spalte steht der gereimte Text, in der rechten Spalte finden sich Hinweise zur Gestaltung. Man kann die Geschichten natürlich auch einfach nur erzählen, weil Kinder Geschichten mögen und Reime Spaß machen. Wenn man sie aber auch gestaltet, kann man noch leichter anschließend mit den Kindern darüber ins Gespräch kommen und das Thema fortführen. Zudem sind jeder Geschichte alle wesentlichen Informationen wie z. B. die benötigten Personen, die Startaufstellung und das Material übersichtlich vorangestellt.
Für das Tischpuppenspiel gibt es sehr viele Einsatzmöglichkeiten. In Eltern-Kind-Gruppen, in der Krippe, Kita und bei Kinderfreizeiten sind sie ein guter Einstieg in ein Thema, das dann anderweitig vertieft werden kann. Für einen Familiengottesdienst bzw. Kindergartengottesdienst sind die Geschichten eine hervorragende Grundlage.
Sie können aber auch im Alltag von Familien, als Besonderheit bei einem Kindergeburtstag oder in der Kindertagespflege ihren Platz bekommen. Ganz kleinen Kindern kann man sie, z. B. beim Wickeln auf dem Wickeltisch, einfach erzählen. Dazu eignen sich die Geschichten „Lisa ist krank“ oder „Die Salbung in Betanien“ besonders gut. Die gereimte Form der Geschichten kann auch unterstützend in der Sprachförderung eingesetzt werden.
Gespielt wird auf einem Tuch, das als Untergrund dient. Die Farbe des Tuches signalisiert, um welchen Untergrund es sich handelt: Dunkelblau für Wasser, Hellblau für den Himmel, Grün für eine Wiese, Braun für ein Feld, Gelb für Sand usw. Sehr gut eignen sich Pannesamttücher (1,50 m x 1,50 m). Diese schimmern und glänzen ein wenig und haben dadurch eine plastische Wirkung. Man kann sie auch gut „kräuseln“ oder „in Falten legen“. So wird aus dem stillen, ruhigen See schnell ein See mit wilden Wellen. Ebenso eignen sich Nicki- oder Baumwollstoffe.
Es hat sich sehr bewährt, wenn man für die einzelnen Tischpuppenspiele je eine Geschichtenschachtel erstellt. Dazu kann man jede Art von Schachtel in einer angemessenen Größe nehmen (z. B. Schuhschachtel). In diese Schachteln legt man alle Figuren und Materialien, die für die Geschichte gebraucht werden. Dann hat man sie immer schon beieinander. Da die Kinder mit den Figuren und Materialien die Geschichten gern nachspielen, sollte man die empfindlichen Stabsymbole und die Vase nicht in die Schachtel legen, die Unterlage wird aufgrund der Größe separat aufbewahrt. Zu diesen Schachteln gehört auch ein stabiler Deckel.
Die Schachtel ist jedoch oftmals selbst auch Teil der Geschichte. Sie kann aufgestellt werden und dient dann als Arche, Haus, Stall, Schuppen oder Krippe. Bei den Geschichten, die eigentlich im Haus stattfinden, muss man die Größenverhältnisse berücksichtigen. Man kann oft viel leichter spielen, wenn man nicht in der Schachtel, sondern direkt vor der Schachtel spielt. Kinder erkennen trotzdem ohne Probleme, dass diese Szene im Haus
