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Nun gibt es eine Sonderausgabe – Dr. Norden Extra Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Auf sie kann er sich immer verlassen, wenn es darum geht zu helfen. »Auf unsere schöne Braut Lara!« schallte ein ausgelassener Hoch-Ruf aus einer weiblichen Kehle durch das ganze Bistro. Kurz darauf erstickte übermütiges Frauenlachen das helle Gläserklingen. »Noch ist es nicht soweit. Ein paar Tage bleiben uns, um sie zur Vernunft zu bringen«, störte jedoch eine ernsthafte Stimme die fröhliche Stimmung. Alle Augen wandten sich der pessimistischen Sprecherin zu. »Das ist mal wieder typisch Ina. Nur weil du nichts von der Institution Ehe hältst, musst du uns nicht die Laune verderben«, maßregelte Mira Herrlich ihre Freundin in strengem Tonfall. Die ließ sich jedoch nicht von den kritischen Stimmen einschüchtern. »Ihr werdet noch an mich denken! Heiraten ist nichts anderes als eine romantische Gefühlsanwandlung. Was hat Lara schon davon?« wandte sich Ina mit gewohnt mürrischer Miene an die Braut. »Sag es mir? Was ist der Grund, warum du Moritz unbedingt heiraten willst?« »Für mich ist es eine Auszeichnung, dass sich Moritz vor aller Welt zu mir bekennt. Auf diese Weise macht er aus mir und unserer Beziehung etwas Einzigartiges.« »Aber du bist einzigartig, ob mit oder ohne diesen Mann«
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Seitenzahl: 115
Veröffentlichungsjahr: 2022
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»Auf unsere schöne Braut Lara!« schallte ein ausgelassener Hoch-Ruf aus einer weiblichen Kehle durch das ganze Bistro. Kurz darauf erstickte übermütiges Frauenlachen das helle Gläserklingen.
»Noch ist es nicht soweit. Ein paar Tage bleiben uns, um sie zur Vernunft zu bringen«, störte jedoch eine ernsthafte Stimme die fröhliche Stimmung.
Alle Augen wandten sich der pessimistischen Sprecherin zu.
»Das ist mal wieder typisch Ina. Nur weil du nichts von der Institution Ehe hältst, musst du uns nicht die Laune verderben«, maßregelte Mira Herrlich ihre Freundin in strengem Tonfall.
Die ließ sich jedoch nicht von den kritischen Stimmen einschüchtern.
»Ihr werdet noch an mich denken! Heiraten ist nichts anderes als eine romantische Gefühlsanwandlung. Was hat Lara schon davon?« wandte sich Ina mit gewohnt mürrischer Miene an die Braut. »Sag es mir? Was ist der Grund, warum du Moritz unbedingt heiraten willst?«
»Für mich ist es eine Auszeichnung, dass sich Moritz vor aller Welt zu mir bekennt. Auf diese Weise macht er aus mir und unserer Beziehung etwas Einzigartiges.«
»Aber du bist einzigartig, ob mit oder ohne diesen Mann«, schüttelte Ina verständnislos den Kopf. »Liebe ist nichts anderes als ein Hormoncocktail und eine Anzahl chemischer Reaktionen, die sich im Körper abspielen und sich irgendwann totlaufen«, stellte sie schonungslos und ungefragt ihre Sichtweise dar.
»So ganz unrecht kannst du mit dieser Einstellung nicht haben. Immerhin werden heutzutage beinahe die Hälfte aller Ehen geschieden«, gab Laras Schwester Anja der gemeinsamen Freundin recht und nippte nachdenklich an ihrem Glas Champagner. »Die zunehmende wirtschaftliche Unabhängigkeit gibt Frauen heutzutage die Möglichkeit, sich aus einer Beziehung zu lösen, die langweilig und einseitig geworden ist.«
»Ich verstehe nicht, warum ihr alles immer so schwarz sehen müsst. Dabei ist es meiner Meinung nach ganz einfach. Jedermann weiß, dass man sich um Dinge bemühen muss, die einem am Herzen liegen. Wenn ich etwas erreichen will, muss ich dafür arbeiten. Das ist in jedem Lebensbereich so. Allerdings wird von der Liebe erwartet, dass sie, ist sie einmal da, allgegenwärtig und stets gleich bleibt, ohne dass sich auch nur ein Mensch dafür anstrengen will«, erklärte Lara nachdrücklich und blickte herausfordernd in die Runde ihrer Freundinnen, die den Jungfern-Abschied mit ihr feierten.
»Was sagen Sie dazu, Fee? Sie als alter Hase können uns doch bestimmt verraten, wie das Rezept für eine glückliche Ehe lautet«, wandte sie sich an die Arztfrau, die dem Gespräch mit leisem wissendem Lächeln folgte.
Dieses glückliche Lächeln verstärkte sich noch, als Felicitas Norden antwortete:
»Lara hat vollkommen recht. Eine glückliche Ehe bedarf der beständigen Pflege. Manchmal, wenn ich im Garten arbeite, erscheint sie mir wie eine meiner Rosen, die auch nur prachtvoll blühen, wenn ich mich um sie kümmere. Sie wollen zur rechten Zeit gedüngt und geschnitten werden, brauchen Aufmerksamkeit und hin und wieder ein wenig Ruhe. Nicht anders ist es mit der Liebe auch.«
»Das ist eine reichlich romantische Vorstellung. Ich hätte Sie für etwas realistischer gehalten«, bemerkte Ina herablassend.
Doch Fee Norden ließ sich von dieser bissigen Bemerkung nicht aus der Ruhe bringen.
»Natürlich klingt das zunächst sehr romantisch, trifft aber den Kern der Sache. Einfacher gesagt ist es schlicht wichtig, stets die Bedürfnisse des Partners zu erkennen und zu achten. Je mehr und aufmerksamer man sich um den anderen kümmert, umso mehr bekommt man zurück. Diese einfache Tatsache haben heutzutage viele vergessen und stellen lieber ihren Egoismus an die erste Stelle.«
»Ich denke doch nicht daran und gebe mich für einen Mann auf«, beharrte Ina stur auf ihrer Meinung.
»Jetzt reicht es aber, meine Liebe«, machte Mira den Reden ihrer Freundin ein Ende. »Wir wissen alle, wie du zur Ehe stehst und werden dich nicht umstimmen. Aber auch wir haben unsere Meinung dazu. Lara hat sich entschieden und wird sich ihre Gedanken darüber gemacht haben. Deshalb wollen wir jetzt fröhlich sein und mit ihr den Sieg der Hoffnung über die Vernunft feiern!«
»Das sagt mir die Richtige. Warum hast du den Vater deiner Tochter damals nicht geheiratet? Dann wärst du jetzt nicht alleinerziehend.«
Diese Worte trafen Mira an ihrem wunden Punkt. Traurig senkte sie den Kopf.
»Ich wollte immer eine Familie haben«, murmelte sie, »aber manchmal hat das Leben eben andere Pläne.«
Die Stimmung am eben noch so fröhlichen Tisch der fünf Damen drohte zu kippen, und rasch ergriff Anja Mautner das Wort.
»Genug der düsteren Reden. Immerhin haben wir mit Felicitas Norden das lebende Beispiel vor Augen, dass eine Ehe auch über viele Jahre glücklich sein kann.«
»Und auch dann noch mit jedem Tag schöner werden kann«, fügte Fee wissend lächelnd hinzu und hob ihr Glas.
»Und das, obwohl Sie fünf Kinder mit diesem Mann haben. Alle Achtung, davon können wir uns alle eine Scheibe abschneiden. Darauf wollen wir trinken«, lachte Mira schon wieder und prostete Felicitas Norden zu. Gleich darauf war die ausgelassene Stimmung der Damenrunde wieder hergestellt.
Ina nutzte die günstige Gelegenheit, um Einladungskarten zu ihrer Vernissage zu verteilen, die in wenigen Tagen noch vor der Hochzeit stattfinden sollte, und rasch vertieften sich die Frauen in eine angeregte Diskussion über Kunst und andere schöngeistigen Dinge.
Viele Blicke der anwesenden Männer streiften bewundernd die hübschen Damen, die es offenbar verstanden, auch ohne männliche Unterstützung ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden zu feiern.
*
»Es ist schon spät. Wollen Sie nicht endlich nach Hause gehen?« erkundigte sich der Architekt Alexander Mautner bei seiner Assistentin Valentina. Die Zeiger der Uhr wanderten bereits auf Mitternacht zu.
Valentina überlegte kurz, dann schüttelte sie den Kopf. »Ich möchte diesen Brief hier noch schnell fertig schreiben, damit er morgen früh gleich in die Post kann. Es geht um die Ausschreibung des neuen Bankgebäudes in der Münchner Innenstadt.«
»Richtig, das hatte ich vollkommen vergessen«, erinnerte sich Alexander, froh, sich auf seine tüchtige Sekretärin zu hundert Prozent verlassen zu können. »Wenn ich Sie nicht hätte, wäre ich längst arbeitslos.«
»Unsinn. Sie können sich doch nicht um alles kümmern. Dafür bin ich doch da.«
»Wenigstens eine Frau, die es an meiner Seite aushält«, schmunzelte Mautner mit feiner Selbstironie. »Wir werden bei Gelegenheit nach München fahren und den Bauplatz in Augenschein nehmen. Was meinen Sie?«
»Um Gottes willen, die Stadtluft! Sie wissen doch, dass die Großstadt nichts für mich ist. Ich liebe die Natur und die Ruhe hier draußen über alles. In der Stadt werde ich nur nervös und hektisch«, redete sich Valentina rasch heraus. »Außerdem glaube ich kaum, dass Detlev es gerne sieht, wenn ich mit Ihnen alleine verreise.«
»Warum heiraten Sie den jungen Mann nicht endlich? Dann hätte er die Gewissheit, dass Sie sich zu ihm bekennen. Glauben Sie mir, für das Selbstwertgefühl eines Mannes ist diese Art von Bestätigung unglaublich wichtig.«
»Drücken sich die meisten Männer nicht gerne vor einer Verpflichtung wie der Ehe?«
»Wie überall darf man auch hier nicht den Fehler der Verallgemeinerung machen. Also, warum wagen Sie diesen Schritt nicht?« forschte Alexander neugierig nach.
»Ich weiß nicht, ich fühle mich noch nicht reif dafür«, wehrte Valentina verlegen ab. Rasch wechselte sie das Thema, um sich nicht länger für ihre zwiespältigen Gefühle rechtfertigen zu müssen. »Falls Sie aber vorhaben, nach München zu reisen, könnten Sie das mit dem Besuch der Hochzeit Ihrer Nichte verbinden«, schlug sie vor und hielt ihrem Chef die Einladung unter die Nase.
Alexander Mautner starrte die Karten aus erlesenem Leinen einen Augenblick lang nachdenklich an.
Dann wandte er sich abrupt ab.
»Nein, das ist vollkommen unmöglich. Ich habe seit Jahren keinen Kontakt mehr zu dieser Familie. Und ich bin froh darüber und werde daran nichts ändern.«
Ob dieser heftigen Reaktion betrachtete Valentina die Karte verwundert.
»Ich verstehe Sie nicht. Ich wäre froh, wenn ich noch eine Familie hätte«, bemerkte sie mit einem Anflug von Trauer und mühte sich, die Schatten der Vergangenheit nicht allzu deutlich werden zu lassen.
»Sehen Sie, das unterscheidet uns. Ich genieße meine Unabhängigkeit und schätze es, keine Rücksicht auf irgendwelche zufälligen Familienbande nehmen zu müssen.«
»Warum wollen Sie mich dann unbedingt unter die Haube bringen?« stellte Valentina eine berechtigte Frage.
Mautner starrte seine Assistentin verdutzt an.
»Ich muss noch einen Entwurf überarbeiten. Und Sie sollten jetzt wirklich nach Hause gehen«, entschloss er sich, nicht auf ihre Bemerkung einzugehen, und verließ mit eiligen Schritten das Zimmer.
Valentina blickte ihrem Chef nachdenklich nach. Sie kannte dieses Verhalten an ihm, wusste es aber noch immer nicht zu deuten. Alexander Mautner hatte ein schweres Geheimnis, das ihn mehr belastete, als er zugeben mochte. Doch Valentina bezweifelte, dass sie jemals dahinterkommen würde.
Als Anja Mautner nach dem ausgelassenen Fest mit den Freundinnen am nächsten Morgen erwachte, wusste sie, schon bevor sie die Augen öffnete, dass sie sich nicht gut fühlte.
»So viel habe ich doch gar nicht getrunken«, murmelte sie stöhnend und erntete daraufhin spöttisches Gelächter ihres Freundes Ruben, der neben ihr lag.
»Offenbar war es doch mehr, als du dachtest. Wer nicht hören will, muss fühlen. So einfach ist das.«
»Wenn es nur die Feier gestern gewesen wäre, würde ich mich ja nicht wundern. Was mich stutzig macht ist, dass es mir schon die ganze Woche nicht so gut geht«, sagte sie mehr zu sich selbst, während sie sich im Bett aufsetzte und die Finger an die Schläfen legte.
»Was willst du damit sagen?« Ruben warf seiner Freundin einen besorgten Blick zu.
»Ich weiß auch nicht. Es wird schon nichts sein. Und jetzt muss ich aufstehen. Mama und Papa warten schon auf mich. Ich soll ihnen helfen, die Tischordnung zu machen.«
»Macht eine Hochzeit eigentlich immer so einen Aufwand?«
»Das kommt ganz darauf an, wie viel Pomp man gerne möchte. Lara ist da ein wenig anders als ich. Sie liebt es romantisch und aufwendig. Bis hin zum Kirchenschmuck will sie alles bis ins Detail geplant haben.«
»Wie gut, dass ihr den Jungfernabschied schon so zeitig gefeiert habt. Da bleibt ihr noch genügend Zeit, sich von ihrem Kater zu erholen und die Einzelheiten zu organisieren«, erklärte Ruben und ging zum Schrank, um sich für seinen Arbeitstag in der Klinik anzuziehen. »Ein Glück, dass wir in puncto Hochzeit auf einer Wellenlänge sind. Dieses Theater wird uns glücklicherweise erspart bleiben.«
Versonnen saß Anja im Bett und blickte aus dem Fenster hinaus in den klaren Morgen.
»Vielleicht ist eine Hochzeit doch ganz schön. Eine schlichte Zeremonie mit Familie und den Freunden, die einen schon lange begleiten, das würde mir doch irgendwie gefallen«, bemerkte sie schwärmerisch.
Ruben erstarrte innerlich.
»Das sind ja ganz neue Töne. Als ich dich vor drei Jahren kennen- und lieben lernte, warst du eine glühende Verfechterin des unkonventionellen Zusammenlebens. Das war mit ein Grund, warum ich dich so bewundert habe. Endlich mal eine Frau, die es nicht darauf absieht, einem Mann Fesseln anzulegen.«
»Was regst du dich gleich so auf? Darf man seine Meinung denn nicht mal ändern?«bemerkte Anja verletzt und warf die Bettdecke zurück. »Außerdem musst du dir keine Sorgen machen. Dich würde ich ohnehin nicht heiraten«, bellte sie ihn noch unfreundlich an, ehe sie das Schlafzimmer verließ, um sich im Bad für das Frühstück bei ihren Eltern zurechtzumachen.
*
»Auf Wiedersehen, ihr beiden. Ich wünsche euch einen schönen Tag heute«, verabschiedete sich Daniel Norden von seinen beiden jüngsten Kindern, den Zwillingen Jan und Dési, als er sie vor der Schule absetzte.
»Wiedersehen, Papi. Und vielen Dank fürs Fahren.« Mit einem dicken Kuss verabschiedete sich die Grundschülerin von ihrem geliebten Papi, ehe sie auf den Gehweg hinaussprang, um ihre Freundinnen mit aufgeregtem Geplauder zu begrüßen.
Ihr Bruder Janni blickte ihr kopfschüttelnd nach.
»Man könnte meinen, die Mädels hätten sich drei Wochen nicht gesehen. Jeden Morgen haben sie sich unglaublich viel zu erzählen, obwohl sie am Nachmittag davor stundenlang miteinander telefoniert haben.«
»Neueste Studien belegen, dass das ein Erbe aus der Steinzeit ist«, konnte Daniel seinem Sohn schmunzelnd berichten. »Während die Männer auf der Jagd schweigen mussten, um das Wild nicht zu vertreiben, kam es bei den Frauen darauf an, durch Kommunikation die Familienbande zu stärken.«
»Ich glaube, ich bin ganz froh, dass ich ein Mann geworden bin«, grinste Janni frech. Er blickte sich kurz um, und als er sicher sein konnte, dass seine Freunde ihn nicht beobachteten, umarmte er seinen Papi rasch. »Kommst du heute Mittag nach Hause? Ich bastele gerade an einem Flugzeugmodell und hab ein Problem.«
»Tut mir leid, heute wird es wohl nichts mit meiner Mittagspause. Ich muss dringend in die Behnisch-Klinik, um ein paar Patienten zu besuchen. Aber heute Abend finden wir sicher eine ruhige Minute. Was meinst du?«
»Geht klar. Schönen Tag, Papi!« Jan war zufrieden mit dieser Zusicherung und machte sich auf den Weg zu seinen Freunden, die in einer kleinen Gruppe vor der Schule zusammenstanden. Dabei achtete er auf einen gemessenen Schritt, um sich deutlich von den Mädchen zu unterscheiden, die lachend und scherzend auf dem Hof herumsprangen.
Daniel sah seinen Kindern mit echtem Vaterstolz nach, ehe er in seinen Wagen stieg und sich auf den Weg in die Praxis machte. Ein Blick auf die Uhr und die Bitte Jans ließ ihn seine Pläne ändern. Es blieb Zeit genug, um noch vor Beginn der Sprechstunde in die Klinik zu fahren, und so parkte er seinen Wagen wenig später auf dem Privatparkplatz der Behnisch-Klinik.
»Guten Morgen, Jenny, wie ist die Lage?« begrüßte er die Klinikchefin, die nicht nur Kollegin, sondern auch eine langjährige Freundin der Familie war.
»Daniel, gut, dass du da bist«, begrüßte Frau Dr. Behnisch ihn sogleich freudig. »Ich wollte dich eben anrufen, um dir Bericht zu erstatten. Die Untersuchungsergebnisse von Frau Kellermann sind da. Dein Verdacht auf Magenschleimhautentzündung hat sich bestätigt. Der Kollege Mautner möchte sich gerne mit dir darüber und über die weitere Therapie unterhalten. Ich habe leider keine Zeit. Heute Morgen ist schon wieder der Teufel los.«
»Hattest du dir nach deinem Oberschenkelbruch nicht vorgenommen, ein wenig kürzerzutreten und Michael Graef einen Teil der Verantwortung zu übertragen?«erinnerte Daniel Norden seine Kollegin mit besorgtem Blick.
Aber Jenny winkte nur lachend ab.
