Beschreibung

Eckhart Tolles Grundlagenwerk "The Power of Now" (dt."Jetzt", Kamphausen Verlag 2000) ist in den Vereinigten Staaten und Deutschland ein großer Erfolg. Das vorliegende Arbeitsbuch "Leben im Jetzt" präsentiert in gestraffter und überarbeiteter Form die Essenz aus "The Power of Now". Es enthält Tolles fundamentale Erkenntnisse und seine konkreten Anleitungen, wie wir durch Achtsamkeit unsere verhängnisvollen unbewussten Verhaltensmuster durchbrechen und zu einem befreiten Leben finden können. Wer das "Leben im Jetzt" praktiziert, verändert seine Wahrnehmung der Welt von Grund auf. Der Weg hierhin führt über die "unparteiische" Beobachtung unserer mentalen Vorgänge. Wir realisieren, dass wahrhaft Großes wie Liebe, Schönheit, Kreativität, Freude und innerer Friede einem Bereich jenseits unseres begrenzten Verstandes und unserer Persönlichkeit entstammen. Alte Probleme beginnen sich zu lösen, Leichtigkeit und Freude stellen sich ein.



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Seitenzahl: 121

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Die Freiheit beginnt mit der Erkenntnis, dass du nicht »der Denker« bist. In dem Augenblick, in dem du den Denker zu beobachten beginnst, wird eine höhere Bewusstseinsebene aktiviert. Du erkennst, dass es einen unendlich großen Intelligenzbereich jenseits des Denkens gibt, von dem das Denken nur ein winziger Bruchteil ist. Du erkennst ferner, dass alles, was wirklich von Bedeutung ist – Schönheit, Liebe, Kreativität, Freude, innerer Frieden – seinen Ursprung jenseits des Verstandes hat.

Du beginnst zu erwachen.

Inhaltsverzeichnis

EinleitungTeil I - Der Zugang zur Kraft des Jetzt
1 Sein und Erleuchtung 2 Der Ursprung der Angst 3 Eintritt ins Jetzt 4 Die Unbewusstheit aufheben 5 Schönheit erblüht in der Stille deiner Gegenwart
Teil II - Beziehungen als spirituelle Übung
6 Den Schmerzkörper auflösen 7 Von abhängigen zu erleuchteten Beziehungen
Teil III - Akzeptanz und Hingabe
8 Das Jetzt akzeptieren 9 Die Transformation von Krankheit und Leid
Dank Literaturempfehlungen Copyright

Einleitung

Mein Buch Jetzt! Die Kraft der Gegenwart hat seit seinem Erscheinen 1997 bereits einen Einfluss auf das kollektive Bewusstsein der Erde gehabt, der weit über alles hinausgeht, was ich mir hätte vorstellen können. Es ist in 15 Sprachen übersetzt worden, und jeden Tag bekomme ich Post von Lesern aus aller Welt, die mir mitteilen, wie sich ihr Leben durch die Lehren dieses Buches verändert hat.

Zwar sind die Auswirkungen des vom Wahnsinn verblendeten Egodenkens noch überall sichtbar, aber etwas Neues ist im Entstehen begriffen. Nie zuvor sind so viele Menschen bereit gewesen, aus den kollektiven Denkmustern auszubrechen, durch die die Menschheit seit undenklichen Zeiten ans Leiden gefesselt ist. Ein neues Bewusstsein entsteht. Wir haben genug gelitten! Gerade jetzt, während du dieses Buch in Händen hältst und von der Möglichkeit eines befreiten Lebens liest, in dem du nicht länger Leid über dich und andere bringst, nimmt es in dir Gestalt an.

Viele meiner Leser haben in ihren Briefen den Wunsch geäußert, die Lehren aus Jetzt! Die Kraft der Gegenwart in einer Form vermittelt zu bekommen, durch die sie leichter in die tägliche Lebenspraxis integriert werden können. Dieser Wunsch hat zu dem vorliegenden Buch geführt.

Es enthält neben den Anweisungen und praktischen Übungen auch kurze Absätze, die jeweils Texten aus dem vorigen Buch entsprechen; sie sind als Erinnerung an einige der Gedanken und Konzepte gedacht und können dir als Leitfaden für die tägliche Anwendung dieser Ideen dienen.

Viele der Textpassagen eignen sich besonders zum meditativen Lesen. Dabei kommt es nicht darauf an, dir neue Kenntnisse anzueignen, sondern beim Lesen in einen anderen Bewusstseinszustand einzutreten. Deshalb kannst du denselben Textabschnitt auch immer wieder lesen und ihn jedes Mal als frisch und neu empfinden. Nur Worte, die im Gegenwärtigsein gesprochen oder geschrieben werden, haben diese transformative Kraft, die Kraft, auch beim Leser das Gegenwärtigsein zu wecken.

Am besten liest du diese Texte langsam. Du wirst des Öfteren innehalten und dich einen Augenblick lang der Besinnung oder Stille hingeben wollen. Bisweilen wirst du das Buch auch nur kurz irgendwo aufschlagen und ein paar Zeilen lesen.

Für Leser, die die Lektüre meines ersten Buches zu schwierig fanden und vielleicht davor zurückschreckten, wird das neue Buch Leben im Jetzt eine gute Einführung sein.

Wenn dein Bewusstsein nach außen gerichtet ist, entstehen das Denken und die Welt. Wenn es nach innen gerichtet ist, erkennt es seinen Ursprung und kehrt heim ins Unmanifestierte.

1 Sein und Erleuchtung

Es gibt das ewige, immer gegenwärtige eine Leben jenseits der Myriaden von Lebensformen, die Geburt und Tod unterworfen sind. Viele Menschen verwenden dafür das Wort »Gott«; ich nenne es meist »Sein«, obwohl das Wort »Sein« ebenso wenig erklärt wie das Wort »Gott«. »Sein« hat allerdings den Vorteil, dass es ein offenes Konzept ist. Es reduziert das unendliche Unsichtbare nicht auf etwas Endliches. Man kann sich unmöglich eine gedankliche Vorstellung davon machen. Niemand kann einen Alleinanspruch auf das Sein geltend machen. Es ist dein Gegenwärtigsein an sich, und jeder hat durch das Gefühl der eigenen Gegenwart unmittelbaren Zugang dazu. Vom Wort »Sein« ist es nur ein kleiner Schritt zur Erfahrung des Seins.

Das Sein besteht nicht nur jenseits aller Formen, sondern zugleich tief im Innern aller Formen als deren innerstes, unsichtbares, unzerstörbares Wesen. Folglich ist es dir jetzt als dein eigenes tiefstes Selbst, dein eigenes wahres Wesen zugänglich. Aber versuche nicht, es mit dem Denken zu erfassen. Versuche nicht, es zu verstehen.

Du kannst es nur erfahren, wenn der Verstand still ist. Du wirst es nie mit dem Intellekt begreifen können, aber wenn du voll gegenwärtig bist und deine Aufmerksamkeit ganz auf das Jetzt konzentrierst, kannst du es fühlen.

Sich des Seins wieder bewusst zu werden und in diesem Zustand »fühlenden Erkennens« zu verharren ist Erleuchtung.

Das Wort Erleuchtung beschwört die Vorstellung einer übermenschlichen Großtat herauf, und das Ego möchte, dass es so bleibt; dabei bezeichnet das Wort einfach nur den natürlichen Zustand, in dem du dich eins mit dem Sein fühlst. Es ist ein Zustand der Verbundenheit mit etwas Unermesslichem und Unzerstörbarem, mit etwas, das paradoxerweise du selbst bist und das trotzdem viel größer ist als du. Du findest darin, jenseits von Name und Form, dein wahres Wesen.

Aus der Unfähigkeit, diese Verbundenheit zu spüren, entsteht die Illusion, von sich selbst und der Außenwelt getrennt zu sein. In diesem Fall nimmst du dich bewusst oder unbewusst als isoliertes Fragment wahr. Angst entsteht, innere und äußere Konflikte werden zur Normalität.

Das größte Hindernis für die Erfahrung dieser realen Verbundenheit ist die Identifikation mit dem Verstand, die das Denken zwanghaft werden lässt. Nicht mit dem Denken aufhören zu können ist ein Verhängnis, aber wir sind uns dessen nicht bewusst, weil fast jeder darunter leidet, sodass es für normal gehalten wird. Der unaufhörliche Lärm des Denkens verhindert jedoch, dass wir den Raum der inneren Stille finden, der vom Sein untrennbar ist. Durch den Lärm des Denkens entsteht auch das falsche, vom Verstand künstlich aufrechterhaltene Selbst, das uns mit Angst und Leid überschattet.

Die Identifikation mit dem Verstand schafft einen undurchdringlichen Schleier aus Konzepten, Begriffen, Vorstellungen, Worten, Urteilen und Definitionen, der jede wahre Beziehung blockiert. Dieser Gedankenschleier schiebt sich zwischen dich und dein Selbst, dich und deine Mitmenschen, dich und die Natur, dich und Gott. Er ist es, der die Illusion des Getrenntseins erzeugt, die Illusion, dass es dich und etwas völlig von dir getrenntes »anderes« gibt. Dabei vergisst du die grundlegende Tatsache, dass du auf einer Ebene jenseits der körperlichen Erscheinungen und getrennten Formen eins bist mit allem, was ist.

Bei richtigem Gebrauch ist der Verstand ein hervorragendes Instrument. Wird er jedoch falsch eingesetzt, kann er sich sehr zerstörerisch auswirken. Um genau zu sein: Du benutzt deinen Verstand eigentlich gar nicht falsch – du benutzt ihn überhaupt nicht. Er benutzt dich. Das ist die Krankheit. Du identifizierst dich mit deinem Verstand. Das ist die Täuschung. Das Instrument hat die Herrschaft über dich gewonnen.

Du bist im Grunde, ohne es zu ahnen, besessen und hältst das Wesen, das von dir Besitz ergriffen hat, für dich selbst.

Die Freiheit beginnt mit der Erkenntnis, dass du nicht das Wesen bist, von dem du besessen wirst – der Denker. Diese Einsicht versetzt dich in die Lage, den, der dich beherrscht, zu beobachten. In dem Augenblick, in dem du den Denker zu beobachten beginnst, wird eine höhere Bewusstseinsebene aktiviert.

Du erkennst einen unendlich großen Intelligenzbereich jenseits des Denkens, von dem das Denken nur ein winziger Bruchteil ist. Du erkennst auch, dass alles, was wirklich von Bedeutung ist – Schönheit, Liebe, Kreativität, Freude, innerer Friede – seinen Ursprung jenseits des Verstandes hat.

Du beginnst zu erwachen.

Die Befreiung vom Verstand

Die gute Nachricht ist, dass du dich vom Verstand befreien kannst. Das ist die einzig wahre Befreiung. Du kannst gleich jetzt damit beginnen.

Lausche auf die Stimme in deinem Kopf, sooft du kannst. Achte besonders auf wiederkehrende Denkmuster, diese alten Tonbänder, die womöglich schon jahrelang in deinem Kopf ablaufen.

Mit dem »Beobachten des Denkers« meine ich im Grunde nichts anderes als dies: Höre auf die Stimme in deinem Kopf, sei dort als Zeuge gegenwärtig.

Höre der Stimme unvoreingenommen zu, während du auf sie lauschst. Werte nicht. Beurteile und verdamme nichts von dem, was du hörst, denn damit würdest du der Stimme wieder ein Hintertürchen öffnen. Dir wird bald klar sein: Da ist die Stimme – und hier bin ich, höre ihr zu und beobachte sie. Das Erkennen des »Ichbin«, dieses Gefühl deiner eigenen Gegenwart, ist kein Gedanke. Sein Ursprung liegt jenseits des Verstandes.

Wenn du also einem Gedanken lauschst, bist du dir nicht nur dieses Gedankens bewusst, sondern auch deiner selbst als Zeuge dieses Gedankens. Damit öffnet sich eine neue Bewusstseinsdimension.

Während du dem Gedanken lauschst, spürst du gleichsam hinter oder unter dem Gedanken eine bewusste Gegenwart – dein tieferes Selbst. Der Gedanke verliert seine Macht über dich und schwindet dahin, weil du den Verstand nicht mehr durch deine Identifikation mit ihm bestärkst. Das ist der Anfang vom Ende des unfreiwilligen, zwanghaften Denkens.

Wenn ein Gedanke verflogen ist, erlebst du eine Unterbrechung im Gedankenstrom – eine Lücke des Nichtdenkens. Zu Anfang werden diese Lücken vielleicht sehr kurz sein und nur ein paar Sekunden dauern, aber sie dehnen sich mit der Zeit aus. Wenn solche Lücken eintreten, empfindest du eine gewisse Stille und Frieden in deinem Innern. Dann ist der natürliche Zustand nahe, in dem du dich eins fühlst mit dem Sein, woran dich sonst das Denken hindert.

Durch Übung wird das Gefühl von Stille und Frieden immer tiefer, unendlich tief. Und aus dem tiefsten Innern wirst du eine zarte Freude aufsteigen fühlen: die Freude des Seins.

In diesem Zustand der inneren Verbundenheit bist du viel bewusster, viel wacher, als wenn du dich mit dem Verstand identifizierst. Du bist vollkommen gegenwärtig.

Dadurch wird auch die Schwingungsfrequenz des Energiefeldes angehoben, das den physischen Körper mit Leben erfüllt.

Während du immer tiefer in den Bereich des Nichtdenkens, wie er im Osten manchmal genannt wird, eindringst, machst du die Erfahrung reiner Bewusstheit. In diesem Zustand empfindest du deine eigene Gegenwart mit solcher Intensität und Freude, dass im Vergleich dazu alles Denken, alle Emotionen, der physische Körper ebenso wie die ganze Außenwelt, unbedeutend werden. Trotzdem ist dieser Zustand nicht selbstbezogen, sondern selbstlos. Er trägt dich über das hinaus, was du vorher als »dich selbst« bezeichnet hast. Er ist etwas, was seinem Wesen nach du bist und was zugleich unvorstellbar viel größer ist als du.

ENDE DER LESEPROBE

Die Originalausgabe erschien 2001 unter dem Titel »Practicing the Power of Now« bei New World Library, Novato, California, USA.

14. Auflage © 2001 Eckhart Tolle © 2002 der deutschsprachigen Ausgabe Arkana, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH Lektorat: Gerhard Juckoff Satz: Barbara RabusUmschlagsgestaltung: UNO Werbeagentur, FinePic®, München

eISBN 978-3-641-13415-0

www.arkana-verlag.de

www.randomhouse.de