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Seitenzahl: 118
Veröffentlichungsjahr: 2018
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In gestrecktem Galopp flogen die beiden prachtvollen Pferde dahin – zwei dunkle Silhouetten gegen das gleißende Sonnenlicht.
Rainhart Arundsen ließ dem Pferd die Zügel lockerer und wandte sich um.
Kathinka ritt dicht hinter ihm.
Er nickte ihr lächelnd zu. »Müde?«
»Nein«, erwiderte sie atemlos, »weiter! Ich bin im Sattel zu Hause!« Ihre dunklen Locken flatterten um ihr lachendes Gesicht, und ihre Augen leuchteten.
In diesem Augenblick preschte Kathinka an ihm vorüber. »Schneller, Rainer – noch schneller!« rief sie und gab dem Pferd die Sporen.
»Vorsicht, Katja, die Hecke!« rief Rainhart, doch sie setzte schon zum Sprung an.
Zorn wallte in dem jungen Majoratsherrn auf, als er sah, daß die geliebte Frau mit der Gefahr spielte. Mit heftig klopfendem Herzen trieb er seinen Hengst auf das Hindernis zu und erkannte, als sein Pferd die Hecke übersprang, daß Kathinka die Hürde tadellos genommen hatte.
Sie hatte ihr Pferd verhalten und war in langsamen Trab gefallen. Schließlich parierte sie den Rappen.
Er brachte sein galoppierendes Pferd dicht neben ihr zum Stehen. »Du bist verrückt!« sagte er finster. »Es war ein gefährlicher Sprung! Wirklich, du bist verrückt!«
»Weshalb?« Sie warf den Kopf zurück.
»Du hast ›Mustang‹ mit den Sporen angetrieben. Du weißt, daß ich grundsätzlich dagegen bin, mit Sporen zu reiten!«
Kathinka lachte unbekümmert. »Ich weiß – ja!« bestätigte sie. »Und du magst es auch nicht, wenn ich meine Reitpeitsche bei mir trage!«
Sie lächelte. Heiß und brennend stieg der Wunsch in ihm auf, dieses schöne und stolze Geschöpf, dessen Leidenschaft und Temperament ihn oft verwirrten, in die Arme zu schließen und sie endlich ganz zu besitzen.
Er trat neben »Mustang« und ergriff die Zügel des Rappen.
Kathinka blickte lachend auf Rainhart hinab.
Er hob den Kopf, und als sich ihre Blicke begegneten, durchzitterte ihn heißes Sehnen.
In vier Wochen ist sie meine Frau! dachte er. Ein Gefühl wild aufschäumenden Glückes erfüllte ihn, als er sich vorstellte, daß Kathinka bald an seiner Seite als Herrin auf dem Gut einziehen würde.
Er streckte die Arme aus, um Kathinka beim Absteigen zu helfen. Doch sie sprang aus dem Steigbügel. Mit einem tiefen Aufatmen blieb sie neben dem Pferd stehen. Sie lehnte sich an den Rappen und sah Rainhart an. Da bemerkte sie die steile Unmutsfalte auf seiner Stirn. »Was ist?« fragte sie leise und kam zu ihm.
»Manchmal fürchte ich, du spielst mit mir«, stieß er hervor.
Kathinka lachte. »Du lieber großer Junge!« sagte sie und legte die Arme um seinen Hals.
Mit einer heftigen Bewegung zog er sie an sich. »Ich liebe dich«, sagte er heiser.
»Ich weiß«, entgegnete sie flüsternd und schloß die Augen. »Muß ich dir immer wieder versichern, daß auch ich dich liebe?«
»Ja, Katja«, erwiderte er leidenschaftlich, »ich will es hören – immer wieder! Meine Liebe zu dir ist so groß, daß ich nicht ertragen könnte, nicht wiedergeliebt zu werden!«
»Wie kommst du auf so dumme Gedanken!« sagte Kathinka dann. »Ich liebe dich – genügt es dir nicht? Ich liebe dich, und in vier Wochen bin ich deine Frau!«
Rainhart hörte in ihren Worten noch einen anderen fremden Ton, den er in der letzten Zeit schon oft gehört hatte und der ihn jedesmal in neue Unruhe stürzte.
Er umspannte ihre Schultern und zwang sie, ihm in die Augen zu sehen. »Warum entziehst du dich mir, Katja?« fragte er leise und drängend. »Versteh mich nicht falsch! Ich will nicht, daß du mir jetzt schon ganz gehören sollst, obwohl es mein einziger und heißester Wunsch ist, dich ganz zu besitzen. Doch du weichst mir sooft aus – mit Worten, mit Blicken, in denen du mich förmlich von dir stößt. Warum tust du das?«
Ihr Lachen wirkte unnatürlich. »Du bist überempfindlich, Rainer«, erwiderte sie hastig. »Du willst alles ganz haben – nur für dich allein. Aber ich gehöre mir selbst! Ich gebe mich nicht aus der Hand!«
»Aber du hast eingewilligt, meine Frau zu werden, Katja!« stieß er leidenschaftlich hervor. »Wir werden ein gemeinsames Leben beginnen, ein Leben, in dem einer zum anderen gehört!«
»Verlangst du, daß ich mich selbst aufgebe?« fragte sie trotzig.
»Nein«, erwiderte er schnell, »aber ich möchte, daß wir uns in inniger Harmonie finden.«
»Vielleicht habe ich Angst vor dir«, sagte sie leise und zögernd.
»Angst?« Er blickte sie fassungslos an.
»Vor deiner Kraft, deiner Energie, deiner Leidenschaft und – deiner rauhen Härte, diesem plötzlich aufschäumenden Temperament!«
Er zog sie an sich. Sein Lächeln war voll Zärtlichkeit und Wärme. »Wie kannst du davor Angst haben?« fragte er.
Er lachte tief und dunkel. »Meine geliebte kleine Katja – was für dumme Gedanken du doch hast! Vier Wochen vor der Hochzeit bekommt die angehende Herrin von Gut Arundsen plötzlich Angst vor ihrem zukünftigen Ehemann! Die selbständige, stolze und eigenwillige Kathinka Wallges fürchtet sich vor der Ehe und dem Zusammenleben mit einem Mann, der keiner Fliege etwas zuleide tun könnte!« Er lachte. »Wir kennen uns schon fast zwei Jahre, und trotzdem sind wir einander manchmal noch zwei Fremde. Auch du, Katja, gibst mir oft Rätsel auf…«
Kathinka lächelte unergründlich. »Das ist gut so«, murmelte sie.
»Nein, Katja«, stieß er heiser hervor und preßte sie an sich, »ich will dich kennen – mit allen deinen Fehlern und Schwächen. Nur so kann ich dir wirklich Kamerad, Ehemann und Geliebter sein! Du darfst dich nicht vor mir verschließen, hörst du?«
Beschwörend sah er sie an.
Sie erwiderte seinen Blick mit einem undefinierbaren Lächeln.
Rainhart hörte den Herzschlag Katjas, und sein sehnsüchtiges Verlangen wurde übermächtig. Seine Lippen suchten ihren Mund, und in einem langen, verzehrenden Kuß versuchte er, die Mauer niederzureißen, die ihre ängstlichen Gedanken aufgebaut hatten.
Kathinka atmete heftig, als er sich von ihr löste und sie mit fragendem Blick ansah. »Ich gehöre dir«, flüsterte sie leise, und ihre Wangen brannten in unbezähmbarer Erregung. »Du kannst nicht länger behaupten, daß ich mich dir entziehe!«
Rainhart Arundsen verlor sekundenlang die Beherrschung. Seine Liebkosungen wurden drängender, und seine Küsse waren voll leidenschaftlichen Verlangens.
Kathinka setzte ihm keinen Widerstand entgegen. Zum erstenmal erwiderte sie mit fast erschreckender Wildheit seine Küsse und preßte sich an ihn, als wollte sie sich an ihm festklammern, um bei ihm Kraft und Schutz und Geborgenheit zu finden.
Er durfte ihr Vertrauen nicht mißbrauchen! Mit einer heftigen Bewegung riß er sich los.
Kathinka taumelte und starrte ihn erschrocken an. »Was ist?« flüsterte sie.
Rainhart lächelte verlegen und fuhr sich über das blonde Haar. Es kostete ihn große Beherrschung, seine überlegene Ruhe wiederzufinden. »Verzeih«, sagte er und ergriff zögernd ihre Hände. »Es ist besser, wenn wir jetzt zurückreiten. Die Mittagshitze wird heute unerträglich werden!« Er beugte sich über ihre Hände und küßte die Innenflächen.
*
Elfriede Greve, die Frau Theodor Greves, war mittelgroß, schlank und hatte schwarzes Haar. Sie war nicht mehr jung, aber das charmante Lächeln und ihre weiche Stimme ließen sie sehr anziehend wirken. »Ich freue mich, Sie kennenzulernen, Herr Arundsen«, sagte sie, während sie Rainhart auf der Terrasse Platz anbot. »Leider ist mein Mann noch nicht daheim.«
»Es tut mir leid, daß ich in Ihren häuslichen Frieden mit einer geschäftlichen Angelegenheit einbreche«, sagte Arundsen.
Frau Greve lachte. »Wir hoffen ja, allerhand an Ihnen zu verdienen, Herr Arundsen«, gab sie fröhlich zurück. »Wenn Sie die Absicht haben sich auf die neuen landwirtschaftlichen Maschinen umzustellen, ist der Abschluß des Vertrages für meinen Mann ein interessantes Geschäft! Ich werde – wenn Sie mich für fünf Minuten entschuldigen – rasch einen kleinen Imbiß vorbereiten«, sagte Elfriede Greve und erhob sich. »Ich darf Sie inzwischen mit Whisky versorgen? Oder möchten Sie lieber etwas anderes trinken?«
»Danke, ein Whisky-Soda wäre mir sehr angenehm!«
Während Elfriede Greve in die Küche ging, blickte Rainhart Arundsen sich in dem gepflegten Garten des Villengrundstückes um. Er schwenkte das Glas hin und her, daß die Eisstückchen klirrten. Im Geiste überrechnete er die Kaufsumme, die er aufbringen mußte, um die neuen Maschinen zu erwerben. Er hoffte, daß Greve ihm günstige Bedingungen einräumen würde.
Heftiges Türenschlagen, das aus einem der angrenzenden Zimmer zu vernehmen war, schreckte Rainhart aus seinen Betrachtungen auf, und durch das geöffnete Fenster hörte er den empörten Ausruf einer metallisch klingenden Männerstimme: »Was ist? Was willst du hier? Ich habe dir gesagt, daß du nicht hierherkommen sollst!«
Ein Stuhl wurde gerückt, und aus dem Zimmer erklangen heftige Schritte.
»Ich hatte Sehnsucht. Ich mußte dich sehen«, antwortete eine leise Frauenstimme.
»Ja, aber nicht hier«, antwortete der Mann ungeduldig.
»Und warum nicht hier?« fragte die Frau.
So könnte Katja sprechen! dachte Rainhart. Er konnte jedes Wort verstehen.
»Du weißt, daß ich von meinem Bruder abhängig bin. Er finanziert mein Studium, ich wohne in seinem Haus, ich genieße hier Gastrecht. Ich möchte keine Differenzen mit meinem Bruder, hörst du?« sagte der Mann.
»Was hat dein Bruder gegen mich?«
»Muß ich dir das erst erklären?« fragte der Mann zynisch.
»Ja, erkläre es!« antwortete die Frau.
»Hör auf!« rief der Mann gequält aus.
Einen Augenblick war es still.
»Ich liebe dich«, flüsterte die Frau. »Ich liebe dich so sehr, ich könnte für dich sterben!«
Rainhart Arundsen spürte fast körperlich, daß die Frau jetzt in den Armen des Mannes lag und von ihm geküßt wurde. Warum muß ich immer an Katja denken? fragte er sich.
Ihm fiel ein, daß er sie vorhin mit seinem Besuch überraschen wollte und enttäuscht gewesen war, als er sie nicht angetroffen hatte.
Nachher fahre ich zu ihr! dachte er jetzt, während er ungewollt Zeuge des weiteren Dialogs wurde.
»Du bist eine Hexe«, sagte der Mann leise. »Immer wieder gelingt es dir, mich zu verführen.«
Die Frau lachte leise. »Nicht ich habe dich, sondern du hast mich zuerst verführt!«
»Sei still!« flüsterte er. Plötzlich wurde er nervös. »Du mußt gehen! Bitte, stell dir vor, wenn Elfriede dich hier antrifft!«
»Ja – was dann?«
»Es gibt eine unangenehme Auseinandersetzung!«
»Ich habe keine Angst davor!« Die Frau sprach lauter, und wieder war es Rainhart Arundsen, als hörte er Kathinka sprechen.
»Wie soll alles weitergehen?« fragte der Mann gepreßt.
»Mach dir keine Gedanken«, erwiderte die Frau gedämpft. »Ich werde meine Wohnung behalten, und dort werden wir uns regelmäßig treffen.« Ihre Stimme wurde zu einem heiseren Flüstern. »Ich liebe dich, Peter, ich kann ohne dich nicht leben! Ich brauche dich – deine Zärtlichkeit, deine Umarmungen, deine Liebe…«
»Und trotzdem willst du den anderen heiraten?« fragte der Mann heiser.
»Ich muß!« antwortete sie hart. »Du weißt warum!«
Zum erstenmal in dieser Minute hatte Rainhart Arundsen die wahnsinnige Vorstellung, daß dort drüben in jenem Zimmer wirklich Kathinka sprach, und der Gedanke, so verrückt und absurd er auch sein mochte, verursachte ihm beklemmende Übelkeit.
»Ich wünschte, ich hätte Geld und könnte dich heiraten«, sagte der Mann.
Sie schwieg einen Moment. »Ist das vom Geld abhängig?« fragte sie lauernd.
»Ja«, entgegnete er trotzig. »Ich habe dir erklärt, daß ich dich nicht heiraten kann! Ich bin von meinem Bruder abhängig. Ich war es schon, als wir uns kennenlernten, und
ich habe nie ein Hehl daraus gemacht.«
»Du bist ein Feigling!« sagte die Frau verächtlich. »Warum hast du für meine Liebe nicht das Geld deiner Verwandten und die ganze verdammte Sicherheit aufgegeben?«
Der Mann keuchte. »Und warum hast du den anderen nicht aufgegeben? Warum bist du immer wieder zu ihm gegangen?«
»Weil ich wußte, daß du mich niemals heiraten würdest! Aber er macht mich zu seiner Frau!« Es klang triumphierend.
Katja – es ist Katja! dachte Rainhart Arundsen wie betäubt.
»Sag, liebst du ihn?«
»Nein, ich liebe ihn nicht«, antwortete sie. »Vielleicht habe ich ihn einmal geliebt, aber als du kamst, war alles vorüber.«
»Und trotzdem willst du seine Frau werden!« Die Worte waren wie ein verzweifelter Aufschrei.
»Ich kann nicht anders«, erwiderte die Frau ungerührt. »Ich werde seine Frau, aber dich liebe ich, und dir gehöre ich auch! Mehr kannst du nicht verlangen! Ja, wenn du alles opfern würdest, um mich zu heiraten, wenn du wirklich zu mir hieltest – vielleicht wäre dann alles anders!«
»Ich kann es nicht! Ich stehe vor dem Staatsexamen! Willst du, daß ich dir meine Laufbahn, meine Karriere opfere?«
»Du könntest arbeiten!«
»Ich kann nur eines machen – entweder studieren oder arbeiten! Ich bin keine von den robusten Naturen, die Bäume ausreißen können. Vielleicht wäre dein bäuerlicher Großgrundbesitzer dazu imstande, aber ich…«
»Hör auf!« rief die Frau aus. »Sprich nicht von ihm!«
»Aha – du liebst ihn! Ist es so?«
»Nein, ich liebe ihn nicht!« erwiderte sie ungeduldig. »Er ist wild und rauh und erschreckt mich oft. Bei ihm finde ich weder Ruhe noch Zärtlichkeit. Deshalb habe ich mich ja in dich verliebt!«
»Katja – meine einziggeliebte Katja!«
Rainhart Arundsen sprang auf. Hatte er selbst diese Worte gedacht, oder hatte jener Unbekannte sie tatsächlich ausgesprochen?
Hastig stürzte er den Inhalt des vollen Whiskyglases hinunter, doch das brennende Würgen im Hals blieb. Seine Knie zitterten, er mußte sich wieder hinsetzen.
Es gab keinen Zweifel mehr; die Frau, die in jenem Zimmer zu dem fremden Mann sprach, war Kathinka, seine zukünftige Frau!
Es kann nicht sein! hämmerten seine Gedanken. Es ist unmöglich!
Katja liebt mich doch! Sie wird in einer Woche meine Frau werden! Kann sie tatsächlich so kunstfertig lügen, daß ich es nie bemerkt habe?
Zorn und wilde Empörung stiegen in Rainhart auf. Maßlose Eifersucht durchzitterte ihn, und er fühlte sich enttäuscht und tief verletzt.
Seit Wochen und Monaten belügt und betrügt sie mich! dachte er, und der Schmerz lähmte ihn fast. Sie spielt ein doppeltes Spiel und ich habe es nicht durchschaut!
»Geh jetzt, Katja«, sagte der Mann drinnen im Zimmer, und Rainhart war es, als erhielte er einen neuen Schlag.
»Ich kann nicht – ich kann nicht mehr!« murmelte Arundsen und stützte den Kopf in beide Hände.
Er hatte vergessen, daß Frau Greve in wenigen Augenblicken wieder auf der Terrasse erscheinen oder daß Theodor Greve heimkommen könnte, der Bruder jenes Mannes dort im Zimmer.
Ihm war jetzt alles egal. Er dachte nur noch an Kathinka und an seine Liebe, die so grausam enttäuscht worden war.
»Gut, ich werde gehen«, hörte er jetzt wieder die Stimme, die er so gut kannte, »aber du mußt mir versprechen, daß du heute abend noch zu mir kommst. Ich bin krank vor Sehnsucht nach dir, Peter! Ich hoffe, du kommst jetzt jeden Tag, bis – bis es soweit ist!« murmelte Katja hastig.
»Bis zur Hochzeit!« vollendete er bitter. »Ich könnte ihn umbringen diesen anderen!«
