Engel sind immer bei dir - Kyle Gray - E-Book

Engel sind immer bei dir E-Book

Kyle Gray

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Beschreibung

So kannst du dich mit deinen Engeln verbinden und dein Leben von Grund auf verwandeln

Der international beliebte Engel-Experte und Bestsellerautor Kyle Gray zeigt uns mit diesem praktischen und gefühlvollen Buch: Du musst nicht an Engel glauben, um sie in dein Leben einzuladen – und du musst keiner Religion angehören, um ihre Gegenwart zu spüren. Engel sehen dich. Sie lieben dich. Und sie sind bereit, dich zu unterstützen – sobald du sie darum bittest.

In diesem Buch erfährst du:
Alles, über den Jungen, der Engel sah: Eindrucksvolle Erlebnisse aus Kyle Grays Leben und wahre Geschichten von Menschen, deren Leben durch Engel berührt wurde.
Wer Engel wirklich sind: Lerne, über gängige Vorstellungen hinauszublicken – Engel zeigen sich in vielen Formen, unter vielen Namen und in allen Kulturen.
Engel im Lauf der Zeit: Eine spirituelle Reise durch die Geschichte der Engel – vom Wissen alter Kulturen bis zur modernen Spiritualität.
Wie du mit Engeln arbeiten kannst: Praktische Wege, um mit Engeln in Kontakt zu treten, ihre Zeichen zu erkennen und ihre Botschaften zu empfangen.
Die geistigen Gesetze der Engelverbindung: Entdecke die vier Säulen für eine tiefe und kraftvolle Beziehung zur Engelwelt.

Ob du schon immer an Engel geglaubt hast oder gerade erst beginnst, dich zu öffnen – deine Engel sind jetzt bei dir. Und sie wollen dir helfen.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 253

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Buch

Der international beliebte Engel-Experte und Bestsellerautor Kyle Gray zeigt uns mit diesem praktischen und gefühlvollen Buch: Du musst nicht an Engel glauben, um sie in dein Leben einzuladen – und du musst keiner Religion angehören, um ihre Gegenwart zu spüren. Engel sehen dich. Sie lieben dich. Und sie sind bereit, dich zu unterstützen – sobald du sie darum bittest.

Autor

Kyle Gray ist einer der jüngsten und international gefragtesten Engel-Experten. Er entdeckte seine mediale Gabe bereits als Vierjähriger. Seither ist er mit einer starken Verbindung zu den Engeln gesegnet, die ihm halfen, seine intuitiven Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Nachdem er seine besondere Gabe jahrelang verheimlicht hatte, wurde Kyle dazu berufen, die Botschaften der Engel mit der Welt zu teilen. In seinen Workshops, Vorträgen und über seinen Online Angel Tribe hilft er anderen Menschen dabei, sich für die Engel zu öffnen.

KYLE GRAY

ENGELSIND IMMER BEI DIR

Erkenne deine himmlischen Begleiter, sprich mit ihnen und finde deine Bestimmung

Aus dem Englischen übersetzt von Angelika Hansen

Die englische Originalausgabe erschien 2025 unter dem Titel Angels are with you now bei Hay House UK, Ltd.

Alle Ratschläge in diesem Buch wurden vom Autor und vom Verlag sorgfältig erwogen und geprüft. Eine Garantie kann dennoch nicht übernommen werden. Eine Haftung des Autors beziehungsweise des Verlags und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist daher ausgeschlossen.

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.Der Verlag behält sich die Verwertung der urheberrechtlich geschützten Inhalte dieses Werkes für Zwecke des Text- und Data-Minings nach § 44 b UrhG ausdrücklich vor. Jegliche unbefugte Nutzung ist hiermit ausgeschlossen.

Copyright © 2025 der Originalausgabe: Kyle Gray

Copyright © 2026 der deutschsprachigen Ausgabe: Irisiana Verlag, München, in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Straße 28, 81673 München

[email protected]

(Vorstehende Angaben sind zugleich Pflichtinformationen nach GPSR.)

Projektleitung: Jonas Stiehler

Redaktion: Joscha Faralisch

Umschlag: Geviert, Grafik & Typografie, Augsburg

Umschlagmotiv: iStockphoto/loveshiba

Satz: Uhl + Massopust, Aalen

ISBN 978-3-641-33862-6V001

www.irisiana-verlag.de

»Wir wissen es selten, erst wenn verwirrte Augen weiße Flügel am Himmel verschwinden sehen, die uns unbemerkt umgeben.«

GERALD MASSEY

Inhalt

1Der Junge, der Engel sieht

2Fürchte dich nicht

3Wer sind die Engel?

4Engel sind Boten

5Engel im Laufe der Jahrhunderte

6Die spirituellen Gesetze

7Die Vier Säulen

8Engel herbeirufen

9Mit Engeln sprechen

10Engelzeichen

11Können Menschen Engel werden?

Referenzen

Über den Autor

⭐ 1 ⭐Der Junge, der Engel sieht

»Wir, die wir an Mut nicht gewöhnt sindverbannt aus dem Reich der Freudeleben eingekapselt in Hüllen der EinsamkeitBis die Liebe ihren hohen Tempel verlässtund in unser Blickfeld trittum uns ins Leben zu entlassen.«

MAYA ANGELOU, TOUCHED BY AN ANGEL

Ich bin an der Westküste von Schottland aufgewachsen, ungefähr 35 Kilometer von Glasgow entfernt, in Inverclyde, eine Gegend, bekannt für Schiffsbau, Fabriken und als Heimat von James Watt, der durch seine Verbesserung der Dampfmaschine dazu beitrug, die industrielle Revolution einzuleiten. Es ist eine wunderschöne Gegend, die sich entlang des Flusses Clyde bis zum Meer erstreckt – doch es ist auch der regenreichste Ort Schottlands!

Wenn das meist scheußliche Wetter nicht wäre – ständig wolkenverhangen, kalt, nass, einfach unangenehm –, könnte ich mir vorstellen, dass viele der Touristen, die auf Kreuzfahrten hier anlegen, um die Gegend zu erkunden, zumindest darüber nachdenken würden, hier eines Tages ihren Lebensabend zu verbringen, allein wegen der wundervollen Aussicht. An den wenigen sonnigen Tagen kann man die Leute sehen, wie sie an der Promenade spazieren gehen oder in ihren Autos sitzen und den Blick über die Hügel am anderen Flussufer schweifen lassen, während sie unsere weltberühmten Fish and Chips genießen. (Die besten der Welt!) Vom Fluss bis zur Bucht, zum Meer und zum Himmel – das Leben in Inverclyde dreht sich um Wasser.

Ich erinnere mich an Dinge aus meiner sehr frühen Kindheit, wie zum Beispiel die limettengrüne Farbe des Waschbeckens in unserem Badezimmer und wie ich in meinem Bettchen lache, bevor ich sprechen konnte. Als ich etwas älter war, wunderte sich meine Mutter über diese Erinnerungen. »Wie kannst du das überhaupt wissen?«, fragte sie. Damals wusste ich nicht, dass ich es nicht wissen sollte.

Mein erstes Zuhause war in Greenock; als ich dreieinhalb war, zogen wir um, in einen großen, neuen Bungalow auf einem Hügel in Port Glasgow, drei Meilen entfernt. Es war ein einstöckiges rotes Backsteinhaus, das meine Eltern entworfen hatten, mit einer Treppe, die zur Haustür führte, und einem schräg verlaufenden Vorgarten. Finanzielle Sorgen hatten wir keine. Meine Mutter war Friseurin, und mein Vater arbeitete für IBM.

In unserer Straße wohnten vor allem junge Familien, mit denen wir uns schnell anfreundeten. Die Nachbarskinder spielten miteinander, und die Familien luden sich abwechselnd zum Grillen ein und gingen mit den Kindern zum Schwimmen oder ins Kino. Es war eine schöne Zeit – wir drei und unser schottischer Terrier, Tora, in jenem Bungalow in der Stadt am Fluss.

Bis sich plötzlich alles änderte.

Ich wachte eines Morgens auf und war nicht in der Lage, aufzustehen. In der Woche davor hatte ich eine Grippe, gefolgt von Schmerzen und einem Kribbeln in meinen Beinen, aber das hier war etwas anderes. Es fühlte sich eher an wie Zahnschmerzen, taub und schmerzhaft. Ich rief nach meiner Mutter, und meine beiden Eltern kamen in mein Zimmer. Mein Vater hob mich aus dem Bett, und bevor ich wusste, wie mir geschah, waren wir schon auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Ärzte fürchteten, ich könnte eine Gehirnhautentzündung haben.

Ich wurde in ein spezielles Kinderkrankenhaus gebracht. Monatelang wurde ich immer wieder eingeliefert und erhielt mehrere Lumbalpunktionen – eine der schlimmsten Erfahrungen meines Lebens. Sie unterzogen mich allen möglichen Tests, bis ein junger Arzt, der seinen Job gerade erst angefangen hatte, meine Symptome sah und auf Anhieb erkannte, dass es sich um das Guillain-Barré-Syndrom handelte. Ein Virus, der das Immunsystem angreift, Teile des Körpers abschaltet und Lähmungen verursacht.

Zur gleichen Zeit hatte die Mutter meiner Mutter, Agnes, die in der Nähe wohnte, mit Krebs und anderen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Als ich wieder nach Hause kam, war mein Spielzimmer komplett leer geräumt, alle meine Sachen waren weg. Der Raum hatte sich in ein kleines Schlaf- und Wohnzimmer für meine Großmutter verwandelt, die von da an bei uns wohnte. Oma und ich saßen beide im Rollstuhl.

Fast über Nacht wurde meine Mutter neben ihrer Vollzeitbeschäftigung zur Pflegekraft für zwei Menschen, die in fast allen Bereichen auf sie angewiesen waren. Das hat die Beziehung meiner Eltern extrem belastet. Sie stritten sich fast ständig. Man konnte dem Lärm ihrer Wutausbrüche in unserem Bungalow auf dem Hügel nicht entfliehen.

Ich war den Wind und Regen an der Westküste von Schottland gewohnt. Aber die Kälte der Stürme in meinem Zuhause fuhr mir unter die Haut bis in die Knochen. Allerdings lernte ich bald, dass es eine Möglichkeit gab, sich vor dem Sturm zu schützen, indem man sich nach innen zurückzog.

Und zum Glück gab es helle Strahlen, die die trübe Wolke durchdrangen, die wie eine Glocke über Inverclyde lastete. Unsere Nachbarin Margaret, eine fromme Katholikin, kam regelmäßig herüber, um meine Großmutter zu besuchen, und brachte Weihwasser und Jungfrau-Maria-Figürchen mit, die mich entzückten. Manchmal nahm sie mich mit in die Kirche und half mir, eine Kerze anzuzünden.

Außerdem hatten wir viel Spaß, meine Oma und ich. An manchen Tagen setzte meine Mutter mich auf Nanas Schoß in ihrem Rollstuhl, und wir waren stundenlang draußen unterwegs, eingewickelt in ihre rote schottische Schafwolldecke. Nana hatte stets ein scharfes Küchenmesser dabei. Damit schnitt sie gelegentlich Käse oder Äpfel klein, um mir Stücke davon zu geben, die ich genüsslich aß.

Manchmal kratzte sie mir zu Hause den Rücken, was ich besonders mochte. Es gab mir das Gefühl, wirklich geliebt zu werden, auch wenn meine Eltern ihre Probleme miteinander hatten. In diesen vergnüglichen Momenten dachte ich: Vielleicht ist ja doch allesgut.

Doch während mein Körper heilte, verschlechterte sich Nanas Zustand immer mehr. Nach ungefähr sechs Monaten konnte ich wieder gehen, doch Nana musste immer öfter ins Krankenhaus. Abends, wenn meine Eltern sie dort besuchten, kümmerte sich unsere Nachbarin Margaret um mich. Trotz dieser belastenden Situation waren alle froh, dass ich rechtzeitig zu Beginn meines ersten Schuljahres wieder laufen konnte.

In der ersten Woche brachte mich Margaret abends ins Bett. Ich hatte eben erst eine Ninja-Turtles-Lunchbox für die Schule geschenkt bekommen und war so begeistert, dass ich sie mit ins Bett nehmen wollte. Stattdessen musste ich mich damit zufriedengeben, sie auf den Nachttisch meines hellblau gestrichenen Zimmers mit seinen himmelblauen Vorhängen und der gleichfarbigen Bettwäsche zu stellen.

Eines Abends, als Margaret gerade das Licht ausmachen wollte, bat ich sie, es anzulassen, auch wenn ich nicht wusste, warum.

Mitten in der Nacht wachte ich plötzlich auf. Das Licht war ausgeschaltet, aber ich konnte Nana sehen, wie sie am Fußende meines Bettes stand. Sie fühlte sich offensichtlich besser, denn sie saß nicht in ihrem Rollstuhl. Sie roch nach einer Mischung aus Olbas-Öl und Ralgex-Wärmespray, einem Mittel zur Linderung von Muskel- und Gelenkschmerzen. Ich fühlte ihre Liebe und dachte daran, wie sie mir immer den Rücken kratzte, und genau in diesem Moment kam Nana näher und kratzte mir tatsächlich den Rücken. Ich schlief wieder ein mit dem Gefühl, geliebt, geborgen und in Sicherheit zu sein.

Am nächsten Morgen, als meine Mutter die Vorhänge öffnete, schaute ich mich im Zimmer um.

»Wonach suchst du, Kyle?«, fragte Mum mit zärtlicher Stimme.

»Nana. Wo ist sie? Ist sie in ihrem Zimmer?«

Mum schüttelte den Kopf und sah besorgt aus.

»Frühstückt sie gerade?«

Wieder schüttelte sie den Kopf.

Mir kam ein schrecklicher Gedanke: »Sie musste nicht wieder ins Krankenhaus zurück, oder doch?«

Mum antwortete nicht, sondern verließ das Zimmer.

Ich ging in die Küche, aß mein Müsli und suchte immer noch nach meiner Nana.

»Wo ist sie, Mum? Ich hab sie letzte Nacht gesehen, ich bin aufgewacht, und sie war in meinem Zimmer. Ich bin so froh, dass sie nicht mehr in ihrem Rollstuhl sitzt. Wo ist sie jetzt?«

Meine Mum hatte Schwierigkeiten, die richtigen Worte zu finden, um mir zu sagen, dass ihre Mutter in der Nacht gestorben war. Sie und Dad beschlossen, dass wir drei zum Mittagessen in ein Restaurant gehen und sie mir dann alles erzählen würden.

Als ich es hörte, konnte ich es nicht begreifen. »Wie kann sie im Himmel sein? Ich habe sie letzte Nacht gesehen. Sie war in meinem Zimmer.«

»Das muss wohl ein Traum gewesen sein«, sagte meine Mutter.

⭐⭐⭐

Der Tod meiner Nana hat meinen Geist geöffnet, während ich gleichzeitig lernte, mich abzuschotten und zu distanzieren. In derselben Woche kam die Beziehung meiner Eltern zu einem abrupten Ende, und mein Vater zog aus.

Als meine Welt sich nicht mehr sicher anfühlte, wandte ich mich ab und zog mich in mein Inneres zurück. Lange bevor ich lernte, Karten zu lesen oder jemandem die Zukunft vorherzusagen, lernte ich, Situationen einzuschätzen. Ich spürte, wenn etwas nicht stimmte. Nichts entging mir, auch nicht der flüchtigste Gesichtsausdruck. Ich war hyperkonzentriert, hyperbewusst und hypersensibilisiert.

Wenn ich abends ins Bett ging, war ich mir sicher, dass ich beobachtet wurde. Ich fühlte andere Menschen in meinem Zimmer. Viel später erkannte ich, dass auf irgendeine Weise die Fähigkeit in mir geweckt worden war, ein Kanal zwischen dieser Welt und der nächsten zu sein, um Menschen auf der Erde Botschaften weiterzugeben. Ich erlebte ein spirituelles Erwachen, obwohl ich diesen Begriff damals noch nicht kannte.

In dieser Zeit fing auch meine Migräne an. Meine Schulzeit hatte gerade erst begonnen, aber wegen dieser starken Kopfschmerzen und all der Medikamente, die ich nehmen musste, besuchte ich nur selten den Unterricht.

Und wenn doch, fiel es mir schwer aufzupassen. Die Lehrer sagten, ich würde nicht zuhören. In meinem ersten Schuljahr machte ich mehrere Hörtests, aber alles war okay.

»Kyle ist ein Träumer«, schrieb ein Lehrer in mein Zeugnis.

Kyle ist ein Träumer.

Ich war ein Träumer und bin es bis heute.

Aber ich wusste, dass meine Großmutter in der Nacht, in der sie gestorben war, auf meinem Bett gesessen hatte, egal was die Leute sagten. Außerdem wusste ich, dass ich von diesem Moment an alles infrage stellen und meine eigenen Antworten finden musste.

Ich war eine Art Rebell geworden. Ein Freidenker.

Im Laufe der Zeit wurde ich ein zutätowierter Engel-Experte, ein rebellischer Geist, der auf die ersten Seiten des Entwurfs für sein neuntes Buch mit einem blauen Auge starrte, das ihm ein Trainingspartner beim brasilianischen Jiu-Jitsu verpasst hatte.

Doch schon damals wusste ich, welche Fragen ich stellen musste, um zum Licht geführt zu werden. Und genau das habe ich in den letzten drei Jahrzehnten getan. Und trotz allem, was ich inzwischen als wahr erkannt habe, mache ich es heute noch genauso.

⭐⭐⭐

Ich schreibe dieses Buch, weil es die beste Möglichkeit ist, dich direkt zu erreichen und dich auf deiner spirituellen Reise zu unterstützen. Die Antworten auf die Fragen, die ich über Engel stelle, verändern und vertiefen sich, während ich immer mehr lerne, und das ist der Grund, warum ich Bücher schreibe. Engel sind hier, um uns bei unserer Weiterentwicklung zu helfen. Das gilt auch für mich.

Manchmal lernen wir durch aktive Recherche und den Kontakt mit Engeln. Manchmal müssen wir nur etwas Raum schaffen, damit die Antworten zu uns können. Auf den folgenden Seiten werden wir darüber sprechen, warum du keine Angst vor einer Engelbegegnung haben musst, und mehr darüber erfahren, wer die Engel sind und wie sie im Laufe der Jahrhunderte dargestellt wurden. Ich helfe dir, Engel in dein Leben einzuladen, sie willkommen zu heißen und Wege zu finden, mit ihnen zu kommunizieren. Und wir werden darüber sprechen, wie wir sie erkennen und die Zeichen interpretieren können, die sie uns zukommen lassen. Auf den letzten Seiten des Buches werden wir uns mit einer der am häufigsten gestellten und wichtigsten Fragen auseinandersetzen, die an mich herangetragen werden: Können Menschen Engel werden?

Wir werden uns von der Abtei auf einer Insel vor der Küste Frankreichs, die nach einem Besuch des Erzengels Michael errichtet wurde, zu Glasgows größter Konzerthalle begeben. Wir werden die Wohnung besuchen, in der ich auf eigene Faust angefangen habe, und das fensterlose Büro in der Innenstadt, wo ich einst Readings vorgenommen habe, und ich werde dich in den Raum einladen, in dem ich heute arbeite, mit meinen Hunden an meiner Seite. Du wirst von einigen faszinierenden Begegnungen mit Engeln hören – von einem Mädchen, das acht Engel um sich hatte, bis zu einem Psychotherapeuten, der dank des Besuchs eines Engels einen Durchbruch bei seinem Patienten erzielen konnte.

Doch beginnen wir mit einem Barbecue, als ich 15 war. Ich erinnere mich daran, als sei es gestern gewesen. Schließlich war es der Tag, der mein Leben veränderte. Für immer.

Der Überlebende

Es war Sommer. Ich weiß noch, wie die Sonne strahlend hoch am blauen Himmel stand. So schöne Tage gab es in Greenock nur selten. Ich war etwa neun Jahre alt, als wir dorthin zurückgezogen sind.

Irgendwann sagte meine Mutter: »Komm, nimm deine Sachen. Wir wollen Marion nicht warten lassen.«

Wir waren auf dem Weg zu einem Barbecue im Haus ihrer Freundin Marion, doch ich trödelte vor mich hin.

»Nimm deine Engelkarten mit«, sagte Mum.

Das weckte meine Aufmerksamkeit. Ich packte die Karten in meinen Rucksack, und wir gingen los.

Wenn du noch nie etwas von Engelkarten gehört hast: Am besten lassen sie sich mit Tarotkarten vergleichen. Jedoch enthalten alle Karten in einem Engeldeck positive Botschaften, zusammen mit der Abbildung eines Engels. Mittels unserer Intention können wir mit den Karten arbeiten, um Führung und Botschaften von den Engeln zu empfangen.

Erst kurz zuvor hatte ich mein erstes Kartendeck bekommen, und ein paar Monate lang war ich spirituell tief in die Welt der Engel eingetaucht. Ich bin in einer nicht allzu strenggläubigen christlichen Familie aufgewachsen, wobei gerade mein Vater nicht sonderlich religiös war. Die Familie meiner Mutter war presbyterianisch. Ihre Schwester June heiratete einen Baptisten der Church of God, und manchmal besuchten wir die abendlichen Gottesdienste in seiner evangelikalen Kirche in der Nähe von Port Glasgow.

Außerdem trat ich einer überkonfessionellen christlichen Jugendgruppe bei, der Boy’s Brigade. Eine Art christliche Pfadfinder, aber mit Marschieren und Bibelstudium. Unsere wöchentlichen Treffen begannen und endeten stets mit einem Gebet. Mir gefiel die Idee, also integrierte ich sie in meinen Alltag und beginne und beende meinen Tag seitdem ebenfalls mit einem Gebet.

Damals wusste ich noch nicht viel über Engel, außer wie man einen aus einem Pappkegel baute. Aber ich hatte von einem Gott gehört, der wollte, dass ich mich auf eine bestimmte Weise verhielt. Dieser Gott schien mich ständig zu beurteilen, und um ehrlich zu sein, mochte ich ihn nicht besonders. Wer will schon ständig beurteilt werden und gesagt bekommen, dass er sich nur auf eine bestimmte Art verhalten darf?

Dabei fühlte ich mich sowieso schon irgendwie fehl am Platz in dieser Welt. Ich war ein wenig anders als die meisten meiner Schulkameraden und hatte schon immer die unterschiedlichsten Interessen. In der Schule zum Beispiel bestimmt ja die Musik, die du hörst, welche Kleidung du trägst und mit welchen Freunden du dich abgibst. Ich liebte Linkin Park und Blink-182, aber genauso liebte ich Beyoncé. Ich wusste also nicht, wohin ich gehörte.

Darüber hinaus war ich schon immer an allem »Unsichtbaren« interessiert. Ich versetzte mich selbst in Angst und Schrecken, indem ich Bücher wie die Gänsehaut-Reihe las. Ich fühlte mich zu Shows wie Most Haunted und Crossing Over with John Edward hingezogen. Und als ich in die Pubertät kam, begann im Fernsehen eine Serie, die mein Leben verändern sollte: Jeden Montag, nachdem ich in der Boy’s Brigade die Bibel gelesen hatte, ging ich nach Hause und schaute mir Buffy – Im Bann der Dämonen an. Tarotkarten, Kristalle, Magie … Oh, mein Gott, ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr diese Serie mein Leben geprägt hat! Sie gab mir ein Gefühl der Zugehörigkeit. Auch wenn es nur Fantasy war, waren viele der darin enthaltenen Informationen von spirituellen Lehren beeinflusst. Es dauerte nicht lange, und ich begann, mich eingehend mit Kristallen, Erdmagie, Ley-Linien und Energieheilung zu beschäftigen.

Ich erinnere mich, wie ich einmal in der Sonntagsschule über die Serie gesprochen habe, aber von meinem Brigade-Führer, der zudem auch noch mein Cousin war, zurechtgewiesen wurde. Er stellte mir ein Ultimatum: Ich sollte mich zwischen Gott und Buffy entscheiden. Und ich wählte … Buffy.

Das war für mich das Ende meiner Beschäftigung mit dem Christentum.

Aber zurück zu den Engelkarten. Ende Januar, kurz vor meinem 15. Geburtstag, besuchte ich mit meinem Vater ein paar Verwandte. In einem Haus, das einer Frau namens Fiona gehörte.

Dad hatte ein Lotterieticket gekauft. Ich legte einen grünen Kristall darauf, und Fiona fragte mich, warum. Ich erklärte ihr, dass Grün die Farbe der Fülle war und ich den Kristall auf das Ticket gelegt hatte, um gute Energie anzuziehen. Wir haben zwar nicht den Jackpot geknackt, mein Vater hat aber zehn Pfund gewonnen, was immerhin das Zehnfache seines Einsatzes war.

Fiona wollte wissen, ob ich mich schon mal mit Schutzengeln beschäftigt hatte. Ich schüttelte den Kopf und nutzte die Gelegenheit, ihr zu sagen, dass ich mich ein wenig von den christlichen Lehren distanziert hatte, da ich das Gefühl leid war, ständig beurteilt zu werden.

»Engel sind mehr als nur eine christliche Vorstellung«, lächelte sie und bat mich, ihr nach oben zu folgen.

Ihr Zimmer war ganz in Weiß gehalten – weißes Bettzeug, weißer Überwurf und ein superflauschiges Bett, das aussah wie eine weiße Wolke am Himmel. Tatsächlich ziemlich passend, wie sich herausstellen sollte.

Wir setzten uns auf die Bettkante, und Fiona nahm einige Karten aus einem kleinen Samtbeutel und fächerte sie auf dem Bett aus.

»Halte deine Hände über die Karten«, forderte sie mich auf, »und wenn du Wärme fühlst, nimm die Karte, über der deine Hand schwebt. So wirst du eine Botschaft deines Schutzengels erhalten.«

Ich tat, was sie gesagt hatte, und seltsamerweise fühlte ich tatsächlich Wärme über einer bestimmten Karte, also nahm ich sie hoch.

Als ich sie umdrehte, sah ich das Wort Synchronizität. Ich kannte den Begriff nicht, aber die Karte sagte, dass alles, was im Leben geschieht, Teil eines göttlichen Plans war. Später schlug ich das Wort nach, und bald darauf hörte und las ich es sehr oft. Seither begleitet es mich.

Es gibt einen Moment im Leben, wo du erkennst, dass es »da draußen« etwas gibt. Die Autorin und Gründerin meines Verlags, Louise L. Hay, nannte dies »ein Zeichen«.

Und ich hatte eins bekommen.

Von dem Tag an war ich wie besessen von Engeln und begann alles über sie zu lesen, was mir in die Hände fiel. Eines der wichtigsten Dinge, die ich dabei lernte, war, dass Engel uns jederzeit helfen können, doch da sie unseren freien Willen respektieren, würden sie uns ihre Hilfe nie aufdrängen. Wir können sie aber willkommen heißen.

Ich las auch, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Antwort zu empfangen, größer ist, wenn man vor einer Bitte an die Engel still meditiert. Also beschloss ich, von da an regelmäßig still zu sitzen und mir vorzustellen, in ein goldenes Licht gehüllt zu sein, das vom Himmel herunterschien. Ich litt damals häufig unter starken Kopfschmerzen, also betete ich still: »Engel, wenn ihr da seid, bitte heilt meine Kopfschmerzen!«

Meine Eltern hatten alles versucht. Keine Milchprodukte. Kein Fernsehen vor dem Schlafengehen. Mehr Wasser trinken, Magnesium, Medikamente. Alles, was irgendwie hätte helfen können.

Ärzte spekulierten, dass es sich um einen Nervenschaden oder eine Art von Allergie handeln könnte, doch wir fanden den Grund für meine Kopfschmerzen nie heraus. Ob mir die Engel vielleicht helfen konnten?

Ungefähr drei oder vier Tage nachdem ich mit diesem Ritual begonnen hatte, wachte ich morgens auf und hatte keine Kopfschmerzen mehr. Auch meine Augen taten nicht mehr weh. Ich sprang aus dem Bett, wie immer zu spät, und rannte die Straße runter Richtung Schule, als ich merkte, dass alles … heller zu sein schien.

Von dem Tag an hatte ich nie wieder Kopfschmerzen. War es ein Wunder? Für mich ja, ohne Zweifel.

Seit dem Tag, als ich die Synchronizität-Karte gezogen hatte, wusste ich, dass ich mein eigenes Engelkartendeck haben musste. Im Februar hatte ich Geburtstag, und mit den Gutscheinen, die ich geschenkt bekommen hatte, kaufte ich mir im Buchladen das schönste Kartendeck, das sie hatten. Mein erstes eigenes Engelkartendeck! Oh, wie ich es geliebt habe. Bis heute habe ich die Karten in einem kleinen Samtbeutel immer bei mir.

Ich fing an, allen, die ich kannte, Readings zu geben. Wenn ich zu einem Freund nach Hause ging, legte ich seiner Mutter oder Tante oder Großmutter – eigentlich jedem, der dazu bereit war – die Karten. Selbst vor einigen Lehrern machte ich nicht halt und bot ihnen ein Reading an. Meine Sportlehrerin erließ mir sogar den Fünftausendmeterlauf im Gegenzug dazu, dass ich ihr die Karten las.

Ich wusste ehrlich gesagt nicht, was ich tat, aber ich versuchte es einfach. Ich holte das Handbuch hervor und half den Leuten, die Karten, die sie gezogen hatten, zu verstehen. Irgendwann kam der Moment, wo ich nicht länger in dem Handbuch nachschlagen musste – ich wusste einfach, was die Karten bedeuteten. Obwohl ich, rückblickend betrachtet, damals nur an der Oberfläche dessen gekratzt habe, was die Karten alles zu bieten hatten, erhielt ich immer häufiger ein positives Feedback zur Genauigkeit meiner Readings.

Jetzt weißt du also, wie ich mich an dem Tag des Barbecues gefühlt habe und warum ich so darauf versessen war, unbedingt mein Deck mit zu Marion zu nehmen.

Sie wohnte in einem Apartmentblock, bei dem es einen Gemeinschaftsgarten und mehrere Picknicktische gab. Auf einem der Tische hatte sie bereits ein Tuch ausgebreitet und einige Tupperware-Schüsseln hingestellt. Dann wurde der Grill angezündet.

Es dauerte nicht lange, und schon kamen immer mehr Leute, einschließlich Marions Kollege Philip mit seinem Partner Jamie.

»Wie immer elegant verspätet«, begrüßte Marion das Paar.

»In der Stadt war so viel los heute, wir kamen kaum voran!«, seufzte Philip und überreichte Marion eine Flasche Zinfandel-Weißwein.

Es gab Kartoffelsalat, Hähnchenkeulen, Thunfisch, Zuckermais, Nudelsalat und viele weitere Köstlichkeiten.

Während wir aßen, begannen wir zu erzählen, womit wir uns in letzter Zeit beschäftigt hatten. Irgendwann schaute Philip zu mir herüber und fragte: »Und was hast du so gemacht, Kyle? Deine Mutter sagt, dass du angefangen hast, dich für spirituelle Sachen zu interessieren.«

»Ja, könnte man so sagen«, erwiderte ich ihm. »Ich bin vor allem an Schutzengeln interessiert und wie man mithilfe von Karten ihre Botschaften empfangen kann.«

Philip wirkte überrascht. Er hatte noch nie etwas darüber gehört. Also erzählte ich ihm, wie ich zu den Engeln gefunden hatte und wie meine ständigen Kopfschmerzen eines Tages auf wundersame Weise verschwunden waren, nachdem ich die Engel um ihre Hilfe gebeten hatte.

Meine Mum mischte sich in unser Gespräch: »Du solltest dir von Kyle die Karten lesen lassen, Phil – er ist mittlerweile richtig gut darin. Bei den Mädels auf der Arbeit hat er fast alles richtig vorausgesagt!«

Philip war einverstanden. Auch Jamie schien einem Versuch nicht abgeneigt.

Als Erstes legte ich Philip die Karten – ein allgemeiner Überblick seines Lebens, ohne besondere Vorkommnisse. Es war die Lesung für Jamie, die mich spirituell erweckte.

Es war offensichtlich, dass Jamie etwas zögerlich war, als ich mit dem Reading begann. Ich fächerte die Karten auf dem Tisch aus und bat ihn, seine Hände darauf zu legen. Dann legte ich meine Hände über seine.

Ich schloss meine Augen und sagte: »Überlege, ob es irgendetwas gibt, wobei du gerne Hilfe hättest.« Nach einem kurzen Moment fügte ich hinzu: »Falls irgendwelche Engel jetzt hier sein sollten, ich möchte euch fühlen. Wenn Engel jetzt bei uns sind, bitte helft mir, Jamie eine Botschaft zu geben.«

Vergiss nicht, alles, was ich über Geisterbeschwörungen wusste, wusste ich von Buffy. Also ging ich genauso vor, wie ich es aus dem Fernseher kannte. Ich ersetzte einfach Geister durch Engel und hoffte auf das Beste.

Meine Augen noch geschlossen, hörte ich Musik. Doch nicht etwa eine Hymne oder »Ave Maria« – sondern den Song »Survivor« von Destiny’s Child, der im Jahr vorher erschienen war.

»Hörst du das?« Ich öffnete meine Augen.

»Höre ich was?«

Ich nannte ihm den Titel des Songs, den ich gerade hörte. Er schüttelte den Kopf.

Ich schloss meine Augen erneut und sagte zu dem Engel, falls er da war: »Zeige dich bitte. Falls ein Engel hier ist, gib deine Anwesenheit zu erkennen.«

Ich öffnete die Augen, war jedoch nicht vorbereitet auf das, was als Nächstes passierte. Ein Lichtstrahl schoss hinter Jamie hervor auf mich zu, und plötzlich stand eine riesige Lichtsäule zu meiner Rechten, mit großen hohlen schwarzen Augen. Der Anblick erinnerte mich an den Film Cocoon, falls du den kennst?

Als ich den Engel anschaute, sah er mich nicht an, er schaute in mich hinein. Mir war klar, dass nichts vor seinem Blick verborgen blieb. Noch jetzt, während ich das schreibe, überläuft mich ein Schauer. Ich habe mich in dem Moment auf eine Art gesehen gefühlt, die ich bis heute nicht beschreiben kann. Es war, als würde meine ganze Lebensgeschichte offen daliegen. Gleichzeitig hörte ich in meinem Kopf eine sehr strenge Stimme.

»Sag diesem Mann, dass er ein Überlebender ist.«

»Du bist ein Überlebender«, sagte ich zu Jamie.

»Wie bitte?«

»Du bist ein Überlebender.«

»Was meinst du damit, ich bin ein Überlebender?«

In meinem Kopf gab ich die Botschaft weiter. Plötzlich begann die Lichtpräsenz, vor meinem inneren Auge Bilder von Jamie aufblitzen zu lassen, wie er versuchte, sich das Leben zu nehmen.

Ich begann, mit beinahe unkontrollierter Stimme hektisch zu reden: »Du hast versucht, deinen Körper zu verlassen. Du hast versucht, die Erde zu verlassen. Doch irgendetwas hält dich hier. Hast du versucht, deinen Körper zu verlassen? Hast du echt versucht, dir das Leben zu nehmen?«

Jamie stand auf und zog sein schwarzes Polohemd zurecht: »Es reicht mir. Genug damit. Das ist zu viel. Hör auf!«

Der Engel verschwand.

»Das war zu viel«, wiederholte Jamie noch einmal. »Das war mir zu persönlich.« Er flüsterte Philip etwas zu und sagte zu Marion: »Wir machen uns jetzt auf den Heimweg.«

Und weg waren sie.

Mum fragte mich, was passiert war, aber aus den Engelbüchern, die ich gelesen hatte, wusste ich von der Vertraulichkeitsklausel in Bezug auf Kartenlesungen. »Ich sagte ihm, was mir übermittelt worden war, aber ich nehme an, es hat ihm nicht gefallen«, war meine kurze Antwort.

Bald darauf fand ich heraus, dass Jamie tatsächlich diverse Male versucht hatte, sich das Leben zu nehmen, aber jedes Mal hielt ihn irgendetwas davon ab. Einmal hatte er sich aufgehängt und war ohne die Schlaufe um den Hals wieder zu sich gekommen.

Später erfuhr Mum die Geschichte von Marion, die sie wiederum von Jamie selbst gehört hatte. Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile übers Telefon. Und schon am nächsten Tag begannen die Leute anzurufen und meine Mutter zu fragen: »Ist Ihr Sohn der Junge, der Engel sehen kann? Ich würde gern mal mit ihm sprechen.«

⭐ 2 ⭐Fürchte dich nicht

»Wenn du wüsstest, wer auf dem Weg, den du gewählt hast, immer an deiner Seite geht, wäre Angst unmöglich.«

EIN KURS IN WUNDERN

Dieser erste Engelkontakt war ziemlich heftig und endete damit, dass Jamie mich bat aufzuhören, doch wie du mittlerweile weißt, hat mich seine Reaktion nicht davon abgehalten, mich mit Spiritualität zu beschäftigen. Ich gebe allerdings zu, dass ich immer ein wenig Angst vor der Dunkelheit hatte. Das Unsichtbare war mir stets irgendwie unheimlich.

Es ist schwer, keine Angst zu haben, wenn es um spirituelle Dinge geht, denn in den Medien werden sie stets als beängstigend dargestellt. Wenn du den Film Angels in America gesehen hast, weißt du, dass die Szene, wo Prior, der Protagonist, eine Begegnung mit einem Engel hat, alles andere als subtil ist. Falls du den Film nicht gesehen hast (ich empfehle ihn dir): Die Sequenz beginnt damit, dass der ganze Raum vibriert, die Lampenschirme in Flammen aufgehen, während das Bett zu schwanken beginnt und beinahe vom Boden abhebt. Prior klammert sich fest, als befände er sich auf einem Surfboard hoch auf einer unkontrollierbaren Welle. Zum Schluss wird das Dach abgerissen und kracht um ihn herum zu Boden. Er schaut staubbedeckt nach oben und sieht, wie ein Engel mit riesigen, ausgebreiteten Flügeln erscheint und verkündet: »Der Bote ist gekommen.«